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15, SVtober
1926
DaS neueste.
— Die Verhandlungen über die Umbildung der preußischen Regierung sind bis zum Zusammentritt des Reichstages vertagt worden.
— Der Reichstag ist nun endgültig auf den 3. November einberufen worden.
— Im preußischen Landtag findet heute die dritte Lesung des Hohenzollernvergleiches statt.
— Nach Aufarbeitung einer außerordentlich umfangreichen Tagesordnung wurde die Session des Sächsischen Landtages geschlossen. Die Neuwahlen für den kommenden Landtag finden am 31. Oktober statt.
_ Die verschiedenen Sparergruppen haben eine neue „Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung- gegründet. Führer dieser Partei ist der frühere Staatssekretär Graf Posadowsky.
— Das ungarische Kabinett ist zurückgetreten.
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Der Reichsfinanzminister Dr. Reinhold kehrt am nächsten Sonntag von seiner sva- ni chen Urlaubsreise nach Berlin zurück. Der interministerielle Ausschuß, der die Vorarbeiten der Verständigungsaktion durchführen soll und der bekanntlich aus dem Reichsaußenminister, dem Wirtschafts- und dem Finanz- minister besteht, wird dann seine Tätigkeit in voller Stärke aufnehmen können. Man wird erwarten können, daß der Ausschuß sich dann vor allen Dingen auch in das finanzielle Problem unter Zuziehung von Sachverständigen vertieft. Schon jetzt hat man auf beiden Seiten, wje Paris, die Ueberzeugung gs- amerikanischer - FinanW treffe die Finanzfrage nicht zu lösen i st. Infolgedessen bemüht man sich auch auf französischer Seite zu einer Verständigung mit Washington zu gelangen. Die Politik Poincares ist ganz gewiß nicht eindeutig und von unserem Standpunkte aus gesehen nicht sehr vertrauenswürdig. Aber man hat doch den Eindruck, daß die Haltung der französischen Regierung in der Frage des Schul- dènabkommcns mit Amerika eine Wandlung
durchgemacht hat und entgegenkommender geworden ist. Für die weitere Entwicklung der Verständigungsaktion kann das nur von Vorteil sein. Gute Kenner der amerikanischen Verhältnisse versichern, daß Frankreich in der öffentlichen Meinung der Vereinigten Staaten jeden Kredit verloren hat. Es herrscht schon zwischen den beiden angelsächsischen Reichen eine ziemlich starke Verstimmung, nachdem auch in London gegen den amerikanischen Gläubiger in Wort und Schrift recht unfreundliche Urteile geäußert worden sind. Zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten ist die Spannung aber noch viel stärker. Die wiederholten Pariser Demonstrationen gegen Onkel Sam, die unfreundliche und teilweise feindselige Behandlung amerikanischer Gäste auf französischem Boden haben in der amerikanischen OeffentNchkeit derartig verstimmt, daß dort von dem früheren Wohlwollen für Frankreich nichts mehr übrig geblieben ist. Wenn Amerika in der Frage der Eisenbahnobligationen helfen soll, wird man in Paris also in der Tat einen etwas anderen Ton an- schlagen müssen.
Deutschland steht mit den Vereinigten Staaten in den besten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Seit der sogenannte Dawesplan in Kraft getreten ist, hat die amerikanische Finanz sich an der wirtschaft- lichen Konsolidierung Deutschlands recht rege beteiligt. Unter diesen Umständen haben wir selbstverständlich nicht den geringsten Grund, unsere wirtschaftliche und politische Verständigung mit Frankreich in dem Sinne einer Sonderaktion zu betreiben, die uns von unseren bisherigen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen löst. Wir müssen vielmehr wünschen, daß an der Derständigungsaktion auch die- lenigen Mächte mitwirken, die nicht nächst- beteiligt sind, deren Unterstützung wir aber garnicht entbehren können. In diesem Sinne hat ja auch Stresemann auf dem Kölner Par- bkitag die Mitwirkung des amerikanischen Volkes in Anspruch genommen. Wir wollen nicht an der Seite Frankreichs etwa in eine europäische Liga gegen Amerika eintre- sondern im Gegenteil alles tun, um mit der Verständigungsaktion eine möglichst ^nge Zusammenarbeit zwischen Europa und oen Vereinigten Staaten herbeizuführen.
. Soll das von Erfolg sein, so müssen die "Esch-französischen Verhandlungen auf die- nuge Grundlage bakbrÄnft bleiben, die in
StmenvoltttMe âSmpse im jtowte*
Die vvSuMthen lKoaMionsvevhandlungen vovèSttKs vevtast.
Berlin, 14. Okt. Die heutige mit Spannung erwartete Besprechung der Führer der preußischen Koalitiosparteien mit dem Ministerpräsidenten Braun über den Plan der Regierungsumbildung in Preußen hat zu dem Ergebnis geführt, daß die drei Regierungsparteien, die durch le zwei Abgeordnete vertreten waren, ihre gründ - faßliche Bereitwiligkeit erklärt haben, mit der Deutschen Bolkspartei Verhandlungen über die Herstellung der Großen Koalition zu führen. Der Ministerpräsident Braun wurde ersucht, mit der Deutschen Volkspartei Fühlung zu nehmen und sie um Formulierung ihrer Auffassung zu bitten. Die sofortige Inangriffnahme direkter Besprechungen mit der Deutschen Bolkspartei wurde abgelehnt und auf den Wiederzusammentritt des preußischen Landtages verschoben.
Der Wiederzusammentritt erfolgt am 3. November. Am gleichen Tag« nimmt auch der Reichstag seine Sitzungen wieder auf. Schon aus dieser äußerlichen Tatsache ist zu erkennen, daß der sozialdemokratische Standpunkt sich durchgesetzt hat, der, wie wir schon meldeten, die Notwendigkeit der
Verbindung der preußischen Regierungsfrage mit der Umbildung der Reichsregierung feststem Wir haben also damit zu rechnen, daß im November große politische Probleme in den Vordergrund gesetzt werden.
Das Zentrum drängt auf Erweiterung der preußischen Regierung nach rechts, weil es die steuerlichen und sozialpolitischen Vorlagen des kommenden Winters irk Preußen nicht mit den Sozialdemo- kraten allein machen will. Im Reiche sind starke Kräfte am Werk, um die D e u t f ch n a t i o n a l e n in absehbarer, Zeit in die Regierung zu bringen,
Die Sozialdemokraten werden dem Zentrum und den übrigen Mittelparteien am 3. November sagen: Nehmt ihr im Reich die Deutschnationalen in die Regierung, so weisen wir in Preußen der Deutschen Bolkspartei, so sehr auch das Zentrum
WM Wsv die polssifchs Lass.
Karlsruhe, 14. Okt. In einer Versammlung des Deutschnationalen Landesverbandes Karlsruhe besprach Graf Westarp heute die politische Lage. In seinen Ausführungen zur Außenpolitik sagte der Redner u. a.: Unser Parteiprogramm stellt in den Vordergrund alles politischen Denkens und Wollens die Freiheit des deutschen Volkes von fremder Zwangsherrschaft. Das Ausland muß begreifen lernen, daß Deutschland an einen Willen zur Versöhnung und Verständigung nicht glauben kann und sich nicht gleichberechtigt fühlt, solange nicht durch Taten seiner Entehrung und Unterdrückung ein Ende gemacht wird.
Die Grundlage aller Unterdrückung Deutschlands ist und bleibt die erpreßte Lüge des deutschen Schuldbekenntnisses.
Kein Mensch in der Welt zweifelt mehr daran, daß die Reparationslast des Dawesabkommens neu geregelt werden muß. Das wird nur dadurch geschehen können, daß anstelle der öffentlich rechtlichen Zahlungen der Gesamtanleihe eine möglichst internationale Anleihe tritt, deren Zinsen nicht höher sein dürfen, als Deutschland sie wirklich ohne Gefährdung seiner Währung direkt bezahlen kann. Ein Blick auf das Ausland läßt es nicht möglich erscheinen, die von Briand in Thoiry gemachten Vorschläge einer Teillösung als eine Angelegenheit zu behandeln, die lediglich zwischen Frankreich und Deutschland zu er- lebigen wäre. Schon rein formell betrachtet, haben die übrigen Gläubiger der Dawesschuld entscheidend mitzureden. Das letzte Wort ober hat Amerika zu sprechen, dessen in engster Fühlung mit ihrer Regierung stehende Banken das Geld für den ganzen Plan herzugeben haben. Im übrigen ist bekannt, daß die umfassende Regelung der deutschen Reparationslast in Verbindung mit einer solchen der gesamten interalliierten Kriegsschulden im Ausland« und insbesondere bei der amerikanischen Großfinanz längst Gegenstand eingehender Erwägungen und Erörterungen ist. Wir sind nicht die „Ewig Gestrigen-, sondern mir stützen uns auf die neuesten Erfahrungen,
Thoiry vereinbart worden ist. Es wird jetzt im Auslande von verschiedenen Seiten der Versuch gemacht, die Basis zu erweitern. Der bekannte französische Politiker de Iouvenel hat in einem Artikel im „Matin" verlangt, daß man auch die Dftfragen, so die Garantierung der deutsch-polnischen Grenze, die Anschlußfrage und an» deres, mit in die Verhandlungen hineinziehen müsse. Das wird man von deutscher Seite aus rundweg ablehnen müssen, denn dadurch wird die Verhandlungsbasis grundlegend verschoben. Es ist aber auch viel die Rede von einer Revision des Dawesplanes, die in diesem Zusammenhangs voraenommen wer-
bittet, die Tür. Das eigentliche Streben der Sozialdemokratie ist, im Reiche die Minderheitskoalition der Mitte zu zwingen, sich nach links ,>u erweitern und in Preußen die Weimarer Koalition ohne die Deutsche Volkspartei beizubehalten.
Mitbestimmend bei dem Entschluß, die Entschei- dung bis zum 3. November zu vertagen, ist für die Sozialdemokratie auch der Umstand gewesen, daß am 31. Oktober in Sachsen Landtagswahlen stattfinden. Die Sozialdemokratie hofft auf einen großen Sieg der Sozialdemokratie in Sachsen, die dort bekanntlich besonders links orientiert ist, und will mit diesem Siege ihres linken Flügels in der Tasche noch «nergis.zer für die Linksorien - tierung im Reiche und in Preußen eintreten.1
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Die Fraktion der Deutschen Volkspartei trat am Donnerstag nachmittag zu einer Sitzung zusammen. Es ist nicht zu verwundern, daß das Verhalten der Gegenseite und das absichtliche Verschleppen der Verhandlungen bei der D. V. P. starke Mißstimmung erregt. Man hält hier die Angelegenheit vorläufig für erledigt, wenn die Vertagung des Landtages eintreten sollte, ohne daß die Verhandlungen von Herrn Braun ausgenommen worden sind. Nachdem Herr Braun schon vor Wochen durch einen Mittelsmann Verhandlungen mit der D.V. P. angeregt uni) nachdem das Zentrum erklärt hat, es stehe einstimmig auf dem Bod«n der großen Koalition, sieht man in dem jetzigen Verhalten der Regierungsparteien und des Herrn Braun eine vorläufige Absage. Wie sich die Dinge im November weiter entwickeln werden, muß man abwarten. Die „T a~g l. R u,n dscha u" bemerkt zu der Vertagung
Deutschen Bolkspartei eine fshr starke Mißstimmung ijeruorgerufen hat. Wenn die weiteren Verhandlungen unter diesem vorläufigen Abschluß zu leiden haben, so wird man di« Verantwortung dafür nicht der Deutschen Volksportei zuschreiben dürfen.
wenn wir behaupten, daß in Frankreich die alte Einstellung aus den Kampf gegen Deutschland und um den Rhein noch nicht dem neuen Geiste
der Verständigung gewichen ist.
Neben dieser Warnung ergeben sich für uns sehr positive Forderungen an die deutsche Politik. Sie muß mit den anderen Mächten des Dawespaktes in enger Fühlung bleiben, um sich den Weg zur Annäherung an neue Machtkonstellationen, wie sie sich jetzt im Mittelmeer zu ergeben scheinen, oder an den Osten, nicht zu verbauen, insbesondere aber die weiteren Verhandlungen nur im Rahmen und unter genauester Beachtung unserer Beziehungen zu den Vereinigten Staaten führen. Engste Fühlung mit Amerka sollte auch in den Verhandlungen über die Abrüstung gehalten werden, die ihrem bisherigen Ergebnis nach doch geradezu als eine Farce und als Hohn auf das entwaffnete Deutschland empfunden werden muß.
Zur Frage der Regierungsumbildung erklärte der Redner u. a.: Die Stellung, die inzwischen vom Zentrum und der Deutschen Volkspartei eingenommen worden ist, verbesserte die Möglichkeit eines Zusammenschlusses der staatsbürgerlichen Kräfte zur Regierungsgemeinschaft im Reiche und Preußen und Sachsen nicht. Wir haben keinen Anlaß, irgendetwas an den auf unserem Kölner Parteitag bekanntgegebenen Grundlagen und Grenzen der Einigung zu ändern oder hinzuzufügen. Somit haben die Parteien der Mitte ein klares unverwischbares Bild von der Verantwortung, die sie übernehmen, wenn sie daran festhalten, entweder mit der Sozialdemokratie oder in einer unsicheren Minderheitsregierung, die unter sozialdemokratischem Einfluß steht, gegen uns zu regieren. Solange die Mille die Verantwortung tragen will, uns in der Stellung der Opposition zu belassen, werden wir unsere positive Arbeit auch in der Opposition ent» Stoffen und mit wohlbegründeter Aussicht auf Er- g fortsetzen.
den soll, um die deutschen Leistungen in eine andere, endgültige Form zu bringen. Gegen eine Revision des Dawesplanes haben wir an sich garnichts einzuwenden, wenn sie zur richtigen Zeit unter den richtigen Voraussetzungen erfolgt. Bei den Plänen, die jetzt im Auslande feschmiedet werden, geht man aber von ganz alschen Voraussetzungen aus. Man macht sich' sanz falsche Vorstellungen von unserer wirt- chastlichen Leistungsfähigkeit. Die aus Wirt- chaftlicher Notwendigkeit geborenen Trustbildungen in der letzten Zeit scheinen wegen ihres hohen Kapitalaufwandes den Eindruck, erweckt zu haben, als sei Deutschland wieder jeder Forderung gewachsen, als Ui die deutsche
Wirtschaft ein Rennpferd, das spielend jedes Hindernis nimmt. Wie jener Kenner der Verhältnisse weiß, ist das durchaus falsch. Unbestreitbare Teilerfolge der Wirtschaft ändern nichts an der Tatsache, daß wir mit einer Millionenziffer von Arbeitslosen in den Winter gehen und daß die Kommunisten auf die wirtschaftliche Not weiter Volkskreise spekulieren, um vielleicht bald wieder zu Aktionen zu schreiten. Unsere Schultern werden nicht einmal für die kommenden Lasten des Dawesplanes stark genug sein, geschweige denn für eine neue Verteilung, die uns noch mehr zu- mutet.
Die Revision des Dawesplanes wird sicher eines Tages kommen, aber sie ist vorläufig noch ein Kapitel für sich. Sie wird noch sehr lange und sehr eingehende Verhandlungen in Anspruch nehmen und bei der lausenden Aktion kommt es darauf an, daß wir uns mit Frankreich möglichst rasch verständigen. Die Zeit muß für die Revision erst reif sein. Voraussichtlich wird mit ihr eine Revision der Schuldenabkommen zwischen Amerika und den früheren Alliierten untrennbar verbunden sein und davon wird man erst nach der Stabilisierung des Franken sprechen können. Setzt man bei einer Revision des Dawesplanes die deutschen Schuldverpflichtungen auf den Gesamtbetrag der Eisenbahnobligationen fest, — damit wird man wohl rechnen können — so werden auch die Kriegsschulden der Alliierten an Amerika endgültig, o. h. zu einem herabgesetzten Betrage normiert werden müssen. Z)a= alles sind Lösungen, an die man vor dem Herbst des nächsten Jahres wohl nicht denken kann Deshalb lasse man jetzt davon ab, die deutsch-französische Verständigungsaktion mii
Zu tun, Den Schritt, der von Thotm zur Leuttch-französischen Verständigung führen soll
Zttiammenivkit des KeWsèass am 3. Ksvemdss.
Berlin, 14. Ott Der Reichstag ist nun end gültig, wie bereits mehrfach angekündigt, für Mittwoch, 3. November, einberufen worden. Auf bet Tagesordnung dieser ersten Plenarsitzung nach bei Sommerpause stehen zunächst nur kleine Vorlagen Der Präsident hat sich aber Vorbehalten, weiter« Punkte auf die Tagesordnung zu setzen.
Die kommunistische Reichstagsfraktion hat, mit die „B. Z.- berichtet, eine Interpellation eingebracht, deren Drucklegung Reichstagspräsident Löbe wegen der darin enthaltenen beschimpfenden Ausdrucke nicht gestattet hat. Unter anderem fragen sie an, ob die Reichsregierung den „geplanten Schandvertrag" mit dem Hohenzollernhause billige und was die Regierung „gegen das schmähliche Entgegenkommender preußischen Regierung zu unternehmen gedenke. Das energische Vorgehen Löbes hat die Kommunisten zu einer entsprechenden Revidierung ihres Antrages veranlaßt.
KekdSIandbrmd und Kesrevemss- umbttdurrs.
Berlin, 14. Okt. Wie eine hiesige Korrespondenz meldet, hat der Bundesvorstand des Reichslandbundes zur Frage der Regierungsbildung in Preußen eine Entschließung gefaßt, in der es heißt, daß der Reichslandbund jeden Schritt, der geeignet ist, den Einfluß der sozialdemokrmiscben Partei zu schmälern, begrüßt, daß er jedoch in dem Beitritt der Deutschen Polkspartei zur jetzigen Parteiregierung in Preußen keinen derartigen schritt sieht. Diese Bedenken würden durch die Tatsache verstärkt, daß die Sozialdemokraten den Beitritt der Deutschen Volkspartei in Preußen von einer gleichen Entwicklung im Reiche abhängig machen.
GttrMÄiZsSâ itt des DeuiKchs« âMMâ.
Berlin, 14. Okt. Der Vorstand des Reiche-verbandes der Deutschen Industrie trat heute nachmittag unter dem Vorsitz von Geheimrat Prof. G. Duisberg zu einer aus allen Wirtschaftsgebieten des Reiches außerordentlich stark besuchten Sitzung zusammen. Stuf der Tagesordnung stand in erster Linie die Aussprache über die Dresdener Mitgliederversammlung. Der Vorstand erklärte nach eingehender Aussprache sich einstimmig mit der vom Präsidium vorgelegten Entschließung einverstanden, die foloenden Wortlaut hat:
3n der Präsidial-vorstandssihung des Reichs- verbandes der Deutschen Industrie wurde in Verbindung mit der Besprechung der Ergebnisse bst diesjährigen Mitgliederversammlung auch die Red« Dr. Silverberg». „Das industrielle Unternehmertum in der Nachkriegszeit", eingehend erörtert. Als Ergebnis dieser Aussprache wird einstimmig sestge- stellt: Die Mitglieder des Reichsverbandes der Deutschen Industrie sind bei ihren Reden und Vorträgen in keiner weise gebunden. Sie haben das Recht, ihre Meinung frei tu äußern und sind in keiner weise einem Mehrheitsbeschluß unterworfen. Das Präsidium und der Vorstand sind der Auffassung, daß sowohl das Bekenntnis der Unterneh- mericüait tum Staal als auch die Aussorderung zur