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201. Jahrgang.

Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadl und Land.

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Nr. 223

Donnerslag den 23. September

1926

Das KrueKe.

__ Dr. Stresemann ist gestern von Genf ab­gereist. Vor seiner Abreise machte er noch ver­schiedene Richtigstellungen vor der Presse.

In Berliner politiscyen Kreisen erwartet man bie Einberufung des Auswärtigen Ausschusses für nächste Woche.

Nach einem Bericht der Deutschen Reichsbahn sind die Einnahmen im Personenverkehr sehr un­befriedigend.

In Paris setzte eine neue Frankenbaisse ein; ber Franken erreichte gestern 177,5 gegen das Pfund.

(Siet mevSwÄvvrseS ÄE- kommnßs auf dem NaWan.

Von jeher find wir gewohnt, vom Balkan Dinge zu vernehmen, wie sie sonst auf der ganzen Welt nicht vorzukommen pflegen. Der jahrhundertlange Gegensatz zwischen den ein­zelnen Völkern, der ewige Kampf gegen ö:e Türken, die eigenartige Staatenbildung und nicht zum mindesten auch der Einfluß der euro­päischen Großmächte haben dort Verhältnisse geschaffen, die wir mit denen in anderen Ge­bieten nicht vergleichen können. Die Nachrich­ten aber, die jetzt aus Griechenland kommen, sind ganz außergewöhnlich; selbst wenn sie nur ein Körnlein Wahrheit enthalten, über- treffen sie alles bisher Dagewesene.

Der zur Zeit in Kreta in Untersuchungs­haft sitzende frühere griechische Diktator Pan­galos hat einem ihm besuchenden Journa­listen aus Athen Enthüllungen über die Pläne gemacht, die infolge seines Sturzes nicht mehr zur Ausführung gelangen konnten. Der che- res als e

; Erbfeind,":

feine Erfolge im letzten "Kriege in den Kopf gestiegen, die ihn zum Liebling nicht nur des Heeres, sondern auch des ganzen Volkes ge­macht und ihm den Weg zur Diktatur geeb­net hatten. Tatsache ist, daß gerade Pangalos im Gegensatz zu vielen seiner Kameraden in den Kämpfen vor Smyrna und vor allem beim Rückzug den Kopf nicht verloren, son­dern feine eigenen Truppen vor dem Unter-

gang gerettet und auch andere Regimenter vor der Vernichtung bewahrt hatte. Seine Leistungen stachen nur gegen die feiner Kame­raden hervor, die in den Kämpfen völlig ver-

raoen hervor, die in den Kämpfen völlig ver­jagt hatten, waren aber fehesruegs außerge­wöhnlich und rechtfertigten in keiner Weise einen solch kühnen Gedankenflug. Auch die Tätigkeit Pangalos als Diktator hatte keine besonderen Erfolge, feine Diktatur entsprach keineswegs den Ei

keineswegs den Erwartungen, die das grte« chiscke Offizierkorps und vor allem, das grie« chtzcho Volk auf feinen Liebling gefetzt hatte. Jedenfalls ist Pangalos Traum doi der Byzantini,chen Kaiserkrone ein Mehr als star­kes Stück von Überheblichkeit, das nur in einem Kopfe eines Abenteurers entstehen konnte.

Die Enthüllungen des früheren Diktators haben dadurch noch eine besondere Bedeutung, daß er seinem Interviewer mitgeteilt hat, eine weitere Balkanmacht fei in feine Pläne eingeweiht und bereit, diese zu unterstützen. Naturgemäß mußte diese Nachricht in allen politischen Kreisen Athens große Erregung Hervorrufen. General Girard, der Chef der französischen Militärmission, hat sich veranlaßt gesehen, sofort darauf hinzuweisen, daß er sich unter der Regierung des früheren Diktators in keiner Weise um die griechische Politik ge­kümmert habe. Es kam ihm darauf an, nachzu- weisen, daß er von diesen überspannten Plä- nen Pangalos, nicht das geringste gewußt hat. Ebenso hat der jugoslawische Gesandte in Ahen, Gvabilowitsch sofort erklärt, daß fein Staat nicht die geringste Ahnuna von diesen Plänen haben könnte,' umso weniger, da das Verhältnis Jugoslawiens zu Griechenland ge­rade unter Pangalos nicht das Beste gewesen yt. Nun begann ein großes Rätselraten, dessen Lösung jeboi' Nach wie vor

jedoch nicht allzuschwer war. hält sich in Athen das Gerücht aufrecht, daß Pangalos in enger Verbindung Wit Avarescu, dem früheren rumänischen Generalstabschef und jetzigen Minister­präsidenten in Bukarest gestanden hat. Uparescu gilt in weiten Kreisen nicht nur Ru­mäniens, sondern des ganzen Balkans als ein pocfjft ehrgeiziger Mann, der vor keinem noch jo verwerflichen Mittel zurückschrcckt, wenn es gilt, feine hohen Pläne zu erreichen. Ihm ge= Rügt, wie Dielen feiner Landsleute, dasGroß- rumänien der Gegenwart" schon lange nicht mehr. Der Staat soll noch weiter ousaebebnt

Girelsmanns Abvette

von Genf.

Genf. 22. Sept. Reichsminister Dr. Strese­mann, Staatssekretär Weismann und Ministerial­direktor Dr. Kiep fuhren heute nachmittag um 6 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Berlin zurück. Dis übrigen Mitglieder der Delegation bleiben bis zum Ende der Bölkerbundstagung in Genf. Staats- fekretär v. Schubert wird bis zum Schluß dieser Tagung Deutschland im Bölkerbundsrat vertreten.

Vor seiner Abreise hatte Dr. Stresemann noch verschiedene wichtige Besprechungen, darunter eine Unterredung mit dem Generalsekretär des Völkerbundes über die Ernennung des künftigen deutschen Untergeneralsekretärs. Dabei ist auch die Frage erörtert worden, ob und wann der Völker­bundsrat eine Tagung in Berlin abhalten soll. Wie wir zu wissen glauben, dürfte diese Berliner Ta­gung nicht, wie man ursprünglich sagte, im Dezem­ber stattfinden, sondern im März, weil erst vom 1. Januar an das deutsche Personal im Sekretariat angestellt wird. Im März könnte es dann hin­reichend eingearbeitet sein, um eine Tagung in Deutschland zu ermöglichen. In diesem Fall würde wahrscheinlich auch Deutschland vorziehen, den Vor­sitz im Rat erst bei der auf deutschem Boden zu- sammentretenden Ratstagung auszuüben.

Der letzte Presse-Empfang.

Genf, 22. Sept. Dr. Stresemann empfing heute mittag die deutschen und ausländischen Presse­vertreter, um von ihnen Abschied zu nehmen.

Ich hatte die Absicht, so sagte er, bis zum Ende um meine.Eindrücke

fr Tagungen des Bundes Dorgitb ereilen. Aber nachdem am Dienstag der französische Ministerrat stattgefunden hat, der sich mit ben Besprechungen von Thoiry beschäftigte, werden Sie es verständlich finden, daß meine Ministerkollegen über diese Besprechung nun auch einmal unterrichtet sein wollen. Ich mach« kein Hehl daraus, daß die Eindrücke, bie ich von Genf mitnehme, Eindrücke der Genugtuung sind und ich glaube, dasselbe für die Mitglieder der deut­schen Abordnung sagen zu können. In allen Fragen, die uns hier beschäftigt haben, ist bie deutsche Abordnung stets einer Auffassung ge­wesen. Daraus mögen Sie auch die Gewähr entneh­men, daß die von uns verfolgte Politik sich stützen kann auf die groß« Mehrheit des Parlaments und darüber hinaus, was mir wichtiger erscheint, auf bie große Mehrheit des deutschen Volkes.

In einem Rückblick auf die Ratswahlen unb die Stimmung, die er in Genf beobachtet hat, erklärte Dr. Stresemann dann, er könne von keiner Ration verlangen, daß sie andere Interessen vertrete als ihre eigenen im Rahmen der allgemeinen europäi­schen und der allgemeinen Weltinteressen.Ich glaube aber", so fügte er hinzu,daß diejenigen unrecht haben, die davon sprechen, daß der Völker­bund der Ausdruck der Mächtegruppe sei, die ihn vollkommen beherrscht. Ich glaube vielmehr, daß der Individualismus der Völker hier st ä r k e r e n t w i ck e l t ist, als man draußen glaubt." Dr. Stresemann legte dann Wert darauf, falschen Auslegungen seiner gestern nacht vor der Genfer deutschen Kolonie gehaltenen Rede entgegen« zutreten. Er habe betonen wollen, daß mir in Genf einen großen Schritt vorwärts gekommen seien in den Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, und daß heute nicht mehr über eine Zahl von Besetzungstrupppen oder die Verminde­rung dieser Besatzung verhandelt würde, sondern um die ganze Frage der Rheinlandräu-

werden, und das kann jetzt naturgemäß nur auf Kosten der Türkei geschehen. So ist es wohl denkbar, daß Avarescu mit Pangalos, bessert Verdienste im Türkenkriege ebenfalls

weithin bekannt waren, in Verbindung ge­treten ist und bereitwilligst dessen Pläne unter­stützen wollte. Es ist dies umso mehr denkbar, als Avarescu aus seiner Neigung zu der Dikta­tur in Spanien, Italien und Griechenland nie« ' " - . - hat vielmehr

lisch begrüßt.

mals ein Hehl gemacht hat; er 1 diese Bestrebungen stets sympathisch begrüßt. Man kann darauf gespannt sein, in welcher Weise die Regierung in Bukarest, die sicherlich von den Plänen Avarescus wußte, sich aus dieser peinlichen Lage herausziehen wird.

Interessant ist es, denBeweggründen nach­zugehen, welche Pangalos zu seinem Vorgehen veranlaßt haben. Es ist hierbei nicht ausge­schlossen, daß eif seinem Nachfoloer, dem ietzi-

m u n g und weiter um die Frage der Rückkehr des Saargebiets an Deutschland. Damit habe er keine Indiskretion begangen, da die Havasmeldungen über ben gestrigen Ministerrat schon vorlagen.

Im Zusammenhang mit der Regelung der Saar­frage habe ich dann, so stellte der Minister fest, von dem Selbstbestimmungsrecht der Völker gesprochen, damit auf die voraussichtlich stattfindende Abstimmung im Saargebiet und über seine Rückkehr an Deutschland hindeutend. Was ist daraus gemacht worden? Ein Mailänder Blatt soll heute davon sprechen, daß ich die An­gliederung Oesterreichs und die Annexion Tirols an Deutschland verkündet hätte, unb es wird gefragt, ob das wohl alles mit Herrn Briand ver­einbart fei, da ich wohl kaum diese Rede gehalten hätte, wenn sie sich nicht auf die Besprechungen von Thoiry bezöge.

Dr. Stresemann trat derartigen Sensationsnach­richten und Falschmeldungen entschieden ent­gegen und betonte dann, indem er bie Unterstützung der Presse erbat:

Ich freue mich, daß der Grad des Fortschritts in den Beziehungen der Mächte zueinander größer ist, als ich chn früher vermutet habe, und ich freue mich besonders des Fortschritts, der in der Besse­rung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland gemacht wurde, weil ich darin den Kern der großen Frage der europäischen Verständigung sehe.

Zum Schluß teilte der Reichsminister mit, daß

- -en _ ernennen, da er selbst Wert darauf lege, die Vertre­tung im Völkerbund zu führen, um auf diese Weise die persönlichen Beziehungen zu verstärken, die ihn mit den Persönlichkeiten verbinden sollen, deren große Erfahrung bisher den Bölkerbundrat geführt und mit denen er zusammenzuarbeiten habe.

Eine Botschaft Stresemanns an das Rheinland.

Köln, 22. Sept. Unmittelbar vor seiner Abreise empfing heute nachmittag Reichsaußenminister Dr. Stresemann den Genfer Vertreter derKölnischen Zeitung", um ihm folgende Erklärung zu geben: In dem Augenblick, in dem ich Genf verlasse, ist es mir ein Bedürfnis, der Bevölkerung des Rhein- landes, unter der ich ja in wenigen Tagen auf dem Kölner Parteitag der Deutschen Volkspartei weilen werde, einige Worte treuen Gedenkens zu sagen. 2Bir haben hier in der Stadt des Völkerbundes Tage von geschichtlicher Bedeutung erlebt und selten war eine so kurze Zeitspanne mit so viel wichtigen politischen Vorgängen und Verhandlungen erfüllt. Aber inmitten aller Arbeit, die mir hier leisteten, waren unsere Bücke unaufhörlich auf das Rheinland gerichtet. Des Rheinlandes gedachten wir in der Stunde, als wir von 48 Rationen begrüßt in den Saal der Völkerbundsversammlung einzogen. Dem Rheinland gehört all unser Denken in den Besprechungen von Thoiry, auf deren große Bedeutung für die Zukunft des deut­schen Rheinlandes ich hier wohl nicht mehr einzu­gehen brauche. Die rheinische Bevölkerung, die in den schwersten Stunden so viel Treue und so viel Hingebung an das große Vaterland bewiesen hat, darf am Ausklang dieser denkwürdigen Genfer Ta­gung das frohe Gefühl haben, daß ihre Treue und Hingebung unvergessen bleiben und daß sie die sichere Grundlage war, auf der allein hier an dem Werk der deutschen Freiheit gearbeitet werden konnte."

gen griechischen Ministerpräsidenten Kondylis, schaden will, mit dem er bekanntlich von jeher eng befreundet war, doch kam es später zu einem Bruch zwischen den beiden ehemaligen Kriegsgefährten. Die neue Regierung hat einen sehr starken Gegner in den bürgerlichen Parteien des Landes, die unter allen Umstän­den das Ende der Militärherrschaft herbei­sehnen. Nun hat Pangalos angegeben, daß einzig und allein von griechischen Offizieren Kondylis in feinen Plan eingeweiht war. Die Enthüllung bezwecken daher anscheinend nichts anderes, als die Stellung des neuen Minister­präsidenten zu untergraben.

Die bereits eingeleitete geriänliche Unter­suchung gegen den früheren Diktator wird sich naturaemäh auch mit diesen seinen Plänen be­schäftigen. Heute bezeichnet der Ministerprüsst dent die Absichten Pangalos als Auswüchse

eines überspannten Mannes, über uie er bei jeder Gelegenheit gelacht habe. Die Folge wird zeigen, ob dem tatsächlich so ist, oder ob Kon­dylis wirklich der Mitwisser des tollkühnen Planes gewesen ist.

Eine Aeberraschung im Abrüstungs­ausschutz.

Ein scharfer Vorstoß Amerikas.

einer neuen

Gens, 22. Sept. Der Vorbereitungsausschuß für die Abrüstungskonferenz trat heute ju Tagung zusammen, zu bereu Be­ginn zunächst Präsident Loudon die Bedeu­tung des Eintritts Deutschland in den Völker­bund und das Inkrafttreten der Abkommen

von Locarno würdigte, die infolge der neuen Zusammensetzung des Rats neu eingetretenen Mitglieder begrüßte und mitteilte, daß Spa­nien weiter an den Arbeiten teilnehme. Dis Sensation dieser ersten Sitzung war sogleich ein außerordentlich scharfer Ausfall des Ver­treters Amerikas, das bekanntlich bei den Vor­bereitungsarbeiten für die Abrüstungskonfe­renz mitwirkt, des Berner Gesandten Gibson,

®bie bisherige Tätigkeit der Unteraus«

!, die technische Fragen unaufhörlich mit den politischen vermengten und Mehrheitsbe­schlüsse aufstellten, neben denen die Ansicht der Minderheit nicht zur Geltung fomme. Der Wert der Vorbereitungsarbeiten könne aber nur darin bestehen, alle Gesichtspunkte gleich­mäßig zu prüfen. Der amerikanische Vertreter bi«4 ' J:trn Antrag ein, in dem er fordert, daß bie weiteren Arbeiten der Ausschüsse einen streng technischen Charakter bewahren, sich nicht durch politische und wirtschaftlich« Er­wägungen beeinflussen lassen und daß sie in ihrem Bericht an den Vorbereitungsausschuß alle ausgesprochenen Ansichten über j-de ein« rage unter genauer Angabe der Vor-

ung darlegen. die bereits vollen rbeiten des Ausschusses betrifft, so müßten sie bei der zweiten Lesung eine Revision in dem eben dargelegten Sinne erfahren.

Die große Verwirrung, die diesem Antrag folgte, der nicht nur eine scharfe Kritik an den bisher eingeschlagenen Methoden ist,

die im ehrheit

sondern auch alle die Vorteile, die sich wesentlichen von Frankreich geführte Ml

bisher gesichert hatte, wieder umzuwerfen droht, suchte Lord Robert Cecil zu beschwich­tigen, indem er dem ersten Teil des amerika­nischen Vorschlags beistimmte, der sich auf die künftigen Arbeiten bezieht, und den Antrag einbrachte, daß ein besonderer Ausschuß Dort sechs Mitgliedern die Arbeiten der Unteraus­schüsse überwachen solle, ein Vorschlag, den aber der Belgier de Brouckère bekämpfte. Schließlich wurde nach weiterer längerer Aus­sprache ein besonderer Unterausschuß gebil­det, in dem auch der amerikanische Vertreter sitzt und der einen Enischließunqsentwurf aus Grund der amerikanischen Vorschläge ausar- beiten soll.

1

Die Interpretation des Artikels 16 des Dötkerbundspaktes.

Die 1. Kommission zu den Locarnoverträgea.

Genf, 22. Sept. Die 1. Kommission befaßte sich heute Vor- und Nachmittag mit einem finnischen Antrag, der zu den Empfehlungen der 3. Kommission eingebracht worden war, in denen die Völkerbundsversammlung den Wunsch ausspricht, daß die allgemeinen Grund­sätze der Locarnoabkommen von anderen Mäch­ten zur Grundlage ähnlicher Abkommen ge­macht werden möchten. Der finnische Delegierte Erich brachte dagegen den Einwand vor, daß in den Locarnoabkommen ein Anhang F en« halten ist, der die bekannten Erklärungen der Locarnomächte an Deutschland über die Trag­weite des Artikels 16 des Völkerbundspaktes enthalte. Mit der uneingeschränkten Empfeh­lung der Grundsätze von Locarno würde man also nach dem finnischen Delegierten auch diese Interpretation des Artikels 16 mit annehmen; das müsse verhindert werden. Er beantrage deshalb einen Zusatz, in dem die Regierungen erklären sollen, daßdie Anerkennung der Locarnoabkommen nicht bedeute, daß dieieni- gen Staaten, die nicht Unterzeichner der Lo­carnoabkommen sind, die dem Art. 16 im An­hang F im Locarnoabkommen gegebene In­terpretation anehmen."

Um diesen Antrag entspann sich ein» außerordentlich lebhafte und langwierige De- batte, in der der deutsche Delegierte Dr. Gauß sich dem Präsidenten Motta mit der Erklärung anschloß, daß diese ganze Auseinandersetzung nicht hierher gehöre. Gauß erklärte weiter, er könne sich nur an den Wortlaut der alliierten