201. Jahrgang.
Hanauer S Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprecher Nr. 3956. 3957. 3958.
»MMg«9«»t*: Mr den halben Monat L— Reichsmark, für den ganzen Monat 2.— Reichsmark ohne T^igerlohn. Einzeln» mmer 10, Freitag 15, Samotag 12 Reichspfenntg. — Anzeigenpreis«: Für 1 mm Höhe hn Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite Li Reichspsemtig, — O ff «rt,ngebLhr: 8) Reichspfennig. — Geschäftsstelle: Hammerstraß« 9.
Erfüllnngsort und (Sertchtsstand für beide Teile ist Hanau. — Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreise». — Für Platzvorschrift und Erscheinungs t age der Anzeige wird keine Gewähr geleistet-
Nr. 226 Montag den 27. September 1926
DaS iSewefte.
— Auf dem Landesparteitag der Deutschen demokratischen Partei Sachsens sprach Reichsinnenminister Dr. Külz über die positive Arbeit im Reich
— Am Samstag wurde die BölkerbundStagung geschloffen. Der Vorsitzende hielt eine Ansprache in der er auf die Bedeutung des Eintritts Deutschlands hinwies.
— Als aussichtsreicher Kandidat für das Vize- sekretariat int Völkerbund wird der Reichspresseche Dr. Kiep genannt.
— Pou carö sprach gestern in einer Sonntagsiede wieder von der Allcinschuld Deutschlands am Weltk.ieg.
— Die beiden Osiasienflieger sind gestern in Berlin wieder eingeiroffen.
De. âl, über die ReichSvoUM
Dev KüBisZii des VHMèMstt MesèeVWWg.
In viele Parteien und Grüppchen zerrissen — ihre Zahl soll über 120 betragen — hat der polnische Sejm bisher sehr wenig positive Arbeit geleistet, sondern verschiedene wichtige Arbeiten, die die Warschauer Regierung in Aussicht genommen hatte, immer wieder verzögert, vielfach sogar unmöglich gemacht. Das Ansehen des Parlaments ist daher beim Volke nicht allzugroß; nicht selten spricht man ebenso verächtlich von ihm wie von dem „polnischen Reichstag" seligen Angedenkens. Besonders Marschall Pilsudski war seit vielen Monaten über das Verhalten der Abgeordneten empört, da das von ihm so heiß ersehnte und schon MM üLvlLNte. Gesetz über die Reaeluna des -Jcrbef^BTS gelten immer wieder zurückgestellt wurde. Sein Militäraufstand am Himmelfahrtstage richtete sich daher auch nicht zuletzt gegen den Sejm, besonders gegen die dem Marschall feindlich gesinnten Abgeordneten der Rechten.
Als der Marschall die Macht in der Hand hatte, hätte er am liebsten den Sejm aufgelöst und allein ohne Parlament und nur mit dem Kabinett regiert, aber er betonte bekanntlich von vornherein, daß er die erstrebte Umwälzung und die von ihm für nötig gehaltenen Verbesserungen in der Staatsverwaltung nur auf streng gesetzlichem Wege erreichen wolle, jede Gewalttätigkeit sollte vermieden werden. So wurde denn von der Regierung sehr schnell ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, der die Befugnisse des Sejms zugunsten des Staatspräsidenten und des Kabinetts wesentlich einschränkte und gleichzeitig die Abgeordneten zu schneller und intensiver Arbeit, besonders bei den Be- «ratungen über den Staatshaushalt zwang. Zu einem bestimmten Termine vor Beginn des Etatsjahres hatte der Finanzminister seinen Haushaltsentwurf dem Sejm vorzulegen, diesem fiel die Aufgabe zu, in einer bestimmten Zahl von Tagen dazu Stellung zu nehmen und das Gesetz zu verabschieden. Für dieses Jahr solle der Haushaltsplan vierteljährlich besprochen werden, jedenfalls sollte aber der Entwurf vor dem 1. Oktober 1926 bezw. dem 1. Januar 1927 erledigt fein.
Seit etwa zwei Wochen beschäftigt sich b« Sejm mit dem Haushaltsplan für das 4. Vier- telfahr 1926, der eine Ausgabe von 484 Mil- lionen Zloty vorsieht. Wohl haben die Abgeord- neten anfangs in ihrer früheren langsamen Weise gearbeitet, es wurden über die unwichtigsten Positionen lange Reden gehalten, als ihnen von der Regierung ein Wink gegeben wurde, daß die Beratungen unter allen Um- Itanben vor Ende September erledigt sein wußten. Am 23. September kam nach langen Besprechungen eine Einigung zwischen den Parteien zustande. Die christlich Nationalen »rächten einen Kompromißantrag vor, wonach das Budget um 10 Millionen Zloty ge- mrzt werden sollte. Die Piasten verlangten ausdrücklich, daß die Budgetausgaben im 4. Vierteljahr unter keinen Umständen die Einnahmen überschreiten dürften. Zu diesem An- , g nahm der Abgeordnete Zdziechowski, der âu Beginn des Jahres 1926 Finanzminister ge- ®e|en war und damals das Budget in einem Vierteljahre um nicht weniger als 23 Millionen
P überschritten hatte, Stellung und ver- angte von der Regierung äußerste Sparsam-
'st wohl verständlich, daß die Regierung e Ausführung gerade dieses Abgeordneten ° s eine geroiffe Provokation auffaßte und Bergegen Stellung zu nehmen beschloß. Noch wahrend der Sitzung, des Sejms trat ein außerordentlicher Kabinettsrat zusammen. in
Dresden, 26. September. Auf dem Landesparteitag der Deutschen Demokratischen Partei Sachsens hielt Reichsminister des Innern Dr. Külz heute eine Rede, in der er sich zunächst ausführlich über die außenpolitische Lage verbreitete. Die Art der .Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund sei ein schlagender Beweis vor der Richtigkeit der Außenpolitik, die durch Verständigung mit den Feinden von gestern den Weg zur Freiheit zu gewinnen suchte. Ohne eine solche Politik ständen wir auch heute noch dicht bei Versailles und nicht in Genf. Der Weg sei dornenvoll gewesen und auf ihm liegen die Gräber von Erzberger und Rathenau. Das Deutsche Volk habe allen Anlaß den Männern und den politischen Parteien zu danken, die eine solche Befreiungspolitik zu einer Zeit eingeleitet haben, als dies noch in weiten Kreisen als Landesverrat gebrandmarkt wurde.
Mil der Wiedereinreihung Deutschlands in die Mächtekonflellaiion der Welk und mit der Anerkennung der Deutschen Republik als Großmacht sei zunächst einmal ein ungeheurer moralisch er E r f o l g erreicht, dessen Bedeutung auch nicht zuletzt darin liege, daß die Behauptung von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege nicht durch Deklarationen und Deklamationen, sondern durch die Wucht der neuen historischen Tatsachen endgültig in die Versenkung verschwunden sei, in die als trübe Erinnerungen an kriegspsychologische Verirrungen hoffentlich recht bald noch andere Aeberbleibsel des »Geistes von Versailles" mit verschwinden würden.
Der moral
elbitverständlst
von re a lpol ____ , _____________ö . „ Hc .
krönt werden. Bisher sind wir in bet Hauptsache
schaftlich in einem geordneten europäischen Wirtschaftsleben nicht zu entbehren ist.
Die innerwirtschaftliche Entwicklung bereitet nach wie vor ernste Sorgen.
Anzeichen der Besserung sind vorhanden, aber noch bedingt die Unterhaltung unseres Erwerbslosenheeres einen Aufwand von 100 Millionen Mark monatlich. Die Regierung wird demgegenüber ihre Politik der Ankurbelung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes mit Entschlossenheit fortzusetzen haben. In der Richtung dieser Politik liegen die vom Reichsfinanzminister betriebenen Steuererleichterungen, liegen die Maßnahmen zur Erleichterung des Gütevexportes und das große Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung, die 'Verdoppelung der Fonds für produktiv« Erwerbslosenfürsorge. Es ist zu hoffen, daß bei planmäßiger und durch keine bürokratischen Hemmungen beschwerter Fortsetzung dieser Politik eine immer stärker sich geltend machende Aufsaugung von Erwerbslosen durch die Wirtschaft erreicht werden wird. Als nächstes großes Problem der staatswirtschaftlichen und privat- wirtschaftlichen Entwickelung steht der endgültige Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden bevor, das heißt der Ersatz des in einer Zeit unübersichtlicher, sich oft jäh überstürzender Konjunktur unorganisch gewordenen Steuersystems durch ein organisches,ein riesenhaftes Problem, das eine Fülle von Teilproblemen in sich schließt und hoffentlich nicht nur im Rei chsfinan zmin isterium, sondern an allen beteiligten Stellen, besonders auch in den Parlamenten seine Meister finden wird.
Die in ne rpolits che Entwickelung
allen Beschlüssen des Kabinetts beiträte. Daraufhin wurde dem Sejm von dem Beschluß Kenntnis gegeben und ihm die Entscheidung darüber überlassen, ob er dem von der Regierung vorgelegten Haushaltsentwurf zustimme, ober aber die Auflösung durch den Staatspräsidenten vorziehe. Aus der bisherigen Regierungskrise in Warschau war nunmehr eine Parlamentskrise geworden.
Wer die Verhältnisse im Sejm kennt, wußte schon api 23. abends, daß die Abgeordneten nachgeben würden, denn die meisten von ihnen legen großen Wert darauf, ihr Mandat möglichst lange zu behalten, umsomehr, da mit ihm eine Reihe Vorteile verbunden sind. Während der ganzen Nacht und am Vormittag des 24.
ien zwischen den >er Sitzung am
September fanden Besprechung, einzelnen Parteien statt. In bi „ „ Nachmittag hielt der Finanzminister eine längere Rede, indem er die Ansichten seiner einzelnen Kollegen erörterte und ausdrücklich erklärte, daß die Abgeordneten nach Hause ge-
schickt würden, falls das Budget für das vierte Vierteljahr in Höhe von 484 Millionen Zloty nicht ohne Kürzung im Wortlaut des Regierungsentwurfes angenommen würde. Hieran schlossen sich längere Erörterungen, bei denen die Vertreter der Hauptparteien das Wort ergriffen. Schließlich wurde der Regierungsentwurf gegen die Stimmen der Christlichen Demokraten und der äußersten Rechten angenommen; die Parlamentskrise war damit beseitigt, aber die Verhandlungen hatten ein Nachspiel. Die Christlich Nationalen stellten den Antrag, daß dem Minister des Innern und des Unterrichts das Mißtrauen des Parlaments ausgesprochen würde. In namentlicher Abstimmung wurde diesem Antrag mit bedeutender Mehrheit entsprochen. An die Stelle der
die Gebenden und die den guten Willen zu dauerndem Frieden und zu europäischer Neuordnung Bekundenden gewesen. Deutschland hat jetzt einen starten Anspruch auf Gegenleistung. Völkerbundseintritt, Locarnoverträge und Dawesabkommen verkörpern, als Ganzes gewürdigt, die Voraussetzungen, unter denen nach Artikel 431 des Versailler Diktates ein Rechtsanspruch auf vorzeitige Räumung des besetzten Gebietes gegeben ist. Die deutsche Außenpolitik hat -deswegen klare und von niemanden bestreitbare Ziele vor sich:
Mit der vom Völkerbund garantierten Hoheiis- fkellung seiner Mitgliedsstaaten vertragen sich die Funktionen der interalliierten Kontrollkommission ebenso wenig, wie die fernere B e - sehung deutschen Landes mit der Unverletzlichkeit des Gebietes der Völkerbundstaaten. Für die interalliierte Kontrollkommission und für fremde Besatzung ist in einem Deutschland, das mit seinen Feinden von gestern nunmehr in ein und demselben Bunde zusammengeschlossen ist, kein Raum mehr.
Ausgleich und Verständigung würden unvollkommen sein, wenn nicht auch an der Saar politisch und wirtschaftlich normale Zustände erreicht werden können, und wenn Deutschland nicht bei der ersten sich bietenden Gelegenheit in den Kreis der Mächte zugelassen würde, die an der kolonialen Erschließung der Welt beteiligt sind.
Wenn über die politische Verständigung mit Frankreich hinaus noch eine wirtschaftliche Entente erreichbar ist, so würde das mit Freuden zu begrüben sein und unter diesem Gesichtspunkt sei auch der Gedanke eines finanziellen Entgegenkommens hinsichtlich der dem Treuhänder für die Reparationen übergebenen Eisenbahnobligationen erörte- rungsfahig. Mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ist die erste Etappe der Befreiungs- oolitik erreicht, das Endziel ist die dauernde Be- riebung Europas; ohne völlige Bereinigung der im Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland vorhandenen Ueberreste einer auf Gewalt einge- tellten Politik ist dieses Ziel nicht zu erreichen.
Di« außenpolitische Rehabilitierung Deutschlands wird auch die Wiedereinordnung Deutschlands in den Organismus der Weltwirtschaft vorteilhaft beeinflussen. Auf dem Gebiete der Handelsverträge und der Wirtschaftsabkommen sind nicht unwesentliche Fortschritte zu verzeichnen, wenn schon ■ viele Abmachungen zum Teil provisorischen Charaker tragen. Die Erkenntnis ist auf dem Marsch, daß
hat ihre Zugkraft verloren. Wenn man die großen Tagungen der letzten drei Monate überschaut, so klingt aus fast allen Kundgebungen ein, wenn vielleicht auch nicht immer aus dem Bergen komemndes, aber doch verstandesmäßig fundiertes Bekenntnis
zum neuen Deutschen Staate heraus.
dener Tagung delstag, der amten- und ses Bild.
der Industrie, ber Deutsch« Juristentag,
Die Dres- Großhan- di« Ve-
Angestelltentagungen zeigen die- Die Reichsregierung wird
fortfahren/ diese innere Fühlung des Deutschen Volkes mit dem Staate zu festigen. Wer sich in den Dienst dieses Gedankens stellt, ist uns willkommen, gleichviel von welcher Seite er kommt. Wir haben in den letzten Monaten manche Sammlungsrufe gehört, und zwar im Interesse bestimmter Partei- konstellationen. Das Ziel ist aber noch höher und weiter zu stecken:
Sammlung aller, die positive Arbeit am Staat und aus der Grundlage des heutigen Staakes leisten wollgn,
zbiMie Gemeinschaftsarbeit aller Parteien am Geaen-
wartsstaai". wie die Rede sich auch in Erkenntnis b friedigende
Mit Freuden ist dabei zu begrüßen, daß. Silberbergs und ibre Aufnahme zeigt, den Streifen des Unternehmertums die immer mehr durchsetzt, daß eine innupolitische Situation nur erreicht
werden kann, wenn die 'n der Sozialdemokratie zusammengeschlossenen breiten Massen der arbeitenden "evöldrung nicht in die Relation gedrängt, sondern in verantwoitlicher Skaatsbejahung erhalten Wersen. Der in Sachsen unternommene Vernich, bei den b vorstehenden Landtacsivahlen die Tendenz eines .-lusublusses der Sozialdemokratie von der ' aatl chen Verantwortung als Kampfparole
zu etablieren, würde ein schwerer und verhäna- nisvoller p ychologischer Fehlgriff gewesen sein, um io sei teeret, ab gerade in Sachsen in mehrjähriger KoalMon»rcgieriwg die Sozialdemokratie eine starke Staats» rautwortung betät gt hat. _
D:e po Nische Gesamtlagc zeiat eine außenpoli' ii'che Eutsoannuna, die prattNche Auswirkungen größeren Umfanges erhoffen läßt, wirtschaftlich eine langsam einietzcnde Besserung bet m rtfdiafb sichen Verhältnisse, die planmäßige uno nachhaltige Forderung erheijcht, und innerpol. tisch eine zunehmende Fundierung der siaatlichcn Verhältnisse. die um so stärker werden wird, je stärker auch dre Fundierung der parteipolttischeu Konstellationen sein wird und je melr sich an allen Stellen, in den Parlamenten, in der Presse, in den Parteien d e Erkenntnis durchsetzt, daß es weniger aus kiiriiche, das Gegensätzliche herausarbeitende Einstellung ankonimt, als auf ein Höchstmaß von positiver und praktischer Arbeit im Interesse unserer politischen, Deutschland nicht nur politisch, sondern auch wirt- virtichaftlichul, sosialen und kulturellen Entwicklung.
akut wurde, indem das Gesamtkabinett seinen Rücktritt einreichte, das von dem Präsidenten Mosziecke auch angenommen wurde. Diese Regierungskrise ist im gegenwärtigen Augenblick umso schwerwiegender, da das polnische Kabinett in kürzester Zeit auf außenpolitischem Gebiete vor wichtige Entschlüsse gestellt wird. Zudem ist es bei seiner jetzigen Zusammensetzung und den Vorgängen, die sich vor seiner Bildung abgespielt haben, nicht gerade leicht, Ersatz für die beiden, dem Sejm nicht genehmen Mitglieder zu schaffen.
Zur polnischen Regierungskrise.
Warschau, 26. Sept. Heute abend ist Ministerpräsident Bartel zusammen mit dem Landwirtschaftsminister Raczyski nach der Konferenz mit Marschall Pilsudski nach Warschau abgereist. Es ist nunmehr bestätigt, daß Ministerpräsident Bartel noch gestern mittag gelegentlich seiner Anwesenheit beim Staatspräsidenten die Mission zur Neubildung des Kabinetts tatsächlich erhalten, diese Mission anfänglich abgelehnt, aber nach fortgesetzter Besprechung schließlich erklärt hat, er werde am Montag seine endgültige Antwort erteilen. Augenblicklich ist diese Antwort noch nicht bekannt, doch vermuten politische Kreise, Bartel werde sich morgen mit der Kabinettsbildung einverstanden erklären.
Pvincarès alles Kriegsschuldlied.
Paris, 26. Sept. Ministerpräsident Poin- cars erachtete es an der Zeit wieder einmal in einer öffentlichen Rede die Auffassung der französischen Regierung zu präzisieren und darzulegen, daß sie unnachgiebig auf demselben Standpunkt steht, wie auf der Versailler Konferenz. Das Schlußbankett eines Kongresses der Kriegsverlehten in St. Germain gab ihm die willkommene Gelegenheit dazu. Seine Ansprache an die 500 kriegsverstüm- melten, die dem Bankett beiwohnten, reiht sich würdig den haßerfüllten Einweihungsreden vor den Kriegerdenkmälern an. Er zog dieselben Register und beschuldigte die Zentralmächte, die Weltkatastrophe entfesselt za ha-
dem die sämtlichen Positionen der einzelnen
promißanträqe die Budgetspanne im Regie
Ministerien noch einmal genau durchacsprochen rungsentwurfe keineswegs grundsätzlich ver- wurden. Sämtliche Ressortchefs ergriffen das änderten. Da der Marschall Pilsudski zur Zeit
Wort und stellten unter Beifall aller Kabinettsmitglieder fest, daß sich eine Verminderung des Budgets nicht durchführen lasse. Ferner wurde testgestellt, daß die beiben Kom-
in einem Bade an der litauischen Grenze zur
ben. Poincare führte u. a. aus:
Als Arbeiter des Sieges und Träger der Erinnerung, seid Ihr Kriegsbeschädigten wertvolle Ratgeber für das Volk, das ihr gerettet labt. Die Pflicht jeder Regierung ist es, euch o oft wie möglich aufzufordern, mit ihr zu- jammenzuarbeiten. Bei derungeheurenAufgabi der Wiederherstellung der durch den Krieg heimgesuchten Nation ist der Geist der euch beseelt, das beste, das uns Anregung gebende Mittel. Sicherlich liegt eurem gemeinsamen Gefühl nichts Agrefsioes und nichts Kriegerisches. Ihr kennt zu sehr die Schrecken des Krieges, als daß ihr nicht treue Diener des
Erholung weilt, setzte sich der Kabinettsrat mit
ihm telephonisch in Verbindung und erhielt ^.lVöV_f ,v. _________ _______
von ihm die ausdrückliche Erklärung, daß er-^^ß^' rnäivt. Wer der Sriehe. he enä