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202. Jahrgang.

Hanauer «Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladl und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprecher Nr. 3956. 3957. 3958.

g«ixg»ptei*: Für den halben Monat L Reichsmark, für den ganzen Monat L Reichsmark ohne TrSgerlohn. Einzelnummer 10, Freitag 16, Samstag 12 Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im ReNameteil von 68 mm Breite L> ««tchspfennig. Offertengtbühr: VV Reichspfennig. »«schZftrstell«: tzammerstraße 9.

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Erfüllungsort und Gericht, stand für bride Teile ist Hanau. - Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Für Platzvorschrift und Er sch einung»tag« der Anzeige wird keine Gewähr geleistet-

Nr. 229

Donnerstag den 30. September

1926

Das Ke«sKs.

Das Bürgermeisteramt von Germersheim jat einen Notruf an den Völkerbund gerichtet und fordert ein Schiedsgericht über die Bluttat.

In Trier hat ein Besatzungsangehöriger einen deutschen Arbeiter erschossen.

Der Generalrat in Belfort faßte Beschlüsse gegen die deutsch-französische Berständigung.

Der handelspolitische Ausschuß der Reichs­tages wird am 6. Oktober zusammentreten.

Der Berliner Juwelenräuber wurde in Breslau verhaftet.

W GrssrMHe im Aabttrett Ooineav«.

Punkt, die

Paris, 29. Sept. Im gegenwärtigen Zeit­punkt, wo sich für Deutschland und Frankreich Die schicksalsschwere Frage erhebt, welche Fol­gen die Besprechung zwischen Briand und Streiemann in Thoiry haben werden, hat eine Entschließung, die der G e n e r a l r a t von B eifert soeben annahm, die Aufmerksam­keit aller politischen Kreise auf sich gezogen. Die politische Kundgebung des Generalrates ge­winnt eine besondere Bedeutung, weil dieser

durch den gegenwärtigen Verkehrsminister Tar­dieu präsidiert wird. Die Entschließung gibt einer Reihe von Wünschen Ausdruck, die der Regierung bei den weiteren Verhandlungen mit Deutschland zur Berücksichtigung empfoh­len werden.

Danach darf sich die französische Regie­rung auf keinen Fall bereit finden, wirtschaft­liche oder finanzielle Vorteile anzunehmen, Xpe,mn " der anderen Seit ^Men

Friedens und der Si

nauslaufen. Bezüglich der Rheinlandbesetzung soll keine Konzession gewährt werden, ohne daß Frankreich andere Sicherheitsgarantien erhält, da die Aufrechterhaltung der Truppen im Rheinlande die einzige materielle Garantie des Friedens sei. Eine vorzeitige Räumung des Saarlandes und ein Verzicht auf die im Ver­sailler Vertrag vorgesehene Volksabstimmung im Saargebiet darf nur dann zugestanden wer­den, wenn die ehemaligen Domänenminen einer französischen Gesellschaft definitiv über­geben werden. Diese Forderung wird mit der Behauptung begründet, die Kohlenproduktion dieser Minen sei für Frankreichs Wirtschaft un­bedingt notwendig.

Schließlich fordert der Generalrat von Bel­fort, Frankreich müsse bei der Diskussion von Reparationsfragen hartnäckig an dem Artikel des Versailler Vertrages festhalten, wonach - die finanziellen Lasten der deutschen Steuer­zahler in keinem Falle geringer sein dürfen als diejenigen des französischen Steuerzahlers. Man erkennt aus dieser Motion deutlich den Geist des Nationalisten Tardieu. Sie bestätigt, daß ein tiefgehender Meinungsgegensatz im Kabinett Poincars über das Programm von Thoiry besteht. In diesem Zusammenhang ist auch eine Erklärung des Präsidenten der Fi­nanzkommission der Kammer, Simon, bemer­kenswert, die er bei der Eröffnung der Gene- ralratssitzu'ng im Tarn-Departement abgab. Simon äußerte sich folgendermaßen:

»Frankreich ist bereit, mit allen seinen Nachbarstaaten Earantieverträge auf der Grundlage der bestehenden Abkommen zu schließen. Frankreich weigert sich auch nicht, jede glückliche Kombination, die für alle Teile Interesse bietet, ins Auge zu fassen oder zu verwirklichen unter der Bedingung, daß diese Abmachungen keine Spitze gegen irgend jemanden haben. Aber Frankreich hat ein Recht darauf, bei den anderen den glei­chen guten Glauben zu verlangen, den es selbst an den Tag legt. Wir haben ebenso wie die anderen Mächte für unsere Sicherheit zu sorgen und unsere Würde zu wahren."

Diese Erklärung, wonach Frankreich mit »llen Nachbarn Jnteressenabkommen abzuschlie- tzen bereit ist, muß um so mehr beachtet wer­den, wenn sie aus dem Munde einer so ein­flußreichen Persönlichkeit, wie der des Präsi­denten der Finanzkommission der Kammer, kommt.

Eine Puriser Stimme zur Kriegs- schuidfrage.

Die GenferGambrinus"-Rede Strese- nanns, in der er auf die Kriegsschuldfrage zu prechen gekommen war, hat vielen französi» chen und englischen Blättern nicht gepaßt, aber >e hat das Gute im Gefolge gehabt, daß in Paris auch jene Kreise aufqerüttelt worden

Oss Aoitmß Es Oesmsssheèm

Die Bevölkerung von Germersheim fordert Sühne für die Bluttat und schnellste Entfernung aller französischen Truppen.

Germersheim, 29. Sept Der Bürger­meister der Stabs Germersheim hat im Namen der Bevölkerung an den Völkerbund das fol­gende Telegramm gerichtet:

Seit acht Jahren schmachtet die Pfalz unter dem Joch der französischen Besatzung. Was die Bevölke­rung in dieser langen Zeit gelitten hat, ist mit Wor­ten nicht zu schildern. Trotz aller Friedens- und Versöhnungsreden, trotz Locarno und Gens, ist das französische Besatzungsregime zu einer wahr­haften Geißel der Bevölkerung geworden. Die Stadt Germersheim namentlich ist der Willkür der französischen Truppen seit langem machtlos preisgegeben. Die Bürger sind Ihres Lebens nicht mehr sicher. Neben andern wiederholten schweren Verfehlungen von Angehörigen der Besatzung sind jetzt in dec Nacht vom 26. zum 27. ds. Mts. drei brave wehrlose Bürgerssöhne der ruch­losen und kalt berechnenden Mörderhand eines französischen Offiziers gänzlich schuldlos zum Opfer gefallen. Die aufs höchste erregte Bevölkerung der Stadt Germersheim erhebt vor aller Welt flammenden Protest gegen die sklavische, einer Sulkurnalion unwürdige Mißhandlung seitens einer fremden Macht. Sie macht den Völker- bundverankworkllch für alle gegenwärtigen und künftigen Opfer. Die gesamte Einwohnerschaft fordert einmütig eine gerechte Sühne für das scheuß­liche verbrechen an dreien ihrer Söhne, sie fordert die sofortige Einsetzung eines unparteiischen Schieds-

zöfischen Truppen aus den Mauern ihrer Stadt."

Dieses Telegramm wurde gleichzeitig der Reichs­regierung und der bayerischen Staatsregierung tele­graphisch zur Kenntnis gebracht.

Die Schuld des Leutnants Rouzier einwandfrei erwiesen.

Germersheim, 29. Sept. Wie das W. T. B. von zuständiger Seite hört, ist der französische Unter­leutnant R o u z i e r als der verantwortliche Täter bei den blutigen Borfällen in der Nacht von Sonn­tag auf Montag durch die Untersuchung einwand­frei f e st g e st e l l t worden und wird auch von den Franzosen als Täter betrachtet. Er ist im Laufe des gestrigen Tages in Haft genommen und am Abend als Arrestant nach Landau übergeführr worden. In der Annahme, daß sich Rouzier, der am Nachmittag verschiedentlich zu Verhören über die Straße geführt wurde, sich noch immer auf freiem Fuß befinde, hatte sich in den Abendstunden eine größere Menschenmenge vor dem Kasino, in dem eine Abschiedsfeier des 311. Artillerie-Regiments stattfand, eingefunden. Den Aufklärungen des Ober­amtmanns Keiler vom Bezirksamt Germersheim gelang es, die Menge zu beruhigen, und zu zer­streuen. Immerhin ist die Erregung der Bevöl­kerung über die Vorgänge nach wie vor stark. Gestern abend fand zwischen dem stellvertretenden Regierungspräsidenten der Pfalz, Regierungsdirek­tor Stähler und Oberstaatsanwalt König-Zwei­brücken als Vertreter der Justizbehörden auf der einen Seite und dem französischen Platzkommandan­ten von Germersheim auf der anderen Seite eine Aussprache über die Vorfälle statt. Auf die Vor­stellungen der deutschen Vertreter, die der Empö­rung der Bevölkerung über den Vorfall Ausdruck verliehen, versicherte der Plaßkommandant, daß auch die französische Behörde Trauer über die Vor­fälle empfinde und gab die Erklärung ab, daß das gerichiliche Verfahren gegen den Täter auf das ein­gehendste und gewissenhafteste durchgeführt würde. Ein für gestern abend angesetzter Unteroffiziersball ist vom Platzkommandanten abgesagt worden. Fer­ner hat er angeordnet, daß sämtliche Milityrper- sonen mit Ausnahme der Patrouillen von 9 Uhr abends ab die Straße nicht mehr betreten dürfen. Die weitere Untersuchung der Angelegenheit hat er­geben, daß Rouzier auch als Hauptoerantwort- kicher bei der bereits gemeldeten und durch die

sind, die bisher alles hatten laufen lassen. Ein Beweis dafür ist, daß in einem sozialistischen Blatte ein französischer Gelehrter sich mit der Kriegeschuldfrag« beschäftigte. Darüber berich­tet das W. T. B.:

Paris, 29. Sept. Professor Scelle beschäftigt sich in dem GewerkschaftsblattLe Peuple" mit der Kriegsschuldfrage. Er schreibt, es sei unzulässig und zugleich unnütz, ein ganzes Volk zwingen zu wollen. daß es für die Ewia-

Untersuchung bestätigten Mißhandlung des 17jährigen Klein eine Hauptrolle gespielt und sich daran persönlich mit der Peitsche beteiligt hat. Der Vorfall mit Klein spielte sich bekanntlich etwa drei Stunden vor den Nachtzwischenfällen ab. Außerdem ist festgestellt worden, daß Rouzier nach dem Vor­fall mit Klein und ehe er mit Holzmann zusammen­traf, noch einen gewissen Ewald Meyer auf der Straße ohne jeden Grund angerempelt hat. Das Ar­tillerie-Regiment 311, dem Rouzier angehört hat, wird morgen nach Verdun abtransportiert und durch das in Speyer befindliche Bataillon des In­fanterie-Regiments 171 ersetzt. Rouzier bleibt je­doch bis zur Erledigung des Gerichtsverfahrens in Landau. Die Beerdigung des ermordeten Müller, die heute nachmittag 4 Uhr stattfinden sollte, ist von den Franzosen nicht genehmigt, sondern auf mor­gen festgesetzt worden. Man ist versucht, anzuneh­men, daß dies mit Rücksicht auf den inzwischen er­folgten Abtransport des Artillerie-Regiments 311 geschehen ist. Der Gesundheitszustand des schwer­verletzten Matthes hat sich noch nicht gebessert; er kehrt nur für kurze Zeit zum Bewußtsein zurück.

Besuch der Regierung.

Germersheim, 29. Sept. Am 1. Oktober wird der Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Bell, nach Germersheim kommen, um sich persönlich über Oie Vorgänge hierorts zu informieren. Bei diesem Besuch wird Gelegenheit gegeben sein, daß der

dauernd steigert, aber auch von der ganzen schweren Notlage der Stadt Germersheim überzeugt und einen Eindruck davon gewinnt, daß der Notruf, den heute die Bevölkerung von Germersheim an den Völkerbund gerichtet hat, in keinem Punkte über­trieben ist

Paris wartet ab.

Paris, 29. Sept. Die bedauerlichen Zwischenfälle zu denen es neuerdings in Germersheim gekommen ist, und die energischen deutschen Proteste gegen die Erschießung deutscher Zivilisten durch französische Offiziere wird von der hiesigen Presse ausführlich wiedergegeben. Ein großer Teil der Blätter gibt allerdings dem Zweifel darüber Ausdruck, ob die deutschen Darstellungen in allen Einzelheiten der Richtigkeit entsprechen. Umso befremdender ist, daß von der hiesigen zuständigen Stelle bisher keinerlei Mitteilung darüber erfolgt ist. Alle Anfragen wer­den dahin beantwortet, daß die eingeleitete amtliche Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei. Weiterhin wird erklärt, daß, falls diese Untersuchung zur Fest­stellung einer Schuld von feiten der französischen Offiziere führen sollte, die französische Regierung nicht zögern werde, mit strengster Bestrafung des Schuldigen den deutschen Beschwerden in vollem Umfange Genüge zu leisten.

Eine neue Bluttat.

Wieder ein Deutscher von einem Franzosen erschossen.

Trier, 29. Sept Bor einigen Tagen ereignete sich an der Bitburgerstraße eine schwere Bluttat. Bier Radfahrer waren in eine Spaziergängergruppe hineingefahren. Bei dem darauf folgenden Wortwechsel wurde einer der Spaziergänger namens H o l l st e i n aus Trier von einem der Radfahrer kurzer­hand erschossen. Die Vernehmung der vier jungen Leute, die gestern ermittelt und vernommen worden sind, ergab als Täter einen Angehörigen der französi­schen Besatzung, der am gleichen Tage auf Veranlassung der hiesigen Kriminalpolizei durch die französische Gendarmerie in Haft genommen wurde. Er hat bereits einge- slanden, die Schüsse abgegeben und die bei der Tat benutzte Waffe, eine Selbstladepistole, vor seiner Festnahme verborgen zu haben.

feit seine Schuld anerkenne. Man hätte es allerdings verstanden, wenn bie Alliierten durch die deutschen Friedensunterhändler diese Schuld hätten anerkennen lassen. Das wäre ein Mittel gewesen, um die Deutschen von ihren schlechten Ratgebern zu trennen. Aber für immer ein Makel auf eine ganze Nation, auf ein ganzes Volk werfen zu wollen, das nichts anderes getan habe, als den Befehlen der konstitutionellen regulären Regierung zu

gehorchen, das sei eine beispiellose An­maßung. Wohin hätte es geführt, wenn man in der französischen Nation die vielen Verletz­ungen des Völkerrechts durch ihre verschiede­nen monarchischen Regierungen hätte zur Last legen wollen. Einen derartigen Text in einem Vertrag einzufügen, den man sakrosanktmachen wolle, hieße das deutsche Volk zu veranlassen, früher oder später die erforderlichen Anstreng­ungen zu machen, um ihn auszumerzen. Wenn ein Volk seine Regierung und seine Politik wechsele, dann desavouiere es dadurch selbst die Irrtümer der früheren Regierung. Deutschland habe den Kaiser und seine Mitarbeiter ent­thront und Stresemann beschäftige sich jetzt gerade damit, seiner Politik eine neue Richtung gu geben. Wenn er in Genf habe sagen wollen, daß dadurch, daß man die Kandidatur von Deutschland angenommen habe, der Völker­bund und seine Mitglieder jenen Regierungs­wechsel und jene neue politische Orientierung festgestellt hätten, daß infolgedessen das jetzige Deutschland sich von dem kaiserlichen Deutsch­land losgesagt habe, so habe er vollkommen recht, denn das fei Wahrheit.

Der Kampf um -ie Derwattungsreform in Frankreich.

Paris, 29. Sept. Am vorigen Freitag traten auf Anregung des sozialrepublikanischen Abgeordneten Falcoz etwa 150 Bürgermeister und Parlamentarier zusammen, um gegen

mg

elen

die Regierungsdekrete zu pro­testieren, durch die das Kabinett Poincars eine Verwaltungsreform durchführt, die sich in der Hauptsache auf die Beseitign von etwa lOO Unterpräfekturen und viel Gerichten in kleinen Provinzstädten bezieht. Lipe Delegation fegte damals Poincqrs die Wünsche der Versammlung vortragen, wurde aber Unter dem Vorwand, daß die Versamm­lung keine legal? konstitutionelle Vereinigung darstelle, nicht empfangen. Heute hat die Ver­sammlung der Bürgermeister und Parlamen­tarier wieder getagt, jedoch sind die Abgeord­neten und Senatoren stärker vertreten als in

der vergangenen Woche. Poincars hat auch inzwischen seinen Standpunkt geändert und sich bereit erklärt, die Parlamentarier zu empfan­gen, die dem Büro der heutigen Versammlung angehören. Unter diesen befinden sich auch die Senatoren Marsal und de Iouvenel. Die Teilnehmer der Versammlung diskutieren außerordentlich eingehend die Folgen der Ver­waltungsreform, verlangen aber zum großen Teil, daß sie erst nach Anhörung des Parla­ments durchgeführt wird. Die Grundlage der Diskustion bildete eine Refolution Falcoz, in der die Regierung aufgefordert wird, die Durchführung der Reform auszu- 'etzen bis nach gründlicher Prüfung der Re­form. Die Dekrete werden in der Resolution für ungesetzlich erklärt, da sie die besten Gesetze ohne Anhörung des Parlaments abzuändern versuchen.

Nach längerer Debatte hat die Versamm­lung diese Resolution mit gewissen Abänderun­gen angenommen. Unter anderem wird er­klärt, daß die 300 versammelten Abgeordneten und Senatoren sich bereit erklären, sämtliche Maßnahmen zu ratifizieren, die geeignet sind, wirkliche Budgetersparnisse zu erzielen, daß sie sich jedoch Abänderungen vorbehalten, die not­wendig seien, um eine weitgehende Dezentrali­sierung der Verwaltung durchzuführen. Diese Resolution soll morgen vormittag auf Beschluß der Versammlung von einer Delegation dem Ministerpräsidenten oorgelegt werden. Nach­mittags findet eine neue Sitzung statt, um die Ergebnisse der Besprechung mit dem Minister­präsidenten entgegenzunehmen. Der politische Vorstand der sozialdemokratischen Partei hat übrigens eine Tagesordnung angenommen, in der er sich das Recht der Prüfung der Regie- rungsmaßnahmen vorbehält, jedoch die Ver­bände und parlamentarischen Vertreter auf­fordert, sich von der gegen die Regierungs­dekrete organisierten Kampagne fernzuhalten. da die Sozialisten immer Anhänger der Ver­waltungsreform gewesen seien.

Ein politischer Beleidiguugsprozetz.

Berlin, 29. Sept. Vor dem Amtsgericht Ber­lin-Schöneberg begann heute der Prozeß, den der 'czuudemokralische R.ichs,aKsadgcmd''ete Levi g«eccn den Redakteur desBöckrschen Bcobochiers" in München, Alfred Rosenberg, anstre-ngte. Den Vorsitz führte Amtsgerichtsrat Westerkamp.

In dem vomVölkischen Beobachter" ver» öffentlichten Artikel heißt es u. a.Der Be­richterstatter des Femeausschustes Levi ist der,