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Montag den

M 268

15. Kovember

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Da» KensKs.

Der Reichstag hat das Krisenfürsorgegesetz an­genommen und sich dann bis 22. November vertagt.

Die Deutschnationalen haben eine Inter- pèllation eingebracht wegen der Beflaggung der deutschen Botschaft in Washington am Waffenstill­standstag.

In Frankfurt a. M. fand eine republikanische Kundgebung statt bei der Dr. Haas, Dr. Wirth und Löbe sprachen.

Der amerikanische Botschafter Schurmann äußerte sich über die deutsch-amerikanischen Bezie­hungen.

Auf Java ist ein ernster Kommunistenauf. stand ausgebrochen.

ÄlMeMsev LNwevtzwuth gesmt HittudsN.

Als Marschall Pilsudski am Himmelfahrts- taae seinen Militärputsch erfolgreich ausge­führt hatte, erklärte er ausdrücklich, daß ihm eine Staatsumwälzung völlig ferngelegen habe. Für ihn. gäbe es nur legale Wege, er habe nur das Bestreben gehabt, einzelne Schädlinge des Staates aus ihren einflußrei­hen Stellen zu entfernen und der immer mehr im sich greifenden Korruption im Interesse les Vaterlandes ein Ende zu bereiten.

' Wer die etwas romantische Persönlichkeit des Marschalls und seinen an das Abenteuer­liche grenzenden Werdegang näher berücksich- weiß aber ganz genau, daß er ganz andere âe im " - um das heutige Pc erworben; die Ve..., ____ö,.e er in weiten Kreisen, besonders in den unteren Volksschich- ien und bei den früheren Legionären genießt, ist vollauf berechtigt. Zweifellos ist auch seine Handlungsweise von einer glühenden Vater- iandsliebe und größter Uneigennützigkeit dik- 'tert. Aber in seinem ganzen Tun und Lassen spricht sich auch ein großer persönlicher Ehr­geiz aus. Das zeigte sich schon darin, daß er im Jahre 1923 die Stellung als Staatspräsident aus eigenem Entschluß niederlegte, weil ihm dessen Befugnisse nicht genügten. Mehr als zwei Jahre weilte er auf seinem Landgute in Warschau, aber derAlte von Sulejowek" war keineswegs untätig. Eifrig verfolgte er alle Vorgänge bei der Regierung und griff bei neueren Gelegenheiten ein, so z. B. als ein Kriegsminister ernannt wurde, der ihm nicht zaßte, weil er sich seinen Gegnern angeschlos- en hatte.

Sein damaliges Ziel war zweifellos, die militärische Gewalt in die Hand zu bekommen. Viel zu langsam für ihn gingen die Bera­tungen über das schon im Januar 1924 dem Sejm vorgelegte Gesetz über den Oberbefehl des polnischen Heeres. Zu seinem größten Leidwesen wurde der Entwurf immer wieder wegen anderer dringender Vorlagen zurück- gestellt. Die seit einiger Zeit in der Regierung sitzenden Rechtsparteien legten dem Marschall ein Hindernis nach dem anderen in den Weg, dadurch wurde aber auch der Zwiespalt im pol- aischen Osfizierkorps immer größer.

. Im Laufe der Zeit hatte sich Pilsudski auch seiner ganzen Vergangenheit entsprechend immer mehr den Sozialisten genähert, ohne aber der Partei als solchen wirklich beizutre­ten. Die Linke betrachtete ihn jedoch als einen der ihrigen, die letzten Vorgänge in Polen, be­sonders aber die Annäherung Pilsudskis an die Agrarpartei, sowie das Gesetz zur Knebe­lung der Presse haben klar und deutlich bewie- len' daß die Linke sich getäuscht hat. Bald nach dem Militärputsch wurde Pilsudski wiederum zum Staatspräsidenten gewählt, doch nahm er die Wahl nicht an, einmal weil ihm die Mehr­heit nicht genügte, er wollte einstimmig die höchste Beamtenstelle seines Vaterlandes er- reichen, sodann aber genügten ihm die Befug­nisse des Staatspräsidenten immer noch nicht, er beschränkte sich daher zunächst auf die Stel- ung als Kriegsminister und benutzte diese, um ^Nen Lieblingswunsch, auch im Frieden Oberbefehlshaber des polnischen Heeres zu werden, endlich durchzuführen. Tatsächlich aber 'st der Marschall seit dem Sommer 1926 bet Herrscher in Polen. Schon äußerlich kam das uann zum Ausdruck, daß der Ministerpräsi- vent aus Warschau bei der Regelung wichtiger Zeugen in den kleinen Badeort an der litau- J|a)en Grenze reifte, in dem Pilsudski zur Kur geilte. Es zeigte sich aber auch darin, daß Pil- Müsu nicht nur genaue Angaben machte über Ole Zusätze, welche der Sejm der Verfassung omsugcn sollte, sondern später auch eingriff, ois ihm diese Beratungen zu langsam gingen. »ie Verhandlungen Der beiden polnischen

MommunifienatMand auß Äava.

Aus dem Haag, 14. Nov. Auf west - Java ist ein Kommunistenaufstand ausgebrochen, der in kurzer Zeit größeren Umfang angenommen hak. 6t begann damit, daß die Aufrührer das Tele- phonamk in der Unterstadt von Batavia besetzten. Ein Angriff auf das Gefängnis konnte jedoch von der Wache, die durch eine Abteilung Wilikär ver­stärkt wurde, abgeschlagen werden. In der Nähe von Baudoeng wurde die Eisenbahnstrecke an vier S tel len ausgerissen und zer­stört und die Telephondrähke durch­schnitten. Bei den ersten »Zusammenstößen wur­den einige holländische Beamte getötet. Bisher sind die Behörden noch nicht Herr der Lage, und die Niederschlagung des Aufstandes ist dadurch er­schwert, daß die Aufständischen gut mit Feuerwaffen ausgerüstet sind.

Die Regierung gibt bekannt, daß sie nicht vor den rücksichtslosesten Maßregeln zurückschrecken werde, um die Ordnung wiederherzustellen. Bisher sind über 200 Verhaftungen vorgenommen worden.

Die neuesten Berichte aus Java melden, daß im Bezirk Bantam der Zustand ernst ist. Bei einem neuen' Angriff der Kommunisten wurden sieben Eingeborene getötet und drei hollän­dische Militär Personen verwundet. Cs wird erst jetzt bekannt, daß auch auf den kürzlich zurückgetretenen Generalgouverneur Fock zweimal Bombenattentate geplant waren. Das letzte kurz vor seiner Abreise. Die kommunistische Parteileitung

in dem an der Politik des früheren Genoralgouver neurs scharfe, Kritik geübt und um eine allgemeine Amnestie der Verurteilten ersucht wird.

Gegenüber der Reutermeldung, daß die Polizei in Singapore auf dem deutschen DampferMenado" beträchtliche Mengen von Munition beschlagnahmt habe, macht die hiesige ZeitungHet Vaterland" da­rauf aufmerksam, daß ein deutscher DampferMe- nado" nicht bestehe, wohl aber ein niederländischer dieses Namens, der sich augenblicklich in den indi­schen Gewässern aufhält.

Die indischen Blätter weisen darauf hin, daß der Aufstand stümperhaft vorbereitet war, und daß es an der Zeit sei, gegen die extremen Elemente mit unerbittlicher Strenge einzuschreiten. Schon seit längerer Zeit war eine erhöhte Rührigkeit der Kom-

Kammern über den Haushalt für das vierte Vierteljahr 1926 führten schließlich dazu, daß Pilsudski die Bildung eines neuen Kabinetts übernahm und damit einen Schritt auf dem Wege zu feinem Ziel weiterschritt. Jedermann weiß in Polen, daß der jetzige Staatspräsident nur ein Strohmann Pilsudskis ist und jeden Augenblick zurücktreten wird, wenn dieser es verlangt. Aber noch ist Pilsudskis Stunde nicht gekommen. Die Zeit, wo er den letzten Schritt für seine ehrgeizigen Pläne tut, ist noch nicht da.

Er 'bereitet langsam aber sicher vor, daß nach der militärischen auch die politische Macht in seine Hand kommt. Eigentlich hat er diese ja schon, denn er macht mit dem Sejm was er will und beruft ihn trotz der klaren Bestim­mungen, auch wenn ihn der Rechtsbeistand der Regierung darauf hinweist, daß sie sich mit der Verfassung nicht vereinbaren lassen, und übt auf seine Ministerkollegen einen solchen Druck aus, daß sie schließlich nachgeben. Schließlich fürchtet er aber auch nicht den Widerstand der Parteien gegen das Presse­gesetz und ist auch nicht davor zurückgeschreckt, mit der Rechten in verschiedenen Punkten Hand in Hand zu gehen. Dadurch hat Pilsudski bewiesen, daß er kein Parteimann ist. Zu spät haben die Sozialisten ihren Irrtum eingesehen. Pilsudski hat aber auch bewiesen, daß ihm un­verrückt sein Ziel vor Augen steht und daß es ihm hierbei auf die Wahl' der Mittel nicht an­kommt. Mit der größten Schroffheit, die stel­lenweise sogar an Brutalität grenzt, beseitigt er alle seine Gegner von den einflußreichsten Stellen und besetzt sie, wie er es schon früher im Heere gemacht hatte, durch die ihm treu ergebenen Anhänger, die meist, wie er selbst, aus den polnischen Legionen hervorgegangen sind.

Sein Ziel wird immer klarer. Er erstrebt nicht nur den Oberbefehl über das Heer, der ihm nur Mittel zum Zweck ist, sondern eine kraftvolle Regentschaft, um mit allen Mitteln seine Gegner beseitigen und den allerdings sehr wenig schönen Verhältnissen in der höhe­ren Beamtenschaft Polens ein Ende zu berei­ten. Es fragt sich bei diesen Bestrebungen nur, ob Pilsudski sich damit begnügen wird, der treue Diener und Gehilfe des polnischen Re­genten zu sein, ober ob er diese Stellung für

munisten in West-Java zu bemerken, doch konnte der Umfang der Vorbereitungen vor den' Behörden geschickt verborgen werden. Die roten Mitglieds­karten der Kommunistischen Partei Indiens waren zwar in der letzten Zeit in erhöhtem Maße an die Behörden ausgeliefert worden, und diese weitere Versicherung erneuter Anhänglichkeit hat anschei­nend die Behörden in falsche Sicherheit gewiegt und in der Beurteilung der Stimmung der Bevölkerung getäuscht. Namentlich waren die Kommunisten erbittert durch das für ganz West- Java ausgesprochene Verbot der Zusammenkünfte, und als neue Anhänger kamen die mit den wirt­schaftlichen Verhältnissen Unzufriedenen hinzu. Trotz der Versprechungen der Behörden war in diesen Mißständen bisher eine Aenderung nicht getroffen worden.

Batavia, 13. Nov. Zu dem kommunistischen Auf­standsoersuch wird noch bekannt: Das heftige Gefecht um das Telephonamt von Batavia dauerte etwa 3 Stunden. Das Amt wurde von Militärabteilun­gen umzingelt. Dennoch gelang es dem größten Teil der kommunistischen Besatzung, heute morgen um 3 Uhr bei einem Ausfall zu entkommen. Sieb­zehn Kommunisten konnten jedoch gefangen genom­men werden. Auch in zahlreichen anderen Orten kam es zu heftigen Kämpfen, bei denen es auf bei­den Seiten zahlreiche Tote und Verwundete gegeben hat. Bisher sind über 200 Verhaftete eingeliefert worden. v '

Sitzung des niedèr- otksrates gab der Regierungs­vertreter Schriekcr eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Die Regierung ebenso wie der Volksrat stehen unter dem Eindruck der kommunistischen An­schläge, die in der vergangenen Nacht in Batavia und anderen Orten des Landes sich ereigneten. Die Regierung, die zwar im Augenblick noch über keine eingehenden Informationen verfügt, legt Wert da­rauf, zu erklären, daß zu ernsten Besorgnissen kein Anlaß besteht. Dank der sowohl von den europä­ischen wie von den eingeborenen Behörden ergriffe­nen Maßnahmen beherrscht die Regierung die Lage vollständig. Die Regierung wird auch vor keiner Maßnahme zurüschrecken, die sich zur vollständigen Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung als not­wendig herausstellen sollte.

WÖB

sich selbst in Anspruch nimmt. Nach der ganzen Persönlichkeit dürfte jedoch das letztere der Fall sein. Nicht Mussolini, der italienische Ministerpräsident und Diktator, ist Pilsudskis Ideal. ihm schwebt das Beispiel des neuen persischen Schahs Riza Khan vor, der den Schah auf längere Zeit in das Ausland schickte und sich dann selbst an seine Stelle setzte. Schon hat in Polen die monarchistische Frage begon­nen, akut zu werden, denn der Bauernbund hat bereits an die Regierung das Verlangen gestellt, eine Volksabstimmung über die Frage der zukünftigen Staatsform durchzuführen. Daß Pilsudski sich in der letzten Zeit gerade die­ser Partei genähert und mit ihren Führern längere Verhandlungen gepflogen hat, dürfte der deutlichste Beweis für die wirklichen Ab­sichten des Marschalls sein.

Dis GemekUdevatswahSen in NMtMch-ObevMIsKä

Kakkowitz, 15. Nov. Nach den infolge Ausdehnung der Wahlen keilweise bis um 11 Uhr bisher nur spärlich eingegangenen Wahlergebnissen kann schon jetzt mit einem großen Erfolg der deut­schen L i st e n bei den Gemeindewahlen in Ost- Oberschlesien gerechnet werden. In Kattowitz z. B. konnte sich in 23 von 41 Bezirken die deutsche Wahl­gemeinschaft nicht weniger als 11173, d. h. über 50 Prozent der abgegebenen Stimmen sichern. Dazu kommen noch 1600 Stimmen der deutschen Sozial­demokraten. Die zweitstärkste Liste, der korfanly- block, hat nur 3 961 Stimmen auf sich vereinigen können. Aus den übrigen Kreisen werden gleiche Er­folge gemeldet. Es wird damit gerechnet, daß nach vorsichtiger Schätzung die deutschen Parteien min­destens 50 Prozent aller abgegebenen Stimmen für sich werden buchen können.

GemâdswaAen in MM

Dresden, 14. Nov. Bei überaus warmer regne­rischer Witterung wurden heute in ganz Sachsen die Gemeinden, und Stadtverordnetenwahlen vor­genommen. Soweit Nachrichten vorliegen ist der Wahlakt ruhig und ungestört verlaufen. Die Wahlen haben vielfach eine Verschiebung nach Links ergeben.

So wird aus Meißen, wo bisher eine bürger­liche Mehrheit vorhanden war, ein Verhältnis von 20 Linksstehenden zu 17 Rechtsstehenden gemeldet. In Dresden ist das endgültige Wahlergebnis folgendes: Sozialdemokraten 26 Mandate, Deutsch- Nationale 9, Deutsche Volkspartei 10, Kommunisten 10, Wirtschaftsgruppe 6, Demokraten 5, alte sozial­

demokratische Partei Sachsen 3, Zentrum 1, Haus- besitzer 3, Volksrecht und Aufwertung 2. Insgesamt wurden 36 Rechtsstehende, 36 Linksstehende und 3 Altsozialisten gewählt. Bisher waren in der Stadt­verordnetenversammlung 44 Bürgerliche und 31 Sozialdemokraten und Kommunisten vertreten.

In Chemnitz, Sozialdemokraten 17 Sitze, Kommunisten 14, Deutsche Volkspartei 8, Deutsch- nationale Volkspartei 8, Wirtschaftspartei 6, Demo­kraten 3, Alte Sozialdemokratische Partei Sachsens keinen Sitz, Nationalsozialisten (Hitlerbewegung) einen Sitz, Aufwertungspartei 2 Sitze.

In Leipzig erhielten bei den Stadtverord­netenwahlen die Wirtschaftspolitische Gemeinschafts, liste 19 Sitze, die Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands 26 Sitze, Kommunisten 14 Sitze, Demokraten 4, Völkische keinen Sitz, Unabhängige Sozialdemo- kratijche Partei Deutschlands einen Sitz, Völkisch« Gemeinschaft keinen Sitz, Aufwertungspartei 6 Sitz« Nationalsozialisten 1 Sitz, Wirtschaftspakt ei des deut­schen Mittelstandes 3 Sitze, Alte Sozialdemokratisch« Partei Sachsens keinen Sitz.

Zwischenfälle.

Leipzig, 14. Nov. Das Polizeipräsidium teilt mit: Wahlpropaganda- und Wahltag anläßlich der Leipziger Stadtverordnetenwahl sind wiederum ohne ernste Zwischenfälle verlaufen. Nur in der Nacht vom 13. auf den 14. November kam es in einer in Leipzig-Neuschönefeld gelegenen Gastwirt­schaft zwischen mehreren Gästen zu Streitigkeiten, was die Ansammlung einer größeren Menschen­menge vor dem Lokal zur Folge hatte. Die Polizei zerstreute die Ruhestörer und nahm einen der Be­teiligten fest. Auf dem Wege nach der Polizeiwache wurde der Festgenommene den beiden Polizei- beamten durch dem Roten Frontkämpferbund an­gehörende Personen gewaltsam wieder entrissen und die Polizeibeamten mit Stöcken geschlagen. Die bedrängten Polizeibeamten nahmen einen llsähri- gen roten Frontkämpfer fest, außerdem wurden noch zwei weitere rote Frontkämpfer verhaftet. Am heutigen oomittag kam es in Leipzig-Stötteritz zu leichteren Zusammenstößen Mischen sozialdemokra­tischen und kommunistischen Flugblattverteilern. Ein Polizeikommando stellte die Ruhe wieder her.

Gemekudewable« in Baden«

Karlsruhe, 15. Nov. Bei den Stadtverordneten­wahlen am Sonntag, die bei flauer Wahlbeteiligung ruhig verliefen, erhielten Zentrum 19, Sozialdemo­kraten 24, Kommunisten 6, Demokraten 5, Deut­sche Volkspartei 12, Deutschnationale Volkspartei und Vaterländische Verbände 9, Reichspartei für Aufwertung 5, Wirtschaft!. Vereinigung 3, Wirt­schaftliche Gruppe 1 Mandat.

Mannheim, 14. Nov. Endgültiges Ergebnis. Amtlich. Nach dem erst um 1.30 Uhr nachts amtlich festgestellten Endergebnis haben bei den Gemeinde- wählen erhallen: Sozialdemokraten 21442 Stim­men, Unabh. Soz. 916, Zentrum 10 861, Deutsche Volkspartei 9022, Wirtschaft!. Vgg. 3835, Demo­kraten 4796, Deutschnationale 2136, Kommunisten 10 184, Christl. Soziale Reichspartei 931, Reichspar­tei für Volksrecht und Aufwertung 1488, Deutsche Aufwertungspartei 593 Stimmen. Ungültig waren 2199 Stimmen Gesamtzahl der abgegebenen Stim­men 68 403. Wahlbeteiligung etwa 45 Prozent.

Mannheim, 15. Nov. Nach Zählen Der abge- gegebenen Stimmen verteilen sich die Mandate der Stadtverordneten wie folgt: Soz. 26, Unab­hängige 1, Zentrum 14, Deutsche Volkspartei 11, Wirtsch. Verag. 5, Demokraten 6, Deutschnatio- nale 3, Kommunisten 13, Christl. Soz. 1, Partei für Volkswohl 2, Deutsche Aufwertungspartei 1.

Heidelberg, 14. Nov. Endgültigs Ergebnis. Sozial­demokraten 20 Sitze (21), Kommunisten 10 (9), Deutsche Volkspartei 9 (12), Zentrum 14 (14), Demo­kraten 9 (12), Vereinigte Bürgerliche Gruppe 18 (16), Aufwertungspartei 4 (0).

VüvsevMaftswablen in Lübeck

Lübeck, 14. Nov. Auf Grund der heutigen Bllr- gerfchaftswahlen in Lübeck fetzt sich die neue Bürger­schaft zusammen aus: Sozialdemokraten 35 (bis­her 28), Kommunisten 5 (10), Demokraten 2 (7), Haus- und Grundbesitzerverein 0 (3), Aufwertungs­partei 1 (0), Zentrum 1 (0), Hanseatischer Volks­bund 36. Die Wahlbeteiligung betrug rund 86 Proz. gegenüber 87,3 Proz. im Jahre 1924/

ZuLammenfSSHe zwischen Kaiko- nMozrEisn. -kommunMen und BekchSbannevleuien.

Berlin, 14. Nov. Heute morgen kam es in N e U' Köln an mehreren Stellen zu Schlägereien zwi­schen Angehörigen des Reichsbanners, Kommunisten und Nationalsozialisten. Die Nationalsozialisten hat­ten sich zu einem Demonstrationszug versammelt. Als von allen Seiten Personen, namentlich Kommu- nisten, hinzuströmten, kam es zu aufreizenden Reden, die bald zu schweren Schlägereien führten, bei denen von Wurfgeschossen, Totschlägern, Stöcken und Pisto­len Gebrauch gemacht wurde. Auch Angehörige des Reichsbanners beteiligten sich daran. Die Schutz­polizei mußte verstärkt werden, um die Streitenden zu trennen. 13 Personen wurden festgenommen und dem Polizeipräsidium zugeführt. Ein National- sozialist, den die Kommunisten aus einem Straßen­bahnwagen herausgezogen hatten, wurde ins Kran­kenhaus mit Rippenbrüchen eingeliefert, während verschiedenen anderen Personen Notoerbände an- gelegt wurden.