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— Wie Reuter erfährt, wird Chamberlain die Mhmng der englischen Delegation bei der am 6. Dezember beginnenden Ratstagung übernehmen.
— Der belgische Schatzminister Francqui hat aus Gesundheitsrücksichten seine Demission eingereicht.
— Die in Pupignan verhafteten Katalonier wurden einem ersten Verhör unterzogen.
— In Genf trat der vorberatende Ausschuß der Wellwirtschaftskonferenz zu seiner zweiten Tagung zusammen.
— Bei den kommunistischen Aufständen auf Java sind zahlreiche Todesopfer zu verzeichnen.
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Immer wieder hat Polen die Gemeindewahlen in dem Teile Oberschlesiens, der uns widerrechtlich entrissen worden ist, verschleppt. Es ließ sich mit Absicht Zeit, um inzwischen an der Entdeutschung des Gebietes mit allen Mitteln zu arbeiten. Die Gemeindewahlen sollten den Beweis erbringen, daß die Bevölkerung sich zum allergrößten Teil von Deutschland abgewandt hatte, und daß dieses ehemals deutsche Land mittlerweile polnisch geworden war. Gerade bei Oberschlesien mußte es der polnischen Regierung vor allen Dingen darauf ankommen, diesen Beweis zu erbringen.
Zweifellos ist alles geschehen, was geschehen tonnte, um in Ost-Oberschlesien das Deutfch- tfc zurückzudrängen und zu unterdrücken.
■i liâ um üaran auch durch die Anwesen-., Câlonders, des Vorsitzenden der gemischten Schiedsgerichtes, nicht hindern. Der Verband der Aufständischen verübte ein Attentat nach dem anderen gegen diejenigen Bewohner, die sich zum Deutschtum bekannten. Die Wirkung blieb auch nicht aus. Biele Deutsche zogen es wirklich vor, freiwillig zu gehen, als sich durch -einen Anschlag dazu zwingen zu lassen. Dazu kam dann eine schwere wirtschaftliche Krise. Was zu erwarten war, trat bald genug ein. Die Lostrennung von Deutschland zerschnitt die Fäden natürlicher wirtschaftlicher Zusamenhänge. Die Industrie ging ständig zurück. Die Arbeitslosigkeit griff immer mehr um sich und cs verstand sich von selbst, daß auch unter dieser Erscheinung das deutsche Element am meisten zu leiden hatte, da die deutschen Arbeitslosen zuerst abgeschoben wurden und freiwillig über die Grenze gehen mußten, wenn sie nicht zugrunde gehen wollten. In den letzten Wochen hat die bessere Konjunktur, die infolge de« englischen Bergarbeiterstreiks ein- setzte, die Wirtschaftslage etwas entspannt, aber es ist auch jetzt noch unbestreitbar, daß dir Not der Industrie in die Reihen der deutschen Arbeiterschaft im polnischen Oberschlesisn große Lücken gerissen hat.
^rnt; alledem geht das Deutschtum in Ost- ^verschlesien aus" der Wahlprüfung gestärkt hervor. Bei der Volksabstimmung lagen die Dinge etwa so, daß man in Ost-Oberschlesien
Prozent polnische und 45 Prozent deutsche Stimmen zählte.Bei denGemeindewahlen aber bot sich fast überall eine starke deutsche Mehrheit ergeben. Sie ist vorhanden in Kattowitz, in Königshütte und in Tarnowitz. Ja, auch in Pleß, d. h. im südlichen Teil des geraubten Oberschlesiens, find die Polen unterlegen. Stabt« und Landkreis Pleß haben eine deutsche Mehrheit. Dieses hocherfreuliche Ergebnis beweist also, daß seit der Abstimmung im Jahre
das Deutschtum in dem abgerissenen Teil Oberschlesiens nicht zurückgegangen, ist, sondern ms Gegenteil gewonnen hat. Trotz aller Entdeutschungsmaßnahmen, trotz allen Terrors hat sich das Deutschtum weiter ausgebreitet. Es verfügt jetzt in den Hauptorten in der städtischen Verwaltung über eine Mehrheit, die sich zur Wehr zu setzen vermag. Große «svölkerungsteile, die sich im Jahre 1921 noch "urch den polnischen Terror einschüchtern oder vurch Versprechungen betören ließen, werfen brüte ihr Deutschtum wieder in die Wagschale Md verhelfen damit dem deutschen Volkstum Mf einen Boden, der gewaltsam zu Polen ge- Magen wurde, zu einem seiner schönsten Er- mlge. Die Gemeindewahlen in Ost-Ober- Alesien sollten beweisen, daß Polen hier mit stsocht Herr im Hause sei. Sie haben in der bewiesen, daß die Losreihung eines Tei-
von Oberschlesien vom Deutschen Reich ein Erbrechen an dem Selbstbestimmungsrecht ^ Bevölkerung war, die sich ihrer Mehrheit Mch zu Deutschland bekennt. In diesem Sinne wird der Ausfall her Wahlen überall da er
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Berlin, 15. Nov. In den bisherigen Dispositionen für die Bölkerbundstagung ist entgegen anders lautenden Meldungen bislang nichts geändert worden. Es bleibt also dabei, daß Dr. Stresemann persönlich nach Genf geht, wenn, wie anzunehmen ist, Briand und Chamberlain sich zu der Konferenz begeben. Voraussetzung ist, daß die Verhandlungen in der Entwnffnungsfruge nicht inzwischen eine Entwicklung nehmen, die es dem deutschen Außenminister unmöglich macht, an dem Beratungstisch in Genf zu erscheinen. Mit einer solchen Wendung rechnet man allerdings an Berliner maßgebender Stelle nicht. Man hegt vielmehr in den Kreisen der Regierung nach wie vor die Hoffnung, daß die noch schwebenden Differenzen bis zum 8. Dezember, dem Sitzungsbeginn, beglichen find, so daß also nach einer kurzen Uebergangszeit die Militärkontroll
kommisfion etwa E:
Dezember endgültig Deutschland verlassen würde. Daß vor der Völkerbunds-
tagung die Auseinandersetzung über die von der Botschafter-Konferenz beanstandeten Punkte abgeschlossen wird, ist deshalb vom deutschen Standpunkt von Wichtigkeit, weil anüernteils die Gefahr bestünde, daß Investigationsbesprechungen in Genf unter dem Druck der Verhandlungen über die Militärkontrolle gestellt werden könnten.
Die Verhandlungen über die Militärkontrolle werden gleichzeitig in Berlin und Paris geführt. In der Frage der Wehrverbände soll sich nach Versicherungen von unterrichteter deutscher Seite herausgestellt haben daß deren Auflösung von der Gegenseite nicht gefordert wird. Die von der Pariser, aber auch von einem Teil der englischen Presse verbreitete Behauptung. die deutsche Reaierun bereits bestimmte.Zpfrcherungen über die der einzelnen Forderungen der Militärkontroll- kommifsion abgegeben, wird als unzutreffend bezeichnet. Es ist bisher keinerlei Bindung im Sinne der von den Alliierten gestellten Ansprüche erfolgt.
Die Reichsregierung hat es auch entschieden abgelehnt, über die Frage der allgemeinen Abrüstung Deutschlands zu verhandeln. Sie betrachtet vielmehr diese Angelegenheit, über die langwierige Auseinandersetzungen geführt wurden, als vollkommen er- k-digt und es besteht keinerlei Grund, sie von neuem "ufzurollen. Wenn der „Daily Telegraph" trotzdem erneut an diese Dinge rührt, so drängt sich leider der Verdacht auf, daß dem glatten Verlauf der Verhandlungen aus diese Art abermals Hemmnisse in den Weg gelegt werden sollen. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß dieser Störungsversuch auf dieselben Kreise zurückzuführen ist, die in den letzten Tagen den „Leitfaden für den deutschen Heeresunterricht" heroorkramten, um aus einigen
kannt und gewürdigt werden, wo man für die Wahrheit noch einen offenen Sinn hat.
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Kattowitz, 15. Nov. Besonders charakteristisch für das Gesamtergebnis der Gemeindewahlen in Ost-Oberschlesien ist das' Ergebnis in den beiden Großstädten Kattowitz und Königshütte. Von 60 Sitzen in Kattowitz haben die Deutsche Wahlgemeinschaft 29, die deutschen Sozialisten 5 erhalten, also 34, gegen 26 polnische Sitze. Zu den polnischen Sitzen kommen noch die Sitze der Mieterschutzpartei, der Mitlelstandspartei und der Kustos-Partei, die mit 7 berechnet sind, obgleich nicht alle für diese Splitterparteien abgegebenen Stimmen als polnische anzusehen sind. Noch größer ist die deutsche Mehrheit in Königshütte. Dort haben von den 54 Sitzen die' Deutsche Wahlgemeinschaft 32, die deutschen Sozialisten 6, also die Deutschen insgesamt 38 erhalten, die polnischen Parteien 14, die Kommunisten 2 Stimmen.
In seiner ganzen Größe aber wird der beispiellose Erfolg der Deutschen erst erkennbar, wenn man das Ergebnis in den kleinen Städten betrachtet. Von diesen scheint, soweit sich das überblicken läßt, Lub- imitz dis einzige zu sein, die allein, wenn auch eine ziemlich kleine, polnische Mehrheit hat. In allen größeren Ortschaften, z. B. Schoppinitz, Schwie- tochlowitz, Rybnik stehen Deutsche und Polen sich einander gleich. Verhältnismäßig große deutsche Mehrheiten haben Rude (9 deutsche, 7 polnische Sitze), Pleß (14 deutsche, 10 polnische Sitze), Nikola» (13 deutsche, 10 polnische Sitze), Bismarckhütte (15 deutsche, 7 polnische und 2 kommunistische Sitze) und Karlowitz. Hier lag noch kein zahlenmäßiges Ergebnis vor.
Aber auch in den kleineren Dörfern ist die Zahl der Stimmen außerordentlich angewachsen. In den Kreisen Rybnik und Pleß, die bei der Volksabstimmung polnische Mehrheit gehabt haben, verzeichnet neben den Kreisstädten eine größere Anzahl kleinerer Dörfer große deutsche Mehrheiten. Bei diesen deutschen Erfolgen ist das wichtigste politische Merkmal des Wahlergebnisses die geradezu klägliche Niederlage der von dem Verband der Aufständischen und dem Westmarkenverein aufgestellten Listen, auf die beispielsweise in Kattowitz noch nicht 10 Prozent der Stimmen entfallen sind. In den meisten Ortschaften ist diese Liste überhaupt durch- gefallen. Dieses Ergebnis ist bezeichnend für die Bedeutung der Beute, die, von dem Woiwoden gefördert. sich als die Herren des Landes betrachteten
zusammenhanglosen Zitaten den Beweis herzuleiten, daß den Soldaten der deutschen Reichswehr gtematisch der Revanchegedanke mit dem Ziel der iedereroberung Elsaß-Lothringens anerzogen werde. Es ist aber zu hoffen, daß plumpe Stimmungsmache die Verständigung nicht hintertrieben wird.
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Parks, 15. Nov. In den Enthüllungen, die Marschall Foch am Waffenstillstandstage im „Matin" veröffentlichen ließ, wurde der tragische Kriegsrat erwähnt, der im Jayre 1914 in Bombon abgehalten wurde und in dessen Verlauf die unhaltbare Lage der Ententestreitkräfte festgestellt werden mußte. Außerdem erklärte Marschall Foch in seinen Enthüllungen, daß die Belgier 1914 kaum mehr imstande waren, die Dserlinie zu halten. Er erinnerte an eine dem König Albert von ihm gesandte kategorische Aufforderung, " ' — .Auf
Belgien läßt heute in einem
Albert von ihm gesandte kategorische Äuffor! die belgische Verteidigungslinie zu halten. .. einem Zettel," so erzählte Marschall Foch im „Matin", „lieh ich König Albert die Ordre zukommen, die Stellung auf keinen Fall pre'szugeben."
König Albert von Belgien läßt heute in einem Briefe dem Marschall Foch folgende Berichtigung zukommen: „Aus Ihrer Mitteilung würde sich ergeben, daß ich im November 1914 die Absicht gehabt hätte, den Rückzug der Armee zu befehlen, wenn sie nicht opportuner Art eingegriffen hätten. Ich erlaube mir, Sie daran zu erinnern, daß am 16. Oktober, als ich die Ehre Ihres ersten Besuches
s von malion hatte, in der ich ankündigte, daß jeder, der das WortRück - zug ausspräche, als Vaterlandsver- räter zu betrachten wäre. Die Armee ion am Abend den Befehl erhallen, die
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Aserlinie unter allen Umständen zu halten. Die schärfsten Strafmaßnahmen wurden jedem Truppen- führer angedroht, der einen Rückzugsbefehl, unter welchen Umständen auch immer, abgeben würde und tatsächlich wurde auch während der ganzen Dauer Der Schlacht keine Ordre für einen Rückzug erteilt. Was den Zettel betrifft, mit dem sie mir ihren Rat
zukommen ließen, so kann ich mich keineswegs erinnern, ihn erhalten zu haben."
Die Enthüllungen des Marschalls Foch haben in belgisch'» Miluärkreisen sehr unangenehm berührt. Es ist anzunehmen, daß sich Marschall Foch veranlaßt sehen wird, eine Beschönigung, seiner im „Matin" gegebenen Darstellungen zu geben, um die Verstimmung wieder gutzumachen.
’ und in den Wahlkreisen alles niederknüppelten, was anders war.
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Warschau, 15. Nov. Die in den späten Nachtstunden in Warschau eingetroffenen Meldungen über die Wahlergebnisse aus Ost-Oberschlesien haben den Telegrammberichten der Agenturen und Berichterstatter zufolge große Bestürzung hervorgerufen. Selbstverständlich sind daran wieder die Deutschen schuld, die mit ihrem Geld zur Wahlagitation nicht gespart und die äußerst gewandt agitiert hätten. Ein Warschauer Blatt erklärt, daß an diesem Ausgang an der Wahl der Wahlzwang schuld gewesen sei, von dem sich gerade die Polen soviel versprochen hätten.
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Interview Mussolinis mit Sauerwein.
Paris, 15. Nov. „Matin" veröffentlicht ein Interview Sauerweins mit Mussolini. Hinsichtlich der italienisch-französischen Zwischenfälle erklärte er, sei jetzt alles geregelt. Die antifranzösisch-n Kundgebungen verurteile er. Er habe die strengsten Maßnahmen getroffen, damit derartige Vorkomm- nisic sich nicht wiederholten. Dafür übernehme er die Garantie. Die Stimme des italienischen Volkes richte sich gegen Frankreich, weil es die Heimat aller Verschwörer gegen das faschistische Regime sei. Er achte das Asylrecht und wache darüber selbst in Italien. Aber man dürfe es nicht verwechseln mit dem Mißbrauch des Asylrechts. Sicherlich genüge eine einfache verwaltungstechnische Polizcimaß- nahme, um diese Unruhestifter zum Schweigen zu bringen. Eine übergroße Empfindlichkeit habe stets zwischen Frankreich und Italien gerade wegen ihrer ständigen Beziehungen und großen Sympathie für einander bestanden. Der Einfluß der Zeitungen eines anderen Landes, z. B. Deutschlands, sei in Italien gleich Null, aber die in Paris erscheinenden Zeitungen hätten stets einen tiefgehenden Widerhall gefunden. Hinsichtlich des Tangerstatuts seien die Schwierigkeiten auch beseitigt. Die englische Regierung habe darauf bestanden, daß Italien dem Tanaerstatut beitrete. Die vorgesehene Lösung gebe Italien volle Genugtuung. Mussolini schloß, er hege keinen Zweifel, daß nach den letzten Zwi- jchensülleii Frankreich und Italien in eine Periode ausgezeichneter Beziehungen eintreten, würden. Er
habe niemals eine gesunde europäische Polstik ohne eine enge französisch-italienische Entente ins Auge gefaßt. Er habe angeordnet, daß die Polemiken in den Zeitungen eingefie ,- werden. Es werde im Parlament zum Ausdrus gebracht, was er gegenüber Frankreich fühle. Er werde dabei erklären, daß die Politik Briands von einem feinfühligen sympathischen Verstehen für die Bestrebungen und die Bedürfnisse Italiens beeinflußt gewesen sei.
VevtrehMrrsrg der vevhaßieie« âKtaSoniSV.
Paris, 15. Nov. Heute früh stick, in Paris aus Perpignan kommend 22 Katalonier und vier Italiener eingetroffen. Jeder von ihnen hatte erklärt, er wolle die Verantwortung für seine Teilnahme an der katalanischen separatistischen Bewegung auf sich nehmen. Besonders der Italiener Rizzoli, der einen Vertrauenpchten inne hatte, äußerte sich sehr klar in diesem »inne. Er erklärte Journalisten gegenüber, er besitze nur 10 Centimes, habe also nicht um Geld zu erwerben teilgenommen. Garibaldi habe, so erklärte Rizzoli, mit der katalanischen separatistischen Bewegung nichts zu tun. Nicht Garibaldi, sondern er, Rizzoli, allein habe jene 50 Italiener angeworben, die sich mit den katalanischen Separatisten vereinigen wollten. 25 dieser Italiener seien verhaftet worden, den anderen sei es gelungen, zu entkommen. Rizzoli erklärte weiter, er glaube nicht, daß Scivoli ein Komplize Garibaldis gewesen sei. Sollte man es aber eines Tages erfahren, daß er in die Sache verwickelt sei", dann werde man es ihm wie den anderen schwer heimzahlen. Von denJournalisten befragt, ob es noch unentdeckte Waffen- und Munitionslager längs der französtschen-spanischen Küste gebe, antwortete Rizzoli ausweichend, er wisse es nicht, und wenn er es wüßte, würde er es nicht sagen, denn die Depots könnten das nächste Mal verwandt werden. Ein Katalonier fügte hinzu, es gäbe jedenfalls noch in Spanisch-Katalonien Waffen, die man aber niemals finden werde.
ZM.Atfgrc; Garibaldi weiß der „Paris..Soir" noch ergänzend zu melden, daß in Garibaldis Akten sehr überraschende Schriftstücke gefunden wurden. Vor allem sei jetzt nicht mehr zu leugnen, daß er der faschistischen Polizei alle Einzelheiten des katalanischen Komplottes verraten habe. Ein faschistischer Emissär sei daraufhin sofort nach Spanien geschickt worden, um dem Direktorium Bericht zu erstatten. Oberst Macia könne von Glück sagen, daß er noch auf französischem Boden verhaftet worden sei, denn er wäre dem sicheren Tode entgegengegangen. Das Aktenstück Garibaldis enthalte weiter die Beweise dafür, daß der faschistische Emissär, der die spanische Re- gierung benachrichtigt habe, sofort nach Erfüllung feiner Mission ermordet worden sei. Aber, so schließt der „Paris Soir" seine Mitteilungen, das Aktenstück enthalte noch weitere, viel sensationellere Mitteilungen.
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Parks, 16. Nov. Die Havas-Agentur veröffentlicht eine Meldung aus Konstantinopel, nach der die türkischen Kreise der Ansicht sind, daß die von der europäischen Presse veröffentlichten Vermutungen bezüglich der Schaffung eines Völkerbundes für den Orient nicht der Wahrheit entsprechen. Man erklärt, daß die Verhandlungen lediglich den Zweck hätten, die zwischen Rußland und der Türkei bestehenden Beziehungen zu festigen.
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Paris, 15. Nov. Auf einem Bankett der republikanischen Vereinigung hat Penstonsminister Louis Marin vorgestern eine Rede gehalten, die zunächst keine besondere Beachtung gefunden hatte, in der sich aber eine Stelle befand, in der das Kartell der Linken und die von ihm betriebene Politik in heftigster Weise angegriffen werden. Der radikale „Quoditien" nennt heute vormittag diese Erklärung eines Ministers, der mit fünf radikalen Ministern in einem Kabinett sitze, unerträglich, besonders da Marin die Methoden der radikalen Partei als eine Schande vor der Geschichte bezeichnet haben soll. Auch die „Ere Nouvelle" stellt heute vormittag die Frage, welche Antwort die Radikalen auf die Beleidigungen des Ministers erteilen sollten. Das „Journal des Dèbats" behauptet, es herrsche eine beson- dere Erregung wegen des Jnhalls der Rede Marins. Nach dem „Varis Soir" haben sich die Dinge im Laufe des heutigen Tages so entwickelt, daß der Parteivorstand der Radikalen für Mittwoch zu- fammenberufen wurde, um über die Haltung der radikalen Minister innerhalb des Kabinetts zu beschließen. Die Frage, die der Parteivorstand zu erörtern haben wird, wird in der „Ere Nouvelle" wie folgt festgelegt: Die von Marin belobigten Minister können unter dieser Beschuldigung nicht ruhig bleiben. Es ist dies eine Frage elementarer Würde. Außerdem muß man die Frage erörtern, was Poin- carè als Ministerpräsident zu tun gedenkt, denn er kann Beleidigungen gegen Mitglieder seines Kabinetts nicht mit Stillschweigen hinnehmen.
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Genf, 15. Nov. Heute vormittag trat unter dem Vorsitz von Th eu n i s -Belgien der Ausschuß zur Vorbereitung der Wcllwirtschaftskonferenz zusammen, und zwar zu seiner zweiten Tagung. Nach