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202. Jahrgang

Hanauer» Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladi und Land.

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Nr. 227

Dieuslag den 28. September

1926

Vas «srssKe.

Poincarè wiederholte gestern in einer Rede In Bar-le-Duc die Kriegsschuldlüge.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat sich in einem Interview über die deutsch-französischen Beziehungen geäußert.

Der polnische Ministerpräsident Bartel hat sein drittes Kabinett gebildet, das keine Veränder­ungen gegenüber dem vorhergehenden aufweist.

Im englischen Ober- und Unterhaus fand gestern eine Debatte über den Kohlenstreik statt. Die Verlängerung des Ausnahmezustandes wurde genehmigt.

Reden WsèneaeSs.

Der französische Ministerpräsident hat sich bei zwei verschiedenen Gelegenheiten hören lassen. Wie es heißt, hat er es für nötig gehal­ten, auf die Rede zu antworten, die der deutsche Reichsaußenminister Stresemann in Genf vor der reichsdeutschen Kolonie gehalten hat. Diese Rede ist bekanntlich in entstellter Form in die Oeffentlichkeit gekommen. Das könnte man nachgerade auch in Paris wissen und deshalb hätte sich Poincarë seine Reden wohl sparen können. Aber man wird wohl nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß der französische Ministerpräsident unter allen Um­ständen eine Gelegenheit gesucht und gefunden hätte, um in der nächsten Zeit einmal zu Worte kommen zu können. Er mußte nach seines ganzen Vergangenheit das Bedürfnis haben, der Oeffentlichkeit einmal feines Her­zens Meinung zu sagen. Deshalb erscheint es AM S?ufMW tungen anzustellen.

Pomcarè hat in seinen Reden seinen frühe­ren Geist nicht zu verleugnen vermocht. Gewiß ist er nicht mehr ganz der Alte, der früher mit einen Reden ebenso wie mit seinen Truppen legen Deutschland zu Felde zog. Aber aus einen Reden klingt doch noch die frühere Feinoschaft, die Sucht, den Geist des Krieges zu wecken und wachzuhalten durch haßerfüllte Beschuldigungen der deutschen Kriegführung und durch deutliche Anspielungen auf die alte Kriegsschuldlüge. Poincarè hât am Sonntag auf dem Bankett der Kriegsverletzten erklärt, wenn das Deutschland von heute gewisse Machenschaften des Deutschland von gestern affen verwerfe, dann werde es leichter sein, ihm die Hand entgegenzustrecken. Und gestern hat er vor dem Generalrat von Bar-le-Äuc er­klärt, Frankreich sei immer bereit, Schritte zur Annäherung zu versuchen, vorausgesetzt, daß diese sich mit den früher abgeschlossenen Ver­trägen und Frankreichs Allianzen in Ueberein­stimmung bringen lassen und daß diese nicht dazu führen, die Verantwortlichkeit der kaiserlichen Regierung am KriegeinZweifelzuziehen und daß sie ferner durch die vorliegenden entscheiden­den Beweise der materiellen und moralischen Entwaffnung Deutschlands gerechtfertigt sind. Das ist ganz im Geiste des Mannes gesprochen, der an der Kriegsschuldlüge festhält und der am liebsten als Vorbedingung verlangen mochte, daß wir uns zur Kriegsschuldlüge be- ennen. Das ist der Mann des Versailler Ver­trages und der Geist dieses Vertrages.

Deutschland hat, nach Poincarès Auffassung,' den Krieg entfesselt, Deutschland hat den Krieg erklärt, Deutschland ist verantwortlich, Deutsch- -and hat Belgien vergewaltigt! Man darf nun 'n Deutschland nicht etwa in die irrige Mei­nung verfallen, Poincarè stände mit seiner Auffassung allein und Briand gebe der wahren Volksmeinung Ausdruck. Man muß sich ver­gegenwärtigen, daß Poincarè als Retter in höchster Not vom französischen Volk auf seinen alten Posten zurückgerufen wurde. So sehr die Ausführungen Poincarès als Hindernisse für Ke Verständigung und damit für die Förder­ung des Friedens zu bedauern sind, so wichtig ist es, die deutsche Oeffentlichkeit auf diese Aus­führungen hinzuweisen. Es liegt in diesem Hin­weis nicht die Absicht, Erfolge der deutschen Außenpolitik zu verkleinern, der Hinweis ist >m Interesse der deutschen Außenpolitik not­wendig, er soll der Oeffentlichkeit zeigen, wie schwer es ist für Deutschland, trotz feinem guten Willen mit Frankreich zu einer Verstän- a'gung zu kommen.

In der neuen, sogenannten Verständigungs- Atmosphäre darf es keine Kriegsfchuldlüge Wehr geben. Sie hat aus dem Gesichts- und Gedankenkreis der Völker zu verschwinden, lind Poincarè täuscht sich sehr, wenn er glaubt, es könne jemals ein Deutchland geben. das sich

Ooineavvs Antwort an Stresemann.

Paris, 27. Sept. In der Rede, die Ministerprä­sident Pomcarè heute nachmittag in Barl-le- Duc vor dem dortigen Generalrat seines Heimat- departements gehalten hat, ging er zunächst auf die innerpolitische und besonders auf die finan­zielle Sage ein. Poincarè führte u a. aus, als er die Regierung Übernomen habe, sei die politische und finanzielle Lage in äußerster Gefahr gewesen. Er hätte sich gern der Mitarbeit von Persönlich­keiten wie Maginot versichert, aber angesichts so ernster Umstände hätte er seine persönlichen Ansich­ten zurückstellen müssen. Angesichts dieser Gefahr habe es sich darum gehandelt, ein Kabinett der na­tionalen Einigung unter Zurückstellung aller persön­lichen Interessen zu bilden. Er habe die Bildung dieses Kabinetts nicht ablehnen dürfen, sich aber auch keinen Illusionen darüber hingegeben, daß er sich be­wußt der Unpopularität aussetze. Unpopularität sei aber unter derartigen Verhältnissen in den meisten Fällen schädlich. Es habe sich nur darum gehandelt, zu wählen zwischen einer bevorstehenden Katastrophe oder einer Periode strenger Opfer. Die Regierung habe die Wahl getroffen.

Poincarè ging dann im einzelnen auf die bis­her getroffenen inneren Maßnahmen ein, wobei er etwa sagte,

das Schatzamt sei in einer kakaslophalen Lage gewesen, als er die Regierung übernom­men habe, zum Teil auch deshalb, weil Deutsch­land mehrere Jahre die Reparationszahlungen verzögert habe. (!)

Seit dem lU.Mgust fei eine Aenderung .in tM^age «ingstreten. Die Erneuerung der Schatzbonds sei ge­genwärtig stärker als die Zahl der Anträge auf Rückzahlungen. Die Regierung hatte deshalb die ge­bieterische Pflicht, die Wiederherstellung einer gesun­den Währung zu suchen. Es sei augenblicklich un­möglich, alle die Maßnahmen anzukündigen, die in Frage kommen, ohn« auf ben Geldmärkten die ge­fährlichste Spekulation zu begünstigen. Der Ender­folg hänge auch von einer Besserung in dem Aus­gleich der internationalen Verpflichtungen Frank­reichs ab.

Poincarè verwahrte sich bei dieser Gelegenheit dagegen, daß Frankreich etwa die Schuld an der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise treffe. Er erklärte, Frankreich trage keine Verantwortung für die schwere Belastungsprobe, die es. jetzt durch­mache. ES habe keine Fehler begangen und nichts zu bereuen. Frankreich fei das Opfer einer Situa- tion, die allein energische patriotische Begeisterung und nationale Eintracht ändern könne. Frank­reichseiüberfallenworden. Es habe sich wunderbar verteidigt. Es habe sich in den Augen der ganzen Welt ausgezeichnet durch feinen Herois­mus, aber der Sieg habe es verarmt und geschwächt zurückgelassen.

Poincarè kam dann auf die Vollmachten zu spre­chen, die der Regierung im Parlament übertragen wurden. Er sagte, diese Vollmachten und die damit im Zusammenhang getroffenen Maßnahmen, beson­

die Gunst Frankreichs dadurch erkauft, daß es dasDeutschland von gestern" prefsgibt. Eine Aussöhnung ist nur denkbar, wenn sich auf der Gegenseite ein Geisteszustand entwickelt, in dem man dèn berüchtigten Artikel 231 des Versailler Vertrages als eineAngelegenheit von gestern" betrachtet und empfindet, die nicht mehr in die Gegenwart gehört und auf die man sich deshalb nicht mehr beruft.

Der Krieg ist zu Ende", hat Briand in Genf der deutschen Delegation zugerufen. So­lange aber das auf deutschem Boden geschehen kann, was sich in der letzten Sonntagnacht in Germersheim ereignet hat, so lange können wir als Deutsche leider nicht sagen, der Krieg ist zu Ende. Deshalb ist in der Verständigungs-At­mosphäre ein längeres Verweilen französischer' Besetzungstruppen auf deutschem Boden un­möglich. Die Schüsse von Germersheim be­weisen erneut, daß die Räumung der besetzten Länder die Voraussetzung für den europäischen Frieden ist.

PoinearSs Echo.

Paris, 28. Sept. Die gestrige Rede Poin- corès wird von der französischen Presse mehr nach ihrem innerpolitischen Gehalt beurteilt als nach dem, was sie über Außenpolitik brachte. Was Poincarè über die deutsch-fran­zösischen Verhandlungen ausführte, findet nur wenig Beachtung.

DerT e m p s urteilt, der Ministerpräsi­dent habe die Kriegstchuldfraae mit dem Aus-

ders in der Justiz- und Berwaltungsreform, hätten vielfach Klagen und Proteste hervorgerufen. Aber das Parlament werde bald die Gelegenheit haben, diese Reformmaßnahmen zu billigen oder diese zu desavouieren. Jedoch werde die Regierung ihr Schicksal von ihren Dekreten ab­hängigmachen. Sollte die Regierung mit ihren Vorlagen unterliegen, dann wäre zu befürchten, daß keine Neuorganisation im Justizwesen und auch im Verwaltungsgebiet durchgeführt werden könne, die geeignet sei, wichtig« Ersparnisse zu bringen. Die Regierung werde sich niemals für eine derartige Sa­botage bereitfinden lassen, um so weniger, als dieser Eindruck in Frankreich und im Ausland« außer­ordentlich ungünstig wirken würde. Das Ausland schenk« Frankreich heute nicht immer sehr wohl­wollende Aufmerksamkeit.

Bisweilen mußte Frankreich die Ansicht haben, daß man von gewisser Seite den Versuch machte, indiskrete Blicke auf die Ersparungen in dem' französischen Budget und auf den Charakter der Ausgaben Frankreichs zu werfen.

E--, Poincarè, habe nicht nötig zu sagen, daß Frank­reich nach dem Kriege, den es nicht provozierte und nach dem Siege, den es teuer bezahlen mußte, dies für eine Verletzung der französischen Würde und der französischen Souveränität betrachten würde. Frank­reich sei und werde Herr seiner selbst fein und blei­ben, aber das Gesicht seiner auswärtigen wie das seiner inneren Schuld zwinge Frankreich, in seinen Finanzen brutale Maßnahmen einzuschlagen. Poin- tigen Schulden Frankreichs zu sprechen und sagte, Frankreich weigerte sich niemals, zu be­zahlen. Es habe bereits bedeutende Summen be­zahlt, und seine Zahlungen würden noch viel be­trächtlicher gewesen sein, wenn Frankreich mit Rück- sich darauf,

daß Deutschland lange Zeit seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen wäre

und nicht gezwungen gewesen wäre, selbst die Last seiner Reparationen zu übernehmen. Für die Zu­kunft fei Frankreich nicht weniger entschlossen als bisher, loyal im Maße feiner Möglichkeit und in den Grenzen seiner Transfermöglichkeit sich feiner Verpflichtung zu entledigen. Die Regierung habe dem Ausschuß in der Kammer bereits sämtliche not­wendige Aktenunterlagen für die Prüfung dieses Problems unterbreitet, so daß zu hosten sei, daß die Diskussion darüber demnächst im Parlament statt­finden könne. Es liege in Frankreichs Interesse, die Unsicherheit, die auf Frankreichs Kredit laste, und bisweilen der Spekulation als Vorwand diente, nicht andauern zu lassen. Es seien pessimistische Gerüchte über Frankreichs Finanzlage im Umlauf, aber nichts rechtfertige diese Alarmnachrichten. Man dürfe sich aber trotzdem nicht verheimlichen, daß die einzig wirksame Maßnahme, die Frankreich gegen die Rück­kehr einer stärkeren Währungskrise besitze, die Si­cherheit sei, daß alles, was in diesem Augenblick die Solidität der Regierung stören könnte, den Stand

druc. vollkommenster Zurückhaltung getan, die der geschichtlichen Wahrheit und dem Gefühl der Franzosen entspreche. Das republikanische Deutschland von 1926 habe sein Schicksal nicht an das kaiserliche Deutschland von 1914 in der Frage der Kriegsverantwortung zu knüpfen.

DerQ u o t i d i e n" hätte es vorgezogen, wenn Poincarè mit seinen Ausführungen in St. Germain die Debatte als geschloffen erklärt hätte, aber Poincarè habe den Ton geändert, er habe von Annäherungsversuchen Deutsch­lands gesprochen und von der Pflicht, alles zu tun, was in feiner Macht liege, um der leiden­den Menschheit eine weniger dunkle Zukunft zu bringen, als es die Vergangenheit war. Das Blatt verlangt, daß man eine Politik voll Folgerichtigkeit, Entschlossenheit und Groß­mut mache und sagt, ob man in Poincarès Worten das Versprechen finden könne, das zu tun.

DerFigaro" schreibt, Poincarè habe gesagt, daß verhandelt werden soll, voraus­gesetzt. daß wir tm Rahmen der abgeschlossenen Verträge bleiben und daß die Kriegsverant­wortlichkeit der deutschen Regierung nicht in Srag» gestellt wird. Deutschland werde diese rag- fürchten.

ImPeupl e" bespricht L'Ernery die Frage der Kriegsschuld und schreibt, das erste Unrecht haben die Alliierten begangen, daß sie einen für immer Besiegten unter Bedrohung mit Artikel 231 das Zugeständnis der voll­kommenen Schuld aukaezwunaen hätten. Was

des Franken gefährden würde. Man bürst nicht nachlassen, zu arbeiten, zu probateren und zu ex­portieren. Das seien die drei Hauptbedingungen für Frankreichs wirtschaftliche und finanzielle Wiederge­burt. Auf einem derartig vorbereiteten gefestigten Boden gedenke die Regierung die Sanierung vorzu- schlagen. Die Regierung werde dem Parlament ein positives Program vorlegen, das bestimmt ist, all« Kräfte Frankreichs und seines nationalen Reichtums nutzbar zu machen. Hierzu sollen auch die Kämen und ihre Bevölkerungen herangezogen werden. Die­ser weitgehende Plan der Produktion mrd der inne­ren Reformen könnte jedoch, das sei ganz natürüch, nur im Frieden durchgeführt werden.

Poincarè fuhr dann fort: «Frieden! Seine Ra­tion ist ihm mehr zugetan als Frankreich, keine hat sicherlich weniger Krieg gesucht ober gewünscht als Frankreich (!) und die französische RepäblL hat alles Menschenmögliche getan, ihn zu verhindern. Seine Ration werde schmerzlicher mitgenommen als Frank­reich. Seine Ration hat so wie Frankreich das trau­rige Vorrecht, einige seiner reichsten Provinzen in das Schlachtfeld sämtlicher mobilisierten Völker ver­wandelt zu sehen. Seine Ration hat nach der Unter­zeichnung der Friedensverkräge sich so intensiv be- müht, diese Verträge innezuhalten und auf die Be­achtung ihrer Bestimmungen durch andere zu achten. Seine Ration hat mit mehr Initiative und mit grö­ßerer Begeisterung am Werk des Friedens mitge- arbeitet. Frankreich fordert nur die Sicherheit für seine endgültig wiedeihergestellten Kredite und die re­gelmäßige Zahlung der versprochenen Reparationen.

Fragen zu sprechen, die beide Länder interessieren können. Frankreich habe gegenüber seinen früheren Gegnern niemals eine Politik der Ranküne oder des Hasses zu betreiben versucht. (!) Es ist immer bereit, Schritte zur Annäherung zu versuchen, vorausgesetzt, daß diese sich mit den früher abgeschlossenen Ver­trägen und Frankreichs Alliancen in Uebereinst im mung bring en lassen und daß diese nicht dazu führen, die Ver­antwortlichkeit der kaiserlichen Regie- rung am Kriege in Zweifel zu ziehe« und daß sie ferner durch die vorliegen­den entscheidenden Beweise der mate­riellen und moralischen Entwaffnung Deutschlands gerechtfertigt sind. Es schuldet dies seinem Ruf der Roblesse und Generosi- tät. Es schuldet dies dem so schwer durch den vier- jährigen Krieg gestörten Europa, es schuldet dies den sämtlichen Völkern der Welt, die Frankreich ver­pflichten. alles zu tun, was in feiner Macht steht, um der verstörten Menschheit eine weniger dunkle Zukunft, als die Vergangenheit war, zu bringen. Es wird diese Pflicht niemals versäumen, aber nie- mand wird erstaunt sein darüber, daß angesichts der Ungewißheit von morgen Frankreich weder seine kontraktlichen Rechte opfern, noch in seiner Wach­samkeit nachlassen wolle.

wird in zwanzig Jahren übrig bleiben von dem Text, der in Versailles unterzeichnet wurde. Entweder die unvermeidliche Revision durch Krieg oder das Abkommen von Locarno durch den Völkerbund zu erweitern, das den Frieden sicherestllt.

London, 28. Sept.Times" schreibt zur Rede Poincarès: Der Standpunkt Poin- carès in der Frage der Schuld am Kriege werde von der öffentlichen Meinung in Eng­land geteilt. Poincarè fei gezwungen gewesen, Behauptungen zurückzuweisen, die, wenn sie nicht widersprochen geblieben wären, als Werkzeug hätten benutzt werden können, um wesentliche Bestimmungen des Versailler Ver­trages zu unterdrücken.

Stresemann über die de«tsch-fr<mzös- Beziehungen.

Paris, 27. Sept. DerMatin" veröffent- licht heute eine dem sich zurzeit in Berlin auf­haltenden Außenpolitiker des Blattes Sauer­wein vom Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann gewährte Unterredung Reichsminister Dr. Stresemann führt darin unter anderem aus:

Ich bin überrascht, daß von den Sachver- ständigen beider Länder Einwendungen erho­ben werden. Aber vergessen wir andererseits nicht das englische Sprichwort: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Tatsache ist, daß Briand und ich über die Möglichkeit einer An- Näherung einer Meinung sind. Dabei alaube