Einzelbild herunterladen
 

201. Jahrgang.

Mauer »Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanarr Stadl und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprecher Nr. 3956. 3957. 3958.

v«r»g»p"t»: Mir den halben Monat L Reichsmark, für den ganzen Monat L Reichsmark ohne rrägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag 16, Samstag 12 Reichspfenntg. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reich-Pfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite gg Retchspsenntg. Offerten gebühr: 60 Reich-Pfennig. Geschäftsstelle: Hammerftraße 9.

Erfüllungsort uto Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bet unverschuldet«» Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung der Bezugspreise». Für Platzvorschrift und Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleiltet-

Nr. 225

Samstag den 25. September

1926

Das Mte.

Das Reichskabinett hat die Haltung der deut­schen Delegation in Genf gebilligt, ebenso die zwi­schen Stresemann und Briand geführten Verhand­lungen über die Frage des deutsch-französischen Ausgleichs.

Die Völkerbundsversammlung nahm nach einer Rede des Staatssekretärs v. Schubert eine Entschließung an, die die Abrüstungskonferenz vor der nächsten Völkerbundssitzung fordert.

Der polnische Sejm hat dem Innenminister da, Mißtrauen ausgesprochen. Die Regierung hat demissioniert.

Nie Woche.

Die Völkerbundsversammlung hat zwar einen offiziellen Abschluß noch nicht gefunden, doch die Hauptverhandlungen sind vorüber und was noch zur Beratung steht, hat kein großes Interesse mehr. Die leitenden Staatsmänner der einzelnen Delegationen sind in die Heimat zurückgekehrt und sowohl der französische wie der deutsche Delegationsführer haben ihren Ka­binetten über die Tätigkeit in Genf Bericht er­stattet. Dr. Stresemann und den übrigen Mit­gliedern seiner Delegation ist gestern der Dank des Reichskabinetts für die geleistete Arbeit ausgesprochen worden, während Briand von seinem Kabinett zu den erzielten Ergebnissen beglückwünscht worden ist. Schon der Unterschied in dem Wortlaut der beiden amllichen Verlautbarungen läßt erkennen, daß Frankreich mit dem in Genf Erreichten zufriedener ist, als

ie

euch gestehen, daß Frankreich a

-zufriedener zu sein. Briand hat in Genf erreicht, was Frankreich wollte. Er hat vor sein Kabi­nett treten und erklären können, daß er von den französischen Forderungen nichts aufge­geben hat. Insbesondere hat Briand bezüglich der Zusammensetzung des Rates das franzö­sische Programm durchgeführt, der Widerstand, der sich dagegen geltend machte, ist nicht durch- gedrungen. Polen hat gleichzeitig mit der Aufnahme Deutschlands seinen nichtständigen Ratssitz erhalten und sein Antrag, daß es nach Ablauf dieser Mandatszeit sofort wieder wähl­bar sein soll, hat Annahme gefunden. Deutsch­lands Aufnahme in den Völkerbund und in den Rat ist zwar einstimmig erfolgt, und der Emp­fang der deutschen Delegation war über alles Erwarten herzlich, doch man hat den alten Rat sang- und klanglos von der Bühne abtreten lassen, ohne daß Deutschland noch einmal Sitz und Stimme darin ausüben konnte. Umso eiliger hatte man es mit der Einberufung des neuen Rates, in dem nun auch Polen saß. Schon dieses Polen gemachte.Zugeständnis genügt, um zu erklären, daß die deutsche Delegation im Gegensatz zu Frankreich nicht mit ungetrübter Freude auf den Verlauf der Tagung zurück- dlicken kann. Dazu kommt, daß die deutsche Delegation aus Genf zurückkehrt, ohne bezüg­lich der Aufhebung der Militärkontrolle und der Beschränkung der Rheinlandbesatzung beides nur zu berechtigte Forderungen Deutsch­lands ein Zugeständnis in der Tasche zu haben. Gewiß haben wir nicht erwartet, daß nun diese Forderungen in den offiziellen Völ­kerbundssitzungen erörtert und darüber Be- schlüsie gefaßt werden würden. Aber erwartet haben wir, daß, nachdem Deutschlands Eintritt in den Völkerbund erfolgt und der Locarnopakt m Kraft getreten war, bei einem persönlichen Gedankenaustausch der leitenden Staatsmän­ner Briand namens seiner Regierung gegen­über unseren drängenden Forderungen posi- uve Zugeständniffe machen und damit dem Locarnogeist gerecht werden würde. Doch ge­fehlt. Der Gedankenaustausch hat in dem kleinen Thoiry am Fuße des Montblanc statt­gefunden, und zwar hat ihm die Frage des deutsch-französischen Ausgleichs zugrunde ge­legen, aber irgendwelche Zugeständnisse sind von Briand nicht gemacht worden, wie auch aus einer Aeußerung gegenüber Pariser Zeitungs­leuten hervorgeht:Was ich in Thoiry mit «tresemann abgemacht habe, läßt der Regie­rung volle Freiheit." Ja, wir sind geneigt an« zunehmen, daß die Zusammenkunft von Thoiry ullht als eine Folge unseres Eintritts in den -Völkerbund zu werten ist, sondern die Notlage, in der Frankreich sich befindet, war, die den französischen Außenminister zu der Autofahrt nach Thoiry trieb. Würde Frankreich sich nicht in einer so schweren wirt­

Das âadènâ billigt Gtvesemamts Kattuns

Berlin, 24. Sept. (Amtlich.) In der heutigen unser dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Marx ab- gehaltenen Sitzung des Reichskabinetts erstattete der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Strese­mann Bericht über die Tätigkeit der deutschen Delegation in der Völkerbundsversammlung in Gens. Das Kabinett stimmte der Haltung der deutschen Vertretung zu und sprach dem Reichsminister Dr. Stresemann, sowie den übrigen Mitgliedern der Delegation für die geleistete Arbeit seinen Dank aus. Anschließend berichtete Dr. Stresemann über den Inhalt seiner Verhandlungen mit dem französischen Minister des Auswärtigen, Briand, zur Frage des deutsch-französischen Ausgleichs. Das Kabinett bil­ligte einstimmig und grundsätzlich diese Verhandlungen, zu deren Weiterführung ein aus den in Betracht kommenden Ressortministern be­stehender Ausschuß gebildet wurde, der dem Kabi­nett demnächst Bericht erstatten soll.

Ueber Stresemanns Ausführungen im einzelnen wird uns noch aus Berlin gemeldet: Auf den Ver­lauf .der Bölkerbundstagung im einzelnen einzu­gehen, konnte sich Dr. Stresemann versagen, da die Reichsregierung bereits am Montag darüber vom Staatssekretär der. Reichskanzlei Dr. Pünder ein­gehend informiert worden war. Der Reichsaußen- minister berichtete deshalb im wesentlichen über seine Besprechungen mit Vertretern verschie­dener europäischer Mächte, vor allem über seine

gegenüber anderen Darstellungen, wie sie nament­lich in einem Teile der ausländischen Preffe er­schienen sind, fest, daß

in Thoiry lediglich über ein allgemeines poli­tisches Programm für die anzustrebende deutsch­französische Verständigung gesprochen worden ist und daß von konkreten Ab mach un- genkeineRede sein könne. Stresemann wies auf die Erklärung Briands hin, daß das französische Kabinett auch nach Thoiry in seinen Beschlüssen völlig frei sei und stellte ergänzend fest, daß selbst­verständlich für die Reichsregierung die Sachlage die gleiche sei. Hinsichtlich der Frage der

Mobilisierung der Eisenbahnobligakionen wies Dr. Stresemann darauf hin, daß die von einem Teile der deutschen und ausländischen Presse ge­nannte Summe von acht Milliarden Mark als Kaufpreis für die Befreiung der besetzten Gebiete niemals in Frage kommen könne. Der Minister vertrat unter Zustimmung des Kabinetts in dieser Frage die Auffassung, daß die Zahlenfrage lediglich

so ist es ganz

knüpften Verl

schaftlichen Notlage befunden haben, wer weiß, ob es zu der Besprechung gekommen wäre.

Das französische wie das deutsche Kabinett ha­ben diese Verhandlungen grundsätzlich gebilligt u. sind damit einverstanden, daß sieweitergeführt werden. Nachdem die deutsche Delegation aus Genf außer unserer Aufnahme in den Völker­bund nichts Reales mitgebracht hat und keine Aussicht besteht, auf andere Weise unsere Forderungen der Erfüllung näher zu bringen, ' ' selbstverständlich,daß wirdie ange­knüpften Verhandlungen fortsetzen müssen, in der Hoffnung, daß unsere Unterhändler ein mög­lichst günstiges Geschäft abschließen. Freilich Illusionen wird man sich in Deutschland nicht hingeben dürfen, und wenn man bereits von einemGeist von Thoiry" spricht, so sei an die Erfahrungen erinnert, die wir bisher mit dem Locarnogeist" gemacht haben. Die deutschen Forderungen, die Stresemann in Thoiry ver­treten haben soll, sind bekannt. Sie richten sich auf beschleunigte Räumung des besetzten Gebietes, gleichzeitige Freigabe der Saar, Ab­schaffung der Militärkontrolle, die Frage der Kolonialmandate und wahrscheinlich auch auf die Rückgabe von Eupen und Malmedy. Diese Zugeständnisse sollen von Deutschland mit finanziellen Opfern bezahlt werden, und zwar sollen wir Frankreich einen Teil der Eisenbahn­obligationen zur Verfügung stellen, den es zur Behebung seiner Währungs- und Finanz­schwierigkeiten verwenden will. Nun besteht kein Grund, Verhandlungen auf dieser Basis von vornherein abzulehnen, wenn auch betont werden muß, daß die Räumung des Rhein­gebietes ein Rechtsanspruch Deutschlands ist, dessen Erfüllung von deutschen Finanzleistun- aen nicht abbänaia oemackt werden kann. Wir

eine Sachverständigenangelegenheit sei, die sehr ein­gehender Ressortberatungen und Besprechungen in­nerhalb des Kabinetts bedarf. Die Auffassung des Kabinetts ging dahin, daß

eine Mehrbelastung des Reichs über die Dawes- lasteu hinaus niemals angenommen

werden könne. Diese Feststellung bezieht sich, wie gesagt, in erster Linie auf die von ausländischer Seite hervorgerufene Erörterung der transferfreien Ueberlassung einer größeren Summe. Dr. Strese­mann und das Kabinett vertraten den Standpunkt, daß alle Vereinbarungen über eine Mobilisierung eines Teils der Eisenbahnobligationen nur in einem Rahmen gehalten sein können, der für Deutschland praktisch keine Mehrbelastung seiner Reparations­verpflichtungen nach sich zieht.

Weiterhin berührte Dr. Stresemann auch dieGambrinus"-Rede,

die, wie berichtet, in einem Teile der ausländischen Presse entstellt wiedergegeben worden ist. Er wies darauf hin, daß er noch vor seiner Abreise aus Genf bei den Abschiedsempfängen der ausländischen Presse Gelegenheit gehabt habe, persönlich namentlich die ihm in den Mund gelegten Darstellungen über die Anschlußfragen richtigzustellen.

Wie wir weiter erfahren, besteht der in dem amt­lichen Kommuniques erwähnte Ausschuß aus dem Minister des Auswärtigen, dem der in an z en und dem der Wir t s ch af t. In der

über die Grundzüge der deutsch-französischen Absich­ten unterrichtet werden. Ein bestimmter Tag für die

Einberufung des Auswärtigen Ausschusses Reichstages steht noch nicht fest.

Wie schließlich bekannt wird, hat in Genf eine Besprechung zwischen Stresemann und

des

auch dem

rumänischen Ministerpräsidenten Averescu stattge­funden, bei der allgemeine Probleme behandelt worden sind.

Kommunistischer Antrag auf Einberusung des Reichstages.

Berlin, 24. Sept. Die kommunistische Reichstags­fraktion hat in einem Schreiben an das Präsidium des Reichstags zwecks Besprechung der Fürstenfrage, der Not der Erwerbslosen, der außenpolitischen Er­eignisse in Genf und der innerpolitischen Situation den sofortigen Zusammentritt des Reichstages ge­fordert. Ebenso hat die kommunistische Fraktion die sofortige Einberufung des Auswärtigen Ausschusses verlangt.

stimmen vielmehr denLeipz. N. Nachr." bei, wenn sie schreiben:Es ist durchaus müßig, jetzt schon düster gestimmte Betrachtungen da­rüber anzustellen, ob es für uns angendhm oder nicht vielmehr höchst unangenehm fein würde, für die Befreiung des besetzten Ge­bietes einen Teil der Eisenbahnobligationen zur Verfügung zu stellen. Wenn es dazu kom­men sollte, daß diese Frage für uns von un­mittelbarer Bedeutung wird, dann wird die Entscheidung ja nicht so gut zu treffen sein, ob es für uns angenehm oder unangenehm ist; und ob die Annehmlichkeiten auch die Unan­nehmlichkeiten genügend überwiegen; sondern die Entscheidung wird dahin gehen, ob wir die Verantwortung dafür übernehmen wollen, daß die Besetzung des Rheinlandes noch fortdauert, nur weil die Bedingungen, unter denen wir die Befreiung haben könnten, für uns nicht gerade die angenehmsten sind. Und damit bekommt dann die Frage schon ein anderes Gesicht. Der Preis, der von uns gefordert wird» müßte deutsche Lebensintereffen schon an der Wurzel treffen, wenn wir mit gutem Gewissen die Zah­lung verweigern wollten." Wir müssen also den Bericht abwarten, den demnächst der vom Ka­binett eingesetzte Ausschuß, dem außer dem Außenminister noch der Finanz- und der Reichswirffchaftsminister angeboren, über die weitere Durchführung des Verständigungs­programms .erstatten" soll.

Allerdings ist noch keineswegs gesagt, ob die Voraussetzungen sich erfüllen werden, unter denen allein Thoiry in absehbarer Zeit zu gün­stigen Resultaten führen kann. Vor allem wird man nie vergessen dürfen, daß das französische Kabinett, das der Erfüllung der genannten Forderuna näber treten soll. dem Minister-

Präsidenten Poincarè untersteht. Außerdem ist bekannt, daß die Minister Marin, Barchou, Tardieu und Bokanowski in dem Einheitskabi­nett sitzen und als Gegner eines deutsch-fran­zösischen Ausgleichs gelten. Der Pariser Quotidien", der die deutsch-französische Ver­ständigung begünstigt, spricht bereits von schwe­ren Meinungsverschiedenheiten innerhalb des französischen Kabinetts und von gewaltigen Gegnern der Politik Briands. Zu diesen Geg­nern gesellen sich noch Vertreter der Armee, wie der Generalstabschef General Debeney, der erst vergangenen Sonntag in Verdun eine kriegerische Rede gegen Briand gehalten hat. Sollte Briand trotz dieser Widerstände Sieger bleiben, so kann heute schon gesagt werden, daß diese Widerstände nicht aus freiem Willen uni aus Ueberzeugung aufgegeben werden, son­dern lediglich infolge der wachsenden wirtschaft­lichen Not. Und deshalb ist Vorsicht am Platze. R. H.

Erweiterung der Koalition in Preußen

Berlin, 24. Sept DasB. T." meldet: Die derReichsdienst der Deutschen Presse erfahren haben will, ist die Deutsche Volks­partei an das Zentrum im Landtage heran- getrelen zwecks Aussprache über die Möglich­keit einer Regierungserweiterung in Preußen. Die Deutsche Volksparlei wünscht eine Klä­rung dieser Frage noch vor dem Kölner Par­teitag.

Zu dieser Korrespondenzmeldung berichtet dieRassische Zeitung", daß die Aussprache am Montag zwischen dem volksparteilichen Abgeordneten Leidig und dem Zentrumsabge­ordneten Heß stattfinden soll. Von dem Ergeb­nis dieser ersten Aussprache werde es abhän­gen, inwieweit a

Enqueieausschutz für die Land wirtschaft.

Derlin, 23. Sept. Im Unterausschuß für Landwirtschaft des Enqueteausschufses er­stattete heute der Vorsitzende Reichsminister a. D. Dr. S ch i e l e ein Referat über die land- wirtschaftlich-technischen Nebengewerbe und führte aus, daß die Kartoffelernte im vorigen Jahre mit 41 Millionen Tonnen fast die­jenige von 1913 wieder erreicht habe. Der Ab­satz der Kartofeln sei jedoch geringer gewor- den als vor dem Kriege, weil die technischen Nebengewerbe, die Brennereien, die Trockne- reta, die Stärkefabriken, in ihrem Verbrauch end zurückgegangen seien. Zur Steige­des Kartoffelabsatzes müßten vor allem

bdeutend

rung Des Kartossemofatzes mutzien vor allein die Hemmungen der Gesetzgebung fallen und die Kartoffeltrocknung mühte für Futterzwecke gefördert werden. Beim Zuckerrübenbau sei die Anbaufläche um 18 Prozent und ter Er­trag um 12,4 Prozent im Jahre 1925/26 gegen 1913/14 zurückgegangen. Dem deutschen Zucker sei der Export so gut wie verschlossen. In dieser Hinsicht Abhilfe zu schaffen, sei Sache der Handelspolitik. Dr. Bade wies darauf hin, daß die Intensivierung ter Hack­früchte nutzlos sei, wenn der Absatz nicht ge­hoben werden könne. Die Frage des Motoren- spiritus fei noch nicht spruchreif, namentlich nicht in wirtschaftlicher Hinsicht, da die Brannt- weinmonopoloerwaltung den Spiritus für Motorzeuge mit 15 Mk. abgeben müsse, wäh­rend die Herstellung selber 75 Mk. koste. Zu­nächst mühte die neu geplante Gesetzesvorlage ' ~ 'öden der Branntweinwirtschaft besei-

die

üf Vorschlag des Reichsministers a.

tigert« __ ^^ ^___ ____

D Dr. Herm e s beschließt der Ausschuß, die Frage materiell erst weiter zu behandeln, wenv alle Sachverständigen-Gutachten, die eingefor tert sind, dem Ausschuß vorliegen.

Reichsratsbeschlüsse.

Berlin, 24. Sept. Der Reichsrat nahm in einer öffentlichen Vollsitzung am Freitag nach­mittag, die unter dem Vorsitz des Ministers Dr. Külz stattfand, die Verordnung über das vorläufige Inkrafttreten des Wirtschafts­abkommens mit Finnland und damit zugleich das Abkommen selbst mit Mehrheit an. Die Hansestädte ließen erklären, daß sie sich mit dem Vertrag abfänden, sie bemängelten aber, daß in dem Vertrag den Reichsange­hörigen für die Ausübung der Berufstätig­keit in Finnland nicht durchweg, die gleichen Rechte wie den Inländern gewährt wurden, während Finnen in Deutschland die gleichen Rechte wie Reichsangehörige hätten. Außer­dem sei es ein Mangel des Vertrages, daß die Küstenschiffahrt in finnischen Gewässern ledig­lich finnischen Schiffen vorbehalten sei. Die Verkehrsverhältnisse der Ostsee forderten die freieste Betätigungsmöglichkeit für Schiffer