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W. 289

Mstttas dem

WmrmZ Madi und Land

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29, Kovemvss

1926

Mas ÄstseM.

Reichsernährungsminister Dr. Haslinde sprach auf einein großen Baüerntage in Ulm über Agrar- Md Wirtschaftspolitik.

Der große Ausschuß des Bundes deutscher Milllärvereine hat am Samstag und Sonntag in Dresden eine Tagung abgehalten.

Jm deutschdemokratischen Reichsparteiaus­schuß sprachen Dr. Koch und Dr. Külz- über Jnnen- und Außenpolitik.

In Berlin ist es gestern an verschiedenen Plätzen zu politischen Schlägereien gekommen.

Die Universität München feiert am Samstag hr Hundertsahr-Jubiläum.

Das chinesische Kabinett ist zurückgetreken.

Die Mevlandertonßerenz

Zu LoeaMS. .

dM Grün üsü QdM^

Der Moskauer Berichterstatter derKöln. Zeitung" schreibt: Am 5. November las man in derTimes" etwas vonBefürchtun­gen". Was bedeute es, so fragte das Blatt, daß Su r itfch , der Gesandte dèr Räterepublik in Angora, ,>persona gratissima" fei und unter u .a.^en diplomatischen Vertretern in Angora ^ch. des größten Ansehens und Einflusses rüh­men dürfe? Gleich darauf tauchte b:e Mär ant,' Rußland habe sich vor aller Welt als Verteidiger Asiens" aufgeworfen und sei im Begriff,' dèr englischen Kolomalpolitik einen entscheidenden Schlag zu versetzen.

So blies dieTimes" in dasGoldene Horn". In Mrklichkejt hat Tschitscherin Rüsch- hi-DLi nicht eingeladen, nach Odessa zu kom- men, um dovt mit ihm denVölkerhund des Mens" zu gründen. In Wirklichkeit wollten Mynraümfen sich die Türken auch nicht der Frsu-^masts- und Reutralltatsverftchcmungs- jpasMsâft besteht schon seit Ende 1925. In Wirklichkeit.fand es Angora nur gut, coram HuÄwo - zu wiederholen, was in der Stille

Bevor die Ratssitzung in Genf, von der die amt­liche deutsche Außenpolitik eine Lösung der Jnvesti- gationsfrage und die endgültige Regelung der Mili­tärkontrolle erwartet, begonnen hat, interessieren sich die politischen Kreise in Paris und London offenbar weit stärker, für den seit Wochen unternommenen Versuch, . eine Einigung zwischen Frank­reich und Italien herbeizuführen. In diesem Zusammenhang wurden am Samstag aus Paris Gerüchte verbreitet, daß nach der Tagung in Genf eine

Vierländerkonferenz in Locarno zwischen

Deutschland, Frankreich, England und Italien

stattfinden soll, bei der hauptsächlich die Mittelmeer­politik behandelt, Deutschland aber als gleichberech­tigter Staat herangezogen werden soll. Am konzen- ;härtesten fanden sich die Gerüchte imMatin", wo Sauerwein nach einer noch am Samstag^gebrachten Meldung schrieb:

In Genf und besonders auch in einer späteren Konferenz, zu der auch Mussolini kommen wird, wird Herr Stresemann an den Diskussionen über die eu­ropäische Politik teilnehmcn als Vertreter einer Na­tion, die auf dem Fuße der Gleichberechtigung in der von Briand^ in Aussicht genommenen Vier- Länder-Konferenz fungieren soll."

Angesichts der guten Beziehungen, die Sauer­wein zu dem französischen Außenminister ur hält, nahm man in Paris an, daß es sich nicht

eine bloße Vermutung handelt.

unter-

um

In Berlin i solchen Konferenz

dagegen ist von der Absicht einer ; noch nichts- bekannt. Vermutlich iplomatischem

neigt. Eine rein ablehnende Haltung ist nirgends zu konstatieren.

Im rechtsradikalen Lager macht sich dagegen eine gewisse Strömung bemerkbar, die Angelegenheit innenpolitisch auszubeuten und gegen Briand a u s z u s p i e l e n. Man behauptet, Chamberlain möchte eine solche Viererkonferenz zustandebringen, um auf diese Weise Frankreichs europäi che Inter­essen zu schädigen, um Deutschland gewis e Vorteile auf Kosten Frankreichs zu verschaffen. Die links­stehenden Politiker äußern einige Bedenken gegen einen persönlichen Kontakt zwischen Briand und Mussolini, bevor Mussolini den von Frankreich er­warteten Appell an das italienische Volk gerichtet hat, feindliche Manifestationen gegen Frankreich zu unterlassen. In diesen linksstehenden Kreisen ist man der Ansicht, es sei an Mussolini, zuerst an Briand heranztureten und so von italienischer Seite aus den ersten Schritt zu unternehmen, um die Verstimmung zwischen Frankreich und Italien wegen der letzten Zwischenfälle aus der Welt zu schaffen.

Die amtlichen Kreise zeigen sich vorläufig noch sehr reserviert über die Frage einer Zusammen­kunft. Man glaubt, daß noch zwei bis drei Tage notwendig sein werden, um endgültig darüber zu entscheiden, ob diese Konferenz ^möglich sein wird. Die zweitägige Anwesenheit Chamberlains in Paris und seine Aussprache mit Poincarè werden sicherlich zu einer Klärung der Idee führen. Die Verhand­lungen des englischen Außenministers in Paris wer­den für die Vorbereitung der eventuellen Vierer­konferenz von großer Bedeutung fein. Folgende drei Verhandlungspunkte dürften den Gegenstand seiner Besprechungen mit Briand und Poincarè bilden:

1. eine Erweiterung und Vertiefung

ferenz willkürlich etwas hineinzukom mentieren, in eine Vereinbarung also, die vielleicht noch gar nicht anders als grundsätzlich festgelegt worden ist. Es möchte der Türkei gerade im jetzigen Augenblick ge­nügen, vor Italien und England zu beweisen, baß zwischen Rußland und der kei vollständiges Einverständnis

r-

herrscht.

In Odessa haben Rußland und die Türke? weit weniger festgestellt, was sie wollen, als vas sie nicht wollen. Aber eine solche schwei­gende Passivität ist vielleicht dräuender als eine Aktivität, die mit vielen Worten nichts sagt.

Azrav- und soziaipolttische Angabe«.

Ein Vortrag von Minister Haslinde.

Stuttgart, 28. Nov. 3m Anschluß an die Bott* erntagung des Landwirtschaftlichen Hauptvsrbanoes für Württemberg und Hohenzollern in Ulm sprach Reichsminister Dr. H a s l i n d e am 28. Nov. auf Einladung der Württembergischen Zentrumspartei in der Obcramtsstadt Saulgau über agrar- und soziapolitische Aufgaben der Gegenwart. Der Mim- ster führte u. a. aus: Wenn die Entwicklung der letzten Zeit die fogiule Frage wesentlich in den Vor­dergrund gerückt habe, so sei das Zentrum in erster Linie dazu berufen, an ihrer Lösung mitzuwirken, einmal auf Grund seines Programms und seiner I, dann aber auch auf Grund seiner Itnifter wies u. a. auf das Kriesen-

Zusammensetzu Ge chichte. Der -......--------- , ~ .

für orgegesetz und das Gesetz betr. die Arbeitslosen- Versicherung hin.

Eine soziale Tat bedeute auch das Arbèitsbeschafimngsprogramm, das vom Reichskabinett auf Anregung des Reichs- arbeitsminister Dr. Brauns im Laufe des Som­mers aufgestellt worden sei und den Zweck verfolge, den Arbeitsmarkt wieder anzukurbeln und einem moaltchU., aroßen Teil unserer Arbeitslosen wieder

j Arbeit und Brot zu bringen. Neben der nach der wirtschaftlichen wie nach der Moralischen Seite so gefahrvollen Arbeitslosigkeit lenke, mitten iM Stru­del der allgemeinen Note, die Mun schon so lange anhaltende Agrarkrisis, die die Fundaments unserer Wirtschaft wie unseres ganzen Staates zu unter­höhlen drohe, die Aufmerksamkeit aller verantwort­lichen Regierungsstellen auf sich. Eine der schwer­sten Sorgen für alle weitsichtigen politischen und wirtschaftlichen Führer bilde die zweckmäßige Unter­bringung unserer erwerbsfähigen und arbeits­freudigen Bevölkerung, die durch den Zuwachs der vertriebenen Ausländsdeutschen noch wesentlich ver­stärkt, zurzeit auf einen allzu engen Raum zusam­mengedrängt sei. So lange wir keine Kolonien be­säßen, bleibe der einzige Ausweg aus die­ser Lage ein großzügig, tatkräftig durchgeführtes Siedlungsprogramm.

Zurück aufs Land müsse der Ruf für die Zukunft lauten, denn die Seßhaftmachung unseres siedlungsfähigen Nachwuchses aus dem übervölker­ten bäuerlichen Süden und Westen wie auch aus den Kreisen der aufstrebenden Landarbeiterschaft sei für die Siedler selbst wie auch für Staat und Volks­wirtschaft in jeder Hinsicht der Erwerbslosenunter- stützung vorzuziehen. Er hoffe, daß es uns in An­knüpfung an die Erfahrungen der Vergangenheit nunmehr gelingen werde, auch auf dem Gebiete der Siedlung endlich zu einer großen Tat zu kommen Besonders für die Landwirtschaft stelle die neue < Zeit neue Aufgaben, in die der Bauer hineinwach­sen müsse. Neben dem Ziele der Produktionssteiqe- runa und Qualitätsverbesserung stehe die Sorge für die Ausbildung des Nachwuchses obenan. Dis Ar­beiterschaft verlange mit Recht, daß ihre Arbeit durch einen gerechten Lohn bezahlt werde und wehre sich entschieden gegen die Konkurrenz billiger Arbeitskräfte des Auslandes und im Notfälle gegen Streikbrecher aus den eigenen Reihen. Könne man es da den Landwirten verargen, wenn diese für dir

schwebenden Verhandlungen so ______ _____,..-,,...,

daß nicht einmal in Berlin mit Sicherheit festgestellt werden kann, wie man sich in den anderen Haupt­städten zu dem Plan einer solchen Konferenz ver- bält. Klarheit darüber, ob die Konferenz in Locarno im Anschluß an Genf stattfindet, wird erst die

Aussprache zwischen Chamberlain und Driand bringen, die am 2. und,3. Dezember in Paris staklfinden soll

und die auch von einer Aussprache zwischen Chamberlain und Poi n c ar è begleitet sein wird.

Die starke Nervosität der französischen Presse in den letzten Tagen wird hier darauf zurückgeführt,

Unes. traulichen Gemachs besprochen und Mriftlich niedergslegt worden war. Aber alle Delt sollte noch einmal darauf hingewiesen werden. Mag sie sich an dem türkischen Kreuz­worträtsel den Kopf zerbrechen.

itfcherin sagte hernach, es ist nichts, und er Bej erklärte, es ist nichts. Dieses an- gkbliche Nichts ist freilich etwas wenig bei so. viel Reden, Paraden und Festessen. Müssen rs denn aber fmmerTatsachen" sein, die poli- iischen Besprechungen entsprießen? Ist nicht die Möglichkeit gegeben, daß Grundsätze geformt werden für eine politische Einstellung?

, Semiß ist das möglich. Dann lag vielleicht der Türkei daran, an der Seite des großen Rätebundes zu erklären, daß sie nicht eure« Püifd) zu denken und zu handeln wünsche, s o n= b e r n asiatisch. Der Regenbogen, der sich

' vom Kreml nach Kanton wölbt, hat in seinen schillernden Farben Platz genug für den chine- fijehen Drachen, den persischen Löwen, den tür­kischen Halbmond und den Rätestern. Dies »inst ist ein Symbol am verschwommenen po= Rischen. Horizont,Gelbe Gefahr" genannt. YMte ist es noch nicht an der Zeit, sich solcher einliegender Dinge wegen an den Bera- ungstisch zu setzen und Thesen auszuklügeln, >enen jede praktische Bedeutung abgeht. Aber auch auf Snmbole sollte man achten.

, Wenn Tschitscherin sich bewogen fühlte, der türkischen Aufforderung zu folgen und nach Odessa zu fahren, so hat er, der Realpolitiker, sicher eine politische Aufgabe erfüllen wollen.

sich nicht in den Ausklügelungen von Sym­bolen erschöpft. Man braucht gewiß nicht weit suchen, um zu erkennen, worin diese Auf- gabe bestand. Denn der Rätebund, der grund­sätzlich und tatsächlich jeder Angriffspolitik ab« geneigt zu sein vorgibt, fühlt sich doch stark ge« seinen Einfluß auf die europäische und asiatische Politik zur Geltung zu bringen. Er Aetet der Türkei nicht etwa militärischen Schutz an, aber er leiht ihr einen Teil seines ?olit>schen Einflusses. Man wird diese Hilfe- nicht gering werten dürfen. Gedacht hier an das, was einstweilen noch als Morgana am Horizont des Nahen Ostens chwebt: Englisch-italienische Be- Drehungen.

Hier überlegt man so: Der englische Impe- lalismus hat sich in den letzten Jahren davon verzeugt, daß ein Zusammenarbeiten mit höfischen Freund im Nahen Osten auf .*e, âuer doch nicht möglich sei. Frankreich vave seine Ziele im Nahen Osten, auf dem Bal- und in Afrika in koloniale F,

' die den Briten niemals gesäuert tonnten, uue »m viuukuu Englische Diplomatie hat nicht vergessen, helfen vermöge.

W die Dienste, die ihr Frankreich im Nahen Rückversiche -----,_, ________

leistete, teuer zu stehen kamen. So heißt kau geben soll. Kaum anzunehmen, daß

, vier Mächte über das

Genfer Protokoll, dessen Entwürfe von Eng­land und Italien abgelehnt wurden. Nach Durchfüh­rung der Modifikationen soll das Genfer Protokoll die Basis zu einer Lösung des gesamten europäischen Sicherheitssystems bilden.

3. das K o l o n i a l p r o b l e m.

ein

daß man von vornherein gegen Deutschland mit Rücksicht auf die Verhandlungen über die Kon­trollfrage Stimmung machen will. Dabei werden in äsischen Presse die unsinnigsten Ve^aup- ifgeftellt, die in den späteren Verhandlun- Rolle mehr spielen werden. Von Bedeu-

der franzö! tungen auj gen keine

tung ist nur, daß in Paris- auch von ernsteren Blat­tern die Behauptung ausgestellt wird, daß Deutsch­land dem -lnveskigationsplan bereits zugestimmt hat. Diese Behauptung ist natürlich nicht richtig und ist deshalb schwer zu widerlegen, weil die Note, die Deutschlandam 12. Januar an den Generalsekretär des Völkerbundes über das Jnvestigationsprotokoll hat abgehen lassen, noch immer als vertraulich be­handelt.

Die Kusstchterr elitär âonfevem.

Paris, 28. Nov. Im Vordergrund aller Erörte­rungen in den hiesigen politischen Kreisen stehen heute die mannigfachen Gerüchte über eine bevor­stehende Viermächtekonserenz, an der die Außen­minister Stresemann, Briand, Chamberlain und Mussolini teilnehmen sollen. Trotzdem an offizieller Stelle keinerlei sichere Informationen darüber zu er­halten sind, wie viel Wahrscheinlichkeit in diesen Ge­rüchten steckt, ist die Idee einer solchen Zusammen­kunft in Paris auf ziemlich fruchtbaren Boden ge­fallen. Es fehlt zwar nicht an warnenden Stimmen, die zur Vorsicht mahnen. Aber im Prinzip ist man einer Entrevue der vier Außenministr nicht abge­

DerTemps" beurteilt eine Zusammenkunft zwi­schen Stresemann, Briand, Chamberlain und Musso­lini auffallend günstig. Das Blatt schreibt:Der Ge­danke einer aktiven und dauernden Zusammenarbeit der vier Staaten für die Aufrechterhaltung und Be­festigung des Friedens ist eine Grundidee im Rah­men der Versöhnungspolitik. Es bleibt nur noch zu wissen übrig, ob sie praktisch verwirklicht werden kann." Auch dieLibertë", die in ihren Spalten die Porträts der vier Außenminister veröffentlicht, ' eine solche Zusammenkunft nützliche Re- sultate zeitigen könnte. Das Blatt glaubt zu wissen, daß zwischen den Kanzleien der vier Staaten offi­zielle Verhandlungen über die Vorbereitung der Zusammenkunft stattfinden. DieLibertè" fügt bei, daß eine eventuelle Viererkonferenz wahrscheinlich eine besondere Zusammenkunft zwischen Briand und

klaubt, da!

eine besondere Zusammi

Mussolini nach sich ziehen werde .

London, 28. Nov. Im Foreign Office demen­tiert man, daß Chamberlain sich ins Mittel ge­legt habe, um eine Unterredung zwischen Mussolini ujib Briand zustande zu bringen; doch gibt man zu, dâß Chamberlain eine Unterredung zwischen den Außenministern der vier im Völkerbund vertretenen Großmächte sehr gelegen wäre, weil er über­zeugt sei, daß durch eine solche persönliche Fühlung­nahme die gegenwärtig schwebenden Fragen viel besser gelöst werden könnten, als auf dem gewöhn­lichen diplomatischen Wege.

ien werde .

Norah über die neue ^ortfeveur.

Newyork, 28. Nov. Herald Tribune meldet aus Washington: In einem Interview äußerte Senator Borah die Ansicht, die geplante neue Locarnokonfe­renz werde sich eingehend mit Wirtschaftsfragen, be­sonders aber mit der Frage befassen, Europa wirt­schaftlich von Amerika unabhängig zu machen.

es in der Umschau. Italien freilich erscheint

England ein freundlicherer Geleitsmann, um so mehr, als feine Interessen mit denen Ita­liens in Richtung nach der Türkei parallel laufen. Italien dürfte für seine Dienste beschei- nere Preise ansetzen als Frankreich, und über­dies hofft England, daß es nicht aus eigener Tasche zu zahlen brauche.

: ! Hier ist man davon überzeugt, daß London alles caran setze, Rom in das türkisch Abenteuer zu verstricken. Gewitzt, davon in Odessa die Rede gewesen und auch .®bui vu_}t., wie die Türkei solcher Gefahr ent« i^iüie. Man? D in ^npora offenbar nicht restlos davon überzeugt, daß die Mit- . Formen geklei- uschaft im Völkerbünde der Türkei über gefallen könnten, alle ihr dräuenden Schwierigkeiten hinwegzu- Deshalb ist man auf eine

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ist

s i ch e r u n g

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Tschitscherin diese Bitte in Odessa abschlägig beschieden haben sollte. Die Frage ist nur, welche Prämie die Türkei an Rußland für diese Versicherung zahlen muß. Rußland weiß den politisch-religiösen Einfluß der Türkei auf die Völker Asiens wohl zu schätzen; in seinen Bemühungen um die Freundschaft asiatischer Völker ist Angora Moskau sicher ein wert­voller Bundesgenosse. Und finden nicht beide Staaten, der Rätebund und die Türkei, in England den gemeinsamen Geg­ner?

Schwer zu sagen, was in Odessa unter­schrieben wurde. Schwer festzustellen, ob über­haupt etwas dem Papier anvertraut worden ist. Sollten asiatische Versprechen gegen euro­päische Zusicherungen getauscht worden sein, verbindliche, aber noch nicht umgrenzte Pak­tierungen? Niemand weiß es. Es hat gar keinen Zweck, in die Odessaer Kon­

in den Produkten steckende Arbeit in Form halln wegs rentierender Ptsise den gerechten Lohn for derten und vom Staate verlangten, daß er sie nich einer vielfach übermächtigen Konkurrenz des Aus landes, welche ihre Existenz gefährde, preisgäbe! Landwirtschaft und Arbeiterschaft müßten bei ge rechter Erwägung der Sachlage Hand in Hanl gehen.

Der âamvf des rrerchsbauuevS gegen die SerdevkeuS-MavSe.

Line Verfügung des Reichspostministers.

Berlin, 27. Nov. Das Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold hat kürzlich seinen Mitgliedern die Anregung gegeben, die sogenannte Fridericus-Marke beim Gebrauch mit einer Umrahmung in oen Farben Schwarz-Rot-Gold zu versehen. Offenbar im Zusammenhang damit veröffentlicht das Amtsblatt des Reichspostministeriums folgende Ver- ügung:

Seit einiger Zeit werden Briefsendungen zur Post­beförderung eingeliefert, an denen in der rechten oberen Ecke der Aufschriftseite ein Klebezettel ange­bracht ist, der ein weißes Mittelstück in der Größe einer Freimarke mit farbiger Umrandung zeigt. Auf dieses Mittelstück ist die Freimarke geklebt, sodaß sie in der Umrahmung erscheint. Es wird darauf hin­gewiesen, daß Aufttebungen dieser Art, auch wenn