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Das Ue«efte.
— 3n Berliner Kreisen rechnet man mit einer Beauftragung des bisherigen Reichswirtschaftsmini- ters Dr. Curtius zur Regierungsbildung.
— Bei der sächsischen Regierungsbildung haben ich erneut Schwierigkeiten eingestellt.
Das Fernkabel Wien—Berlin ist gestern mit Zegrüßungstelegrammen der deutschen und öster- eichischen Staatsmänner eröffnet worden.
— In der französischen Kammer sind zwei Interpellationen über das Besatzungsregime cinge= »rächt worden.
— Aus Hankau werden schwere Unruhen geneidet.
Politische Gvsignisse im Südost«».
Aus Budapest wird uns geschrieben: Nach Üner Regierungskrise von fast vier Wochen, in >eren Verlauf dieselben Kombinationen wieder- )olt aufgegriffen und vereitelt wurden, erfolgte ndlich knapp vor Weihnachten die Konstituie- ung eines neuen jugoslawischen Kabinetts inter der Präsidentschaft von Uzunowitsch und in Wege einer Koalition zwischen . Radikalen mb der unter Raditsch' Leitung stehenden roatischen Agrarpartei. Man einigte sich also ,u guter letzt in der Person jenes Mannes, der ils Vertrauter des bis zum letzten Atemzuge allmächtigen Paschitsch von allem Anfang die größten Chancen besaß, und der in der Haupt- ache wohl nur aus dem Grunde um die wider- penstige Raditsch-Partei für die Koalition nürbe zu machen, seine Berufung etliche Male urüctyfeHte und es auf die fruchtlosen Versuche •an. Außenstehenden wie des Demokraten- ährer Dawidowitsch und dem Skupstina-Vor- itzenden Trifkowitsch ankommen ließ. Der igentliche Kèrn der Dauerkrise im Innern ist -ber unstreitbar in außenpolitischen Schwierigeiten zu suchen.
Es darf füglich behauptet werden, daß der ugoslawische Staat in den jüngsten Wochen sie größte politische Erschütterung seit seiner Gründung erlebte. Eigentlich kann die Kabi- lettskrise bis zuletzt als eine ausgesprochene ^intschitsch-Krise betrachtet werden, da doch uvörderst das kühne Werk des letzten Außen- mnisters auf dem Spiele stand und da Nintschitsch' jäher Rücktritt zwingend eine Re- »ifion des außenpolitischen Gesamtprogramms rheischte. Dem außergewöhnlichen diplomati- chen Geschick von Nintschitsch glückte es in hervorragender Art, über drei Grenzen solide stachbarbindungen zu schaffen und Jugoslawien omit aus seiner isolierten Stellung heraus- ureihen, aber er rechnete nicht in zureichendem Naße mit Gefühlswiderständen an der Jnnen- ront, an denen seine weit ausholenden Pläne ust im Moment größter Kräfteanspannung cheitern mußten. Nintschitsch erkannte richtig, laß der Anschluß an die Kleine Entente an und 'ür sich Jugoslawien keine hinlängliche Sicherheit und Aktivität gewährleistet und brachte in -er Folge die italienische Orientierung gegen llle italienfeindlichen Traditionen und die Hemmungen einer nach wie vor vorhandenen gegenteiligen Volksstimmung zustande. Wie ies indes die Abneigung gegen eine Verständigung mit Rom in breitesten Volksschichten vurzelt, beweist zur Genüge der Umstand, daß ine Ratifizierung der Nettuno-Verträge durch -cs Belgrader Parlament bis auf heute nicht rzielt werden konnte. Ohnè Zweifel war 'iese Weigerung verschiedener politischer Frak- ionen, die Jtalienspolitik von Nintschitsch mit- umachen, der Hauptgrund dafür, daß die talienische Regierung sich freie Hand behielt ind überraschenderweise das Einvernehmen nit Albanien inszenierte. Der Vertrag von Tirana, so belanglos er in bezug auf einen talienischen Machtvorstoß anmutet, mußte in ^er Form, in der er ohne jede vorherige Füh- ungnahme mit der jugoslawischen Regierung wr sich ging, als ein unfreundlicher Akt gegen siese bewertet werden, der nun anstelle des bis- .erigen Gefühls einer ergiebigen Flanken- ?ckung plötzlich das Gespenst der Einkreisung mftauchen läßt. Unter solchen Umständen wird in seit Jahr und Tag aktuelles, obschon nicht ninder unpopuläres Problem, nämlich die An- ehnung.an Sorvjetrußlan'd lebhaft erörtert, md daneben kursieren mannigfache Gerüchte iber eine abermalige festere Eingliederung in )en Verband der Kleinen Entente, über Orien- ierungen nach der französischen, ja sogar nach )er deutschen Seite.
Ein seltsames Geschick verquickte mit der invermittelt entfachten Krise von Regierung
Kombinationen zur âiie
Berlin, 4. Jan. Auf dem innerpolitischen Kriegsschauplatz macht sich, je näher der Beginn der eigentlichen Verhandlungen heranrückt, eine starke Nervosität bemerkbar, die in dem Weitertragen der eigenartigen Kombinationen sich auswirkt. Dabei ist es unvermeidlich, daß nun auch die Zuspitzung der innerpolitschen Verhältnisse i.n Frankreich in unsere eigene Krise hineingetragen wird. Von rechtsher wird darauf aufmerksam gemacht, daß der „Quotibien", ein Blatt, das Briand sehr nahe steht, verlangt, Deutschland müsse neue Garantien geben und die beste Garantie sei die, daß die deutschen Republikaner sich fest zusammenschlössen. Locarno wäre nur ein leeres Wort ohne Sinn und Inhalt, wenn es in Deutschland von einer Rechtsregierung angewendet würde. Derartige B e- einflussungsversuche werden mit Recht abgelehnt. Sie können in ihrer Wirkung nur das Gegenteil erreichen. Wir glauben deshalb auch nicht, daß Herr Briand dem Artikel nahesteht. Er ist klug genug; um zu wissen, daß jede Einmischung in die innerdeutschen Verhältnisse bei uns auf sehr empfindliche Stellen stoßen muß. Aber auch sachlich wird er sich mit dieser Auffassung kaum decken; denn gerade, wenn die Deutschnationalen sich zur Locarnopolitik bekennen, ist damit aus deutscher Seite der Gedanke der deutsch-französischen 'Verständigung sehr viel fester verankert, als wenn die Deutschnationalen in der Opposition bleiben. Der Führer der Deutschnationalen, Graf Westarp, hat die Notwendigkeit eines solchen Bekenntnisses zur Locarnopolitik auch längst erkannt, und wenn er vom Reichspräsidenten mit der Kabinettsbildung betraut werden sollte, dürfte er sicher dafür sorgen, daß seine außenpolitische »Einstellung weder beim Zentrum noch bei der Deutschen Volkspartei auf Widerspruch stoßen würde.
Trotz alledem, daß es dem Grafen Westarp ge= singen könnte, den Widerstand des Zentrums gegen eine Zusammenarbeit mit den Deutschnationalen zu beseitigen, glaubt in politischen Kreisen eigentlich niemand. Es wird allgemein damit gerechnet, daß Graf Westarp, falls er betraut werden sollte, schließlich genötigt sein wird, dem Reichspräsidenten sein Mandat zur Verfügung zu stellen und daß Herr von Hindenburg dann aus der Mitte heraus neue Versuche unternehmen läßt, die wahrscheinlich um die Persönlichkeit des Wirtschaftsmini sters Dr. Curtius sich gruppieren. Wofür Dr. Curtius sich entscheidet, wenn ihm die Regierungsbildung angetragen werden sollte, wird er vermutlich abhängig machen von dem, was bis dahin geschehen ist, und von der Stimmung, die er bei den einzelnen Parteien vorfindet.
Wie wir erfahren, ist Dr. Curtius bisher offiziell mit der Kabinettsbildung nicht betraut worden. Da Dr. Curtius zurzeit in Wiesbaden weilt, ist seine Betrauung vor seiner Rückkehr nach Berlin, die erst für den 9. d. Mts. vorgesehen ist, nicht möglich.
und Außenpolitik den Tod von Altmeister Paschitsch, der ungeachtet seiner vollendeter achtzig Jahre die innenpolitischen Leitfäden unentwegt in den Händen hielt. Dieser Gründer des neuen Reiches, der noch im besten Mannesalter den Umschwung vom Extremsozialisten zum Nationalpolitiker von äußerster Färbung vollzog — mehr Volksführer durch seine allen Wendungen gewachsene Pfiffigkeit, denn durch die Wucht seiner staatsmännischen Ueberzeugung hat gewissermaßen sich selbst überlebt. Seine orthodox-zentralistische Cin- stellunsi war dem neuen Dreiländer-Rahmen nicht angemessen. Auch in außenpolitischer Beziehung erwies sich sein imperialistisches, nach- larfeindliches, jedoch von der parlamentaristi- chen Mehrheit unterstütztes Streben als der tärkste Hemmschuh für Nintschitsch biegsame Verständigungspolitik und es bleibt nun abzuwarten, inwieweit die künftige Gesinnung der durch das Hinscheiden von Paschitsch führerlos gewordenen radikalen Partei die gesunden Außenziele von Nintschitsch im Nachtrag doch noch rechtfertigen wird.
Nicht minder drüückend als die Sorgen der jugoslawischen Außenpolitik erweisen sich die Komplikationen in Rumänien mit Hinsicht auf das dynastische Problem. Wiewohl die augenblickliche Lebensgefahr vom Haupte des Königs gewichen ist, bleibt in Anbetracht seines fortgeschrittenen Leidens die Frage der Thronfolge dennoch hochaktuell. Durch seine morganatischen Ehen und seinen freiwilligen Verzicht auf den Thron hat Kronprinz Karol im Sinne der Verfassung sein Erbfolgerecht verwirkt. Nichtsdestoweniger tritt eine ansehnliche Jnnengruppe, an ihrer Spitze mit der Königin Maria, die die königlichen Agenden derzeit faktisch versieht, für den Exkronprinzen ein, und auch ausländische, namentlich * jugoslawische Sympathien sind ihm sicher, wobei wohl der Wunsch, durch
Neben Dr. Curtius wird immer noch Steger- w a l d genannt. Dabei wird von deutschnationaler Seite das Gerücht verbreitet, wonach neuerdings Stegerwald die Absicht habe, als Kanzler eine Rechtskoalition zu bilden. Stegerwald hatte bekanntlich eine Rechtskoalition abgelehnt und sich in der „Westdeutschen Arbeiterzeitung" für eine Große Koalition ausgesprochen. Nun sagt man aber, wenn Stegerwald Kanzler sei, dann würden die sozialen Bedenken, die ihn zur Forderung der Großen Koalition geführt hätten, wegfallen. .
Außerdem wird auf deutschnationaler Seite mit der Kandidatur des Führers der Bayerischen Volkspartei, des Abg. Leicht, gerechnet. Es ist selbstverständlich, daß Sozialdemokraten und Demokraten diese Kandidatur scharf ablehnen, da Dr. Leicht, wenn er vom Reichspräsidenten berufen würde, seine Koalition auf die bürgerlichen Parteien vom Zentrum bis zu den Deutschnationalen bauen würde.
Im „Berl. Tageblatt" setzt sich der Reichstagsabgeordnete K o r e l l für die Große Koalition ein und fordert mit Nachdruck die Bildung einer Mehrheitsregierung. Das „Berliner Tageblatt" betont oben in einem Kommentar zu dem Artikel, daß, wenn die Bildung einer großen Koalition nicht sogleich gelinge eben eine Minderheitsregierung erneut gebildet werden müsse, die immer noch erträglicher wäre als eine Rechtsregierung. Die Aussichten für die Große Koalition find im Augenblick zweifellos nicht günstig, obwohl die Sozialdemokraten offensichtlich bemüht sind, das durch die Scheidemann-Rode zer- schagene Porzellan wieder zu kitten.
Die Schwierigkeiten in Sachsen.
Dresden, 4. Jan. Heute berieten die Vorsitzenden der in- Betracht kommenden Fraktionen über die Regierungsbildung. Angesichts der mitgeteilten Entschließung der Altsozialisten wurde man sich darüber klar, dâß nur noch ein Minderheitskabinett der Mitte von den Altsozialisten bis zur Volkspartei möglich sei. Uebrigens war von den Anhängern eines Bürgerblockkabinetts, das die Altsozialisten einschließen sollte, noch der letzte vergebliche Versuch gemacht worden, die Altsozialisten zum Einverständnis mit der Besetzung eines politisch weniger wichtigen Ressorts durch einen Deutschnationalen zu bewegen. Hinzu kommt, daß heute die Altsozialisten noch ausdrücklich erklärten, sie würden es auch ablehnen, durch Abgabe weißer Zettel ein rein bürgerliches Kabinett von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen in den Sattel zu heben. Schließlich wurde dem deutschnationalen Vertreter die Frage vorgelegt, ob seine politischen Freunde für die Blidung des Kabinetts der Mitte ihre Stimme mit zur Verfügung stellen würden. Dieser erklärte, daß darüber erst seine Fraktion, die bisher auf ihrer Forderung nach aktiver Beteiligung bestanden hat, Beschluß fassen müsse.
Lockerung der dynastischen Bande die politische Einflußsphäre Rumäniens zu schmälern, Vater des Gedankens ist. Auf keinem Fall wird Rumänien beim Akutwerden des Herrfcherwechfels eine dynastische Krise ernstesten Kalibers erspart bleiben, zumal die Stellung des Hauses Hohenzollern in traditionellem Sinne nicht derart befestigt ist, um royalistische und republikanische Gegenströmungen unter allen Umständen auszuschließen. Man kann in diesen Zonen einer unausgegorenen Verwaltung und Verfassung, auf die verschiedensten Regierungsformen, auf die Möglichkeit einer Rechts- und Sinksdiktatur gleicherweise gefaßt sein. Bezeichnend ist «5 allerdings, daß Presse und Oeffent- kichkeit in Ungarn, von wo bereits öfters Kombinationen über eine Form der Personalunion mit Rumänien nach dem Ausland drangen, die Ereignisse in Bukarest mit größter Aufmerksamkeit verfolgen.
, Nach Abschluß der Wahlen, die für die Regierung noch bei weitem günstiger verliefen, als vorauszusehen war, ist auf ungarischem Gebiete heute Graf Bethlen unbeschränkter Herr der Lage. Von 245 Mandaten entfielen 213 auf di^ Regierung und die unter ihr koalierten Fraktionen. Sozialisten und Demokraten verloren sowohl wie der rechtsradikale Rassenschutz etliche Mandate, und die ersteren beiden Parteien vermochten sich nur durch das Ergebnis in jenen wenigen Städten, wo die Abstimmung geheim erfolgt, insbesondere aber durch das Budapester Wahlresultat, das den Regierungsmännern die einzige nennenswerte Schlappe brachte, mit Not über Bord zu halten. Möge nun auch die Feststellung eines Wiener Blattes, laut welcher Ungarn zu Füßen des Grafen Bethlen liege, übertrieben fein — immerhin ermächtigt der Ausgang der Wahlkampagne den ungarischen Ministerpräsidenten, sein wirtschaftliches KonsolMerungspro-
gramm ungestört zu vollenden. Seinen eigentlichen Befähigungsnachweis dürfte jedoch Graf Bethlen erst durch die Art und Weise erbringen, auf die er das Kardinalproblem des Landes: die Königsfrage, einer definitiven Lösung entgegenführt.
Oie StttfiehnnssseschLchte des ttaUenUÄ - alban. Vertrags.
Paris, 4. Jan. Der „Mati n" beginnt heute mit der Veröffentlichung von Enthüllungen über den Ursprung des italienisch-albanischen Vertrages. Ec teilt mit, von dem „Neuwyort Herold", der gleichzeitig diese Ausführungen wiedergebe, die Erlaubnis erhalten zu haben, die wesentlichen Stellen der Publikation des amerikanischen Blattes wiederzugeben. Die Pariser Ausgabe des „Newyork Hèrald" enthält zwar heute nichts hierüber, doch ist anzneh- men, adß ihm der „Matin" lediglich einen Tag vor- ausgeeilt ist. Charakteristisch für die Tendenz ist folgende Stelle aus dem heute vom „MaNn" wiedergegebenen Text: „In diplomatischen Kreisen weiß man sehr gut, daß der Vertrag von Tirana Gegenstand einer Besprechung zwischen Mussolini und Chamberlain bei ihrer Begegnung in Livorno gewesen ist. Es wäre sogar richttger, von einem Pakt von Livorno zu sprechen, als von einem Pakt von Tirana. Der englische Außenminister hat Mussolini vertraulich zugegeben, daß England seine Haltung ■gegenüber Albanien geändert habe, und dieses Land in Zukunft nicht mehr gegen die Bestrebungen Italiens in Schutz nehmen werde. Sicher hat das Foreign Office infolge der russisch-türkischen Annäherung, die in London als eine Bedrohung für Großbritannien angesehen wird, seinen Standpunkt geändert. Man bart auch in dieser neuen Orientierung eine der Folgen der Besprechung von Thoiry sehen. Um seinen Weg nach Indien zu schützen und den Rückwirkungen der wachsenden Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland ein Gegengewicht entgegenzustellen, war es da für England nicht unerläßlich, ein Bündnis mit Italien zu sichern? Des weiteren wird ausgeführt, auf welche Weise man den albanischen Ministerpräsidenten Achmed Zogu dahin gebracht habe, daß Abkommen mit Italien zu unterzeichnen. Beträchtliche Geldsummen sollen hierbei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.
Diewendettkom-dre in Belgrad.
Berlin, 4. Jan. Das „B. Z." bringt heute eine weitere Meldung aus Belgrad, die das Blatt die „Wendenkomödie von Belgrad" überschreibt. Danach sind die beiden in Belgrad anwesenden Spreewäldlerinnen als Gäste des Lausitzer Wendenführers Schmöller weiterhin Gegenstand weiterer Kundgebungen. Die Veranstaltung in der -Universität soll wiederholt werden. Gestern legten die beiden Wen- dinnen Kränze auf dem Grabe des Unbekannten Soldaten und auf den Gräbern der großen serbischen politischen Führer nieder. Es wurde ihnen zu Ehren ein Bankett gegeben. Auch wurden sie von Frau Paschitsch und von dem Skupschtinapräsidenten Trifkowitsch empfangen. Heute veranstaltet der polnische Klub zu Ehren der Lausitzerinnen einen festlichen Abend. Der frühere Abgeordnete Dajmons ruft zur Gründung einer „Lausitz-Serbisch-Süd- slawischen Liga" auf.
GriMnung d. Sevnkabelvevkehvs Neutichlattd-Sestevveich.
Wien, 4. Jan. Der Fernkabeloerkehr Deutschland—Oesterreich ist heute vormittag durch einen Festakt im Zeremoniensaal der Hofburg feierlich eröffnet worden, an dem der ■ Bundespräsident Hainisch, Bundeskanzler Seipel sowie die Vertretungen der auswärtigen Staaten, außerdem die Spitzen sämtlicher Bundesstaatlichen und sonstigen Behörden in Wien, nebst den führenden Männern von Handel, Industrie und Presse teilnahmen. Die österreichische Post- u. Telegraphenverwaltung war durch ihren Generaldirektor Hoheisel, die Deutsche Reichspost durch den Reichspostminister Stingl und Ministerialdirektor Dr. Cräner ver- tretch. Der Festakt wurde um 10.15 eröffnet, indem Bundespräsident Hamisch an den Reichspräsidenten v. Hindenburg über die neue Linie dik folgenden Worte richtete:
„Herr Reichspräsident! Ich eröffne die Be nützung der neuerbauten Fernkabellinie Wien- Nürnberg mit dem Ausdruck meiner persönlichen Verehrung und den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen. Ich spreche meine aufrichtige Befriedigung über die glückliche Vollendung dieses gemeinsamen Werkes unserer Verwaltungen aus und erwarte mit Zuversicht, daß der neue Verkehrsweg seine Aufgabe, den Fernsprechverkehr zwischen Deutschland und Oesterreich zu verbessern und neue Sprechbeziehungen mit anderen Staaten zu ermöglichen, in vollem Maße erfüllen wird.
Der Reichspräsident erwiderte:
„Herr Bundespräsident! Für die freundliche Begrüßung bei der Eröffnung der neuerbauten Fernkabellinie Wien—Nürnberg und für die meiner Person geltenden Wünsche danke ich verbindlichst und erwidere sie aufs herzlichste. Es darf uns und unsere Verwaltungen mit besonderer Freude er= füllen, daß das Jahr 1927, welches uns das 50« jährige Jubiläum der Einführung des Fernsprechers in Europa bringt, mit der Vollendung dieses wichtigen Verkehrsweges zwischen Deutschland und Oesterreich beginnt. Möge das neue Kabel dazu dienen, den geistigen und wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen unseren Völkern noch enger