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G<m«t Giadi und Land
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1. K»vrmSse
Montag dr«
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Mr. 256
Das KensKe.
— Auf Mussolini ist gestern ein Anschlag ver- ibt worden. Mussolini blieb unverletzt. Der Attentäter wurde gelyncht.
— Die sächsischen Landtagswahlen ergaben eine Niederlage der bisherigen Koalitionsparteien.
— Ein, Redakteur der „Roten Fahnè" wurde wegen Beleidigung des Reichspräsidenten zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.
— Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dißmann ist gestorben.
— In Erfurt fand eine Tagung des Reichsparteiausschusses des Zentrums statt, auf der Reichskanzler Dr. Marx über Thoiry, Regierungsumbildung und Reichsschulgesetz sprach/ Des weiteren gelangte die Aktion Dr. Wirth zur Sprache.
Kach der Nause.
Der Reichstag hat sich in diesem Jahre eine längere Ferienruhe gegönnt. Das war gut so — für ihn und für das Volk, das ihn gewählt hat. Für ihn — weil er nach eifriger Arbeit der Erholung wohl bedurfte; für das Volk — weil es allmählich durch ine sich drängenden Sitzungen des Parlaments und hie Vielfältigkeit der behandelten Gegenstände übersättigt war, und vielleicht auch, well es dunkel empfand, daß dem Vaterlar.de eine geraume Zeit ruhiger, nicht durch parleivelttisthe Krisen gestörter Regierungsarbell w-.httäug sein mußte.
So ist nun nach der Pu^e das Interesse des politischen Zeikungslesers stärker als im Laufe der parlamentarischen Sitzungsperiode, die Erwartung ist gespannter, die Neigung zur politischen Erörterung ausgeprägter. Welche Aufguoen wird der Reichstag vcrfinden oder sich selbst stellen?
Schon am Ende der Sommertagung sprach man in der Wandelhalle des Reichstages viel von einer Abänderung der Geschäftsordnung: intern Sinne, daß nach aller Möglichkeit die Verhandlungen für das große Publikum in- tereffantet'iiQb leichter verständlich gestaltet werden möchtm7--Las^Wichtige und Bedeutungsvolle von dem RNnderwesentlichen auch äußerlich gesondert würde. Kürzere Rededauer bei minderwichtigen Beratungsgegenständen, Wechsel zwischen den Reden von Freunden und Gegnern der Vorlage wurden empfohlen: kleine Mittel, die aber immerhin geeignet sind, die Debatte abwechselungsreicher zu gestalten. Schwieriger durchzuführen, aber bedeutungsvoller die Vorschläge, die Sitzungen einzuteilen in Debattesitzungen und Beschlußsitzungen: Erstere bestimmt zur gründlichen und grundsätzlichen Aussprache über Regierungserklärungen und sonstige besonders wichtige Gegenstände, letztere — mit kürzester Redezeit — dazu geeignet, um in den Ausschüssen eingehend beratene Vorlagen durch Abstimmung zu erledigen.
Von materiell wichtigen Beratungsgegenständen, die in der nächsten Zeit das Hohe Haus beschäftigen werden, sei genannt in erster Linie die Erwerbslosenfrage: eines der schwierigsten Probleme der Gesetzgebung, bei dem gleichermaßen die unbestrittene Not der immer noch nach Millionen zählenden Arbeitslosen, wie die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft, endlich auch allgemeine politische Erwägungen zu berücksichtigen sind. Wird sich auch vielleicht eine Zwischenlösung auf der bisherigen Grundlage nicht umgehen lassen, so darf doch die dauerhafte Entscheidung der Frage im Wege der Arbeitslosenversicherung darunter nicht leiden.
Das viel erörterte Reichsschulgesetz wird wohl auch die Kräfte des Parlaments erheblich in Anspruch nehmen, wenn es auch vermessen wäre, eine schnelle Erledigung zu erwarten. Es ist nun einmal das Schicksal aller Schulvorlagen, einen weiten und schwierigen Weg bis zur endgültigen Verabschiedung zurücklegen zu müssen. Doppelt schwer ist eine Regelung, weil es sich hierbei um die nach manchen Richtungen einschneidende Abgrenzung von Zuständigkeiten zwischen Reich, Ländern und Gemeinden handelt.
Auf gleichem Gebiet liegen die Schwierigkeiten bei den auch wieder bevorstehenden Beratungen über den Finanzausgleich. Ob bis zum i. April nächsten Jahres eine endgültige Erledigung dieser Frage gefunden werden kann, erscheint mehr als zweifelhaft. Vermutlich wird man sich zunächst mit einer gesetzgeberischen Verlängerung des gegenwärtigen Zustandes über diesen Termin hinaus, viel-
leicht um ein weiteres Jahr, begnügen müssen. Auch das Wahlrechtsproblem ist nicht zur
<Sht neues Attentat aus
MM.
MMMM unverletzt. - Der Täter gelvuGt.
Bologna, 31. Ohibr. (Siesani). Auf Mussolini ist aus der Rückfahrl
-er Eröffnung -es Kongresses für wissenschafiUche» Fortschritt nach
-em Bahnhof ein Attentat verübt worben. Ein ungefähr 18 Jahre alter
von
Mann gab auf ihn in -er Via In-ipeu-enca ein Revolver schütz ab. Mussolini blieb unverletzt. Der Urheber des Anschlages wurde unmittelbar nach öem Schutz von -er Wenge gelyncht. Mussolini setzte seine Fahrt nach -em Bahnhof fort» von wo er nach einer Re-e vor den versammelten Offizieren mit einem Svn-erzuge nach Forli abreiste. Bis setzt ist es nicht möglich gewesen» -ie Leiche -es Attentäters zu identtfizieren. Auf -em Bahnhof un- währen- -er Reife nach Forli war Mussolini Gegenstand enthusiastischer Sympathiekundgebungen -er Bevölkerung- (Siehe auch letzte Telegramme.)
Wie LandtasstvahSe« in Gachfe«.
Dresden, 31. Okt. Bei trübem, aber trockenem Wetter vollzogen sich hier die Wahlen zum Sächsischen Landtag in vollkommener Ruhe und Orhnung., Auch aus der Provinz sind irgend welche nennenswerte Zwischenfälle polizeilich nicht gemeldet worden. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen nicht besonders rege. Es dürften ungefähr durchschnittlich 70 Prozent aller Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben.
Das endgültige Wahlergebnis stellt
sich wie folgt:
Abgegeben wurden 2 357 699 gültige Es erhielten:
Alle soz. Partei Sachsen» Deutschnationale Deutsche Volksparlei S . P. D.
Kommunisten
Demokraten
Wirtschaftspakte!
Völkisch-soziale Arbeitsgemeinsch.
Zentrum
Rationalist. Arbeiterpartei (Hitler) Reichspartei f. Volksrechk u. Auswert. Reichsverband d. Haus- u. Grundbef.
Die Mandate verteilen
A. S. P.
Deutschnakionale Deutsche Volkspartei S. P. D.
Kommunisten Demokraten
sich
Stimmen.
98 026
341 065
292 079
758 142
342 112
111351
237 462
10 382
24 059
37 736
98 258
Wahlkreis Lhemultz-Zwickau-Vlau«.
Dresden, 31. Oktober. Gesamtresultat. Es erhiel. ten an gültigen Stimmen: Alte foz. Partei Sachsens 24 975 (—), Deutschnationale 109 950 (167 049), Deutsche Volk sparte, 68 724 (159 221), S. P. D. 246 524 (375 153), Kommunisten 151 584 (131 920), Demokraten 30 814 (74 570), Wirtschaftspartei
103 668 (—), Nationalsozialisten 24 394 (—), Aufwertungspartei 41 683 (—), Völkische 1712 (1156), Zentrum 4 497 (3017), Hausbesitzer 4 647 (—).
(Die geklammerten Zahlen geben die Stimmenstärke bei den Landtagswahlen 1922 an).
Zum besseren Verständnis des Wahlausfalles sei folgendes angeführt:
Auch der Fall Seeckt dürfte nicht ohne Erörterung bleiben. Und wenn auch die Fürstenabfindungsfrage durch den preußischen Vergleich als materiell größtenteils erledigt angesehen werden darf, so werden zum mindesten die Kommunisten sich nicht nehmen lassen, auch sie erneut in die Debatte Hineinzuziehen.
Ist so allein in Dingen, die man überblicken kann, hinreichend Stoff für die Erörterungen des Parlaments enthalten, so weiß man aus Erfahrung, daß gerade die unvorhergesehenen Fragen meist die größten Schwierigkeiten in sich bergen. An Tätigkeit wird es somit dem Reichstag nach seiner Sommerpause nicht fehlen. Bleibt nur zu hoffen, daß ihm nicht wieder langwierige Regierungskrisen die Zeit zu fruchtbringender gesetzgeberischer LAreit rauben.
Rerthsmlnrsk« Dr. ^Mr Üb« die volttische Lage.
Görlitz, 31. Ott Auf dem Bezirksparteitag bet Deutschen Demokratischen Partei Niederschlesiens sprach heute mittag im Parkettsaal der Stadthalle Reichsminister des Innern Dr. Külz über die gegenwärtige politische Lage des Reiches. Außenpolitisch betrachtet, sagte der Minister, steht noch immer - ind des Interesses.
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im Vordere
itioe Erfolge erzielt, die deutsche Republik
In beiden Fällen sin erstens in Deutschland . ,
durch ihre Aufnahme in den Völkerbund als Großmacht voll anerkannt, zweitens: Durch die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund ist Deutschland wieder eingegliedert in die Machtkonstellation der Welt und drittens ist es wichtig, in welcher Art die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund erfolgte. Die Alleinschuld Deutsch.
lands am Kriege ist damit als gegenstandslos erledigt. In Thoiry fand eine Bereinigung der außenpolitischen Fragenkomplexe statt Nachdem Deutsch- mnd nunmehr dem Völkerbund mgehört, ist hin Raum mehr für Kontrollkommissionen und Besatz, ungsarmeen. Sodann kam der Minister auf die Re- parotionslasten zu sprechen und gab ein kurzes Expose über die finanziellen Verpflichtungen des Reiches. Die Einreihung Deutschlands in den West- Wirtschaftsorganismus, der Eisenpakt mit Frankreich die Verhandlungen in Romsey seien Beweise der wirtschaftlichen Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland und über die wirtschaftliche Annäherung hinweg werde sich auch die politische Verständigung vollziehen.. Auf diesem Gebiet seien es gerade die Demokraten, die pofttiue Arbeit geleistet hätten.
Innerpolitisch berührte der Minister di« Erwerbslosensrage, für die das Reich monatlich 80 Millionen Reichsmark aufzuwenden habe. Hier erwarte der Staat durch die Erwerbslosenversicherung eine Milderung der Lasten. Eine Besserung der Erwerbslosigkeit sei kaum vor 1928/29 zu erwarten. Die Industrie habe die Mittel aus der Inflation nicht genügend benutzt zur Intensivierung der Setriebe, sondern habe sie zur Erweiterung der Produkttonsbasis verwandt. Ferner be- handelte der Minister eingehend den Finanz- ausgleichzwifchenReichundLändern, sowie die Verwaltungsreform und kam dann auf die Struktur des Reiches zu sprechen, wobei er die übergroße Zahl der Ministerien und Parlamentarier bemängelte. Ueber die S t o a t s f o r m sollte man nicht mehr reden. Die Republik sei eine geschichtliche Tatsache geworden. Nachdem der Minister noch das Wahl- und Schulgesetz ausführlich besprochen hatte, wobei er betonte, daß die Wahlreform in den nächsten Tagen im Kabinett zur Lösung gebracht werden soll, besprach er die eventuelle Umbildung der Regierung. Dem Minister scheint dieMöglichkeit hierzu vormupg nidn gegeben. Die Sozialdemokratie habe sich takttsch auf eine Politik der kurzen Sicht eingestellt. Auch für eine Erweiterung der Regierung nach Rechts sehe er keine Möglichkeit, weil die Rechte das erlösende Wort in Bezug auf die Außenpolitik nicht finde. Deshalb glaube er, daß die Frage der Regierungsumbildung über Vorbesprechungen nicht hinauskommen werde. Die Ausführungen des Ministers fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung.
CÈfitt Anschlag aus ds« d-M vmrrs-Nevttn.
Paris, 30. Okt. Wie Havas aus Brüffel berichtet, ist heute früh gegen 3.40 ein Anschlag gegen den D-Zug Paris—Berlin entdeckt worden, der um diese Zeit, ohne anzuhalten, den Bahnhof Blemalle- Haute posiert. Der stellvertretende Bahnhofsvor- stond entdeckte, als er die Weiche prüfte, etwa 150 Meter vom Bahnhof entfernt einen Mann in ge- bückter Stellung, der damit beschäftigt war, die Schienen locker' zu schrauben. Der Draht, der von der Weiche zum Weichenstellerhause führte, war schon durchschnitten, und unweit davon bemerkte bar stellvertretende Babnhofsvorstand noch einen zweiten Mann, ebenfalls in gebückter Stellung. Es kam zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf die bei- . den die Flucht ergriffen, ohne daß es gelang, einen von ihnen zu erwischen.
Das Experiment einer radikalen Linksreaierung in Sachsen unter dem Sozialdemokraten Zeigner ist noch frisch im Gedächtnis. Er führte Sachsen bis an den Rand der Revolution und seine Folgen konnten nur durch die Reichsexekution, d. h. durch den Einmarsch der Reichswehr gehemmt werden. Dem Sturz Zeigners folgte eine Regierung der Großen Koalition unter dem gegenwärtigen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Heldt. Die große Koalition wurde aber nicht von allen sozialdemokratischen Abgeordneten mitgemacht. Er sonderte sich vielmehr eine starke Minderheit von 17 Abgeordneten ab, die die Große Koalition und folgerich- tag auch die sozialdemokratische Fraktionsmehrheit und die sozialdemokratischen Minister aufs schärfste bekämpfte. Immerhin bildeten die 23 soz. Abgeordneten mit den 8 Demokraten und den 19 Abgeordneten
in Sachsen
7 027 folgt:
wie 4
14
12
31
14
5
10
2
4
der Deutschen Volkspartei eine glatte Mehrheit, die die Regierung der Großen Koalition auch gegen den erbitterten Ansturm der Linken aufrecht erhalten konnte. Bei den gestrigen Wahlen ist nun die bisherige Mehrheit der Großen Koalition erheblich zusammengeschmolzen. Das war vorauszusehen, denn die 23 sozialdemokratischen Abgeordneten, die bisher im Landtag zur Großen Koalition hielten, waren nicht nur von der sächsischen Sozialdemokratie in Acht und Bann getan, sondern auch von der sozialdemokratischen Reichspartei verleugnet worden. Sie hatten eine altsozialdemokratische Partei gegründet, aber der gesamte Apparat der sozialdemokratischen Partei, die Organisation sowohl wie die Presse arbeitete gegen sie. Die koalitionstreuen Abgeordneten, d. h. die Altsozialdemokraten haben nur 4 Mandate erhalten und die Mandate der beiden anderen Koalitionsparteien sind ebenfalls zurückgegangen. Wohl kan festgestellt werden, daß die bügrerlichen Parteien mit den Altsoziademokraten zusammen gegenüber der linksradikalen Einheitsfront zwei Sitze mehr haben, doch eine Regierungsbildung muß großen Schwierigkeiten begegnen. Eine Regierung aller bürgerlichen Parteien und der Altsozialisten ist ebenso unmöglich wie eine Regierung der Linksradikalen. Bemerkenswert ist der Erfolg der Wirtschaftspakte! und der Aufwertungspartei, ebenso der Kommunisten.
Wirlschafkspartei
Nationalsoz. Arbeiterpartei Auswertungspartei
bisherige Landtag setzte sich zusammen aus „ Sozialdemokraten, 10 Kommunisten, 19 Deutsch- nationalen, 19 Volksparteiler und 8 Demokraten.
40
Der
Aus den einzeln en Wahlkreisen liegen folgende Meldungen vor:
1. Wahlkreis (Dresden-Vauhen).
Dresden, 31. Okt. Gesamtergebnis: Alte foz. Partei 48 227 (—); Soz. Partei 299 234 (419 614); Deutschnationale 144128 (190 601); Deutsche Volkspartei 102155 (162 453); Demokraten 47 414 (82136); Kommunisten 83 832 (31625); Wirtschaftspartei 97 663 (5137); Zentrum 15 655 (15 777); Völkische 5575 (10 202); Nationalsoz. 7587 (—); Aufwertungspartei 21779 (—); Hausbesitzer 2380 (—).
2. Wahlkreis (Leipzig).
Leipzig, 31. Okt. Gesamtresultat: Alte soz. Partei 24 824, Soz. Partei 212 384, Deutschnationale 86 987, Deutsche Volkspartei 101200, Demokraten 33123, Kommunisten 106 896, Wirtschaftspartei 36131, Zentrum 3905, Völkische 3095, Nationalsoz. 5755, Aufwertungspartei 34 796.
portionalwahlrecht einen Damm entgegensetzen wollen. Immerhin scheint es wenig zweckmäßig, mit kleinem Flickwerk an die Wahlrechtsfrage herangehen zu wollen. Entweder möge man sich entschließen, mit dem Grundsatz des Verhältniswahlrechts zu brechen — oder man lasse es in seiner jetzigen Form bestehen, die sich wenigstens einigermaßen eingelebt hat. Kleine Aenderungen verursachen nur Streit zwischen den Parteien und bringen — was nicht zu unterschätzen ist —
Ruhe gekommen. Die Stimmen mehren sich, auch unbequeme Neuerungen in der Orgam- die der immer fortschreitenden Entpersön- sation der ^Wahlkreise mit sich, ohne doch am lichung des Wahlverfahrens durch das Pro- Kern
der Sache etwas zu ändern.
Der Nachtragsetat, den die Regierung vor- legen muß, wird ebenfalls allerlei Kämpfe entfesseln. Dabei wird die allgemeine Finanzlage des Reiches, die je nach dem vertretenen Standpunkt verschieden beurteilt wird, eine bedeutsame Rolle spielen. Auch das Vorgehen des Finanzministeriums bei der Umgestaltung seiner Organisation, das in Beamtenkreisen lebhafte Bedenken ausgelöst hat, wird nicht ohne Kritik hingenommen werden. Die Fragen des Beamtenrechts, in erster Linie das Beamtenvertretungsgesetz, werden ebenfalls zu besprechen sein. Daß das Gebiet der Außen- volitik nicht leer ausgeht, ist selbstverständlich.
Der Bergarbeiterführer Cook erklärte gestern in einer Rede in Liverpool, wenn die Bsrgabeiter zu einer längeren Arbeitszeit gezwungen werden, so werden sin in den Schacht gehen und mehr zerstören als arbeiten.