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Nr. 276

Donnerstag den 25. November

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Sättigt. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache Kram das Gerüst zusammen und traf den 28 Jahre alten verheirateten Bauführer Jakob Bock aus Du- denhofen so schwer, daß er kurze Zeit darauf ver° starb. Ein Monteur wurde so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus verbracht werden mußte,. wo er in lebensgefährlichem Zustande darniederliegt. Staatsanwaltschaft Frankenthal hat die Unter- suchung nach der Ursache des Unglücks aufge- ""'hasloch (Prov. Starkenburg), 24. Nov. Gestern dbenb wurde an? Waldrande ein Arbeiter von einem Bären angefallen, der ihm hart zusetzte. Fluchtartig mußte er sich auf einen Baum zurückziehen, der von Meister Petz belagert wurde. Erst der nach gerau­mer Zeit zurückkehrende Bärenführer befreite den Bedauernswerten aus seiner ungewöhnlichen Lage. Ziegenhain, 24. Nov. Ein aufregender Vorfall spielte sich im benachbarten Gilserberg ab. Ein Bärenführer wurde am Schlüsse seiner Vorstellung von seinem Bären rücklings überfallen und zu Bo- ben geworfen. Es entspann sich ein heftiger Kampf, der sicher einen üblen Ausgang genommen hätte, wenn nicht eine Anzahl beherzter Männer hinzu, gesprungen wäre und das wütende Tier so lange mit Stangen bearbeitet hätten, bis es von feinem Opfer abließ. Nur mit großer Mühe gelang es, das Tier wieder an die Kette zu bringen.

Rüsselsheim, 24. Nov. Die Opelwerke in Rüssels­heim planen, wie verlautet, im kommenden Jahre die Errichtung einer eigenen Metallgießerei zur Selbsterzeugung des schwierigen Zylindergusses und anderer Armaturen in Rotguß und Leichtmetall. Der Geschäftsgang hat sich in letzter Zeit beträchtlich gehoben. Allein in den letzten drei Wochen sind weitere 300 Mann meistens von auswärts neu ein­gestellt worden. Die Belegschaft beträgt jetzt rund 5000 Mann. Weinheim, 24. Nov. Auf der Landstraße zwischen Leutershausen n^d Gr^iochsen fuh- her ?5whrme Zimmermann Peter Metz aus Weinheim, ein Kriegsinvalide, mit seinem Motorrad, als er ein Fuhrwerk überholen wollte, mit voller Wucht in die von Heidelberg kommende Dampfstraßenbahn hin­ein. Dem Unglücklichen wurde der Schädel zertrüm­mert, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat.

Würzburg, 24. Nov. In Kirchenlamitz lOberfr.) ist in einer am Ortsende gelegenen Scheune wahr­scheinlich infolge Brandstiftung Feuer ausgebrochen. das sich infolge des Herrschenden Windes so schnell ausdehnte, daß binnen wenigen Minuten ein ganzer Komplex von 15 Scheunen in Hellen Flammen stand. Sämtliche Scheunen brannten bis auf die Grund­mauern ab. Einige glühende Balken wurden aus ' einer Scheune in den nur zwei Meter entfernten ! Friedbof geschleudert, wodurch mehrere Grabsteine und Gräber demoliert wurden. Der Schaden ist sehr groß, besonders deshalb, da noch in fast sämtlichen Gebäuden gewaltige Mengen von Erntevorräten 'lagerten.

Ludwigshafen. 24. Nov. Bisher unbekannte Täter haben in Großniedesheim (Pfalz) auf den Feldern verschiedener Landwirte in die Dickrüben Stecknadeln gesteckt, sodaß sich beim Herausmachen der Rüben Handverletzungen einstellten. Auch ist eine Kuh verendet, die solche Rüben mit Nadeln ge­fressen hat.

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(Unter Veranrwortung des Einsenders.)

Hundeplage.

k HN«m ArtikelÄuubeplags" im lokalen Teil der F Montagsnummer wüßte von der Allgemeinheit viel f mehr Interesse emgegengebrackt werden. Niemand könnte.rpdhl den Beweis des Gegenteils erbringen, P es ist und bleibt eine Tatsache, dâß die frei herum­laufenden Hunde ein ekelerregendes Betragen füh- ren. 'Vün Interesse ist nur, festzustellen, um welche Art von Besitzern es sich handelt. Andererseits ist . der Artikel geeignet, die öffentliche Meinung hierüber noch mehr aufzureizen und was die wer­tere Folge ist, die schon um 100 Prozent höhere Steuer, wie vor Vorkriegszeit, noch zu erhöhen. Diese Zeilen sollen dahingehend aufklären, daß es sich bet den das Straßenbild verunzierenden Hunden in den allerwenigsten und seltensten Fällen um versteuerte Rassehunde handelt. Wie die von den entsprechenden Vereinen geführten Statistiken beweisen, handelt es sich um Tiere, deren Besitzer, abgesehen davon, daß er vielleicht keine Steuern bezahlt, auch nicht in der Lage ist, die Futterkosten aufzubringen und tAbt einen geeigneten Aufent­haltsraum für feinem Hund hat und ihm somit auf «er Straße freien Lauf läßt. Die Züchter und Steb= naher werden niemals ihre Hunde frei und ohne Aussicht laufen lassen, denn abgesehen davon, daß die Haltung eine kostspielige Liebhaberei ist, repräsèn- iiert ein solches Tier auch einen gewissen Wert und wird der Besitzer eines solchen immer sein Augen­merk auf dessen Verhalten richten. Die Hunde, welche auf der Straße frei herumlaufen, müßten, "uch wenn sie mit einer Steuermarke versehen sind, eingefangen werden. Eine exemplarische Strafe müßte den Besitzern auferlegt werden, nicht, wie es meistens üblich ist, die Steuer zu erhöhen; denn da­von verschwinden die Straßenhunde nicht. Die Haisezucht wird nur durch solche Maßnahmen zu- . ruckgehen, da die jetzige Steuer schon sehr hoch ist. Aus die Bedeutung der Rassezucht näher einzugehen, wäre überflüssig. Auf welchen Gebieten der Hund heute überall verwertet wird, ist nur zu bekannt. Dieses wäre der einzige Ausweg, um den Wünschen Bürgerschaft, sowie den ' Hundezüchtern und 'Liebhabern gerecht zu werden.

Hundefreunde e. V.

Slmttötsrowtme

Telephonanruf Nr. 2020.

Aus aller Welt.

Ein deutsches Großflugzeug in London.

Ein deutsches Großflugzeug traf gestern aus Hamburg auf dem Flugzeugplatz Croyden bei Lon­don ein. Der Apparat, ein Gänzmetall-Großslugzeug mit drei Motoren, Modell Rohrbach, erregte außer­ordentliches Aufsehen. Das Flugzeug hat insgesamt 2000 PS und ist mit zwei großen Scheinwerfern für den.Nachtflugverkehr versehen, eine Einrichtung, die.hier besonderes Interesse erweckt.

Passagiere ertrunken Besatzung betrunken.

Man erinnert sich noch der Katastrophe des DampfersBurewestink", der auf einer Fahrt nach Kronstadt vor Petersburg bei einem Zusammenstoß mit einem deutschen Dampfer im August dieses Jahres versank. Zurzeit wird der Prozeß gegen den Kapitän und die Mannschaft des Dampfers vor dem obersten Gerichtshof in Petersburg verhandelt. Es stellt sich heraus, daß die Schiffskatastrophe, bei der 60 Menschen ums Leben kamen, nur dadurch ver­ursacht wurde, daß die ganze, aus 24 Mann be­stehende Besatzung sinnlos betrunken war. Der Ka­pitän konnte nicht auf den Beinen stehen, und der erste Offizier kletterte beim Eintreten der Kata­strophe in weinseligem Zustand auf den Schorn­stein. Die Besatzung kümmerte sich nicht im Ge­ringsten um die Passagiere und suchte sich in Sicher­heit zu bringen. Das russische Schiff wurde an die Mauer des Hafenkais gedrückt. Merkwürdigerweise waren an der Mole weder Rettungsboote noch Rettungsringe zu finden. Obwohl die Dunkelheit längst eingetreten war, war die Mole noch nicht beleuchtet, da die elektrischen Leitungen, offenbar von den berüchtigten Hooligans, durchschnitten wa­ren. Die gesamte russische Presse ist über diese Zu­stände empört, fordert strenge Strafe nicht nur für Kapitän und die Besatzung, sondern auch für die leitenden Personen, die für die Ordnung in den Hafenanlagen zu sorgen unterlassen haben. Dabei wird wieder einmal auf die in immer erschreckende­rem Maß zunehmende Verbreitung des Perbrecher­unwesens hingewiesen. Die Hooligans haben in je­der Stadt sogar ihren offiziellen Club und stellen ihren Mitgliedern Geleitbriefe aus, die sie vor Ueberfällen durch ihresgleichen schützen sollen.

Der neue Titel des Königs von England.

Die britische Reichskonferenz hat, wie schon be­richtet wurde, das Verhältnis des Mutterlandes zu den Dominions einer gründlichen Ueberprüfung unterzogen und die Kronländer mit neuen Rechten ausgestattet. Unter den Neuerungen, die die Orga­nisation des Empire grundsätzlich berühren, muß auch die Aenderung des königlichen Titels vermerkt werden. Cs wird künftig nicht mehr heißen:Durch die Gnade Gottes König des Vereinigten Königs­reichs von Großbritannien, Irland und der Domi­nions" sondern einfach:Durch die Gnade Gottes König von Großbritannien, Irland und der briti­schen .Dominions".

Marx und Liebknecht Minister des Zaren Lenin.

Das Tempo der Gegenwart äußert sich in Ruß­land in einer Verkürzung fast aller Worte der Um­gangssprache. So heißt ein Kommissar Komm, ein Sawjedujustschij (Äbteilungschef) Saw, usw. Auch die Namen der Städte und Straßen sind gründlich geändert worden. Noch immer tagt eine Kommission, die jede Stadtbenennung, die irgendwie an einen Heiligen oder an ein Ereignis aus der Zeit des

lingrad, Trotzt, Sinöwjewsk usw. Eine Karl Marx­straße und einen Liebknechtplatz hat man in jedem Dorf. Einem Korrspöndenten derPrawda" sagte vor einiger Zeit ein alter Bauer:Lenin, ist unser Väterchen Zar. Traurig ist nur, daß er, genau so wie die frühere deutsche Zarin, die Deutschen so liebt und sich lauter deutsche Minister ausgesucht hat."Wer sind denn die deutschen Minister, die Lenin berufen hat?" fragte der Journalist er­staunt.Liebknecht und Marx", antwortete der Bauer,nach denen sie sogar unsere Straßen nennen."

Der falsche Zarewitsch.

In den nächsten Tagen wird der Gerichtshof in Kiew sich mit der Angelegenheit von 16 verhafteten Personen beschäftigen, an deren Spitze der Obmann der Kriegsbeschädigten-Vereinigung des Dorfes Soschnikowo im Gouvernement Kiew steht, ein Mann namens Petrenko, der gleichzeitig der Leiter der Sowjet-Organisation dieses Dorfes ist. Petrenko und feine Genossen sind angeklagt, einen jungen Mann namens Malachow unterstützt zu haben, der sich für den geretteten Sohn des Zaren Nikolaus, den Kronprinzen Alexei ausgibt, und überall das Volk aufruft, ihn im Kreml zum Zaren von Rußland einzusetzen. Ziemlich spät sind die Behörden den Umtrieben des Malachow auf die Spur gekommen, der von Petrenko unterstützt, von Dorf zu Dorf pil­gerte, unter den Bauern Versammlungen abhielt und besonders unter den Popen sich viele Freunde zu erwerben wußte. Die Behörden verhafteten Pe­trenko und Genossen, konnten aber nicht verhindern, daß im letzten Augenblick Malachow sich der Fest­nahme durch die Flucht entziehen konnte. Seither ist er bald in dem einen, bald in dem anderen Dorfe aufgetaucht, ohne daß es gelungen wäre, seiner hab­haft zu werden, weil sich die Bauern überall für ihn einsetzen und ihn gut verbergen. Malachow als falscher Kronprinz erzählt, daß er von mitleidigen Soldaten vor dem sicheren Tode gerettet wurde, man habe die Leiche eines Knaben an seiner Statt in die Kerkerzelle gebracht. Die Gefängnisbeamten hätten ihm nicht nur zur Flucht verhalfen, sondern auch veranlaßt, daß ihn der Vater jenes plötzlich ver­storbenen und als Kronprinz ausgegebenen Knaben als Sohn adoptierte und durch einen in das Geheim­

nis gezogenen alten Popen erziehen ließ. Der falsche Kronprinz Alexei zeigt als feine Beglaubigung ein brillantengeschmücktes Ikonen, ein Miniaturbild der Mutter Gottes, das angeblich sein Großvater Ale­xander III. als Talismann stets um den Hals getra­gen hat. Zweifellos stammt die Kostbarkeit aus den Schätzen eines sehr reichen Hauses, ob es aber ge­rade in dem Besitze der kaiserlichen Familie war ober gar Alexander III. gehört hat, steht dahin. Freilich haben sich bereits Leute gefunden, die auch dieses bejahen und deshalb an die Abstammung Malachows aus kaiserlichem Geblüt glauben. Der falsche Kronprinz Alexei wird von jenen, die ihn kennen gelernt haben, als ein großer, blühender, junger Mann geschildert, mit rosigem Antlitz und straffen flachsblonden Haaren. Seine Erscheinung soll ebenso angenehm wie elastisch sein. Das stimmt nicht mit dem Bilde, das man noch von dem echten; Kronprinzen Alexei in Erinnerung hat, überein, der als an Blutkrankheit Leidender schwächlich und in­folge. eines geheimnisvollen Attentats aelähmt war. Das Auftreten des falschen Zarewitsch erinnert an das Auftreten des falschen Demetrius zur Zeit des ufurpatorischen Zaren Boris Godunow.

Der Unglücksfall auf dem TorpedobootMöve".

Königsberg, 24. Nov. Bei dem gestrigen Unglücks- foll auf dem TorpedobootMöve" ist außer dem schon als tot gemeldeten Obermaschinistenmaat und einem Oberheizer noch ein Maschinenbauer seinen Verletzungen erlegen. Der Zustand der übrigen sechs Verletzten gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß. Die Möve" ist heute von Pillau zu einer kurzen Probe­fahrt in See gegangen. Die Rückkehr erfolgt im Lause des heutigen Nachmittags.

Die letzten lebenden Dinosaurier.

Forschungsreisende, die die Sundainseln be­reisten, wußten allerlei Erstaunliches über dort lebende Riesenechsen zu berichten, die man, nach Größe und Gestalt, als die letzten, wenn auch ver­kümmerten Ueberbleibsel der Dinosaurier ansehen darf. Die Eingeborenen wußten so Fabelhaftes über die Größe und Gefährlichkeit dieser Nachfahren der Riesenechsen zu berichten, daß man geneigt war, ihre Existenz überhaupt zu bezweifeln. Neuerdings ist es jedoch gelungen, einige dieser Tiere lebend zu fan­gen unb nach dem Zoologischen Garten in Newyork zu schaffen, wo sie jetzt eine der größten Sehens­würdigkeiten bilden. Ferner ist ein 3 Meter langes Cremplar einer Riesenechse nach Europa gebracht worden. Es befindet sich im Zoologischen Garten von Amsterdam, wohin es aus Holländisch-Ostindien in einem besonders für diesen Zweck angefertigten und mit einer Heizanlage versehenen Käfig an Bord eines Kriegsschiffes überführt wurde. Auf den bei- den Inseln des Sunda-Archipel wo diese Riesen­reptilien noch leben, werden sie von den Einge­borenenLandkrokodile" genannt. Es ist gelegent­lich berichtet worden, daß auf den Sundainseln noch heute Echsen lebten, die eine Höhe bis zu 7 Meter erreichten; diese Größenangaben werden von dem Direktor des Zoologischen Museums in Buitenzorg auf Java als übertrieben bezeichnet.Ich glaube nicht" so schreibt er an die Redaktion der Londoner Jllustrated London News", daß sie wesentlich grö­ßer als drei Meter sind. Ueber ihre Lebensführung und ihre Lebensgeschichte ist wenig bekannt; man bars aber annehmen, daß sie sich in der Hauptsache von toten Tieren nähren, banebSn aber auch auf Krabben Jagd machen und auch kleinere Säugetiere angreifen. So gefährlich, wie man glaubt, scheinen! sie aber nicht zu sein. Ich wenigstens habe nie von s einem Unglück gehört, das auf ihr Konto zu setzen wäre. Allerdings werden sie von den Eingeborenen ^â-Lârchtei. Die vom Aussterben bedrohten Tiere f^hen heuEö unfßt ffslctfltdjßin SchuH, unb^ßtn oder Naturforschern ist es streng untersagt, ohne be­sondere Ktlaubnis eine Echse zu töten oder lebend einzusangen.

O diese Affen!

Aus London wud gemeldet: Dreizehn Affen, Mitglieder einer Affen-Jazz-Kapelle, sind in der ver­gangenen Nacht durch Einbrecher, die glaubten, der Asien! äfig sei ein Hühnerstall, in Freiheit gesetzt worden. Sie terrorisierten den Padoinaton-Pahn- Hof und die umliegenden Untergrundbahnhöse und erschreckten vor allem ältere Damen, indem sie plötz­lich auf den Bahnsteigen der Untergrundbahnhöse erschienen und alle möglichen Tricks ausführten. Ein 2lffe hat sich dadurch ein Verdienst erworben, daß er durch fein dickes Fell, als Schornsteinfeger wirkend, ein Anzahl Schornsteine eines Hauses ge­reinigt hat. Andere haben die kleinen Schokoladen- läden des Bezirks heimgesucht.

Der Besitzer dieser Jazz-Kapelle ist über das Wochenende aus London abwesend, und der in Lon­don verfügbare Ersatz an Affendompteuren hat bis­her nur ausgereicbl, Um ein halbes Dutzend Affen dingfest zu machen. Man erwartet im Rundfunk einen Notschrei nach dem Verbleib des Affenbesitzers.

God save the King!

Ein Professor der Universität London wurde vom König zum Leibarzt ernannt. Der Professor, stolz auf diese Auszeichnung, machte sie bekannt, in­dem er seinen neuen Titel unter seinen Namen auf das schwarze Brett an der Universität schreiben ließ. Andern Tages galt der erste Blick des Professors dem schwarzen Brett. Da stand wunderschön sein Name und Der neue Titel, doch darunter hatte ein Witzbold noch die Worte geschrieben:God save the

Karl irrt sich.

Kürzlich meldete sich der Arbeiter Karl Hüllen­dorf im Berliner Polizeipräsidium und gab an, er habe seine in Erfurt lebenden Eltern erdrosselt. Die Emittlungen ergaben jedoch, daß Hüllendorf zu der Zeit, als er das Verbrechen begangen haben sollte, wegen Landstreicherei im Gefängnis in Fuhlsbüttel saß und daß seine Eltern sich bester Gesundheit er­freuen. Als man ihm die Unrichtigkeit seiner Selbst­bezichtigung vorhielt, erklärte er:Dann habe ich mich eben geirrt .

Versteigerung eines berühmten Diamanten.

Am ersten Dezember wird aus einer öffentlichen Juwelenauktion bei Christie einer der schönsten Diamanten der Welt, derGolden Dawn", ver­steigert werden. Der Stein wiegt 6114 Karat und spiegelt in seinen Farben die Lichter eines Sommer­sonnenaufgangs wieder. Er war zuletzt im Besitz des Prinzen Aga Khan.

Aufgedeckte Spritschiebung.

Von der Zollfahndungsstelle wurde in Altona eine große Spritschiebung aufgedeckt. Der Haupte täter, ein Altonaer Drogist, ist verhaftet worden Weitere Verhaftungen stehen bevor. Die Schieber hatten Branntwein durch Zusatz von Deckstoffen entgällt und Ausfuhrsprit verschoben. Dem Reiche sind Abgaben in Höhe von einer halben Million entzogen worden.

15jährige Brandstifterin.

Im Dorfe Offendorf bei Bad Schwartau in bei Nähe von Lübeck brach bei dem Landwirt Otto Jade ein Brand aus, der den gesamten Hof in Asch' legte, u. a. auch die Getreideernte vernichtete. Bei dem herrschenden Sturm überschüttete Flugfeuer alle Häuser des Dorfes, sodaß 15 Feuerwehren den Ort nur mit größter Anstrengung vor völliger Ver­nichtung zu retten vermochten. Der Verdacht b-r Brandstiftung richtete sich auf das 15jährige Dienst­mädchen des Jäde, Frida Drinkwitz. Sie wurde fest genommen und in das Amtsgerichtsgefängni, in Bad Schwartau gebracht, wo sie eingestand, den Hof ihres Dienstherrn in Brpnd gesteckt zu haben. Anfang August war das Mädchen auf einem Bauernhof in Pöppendorf in der Nähe von Lü­beck in Stellung, der während dieser Zeit gleichfalls völlig niederbrannte. Es wurde auch hier böswillige Brandstiftung festgestellt. Zweifellos ist das Mädchen auch in diesem Falle die Täterin. Sie erklärte, das Feuer in Offendorf gelegt zu haben, weil sie nur nach Einäscherung des Hofes ihre ihr nicht zu­sagende Stellung hätte verlassen können.

Das Flugzeug als Mückenjäger. Schon vor längerer Zeit ist es gelungen, Raupenschwärme, die amerikanische Wälder verheerten, vom Flugzeug aus zu bekämpfen. Damals wandte man verschiedene Gase an, die in dichten Schwaden vom Flugzeug aus in die Wälder geblasen wurden und dort alle Insek­ten vernichteten. Inzwischen hat das Landwirt­schaftsministerium der Vereinigten Staaten einen energischen Kampf gegen die Mücken organisiert. Ganze Flugzeuggeschwader überfliegen in einer ge­wissen Höhe die Gebiete, die besonders von Mücken heimgesucht sind, und streuen eine Art Insekten­pulver in feinster Puderform über diesen Gegenden aus. Die Menge des Streupulvers ist, wenn man den Berichten amerikanischer Blätter Glauben schen­ken darf, außerordentlich klein; bei Sumpfgeländen sollen 25 Gramm für 40 Ar genügen, während in Waldgebieten für dieselbe Fläche 12 Kilogramm nötig sein sollen. Die Versuche haben zu sehr er­mutigenden Ergebnissen geführt; in den besonders mückenreichen Moor- und Sumpfgebieten konnten 99 Prozent der Mllckenlarven vernichtet werden.

Hochzeit am Fuß eines Leuchtturms. Eine unge­wöhnliche Trauungszeremonie wurde kürzlich bei dem Leuchtturm von Plymouth vollzogen. Ein Mo­torboot verließ den Hafen von Plymouth und ging vor dem Leuchtturm vor Anker. An Bord befanden sich der norwegische Kapitän Konow, der, da er nicht im Besitz der von der britischen Behörde für die Eheschließung verlangten Papiere war, auf eng­lischen, Boden nicht getraut werden konnte, und seine Braut, die Engländerin Miß Neaß. Die Trau, ung wurde bei hohem Seegang vollzogen, während Sturzwellen über das Boot brachen und über den Köpfen des Paares die Seemöven ein schrilles Hoch- zeitslied fangen.

Mustapha Kemal verbietet den Bauchtanz. Der Präsident der türkischen Republik macht ganze Re- formarbeit. Das neueste Gesetz verbietet den Bauch­tanz. Wer den Orient kennt, wird sich die Bedeu­tung einer solchen Maßnahme nicht recht klarmachen können. Man hat oft gelesen, daß die Reformen des Ghazi die Annäherung des Orients an den Westen zum Ziel hätten. Vielleicht ist gerade dieses letzte Gesetz der deutlichste Ausdruck dieser Tendenz. Ich erinnere mich", so schreibt Louis Forest, ein bekannter Pariser Journalist imMatin",in Biskra einem eindrucksvollen Beispiel beigewohnt zu haben. Ich saß inmitten der Kameltreiber, die von einer endlosen Reise durch die Wüste zurückgekehrt waren. Ein armes Mädchen, geschminkt und mit Flitter behängt, tanzte den Bauchtanz. Die Siraber schienen fasziniert. Ich las in ihren Augen, daß sie sich im Paradiese wähnten. Und ich fragte mich, wie es möglich sein kann, daß die Menschen so ver­schieden denken: daß die einen dieses Schauspiel als kläglich und ekelerregend empfinden, während ihm die andern den höchsten Reiz des Lebens und den Inbegriff der Schönheit abgewinnen sönnen. In der modernen Türkei scheint man in diesem Punkt wirk- sich westlich zu denken. Aber ob der Cbarlcston, der wohl den Bauchtanz ersetzen wird, auch das tür- kische Volk moralisch und geistig heben wird, bleibt dahingestellt."

Ich bin der Schneider, kann ich Monsieur spre­chen?"Ab, Sie kommen wohl probieren?", fragte das Mädchen.Ja, ob ich mein Geld kriege!"

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