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HanaueMnzeigev

WVGeneral Ätyeiger fig^ry^mimi Giadt und Land

Land

ürscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM.1.-> für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, ®am«tag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Osfertengebühr 50 R-Pfg.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. - Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Jürplahvorschrift u.Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956, 3957,3958

y. Derembes

«EL

Das «eveste.

— In Genf verhandelten die Juristen über einen Entwurf bezüglich der Völkerbundskontrolle. Wie es heißt, soll bei diesen Verhandlungen eine Einigung erzielt worden sein.

— Das „Journal" meldet, daß Deutschland eine Kontrolle in der entmilitarisierten Zone gegen so­fortige Räumung des Rheinlandes zugestehen wolle.

— Der Völkèrhundsrat hat beschlossen, die Welt- wirtschastskonferenz am 4. Mai 1927 in Gens ab­zuhalten.

— Der Reichskanzler hatte gestern mit sozial­demokratischen Führern eine Besprechung über die Koalitionsfrage.

M« Dinge in Genf.

Die LuMien an dev Avbett. - Doe einer Einigung in dev Svage dev Miiitâvkontvolle 2 - Deutsche JugeftanvuMe 2

In Genf ist seit Mittwoch dasselbe Schauspiel im Gange, das man während der Konferenz von Locarno tagelang genießen konnte: Die juristischen Sachverständigen Gaus, Cecil Hurst und Fro- ' sitzen beieinander und suchen die Grundlage Vereinbarungsformel zu finden. Es handelt ich dabei um den Versuch, mit dem Investigations-

mageot für eine

Aufrechterhaltung des Transferschutzes eine unbedingte Notwendigkeit.

Abvüsttmsssvass« vov dem OSWevlmndsvat.

Das zweite LEungsrahv.

Ler Bericht, den der Generalagent Parker Gilbert der Reparationskommission über das am 31. August abgelausene zweite Leistungs­jahr nach dem sogenanten Dawesplan erstattet hat, ist der Oeffentlichkeit in dem englischen Originaltext zugänglich gemacht worden. Die deutsche Uebersetzung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Bericht ist eingehendes Studium wert. Er stellt das Material, das für die Beurteilung der finanziellen und wirtschaft­lichen Lage Deutfchlands in Betracht kommt, mit großer Sorgfalt und in großer Reichhaltig­keit zusammen. Die Schlüsse, die der General­agent daraus zieht, sind auf jeden Fall bemer­kenswert, mögen sie auch stellenweise etwas optimistisch gefärbt sein.

Der Generalagent spricht in seiner Schluß­betrachtung die Ueberzeugung aus, daß der erreicht worden ist. Die Entscheidung ist-seiner Ansicht nach zu TunMrëines friedfertigen Wiederaufbaues ge­fallen, nicht nur soweit Deutschland, sondern soweit Europa in Betracht kommt. Er scheint auch sicher damit zu rechnen, daß die Leistun­gen Deutschlands sich im dritten, zur Zeit lau­fenden Reparationsjahr ebenso glatt vollziehen 'werden wie im zweiten und ersten. Dabei kann man ruhig anerkennen, daß er nicht den Ge­richtsvollzieher spielen, sondern mit der deut­

Protokoll in irgend einer Form ins Reine zu kom­men. Es ist selbstverständlich, daß das nur geschehen kann, wenn man den deutschen Forderungen Rech­nung trägt. Wenn in einem Teil der Presse davon die Rede ist, daß die deutsche Delegation bereit sei, ein „faules Kompromiß" zu schließen, so kann eine solche Behauptung den aus Genf vorliegenden zu­verlässigen Berichten in keiner Weise standhalten.

Die erste deutsche Forderung geht dahin, daß die Militärkontrollkommission ganz unabhängig vom Völkerbund zurückgezogen werden muß, sobald die

vertraglichen Voraussetzungen mit der Durchführung der deutschen Abrüstung gegeben sind. Aus diesem Grunde können wir uns nicht mit einer Lösung einverstanden erklären, die die Abberufung der Mi­litärkontrollkommission an die Vorbedingung einer künftigen Verständigung über die Jnvestigationsfrage knüpft. Ein solcher Zusammenhang widerspricht un­serer Auffassung. Vielleicht wird die Botschafterkon­ferenz im Laufe des heutigen Tages einen Beschluß fassen. Tut sie es, so wird wahrscheinlich anerkannt werden, daß die Abrüstung bis auf vielleicht zwei Punkte durchgeführt ist. Diese zwei Punkte wird man dann wohl in Genf noch etwas diplomatisch

lens noch etwas diplomatisch zu verwerten versuchen. Aber es kann wohl keinem

müssen.

> Stündlein der Militär- t Hai und daß man das ms wird anerkennen

schen Regierung planmäßig zusammenarbeiten will. Wie er berichtet, sind im ersten und im zweiten Leistungsjahre allmonatlich Zahlungs­und Ablieferungsprogramme mit der deutschen Regierung vereinbart worden, und zwar auf der Grundlage des voraussichtlichen Steuer­ertrags. So soll auch im dritten Jahre verfah­ren werden. Der Generalagent will sich mit der deutschen Regierung bei"' im Laufe dieses Jahres träglich wie möglich auf nate verteilt werden. Ab

darüber verständigen, wie

Bleibt das sogenannte Jnvestigationsrecht des Völkerbundsrates und das Jnvestigationsprotokoll. Daß man sich bei der Entscheidung über die Militär- kontrollkommission an diese Jnvestigationsfrage bin­det, wird, wie gesagt, von Deutschland nicht zuge­geben werden. Das hindert aber natürlich nicht, daß man in Genf den Versuch macht, über die Aus­legung und Anwendung des Artikels 213 des Ver­sailler Vertrages zu verhandeln. Deutschland hat sich hierzu schon vor Genf bereiterklärt und es braucht eine solche Verhandlung schon deshalb nicht zu scheuen, weil es eine sehr gute Stellung hat. Es hat nicht nur den klaren Sinn und T^-rtlaut des Artikels für sich, sondern auch die eng^be und ita­lienische Auffassung auf seiner Seite. Auch Belgien scheint mehr uns zuzuneigen als Frankreich.

Doe eines E^nisung 2

die Leistungen so er- . die verschiedenen Mo- — —------Aber so schonend man bei der Erhebung der Leistungen auch vorgehen mag, das Wesentliche bleibt doch, daß in dem Düsenden Leistungsjahr die Finanzkräfte Deutschlands noch mehr werden angespannt werden müssen, als in dem abgelaufenen zwei- i Wir haben in diesem Jahre insge­samt 1220 Millionen Goldmark aufgebracht. Das ist nur ein geringes mehr als die Hälfte vollen Jahresrate, die in wenigen Jahren sailig sein wird. Wenn in dem abgelaufenen ^stungsjahr alles glatt gegangen ist, so ist Aso damit noch lange nicht bewiesen, daß der Dawesplan wirklich unserer Leistungsfähigkeit ngepaßt ist. Darüber wird sich überhaupt erst u den nachen Jahren Klarheit ergeben.

^^ gegenwärtige Lage in Betracht mmt, beanspruchen die Feststellungen des eneralagenten über den deutschen Haushalt- "ber die deutsche Währung befände-

Genf, 8. Dez. Die heutigen formlosen Unter­haltungen der juristischen S a ch v e rst ä n d i- g e n über die Abänderung des Jnvestigationspro- tokolls und feine Ausführungsbestimmungen berech­tigen zu der Annahme, daß die Juristen zu einem Ergebnis kommen werden, das den deutschen Wünschen, wie sie im wesentlichen in der Note des Reichsministers des Aeußern vom Januar d. Js. formuliert sind, gerecht wird. Es steht fest, daß der Gedanke einer endgültig ausgeschaltet ist. In einb insbesondere hinsichtlich der nunmei, örtlichen ständigen Kontrollorgane in der entmili­tarisierten Rheinlandzone und in Bezug auf die ursprünglich den Jnvestigationskommissionen zuge­standene Exekutive ist bereits eine Einigung erzielt. Die juristischen Sachverständigen werden morgen ihre Besprechungen fortsetzen, um authentische und maßgebende Formulierungen über Ergänzungen und zur Auslegung dès Jnvestigationsprotokolls auszuarbeiten, über die dann formell bindender Ratsbeschluß herbeigeführt werden soll.

Paris, 9. Dez. Der Berliner Berichterstatter des „Journal" will berichten können, daß deutscherseits folgendes Kompromiß als möglich bezeichnet wurde: Deutschland gibt seine Zustimmung zur Einrichtung einer ständigen Kontrolle im Rheinland. Diese Kon­trolle wird bis 1935 dauern, also bis zu dem Zeit­punkt, als das Rheinland geräumt werden müßte. Deutschland wird durch wenigstens ein Mitglied in der Investigations-Kommission vertreten sein, deren Sitz nicht in Deutschland ist. Ihre Machtbefugnisse erstrecken sich nicht über das Rheinland und die ent­militarisierte Zone hinaus. Die Räumung des Rhein­landes muh 1927 vollzogen sein.

(Wir geben diese Meldung, die kurz vor Redak­tionsschluß bei uns einlief und für die eine Be­stätigung nicht mehr zu erlangen war, vorläufig mit allem Vorbehalt wieder. Bisher hat die Reichs­regierung mit Recht den Standpunkt vertreten, daß auf Grund des Versailler Vertrages eine dauernde oder periodisch wiederkehrende Kontrollhandlungen des Völkerbundsrates ebenso ausgeschlossen sind wie ständige Kontrollorgane in der Rheinlandzone. U. E. kann sich die deutsche Delegation nicht dazu verstehen, auf dem Wege eines Kompromisses von ihren ursprünglichen Forderungen etwas nachzu­lassen. D. Red.)

MaMsK aus dem tVese

Paris, 8, Dez, Der Generalsekretär der Bot- schafterkonferenz Masstgil wird heute abend aus Genf nach Baris mrückreisen und morgen vormittag hier eintreffen. Morgen nachmittag wird die Botschafterkonferenz zusammentre- t e n, um sich mit der Frage der Entwaffnung zu be­schäftigen, nachdem General Pawels seit Beginn der Woche wiederholt Besprechungen sowohl mit dem Generalsekretär der Botschafterkonferenz, als auch mit dem interalliierten Militärkomitee gehabt hat.

Der Sonderberichterstatter des „Journal des De- bats", der sich mit der Entwaffnungsfrage beschäf­tigt, äußert sich nicht optimistisch und erklärt, daß vielleicht auf Veranlassung der alliierten Minister­präsidenten noch gewisse Forderungen gestellt wer­den würden, auf die man nicht vorbereitet sei.

Ein anderer Berichterstatter des „Journal des Debats"' meldet aus Genf, daß vielleicht die Vot- schafterkonferenz nicht schon in den nächsten Tagen eine Lösung für die schwebenden Fragen finden werde, daß man jedoch glaube, daß die inter- allierte Kontrolle in Deutschland in der zweitenHälftedesn äcf)stenIahres (?! auf gehoben werden könne.

NswesMunsen über das Gaavsebiet.

Genf, 8. Dez. In der Frage der vom Saargebiet

Gens, 8. Dez. Der Völkerbundsrat hat heute nach­mittag 4 Uhr eine offizielle Sitzung abgehalten, die fast zwei Stunden in Anspruch nahm. Für den deutschen Außenminister Dr. Stresemann nahm wiederum Staatssekretär v. Schubert an der Sitzung teil, da Stresemann noch immer das Zimmer hüten muß, ebenso wie übrigens auch Briand, der sich ' ichte Erkältung zugezogen hat. Briand war Ratssitzung durch Paul-Boncour ver-

eine (eii in der treten.

Benesch berichtete über: Schiedsgerichts- ba r k e i t, Sicherheit und friedliche Regelung inter- nationaler Streitigkeiten. Der Rat empfahl den Mit­gliedsstaaten des Völkerbundes abermals die Durch­führung der in der Resolution der letzten Völker« bundsversammluna angenommenen Grundsätze und 'teilte ihnen zum Zwecke des Abschlusses entsprechen« wünschen, seine guten

stellte ihnen zum „ der Verträge, soweit sie es w!

Dienste zur Verfügung.

Weiter erstattete Benesch Bericht über die Vor­arbeiten zur Internationalen Abrüstungskon- f e r e n z, die vor der nächsten Völkerbundsversamm­lung stattfinden sollte. Dies wird aber infolge des Standes der vorbereitenden Arbeiten nicht mehr möglich sein. Chamberlain verteidigte diesen Standpunkt mit der Begründung, daß es besser sei, wenn die Abrüstungskonferenz nach guter Vorbe­ratung zu einem wirklich praktischen Ergebnis führe, als daß sie bereits in nächster Zeit stattfinde und gar keine oder nur mangelhafte Ergebnisse zeitige. Der Rat schloß sich diesem Standpunkt, dem auch die an­deren Ratsmitglieder beipflichteten, an und beschloß, daß die Abrüstungskonferenz in kürzester Frist ein- berufen werden soll, wozu er die Vorbereitende Kommission um entsprechende Vorlagen bezgl. des Zeitpunktes der Einberufung ersuchte.

Ferner erstattete Benesch Bericht über die 2tr» beiten des Ratskomitees, das in letzter Woche in

an­

berufung des Rates in Krisenzeiten wurde vom Râte gebilligt, und es entspann sich nur eine längere Debatte über den ersten Absatz der von Be­nesch beantragten Resolution, worin es heißt, daß alle Erleichterungen für das rasche Funktionieren der Organe des Völkerbundes in Krisenzeiten geschaffen werden sollten, „nicht nur das was die Anwendung der Artikel 15 und 16 anbetrifft, sondern auch im Hinblick auf die Anwendung des Art. 11" der di« Vermittlungstätigkeit des Rates betrifft). Dazu be­antragte dèr holländische Außenminister van Kar­ne b è e k, es solle am Schluß des zitierten Satzes gesagt werden, „und ganz besonders im Hinblick auf die Anwendung des Artikels 16".

') einer längeren Debatte, in die Scialoja und _ jambertain davor gewarnt hatten, allzu ge­naue Bestimmungen sowohl über die Anwendung des Artikels 11 wie auch des Artikels 16 zu erlassen, die als Interpretation des Paktes gedeutet werden könnten, wurden die Resolutionen, die Benesch vor­gelegt hatte, mit der von van Karnebeek beantragten Abänderung angenommen. Die Resolutionen betreffen die Beschlüsse des Ratskomitees über die in der vergangenen Woche berichtet wurde, und ermäch- tigen das Ratskomitee zur Fortführung der von ihm in Aussicht genommenen Studien.

Nach auch Cst

■ Zwischenlösung igen Punkten, so hr aufgegebenen

geforderten Zurückziehung der französischen Truppen aus dem Saargebiet und zu der französischen Gegen­forderung, daß mindestens zwei Bataillone zur isenbahntransitverkehrs im Saarge- , illen, dürfte eine Einigung auf fol­gender Grundlage bevorstehen: Es soll für die saar­ländischen Bahnen ein rein technischer Bahnschutz ohne irgendwelchen militärischen Charakter geschaffen werden, der ausschließlich der Regierungskommission für das. Saargebiet unterstehen und aus fremden von der Regierungskommission gewählten Staats­angehörigen mit rein zivilen Funktionen bestehen wird und im Bedarfsfalls den Schutz der Bahnhöfe und der Bahnlinien zu übernehmen hätte.

Sicherung des (Ei' biet verbleiben fol

Gnbsvufuus d. weltwdrtschafts« Ssnfsvsnr «ach Genf.

Genf, 8. Dez. Der Dölkerbundsrat hat in seiner heutigen geheimen Sitzung die Weltwirtschaftskon- ferenz auf den 4. Mai 1927 nach Genf einberufen

Mu neusv kvanzSKWttâ«. ZwiMensall.

Fascistische Miliz überfällt französische Eisenbahner.

Paris, 8. Dez. Nach einer Meldung aus Nizza mt sich in der vergangenen Nacht ein neuer “ ' ' f von Ventimiglia ereignet.

i und über die deutsche Währung besonde- esse. Parker Gilbert betont, daß der ushaltplan des Deutschen Reiches sich im w^J^wicht hält, wenn es auch vielleicht not- fei, die Ausgaben des außerordent- -â?A"ltes durch Anleihen zu decken. ; 'e5 Maßnahme — der Aufnahme einer tophreP Anleihe — mißt er keine ungünstige R-i^" "-5 üei. Er hält die Finanzlage des arnin^ /“r gesund und das neue Steuerpro- dsr^r^ ergiebig. Daneben ist er allerdings bnfh«1^' daß man mit den Ausgaben sehr man ^^ als bisher Maß halten müsse, wenn verm»». Zukunft Schwierigkeiten im Haushalt 2 uEe. Daraus kann man schließen, öchmi01^, . der Generalagent mit gewissen "'gkeiten rechnet, wenn erst einmal die deuck^t^u oder gar die vollen Beträge für die ëtei ^r^ ^"tschädigungsleistungen aus dem Slufmolk aufgebracht werden müssen. Diese Reit h?™nSen werden in nicht allzu ferner erreS ^“^ von 1250 Millionen Goldmark Steuern ?m zweiten Leistungsjahr sind aus vermitteln insgesamt 250 Millionen Mark

gezahlt worden. Soll eine volle Milliarde mehr herausgewirtschaftet werden, so wird allerdings nichts anderes übrig bleiben, als die Ausgaben ganz empfindlich herabzusetzen oder die Steuer­schraube noch weiter anzuziehen. Ob das Lebensinteresse des deutschen Volkes überhaupt gewahrt werden kann, wenn es nur zwischen diesen beiden Möglichkeiten die Wahl hat — darüber kann heute noch nicht das letzte Wort gesprochen werden. Es ist bemerkenswert, daß auch der Generalagent in seinem Schlußwort davon spricht, der Dawesplan unterliege in seiner weiteren Ausführung der Probe prak- ischer Erfahrung. Er ist also wohl selbst der Ansicht, daß man aus dem bisherigen Verlauf auf das weitere Ergebnis noch nicht schließen kann.

Den Ausführungen des Generalagenten über die deutsche Währung kann man wohl uneingeschränkt zustimmen. Er trifft die Fest­stellung, daß die deutsche Währung sowohl bei dem Umtausch in fremde Währung wie auch ihrer inneren Kaufkraft nach vollkommen stabil

'st und genau dieselben Sicherheiten bietet wie die Goldwährung anderer Länder. Er weist daraufhin, daß in dem ersten Jahre nach der Umwandlung der Reichsbank die Ausgabe neuer Banknoten ungefähr zu 50 Prozent durch neue Goldreserven gedeckt war, im zweiten fahre dagegen zu mehr als 135 Prozent. Darin siegt ein vollgültiger Beweis für die Zuver- üffigkeit der Reichsbankreserven an Gold und Devisen. Die neu ausgegebenen Banknoten sind sicht nur voll mit Gold gedeckt, sondern es ist arüber hinaus noch die Deckung der früheren Banknoten vermehrt worden. Unter diesen Umständen hat der Generalagent im zweiten Leistungsjahr rund 97 Millionen für den Zin­sendienst und rund 65 Millionen für Bar­leistungen an die Gläubigerstaaten in fremder Währung auszahlen können, während weiter 201 Millionen von England und 41 Millionen von Frankreich auf dem Weg der Besteuerung der deutschen Einfuhr in fremder Währung von Deutschland eingezogen worden sind. Trotz­dem ist, wie auch der Generalagent betont, die

Hat sich in der vergan Zwischenfall im Bahnhof Ein Schlafsaal, in dem sich französische Eisenbahner befanden, wurde von einer Gruppe fascistischer Miliz überfallen, die den Schlafsaal eingehend unter­suchte. Infolge dieses Zwischenfalles haben die französischen Eisenbahner erklärt, daß sie in Zu­kunft die Züge nicht mehr über die Grenze führen

würden.

Die Präfektur von Nizza dementiert die Blätter­meldung, daß sich vergangene Nacht an der franzü- sisch-itauenischen Grenze ein neuer Zwischenfall er­eignet hätte. Es fei unrichtig, daß französische Eisenbahner in ihrem Schlafsaal überfallen worden seien, oder daß die fascistische Miliz französische Eisenbahner einer Leibesvisitation habe unterziehen lassen. Die fascistische Miliz habe lediglich einen in Mentone entresfenden Güterzug untersuchen lassen.

ErnâStvaueusautvas gegen die eusMOo Keorrrvung-

London, 8. Dez. Ramsay Macdonald stellte im Unterhaus einen Mißtrauensantrag gegen die Re­gierung wegen deren Haltung während des Streiks der Bergarbeiter. In dem Antrag heißt es, die Re­gierung verdiene einen Tadel, weil sie die auf einer Untersuchung in der Kohlenindvstrie beruhenden Empfehlungen des königlichen Ausschusses nicht be­achtet habe, zugunsten der Grubenbesitzer parteiisch gewesen sei, die Kohlenpreise nicht überwacht habe und einen Gesetzentwurf, der für die Bergleute bi'