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AanauMnzeiger

WVGeneval ÄmeLger it^EV^otum Stadt und Land

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Ke. 301

Kvettas de«

Aanau Stadt

Erfüllungsort und Gerichtsstand .r ve^e Teile ist Hanau. - Bei unverschuldetem Ausfall der Ciererung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung ober am Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. ^Geschäftsstelle: Hammerstr.s /Fernspr. 3SSS, 3957,3958 ]

24. Dezembev

1926

Das Ke«sste.

_ Wie aus Mainz gemeldet wird, fordert die Ülheinlandkoinmission die Auslieferung des zu zwei Jahren Gefängnis verurteilten Mathes.

Die 24ftünbige Frist, innerhalb deren eine Revision gegen das schändliche Kriegsgerichtsurteil oon Landau hätte eingelegt werden müssen, ist ver­strichen, ohne daß die französische Anklagebehörde einen Schritt getan hat. Die Freisprechung Rouziere ist damit rechtskräftig geworden.

v. Hoesch hat neue Anweisung erhalten, mit iSriand über das Landauer Urteil zu verhandeln.

Reichskanzler a. D. Dr. Luther ist gestern in Berlin eingetroffen.

Vsiaud tot das Wort.

NolMK« iBei&ttnM

Wieder klingen die Weihnachtsglocken durch bas deutsche Land, wieder stehen wir unter dem Eindruck der frohen Weihnachtsbotschaft der Engel, die den Hirten auf dem Felde von Bethlehem in der Heiligen Nacht erschienen und die Geburt des Heilandes, des Erlösers, der Welt verkündeten.

Politische Weihnacht! Man könnte.fragen: Kann es denn eine politische Weihnacht geben? Ist es nicht ein Frevel, die aus zähes Ringen eingestellte Politik mit Weihnachten, dem Fest der Kinder, dem Fest der Liebe, in Verbindung zu bringen? Muß nicht eine politische ,3Peih- nachtsbetrachtung aus der Natur der Dinge heraus in die Festesstimmung nur UnfesÜiches bringen? Gewiß wurzelt dâs Weihnachtsfest mit seinem Kerzenlicht und seiner Freude tief in der Familie, gewiß ist es der Kinder schönster Tag im Jahre, gewiß ist es das Fest

Berlin, 23. Dez. Der deutsche Botschafter hat gestern beim französischen Außenminister um einen Empfang nachgesucht, um den amtlichen Protest der deutschen Regierung gegen das Landauer Urteil vor­zubringen. Briand war, obwohl augenblicklich keine wichtigen Dinge im Auswärtigen Amt in Frankreich zu erledigen sein werden, nicht zu sprechen. Der deutsche Botschafter wurde nur von dem Generalsekretär des Außenministers emp- sangen, der kaum Erklärungen abgab, sondern nur Berichterstattung an das Kabinett zusagte. Briand scheint zwar eine Besprechung im französischen Mi- nisterrat zu wünschen, offenbar soll diese Bespre- chung aber erst nach Eingang der Akten des Gerichtes vorgenommen werden.

Infolge der merkwürdigen Bestimmungen des französischen Militärstrafgesetzbuches ist nunmehr der Freispruch Rouziers rechtskräftig gewor­den. Strittig ist die Frage, ob der Vertreter der An­klagebehörde die Möglichkeit gehabt hätte, eine Re- visiion gegen den Freispruch anzumelden. Nach deut- scher Ausfassung ist auch nach einem Freispruch durch ein französisches Kriegsgericht eine Revision aus for­malen Gründen möglich. Ein solcher Grund wäre allein schon dadurch gegeben, daß man den bisheri­gen, nicht dementierten Mitteilungen Pariser Blätter, die der französischen Regierung nahestehen, Mit­glieder des Kriegsgerichtes nicht nach eigenem Er­messen, sondern nach dem Befehl des Komman­dierenden Generals der Rheinarmee gehandelt haben.

Viel wichtiger als die ; juristische Frage ist die politische Seite der Angel egenheit, seitdein einwandfrei feststeht, daß man auch in Paris, sowohl in der Zivilverwaltung, wie auch bei der Heeresleitung, den Prozeß von vornherein nur politisch gewertet hat. Eri hat näch Ansicht der hie­sigen maßgebenden Kreise den Anschein, als ob der

Bayevus LVelhnackissmitz an die Mals.

München. 23. Dez. Der bayerische Minister- Präsident Dr. Held richtet an die pfälzische Be­völkerung folgenden Weihnachlsgruß:

Mik Würde Hal die Pfalz bis jetzt di. Leidens­zeit einer fremden Besatzung ertragen. Neun Jahre lang hat die bayerische Bevölkerung mit Helden- mütiger deutscher Treue Rechtlosigkeiten vor Mili­tärgerichten, fortwährende Angriffe aus die persön­liche Freiheit im eigenen heim und im öffentlichen Leben, d e wirtschaftlichen Lasten und den ungeheu­ren seelischen Druck erduldet, der aus allen Teilen der Bevölkerung des besetzten Gebietes lastet. Dafür schuldet das bayerische und das ganze deutsche Volk der Psalz Bewunderung und heißen Dank.

Der Eintritt Deutschlands in den Völker­bund. der Vertrag von Locarno und die Be­sprechungen von T h o i r y haben die Hoffnung er­weckt, daß die materiellen und moralischen Lasten der Bevölkerung gemildert, die Leidenszelt der mili- tärischen Okkupation abgekürzt und auch der Pfalz Freiheit und Recht wiedergegeben würden.

Die Ereignsse der letzten Zeit haben diese Hoff­nungen schwer enttäuscht. Was in Germersheim ge­schehen und was mit dem entsetzlichen Urteil in Lan­dau gukgeheißen worden ist. widerspricht aller B e - sriedungsarbelt verantwortungsbewußter Staatsmänner, allem Recht und Gerechtigkeitsge­fühl, ja aller Menschlichkeit.

Ich bin mir bewußt, daß die Pfälzer, die in staunenswerter Opferwilligkeit und Zähigkeit schon so viel in der langen Leidenszeit ertragen haben, durch dieses Urteil nicht zu unüberlegten Worten und Taten sich Hinreißen lassen. Ich vertraue auf den heldenmütigen Sinn, aber auch die Klugheit,

nun gut, dann muß eben im Wege von Neu­wahlen das Volk befragt werden. Es ist trübe, dies am Weihnachtsfest, dem Friedensfest, sagen zu müssen, doch mit einer Regierung zwischen zwei Stühlen, die den Anschluß nach links oder rechts suchen muß und immer in Ge­fahr schwebt, bei irgend einer Maßnahme, die einen solchen Anschluß nicht ermöglicht, ge­stürzt zu werden, kann nach innen ebenso wie nach außen fürderhin erfolgreiche Politik nicht gemacht werden.

Außenpolitisch schien die Weihnachtsbilanz günstiger als in den vergangenen Jahren ab­zuschneiden, doch ein Ereignis in den letzten Tagen hat diese Hoffnung enttäuscht. Die deutsche Außenpolitik unter Führung Strese­manns ist im letzten Jahre unstreitig schritt­weise weiter und weiter gegangen und hat den Weg geebnet, durch eine deutsch-französische Verständigung den Frieden Europas zu sichern. Durch den Eintirtt Deutschlands in den Völkerbund, den Vertrag von Locarno und die Besprechungen von Thoiry sind Hoffnungen er­weckt, daß diese Verständigungspolitik zum Ziele führen würde. Auf der letzten Sitzung des Völkerbundsrates hat die deutsche Delega­tion einen beachtenswerten Efolg zugunsten Deutschland errungen, einen Erfolg, der vor allen in dem Fortfall der Interalliierten Mili­tärkontrolle, der am 31. Januar n. I. erfolgen soll, und in der Erträglichmachung der In- vestigationsbestimmungen liegt. Darüber hin­aus wurden in den Besprechungen auf dieser

Doch mitten iy diesen Hoffnungsschimmer fiel der Landauer Urteilsspruch, der als die frechste Provokation der deutschen DerstänDigungs«

chönen Friedensworte, die man

er

dieses Festes ni

Gemütswelt angehörenden Seite seines Wesens erschöpft, sondern daß es seinen Ur­sprung in der christlichen Religion hat, in der Religion, die auch die Beziehungen der Men­schen zueinander erstmals auf die Menschen­liebe, dem Ausfluß der göttlichen Liebe, ge­gründet hat. Die Gedanken des Christentums sirid so weltgemein, daß die ganze Menschheit Gegenstand der Religion ist. Zwischen den Anzelmenschen und der Menschheit aber steht das Volk und es ist in Anbetracht der Wesen­heit des von Jesus entzündeten Glaubens nur

ung die zu Gefängnisstrafen verurteiüen Deusschen begnadigt. Dadurch möchte die französische Regier­ung einer ernsten Auseinandersetzung mit den mili­tärischen Stellen aus dem Wege gehen. Eine solche Regelung entspricht aber in keiner Weise dem, was Deutschland aus politischen Gründen verlangen muß. Fast alle Parteien Deutschlands vereinigen sich in dem Verlangen, daß die deutsche Regierung vollste Genugtuung von der sranzösischen Regierung ver- langen muß.

Mstts ÄrrßNlsMZrrsser an &$$?«&.

zu natürlich, daß auch ihm, dem Volke, die frohe Weihnachtsbotschaft gilt. De nicht damit getan, daß man sich von

B e r l i n, 23. Dez. DasB. T." will wissen, daß Botschafter v. Hoesch nach seinem Besuch bei Berthelot von den zuständigen Stellen der Reichs-

Desbolb ist es regierung angewiesen worden sei, bei der französi- Besyalv ist es «ch^ Regierung in dem Sinne vorstellig zu werden, "V' c ------. 1' datz sie im Falle Rouzier einen Modus finden möge,

Weihnachtszauber, der von dem Kerzenlicht der der berechtigten Enlrüstung in Deutschland im ausgefjt, einspinnen läßt und darüber unser Sinne einer Genugtuung Rechnung frage. Die Rvlk vergißt. Freilich wird man bei einem Reichsregierung selbst habe keine' Vorschläge ge- solch nachdenklichen Feiern auf viel U n f e st - macht, weil sie die Auffassung vertrete, daß es Sache Hebes stoßen, das man aber erkennen Frankreichs sein müsse, eine Lösung ju finden, die muß, wenn es beseitigt und die Engelsverkün-f -ine Wiedergutmachung hinauslaufe.

llen Heldenmut auch dieser furchtbare spruch von Landau und seine Folgen als neue Opfer für das deutsche Volk aufgefatzl. Einmal wird der Tag der Gerechtigkeit und Freiheit auch für das besetzte Gebiet beginnen. Lange kann diese Leidens- zeit nicht mehr dauern.

Möge das Urfeil von Landau der Welt zum Be­wußtsein bringen, was es für ein Kulturvolk be­deutet, beinahe ein Jahrzehnt unter der Herrs ^ift fremden Militärs zu leiden. Möge bald der Tag der Freiheit und des Friedens auch für die Pfalz kom­men. In Dort und Tat dafür zu wirken, wird vor- nehmste Aufgabe der bayerischen Regierung sein. Mögen die Welhuachtsglocken für unsere Pfalz den Beginn einer neuen Zeit wahrer Befriedung und wahrer Freiheit verkünden!

Das ist mein sehnlichster Weihnachtswunsch für unsere liebe Pfalz.

Ms iszkalmrfKe pvoteftakt!on.

^gunaFriede auf Erden und den Mensch-n ein Wohlgefallen" auch im politischen Leben unseres Volkes wahr werden soll. wärkigen Amt und dem Ministerium für die beseh.

Wie sieht es nun mit der politischen Weih- ken Gebiete über die weiteren Schritte tu der Ange- nachtsbilanz aus? Wir wollen keinen langen legenheit des Landauer Sriegsgerichtsurteils statk- Rückblick halten, sondern unsern Blick auf die gesunden. Mik dem deutschen Botschafter In Paris, Gegenwart beschränken. Und dieser genügt, "?n Hoesch, besteht eine ständige drahtliche Fühlung.

Wie die Blätter melden, haben gestern den gan­zen Tag über Besprechungen zwischen dem Aus- wärtigen Amt und dem Ministerium für die beseh-

nachtsbilanz aus? Wir wollen keinen langen legenheit

âckblick halten, sondern unsern Blick auf die gesunden. ------ .-------- ..._.._,

Gegenwart beschränken. Und dieser genügt °°n Zoesch, besteht eine ständige drahtliche Fühlung. 'M zu erkennen, daß wir, politisch betrachtet, ^L^fe

^ ®eifm,i*?ei^ ber Gnget scbw-rlich nj$f nur mlt Briand und Poincarè, sondern auch ähnachtsknlanz ziehen können. Wie m mit dem Kriegsminister painlevs und der französi- ^" letzten beiden Jahren so befindet sich scheu Heeresleitung, um dem Standpunkt der deut- -veutschland auch Heuer wieder um die Weih- schen Regierung, der zugleich der Standpunkt der

nachtszeit in den Krallen einer schlimmen Krisis, vielleicht der schlimmsten, die es inner-

leeresleitung, um dem Standpunkt der deut- tegierung, der zugleich der Standpunkt der gesamten öffentlichen Meinung ist, nachdrücklich zu vertreten. Wie die Blätter schreiben, erwartet man

Beim Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands traf gestern abend folgendes Tele­gramm aus Paris ein, als Antwort auf das Tele­gramm, das Tags zuvor von den deutschen Sozial­demokraten Müller Wels und Erispien an den fron-

gramm, das Tags zuvor von den deutschen Sozial­demokraten Müller Wels und Erispien an den fran­zösischen Parteivorstand gerichtet worden war:

Wir haben die Intervention sofort eingeleitet und haben gute Hoffnungen auf einen Erfolg, gez. Paul Faure, Leon Blum.

. , Genf und

Thoiry gewechselt hat, mit dem ungestraften Niederschießen von Deutschen durch französische Militärs vereinbaren? Nein! Solange dieser nstand herrscht, bleibt die Zeit friedlos und alle angesponnenen Fäden einer deutsch-fran­zösischen Verständigung müssen zerreißen. Da wir aber den Frieden ehrlich erstreben, ist es nötig, daß die französische Regierung aus dem Vorkommnis in Germersheim und dem Landauer Fehlurteil die Konsequenzen zieht und dem Besetzungsregime am Rhein ein sofortiges Ende bereitet. Solange die Besetzung nicht be­seitigt ist, kann Europa des wahren Friedens nicht teilhaftig werden, da derartige Vorkomm­nisse sich immer wiederholen werden. Vielleicht wird durch den bevorstehenden Schritt der deutschen Regierung der Stein ins Rollen ge- bracht. Lehnt es Frankreich ab, auf die deutsche Forderung: Zurückziehung des Defetzungsregi- mes einzugehen und das schreiende Unrecht von Landau einigermaßen wieder gut zu machen, dann allerdings ist die angebahnte Verständigungspolitik gefährdet und Deutsch.

ein LMnMevvat.

P°litssch je durchgemacht hat. Wenige Tage |"®S ^^ SlÄÄ ^t das Minderheitskabinett der tt^ö^ S vereinigte Oppositionsmehrbelt bringen, einmal durch Annullierung der über die Deut

v-gurzt worden und das Reichsschiff, das seit, Deutschen verhängten Strafen, dann aber auch durch »erb

Mr, und Tag auf klippenreicher Fahrt sich die Bestrafung des Unterleutnants Rouzler auf Zwij

findet, hat damit feine Führung eingebüßt, disziplinarischem Wege geschehen. Jedenfalls wird, glaul Reichstag ist unmittelbar nack dieser Tat,f° betonen die Blatter, von der Erledigung der An- big

in M. unmuiewar nach Dreier ^ar. . ;df sehr viel für die weitere Gestaltung der gen

deutsch-französischen Beziehungen in dem von Brl- gi,. and und Stresemann angestrebten Sinne abhängen.

Paris, 24. Dez. Heute vormittag findet ein Ministerrat statt. Nach demMatin" soll er sich mit der Frage der Urteils von Landau beschäftigen. General Guillaumot hält sich in Paris auf und hat in der gleichen Frage mit Briand und Painleoè verhandelt. DerMatin" glaubt, ferner berichten zu können, daß Botschafter v. Hoesch gestern nach 7 Uhr Painlevs einen privaten Besuch abgestattet hat. Man weiß, so schreibt derMatin", daß v. Hoesch alles ! getan hat, um zu einer Annäherung Frankreichs an I Deutschland zu gelangen. Heute will er offenbar ' verhandeln, damit dieses Werk nicht wegen eines ~ 'schenfolls in Frage gestellt wird. DerMatin" itaubt, daß General Guillaumot eine Beg na-

»olitik gefährdet und Deutsch- diesem Verhalten die Konse­quenzen ziehen müssen.

Das sind einige Züge, wie sich die Weih- nachtsbilanz von 1926 für unser Volk darstellt. Weder inner- noch außenpolitisch hält sie der Engelsbotschaft stand. Dennoch liegt kein Grund vor, zu verzweifeln, vor allem dann

land wird aus

i* m «/v H Ml unmineiuar nacy

Ferien gegangen, begleitet vor .Wünschen für ein frohes Fest und

Mr des Präsidenten, ohne zu wissen, welche Leute die Führung des Reichsschiffes »vernehmen sollen. Was sind das für »'^."^erllche Zustände! Wenn man eine .S'ewng stürzt, muß man da nicht so-

Derantwortlichkeitsgefühl und Pfticbt «fort ein neues Kabinett zu schaffen? sHkâ" -Volksvertretung denkt anders. Sie siT ^'^En Kladderadatsch herbei und begibt .ungeachtet der schädlichen Folgen Gewi? e^ch^ und seine Bürger, in die Ferien. Senols^gegeben werden, daß unter den Verhältnissen eine sofortige tS^ Kabinetts auf große Schwie- di« m^ gestoßen wäre, doch diese haben sich km.»« , durch ihre grundsätzliche Fest-

0 uuf die Große Koalition oder die

von den

neues

gung der Verurteilten vorgeschla - e n hat, die wahrscheinlich am Weihnachtstag aus­gesprochen wird.

Weimarer Koalition selbst bereitet. Unter solchen Umständen wird es auch im neuen Jahre schwierig sein, eine Regierung zustande zubringen. Hier ist Wandel dringend von­nöten. Viele erhoffen ihn, doch wir können den Glauben nicht aufbringen, daß sich unsere Parteien während der Weihnachtsferien zu der Erkenntnis durchringen werden, daß es sich nicht um ein Regime für oder gegen eine Par­tei handelt, sondern um das Regime für das deutsche Volk. Unser Volk ist auch um die dies­jährige Weihnachtszeit wieder zerrissen und wir haben alle Ursache, uns recht eindringlich zum Bewußtsein zu bringen, woran der Jam­mer unserer inneren DerhäUmsse zum großen

Teil liegt. Daran, daß wir auch in der Zeit schwerer innerer Not nicht zusammenhalten, fonbenr in Zank und Hader der Parteien feind­liche Lager bilden. Oder hat etwa die gegen­wärtige Krise eine andere Ursache? Hier muß eine Wendung eintreten. Die gegenseitige Befehdung der Parteien, zum mindesten der­jenigen, die in chren Zielen und Anschauungen wesensverwandt sind, muß ein Ende finden, damit eine starke autorative Mchrheitsregie- rung zustande kommen kann. Letztere ist das dringende Erfordernis. Ist sie im Rahmen der derzeitigen parlamentarischen Kräftever­hältnisse bezw. infolge des Doktrinarismus unserer politischen Parteien nicht zu erreicken,

nicht, wenn bas deutsche Volk das Weihnacht's- fest dazu benutzt, Einkehr zu halten. R. H.

Die rwetnlandkommrmonfovdevi die SlttSNefev««s von Mattbes

Mainz, 23. Dez. Wie hier bekannt wird, ist am Grund des Rheilandabkammens von der Rhein- landkommsssion ein offizieller Antrag an die deutsche Regierung gestellt worden, den nunmehr durch das Landauer Kriegsgerichtsurteil zu zwei Jahren Ge- fängnis verurteilten deutschen Staatsangehörigen Joseph Matthes auszuliefern. Matthes, der be­kanntlich bereits feit den Septembervorfällen in Germersheim in einer Heidelberger Klinik schwer krank darniederliegt, ist als nicht transport­fähig befunden worden, sodaß an eine Auslieferung vorläufig nicht zu den­ken ist. Nach dem Rheinlandabkommen, das jo von Deutschland auf Grund des Versailler Vertrages angenommen werden mußte, ist die deutsche Regie­rung verpflichtet, einem derartigen Auslieferungs- Verfahren stattzugeben.

Zu dieser Meldung können wir auf Grund unse­rer Erkundigungen an zuständiger Stelle folgendes feststellen: Das Auslieferungsersuchen gegen Matthes ist nicht erst >etzt auf Grund des Landauer Urteils, sondern schon vor vier Wochen aus Grund der gegen ihn erhobenen An- klage gemäß Artikel 4 des Rheinland­abkommens durch ein Schreiben des französi­schen Oberkommissars an den Reichskommiffar für die besetzten rheinischen Gebiete vom 26. November -gestellt mnrhen. Das Aurlieierunaseriuchen ist 4t*