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16, Sötobev
Die ândgebung der Wettfinanz
Die internationale Kundgebung führender Wirtschaftsgrößen, die, wie schon geineldet, morgen Mittwoch an die Weltöffentlichkeit gerichtet werden soll, blieb in der ersten Meldung etwas in Dunkel gehüllt. Nach den letzten Nachrichten unterliegt es keinem Zweifel, daß es sich um einen Appell handelt, die fried- lichen Beziehungen zwischen den Nationen der Welt auch auf wirtschaftlichem Gebiete durch weitgehende Handelsfreiheit wieder h e r zu st e l l e n. Die Kundgebung ist besonders deshalb bemerkenswert, weil nicht nur Vertreter des Handels ihren Namen daruntersetzen, sondern auch hervorragende Vertreter der Schwerindustrie und der verarbeitenden Industrie. So ist die deutsche Wirtschaft unter den Unterzeichnern des Aufrufes nicht nur durch den Reichsbankpräsidenten Schacht, durch führende Bankiers und die Handelskammerpräsidenten Mendelssohn - Berlin und Witthoefft-Hamburg vertreten, sondern auch durch den Geheimrat Bosch von der chemischen Industrie und den Generaldirektor der Vereinigten Stahlwerke, Dr. Vögler. So haben sich namens der französischen Wirtschaft ebenfalls führende Vertreter aller Industriezweige angeschlossen und neben dem Gouverneur der Bank von England Montagu Norman fehlt auch Douglas Vickers als Vertreter der englischen Industrie nicht. Aehnlich ist es ' M allen anderen Ländern. Auch Heroor- roaeiide
Dev Lnhalt des Manifestes.
Berlin, 19. Oklber. In der angekündigken internationalen Kundgebung der Wirtschastssührer von 16 Staaten heißt es u. a.:
„Wir wünschen als Geschäftsleute, die Aufmerksamkeit auf gewisse beunruhigende Zustände zu lenken, die unserem Urteil nach der Rückkehr zum allgemeinen Wohlstand im Wege stehen. Man kann nicht ohne Bedenken mit ansehen, in welchem Ausmaß Tarisbarrieren, Speziallizenzen und Verbote seit dem Kriege sich in den internationalen handel eingeschoben und seinen natürlichen Ablaus behinderten. Niemals hatte es der handel notwendiger als heute, von solchen Einengungen frei zu sein, um den handeltreibenden zu ermöglichen, sich den neuen und schwierigen Bedingungen anzupassen. Der Zusammenbruch von großen politischen Gebietseinhei- ten in Europa war ein schwerer Schlag für den internationalen Handel. Innerhalb weiter Gebiete, deren Einwohner bis dahin ihre Produkte im freien Handel ausgetauscht hatten, wurden neue Grenzen errichtet, die durch Zollgesetze eifersüchtig gesperrt werdem Alte Märkte verschwanden. Râssengegen- S konnten Gemeinschaften auseinanderreißen,
n Interessen untrennbar miteinander verwoben waren. Um diese neuen Grenzen in Europa zu verteidigen, wurden Lizenzen, Tarife und Verbote ein- gesührt, Deren Resultate sich für alle Beteiligten bereits als höchst nachteilig erwiesen. Hinter den Zollmauern wurden neue Lokalindustrien begründet, die infolge der Konkurrenz nur dadurch am Leben erhalten werden konnten, daß die Zollmauern noch höher wuchsen. Eisenbahnlacise, die nach politischen Aeberlegungen festgesetzt sind, machen Transitverkehr und Frachttransporte schwierig und teuer. Eine künstliche Teuerung i
neuen
Dr. Schacht, Karl Friedrich von Siemens, Franz Urbig, Generaldirektor Vögler. F. h. Witthoest.
Die Unterzeichneten Italiens haben das Mani- feft begrüßt, wenn auch an all den zahlreichen Formen des unmittelbaren oder mittelbaren Zoll- schuhes, die Benachteiligungen oder Bevorzugungen, der künstlichen Prämien und der Auswanderungs- beschränkungen Kritik geübt wurde. Mit diesen Vorbehalten schließen sie sich an das Manifest an.
Von Großbritannien haben u. a. unter- zeichnet Balfour, Bradbury, Goodenough, Mc Kenna, Montagu Norman, Lionel de Rothschild, Iosiah Stamp.
Außerdem haben unterzeichnet hervorragende Persönlichkeiten aus Holland, Ungarn, Schweden, Schweiz, Norwegen, Polen, Rumänien, Oesterreich, Belgien, Dänemark, Tschechoslowakei, sowie aus den Vereinigten Staaten, darunter 3. P. Morgan und Perkins.
PavSev Gilbevt übev de« Dawesvlan.
Rom, 19. Okt. Die „Tribüne" veröffentlicht ein Interview mit dem in Rom weilenden General-
agenten für die Reparationszahlungen Parker Gilbert, der erklärte, daß Deutschland seit der Unterzeichnung des Dawesplanes pünktlich seiner Zahlungspslicht na" ' men sei. Die mit Rücksicht aus die St, Währung nur in beschränktem Maße vorgenommenen Bargeldüberwcisungen haben bisher keine großen Schwierigkeiten verursacht. Das Transser- komitee werde sich auch weiterhin in engster Verbindung mit den verschiedenen Notenbanken halten. Die Zukunft des Dawesplanes Hänge
k o m- if der
WÄ
1626
des bisherigen stellvertretenden Generaldirektors bei Reichsbahn, Dorpmüller, zum Generaldirektor der Reichsbahn bestätigt.
Die V e r e i n b a ru n g, die zur Bestätigung der Wahl des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn Dr. Dorpmüller geführt hat, sieht den Blättern zufolge vor, daß die Neuwahl eines Generaldirektors in Zukunft nur erfolgen wird, nachdem vorher eine Verständigung mit dem Reichskabinett stattgefunden hat. Die Wahl wird also nur erfolgen, wenn die Be-
stätigung vorher gesichert ist. Ferner ist vereinbart worden, daß auch bei der Ernennung des stellvertretenden Generaldirektors in derselben Weise verfahren wird. Weiter ist für die Zukunft dafür gesorgt, daß zwischen der Reichsregierung und dem Verwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft die notige Fühlung besteht. Dadurch soll erreicht werden, daß gegenseitig überraschende Beschlußfassungen vermieden werden. Wenn der Reichsverkehrsminister Sitz und Stimme im Verwaltungsrat auch nicht erhält, so soll ihm jedoch vor jeder Sitzung die Tagesordnung rechtzeitig zugänglich gemacht werden, sodaß er " ‘ Lage ist, dem Verwaltungsrat seine Ansicht e einzelnen Punkte vor der Sitzung mitzu- Der Haupteinfluß der Reichsregierung liegt auch weiterhin in ihrem Rechte, die Hälfte der Ver- waltungsratsmitglieder zu ernennen. Bereits zum 1. Januar 1927 wird die Reichsregierung drei neue
in der La!
über die
teilen.
Verwaltungsratsmitglieder zu ernennen haben.
Schnlvevtvas zwischen Vvenßen und Sefievveich.
Berlin, 18. Oktober Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Durch preußisches Ee etz vom 23. März 1926 ist der Staatsvertraa zwischen Preußen und Österreich über die gegemeitire Durchführung
J/P. Morgan.
Ginge das Manifest lediglich von Vertretern des Handels oder von bestimmten Nationen aus, die am Freihandel ein besonderes Interesse haben, so bedürfte es keiner besonderen Unterzeichnung. Erst die Beteiligung aller Wirtschaftskreise und aller großen Wirtschaftsnationen verleiht ihm ein großes und besonderes Gewicht. Durch diese universale Beteiligung wird der Aufruf zu einem Aus- dmck der Erkenntnis, daß die Weltwirtschaft erst dann wieder auf einen grünen Zweig kommen kann, wenn man den Wirtschaftskräften der einzelnen Länder die Möglichkeit gibt, sich durch den freien gegenseitigen Güteraustausch so weit wie möglich auszuwirken. Auch die Vertreter der Industrien bekennen sich zu der Auffassung, daß keinem Lande durch die Absperrung mit hohen Zollmauern aus die Dauer gedient fein kann. Die Wirtschaftsform der einzelnen Länder ist auf gegenseitige Ergänzung eingestellt. Fehlende Rohstoffe und Fertigt abri- kate müssen gegenseitig ausgetauscht werden Auf diese Weise entstehen zwischen den einzelnen Ländern so enge Wirtschaftsbeziehungen, daß schließlich das Gedeihen des einen Landes von dem Gedeihen des anderen abhängig ist. Selbst in einem Lande wirtschaftlicher Hochblüte, wie in den Vereinigten Staaten von Amerika, verschließt man sich dieser Erkenntnis nicht mehr. Wie vielmehr muß sie sich in Europa Geltung verschaffen, wo auch wirt- chaftsstarke Länder wie England unter den falschen wirtschaftlichen Methoden der Nachkriegszeit leiden.
Wir können in Deutschland nur wünschen, daß der Aufruf überall Beachtung findet und daß man auch daran geht, seine Mahnungen in die Wirklichkeit umzusetzen. Deutschland kann mit einer Politik, die die Zollschranken beseitigt, nur einverstanden sein. Wir müssen Güter ausführen, wenn wir imstande sein sollen, unsere Bevölkerung zu ernähren und die uns auferlegten Verpflichtungen zu erfüllen. Aus diesem Grunde geht unser Bestreben schon seit langem dahin, durch Handelsverträge mit allen Wirtschaftsnationen der Welt in geregelte Handelsbeziehungen zu kommen Wir haben schon eine ganze Reihe derartiger Verträge abgeschlossen. Aber wir begegnen leider noch er» yeblichen Schwierigkeiten. So sind wir weder M Frankreich, noch mit Polen bis jetzt zum Abschluß eines Handelsvertrages gelangt. Das »egt zum großen Teil daran, daß man in •Parts und Warschau noch nicht die Notwen- mgkeit ganz anerkennt, bei einem solchen Hen- uelsvertrag den Partner als völlig gleichberech- »gt zu betrachten. Man kann nur wünschen, k>^F Weltaufruf zum Wirtschastsfrieden hier seine Wirkung nicht verfehlt
verringert und der dumlauf hat abgenommen. Zu viele Staaten haben die gemeinsamen Interessen der Welt außer acht gelassen, indem sie ihre kommerziellen Beziehungen aus die ökonomisch unsinnige Basis stellten, allen Handel als eine Form von Krieg zu betrachten. Daher kann keine Erholung in Europa eintreten, bis die Politiker in allen Ländern sich darüber klar sind, daß handel kein Krieg ist, sondern ein Aus.auschprozesz, und daß in Zeiten des Friedens unsere Nachbarn unsere Kunden sind, und daß ihr Wohlstand eine Vorbedingung für unser eigenes Wohlergehen ist. Glücklicherweise sind Anzeichen vorhanden, daß endlich die öffentliche Meinung zur Erkenntnis der drohenden Gefahren gekommen ist. Der Völkerbund und die Internationale Handelskammer find am Werke, alle Formalitäten, Verbote und Einschränkungen auf ein Minimum zu recuji'cen Einfluhleiche Persönlichkeiten in allen Ländern setzen sich für völlige Aufhebung der Zolltarife ein. von anderen Seiten ist der Abschluß von langfristigen Handelsverträgen auf der Grundlage der Meistbegünstigung vorgeschlagen worden. Einige Staaten haben in kürzlich abgeschlossenen Verträgen die Notwendigkeit anerkannt, den handel von allen niederdrückenden Beengungen zu befreien. Und Erfahrung lehrt allmählich auch andere, daß das Niederreißen der ökonomischen Hindernisse zwischen den einzelnen Nationen sich als sicherstes Heilmittel gegen das Stagnieren des Handels erweist, das überall zu zerstören ist. wir sind der festen Ueberzeugung, daß die Wiedereinführung der handel s.freiheit die beste Möglichkeit in sich birgt, handel und Kredit in der W elt wieder herzu stellen."
Die französischen Unterzeichner haben eine • Erklärung abgegeben,
worin es heißt:
„3n der Befürchtung daß einige Stellen des' Manifestes gewisse Meinungsverschiedenheiten her. beisühren können, präzisieren die Unterzeichneten die Punkte. mit denen sie einverstanden sind. Sie sind der Auffassung, daß die Unsicherheit und wirtschaftliche Unordnung in den Folgen des Kcieges und insbesondere den Währungskrisen ihren Ursprung hat. Sie glauben, daß vor ollem die Länder,
:e den Währ: sprang hat. Sie glauben, daß deren Währung noch nicht ffal________ .... .. . ... einer gesunden Währung zustreben müßten. Sie werden das umso eher können, als die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern auf normalen Grundlagen wiederhergestellt werden. Sie sind dec Auffassung, daß die übermäßige Höhe oder Starrheit gewisser Zollschranken und die Behinderung des internationalen Verkehrs durch mißbräuchliche Transporloor christen verurteilt werden müßte::. Sie sprechen sich demgemäß für alle Maßnahmen zur Be eifigung derartiger künstlicher Schranken gegen die uneingefchränkte Wiederaufnahme der internationalen Wirtschaftsbeziehungen der Vorkriegszeit aus. Es ist für einen modernen Staat unmöglich zu leben und zu gedeihen, ohne mit den anderen Staaten Handelsbeziehungen zu unterhalten. Infolge der engen gegenseitigen Abhängigkeit der Völker kann das wirtschafllichë Gteichgl der Welt nur durch einen gegenseitigen Austausch von Kreditgewährung und Warenlieferungen hergestellt werden."
tbilifierf ist, raschestens
der Vorkriegszeit , Staat unmöglich zu den anderen Staat,
von der Entwicklung des Welthandels und feiner Beeinflussung durch die Reparationszahlungen. Außerdem werde die Fähigkeit Deutschlands, seinen »ickeln und Auslandszahlungen
Außenhandel zu entwi zu bestreiten, davon c , „ , duslrisn in den Nachbarländern Deutschlands und wie die Tarife und die Zollschranken sich entwickeln, ferner von der Ernte in Deutschland und überhaupt von vielen anderen heiklen Fragen.
in abhängen, wie die neuen 3n-
Das Attsßühvtmsssssetz zu Artikel 48.
atififationsurfunben sind am 18. Oft durch den preußischen Kultusminister Dr. Becker im Namen der Staatsregierung und den österreichstchen Gesandten in Berlin, Dr. Frank, im Namen der österreichischen Bundesregierung ausgetauicht worden. Der Vertrag tritt 14 Tage nach Austausch der Urkunden in Kraft. Nach dem Staatsvertrag werden in bezug auf die Schulpflicht, die Schulunterhaltung und das Schulgeld die in Preußen wohnenden Österreicher den preußischen Staatsangehörigen und die in Österreich wohnenden Preußen den österreichischen Bundesbürgern gleichgestellt. Bisher waren die Kinder österreichischer Bundesbürger,
Berlin, 18. Okt. Die „Doss. Ztg." will in der Lage sein, die wichtigsten Bestimmungen des Entwurfes des Ausführungsgesetzes zu Artikel 48 der Reichsverfassung über die Diktaturgewalt des Reichspräsidenten, das demnächst den gesetzgebenden Faktoren zugehen soll, mitzuteilen. Der Entwurf bestimmt, daß die vom Reichspräsidenten oder seinen Beauftragten auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung erlassenen Verordnungen Gesetze im Sinne der Reichs- Verfassung sind. Ueber die Aufhebung einer vom Reichspräsidenten oder einer Landesregierung auf Grund des Artikels 48 getroffenen Maßnahme entscheidet im Streitfall der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich. Bei der Ausübung feiner Befugnisse auf Grund des Artikels 48 ist der Reichspräsident durch die Reichsverfassung und die Bestimmungen dieses Gesetzes beschränkt. In einem Gebiet, über das der Ausnahmezustand verhängt ist, darf, abgesehen von der damit verbundenen verfassungsmäßig zulässigen Außerkraftsetzung von Verfassungsbestimmungen, von der Reichsverfassung nur insoweit abgewichen werden, als es durch nicht verfassungsänderndes Gesetz geschehen kann. Wird der militärische Ausnahmezustand verhängt, so soll der Reichspräsident einen bürgerlichen Beauftragten bestellen, dessen Einwendungen der militärische Be- fehlshaber stattzugeben hat. Gegen alle Derfügun- gen, die auf Grund des Ausnahmezustandes getroffen sind, findet die Beschwerde statt, die an den Reichsminister des Innern bezw. an den Reichswehrminister oder, wenn die Verfügung von einer Landesregierung ausgeht, an diese zu richten ist.
ngen des Enr- Artikel 48 der
die in Preußen wohnen, nicht zum Schulbesuch pflichtet. Wenn sie preußische Schulen bejru
ver-
bejuchten,
Gegenüber dieser Pressemeldung wird von amtlicher Seite festgestellt, daß ein derartiger Gesetzentwurf im eigentlichen Sinne nicht besteht. Die gesetzgeberischen Vorarbeiten dieser Materie sind gegenwärtig nur soweit gediehen, daß zwischen den beteiligten Reichsministerien Besprechungen und Verhandlungen eingeleitet sind. Um für diese Besprechungen einen Anhall zu schaffen, ist vom Reichsministerium des Innern ein Referentenent- wurf zur Verfügung gestellt worden. Von dem Ergebnis der Besprechungen zwischen den beteiligten Reichsministerien wird es abhängen, welche Gestalt
ihängiq- reaierung als solche hat bisher keine Gelegenheit ^gewicht gehabt, sich mit der Frage zu besassen, da das uslausch Reichsmimsterium des Innern einen Gesetzentwurf
Reichsministerium des Innern einen Gesetze: auch dem Kabinett bisher nicht vorgelegt hat.
Aus Deutschland unterzeichneten Geheimer Kommerzienrat Dr. Bosch. Geheimrat Felix Deutsch, Dr. Karl Melchior, Franz o. Mendelssohn.
Kerstin, 18. Oft. Der Reichspräsident hat heute abend auf Vorschlag des Reichskabinetts die Wahl
mußten sie, wie andere Ausländer, Fremdenschulgeld zahlen.
Das GMetteuSaviea gebildet.
Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus London ist dort das Abkommen über das internationale Schienenkartell von allen Beteiligten mit Ausnahme der Deutschen unterzeichnet worden, die sich eine Bedenkzeit erbaten.
Aus den KsèGsiasssrMOMsrt.
Die Gerichts- und Anwallsgbühren.
Berlin, 18. Oft. Der Rechtsausschuß des Reichstages lehnte heute einen kommunistischen Antrag auf alsbaldige Erörterung der Fürstsnabfindungs- frage ab, da ihm weder eine Regierungsvorlage noch ein Antrag aus dem Reichstag vorliegt. Der Ausschuß beschloß, in der Frage der Strafprozeßreform alsbald sich mit dèr Frage der Untersuchungshaft zu beschäftigen. Darauf begann der Ausschuß seins allgemeinen Besprechungen über den Gesetzentwurf zur Revision der Gerichtskosten und der Gebühren der Rechtsanwälte. Die Herabsetzung der Gebühren wurde vom Staatssekretär des Reichssustizmmiste- riums, Joel, mit dem Wunsch« begründet, die Ge- bühren möglichst wieder aus die Höhe der Vorkriegszeit zu senken. Übertreter der preußischen, bayerischen und württembergischen Justizverwaltungen machter aber darauf aufmerksam, daß die Cannes vermaltun« gen den finanziellen Ausfall nicht tragen könnten. Die Einzelberatung wurde vertagt.
Reichstassausschuß für soziale Angelegenheiten.
Berlin, 18. Okt. Der Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten trat heute zum ersten Male nach der Sommerpause wieder zusammen. Der Aus- schuß beschloß zunächst, regelmäßig an den Vormittagen di« Beratungen des .Arbeitsgerichtsgcsetzes zu Ende zu führen und an den Nachmittagen die Neu- regelung der Arbeitslosenfürsorge zu behandeln. Dementsprechend wurde bie Beratung über das Arbeitsgerichtsgesetz bei § 2 fortgeführt. Diese Paragraph behandelt die Zuständigkeit der Arbeitsgerichtsbehörden. Dabei geht der Entwurf von dem Grundsatz aus, die Gerichtsbarkeit in Arbeitssachen möglichst vollkommen den Arbeitsgerichisbehörden zu übertragen. Die Ausführung des Grundsatzes findet aber in praktische nErwâgungen gewiss Gren- zen. Es ist damit zu rechnen, daß der Ausschuß sich noch diese ganze Woche und die darauffolgende Woche mit dem Arbeitsgerichtsges-z besassen muß.
Reichsausschuh für Beamfenangefegenbeiten.
Berlin, 18. Oft. Der Reichsausschuß für Bsamien- angrbegeuheit«: setzt« bie Beratung des Entwurfes