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22. Sktsbev
Dana« Stadt und Land
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1926
Das Steteste.
— Reichsarbeitsminister Dr. Brauns berichtete im Sozialen Ausschuß über die Erwerbslosenfrage. Weiter sprachen Reichswirtschafts minister Dr. Curtius und Reichsfinanzminister Dr. Reinhold.
— Polen hat eine neue, durchaus unbefriedigende Note in der Chorzow-Angelegenheit nach Berlin gerichtet.
— Der Reichspräsident, der gestern in Bremen weilte, ist heute morgen nach Berlin zurückgekehrt.
— Wie aus Münster gemeldet wird, ist der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Regierungspräsident a. D. Graf Felix o. Merveldt gestern mittag einem Schlaganfall erlegen.
— Im hohen Vogelsberg ist der erste Schnee gefallen. Der Flockenfall hat die ganze Nacht gedauert. Heute morgen wurde auf dem Hoherods- topf eine Schneehöhe von 12 Ctm. gemessen.
— Englische Stimmen aus Gewerkschaftskreisen erklären, daß der englische Bergarbeiterstreik bis in den Winter hinein fortgeführt werden solle.
Die Neeüwvkmrg der Aebeits l»$iaee«.
KesrevuttsSevSlSvttttse« im RsrrhstagsaussGuH.
Berlin, 21. Okt. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags setzte heute in Anwesenheit des Reichsfinanzministers Dr. Reinhold, des Wirtschaftsministers Dr. Curtius und des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns die Aussprache über die
Erwerbslosensürlorge
Die rmhslehVvMve Not-
. fchakisVZVtskesmtr.
Während in Berlin fieberhaft an der technischen Durcharbeitung des deutsch-französischen Tctftänr: gungsproblems gearbeitet wird, sind in Paris Kräfte am Werke, die dem Pinn
fort. Reichsarbeitsminister D r. Brauns gab nach Verständigung der Ressortminister untereinander im Namen des Reichskabinetts folgende Erklärung ab:
„Die Reichsregierung ist auf Grund nochmaliger Prüfung der Ueberzeugung, daß mit einer weiteren schrittweisen Besserung des Arbeitsmarktes zu rech- ist, falls nicht außergewöhnliche Witterungsverhältnisse im Winter unerwartete Hemmungen bereiten werden. Gleichwohl drückt die Arbeitslosigkeit nach wie vor schwer auf das deutsche Volk. Die Reichsregierung bleibt deshalb bemüht, soweit das irgendwie angängig ist, zusätzliche Arbeits -
einschränkungen und Aenderungen Härten gegen die älteren Arbeiter und Angestellten nach besten Kräften vermieden werden."
Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius führte aus, der tiefste Punkt der deutschen Wirtschaftskrise könne seit Februar dieses Jahres als überwunden gelten. Die Wirtschaft befinde sich in einer auf steigenden, nicht nur saisonmäßig bedingten Entwicklung. Das Wirtschosisministerium sei zur Beschaffung normaler Arbeitsgelegenheit verschiedene Wege gegangen. Es habe aus den Fonds für die produktive Erwerbslosenfürsorge einen Teil für die sogenannte
Exportkreditversicherung
glaubt, die Verbände Wiking und Olympia verbieten zu müssen, obgleich, w-' Staatsgerichtshof jetzt festgestellt kein Grund vorhanden war. K
wenn sich Kontrollkommission und Dotschafterkonferenz derartige deutsche Verdächtigungen zunutze machen. Trotzdem aber muß gesagt werden, daß dieses ewige Herumreiten der Botschafterkonferenz auf den deutschen Sportoerbänden unerträglich ist. Deutschland verlangt das uneingeschränkte Recht, seine Jugend zu körperlich tüchtigen Menschen heranzu- bilden. Wenn die Militäkontrollkommission
rote durch den
worden ist,
Kein Wunder,
uns dieses Recht etwa verkümmern will und wenn die Dotschafterkonferenz sich dabei zum Instrument der Kontrollkommission machen sollte, so wirb das deutsche Volk sich diesen Druck nichf getallen lassen. Deutschland hat in allen wesentlichen Punkten abgerüstet und kann deshalb verlangen, daß die Kontrollkommission
halb verlangen, daß bi ihre Tätigkeit einstellt. 2
nen
abgezweigt, die bisher schon über 1300 Auslandsaufträge in Versicherung genommen habe. Aus bem» elben Fonds sei die Stützungsaktion für den Eisen- teinbergbau des Sieg-, Lahn- und Dillgebietes inanziert worden. Dort habe sich seitdem die Förderung wesentlich gehoben; es sei eine Art Gesun-
von Thoiry entgegenarbeiten. Wir erinnern in dieser Beziehung nur an die Ausführung " olitikers de Jouvenel, der
des
das Programm von Thoiry durch die Aufrollung der Ostfrage zu durchkreuzen versuchte. Auch in Paris denkt man in den maßgebenden Kressen wohl nicht daran, auf diesen Leim zu Hindernisse entständen. Es braucht nicht wunderzunehmen, daß ein gewisser Rückschlag der Stimmung, wie wir ihn jetzt beobachten, die Folge ist.
Die letzte Sitzung der Botschafter- konferenz, über die wir gestern berichteten, ist nur zu geeignet, dieser Stimmung neue Nah- mng zu geben. Wenn man dem Bericht der Havas'-Agentur Glauben schenken kann, so hat die Konferenz mit den Beschlüssen dieser Sitzung einen Rückfall in ihre trübsten Zeiten erleht, einen Rückfall, der in der Tat zu den Fortschritten von Genf und Thorry in schreiendem Widerspruch steht. Während mit Thoiry eine Aera des Vertrauens und der Annäherung beginnen sollte, atmen die.Dcichlusse der Votschafterkonferenz ein Mißtrauen und eint Feindseligkeit, die jede Annäherung unmöglich macht. Streitfragen der Entwaffnung, die längst als erledigt gelten müssen, metben wie der zu neuem Leben erme.fi Andere nun ganz
gelegenheit zu schaffen, insbesondere für tée langfristig Erwerbslosen. Sie glaubt der Sorge für die auszusteuernden Erwerbslosen, mit deren Zunahme an sich in den nächsten Monaten ange= sichts der langandauernden Erwerbslosigkeit zu rechnen wäre, auch auf diesem Wege der zusätzlichen Arbeitsbeschaffung und einer Anpassung der Methoden der produktiven Erwerbslosenfürsorge an besondere Bedürfnisse am besten gerecht zu werden. Sofern diese Mittel allein nicht ausreichen sollten, ist sie bereit, die unter stützende Fürsorge für die Ausgesteuerten in Zusammen- arbeitmitderWoblfa rts e der-
rung wesentlich gehoben; es sei eine Art dungsinsel geschossen worden, die das ganze Gebiet einer geradezu verzweifelten Gesamtsituation irt habe. In dieser Richtung werde fortgefahren werden. Was die Schaffung neuer Absatzmärkte durch Eröffnung neuer Kreditwege betreffe, so sei auf das Russengeschäst zu verweisen. Es seien Verhandlungen im Gange, die Finanzierungsmöalichkeiten bei diesem Geschäft zu erweitern, damit die volle Garantie ausgenützt wer- den könne. Durch ähnliche Projekte könnten mit Hilfe des Reiches der deutschen Ausfuhr neue Absatzgebiete erobert werden. England fei mit gutem Er- folge den gleichen Weg gegangen. Auch die eigenen
na i der uftrie würden in Recht, sich
in
saniert
Die etwaige Furcht vor der Erstarkung und der Ertüchtigung des deutschen Volkes können wir nicht als Grund anerkennen, die Kontrolle aufrecht zu erhalten und zu diesem Zwecke immer wieder neue, nichtige Vorwände ausfindig zu machen. Im übrigen aber scheint der Botschafterkonferenz dem Gedächtnis geschwunden zu sein, hon im März dieses Jahres der Auf
ganz aus i daß sie schon_______„ . .
nahmekommission des Völkerbundes den Bescheid gegeben hat, Deutschland habe abgerüstet. Alles, was sich seit damals ereignet hat, die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und die Besprechung in Thoiry scheint spurlos an ihr vorübergegangen zu sein. Deutschland hat nicht nur aus rein sachlichen Gründen ein Recht, den Abzug der Militärkontrollkommission und den Uebergang der Kontrolle an den Völkerbund zu verlangen, es hat auch ein ~ r darüber wunde daß die
gesteuert wird u die aus bekannten Gründen immerhin nicht unbedenkliche Verlängerung der Unterstützungsdauer über 52 Wochen hinaus in der Erwerbslofenfürforge vermieden werden kann. Es muß alles darangesetzt werden, Erwerbslose, die
schon ein Jahr Unterstützung bezogen haben, wieder in Arbeit zu bringen. Die laufenden Erhebungen über die Zahl der Ausgesteuerten und Auszusteuernden werden in allernächster Zukunft die zahlenmäßige Unterlage zur Beurteilung und endgültigen " ’s ent. Sollte sich dabei finanzschwache Gemein
Behandlung bie1
Herausstellen, daß besonders j
den eine genügende Fürsorge nicht zu leisten vermögen, so ist die Reichsregierung bereit, solchen Gemeinden finanziell noch weiter entgegenzukommen, als es in dem Erlaß vom 5. Oktober durch Uebernahme von 50 Proz. der Posten diesec Erwerbs- losenfürsorge schon geschehen ist. Angesichts der vorher gekennzeichneten Arbeitsmarktlage, angesichts ferner der Tatsache, daß in durchaus nicht ,cUenen Fällen die heutigen Unterstützungssätze bereits die
unwesentlicher Bedeutung Serben ’a zu gespitzt, daß die Absicht, Unfrieden zu stiften gar nicht bestritten werben taun. Typisch ist die Au, wie die öeraVJi dung b»? Ge'iè ule v. Seeckt behandelt wird. Obwohl dieser Fall eine innerdeutsche disziplinarische Maßnahme stellt, zieht die Botschafterkonferenz ihn doch vor ihr Forum. In dem HavasBericht ist wahrheitswidrig von neuen Direktiven des Generals Heye, des Nachfolgers des Herrn v. Seeckt, die Rede. General Heye führt sein Amt selbstverständlich unter genau denselben Voraussetzungen wie General v. Seeckt. Es ist darüber mit der Militärkontrollkommission oder mit der Botschafterkonferenz auch nicht ein Wort gewechselt worden, schon deshalb nicht, weil diese Angelegenheit außer dem Reichspräsideten niemanden etwas angeht. DieEinmischungder Botschafterkonferenz ist also scharf zu r ü ck z u w e i s e n. Nicht minder scharf aber we Behauptung, es bestehe irgendwelcher Grund, die Organisation des deutschen Oberkommandos zu beanstanden. Nach der Verordnung, die im Anfang dieses Jahres erlassen ^urde, ist der Chef der Heeresleitung keine selbständige Kommandostelle mehr, sondern in das Reichswehrministerium eingegliedert. Er fungiert als militärischer Berater des Reichswehrministers, dem die verschiedenen Gruppen- rommandos als dem Stellvertreter des Reichs- prasidenten unmittelbar unterstellt sind. Damit W die Streitfrage damals endgültig beigelegt worden und die Botschafterkonferenz hat kein mehr zu irgendwelchen Beanstandungen.
Ganz töricht ist es, wenn in Verbindung mit aem Falle Seeckt die vorübergehende Einstel- des Prinzen Wilhelm in die Rubrik der angeblichen illegalen Rekrutierungen etngereiht wird. Dieser Einzelfall ist durch die Verabschiedung des Generals v. Seeckt erledigt und
eine rein
bar«
Löhne überschreiten oder schon sehr nahe an sie heranreichen, hält die Reichsreip-cucg
eine allgemeine Erhöhung der llnlerstützungsjähe für nicht angängig.
Dagegen muß anerkannt werden, daß einzelne Kategorien von Erwerbslosen — wir denken an die Alleinstehenden unter 21 Jahren — einer stärkeren finanziellen Unterstützung bedürfen. Die Zustimmung der Länder vorausgesetzt ist die Reichsregierung bereit, hier zu helfen. Auf die Prüfung der Bedürftigkeit glaubt die Regierung solange nicht verzichten zu können, als öffentliche Gelder des Reichs, der Länder und Gemeinden in beträchtlichem Ausmaß für die Erwerbslosen auf* gewendet werden müssen. Sie erkennt aber an, daß ich in der Art, wie die Bedürftigkeit geprüft und estgestellt wird, stellenweise Mißstände herausgebildet haben und ist bereit, durch entsprechende Ausführungsbestimmungen diese Mißstände zu beseitigen. Das gleiche gilt auch für die Pflicht- arbeit.
Das Los der älteren Arbeiter und Angestellten ist auch für uns ein Gegenstand schwerer Sorge. Es handelt sich hier um eine, auch vom Standpunkt der Arbeitnehmer aus gesehen, außerordentlich schwie rige Frage. Ihre endgültige Lösung ist zurzeit noch nicht spruchreif. Der Reichswirtschafisministe wird sich sofort mit Vertretern der Arbeitgeber ine Benehmen setzen, um schon jetzt auf diesem Weg dahin zu wirken, daß bei unvermeidlichen Betriebs
nregung geben.
Im ganzen sei bei dem Problem der Arbeits- sosigkeit übertriebener Pessimismus nicht am Platz«. Die große Linie der Entwicklung des Arbeitsniurktes fei günstig und oerechtige zu der Hoffnung, daß es gelinge, in den konimcnden Monaten immer mehr Händen normale Arbeitsgelegenheit zu beschaffen.
Reichsfinonznnnistcr Dr. Reinhold ertlörte, Vie Finanzlage des Reiches habe sich besser entw -feit als von vielen anfangs des Jahres erwarte» worden sei Die Einnahmen heilen tr.i ersten Jahr liegen* über dem Vorans chlor ein Mehr von 130 Million«» Mark ergeben, trotzdem sei die Finanzlage immer noch angespannt und
man werde nur hart an der Grenze eines Defizits vorbeikommen.
Ein Defizit triefe aber unter allen Umständen ebenso vermieden werden wie die Ansammlung von Reserven. Im ordentlichen Haushalt 1926 feien für die Beschasfung von Arbeit 1Ü8 M l l- linnen Mark vorgesehen. In dem außerordentlichen Haushall des Nachtragsetat, der demnächst
dem Reichstag zugehen werde, seien weitere sehr erhebliche Mittel vorgesehen; sie sollten im Anleihewege aufgebracht werden und, wie bereits bekannt sei, im einzelnen folgendermaßen verwendet werden: erste Rate für die Fertigstellung begonnener Bahnbauten Darlehen an die Reichsbahn fs zusätzliche Bcscbasfungsprogramm 100 Millionen, Förderung des Kleinwohnungsbaus 200 Millionen, Bau von Landarbeiterwohnungen 30 Millionen, Siedlungszwecke 50 Millionen, weitere Mit
begonnener
:ür das
fei für Kanalbauten, endlich 100 Millionen für produktive Erwerbslosenfürsorge. Damit fei bis jur äußersten Grenze dessen gegangen, was unter Berücksichtigung der für Anleihen zur Verfügung stehenden Kapitalien verantwortet werden könne.
Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen machte Minister Dr. Reinhold zahlenmäßig« Angaben über
die bisherigen Leistungen des Reiches auf dem Gebiete der unterstützenden Erwerbslofenfürsorge.
Danach wurden für dies« Zwecke ausgegeben (in Millionen Reichsmark):
Im April 1926 28.8, im Mai 23.9, im Juni 23.6, im Juli 26.6, tm August 21.1. Die beiden letzten Monate seien noch nicht endgültig abgerechnet. Die hohe fahl für Juli erkläre sich daraus, daß auf diesen Kanal fünf Unterstützungswochen entfielen. Die gleichen Leistungen hätten außerdem die Länder u(bringen müssen, während die Gemeinden ein èeuntet des Gesamtaufwandes getragen hätten.
dem Fall lung des
braucht der Botschafterkonferenz nicht das geringste Kopfzerbrechen zu machen.
Die Ausfuhr von Kriegsmaterial und die Organisation der Polizei gehören zu denStreit- fragen, über die eine Verständigung so gut wie erzielt ist. Wenn die Kasernen noch nicht überall veräußert und für wirtschaftliche Zwecke verwertet werden konnten, so ist das eine Frage der Geschäftslage und zu dem eine Frage von so untergeordneter Bedeutung, daß sie nur mit der Absicht aufgegriffen sein kann, aus irgend einem Grunde Händel anzufangen. Was Königsberg anlangt, so muß man mit der Be-
s Gesicht schlägt. Es wird sich schließlich darum handeln, ob Briand im- stände ist, die von ihm gewollte Politik durchzusetzen, oder ob es der Kontrollkommission gelingt. mit Hilfe der Botschafterkonferenz ihre Diktatur aufrecht zu erhalten. Denn zwischen Vertrauen und Mißtrauen gibt es keinen Kom- promiß.
Die polnische Regierung hat der deutschen G«- sandtschaft in Warschau eine Antwortnote auf die Note der deutschen Regierung vom 2. d. M. wegen Rückgabe der oberschlesischen Stickstoffwerke in Chorzow an Deutschland überreicht und sich darin auf denselben Standpunkt gestellt, der bereits in der
polnischen Note zum Ausdruck gebracht wurde, daß Polen die Stickstoffwerke nicht herausgeven würde.
Zur Begründung wird behauptet, es gehe aus dem Schiedsspruch der Haager Schiedskommission nicht hervor, daß Polen verpflichtet sei, die Fabrik als solche an den früheren Besitzer, der Bayerischen Stickstoffwerke A.-G., auszuliefern. Die polnische
Regierung erkläre sich Handlungen wegen Beg Ansprüche mit der i
aber bereit, friedlich« Ver-
Begleichung gewisser finanzieller deutschen Regierung unb den Bayerischen Stickstoffwerke» auszunehmen.
Mit dieser Weigerung setzt sich Polen über bas Urteil des internationalen Haager Gerichtes hinweg, das es selber als zuständig anerkannt hat, begeht also einen flagranten Rechtsbruch. Der Spruch des internationalen Gerichtshofes sagt mit aller Deutlichkeit, daß die Beschlagnahme der Chorzowwerk« durch die polnische Regierung ju Unrecht erfolgt ist und legt Polen die Verpflichtung auf, diese Werk« zurückzugeben. Der deutschen Regierung wird nunmehr nichts anderes mehr übrig bleiben, als in dieser Angelegenheit ganz andere Seiten auf* zuziehen. Gerade Deutschland, das für das internationale Schiedsverfahren seit Verfaills eine be-
feftigung der Werke einverstanden sein, wenn man die Stadt als Festung überhaupt gelten lassen will. Ein Drittes gibt es nicht. 8mßer- ordentlich bezeichnend ist schließlich die Art, wie die Frage der Sportverbände behandelt wird. Auch hier ist durch Reichsgesetz und durch Verordnung alles geschehen, was möglich ist, um eine militärische Betätigung der Verbände auszuschließen. Daß diese Frage trotzdem nicht zur Ruhe kommt, ist zum Teil Schuld derjenigen deutschen Kreise, die aus innerpolitischen Grün- atustoub bestritt bei den überall Gefahr wittern. So hat der ver- © $ a dj t bei der Dai flossen« preußische Innenminister Severing ge-> Reichsbant, iebe Linw
sonders ausgesprochene Vorliebe bekundet hat, kann eine solche Mißachtung des Haager Gerichtshose- unter keinen Umständen dulden, wenn es sich nichi auch in Zukunft dergleichen ungewöhnlichen Behandlungen aussetzen will. Polen hat auch in anderer strittigen Grenzanaelengeiten seine Verpflichiunger wiederholt mit Füßen getreten. Es hat sogar seiner- zeit die ausdrück'ichen Entscheidungen des dafür als höchster Schiedsrichter eingesetzten schweizerischen Präsidenten Calonder unbeachtet gelassen. Wenn bis polnische Regierung bedauert, daß die deutsche Regierung das Angebot neuer Verhandlungen mit Schweigen übergeht, so ist zu bemerken, daß das die einzige Antwort ist, die Deutschland auf die anmaßenden Forderungen Polens geben konnte. In dem Falle Chorzow handelt er sich um kein Handels- oder Schacherobjekt mehr, sondern es liegt ein rechtsverbindlicher Schiedsspruch vor.
Dv. «GE übev Me ReiGsbauk-
Berlin, 21. Oktober. Im Wirtschafts-Enquete- _ _ "' ' „“Li jeute Reichsbankpräsident Dr.
den überall Gefahr wittern. So hat der ver- Schacht bei der Darlegung der Finanzpolitik der flossen« preußische Innenminister Severing ge-. Reichsbant, jede Einwirkung der Transserfrag« auf