Kv. 306
>| Drzemvev
Keettas bett
Srf^eint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat NM-1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag is, Samstag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm greife 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm greife 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.
General Anzeiger für
nzeigev
<mau Giadt und Land
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. > Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschästsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956,3957,3958
1026
Das Hettefie.
— Der Rheinische Provinziallandtag protestiert st einer Entschließung gegen das Landauer Urteil und fordert schleunige Räumung des Rheinlandes.
— Meldungen von einem neuen deutschen Schütt im Fall Rouzier werden halbamtlich dementiert.
— Dr. Lukaschek hat wegen der polnischen Epionagehetze das Gesuch seines Rücktritts aus der Gemischten Kommission überreicht.
— Präsident Coolidge hielt am Jahrestage der Schlacht von Trenton eine Rede für die Abrüstung.
— Von griechischer amtlicher Stelle wird erneut mit aller Entschiedenheit erklärt, daß die in verschiedenen ausländischen Zeitungen verbreiteten Gerüchte, wonach Griechenland sich am Vorabend eines neuen Militäraufstandes befinde, völlig unbegründet sind.
— Nach Meldungen der „Chikago Tribune" aus Schanghai soll die Einnahme Schanghais durch die Nordtruppen, die in.Stärke von 100 000 Mann im Umkreis von 100 Kilometer vor Schanghai sich befinden, bevorstehen.
Das Rheinland Ordert
schleunige RanWnng.
Ens GnLsthßietzurrs des KheknitzGön ^oWmnnattandtags.
Düsseldorf, 30. Dez. Die heutige Sitzung des Rheinischen Provinziallandtags beschäftigte sich zuerst mit der Vorlage über den Bau der Äutobahnstraße, die gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen wurde.
Sodann wurde zu dem Landauer Urteil eine Entschließung
«in der der Cnt- idau Ausdruck ge-
rüstung über die Vorgänge m Landau Ausdruck gegeben wird. Das aller Gerechtigkeit hohnsprechende Urteil des französischen Kriegsgerichts sei diktiert votz engherziger nationalistischer Auffassung und stelle das Prestige des Militärs über das Recht der Bevölkerung. Der Gnadenakt der französischen Regierung genüge nicht, um die berechtigte tiefgehende Beunruhigung der Bevölkerung der besetzten Gebiete zu befestigen. Die durch einen franz. Offizier an friedlichen deutschen Männern verübte Bluttat sei
wünschten Anlaß, wieder einmal in Mexiko einzugreifen und „im Namen der Zivilisation" die Hand auf die Oelquellen zu legen.
Die Freiheitsbewegung in China
öfe WelipoMiD am Sahves- . mchs.
Verglichen mit den letzten Monaten des zu Ende gehenden Jahres, verglichen vor allem mil der Lage der Dinge zu Beginn dieses Jahres kann man wohl davon reden, daß zurzeit heftige Gegensätze und Reibungen das Einvernehmen der Völker in Frage stellen. Das bedeutet nun — um das gleich vorweg- zu neh- p~; keineswegs eins ernste Bedrohung des Weltfriedens,^trotzdem' ist die sorgsame Ueber-
straflos geblieben. Solange die Besatzung weiter andauere, werden sich ähnliche Willkürakte wiederholen und die Kluft zwischen beiden Völkern vertiefen, welche die übergroße Mehrheit auf beiden Seiten ernsthaft zu überbrücken bestrebt sei. Der Provinzialländtag verlange daher dringend die schleunige Beseitigung eines ebenso unwürdigen wie gefahrvollen Zustandes. Er richte an die Reichsregierung die Bitte, diese einmütige Auffassung der gesamten Bevölkerung der Rheinlands den im Völkerbund vereinigten Mächten bekanntzugeben und mit allem Nachdruck die völlige Räumung der noch, besetzten deutschen Gebiete von fremder Bè-
politischen Kreh daß der Verfolgung der Angelegenheit Rouzs m deutschen Sinne durch derartige fenfation eldungen, wie sie die „B. Z." bringt, in feihé eise gedient sei.
WweWsKde in Vâ.
Paris, 30. Dez. In den Kreisen der Pöllliker und Parlamentarier gehen die Widerstände gegen eine vorzeitige Rheinlandräumung bis in^die Kreise der Linken. Ein radikal-sozialistischer Abgeordneter hat gestern in den Wandelgängen der Kammer grollend bemerkt, daß man wiederum in Genf „feste Verpflichtungen" gegen „zweifelhafte Versprechungen" eingegangen sei. Der Schwerpunkt der Entscheidung liegt natürlich, in dem Kabinett unt> da, falls Poin- caré noch am Ruder ist, wird es voraussichtlich hart auf Han gehen. Der Präsident der französischen Regierung, Doumergue, und der Ministerpräsident sind ausgesprochene Gegner der Ausgabe der französischen Stellung am Rhein, von Tardieu, Barthou und vor allem dem sehr einflußreichen Pensionsminister Marin ganz zu schweigen. Man verhehlt sich in politischen Kreisen nicht, daß der Vertreter der Parteien der Rechten, Marim eventuell duMssionieren dürfte, falls die, RäumUngider RheipWHe zur Tatsache würde. Damit märt aber das Kabinett Poincarë, die Regierung der Nationalen Union, gesprengt. Die Gegensätze im Kabinett, die während der Genfer
wwsws echaltung.
, ä^MÈ ijW wir ja selber an drei Stellen M Mitleidenschaft gezoaen. Die Bluttat in k und neuerdings die Gewalttaten
stanzoslschcr Soldaten in Mainz und Koblenz, me beleidigende „Begnadigung" auf deutschem Boden von ausländischen Richtern unschuldig erurteilter Deutscher führen- aller Welt vor ki^^'^ß ^lö Aufrechterhaltung der franzö- Besatzung unerträglich ist. Die als- baldige Räumung wird aber nur bei einem ?rUor auf .Frankreich erreichbar sein. s,.„^. "eij Ausweisung deutscher Tagesschrift- f er aus dem Memelländ ist uns ein schweres Ä“Ä Wenn der litauische Erstmini- W^albemaras den Vorfall als eine örtliche utfwr PD^e politische Bedeutung hin- L fW' so irrt er sich denn doch und ge- Au^^m^^ deutsch-litauischen Beziehungen. L Gewalttaten polnischer Mordbrenner deutsche, sowie die Verletzung der Rechte t: k deutschen Minderheit in Ostoberschlesien te É“,?5 P?^'^ Borgänge. Erfreulich ist, r,JLbQ5 Unrecht, das Polen uns mit Vorent- M Kutscher Minderheitsschulen für 6000 kfjfâejflmber antun wollte, abgewehrt wm„ lfc Der Treuhänder des Oberschlesien- Präsident Calonder, hat der ge- . S°che durch eine billiae- Entscheidung N^c « ^e verhalfen. Erfreulich ist auch das en des italienischen Druckes auf die ^°^^üdtiroler. Am 29. Dezember ist sch-chalienifche Schiedsvertrag ohne jede 'ch möglicherweise verletzende K"nd- « ung unterzeichnet. Bozen wird eigene Pro- 4/W deutsche Blätter sind wieder zu- D?™ italienisch - französischen atz ist, wie Vainville in der „Li- schreibt, die Sackgasse zwar durchschrit- Erènâ ?" der 'Grenze zwischen Nizza und â"°ble stehen noch immer 200 000 Fran- »L' Solange Frankreich überflüssigen bSft es Vicht besiedeln kann, gierig be- niRc^^" Italien (wie Deutschland und Japan) runn ^^' mohin mit seiner starken Bevölke- bestehen^^' der Gegensatz irgendwie fort- niiL^ 01^ ^E Italien einige kleine Zugeständ- (tripolitanisch-ägyptische Grenze, den d»?^"' a‘\ größere Zugeständnisse wer- Haj zugemutet. — Neuerdings
dem fr •'°"1L ^iuen Freundschaftsvertrag mit Neslhl^ss"b".^taate Genien am Roten Meer ab- Baqerb i05 ^an^ 'st nicht ganz so groß wie nur L' M ^..^fe großer Fruchtbarkeit ®nalä^a l™ Biillwn Einwohner. Ob die fen dies Abkommen nicht übel vermèr- muß abgewartet werden.
sèiv-v ^Spâniens Absichten auf Stärkung ‘ ^ Stellung sind wieder heroortzetreten. er ^nig selbst Hat einer Mitarbeiterin des
'Dr. Fuchs wünschten dm Schluß der Sitzung, daß das Jahr 1927 endlich die Befreiung der deutschen Rheinlande bringen möge.
âsin NSNM GEE M Satte Ksttzksv.
Berlin, 30. Dez. Der „B. Z." wird aus Koblenz gedrahtet: „Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Freiherr Langwerth von Simmern, will
demnächst bei der Rheinlandkommission einen neuen Schritt unternehmen, der nochmals die Vorgänge von Germersheim zum Ausgangspunkt nimmt. Ursprünglich sollte dieser Schritt sogarcheute schön erfolgen, scheint aber aus noch nicht lrekannten Gründen etwas verschoben worden zu sein. Der Reichskommissar wird die Gelegenheit benutzen, um das Verbot des • Waffentragens für die Besatzungstruppen erneut in Erinnerung zu bringen. Nach den geltenden Bestimmungen dürfen die Mitglieder der Okkupationsarmee, '©otoaten und Offiziere, außer Dienst keine Waffen tragen. .Gegen diese Verordnung wird aber, wie auch der Fall Germers-
SchlußberatungeN' zu der Drohung'Briands führten, wie seinerzeit in Cannes einfach abzureisen, dürften bei der Frage der Räumung der Rheinlands noch viel fchärfeiMum Ausdruck kommen, und es sei noch garnicht f welche Partei siegen wird: Briand
Sc*
Die Freiheitsbewegungin China schreitet fort. England hat seine Politik gegenüber dem immer mehr erstarkenden, nationalsozialistischen Süden geändert. Es hat auch aus noch nicht ersichtlichen Gründen feine Denkschrift vom 18. ds. Mts. an die Mitunterzeichner des sogen. Washingtoner „Neun Mächte-Abkommens" (Januar 1922) am 26. Dezember veröffentlicht. Darin werden die anderen Mächte, auch das nachträglich beigetretene Deutschland aufgefordert, der Bewegung „das notwendige Maß an Sympathie" entgegenzubringen, auf eine Vertragsänderung hinzuarbeiten und bis China eine verhandlungsfähige Regierung hat, nicht so scharf auf Einhaltung. der Vertragspflichten zu bestehen. Bis jetzt ist noch nicht hinaus will. Das N, gewährleistet China zwar seine Unverletzlichkeit, aber es besteht doch auf der „offenen Tür". Darin liegt enthalten, daß China seine Wirtschafts- vor allem Zollpolitik nicht selbständig bestimmen kann. Nur Belgien, das wie England von der Freiheitsbewegung bespn- ders gefährdet zu fein glaubt, folgte den englischen Vorschlägen, während Japan und Ame-' rika sich der Nachgiebigkeit widersetzen. Der im konservativen Nordchina heute mächtige General Tsangsolin ist in Peking er- schienen und treibt zu tatkräftigem Vorgehen gegen den angeblichen Bolschewismus im Süden. Frankreich hält sich wie Italien, Holland und Portugal noch zurück. Sowjetrußland war an dem Neun Mächte-Abkommen nicht beteiligt. Es sucht die sich gegen europäisch-ameri-
tlar,
eun
, worauf England Mächte-Abkommen
lstellen^Am 2b. Dezember vvrn''Jusiizminkster gelei
frâg osr TM noch w t er i g- hctt ^in^^nton eine vöm 'Juskizminfster' gelei-
^^^ ^^; Ä tete Riesenverfaynnkung stattgefunden. Sie
großen Hoffnungen hinzugeben, daß die künftig Verhandlungen etwa glatt und reibungslos nbr gehen werden. '
DM de
M BsiMaftev
Berlin, 30. De^. Der deutsche B' Hoesch hat dem „Temps" ein
er von es Dementi eine Darstellung,
zugehen lassen. Gründ dafstr
in der behauptet wurde, Stresemann habe bei den Vaterländischen Verbänden durchgesetzt, daß diese sich von Hitler trennen und seine Außenpolitik unterstützen solltèm -'Dafür habe er ihnen finanzielle Unterstützungzügesichert. Außerdem sollten ihre militärischen Ratgeber als Offiziere und Unteroffiziere in die auf 200 000 Man vermehrte Reichswehr eintreten können, wenn Deutschland im Völkerbund
ordnung wird aber, wie auch der Fall Germersheim wieder gelehrt hat, allzu oft verstoßen."
Von zuständiger SeiK' jedoch wird diese Meldung als falsch bezeichnet. Selbstverständlich, sagt man hier- stünde der Reichskommissar in Fsihlung mit den französischen' Behörden. Es laufen auch weiterhin, wie bereits des längeren angekünhigt, Verhandlungen des Rheinlandkommissars mit der interalliierten Rheinlandkommission mit dem Ziele, Erleichterungen für die deutsche Bevölkerung in. den besetzten Gebieten zu erreichen. Ueber den Inhalt der Besprechungen wird jedoch strenges Sillschweigen gewahrt. Die Forderung nach einem' Verbot des Waffentragens der Besatzungstruppen im Rheinland würde nach der Meinung der zuständigen Stellen übrigens als eine Einmischung in die disziplinarischen Verhältnisse der französischen Armee anzusehen fein und könnte den Verlust der guten Basis, auf der wir in dieser ganzen Angelegenheit w> stehen, bedeuten. Außerdem betont man in hiesigen werden.
die Abschaffung der Militärklaüsel des Versailler Vertrages erlangt Hätte:
Das Dementi der deutschen Botschaft hat folgenden Wortlaut:
„Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß nach in Berlin eingeholien Erkundigungen Ich in' der Lage bin, obigen 'Informationen ein formelles De-
menti entgegenzuseHen. Der Reichsaußenminister hat vor seiner Abreisè nach Gas keine Unterredung mit den Führern detz Vaterländischen Verbände gehabt und hat mit ihHü auch kein lleberetnkommen getroffen. ij gez. v. Hoesch."
Die deutsche Botschaft ist, da einer besonders großen Lüge entâengetrètew. Leider ist es ihr nicht möglich, allen. LüMi der französischen Hetzpresse ent-
sischen Hetzpresse ent-
— .. : ■ - .-vT —) dèm Fall Rouzier
wieder sehr stark.m Erscheinung treten. Dazu gehören die ParisersMeldungen über die Verhaftung eines.Spipns, d?Ä Engländers Stranders. Dabei wird sogar bhauMt, das Zentrum Der deutschen Spionage in PakiH sei- die deutsche Botschaft, Wir nssen ja, zu welMm Zweck diese Märchen erfunden
gegenzutreten,
sprach sich für Fortsetzung des Boykotts gggen -englische Waren aus. Der Haß wächst. Diese Vorgsutze in Ostasien sind der Schlüssel zu 'grätschen sonst dunkel bleibenden Entschlüssen Der großen Mächte. Sicher werden sie das Jahr 1627 aufs stärkste beeinflussen!
Der deuisch-ttaNenUche GMedS- sevichlsvevlvas.
Das t^cho in Frankreich.
„Figaro" erklärt, Spanien müsse Tanger haben, bei der jetzigen internationalen Man- datsvexwaltung sei es ein Herd gefährlicher Verschwörungen. Natürlich macht diese Kundgebung Frankreich wenig Freude, und auch wohl England nicht. Außerdem versichert der Köni gsein vollkommenes Einvernehmen mit Primo de Rivera. Neuere jetzt erst bekannt werdende Anschläge auf den spanischen Diktator sind entschlossen und blutig unterdrückt worden.
Bedeutender als die Reibungen im europäischen Raume sind die G e g e.n s ä tz e in Mittelamerika undinOstasien. Ob und wie weit beide Zusammenhängen, kann heute noch nicht übersehen werden. Jedenfalls aber muß man heute, nach den Erfahrungen der Friedensberatung in Versailles und nach der Abrüstungstagung in Washington (1921) immer mit solchen Wechselwirkungen rechnen. Wie Japan damals, um in Ostasien Vorteile durchzuholen, Frankreich in der deutschfeindlichen Teilung Oberschlesiens unterstützte, so
kann auch das ten gegen Nic« Dinge in Osti laßt sein. -
Man beada Seerüstungen^ das Land NH
vrgehen der Vereinigten Staa- agüa durch die Zuspitzung der pn veranlaßt oder mitvèran-
auch die gleichzeitig beratenen 680 Millionen Mark!! Durch ‘agua (doppelt so groß wie Bayern und 6£o 000 Einwohner) soll ein weiterer den PMäma-Kanal entlastender Kanal gezogen werden. . Dazu glaubt die.Union in dem wenig entwickelten Land Sicherung und Verbindung seiner beiden Stützpunkte zu benötigen. Menn Senator . Borah recht hatte, so kommt freilich eine andere Ursache in Frage, nämlich der Wunsch, dem Präsidenten Calles
von Mexiko Ungelegenheiten zu bereiten. Er ist, weil, er sich der Ueberfremdung der mexikanischen Oelquellen widersetzt! bei den beutegie- gierigen Döllarkörügèn wenig beliebt. Läßt er den ihm befreundeten brsyengen Präsidenten der kleinen Republik, Dr. Sacase, fallen, so leidet sein Ansehen. Isnierffüpi er ihn gegen die Hankees, fä gibt er leicht diesen denver-
die Aankees,
Paris, 30. Dez. Zum deutsch-italienischen Schieds- 'gerichtsvertrag schreibt das „Journal des Debats", gewisse französische Zeitungen weigerten sich, die Annahme zu vertreten- daß es möglich sei- daß Deutschland und Italien eines Tages eine gemeinsame Aktion unternehmen würden, denn, so erklärte sie, es gebe zwischen Deutschand und Jb viele ethische Probleme, im einbart sind. «Die Geschichte habe jedoch nicht den Beweis- erbracht, daß derartige ethische Probleme, die unvereinbar schienen, ehemals eine Annäherung verhindert hätten. Tatsache sei, daß Italien seit der Herstellung seiner Einheit sich öfter mit Deutschland als mit Frankreich verbunden habe. Wahr fej auch, daß Italien im Verlaufe des letzten Krieges Deutschland, soweit es konnte geschont habe und den Krieg erst lange nach Beginn' oes Krieges mit Oesterreich erklärt habe. Diese B eobachtungen sollten nicht den Zweck haben, zu proklamieren, daß eine deutsch - italienische Allianz notwendigerweise geschaffen werden solle, aber man würde diese Notwendigkeit herbeiführen, wenn man die Möglichkeit nicht zugeben wollte. Man könne der französischen Regierung nicht den Vorwurf machen, wie dies in einigen Kreisen geschehen sei, daß sie es nicht verständen habe, sich die Geneigtheit der italienischen Regierung zu gewinnen, bevor Deutschland einen analogen Vertrag mit Italien abzuschließen verstanden habe. Die französische Regierung könne zwar Irrtümer begangen haben, aber sie scheine in dieser Angelegenheit nicht schuldig zu sein.
Der „Temps" stellt fest, daß es sich um einen •
ialisn
die nicht miteinander oer
Vertrag handele, dessen Inhalt keine Zweideutigkeb zulasse. Dieser Vertrag enthalte keine politische Klausel, auch keine Geheimklausel, was man ohne Mühe verstehen föhne, denn die .internationale Lage sei so, daß die italienische und deutsche Regierung mehr Ungelegenheiten als Vorteile durch derartige Abkommen erzielt haben wiirden. Also, so urteilt" das Blatt, könne man annehmen, daß der gestern unterzeichnete diplomatische Akt geeignet sei, dem allgemeinen Frieden zu dienen. Was dem ,)Temps" aber auffällt, ist, daß die in diesem Vertrag vorgesehene Schiedsgerichtsprozedur keine Inanspruchnahme des Völkerbundes vorsieht, trotzdem im Vertrage selbst ausdrücklich erklärt wird, daß er in keiner Weife» den Rechten und Pflichten der beiden toignatare in ihrer Eigenschaft als $ölferbtmb> Mitglieder Abbruch tun könne, wie er auch in Weise die Machtbefugnisse beb Völkerb schränke.
Polnische Bespmelttn-d irr Obec-
Berlin, 30.^ Dez. Havas bringt aus polnischer Quelle eine Mitteilung, nach der ein Mitglied der
ein.