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20. KovemVe«
1926
Das KeueKe.
— Wie die Agentur Inda Pacific aus Tokio meldet, sind die Verhandlungen wegen einer Revision des Handclsvrtrags wieder aufgenommen worden. Botschafter Solf wird Mitte Dezember von Berlin kommend wieder in Tokio eintreffen.
— Der spanische Staatsrat hat das Zeppelinprojekt Sevilla—Buenos-Aires angenommen.
— Im Verwaltungsrat des Reichsrates wurde gestern über die Friedericusmarke debattiert.
' — Wie wir hören wird man vom 15. Mai 1927 ab mit direkten Fahrkarten von Berlin nach Tokio fahren können. Lediglich in Moskau braucht der Wagen gewechselt zu werden. Die Fahrtdauer beträgt 14 Tage.
— Französische Blätter geben zu, daß der Artikel 213 des Versailler Vertrages keine permanente militärische Kontrolle durch den Völkerbund zulasse, fordern aber die ständige Kontrolle für die entmilitarisierte Zone.
Dev âmf um die DSlSev dundssonivoUe.
so weit vorgeschritten, daß vollkommene Klarheit besteht, immerhin ist anzunehmen, daß im Reichstag diese Frage infolge ihrer Wichtigkeit in der Debatte eine große Rolle spielen wird. Wohl hat man sich auch in Frankreich so langsam mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß
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Ms der Reichstag sich am vergangenen Samstag nach Erledigung der Krisenfürsorge für die Erwerbslosen bis Anfang kommender Woche vertagte, da nahm man allgemein an, daß die Regierungsparteien diese Pause dazu benutzen würden, den stark bewölkten parlamentarischen Horizont zu reinigen, um . bei Wiederzusammentritt des. Parlaments eine günstigere Wetterlage , als bei seinem Auscinandergehen vorzufindey. Wohl haben die Regierungsparteien mit den Sozial- bemofraten unter der Hand Fühlung genom- ! men, doch zu offiziellen Verhandlungen über eine Erweiterung der Koalition ist es nicht ge- “ fMmen l! èb er 'ms Fuhlnn gnahine hinter den .-ULjiixiiL&a, in die Detfentiichfe.it aes
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verläuft, nichts näheres gesagt werden kann. Immerhin läßt sich ausser Tatsache der Fühlungnahme mit den Sozialdemokraten entnehmen, daß sich innerhalb des Blockes der Re- gieriingsparreien der Standpunkt des Zentrums und der Demokraten, die sich bekanntlich schon seit längerer Zeit für die Große Koalition entschieden haben, gegenüber dem Wunsche der Vosksparteiler, die lieber eine Erweiterung nach rechts gesehen hätten, endgültig durchgesetzt hat. Die Reichstagssraktion der Deutschen Volkspartei hat sich bereit erklärt mit den So- [ zialdemokraten zusammen zu arbeiten, will aber erst Klarheit darüber haben, welche Forderungen die Sozialdemokraten zu stellen beabsichtigen und wie diese in Zukunft ihre Taktik einjufteUen gedenken. Hier liegen aber die Schwierigkeiten. Nach allem was bisher bekannt geworden ist, werden die Sozialdemokraten, wenn sie in die Regierung hineingehen, mit ihren Forderungen nicht billig sein. Zum mindesten werden sie die Stellung des Vizekanzlers, des Innenministers und des Wirtschaftsministers verlangen. Ob die Demokraten geneigt sind Herrn Dr. Külz aufzugeben, ist zu bezweifeln. Die Deutsche Volkspartei jedenfalls denkt nicht daran, wie dieser Tage die „Tägl. Rundschau" schrieb, auf das Wirtschaftsministerium zu verzichten. Auch die sonstigen Verhandlungen über ein konkretes Arbeitsprogramm dürften großen Schwierigkeiten begegnen, sodaß mân den kommenden Verhandlungen über die Bildung der Großen Koalition im Reiche unschwer ein schlechtes Horoskop stellen kann.
Berlin. 19. Nov. Der Optimismus der Berliner amtlichen Stellen in bezug auf die Entwicklung der Entwaffnungßverhandlungen weicht allmählich einem gewissen Pessimismus. Franzöfischer- seits wird jetzt erklärt, daß die französische Regierung die Forderung auf Einrichtung einer permanenten Militärkontrolle durch die Investigationskommission des Völkerbundes nicht erheben werde. Dagegen wünscht die französische Regierung, daß Mittel und Wege gefunden werden, um eine gewisse „S t a b i l i t ä t Ü e r M i l i t ä r k o n t r o l l e" auch nach ihrem Uebergang an den Völkerbund zu gewährleisten. Das bedeutet in der Praxis natürlich genau das gleiche wie die Einrichtung einer permanenten Militärkontrolle. Es ist selbstverständlich, daß
eilte derartige „Lösung" für Deutschland völlig unerträglich ist.
Ebenso ernst beurteilt man in maßgebenden deutschen Kreisen jetzt die Aussichten der Dexhand- lungen über das Investigationsproto- f oll. Nach einer aus Paris kommenden Meldung soll man in dortigen diplomatischen Kreisen die Entdeckung gemacht haben, daß eine Aufhebung der im September 1924 vom Völkerbund beschlossenen Bestimmungen über die Militärkontrolle nur mit einem einstimmigen Beschluß des Dölkerbundsrates möglich sei, den aber Frankreich bei neuen Beratungen in Genf verhindern werde. Das würde bedeuten, daß Frankreich gegen Deutschland, England und Belgien Stellung nimmt, um seine militärische Machtposition zu verteidigen, und ^daßFrankreichdamitalle^^rhandlungen^
Es ist 'auffallend^ßFrankrekch im'Sinne dieser Politik bei den jetzt schwebestden Verhandlungen in Paris und Berlin auch die Bereinigung der noch schwebenden Streitfragen' über die Entwaffnungsfrage verzögert. Noch immer stehen' folgende Streitpunkte auf dem Programm:
Frankreich beanstandet die deutsche Definition des Begriffs „Kriegsmaterial". Unter der Bezeichnung Kriegsmaterial will Frankreich dem Deutschen Reiche die Fabrikation bestimmter Arten von Kesseln und Maschinen verbieten. Außerdem streitet man sich noth um die Stärke unserer Polizei.
Die Gesamtstärke unserer Polizei in Höhe von 150 000 Mann wird nicht mehr bestritten, aber Frankreich verlangt, daß wir 100 000 Mann staatliche und 50 000 Mann kommunale Polizisten haben, während Deutschland 108 000 Mann staatliche und 42 000 Mann kommunale Beamte verlangt. Wegen der Tanks hat Frankreich noch ebenfalls lebhafte Befürchtungen und will,
daß die Reichswehr in bet Abwehr gegei nicht unterrichtet werden dürfe!
ien Tanks
Verfehlungen Deutschlands noch zu flagrant seien, als daß man erklären könne, die gesamte Abrüstung-frage sei erledigt. Jedenfalls köne man sagen, daß erst n a ch der Rückkehr des
flagran
Generals
ihre Entscheidung treffen werde. Für den „Matin ist es nicht zweifelhaft, daß die Tagung des Völkerbundsrates beginnen werde, ehe General Walch Zeit gehabt habe, seinen Bericht zu erstatten. Der „Matin" gibt zu, daß Briand, Stresemann und Chamberlain sich in Genf über
bundsrates beginnen wer!
die künftige Lonkrollkommission des Völkerbundes unterhalten könnten und macht dabei das wichtige Geständnis, daß im Artikel 213 des Versail- ler Vertrages von einer ständigen Kontrollkommission nicht die Rede sei, sondern nur von einzelnen Untersuchungen. Man könne daher auch nicht sagen, daß Deutschland die ständige Kontrolle ablehne, weil ja von dieser im Versailler Vertrag keine Rede sei. Allerdings könne gemäß die- ~ ** * “'*”'• igsfom«
trag keine Rede sei. Allerdings könne gerne fern Paragraphen eine ständige Untersuchuni Mission in den entmilitarisierten Rheinlanden setzt werden, aber gerade in diesem Punkte versuche die Reichsregierung einige Milderungen und Ad-
änderungen zu erlangen.
einge»
Der letzte Abschnitt klingt sehr entgegenkommend, ist aber offenbar nur geschrieben, um die Pille, die der deutschen Politik bei dieser Gelegenheit gege' — tverden soll, zu versüßen; denn gleichzeitig wird hauptet, daß eine ständige Kontrolle für die entmilitarisierte Zone am Rhein vorgesehen sei. Die deutsche Regierung hat das bestritten und die Franzosen sind bisher den Nach- ifimthm nahtiohsn NIIS
leben
be-
allernächster Zeit ihr Ende finden muß, dock man will die Kontrolle über Deutschland doch nicht ganz aufgeben. Man macht daher den Versuch auf dem Wege über den Völkerbund eine neue Kontrollinstanz zu schaffen — ein Versuch, mit dem man erreichen will, daß der Völkerbundsrat an die Stelle der Interalli, ierte Militärkontrollkommission tritt. Zu diesem Versuch wird und kann Deutschland niemalr die Hand geben. Wohin wir Deutschen blicken, nehmen wir Riesenheere wahr: In der Tschechoslowakei, in Polen, Jugoslawien, Rumänien, um mit dem französischen Vasallenstaaten zu beginnen, in Griechenland, in der Türkei, in Rußland, Italien, vor allem aber in Frankreich und England. Ueberall baut man Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und der- gleichen mehr. Das Wort „Abrüstung" führt man in diesen Ländern nur im Munde, Wirklichkeit hat es nur für die Deutschen zu sein. Diejenigen die rüsten und rüsten, wollen — grausamster Hohn und Spott — das in den Abgrund der Ohnmacht gestürzte deutsche Volk, dauernd kontrollieren, angeblich um den Frieden zu wahren, in Wirklichkeit um uns dauernd unter Druck und in Fesseln zu halten. Nachdem die vollkommene Abrüstung Deutschlands festgestellt ist, hat die Kontrollkommission zu verschwinden. Das ist ganz selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist aber auch, daß Deutschland sich mit aller Entschieden- hekt gegen die Schaffung eines neuen Kontroll-
Was die Verhandlungen in Preußen an« langen, so sind diese gänzlich eingeschlafen. In verschiedenen Kreisen wird damit gerechnet, daß die eventuelle Bildung der Großen Koa- ition im Reiche, die wir, wie Mrchgeführt fe' ' “ ‘ fang auch in M.^.................... 0— „-„-
5aben würde Demgegenüber erfahren wir, daß preußische Fraktion der Volkspartei auch weiterhin in der Opposition verharren will, zumal „sich in Preußen in letzter Zeit die Gegen- latze zwischen Balksparteilern und Deutsch- nationalen erfre,!licherweise vielfach ausge- glichen haben. Wenn auch die Besserung des -Verhältnisses zwischen den beiden Rechtspar- wlen freudig zu begrüßen ist, so ist doch eine oauernde unfruchtbare Oppositionsstellung der ^°lkspartei keineswegs angebracht. Die Deutsche Volkspartei soll sich der gegenwärtigen
- Zew'K nicht vorbehaltlos an den Hals "b^r zu begrüßen wäre es, wenn die abgebrochenen Verhandlungen in ir- Eer Form wieder ausgenommen wür- An Große Koalition in Preußen mit > Rehungen zwischen der Volkspartei sich ab ^eutschnationalen könnte sehr ersprieß-
gesagt, noch nicht sehen, eine Umbildung der Regie- Preußen im selben Sinne zur Folge
Was Königsberg anbetrifft, so befürchtet Frankreich, daß gewisse deutsche Ergänzungsarbeiten an den Befestigungen von Königsberg eine Aenderung des „Systems unserer östlichen Grenzen" herbeiführen könnten.
Paris, 19. Nov. Der „Petit Parisien" und der „Matin" erklären heute übereinstimmend, daß noch mehrere Monate vergehen würden, ehe die Interalliierte Militärkontrollkommission aus Deutschland zurückgezogen werden konnte. Der „Petit Parisien" schreibt, die interalliierte Kontrolle werde noch so lange fortdauern, bis die deutsche Regierung alle militärischen Vorschriften des Versailler Vertrages erfüllt habe und bis insbesondere die Forderungen der Botschafterkonstrenz (Wehrverbände und Königsberger Festung) durchgeführt haben werde. Erst dann würden die Alliierten die formale Feststellung geben, daß Deutschland abgerüftet sei, erst Dann werde die Kommission des Generals Walch Berlin verlaffen und die Völkerbundskommission ihres Amtes walten. Da aber Deutschland die ihm auferlegten Maßnahmen nur langsam durchführe, könne man annehmen, wie der „Petit Parisien" behauptet, daß die Völkerbundskommission
erst in einigen Monaten
an die Stelle der Kontrollkommission treten' werde. Der „Matin" schreibt, daß jetzt nur eine Frage er- ortert merbe, ob Deutschland die Verpflichtungen des Versailler Vertrages bezüglich der Abrüstung durch- aefuht habe. Das Blatt behauptet, daß man in London und in Parts hierüber derselben Anschauung sei. Der „Matin" fährt fort, man erkenne an, daß Stresemann in den letzten Wochen Beweise seines guten Willens ablegte, aber die französische und die englische Regierung stützten sich auf bestimmte Berichte und seien der Anschauung, daß einzelne
gleichen Auslassung schonend darauf vorbereitet, daß eine Erledigung dèr ganzen Frage bis zur Dezembertagung des Völkerbundsrats nicht möglich sei, da die Votschafterkonferenz einen entscheidenden Beschluß erst nach uer Rückkehr des Generals Walch fassen könne. Das klingt so, als wenn der General zu einer neuen Inspektionsreise durch Deutschland geschickt wäre, während er tatsächlich weiter nichts getan hat, als daß er nach Berlin zurückgefahren ist, um die Leitung der Kontrollkommission wieder zu übernehmen. Daraus läßt sich also eine Notwendigkeit, die Verhandlungen über Anfang Dezember hinauszuschieben, nicht herleiten. Die Voraussetzungen einer beschleunigten Erledigung sind auf deutscher Seite durchaus gegeben. Selbst der „Vorwärts" muß deshalb zugeben, daß diese Auslassung der Franzosen wenig erfreulich ist.
NoirteavS gegen ständige WHHär- Sstttrrotte.
Die Berliner Morgenblätter erinnern an ein Schreiben, das Poincarè am 28. April 1919 a n Clemenceau gerichtet hat und daß sie das stärkste Argument gegen die Schaffung ständiger Kontrollorgane in der entmilitarisierten Rheinlandzone nennen. 3n diesem Schreiben heißt es u. a.: Deutschland, so sagt man, solle gehalten fein, auf dem linken Rheinufer und in einer Zone von 50 Kilometern östlich des Rheines weder Truppen noch Festungen zu unterhalten. Aber der Vertrag sieht keine dauernde Kontrolle der T r u p-
auch gegen den in der gestrigen Par aufgetauchten Plan, der wohl eine pc militäris' mM" W
. ...... , „ MWMM
je Kontrolle durch den Völkerbund als undurchführbar bezeichnete, dafür aber die ständige Kontrolle für die entmilitarisierte Zone forderte. Sämtliche in der Kontrollfrage aufgetauchten Forderungen sind unerhörte Pro- vokationen und deshalb undiskutabel. Das
muß in der kommenden außenpolitischen Debatte im Reichstag klipp und klar zum Ausdruck gebrat werden, damit der deutsche Außenininister mit der nötigen Rückendeckung die bevorstehende Dezember- tagung des Völkerbundsrates besuchen kann und er bei einer vertragswidrigen Behandlung der Kontrollfrage im Völkerbundsrate auch in der Lage ist, die Konsequenzen anzukündigen.
Praktische versuche mit der Gorialdemskratie.
Rüstung vor, weder auf »och im übrigen Deutschland.
penzahl und der l dem linken Rheinuser noch .... —„—----,_,------
Die Bestimmung, wonach der Völkerbund Feststellungen vornehmen kann, läuft also mangels einer dauernden Kontrolle Gefahr, völlig illusorisch zu
sein.
Die „Tägl. Rundschau" bemerkt dazu: was der Polncarè von 1919 bekannte, das kann der poin- caré von heute nicht in Abrede stellen!
Die Anion of DemoovoLie Äontvol fäe attssmeirrs ÄbvMnns.
London, 19. Nov. Die Union of Democratic Control fordert in einer Entschließung, daß alle Signatare der Locarnoverträge durch substantielle Angebote einer Verminderung ihrer Rüstungen und stehenden Heere ihr Vertrauen auf Sicherheit beweisen sollten, die nach ihren eigenen Angaben ihr Ziel war, als sie diese Verträge abschloßen. Die Union weist darauf hin, daß nach der Feststellung des Generals Morgan die materielle Abrüstung Deutschlands soweit wie möglich gegangen sei und daß der Rücktritt des Generals Seeckt ein Zeichen für die Bereitschaft der deutschen Regierung sei, loyal an dem allgemeinen Plane mirzuarbeiten. Eine solche Bereitschaft könne nicht weiter bestehen, wenn sich die Siegermächte weigerten, auch ihrer- seits entsprechende Rüstungsverminderungen vor- zunehmen.
Berlin, 19. Roobr. Die Reichsregierung scheint jetzt daran zu gehen, einige praktische Versuche zu machen, wieweit sie mit der Sozialdemokratie zusammengehen kann. Neben dem Arbeitsschutzgesetz tritt das Arbeitslosenversicherungsgesetz immer mehr in den Vordergrund. E: hat bereits den Reichsrat passiert und wird in den nächsten Tagen dem Reichstag zugehen. Die Vorlage soll bereits am 1. April 1927 in Kraft treten und das augenblickliche Provisorium für die Erwerbslosenfürsorge ab- lösen. Es sieht im besonderen vor, daß sich die Leistungen nach den Löhnen zu richten haben, daß also das Lohnklassensystem zur Anwendung kommt. Die Leistungen zur Versicherung sind nach wie vor von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen zu tragen. Augenblicklich sind es 3 Prozent
Teilen zu tragen. Augenblicklich sind es 3 Prozent vom Grundlohn, es ist aber beabsichtigt, sie auf 2 Prozent herabzusetzen. Damit wird man jedoch nicht weit kommen, weil bei diesem Satz nur etwa 45 Millionen monatlich hereinkommen werden, wäh
Der Reichstag hat seinen Wiederzusammen- volitischen Aussprache wird auch die Frage der tritt und bamit auch die außenpolitische Aus- der Beendigung der Militärkontrolle zur Bespräche um 24 Stunden verschoben, nicht auf Handlung gelangen, über die während der gan- Wunsch der Regierung, sondern auf Wunschder gen Woche in der in- und ausländischen Presse Sozialdemokratie, die einige führende Mit- geschrieben: ' . ” .' “ ' “ „ glieder nach Luxemburg zu einer sozialistischen wie bekannt in diesen Fragen zwischen Berlin -Konferenz entsandt hat. In dieser außen- und Paris geführt werden, sind zwar noch nicht
__________________,__. Presse worden ist. Die Verhandlungen, die,
rend heute monatlich 92 Millionen für die Erwerbs- iosenunterstützung nötig sind. Die Reichsregierung und die Rechtsparteien standen bei der letzten Regelung der Unterstützungssätze auf dem Standpunkt, daß das Lohnklassensystem sofort eingeführt werden müßte. Dagegen sträubten sich jedoch die Sozialdemokraten, weil dann nur ein Drittel der Unterstützungsberechtigten schlechter und nur zwei Drittel bessergestellt würden. Heute stehen namentlich die jugendlichen und weiblichen Personen besser da, die bei der von der Reichsregierung gewünschten Regelung nicht ebenso günstig abgeschnitten hätten. Infolgedessen ließ man das Lohnklaffensystem noch einmal fallen. Aber auch mit dem Ar- beitsversicherungsgcsetz sind die Sozialdemokraten nicht einverstanden. Der „Vorwärts" bemängelt bereits, daß die Vorlage keine Verbesserungen bringe. Die sozialdemokratische Reichstagssraktion werde mit aller Kraft für eine gründliche Umgestaltung des Regierungsentwurfes auch in der von ihnen gewünschten Form eintreten. Es wird sich also schon bald zu zeigen haben, ob die Sozialdemokratie in der Lage ist, ihr Gesellenstück für die Zusammenarbeit mit der Koalition abzulegen oder ob sie schon
hier zeigen wird, daß gearbeitet werden kann.
ihr nicht zusammen-