HanaueMzeigev
E^VGeneval-Änzeiger füt^kV^ottau Giadt und Land
Anzeiger Dr
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. ✓ Offertengebühr 50 R-Psg.
M. 281
Mittwoch de«
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Telle ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung ober Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrist u.OrfMeinung «tage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.,Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Zernspr. 3956,3951,3958
1, Drzemver
1926
Das Steteste
— Briand sprach gestern in der Kammer über grankreichs Außenpolitik.
— Der Reichstag genehmigte den Haushalt für die besetzten Gebiete. Bei dieser Gelegenheit hiest der Rheinlandminister eine Anklagerede gegen die Besaitung.
Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held sprach im Landtag über Wirtschaftsfragen, sowie über die innere und äußere Politik.
— Die Ministerpräsidentenwahl im sächsischen Landtag ist ergebnislos verlaufen und wird am 7. Dezember wiederholt werden.
— Der Iuwelenräuber Spruch wurde gestern zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt.
—I........ ..,.—..—......
Sevewisuns des MilßLäv- rouivolle?
Briand vor der Kammer.
Paris, 30. Nov. Zu Beginn der heutigen Nachwittagssitzung der Kammer, in der die Weiterberatung des Budgets für auswärtige Angelegenheiten auf der Tagesordnung steht, ergriff Außenminister Briand das Wort, um auf die gestern nacht und heute vormittag von den Rednern der verschiedenen Parteien gebrachten Ausführungen einzugehen.
Briand erörterte zuerst die von dem Sozialisten, dem Abg. Moutet, behandelte tunesische Frage und verteidigt die von dem französischen Generalresidenten in Tunis für Förderung der Eingeborenen getroffenen Maßnahmen. Alsdann geht er auf die Ausführungen des kommunistischen Abgeordneten Eachin ein, der einen wahren nationalistischen Geist bewiesen habe, allerdings nur dann, wenn es sich um Länder wie Syrien, Marokko, Tunis, Rußland und China handele. Was
China
Nftr noch wenige Tage trennen uns von der Dezembersitzung des Völkerbundsrates und eif» rig sind die Diplomaten in den betreffenden Hauptstädten am Werk, um noch vor der Ta- , gung die deutsche Entwaffnungsfrage zu lösen. Dènn' es liegt klar auf der Hand, daß unser Reichsaußenminister vor deren Erledigung nicht an den Verhandlungen in Genf teilnehmen, kann und die ganzen Besprechungen dadurch nur ‘eine Farce sein würden. Besonders England aber legt großen Wert darauf, daß die ; Sitzung stattfindet', da eine ganze Reihe fi .britische Reich wichtiger Fragen dringend
ür das
britische Reich wichtiger Fragen driimènder Erledigung harren. Dies ist auch der Grund, wa- rum der englische Außenminister Chamberlain Hön militärischen Sachverständigen' eine Denk-
betreffe, erklärt Briand, so habe Frankreich dort die machtvollste Tätigkeit entfaltet und trotzdem die in» ternationale Souveränität, wie sie die gemeinsamen Interessen erheischen, gewahrt. Es habe nicht, so erklärte Briand, auf die Innenpolitik Chinas einen Druck ausgeübt, aber andererseits auch nicht vergessen daß es im Jnnengebiet eine französische Eisenbahn gibt und eine. Grenze, nämlich die der französischen Kolonie, deren Rechte Frankreich nicht beeinträchtigen lassen kann. In gewissen Kreisen ist man gewohnt, von Frankreich, Großbritannien und anderen Mächten, die in China Konzessionen haben, als von Ausbeuternationen zu sprechen. Man dürfe aber nicht vergessen, daß diese Mächte den Fortschritt ferner Zivilisation gebracht haben. Frankreich wird sich bemühen, eine im Interesse des chinesischen Volkes liegende Politik zu verfolgen. Es wird aber nicht zulasten, daß dort Franzosen er» mordet werden.
schließt und daß dadurch auch die Autorität des Völkerbundes gefördert wird. ,
Briand ging dann zur
Politik von Locarno
über. Sie bedeute, die Politik des Völkerbundes in die Tat umzüsetzen. Das fei keine kleine Ausgabe. Deutschland habe freiwillig den Vertrag unterzeichnet, durch den es die französischen Grenzen anerkennt. Es habe auch auf die Regelung sämtlicher Konflikte durch Gewalt verzichtet. Das Abkommen sei mit dem Augenblick des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund in Kraft getreten. Locarno könne freilich innerhalb dreier Monate nicht seine, volle Wirkung ausüben. Thoiry fei nicht etwas neues, das man an die Stelle von Locarno gefetzt habe. Die Unterredung von Thoiry sei eine Unterredung nach den vielen anderen gewesen, die er mit Stresemann in Genf und mit anderen gehabt habe. Sie sei eine ganz natürliche Besprechung gewesen. Um feste Abmachungen habe es sich nicht gehandelt. Er und Stresemann hätten lediglich die bekannten Probleme behandelt. An die erste Stelle habe er die Frage nach Sicherheit gestellt. Dann sei von der
Besetzung des Rheinlandes
n kann. In gewissen Kreisen ist Frankreich, Großbritannien und
gesprochen worden. Briand fuhr fort: Wir Franssen sind nicht nach dem
> zu demütigen, sondern
zosen sind Deutschland
ein
gegangen, um laben das
als Pfand, das uns
Rheinlan , „ Bürgschaften geben soll. Die Bestimmungen eines Vertrages könnten mit Zustimmung beider Parteien gemildert und humaner gestaltet und die Besetzung könne, leichter gestaltet werden. Auch über die Zwischenfälle im Rheinland habe er mit Stresemann gesprochen. Inzwischen seien diese Zwischenfälle erledigt worden. Die unvollständigen
WWW ,
üssige Militarköntrolle aufhören soll. Es ist echt bezeichnend für die Einstellung unserer eren Feinde, daß sie auch jetzt noch trotz ocarno und Thoiry und der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund immer wieder „olle Kamellen" aufrühren und ganz unwichtige Sachen überhaupt nicht zur Ruhe kommen lassen.
■ Allgemein glaubte man, daß die auch erst ! spät aufgetauchte Frage des Oberbefehls in der i deutschen Reichswehr durch den Rücktritt des Generalobersten von Seeckt endgültig erledigt wäre. Nun hat die Vorpatentierung des Generals der Infanterie Heye vor die beiden Oberbefehlshaber der Gruppenkommandos erneute Bedenken hervorgerufen. Man glaubt allgemein bei der Entente, daß er dadurch wieder der Vorgesetzte der beiden Generale geworden wäre, und verlangt nunmehr ausdrücklich, daß er der Autorität des Reichswehrministers untergeordnet werden müsse, also nichts weiter sein dürfe als der militärische Berater Dr. Geßlers.
Verschiedene Vorkommnisse in der letzten Zeit haben die Aufmerksamkeit der Interalliierten Ueberwachungsausschüsse erneut auf die Rekrutierung der Reichswehr hingelenkt. Immer wieder befürchtet man in Paris, daß es eine „schwarze" Reichswehr gäbe, die Deutschland in den Stand setzten, im Kriegsfälle schnell S Truppenmassen ins Feld zu stellen. Alle Herungen vom Gegenteil, alle Fehlschläge bei den entsprechenden Nachforschungen haben besonders den Franzosen diesen Gedanken nicht nehmen können, immer noch haben sie große ^Ngst vor dem „Volk in Waffen". Auch die Befestigungen im Osten spielen wieder einmal e>ne große Rolle. Dieses Mal sind es aller- mngs nicht 32 schwere Geschütze in Königsberg, angeblich gegen die Bestimmungen der En- 'inte neuerdings auf fahrbaren Lafetten stehen und durch Jnfanteriewerke geschützt fein sollen, Stein des Anstoßes, sondern weitere peftungen im Osten, welche das arme Polen bedrohen. Es kann sich hierbei um nichts weiter fabeln, als um die völlig unbedeutenden und ®«nig neuzeitlichen Erdwerke bei Lötzen, welche I Straßen zwischen den Masurischen Seen sperren, also lediglich zu Verteidigungszwecken menen. Von Stützpunkten für einen Angriff rann ebensowenig die Rede sein, wie unsere Origen Festungen im Osten — Küstrin, Glo- ■M Glatz und Neiße — einen Angriff auf Wien fördern können. Man sieht gerade aus mesem Punkte wieder deutlich, wie alles an in Haaren herbeigezogen wird, um Deutsch- 7™ Schwierigkeiten zu bereiten und nur ja ^r^ingeftehen zu müssen, daß wir völlig ent» ’ Die vierte von England gestellte Bedingung "ästige Produkt britischen Krämer- Saftes. Die Engländer verlangen, daß Hinfort
die ttaNenifche Frag«
übergehend, erklärt? Briand: In einem Nachbar- lande, das wir lieben und das wir lieben werden, haben sich Ereignisse abgespielt, die der Ausfluß einer gewissen schlechten Laune sind. Es ist für uns wertvoll, festzustellen, daß diese schlechte Laune immer an Frankreich ausgelassen wird. Jedenfalls hat sich Frankreich bemüht, an diesen Ereignissen kaltblütig vorüberzugehen. Gerade um diese Stunde muß mân seine Leidenschaften zügeln. Die Zeitungen dramatisieren Liefe Ereignisse leicht. . Dadurch kamen die Regierungen stark in Druck. In diesem Moment muß man fest auf den Füßen bleiben. Junge Völker haben die Gewohnheit zu geräuschvollen Kundgebungen angenommen. Aber man muß doch sagen, daß Konsulate, Gesandtschaften und Botschaften Orte seien, die man gewohnt sei, zu respektieren. Es haben unangenehme Kundgebungen stattgefunden. Die französische Regierung aber habe Befriedigung erlangt, die guten Beziehungen seien wiederhergestellt ’ und ausgenommen worden. Alles sei in Ordnung. Die französische Regierung habe im übrigen keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um Italien und seiner Regierung ihre guten Absichten zu bekunden. Er sei mit Mussolini wiederholt am Lago Maggiore zusammengetroffen und er erinnere sich nicht, daß damals von irgendwelchen Schwierigkeiten gesprochen worden sei. Italien leide unter einer Uebervölkerung. Aber Frankreich sei es mit seinen Kolonien, das den Italienern die weitestgehende Gastfreundschaft gewähre. Briand nennt die letzten Zwischenfälle Fa- milienstreitigkeiten, denen ein Ende bereitet werden müsse.
Alsdann bespricht der französische Außenminister das Problem der Beziehungen FrankrÄchs zu
Deutschland.
schen Eindruck erweckt. Briand erklärte weiter: Gewiß gibt es verschiedene Fragen, über die ich mit Stresemann nicht einig bin. Hieran arbeitet man Tag für Tag. Eine zweistündige Unterredung kann die Lage zwischen Frankreich und Deutschland nicht plötzlich verändern. Wesentlich ist der beiderseitige gute Wille, wesentlich ist, daß die Völker sich sagen: Gott sei dank, sie verhandeln mit einander. (Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Ich bin unbedingt entschlossen, eine neue Katastrophe für Europa und einen neuen Krieg, in dem es weder Sieger noch Besiegte geben würde, zu verhindern. Frankreich ehrt sich selbst, wenn es das Wort Frieden ausspricht. (Beifall links und in der Mitte). Ich will aber nicht einen beliebigen Frieden, ich will vielmehr Bürgschaft. Zunächst muß das Problem der Sicherheiten gelöst werden. Es werde, erklärte Briand, jetzt
erforderlich sein, daß der Völkerbund an die Stelle des jetzigen Kontrollorganismus trete.
Stresemann habe über die Entwaffnungsfrage gesagt: Der Weg wird lang sein, aber man muß ihn beschreiten. Dieses Wort erkenne auch er als richtig an. Stresmann habe im Reichstag auch erklärt, die vaterländischen Verbände bürst Fühlung mit der Reichswehr haben.
seien zwei dieser Verbände aufgelöst worden. Die nationale Einigung, erklärte Briand weiter, müßte auch auf dem Gebiet der Außenpolitik verwirklicht werden.
:fen keine Nunmehr
Chamberlains nicht abgeneigt, die Ausfuhr ee* Waffen und Munition aus Deutschland unter die Kontrolle des ständigen Schiedsgerichts- Hofes jm Haag zu stellen, Paris und Brüssel dagegen legen einen besonderen Wert darauf, daß Deutschland den ungesetzlichen militärischen Organisationen ein Ende bereitet. Uber alle diese Punkte wäre es wohl nicht schwer, zwischen den beteiligten Stellen eine Einigung herbeizuführen. Der springende Punkt aber ist der, daß Frankreich darauf besteht, daß die bisherigen Interalliierten Ueberwachungsaus- schüsse durch eine dauernde Kommission des Völkerbundes unter einem französischen General ersetzt werden, der die Befugnis der Ueber» wachung Deutschlands zu jeder beliebigen Zeit eingeräumt werden müßte. Wohl weisen die englischen Vertreter immer noch darauf hin, daß eine derartige Kommission in Widerspruch stände mit dem § 213 des Friedensvertrages, wonach Deutschland nur solche Untersuchungen zu dulden hat, die der Rat des Völkerbundes mit Mehrheitsbeschluß für notwendig erachtet, aber man kennt ja in derartigen Fragen aus reichlicher Erfahrung nur zu gut die Nachgiebigkeit Englands. Es hat stets in derartigen Fällen bis zum letzten Tage vor der Verhandlung Widerstand geleistet, um zuletzt doch noch umzufallen. Der englische Außenminister reist bereits am 2. Dezember nach Paris, um sich mit Briand zu besprechen. Dieser scheint, wie auch aus-den gestrigen Ausführungen in der Kammer hervorgeht, auf einer Verewigung der Militärkontrolle zu bestehen, wenn er auch dauernd die versöhnliche Haltung Frankreichs zu. Deutschland betont. In Pans wird Ende dieser Woche die wichtige Entscheidung gefällt wer-
.ob die Schnüsslßr in Ästjer oder jener Form in Deutschland verbleiben oder ob nun- mehr der 8 213 in Kraft bleiben soll. Wir hoben es schon so oft erlebt, daß Gewalt vor Recht geht. Diesesmal aber müßte das Reich fest bleiben und eine weitere Einmischung in seine inneren Verhältnisse mit allen Kräften zurückweisen. Nach unserem Dafürhalten kann Deutschland nur dann an der Ratssitzung teil» nehmen, wenn die wichtige Frage der Muitär- kontrolle in einer Weise gelöst ist, die den Ab- machungen des Friedensvertrages und der Stellung Deutschlands als Mitglied des Völkerbundes und des Völkerbundsrates entspricht.
Sv. Seid übes wèvtsOafiÜGe und vsSMLchs Svagen.
München, 30. Nov. Im Plenum des Landtages behandelte Ministerpräsident Held Wirtschafts- fragen sowie die innere und äußere Politik. Was die Wirtschaftspolitik betreffe, so könne beim Gewerbe, dem Handel und Mittelstand sowie auch bei der Landwirtschaft von einem Aufschwung nicht gesprochen werden. Auch die Lage der Arbeiter, freien Berufe, Beamten und Angestellten sei keineswegs, wie man es wünschen müßte. Die Steuerlast sei auf die Dauer nicht erträglich. Angesichts der großen Arbeitslosigkeit fei es die unabweisbare Pflicht des Staates, in weitgehenden: Maße Sozialpolitik zu treiben. Der Neuaufbau der Wirtschaft könne nur durch Zusammenarbeit aller jener Schichten erfolgen, denen die deutsche Wirt- schaft anoertraut sei. Internationale Konzernierung und Vertrustung sei eine große Gefahr.
Zu Kulturfragen übergehend erklärte Dr.
ls-
Wirth habe gesagt, Deutschland ' habe Opfer gebracht, indem es in den Völkerbund ein getreten fei und das Abkommen von Locarno unterzeichnet habe. Er widerspreche dem.
In den Völkerbund einzutreten bedeute keine Opfer, sondern eine Ehre und einen vorteil zugleich.
Wer von Opfern und Konzessionen spreche, müsse in Betracht ziehen, daß auch Frankreich welche gebracht habe. Ich kann wohl sagen, fuhr Briand fort, daß neun Zehntel der Forderungen Deutschlands befriedigt wurden. Es sind also viele Schritte unternommen worden, um die Beziehungen zwischen bei- den Völkern zu verbessern. Das ist ein großer Fortschritt, der eine weitgehende Sicherheit garantiert.
Briand verbreitet sich dann über die Bedeutung, die die Unterschrift Englands und Italiens unter den Pakt von Locarno für Frankreich habe. Als diese Garantien nicht vorhanden waren, habe man sich darüber beschwert, jetzt, da man sie besitze, zählten sie nicht mehr. Ich werde, schließt Briand, mich dem Friedenswerk widmen und stelle in die erste Reihe die Sicherheitsfrage.
Ich habe die feste Ueberzeugung, daß die Ersetzung der interalliierten Milikärkontrolle durch die Kontrolle des Völkerbundes nicht nur nicht die Sicherheit Frankreichs schwächt, sondern sie
Er betont, daß die Politik Frankreichs nur eine Friedenspolitik fei und fährt fort, jedermann ge= brauche das Wort „Frieden", aber der Friede sei, wenn man so sagen dürfe, eine anspruchsvolle und schwer zu behandelnde Person. Man müsse sich ihm gegenüber zu mehr versteht , „ '/ "
kundgebungsn. Der Friede wolle, daß man ihm wünsche, ihn leidenschaftlich wünsche und sich ihm vollkommen hingebe. Wie die Dinge heute in Europa liegen, werde alles getan werden, um einen soliden Frieden zu schaffen. In Europa könne von einem wahrhaften Frieden solange nicht gesprochen werden, solange nicht eine Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland erfolgt fei, Wer den Frieden will wie ich, ist davon überzeugt, daß viel mehr nach den Verträgen handelt, als fe Widersacher. Der Friedensvertrag von Versailles habe eine große Neuerung in die Friedensverträge einaeführt, nämlich seinen Eckstein, das Statut des Völkerbundes. Dieses ersetzediejuristischenSanktionen durch Gewalt, die die Grundlage der früheren Verträge gewesen seien. Das ist èin Charakteristikum. Das ist es auch, was er will. Es ist möglich, daß das nur ein einfacher Gedanke ist, aber es wäre verbrecherisch, wenn man nicht den Versuch machen wollte, ihn lebendig zu gestalten. (Stürmischer Bei- , „ . _____ ^... .
fall bei allen Parteien). Ich behaupte, daß, wenn und ein Teil der Rechtsparteien glänzende 0 man unsere Politik sortseßt, wie ich sie verstehe, nen. Poinearè reicht ihm die Han •man sich nur dem Geist der Friedensverträge an-'Hierauf wird bie Generaldebatte geschlossen.
ien, als zu Höflichkeits-
er
'eine
Ms Briand von der Rednertribüne heruntersteigt, bereiten ihm die Links- und Mittelpartelen
die Ausfuhr von Waffen und Munition aus lassen, lediglich zu dem Zwecke, um ihre eigene Deutschland strenger beaufsichtigt wird, mit zu heben.
anderen Worten, sie wollen am liebsten die In Rom tritt man im allgemeinen der engganze deutsche Waffenindustrie völlig aufhören lischen Ansicht bei, ist auch dem Vorschlag
Rom tritt man im allgemeinen der eng»
„ ., n übergehend erklärte Dr.
Held, daß es notwendig fei, der Jugend möglichst ein hohes Maß von Bildung und staatsbürgerliche: Erziehung zuteil werden zu lassen. Pflicht bee Staates um seiner selbst willen sei es, dort, wc
revolutionären Erscheinungen auftreten, sofort die notwendigen Vorkehrungen zu treffen.
Der Ministerpräsident verbreitete sich dann in längeren Ausführungen über außenpolitische Frage n. Er erklärte, niemand könne Ihm verwehren, als Reichsbürger eine Meinung über die Reichs- Politik zu haben und diese auch auszusprechen. Man fei in Bayern von staakswegen interessiert an dem
Gang der Außenpolitik. Ziel der Außenpolitik sei Befriedigung und Reparation unserer Ehre. M o ist. fuhr der Ministerpräsident fort, die wahre Befriedigung geblieben, die uns ver- heißen wurde? Die Rheinland- und aufrecht- zuerhaltene Pfalzbesehung sei ein Widerspruch gegen die Abmachungen von Locarno und Genf. Solaw die Schmach der kriegsschuldlüge nicht von uns genommen sei, solange könne man aus der Gegenseite nicht behaupten, daß der weg offen sei für die Befriedung der Völekr. Auch unser Verlangen nach Kolonien sei nicht ersüllk. wie stehe es mit der MIlltörkonlrolle und mit der Abrüstung der anderen Staaten? Deutschland sei bereit, mit den übrigen Völkern in friedlicher Arbeit zusammenzuarbeilen.
Der Ministerpräsident ging dann auf die Germersheimer Angelegenheit ein und er. klärte: Wir müssen ohne Parteieinstelluna dafür kämpfen, daß unsere Freiheit uftd unsere Ehre uns wieder voll zurückgegeben wird. Er betont« weiter 5 Frage des Finanzausgleichs, von bat erischen Forderungen könne nicht» preisgegeben werden. Ein starker Kampf sei auroebrochen zwischen Unitarismue und Zentralismus einerseits und dem
18«