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General Ämeiger für

nzriger

Aauau «Stadt und Laud

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1926

Das iMte.

Botschafter v. Hoesch hat gestern in Paris Einen Schritt wegen des Landauer Urteils unter- nommen, ebenso hat der Reichskommissar für die i besetzten Gebiete bei der RheinlandkommissioN Vor- : stèllungen erhoben.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat mit Rücksicht auf die politische Lage seine vorgesehene längere Erholungsreise aufgegeben.

Im Reichsrat wurde gestern der Entwurf des i RèichshaushaUsp'anes für 1927 beraten.

Dr. Luther sprach gestern bei dem Empfang f im Bremer Rathaus über seine südamerikanischen f Eindrücke.

Deutsche «Schritte im Satt

Rouzier.

Paris, 22. Dez. Wie wir hören Hal der deutsche Botschafter in Paris, Herr v. Hoesch, bereits heute morgen einen Schritt im Quai d'Orsay unter­nommen, um die Aufmerksamkeit der französischen Regierung auf die ungewöhnliche Erregung zu len­ken. die das Landauer Knegsgerichlsurteil in Deutschland ausgclöst hat. Herr v. Hoesch hat bei den zuständigen französischen Stellen keinen Zweifel darüber gelassen, daß i '

elementarste Ri

GWiwKhev - sÄev.

Seit Locarno mühen sich die Außenminister Deutschland, Frankreichs und Englands um die Herbeiführung eines friedlichen Ausgleichs zwischen Frankreich und Deutschland. Ihre Be­mühungen stoßen auf mannigfaltige Schwie­rigkeiten, doch man braucht die Hoffnung nicht

. nur eine Aushebung des das elementarste Rechtsempfinden des deutschen Volkes verletzenden F e h l s p r u ch s in der Lage sei, ernsthafte Rückwirkungen auf die für die Fortführung der Politik von Locarno notwendige Atmosphäre der Entspannung zu verhindern.

Aus Koblenz wird gemeldet: Der Reichs­kommissar für die besetzten Gebiete. Botschafter

lebensgefährlicher Weise. Jeder, der der Beweisauf­nahme vor dem französischen Gericht folgt, sah die Schuld klar hervortreten. Trotzdem dieser Freispruch, der der Gerechtigkeit Hohn spricht.

Diese Verhältnisse sind einfach untragbar. Wenn bas Leben der Einwohner dem Kriegsgericht so leicht wiegt, so fühlt sich die Bevölkerung in einem Zustand der Rechtlosigkeit, der im schrei­endsten Gegensatz steht zu den Bemühungen, eine Rechtsordnung des Friedens zwischen Deutschland und Frankreich zu schaffen. 3m gan­zen Volke können solche unbegreiflichen Vor­kommnisse nur als ein Schlag gegen die Ver­ständigungspolitik wirken.

Unser Mitgefühl wendet sich den schwergeprüften Volksgenossen am Rhein zu. Wir wollen mit allen

Freiherr Langwerth v. Simmern, hat heute Vollsgenogen am intjetn zu. Wir wouen mir auen dem Stellvertreter des hiesigen französischen Über-Kräften helfen und alles tun, um tn diesem ein» kommandos gegenüber die Erregung der Bevölke- Zelnen Falle dem Recht zum Sieg zu verhelfen. Ww runa des besetzten Gebietes über das Urteil von Landau zum Ausdruck gebracht und die Besorgnis ausgesprochen, daß dieses Urteil die von den Locarnomächten verfolgte Poli­tik der Verständigung und Befriedung in be­klagenswerter Weise beeinträchtigen könnte. In gleichem Sinne hat sich der Reichskommissar

; telegraphisch an den in Paris weilenden P äsidenten

zu verlieren, solange von allen Beteiligten das Ziel der Verständigung bei allen politischen Schritten im Auge behalten wird. Da treten die französische Soldateska und die französische

den Plan, den Revolver und . telegraphisch an ben in Paris weilenden p äsidenten

-n ver Hand und, wie es scheint, b« interalliierten Rheinlandèommission Tirard enljch!c,,en, durch die Rechnung der Staats- gewandt.

männer einen dicken Strich zu machen.

wollen aber darüber hinaus gegen ein System kämpfen, dem ein solches Fehlurteil entsprungen ist. Alle Deutschen müssen aus dem Landauer Urteil die Lehre ziehen, daß wir keine dringendere Aufgabe haben, als die, unserem Volke am Rhein bie Frei­heit und dem deutschen Staate dis Souveränität in diesem Gebiete wieder zu erringen. Diesen Appell richte ich an das ganze deutsche Volk. So lange die Besatzung auf deutschem Boden anbauert. ist immer die Gefahr für solche bedauerlichen Ereignisse gege-

Es wäre bisher noch sehr, sehr verfrüht ge­wesen, von dem Anbruch einer neuen Aera zu

GNsmnrms zwiMssr WesSkn

und Nasrs.

we,en, von oem lanbrua) einer neuen Aera zu

sprechen. Immerhin ist unbestreitbar, daß der Stresemann gibt den Plan einer längeren Er- i Holungsreise auf.

ben, die die schärfste Bedrohung der Verständigungs­politik bedeuten. Unerläßliche Voraussetzung für die ersprießliche Fortführung dieser Verständigungs­politik ist das Bewußtsein einer gesicherten Recht­sprechung.

__! Berlin, 22. Dez. Der Reichsaußenminister Dr, eblieben. In Stresemann ist heute wieder in Berlin einge-

Kurs der französischen AußenpoMtik sich geân- . dert hat. Der Geist der französischen Besatz- unesermee aber ist »älkia wleicb geblieben. In

olungsreise vorläufig aüfzugeben. Diese

Wir erwarten, daß die berufenen französischen Instanzen gerade im Landauer Fall alles tun, um das begangene Unrecht wieder gut zu machen. Die

Arbeitern das Leben kostete. Zum Protest gegen die französische Besetzung wurde der Be­trieb geschlossen. Der Befehlshaber der Besatz- ungstruppe glaubte sich von den friedlichen Ar-

Dr. Stresemanns hängt ohne Zweifel in erster B (^ Linie damit zusammen, daß mit dem Landauer Ur« ,e® 9'

wie zu den schlimmsten Zeiten Poincarès. Das ist die Anklage, die sich aus dem Prozeß von Landau gegen Briand erhebt, das ist der Tat­bestand, der Briand keine andere Wahl läßt, als nunmehr schleunigst das bisher Versäumte nachzuholen und dem Rheinlands Freiheit und Frieden zurückzugeben oder im Kampfe mit dem französischen Militarismus seine eigene Niederlage und das Ende feiner Verstau- digungsaktion einzugestehen.

Wir halten es für selbstverständlich, daß auch von französischer Seite das Mittel der Re­vision mit allem Nachdruck angewendet wird, um das Schandurteil von Landau rückgängig zu machen. Die Vorstellungen, die von der Re­gierung in Koblenz bei der Rheinlandkommis­sion und in Paris im Auswärtigen Amt er­hoben worden sind, werden nicht verfehlt ha.

ben, der französischen Regierung den Ernst der Lage klar zu machen. Freilich sieht dahin, ob mit dieser Revi ion ewas zu erzielen ist. Sie kann nur ausge prochen werden, wenn formale Prozeßführung Vorlieben oder wenn nicht alle gesetzlichen Vorschriften zu­gunsten des Angeklagten, d. h. also des Ange­klagten Rouzier beobachtet worden sind. Aber gerade weil der Erfolg unsicher ist, müssen wir mehr verlangen, müssen wir verlan­gen, daß die französische Solda­teska vom deutschen Boden ver-

Vergehen der

schwindet. Nur dann ist die friedliche deutsche Bevölkerung im Rheinland« gesichert, nur dann hat die Verständigungspoliik Aus­sicht auf Erfolg. Für Briand gibt es nur noch dieses Entweder Oder.

Luthees Giudvütke in Süd- amsviVa.

WWWMWWMPWM^ Uffa-asi

Vorkommnisse bietet Öle alsbaldige Beseitigung der stunden mit dem Lloyddampfer , Serra Bentana

in

Bremerhaven ein. Da das Schiff die Quarantäne

teil eine ernste politische Spannung zwischen Berlin und Paris entstanden ist. Man zweifelt hier nicht daran, daß hinter dem Landauer Schandurteil

BsamSMOs ViSLSssfirmmerr.

Varis. 22. Dez. DerT e m p s'

nimmt das

beitern hehrrfrt" imh liefe auf f e fliesten ^ ylmer oem itanoauer L-cyandurtell Paris, W. Dez. DerDemps nlmmi oas

- s Herr Poincarè tn Person steht und die Frage, ob Urteil des Kriegsgerichtes in Schutz

ging selb<weritanblid) frei aus. Auf deutscher ^as französische Kabinett abrücken wird oder nicht,) und sucht seine Beweisführung dadurch zu betraf« Seite ober mußte man den Vorfall nicht nur dürfte eine Machtfrage zwischen Poincarâ und tigen, daß es deutsche Staatsangehörige schmäht, mit Todesopfern bezahlen, fondern auch mit Briand sein. Wenn der französische Ministerrat im Das Blatt schreibt, man habe wohl das Recht, seine Zuchthausstrafen, die Über den Vertreter der Falle Rouzier nicht scharf durchgreift, so dürfte auch Richter zu beschimpfen, aber nicht das Recht, sie zu Firma Krupp und andere Großindustrielle ver- ?°m , Standpunkt ^des. Auswärtigen Amtes die hängt wurden. Unterscheiden sich die Vorfälle Don Germersheim und das gerichtliche Nach­spiel in Landau irgendwie von jenem Mutigen Zwischenfall und ~ dem Justizmord, der ihm

,.. _______ auch Richter zu beschimpfen, aber nicht das Recht, sie zu

Auswärtigen Amtes die verleumden. Trotz der wirklichen oder vorgetäuschten deutsch-französische Verständigungspolitik schwer ge- Entrüstung der deutschen öffentlichen Meinung er» fâhrdet sein. schienen jedem nicht voreingenommenen Beurteiler

folgte? Sehen wir nicht auch diesmal wieder, wie ein hemmungsloser Vertreter der franzö­sischen Soldateska deutsche Menschenleben grundlos aus tollem Uebermut vernichtet und

Ovstsft des deuLWen Gszkal demssvatis.

schienen jedem nicht voreingenommenen Beurteiler die Verhandllungen in Landau als gerecht geführt. Alle Zeugen seien zu Worte gekommen. Die Vertei­digung habe sich frei auswirken können. Die An-

! wie die französische Militärjustiz schützend ihre Hand über ihn hält, während die deutschen Opfer dieses Schießhelden mit Gefängnis be­straft werden? Empfinden wir nicht auch dies­mal wieder mit brennenden Wangen tiefe Em­pörung, daß solch schreiendes Unrecht verübt werden kann und tiefe Scham, daß wir das Unrecht auf deutschem Boden wehrlos dulden

i müssen? Weckt dieser Urteilsspruch von Landau i nicht wieder das erbitternde Bewußtsein, daß ; der deutschen Staatshoheit noch immer die i Hande mit schweren Ketten gefesselt sind und daß jedes französische Militärgericht ihr einen schweren Schlag versetzen kann, wenn es ihm beliebt? Das ist noch ganz die alte Befatzungs- ichmach, noch ganz der alte Geist, der sich vor £ bCr ^^getobt Hall Von ^ Dr. Stresemann empfangen, ber den

., Wehen einer neuen Zeit hat man auch jer auf bie allgemeine Entrüstung des beutfi wcht einen Hauch verspürt. r u

Wenn man das *

'âân damit eine scharfe Anklage gegen die , stânzösifche Politik. Alle Welt war Zeuge, als

Briand in Genf mit dem vollen Pathos feines politischen^ Temperaments nach dem Einzuge

Berlin, 22. Dez. Der Vorstand der Sozialdemo- tlagebehorde, die gegen Rouzier eine leichte Verur- tischen Partei Deutschlands hat lautVorwärts" teilung gefordert habe, habe die gleiche Mäßigung - - den deutschen Angeklagten gezeigt. In Deutschland

rufe man auch die Locarnopolitik an. DerTemps"

kratifchen Partei Deutsch! , , ______ __________

heute mittag an den Vorstand der franözsischen So­zialistischen Partei nachstehendes Telegramm ge- richtet: Das Landauer Kriegsgerichtsurteil erzeugt in ganz Deutschland tiefe Entrüstung, nach unserer Ueberzeugung mit vollem Recht. Der Frei- .. . sprach Rouziers und die gleichzeitige Verurteilung getan habe, um dort einen gewissen feindlichen Zu­ber deutschen Angeklagten, darunter aktiver Repu- stand zu entwickeln. Sei es nicht wahr, daß das blikaner, sind geeignet, der deutsch-sranzösischen Reich keine Gelegenheit habe vorübergehen lassen, Entspannung entgegen zu wirken, die von den Re- um gegen die Be,etzung zu protestieren oder mehr gierungen und von der Mehrheit beider Völker er« ober weniger offen die Bevölkerung in eine Art strebt wird. Wir ersuchen Euch, unverzüglich bei der * französischen Regierung vorstellig zu werden, um mindestens aus Anlaß des Weihnachtsfestes die so- fartige Enthaftung der Verurteilten zu erwirken, unbeschadet der notwendigen Revision des Urteils.

gez. Müller, Wels, Crispien.

will dieses Problem nicht vergiften, bemerkt aber,

daß, wenn ein Menschenleben im Rheinland zum Opfer gefallen ist, der deutsche Nationalismus alles

heiligen Krieg zu treiben, um damit die Aufgabe der

Dev fvauzsKMs Notsibafiev bei Sivesemattn.

Wi derVorwärts" meldet, wurde der franzö­sische Botschafter in Berlin, de Margerie, gestern von Dr. Stresemann empfangen, der den Botschaf- . .. ter auf die allgemeine Entrüstung des deutschen Vol-

purt. I kes über das Landauer Urteil und auf die sich hier-

>eute feststellt, so nchtet aus ergebenden Gefahren für die Verständigungs-

-- ---- ----- ^:- Politik aufmerksam machte.

französischen Soldaten so schwer wie möglich zu machen. Die französischen Militärrichter hätten in voller Unabhängigkeit in einer sehr heiklen Sache ein Urteil gefällt? Man könne nicht verhindern, jenen, die sich bei dieser Geegenheit bemühen, gegen Frankreich die öffentliche Meinung Deutschlands zu entfesseln, zu erwidern, daß die Politik von Locarno in ihrer grundsätzlichen Bedeutung und ihren Wirk- sicherlich nicht von

Die einzige Gichevuns - Besei­tigung dev Besatzung r

ungen, konterkarrikiert fei, was i diesseits des Rheines komme.

I Während die übrigen Abendblätter ebenso wie , die Morgenblätter beredt schweigen, weil sie offen­bar nicht das gleiche Kunststück vollbringen wollen, wie es derTemps" heute abend dadurch vollbracht hat, daß er dem deutschen Volke die ungerechtesten Vorwürfe macht, tadest als einziges Abendblatt der lnksradikaleLe S o i r" das Urtel von Landau, in«

ltschen Delegation in den Völkerbunds- Worte ausrief: ZurückdieKano» ^», Platz für den Frieden! Wir werfen Briand nicht vor, daß er es damals un- ryrlich gemeint hat, oder daß er heute ein Geg- oer ber Verständigungspolitik geworden sei. ^oer wir werfen ihm vor, daß er es nicht ver- standen hat, feinen damaligen Worten im eigs- -anbe Geltung zu verschaffen, daß noch yeute die Kanonen Frankreichs auf deutschem oben stehen und dem Frieden den Platz ver- Lp.ren' daß französische Mörderhand auch nm» n°$ unter der friedlichen deutschen Be- ^'^ung wüten kann, ohne daß ihre Ver- n Sühne finden. Briand hat noch vor zcm behauptet, die deutschen Rheinlar

Berlin, 22. Dez. Der Reichsminister für die be-

dem er schreibt, es werde nicht dazu beitragen, Eu­ropa zu befrieden. Das Blatt erklärt, es fei charakte-

laal die

Ken Gebiete Dr. Bell gab einem Vertreter des . ristifch, daß der Rechtskommissar es für seine Pflicht lffschen Telegraphenbüros gegenüber folgende gehalten habe, sich gegen die Entspannung in, den Erklärung über das französische Kriegsgerichtsurteil deutsch-französischen Beziehungen zu wenden. Ein in Landau ab. Riis Empörung und Entrüstung hat Kriegsgericht könne begreiflich die Dinge nur unter das gesamte deutsche Volk das unerhörte Fehlurteil militärischen Gesichtspunkten beurteilen. Dieses des französischen Kriegsgerichts in Landau oernom- Kriegsgericht habe die Entstellung zu weit getrieben men. Rouzier ist freigesprochen. Deutsche Bürger sind unb es werde ohne Zweifel immer eine unheilvolle zu schweren Gesângnlsstrasen verurteilt, unter diesen Rolle im Hinblick auf die Entspannung in Europa auch ein Mann, der in einer Heidelberger Klinik an spielen dadurch, daß es immer ein Kriegsziel ver- den Schüssen von Rouzier schwep krank darnieder-! folge, und das sieben Jahre nach dem Waffenstill- liegt und nun in einem, unserem Rechtsempfinden! stand! In allen Zll ins Gesicht schlagenden Abwesenheiitsverfahren zwei, Idris'* '

Jahre Gefängnis erhielt. j mer

Rouzier hat einen deutschen Bürger getötet unb," * , zwei andere Deutsche durch Schüsse verletzt, einen In 1 zu können.

billigen zu wenden. Ein

Waffenstill-

.......... Zeiten der Geschichte habe die mili- ische Besetzusig ähnliche Fälle wie den. von Ger- j mersheim zur Folge gehabt. Man müsse auf die I Ursachen zurückgreifen, um die Wirkung beurteilen

rzem behauptet, die deutschen Rheinlandfor- rungen seien bis auf eine einzige den Ab- 618 der Besatzung erfüllt und im Rheinland

herrsche ein herzliches Verhältnis zwischen der Lügen und beweist, daß das Joch der Besatz- Truppe und der deutschen Bevölkerung. Der ung heute noch genau so schwer und schmerz- Prozeß von Landau straft diese Behauptung hakt auf den Nacken des Rheinlandes drückt

passieren mußte, fand bie Begrüßung erst heute morgen vor der Abfahrt des Lloydzuges nach Bre­men statt. Dazu war außer den Kindern Dr. Luthers u. a. Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Geheimrat Stimming, Reichskanzler a. D. Cuno, sowie eine Anzahl von Pressevertretern erschienen. In der Unterhaltung mit diesen lehnte es Dr. Luther auf das entschiedenste ab, sich zu der derzeitigen Regierungskrise zu äußern. Um so leb­hafter und eingehender erzählte er aber von den Eindrücken, die er in Südamerika empfangen habe. In vielen Staaten sei er als E h r e n g a st begrüßt und behandelt worden. Von irgendwelcher Ani- m o s i t ä t bekam der frühere deutsche Kanzler auch nicht das geringste zu spüren. Er wurde viel­mehr überall von der Bevölkerung und den Deut- toen auf das herzlichst'« ausgenommen. Von der Treue und Anhänglichkeit, die die teilweise schon seit Jahrzehnten in Südamerika lebenden Deutschen ihrer alten Heimat gegenüber auch heute noch be­wahren, sprach Dr. Luther mit wärmster Aner­

kennung.

Den Ausfuhrmöglichkeiten der deut­schen Industrie nach Südamerika glaubt Dr. Luther ein durchaus günstiges Horoskop stellen zu können. Das gilt insbesondere von den E:

Erwartungen, die der deutsche Flugzeugbau an den Aufenthalt Dr. Luthers in Südamerika knüpfte. Die Reise von der

Küste nach der kolumbanischen Hauptstadt sowie das «chlußstück der ganzen Reihe, der Weg von Buenos Aires nach Rio de Janeiro, wurde mit deutschen Flugzeugen zurückgelegt, die sich in jeder Beziehung tadellos bewährt haben. Heute ist Dr. Luther, der in Bremen bei Geheimrat Stimming wohnt, Gast des Bremer Senates. Morgen wird sich Dr.

Luther mit einem Flugzeug nach Berlin begeben.

Bremen, 22. Dze. Bei dem Frühstück zu Ehren des Reichskanzlers a. D. Dr. Luther auf bi

iem Rat-

Hause begrüßte der Präsident des Senates Bürger, meister Dr. D o n a n d t den Reichskanzler a. D. Luther und betonte, daß die Reife Dr. Luthers und der Eindruck feiner Persönlichkeit in den Ländern Südamerikas weiter wirken und für Deutschands wirtschaftliche und politische Entwicklung von große- Bedeutung sein werde.

Hierauf dankte Dr. Luther für den gastlicher Empfang und führte u. a. aus: In Bremen gilt das alte Wort: Navigare necesse est. vioerenon est necesse! Dieses Naoigare est ist mir stärker als je zum Be- wußtsein gekommen und ich glaube, es geht mit der deutschen Seefahrt selbst für den schlichten und ein­fachen Beobachter so tatkräftig und wirkungsvoll joran, daß man die neuesten Entschlüsse des Nord deutschen Loyd, die von festem Vertrauen in die Zu­kunft zeugen, völlig in sich aufzunehmen vermag. Aber Seefahrt ist es ja nicht allein, und hier möchte ich dem alten Bremer Spruch zwar nicht wider- sprechen, ihm aber eine weitere Ausdeutung geben: Zum Navigare gehört vivere und zwar das über See. Unsere Seefahrt wird dadurch getragen, daß die deutsche Wirtschaft feste Anknüpfungspunkte ge­sucht und gefunden hat. Wenn meine Reise einen allgemeinen Zweck in bescheidenen Grenzen gehabt hat, so mag es der sein, daß bei allen Gelegenheiten, die mir auf dieser Reise geboten waren, sich die fremden Regierungen, wie auch in weitem Ausmaß« andere Kreise der Staaten Südamerikas in deut­licher Weil» xu freundschaftlichen Beziehungen zu