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202. Zahvsarrs janaueMzeiger General Anzeiger Kir^WK' M^anau Stadt und Land

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M. 262

MSNtÄS ÄS«

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H. twvemves

1926

Dev GavèbaSdi-GsOttdâ

Wir berichteten in den letzten Tagen von der Verhaftung und dem Verhör des Obersten Garibaldi. Aus den Nachrichten, die über das Verhör bisher vorlagen, konnte man noch nicht klar erkennen, was diefem Verhör zu Grunde lag. Jetzt klärt sich die zuerst etwas geheim­nisvolle Geschichte in höchst sensationeller Weise auf. Der Oberst Ricciotti Garibaldi, ein Neffe des berühmten Freihsitskämp'fers Giuseppe Garibaldi, ein Führer der .antifaszistischsn Be­wegung wird jetzt entlarvt als ganz gemei- ner, gekaufter Polizeispitzel Mus­solinis.

Ricciotti Garibaldi, der vor vier Jahren

polla und Scala hätten dann Paris verlassen und Garibaldi in Nizza getroffen. Einige Zeit später sei auch Scivoli dorthin gekommen in der Hoffnung, die ihm anvertraute Mission durchführen zu können. In­zwischen fei aber Lapolla von der französischen Sicherheit-Polizei verhaftet worden und an die ita­lienische Grenze zurückbefördert worden. Dadurch sei die Reise Scivolis nach Italien unterbrochen worden, denn seinen Paß habe man unter den Papieren des verhafteten italienischen Polizeibeamten gefunden.

Garibaldi in Nizza getroffen, auch Scivo'.i dorthin gefomm

nach heftigem persönlichen Konflikt mit Musso- ' ~ * " "" '' ' hatte es m kur-

nach heftigem personim-en Konsl lini nach Frankreich geflüchtet, h zer Zeit verstanden, die italienist, tcn und Republikaner um sich zu scharen und B zu einem der Führer der antifaszisiffchen wegung aufzuschwingen. Vor zwei Jahren kündigte èr an, daß er Mussolini, wenn es nicht anders gehe, mit Gewalt stürzen und an der Spitze aller italienischen Republikaner gegen Rom marschieren werde. Er hat für diesen

chen Demokra-

Plan in den Kreisen der italienischen Emigran­ten große Geldmittel zusammengebracht. Tas Projekt ist niemals zur Ausführung gekom.nen und die dafür gesammelten Gelder sind spurlos perschwunden.

Seist stellte sich heraus, daß Garibaldi einer der G è h e i m a g e nt e n M u s s a l i n i s, der Vertraute ber italiemschen Polizei ist, der seit

■^^S^?^^^ •

Oberst Ricciotti Garibaldi.

rihre Gegner v e rr ät e n u'n Ü' v r t a ü!f t‘ |bat.

| Das VSShM WMWsMs.

Paris, 6. Nov. Das Verhör des Obersten Gari­baldi, das gestern nachmittag begann, dauerte bis spät in die Nacht. Man versichert, daß Garibaldi ein umfassendes Geständnis abgelegt und namentlich auch zugegeben habe, von der italienüchen Polizei durch die Vermittlung des Komniandanten Rapolla 400 000 Franken erhalten zu haben. Gleichzeitig mit Garibaldi wurden noch mehrere andere Ita­liener verhört. Heute wird auch der Italiener Sei- voll verhört werden. Dieser war ter Vertrauens mann Garibaldis, und sollte kurz vor dessen Ver­haftung nach Rom gehen, um dort einen geheimnis­vollen Brief zu überreichen. Er sollte auch in Nizza die Adressen der Antifaszisten ermitteln und bei seiner Ankunft in Rom die Adresse eines dort woh­nenden einflußreichen und tätigen Antifaszisten aus­findig machen. Die Faszisten b^aupten zwar, daß Scivoli beauftragt worden sei, Mussolini zu er­morden.

Die „Agencia Stefani" verbreitet eine Mittei­lung, in der es heißt, die italienische Polizei hätte von mehreren Seiten aus Frankreich Mitteilungen erhalten, daß ein gewisser Scivoli, der jetzt unter dem Namen Fernand identifiziert sei, nach Italien kommen würde, um ein Attentat auf Mussolini vor- Mbereiten. Um rascher vorgehen und eingehende Ruchrichtcn über das jenseits der Grenze vorberei­tete Komplott erhalten zu können, habe die Polizei den Generalinspektor Lapolla nach Frankreich ent­sandt zu dem ausschließlichen Zweck, in allen ihm bekannten italienischen Kreisen Erkundigungen ein- Wiehen und möglicherweise die Photographie des vcwoll zu beschaffen, damit die italienifche Grenz­polizei dessen Einreise leichter verhindern könne. Zu mesem Zweck sei Lapolla genötigt gewesen, an Jttcctotti Garibaldi heranzutreten, von dem er ge- muöt habe, daß er mit Scivoli besann sei. Vor fei’ ner Abreise habe Lapolla der französischen Polizei von Paß Scivolis gezeigt, den er sich zu bei fletDufjt habe, um danach diese für die italienische Grenzpolizei notwendige Photographie herzustellen. Später sei Lapolla wiederum mit Garibaldi zu- lammengetroffen, um ihm den Paß Scivolis zurück- zugeben.

x ^«5 * ?> 7- Nov. Der Minister des Innern hat iS" Obersten Garibaldi gestattet, seinen in Paris ebenden Bruder Saufe zu sehen und persönlich zu prechen unter der Bedingung, daß die Unterhaltung ranzoftsch und in Gegenwart zweier Beamten ge- Erde. Die Begegnung fand heute vormittag latt Santo hatte bisher nicht an die Schuld seines Luders gealaubt und hatte sich heute aus dessen en lassen, daß er Gelder von

saschiskische« Polizei bezogen h

nachmittag ist Garibaldi weiter verhört Mitt^r^ ®lc diehavas-Agentur berichtet, hat !chl,eßl,ch e l n g e st a n d « n, in der Zeit vom 14. bis mt . tt in P a ris gewesen zu sein. Er habe Z". dEn Polizei beamten Lapolla und der anSe Unterrebung gehabt, in iabrÄÄ w°5den sei, daß Scivoli noch Italien ° n L um den , t a l i e n i s ch c n R e p u b l i- bie a r « ^ und durchgerissene Postkarten,

iâmmn^^ Eennungszeichen bei einer An- qleÄtin li? Republikanern dienen sollten, die ^uÄafH ^ separatistischen Be-

ftattfinben sollten. ruübermit««lp.La-

Garibaldi scheine mithin zu behaupten, daß die bei- : den italienischen Polizcibeamte» in dem Augenblick eine Bewegung Hervorrufen wollten, indem die Ka­talonier in Spanien einrücken sollten. Die italienische Polizei hätte dann mit einem Schlage die Republi- : faner Italiens, die auf einem bestimmten Punkt zu- , sammenderufen worden wären, und sich auch ohne i Mißtrauen dorthin begeben hätten, verhaften lassen I können. Außerdem habe Garibaldi schließlich zuge- ; geben, daß er mit dem Führer der separatistischen ' katalanischen Bewegung, Oberst Macia, zusammen- ; gekommen fei. Er habe jedoch keine Einzelheit

über mitgeteilt. Die französische Polizei habe im übrigen die Polizei in Nizza angewiesen, festzu­stellen, ob der italienische Polizcibeamte Scala sich nicht vielleicht noch in der Gegend von Nizza auf- halte. Diese Nachforschungen haben aber zu keinem Ergebnis geführt. Schließlich bemerkt die Havas- Agentur in ihrem Bericht noch, daß man bet der Be­urteilung dieser Ilngelegenheit einen Unterschied zwischen den Mitläufern der Bewegung machen werde und daß man sich begnügen werde,'die letzte­ren lediglich auszuweisen.

Die Zeitungen neigen zum Teil der Anschauung zu, daß R. Garibaldi auch Macia der französischen Polizei verraten hat. Die „Libertè" glaubt nicht an die heute Morgen von der Kartellpresse, beson­ders vom „Ouotidien", lärmend vertretene Ansicht, daß bie italienische Polizei das Attentat gegen Mussolini selber inszeniert habe. Die Zeitung nimmt melmehr an, daß Garibaldi dieses Attentat ohne Wissen der italienischen Regierung verbreitet habe, um nach deren Vereitelung durch ihn selber dann eine um so höhere Belohnung von der italienischen Polizei einstecksn zu können.

Aus Kreisen der französischen Sicherheits- Polizei wird mitgekeilt, daß heute eine Reihe wei­terer Verhaftungen und Haussuchungen bei den Antifaschisten vorgenommen worden sind. Man habe in französischen offiziellen Kreisen schon seit einiger Zeit Garibaldi für einen bezahlten Agenten des italienischen Innen­ministers gehalten. Deshalb fei Gari- balbi und feine Vermittler Federzoni gegenüber scharf überwacht worden. Solange aber noch keine bestimmten Beweise vorgelegen häkken, habe sich die französische Regierung abwartend verhallen. — Wei­ler wird von dem Gewährsmann der Licherbeils- Szei erklärt, daß diese auch davon überzeugt fei, bet 6 atalonier - puksch durch die Ver- lung.Garibaldis auf ikalienische Anre- g u n g hin organisiert worden sei, um evtl. politische Vorteile zu erreichen. Die Frage, wie Garibaldi die Katalonier verraten hak, ist noch nicht geklärt, denn die Sicherheitspolizei kann darüber aus begreiflichen Gründen noch nichts aussagen. Ferner soll noch nach einem anderen vom italienischen Jnncnminiskerinm beauftragten Manne gesucht werden, der faschistische Spione in Frankreich bezahlt haben soll.

französische Regierung abwl kcr wird von dem Gewähi S'zei erklärt, bi' der katal luna (Baribal

abe.

er

iten dar-

DZs WKKdStSttsen dssDbEe« OchsrWaldZ.

. Emer der früheren Anhänger des Obersten Rioc- cwti Garibaldi sagte bei seiner Vernehmung u. a. aus: Rloccioti Garibaldi war unter den

klärung an Deutschland veranlaßt werden sollte. Die f , Zische Regierung lehnte diesen Plan ab, und Garibaldi war darüber sehr enttäuscht. Als Musso-

franjof

sehr enttäuscht. Als Musso­lini an die Macht kam, sandte R. Garibaldi dem Diktator ein enhusiastisches Telegramm „Das rote Hemd grüßt das schwarze!" Gleich nach Absendung des Te.egramms fuhr er selbst nach Rom. Auch von dort kehrte er wieder enttäuscht zurück, man konnte sein Dienste nicht gebrauchen. Von dieser Zeit an begann Garibaldi den Kampf gegen Mussolini. Alle italienischen Republikaner, die im Exil wohn-

die Arbeitslosenversicherung geschaffen werde. Es sei zu erwarten, daß der Entwurf noch vor Weihnachten an den Reichstag gelange und zum 1. April des nächsten Jahres in Kraft gesetzt werden könne. Der Minister wandte sich dann gegen gewisse gegen ihn gerichtete Angriffe der Wirtschaftspartei und legte werieryin dar, was die Reichsregierung bisher positiv für die Förderung des Mittelstandes, insbesondere für das Handwerk,

" ^,, ______ ; _n_„___,,....... getan habe und zu tun gedenke. Dem Haus- und

epub'likänèr,^ di/im Exil wahn- - Grundbesitz will er im künftigen Reichswirtschaftsrat ihn. Im Jahre 1924 organisier e einen besonderen Sitz zubilligen, 'm bezug aus die

en, scharten sich um L,... .... _ , „

er revolutionäre Truppen zum Marsch auf Rom, er sammelte Gelder und ließ rote Hemden anfertigen, machte ein gewaltige Reklame für sich und erfand die „Anleihe für die Freiheit, die viel Geld einbrachte. Aus dem Marsch wurde nichts, nur das Geld ist zu den Glläubigern Garibaldis abmarschiert. 3m Jahre 1925 ist Garibaldi mit dem ialienffchen Deportierten Z a n i b o n i befreundt worden, der am 4. November verhaftet wurde, weil er ein Attentat gegen Mussolini plante. Seit einiger Zeit hatten die Italiener in Paris Verdacht gegen Garibaldi. Es ist bekannt geworden, daß er in großer Geidver- legnheit war und seine Schulden waren zum Teil sehr kompromittierend. Wahrscheinlich zu jener Zeit hat er sich der ialienischen Regierung als G e h e Im­age n t angeboten. Er hat viel Schaden angerichet, aber nun kannte er den Antifascistsn nicht mehr viel tun, denn sie hatten schon lange das Vertrauen zu

ihm verloren.

Suv Lase an des spanischen Gvsme.

Paris, 7. Nov. Wie Havas aus Perpignan ntel- bet, hat die' Präfektur Maßnahmen getroffen, um von dem die Kaserne, in der die katalanischen Se- peratiften in Gewahrsam gehalten werden, umgebe­nen Gelände jede Ansammlung fernzuhallen. Der Zugang der umliegenden Straßen, deren Fenster auf die Kaserne Ausblick gestatten, ist verboten war- den. Die verhafteten Katalonier hätten die Polizei- beanuen beschimpft. Neugierige, die sich in der Nähe der Kaserne aufgehalten hätten, seien ebenfalls von den Anhängern des Obersten Macia beschimpft wor­den, wodurch Ansammlungen entstanden seien. Der Zugang zu den zu der Kaserne führenden Straßen ei allen denen, die nicht in den umliegenden Häu­ern wohnen, verboten worden. — Oberst Macia, leffen Verhör heute fortgesetzt wurde, erklärte die Anwesenheit der Italiener unter seinen Anhängern damit, daß diese ihm gegenüber den Wunsch ge­äußert hätten, für den katalanischen Gedanken zu kämpfen. Macia habe sich jedoch heute geweigert, im einzelnen Angaben über seine Leute und seine Waffen und Munitionslager zu machen.

Dis itaSienische« Gmisvantsn pssspvschsn GnthüAnnssn.

Paris, 7. Nov. Die französische Sektion der ita­lienischen republikanischen Partei veröffentlicht eine Mitteilung, in der sie in Abrede stellt, daß Gari­baldi der republikanischen italienischen Partei an­gehört habe. Garibaldi fei bereits im Jahre 1925 aus der Partei ausgeschloffen worden, weil man schon damals gegen ihn Verdacht geschöpft habe. Aus dem gleichen Grunde habe man ihm die Adressen italienischer Republikaner, die in Italien wohnen, nicht ausgehändigt, als er sie iM einem Monat verlangt hatte. Ferner erklärt die Partei, daß zu gegebener Zeit sensationelle Enthüllungen

aegen ihn Verdacht geschöpft habe, nchen Grunde habe man ihm die

gemacht werden würden.

KeichsmittrsLev Dv. täüh über dis wWM Lass.

Lübeck, 7. Nov. Reichsminister des Innern, Dr. Külz, sprach heute in einer demokratischen Wähler­versammlung in Lübeck. In innenpolitischer Hinsicht wies der Minister besonders auf die Wichtigkeit der Regelung des Beamtenrechts hin. In außenpoliti­scher Hinsicht betonte der Minister, die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund bedeute ein Ab­rücken von der Lüge der Alleinschuld Deutschlands am Weltkriege. Bei gutem Willen der Franzosen ließe sich das Problem der Kontrollkomission leicht lösen. Zur Gesundung der deutschen Wirtschaft sei der Hebel durch das Arbeitsbeschasfungsprogramm der Reichsregierung und die Steuerherabsetzungen angesetzt, wenn sich die Wirkungen der letzteren Maßnahme auch erst in einigen Jahren zeigen wür­den. Das Zusammenarbeiten der verschiedenen Be- yörden, die jetzt teilweise gegeneinander arbeiteten, fei unbedingt notwendig in Reich, Länder und Ge­meinden. Zum Schluß befürwortete Dr. Külz die Mitarbeit der Sozialdemokraten an der Regierung.

Girre Kedo Av. Gustins*.

Karlsruhe, 7. Nov. Aus Anlaß der ant 14. No­vember stattfindenden badischen Gemeindewahlen sprach Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius gestern in Pforzheim und. späer in Karlsruhe über diè aktu­ellen Wirtschafts- und politischen Fragen. Er teilte mit, daß das Reichskabinett den Gesetzentwurf über den endgültigen Reichswirtschaftsrat verabschiedet

Den

kommunalen

Selbstverwaltungen,

internationale Rohstahlgemeiirjchaft hält es der Mi-

nister für unerläßlich, daß Süddeutichland die bis­herigen Bezugsquellen und Bezugsweqr offen ge­halten werden. Zum Schluß berührte der Minister das Verhältnis zu Frankreich und die Frage der Auswirkung der Besprechung in Thoirq zwischen dem deutschen und französischen Außenminister. Das Ziel sei nicht nur die Befreiung unseres Vater­landes von militärischer Besetzung, sondern auch von der finanziellen Ueberlastung.

Die AtttsmobrSausfteUnns SSMWssStt.

60 000 Besucher am letzten Tag.

Die Deutsche Automobilausstellung wurde am

Sonntag abend durch den Direktor _bes Reichsver­bandes di

ier Automobilindustrie, Dr. Scholz, mit einer

Ansprache geschlossen. Dr. Scholz wies auf den Er­folg der Ausstellung hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bis zur nächstjährigen Ausstellung, die als erste internationale Schau veranstaltet wer­den wird, auch die zurzeit noch bestehenden Schwie- rigkeiten überwunden sein möchten.

Die Automobilausstellung ist im ganzen von 300 000 Personen besucht worden. Der Schlußtag brachte den Höhepunkt: 60 000 Besucher.

Die zweZie deutsG-errMMs

London. 7 Nov. Observer meldet ,es werde jetzt angenommen, daß die zweite Zusammenkunft der deutschen und der englischen Jndustrieführer A n= fangAprilin den großen chemischen Werken von Dr. Duisburg-Leverkusen stattfinden werde. Der Korrespondent des Blattes, der Dr. Duisberg in Leverkusen und Herrn Kaste in Berlin aufsuchte, bemerkt, daß die deutschen Industriellen das „wirt­schaftliche Locarno^ sogar in noch größerem Maße als die Engländer als eine Frage des wirtschaftlichen Lebens ober Todes von ganz Europa ansshen.

Die Staats- und TeSssvavtzs«- aVvettsv Osftevverrhs dssbe«.

Wien, 7. Nov. In einer heute abgehaltenen Vor­standssitzung der technischen Union wurde die Ver­bandsleitung beauftragt, der Regierung mitzuteilen, daß, falls nicht sofort neue Verhandlungen mit den Vertretern der Staats- und Telegraphenarbeiter ein- geleitet und zu einem befriedigenden Abschluß ge­führt würden, die Arbeiter am Dienstag den 9. No­vember mit der passiven Resistenz einsetzen würden. Für morgen wurde eine Konferenz der Vertrauens­männer der technischen Union einberufen, die über die weiteren Maßnahmen beraten wird.

Dee Sahsesèaa dsv vuMchen Nevs!«tkvtt.

Moskau, 7. Nov. Der 9. Jahrestag der russi­schen Revolution wurde heute mit der traditionellen Parade auf dem Roten Platz begangen, die durch die Parteikonflikte nichts von ihrer Wucht eingebüßt hatte. Die Gegensätze fanden nur ihren äußerlichen Ausdruck darin, daß Trotzki, Sinowjew und Kamenew auf der Empore des Lenin-Mauso­leums, von wo die Sowjetführer die Parade der Massen und der Armee abnahmen, fehlten. Da^ gegen waren Stalin, der Kriegskommiffar W o r o s ch i l o w, der eine kurze Ansprache hielt, uni zahlreiche Vertreter der kommunistischen Partei zu gegen.

R o m. 6. Nov. Die Stadt Bari ist von einer schweren Ueberschwemmung heimgesucht worden, der 14 Menschen zum Opfer gefallen sind. Durch den zu­rückgebliebenen Schlamm wurden die Straßen fast unpassierbar. Mehrere Häuser stürzten ein. 3n der Umgebung ertranken vier Personen.

Zu der Katastrophe wird noch bekannt, daß das Hochwasser gegen 3 Uhr früh seinen Höchststand er- reichle, alls es bis zu den Balkönen der Häuser an- stieg. Zahlreiche Gebäude stürzten ein und begruben die Einwohner unter den Trümmern. Durch das

Wasser war auch die Lichtleitung unterbrochen, sodaß die Stadt im Dunkeln lag. Da der Bahnhof unser Wasser stand, konnte die von außerhalb eintrefsende Hilfe erst beim Sinken der Fluten eingreifen. Aus voggia werden 2000 Soldaten nach Bari beordert. Der letzte Zug, der nach Bari abgeht, wurde um 8 Uhr von den Fluten ersaßt und umgeworfen. Lin Hilfszug blieb stecken. Der Führer einer Lokomotive erkrank. Am Morgen bot sich ein furchtbares Bild der Verwüstung. In den Fluten wurden die Leichen eines Ehpaares und feines kleinen Kindes gefunden, an der Mole die Leiche eines Wickelkindes. 6000 Ob­dachlose wurden in Schulen und Kirchen unterge-

£ sich Ifangs des Krieges nach, Städten, Gemeinden und Kreisen, sei je ein weiterer Ä um auf französischer Seite mit- j Sitz zugeteilt worden. Der Minister bezeichnete das

1,. ■ \,_ „, „^us s ^ w a r z e S ch a f. Alls das, Gerücht, daß das Reichskabinett auch schon sachliche r wumtu in ^iyuien uuo Kitajen unterge-

®.Q“&aIb,teuk 1915 aufgelöst wurde, > Beschlüsse zur Wahlreform gefaßt habe, als unzu- bracht. Eisenbahnbrücken sind eingestürzt. Der Ver- ®" uldi der französischen Regierung seine treffend. Er wies darauf hin, daß in den Kreisen der kehr ist unterbrochen. Der englische Kommissar für fitiAVm^nn0 °cn ^ ° für eine Revo- Deutschen Dolkspartei erhebliche Bedenken gegen die «eapplen, der mit dem Dampfer Wien von Brin- L» ÜaI J.^ ausgearbeitet, durch welche bekannt gewordenen Vorschläge bestünden. Der Mi- disie absahren wollte, mutzte mit einem Torpedoboot die italienische Reoieruna schon 1915 zur Krieaser- nister lebte sich dafür ein daß so rasch wie möglich an Bord de» Dampfer» gebracht werden.