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201. Jahrgang.

Hanauer S Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

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Nr. 221

Dienstag den 21. September

1926

Das KsNsKe.

— Im Völkerbundsrat wurde gestern die Dan- xiger und die Memeler Frage verhandelt. Strese­mann nahm zu beiden Fragen Stellung.

— Staatssekretär Pünder ist nach Berlin zurück­gekehrt und hat gestern im Reichskabinett über die Genfer Verhandlungen berichtet. Stresemann wird am Freitag zurückerwartet.

— Maßgebende deutsche Jndustrievertreter, die an den Pariser Eisenpaktverhandlungen teilgenom­men haben, sind der Auffassung, daß in dieser Woche noch eine Einigung mit Belgien stattfinden werde. Frankreich habe dem Eisenpakt endgültig (»gestimmt. Sobald der Eisenpakt abgeschlossen sei, dürfte auch das internationale Schienenkartell end- sültig zustandekommen.

— Nach Blättermeldungen aus Peking ist das Kabinett zurückgetreten. Man erwartet, daß Tschangsolin das neue Kabinett bildet.

OisbsRosten.

Auf den Beginn der neuen Woche fallen die Schatten erschütternder Unglücksbotschaften. In Pommern ist bei dem Städtchen Garz eine Oderbrücke eingestürzt, die am nächsten Sonn­tag in Gebrauch genommen werden sollte. Man beklagt vier Todesopfer. Die Untersuchung wird ergeben, wer die Schuld an diesem folgen- chweren Einsturz trägt. Es ist unbedingt er- orderlich, daß diese Frage geklärt und daß die Verantwortlichen- zur Rechenschaft gezogen werden. Wir erleben in der letzten Zeit in Deutschland gerade auf dem Gebiete des Eisen­bahnverkehrs eine derartige Häufung von Un- glücksfällen, daß die Oeffentlichkeit nicht ohne Grund jvon einer schweren Beunruhigung er­griffen ist. Der Brückeneinsturz bei Garz ist zwar kein eigentliches Verkehrsunglück, aber er hätte es doch in einem erschreckenden Umfange werden können, wenn die Katastrophe sich ein paar Tage später nach der Ingebrauchnahme der Brücke ereignet hätte. Man nimmt gewiß im Bereich des modernen Verkehrs den unver­meidlichen Prozentsatz von tödlichen Unglücks­fällen in den Kauf. Der technische Fortschritt hat immer diese seine Kehrseite gehabt und wir sie nicht verlieren. Aber was wir in letzter Zeit in Deutschland erlebt haben, geht weit darüber hinaus und deshalb wird man über den Vrückeneinsturz von Garz volle Klarheit schaf­fen müssen. Wie uns von Bausachverständigen mitgeteilt wird, kann man heutzutage die Trag­fähigkeit eines Pfeilers genau berechnen. Ist das Material den Vorschriften entsprechend ausgeführt, so muß die Stärke des Pfeilers unter Berücksichtigung seiner Höhe und der Last die auf ihm ruht, ausreichen, um mindestens

Jahre lang die Brücke samt den Lasten, die über sie hinweggeführt werden sollen, zu tra­gen. Im allgemeinen hängt das Eisengerüst der Brücke so ineinander, daß irgendwelches Zerbrechen oder Zerreißen der Brücke undenk­bar ist. Insbesondere haben Steinbrücken stets eine solche Widerstandsfähigkeit besessen, daß es wohl' noch niemals vorgekommen ist, daß ein Pfeiler ohne weiteres in sich zusam­menbrach. Denn selbst für das schwerste Ge­wicht, für Eisenbahnzüge genügen Brücken, die âus Holz gebaut sind. Insbesondere hatte man früher im Westen der Vereinigten Staaaen fast ausschließlich Holzbrücken. Dann konnte man allerdings, wenn die Brücke alt war, am Brückeneingang bisweilen lesen „Slowly pleast". Das heißt auf deutsch „bitte langsam". Es war für den Lokomotivführer berechnet, der über die Brücke nur in langsamer Fahrt hin- uberfahren durfte. Wenn also plötzlich ein stei­nerner Pfeiler in sich zusammenbricht, so muß eine besondere höhere Naturgewalt oder aber ein sehr schwerer Konstruktionsfehler vorliegen. Handelt es sich um die unvermeidliche Folge einer höheren Naturgewalt, so wird man sich dem Schicksalsschlage beugen müssen. Ist aber menschliches Verschulden mit im Spiele, so wird es strenge gesühnt werden müssen.

Von unendlich viel größerem Ausmaß als das Unglück auf deutschem Boden ist die Na­turkatastrophe, die über den amerikanischen Südstaat Florida hereingebrochen ist. Hier wird man die Frage nach menschlichem Verschulden nicht aufwerfen, denn die vielen Menschen, die an der Küste von Florida den Tod gefunden, sind die Opfer eines furchtbaren Wirbelsturmes geworden. Amerika ist das Land derarstger furchtbarer Naturgeschehnisie. Erd- und See- 5ebcn, furchtbare Gewitter, Schneestürme und verheerende Orkane haben wiederholt in den Vereinigten Staaten gewütet und das furcht­bare Schauspiel entfesselter Naturgewalten ae-

Stresemanns Gintreten Mr Danzig.

Genf, 20. Sept. Die heutige Nachmittagssitzung des Völskerbundsrats beschäftigte sich unter anderem mit zwei deutschen Fragen, nämlich mit der Memel­frage und der Danziger Finanzstage. Bei der Me­melfrage handelt es sich zunächst um eine Formsache. Die litauische Regierung bestritt dem Generalsekretär das Recht, Beschwerden wie die des memelländischen Landtags an die Unterzeichner der Memelkonvention weiterzuleiten, da in dem Art. 17 der Konvention gesagt ist, daß die Mitglieder des Rates das Recht haben, die Aufmerksamkeit des Rates auf die Ver­letzung des Memelstatuts zu lenken.

Das Juristenkomitee war zu keinem einheitlichen Gutachten gekommen, da der schwedische Jurist, Unterstaatssekretär Sjöborg, ein Sondergudachten erstattet hat, in welchem er zwar die Un-orvektheit des Verfahrens anerkennt, es aber als praktisch be­deutungslos erklärt. Die Mehrheit des Juristen­komitees war der gleichen Ansicht, aber sie stellte ich auf den Standpunkt, die Unterzeichner des Me- melstatuts hätten genau präzisieren müssen, in wel­chen Punkten eine Verletzung des Memelstatuts vorlisge. Die Debatte bekam dadurch eine besondere Bedeutung, daß zum ersten Male der deutsche De­legierte Reichsaußenminister

Dr. Stresemann das Wort ergriff. Nachdem der litauische Delegierte Sidzikauskas sich mit dem Gutachten der Mehrheit des Juristenkomitees einverstanden erklärt hatte, meisten Juristengutachten erst heute früh zu seiner Kenntnis gekommen seien. Er stimme mit dem Gutachten der Juristen überein, wenn es feststelle, daß eine Mitteilung der Einwohner oder der Behörden von Memel, welcher Art sie auch im­mer sei, an die einzelnen Regierung, die im Rate vertreten sind, gerichtet werden müßte und nicht an den Völkerbund selbst oder an das Sekretariat des Völkerbundes. Es liege den deutschen Delegierten nur daran, fsstgustellen, führte er aus, daß jede im Rat vertretene Macht berechtigt sei, die Frage einer Verletzung des Memelstatuts aufzuwerfen.

Lord Robert Cecil erklärte, mit Rücksicht auf die juristischen Feststellungen habe die englische Regierung ihren Einspruch zurückgezogen, behalte ich aber vor, gelegentlich unter Bezugnahme auf die einzelnen Punkte darauf zurückzukommen. Herr Stresemann bemerkte dann, es sei ihm bekannt, daß eine der toi tätigsten der vorgebrachten Streitfragen, die Finanzstage, inzwischen ihre Regelung gefunden habe. Er könne sich also mit der Zurückstellung der Angelegenheit einverstanden erklären, besonders weil er Grund Habs zu der Annahme, daß auch die noch chwebenden Fragen freundschaftlich zwischen der itauischen Regierung und Memel geregelt werden. Daraus wurde der Bericht Guerrerros auf Annahme des Mehrheitsgutachtens der Juristen einstimmig angenommen. Die Fragen bleiben also in der Schwebe, soweit sie nicht bereits von der litauischen Regierung und Memel freundschaftlich geregelt sind.

Die Danziger Finanzfrage

kam daraus zur Verhandlung. Es handelt sich um den Bericht des Finanzkomitees, der für die Ge­währung einer Anleihe an die Freie Stadt Danzig eine Reihe von Bedingungen vorschreibt, die bis zum Dezember erfüllt sein sollen: Verminderung der Beamtenzahl, Herabsetzung der Zahl der Mitglieder ds Volkstages, Herabsetzung .bet Senatorengehälter, sowie die Zahl der Senatoren. Wenn diese Be­dingungen bis zum Dezember erfüllt sind, so erklärt sich das Finanzkvmitee bereit, eine Anleihe von 30 Millionen Gulden anstelle der früher in Aussicht genommenen 60 Million 3 zu befürworten.

Präsident Sahm

beklagte sich in einer längeren Rede über den Wi­derspruch in der Haltung des Finanzkomitees von früher und seiner jetzigen Stellungnahme, führte den schlechten Stand der Danziger Finanzen, die bis­her stets in Ordnung gewesen seien, auf die allge­meine Wirtschaftskrise und den Sturz des polnischen

boten. Daß Florida der Schauplatz einer sol­chen furchtbaren Zerstörung geworden ist, hat aber doch noch eine besondere Bedeutung. Diese Halbinsel, die von dem nordamerika- nischen Festlande nach Süden vorspringt und den Golf von Mexiko im Osten abschließt, ist erst nach dem Kriegsende in wenigen Jahren zu einem Berkehrsland ersten Ranges geschaffen worden, Pocher war die Ostküste des Landes

Zloty zurück unb teilte mit, daß hinsichtlich der Zoll­verteilung ein vorläufiges Abkommen mit Polen zustande gekommen sei. Präsident Sahm lenkte die Aufmerksamkeit des Rates insebesandere aus die Tatsache, daß das Mnonzkomitee Danzig vorschreibe, die Freie Stadt dürfe bis zum Dezember keinerlei neue schwebende Schulden oder langfristige Anleihen aufnehmen, wenn sie auf die Empfehlung des Fi- nanzkomitoes für die in Aussicht genommene An­leihe rechne.

Sahm bittet den Rat, daß er bei seiner Not auch die sozialen und politischen iDloimente nicht außer acht lassen möge, zumal die Stadt Bangig unter dem Schutz des Völkerbundes stehe. Das auf Grund der Londoner Beschlüsse des Finanzkomitees in Danzig ausgearbeitete Finanzprogramm fei schon unter großen parlamentarischen Schwerigkeiten zu­stande gekommen und die gesetzgebenden Körper- schaf ten in Danzig hätten gehofft, daß nunmehr wenigstens die Anleihe von 60 Millionen Gulden bewirkt werden würde. Es fei eine schwere Enttäu­schung für Danzig, daß biester Betrag aus die Hälfte herabgesetzt werden soll, zumal die neuen Bedingun­gen des Finanzkomitees sehr schwer oder überhaupt nicht erfüllbar seien.

Vor allem versuchte Sahm nochmals, wenigstens die Bedingung zu streichen, daß Danzig bis zur Septembertagung keinerlei kurzfristige Anleihen neu aufnehmen dürfe. In diesem Punkt unterstützte ihn auch der deutsche Delegierte - ^^ Dr. Stresemann,

der erklärte, daß die kurzfristigen Kredite, die Dan­zig bisher erhalten habe, von deutschen Danken stammten. Er hoffe, daß, wenn es in absehbarer Zeit möglich sein würde, den Zollkrieg zwffchen Deutsch­land und Polen zu beseitigen, auch der Freien Stadt Danzig aus ihrer schwierigen Lage geholfen werden könne. Aber wie soll in der Zwischenzeit Danzig sich selber helfen, wenn ihm durch den Bericht des Finanzkomitees verboten würde, selbst kurzfristige kleine Anleihen aufzunshmen.

Präsident Sahm habe hervorgehoben, es fei un­bekannt gewesen, daß die Befatzungskosten im Laufe von vier Jahren getilgt werden müßten und Sahm hätte auch weiter darauf verwiesen, wie schwer das Arbeitslosenproblem gerad« auf Danzig laste. Ge­rade hier am Sitze des Arbeitsamtes erklärt« Stre­semann, wird man doch nicht der Meinung sein, daß Erwerbslose ohne Unterstützung gelassen werden können.

Stresemann appelliert an den Be­richterstatter, ob es nicht möglich sei, Danzig wenig stens dadurch entgegen­zukommen, daß das Verbot kurz­fristiger Anleihen aus den Bedin­gungen des Finanzkomitees heraus­genommen werde. Gegenwärtig können we­der Staaten noch Einzelne ohne solche kurzfristigen Anleihen auskommen und er hofft, daß es durch Entgegenkommen auf diesem Gebiet möglich sein werde, zu einem für alle Teile befriedigenden Ab­kommen zu gelangen.

Der Berichterstatter, de Brouckère, Belgien, machte darauf aufmerksam, daß die Möglichkeit zur Aufnahme kurzfristiger Anleihen mit Zustimmung des Finanzkomitees für Danzig jederzeit bestehe. Präsident Sahm hob indessen die Schwierigkeiten hervor, die eine solche Genehmigung mit sich bringe, weil das Finanzkomitee bis zum Dezember nicht mehr versammelt sei und bei einer plötzlichen Not­lage also kaum die Möglichkeit bestehe, die Geneh­migung des Finanzkomitees zu erlangen. Nachdem der Völkerbundskommissar Hamel darauf aufmerk­sam gemacht hatte, daß die Möglichkeit einer telegraphischen Verständigung des Finanzkomitees im Falle einer plötzlichen Notwendigkeit, eine kurz­fristige Anleihe zu genehmigen, bei den Verhand­lungen des Finanzkomitees bereits vorgesehen wor­den sei, wurde der Bericht de Brouckère einstimmig angenommen.

fast unbewohnt. Nun aber, als amerikanische Kapitalisten das milde Klima dieser Küste ent­deckten und für den Besuch des Bade­strandes ein» Riesenreklame machten, ent­stand im Handumdrehen eine neue Riviera . Aus einzelnen Wohnhäusern ent­standen im Nu Städte mit großen Geschäfts­vierteln, Theatern, Kasinos und Vergnügungs­stätten alter Art. Aut den zahlreich vorhan­

denen Flußinseln baute man nach dem Vor­bilde des Rheintales mittelalterliche Schlösser auf. Im Brennpunkte der Entwicklung stand Miami, das jetzt von dem Wirbelsturm voll­ständig zerstört worden ist. Es war vor zwan­zig Jahren eine Stadt von einigen tausend Einwohnern. Ende des vorigen Jahres zählte es mehr als 150 000 Einwohner und man rech­nete damals, daß es in ein paar Jahren mehr als eine Million haben werde. Die Spekulation überstürzte in- der letzten Zett die Entwicklung. Hunderte von Millionen wurden ausgegeben, um Straßen herzustellen und Wasserleitungen und elektrische Kraftleitungen zu bauen, um Land trocken zu legen, große Hotels und Klub­häuser zu errichten. In der Nähe von Miami entstaub auf diese Weise eine Stadt, die nur vier Jahre alt ist, deren Straßen und Park­

anlagen sich aber bereits auf Hunderte von Meilen von allen Seiten ausstrecken. Dieses junge Gebilde sollte in den nächsten Jahren mit einer Universität, einer Misttärakademie,

einem Stadion, mehreren Theatern usw. aus­gestattet werden. Ein Strom von Ansiedlern und Touristen ergoß sich nach dem gesegneten Lande. Hin und wieder brach eine Kaptta- lrstengesellschaft zusammen, wena die Entwick­lung hinter der Erwartung zurückblieb. Aber im Großen und Ganzen ist in wenigen Jah­ren dort an der Küste Miami und Palmbeach Märchenhaftes geschaffen worden. Ueber dieses Werk von Menschenhand ist der Orkan hin- weggesögt und hat ein Trümmerfeld hinter­lassen. Was die Technik in fabelhast kurzer Zeit aufgebaut und was ein Goldstrom geradezu aus dem Boden hervorgezaubert hat, ist in einer ungeheuren Sturmkatastrophe vernichtet worden. Liest man die Nachrichten, die über schiff modernster Bauart, das das tobende Meer verschlang. Es scheint, als habe die entfesselte Naturgewalt ein besonderes Gefallen daran, durch die Zerstö­rung des gewagtesten und kühnsten Menschen- wertes zu zeigen, wie klein und nichtig solche Schöpfungen sind. Ein prophetisches Dichter­wort, das sich wohl noch oft bewahrheiten wird: Wehe, wenn sie losgelassen.

Zum Gartzer Brückeneinsturz.

Steffin, 20. Sept. Die vom Oberstaatsan­walt in Stettin geleitete Untersuchung in der Angelegenheit des Gartzer Brückeneinsturzes führte heute nachmittag nach einer längeren Vernehmung des Betonmeisters Firsch-Berlin zu dessen Verhaftung. Firsch, der dem Amts­gericht Gartz zugeführt wird, wird zur Last ge­legt, daß er bei der Betonmischung für die Pfeilerfundierung die notwendige Sorgfalt schuldhafterweise außer Acht gelaßen habe. Der Schaden, der durch den Brückeneinsturz ent­standen ist, wird auf rund 300 000 Mark ge­schätzt.

Don der Sturmkatastrophe in Florida.

Rewyork, 20. Sept. Wie gemeldet, hat der Orkan in Flottda, der sich mit einer Geschwindig­keit von 320 Meilen in der Stunde bewegte. neun Stunden lang gewütet. Die Korrespondenten der Associated Preß melden, daß sie entlang der ganzen 60 Meilen langen Straße zwischen Miami und West-Palmbeach die Ortschaften verwüstet fanden.

Rewyork, 20. Sept. Die Sturmkatastrophe in Süd-Flor, da erweist sich als immer furchtbarer. Nach den letzten Meldungen steht fest, daß die er t vor wenigen Jahren mit großem Kostenaufwand zu Modebädern ausgebauten Küstenotte. vor allem Miami und Palm-Beach, in wenigen Stunden in Trümmer gelegt worden sind. Viele Hotels, G^- schäftsgebäude. Denkmäler, Straßen und Brücken wurden zerstört. Die Zahl der Menschenopfer steht noch immer nicht genau fest. Während ein Tele­gramm des Roten Kreuzes von 700 Toten und 38000 Obdachlosen berichtet, sprechen neuere Mel­dungen von einer Gesamtzahl von 1215 Toten und 5000 Verletzten. Geborgen wurden bisher nach osfiziellen Angaben 261 Leichen. Die Sachschäden werden auf 150 bis 200 Millionen Dollar geschätzt. Aus allen Teilen des Landes treffen Hilfszüge mit Aerzten, Krankenpflegern, Medikamenten und Lebens- mitteln ein. Patrouillen durchziehen die Straßen, um Plünderungen zu verhindern. Die Telegraphen- und Telephonleitungen sind noch unterbrochen.

Rew-York, 20. Sept. Die telegraphische «er- bmdung zwischen Pensacola, den anderen Städten Floridas und Nobile (Alabama) wird immer schwie­riger. Ein neuer Orkan wütet gegenwärtig von Flo­rida kommend im Golf von Mexiko. Er nimmt an Stärke zu. Man befürchtet ungeheueren Schaden.

Rew-York, 20. Sept. Wie au» Neu Orleans gemeldet wird, ist der Orkan nach dem Golf von Mexiko gewandert. Heute traf er, wie bereits ge­meldet, an der Küste von Alabama in der Gegend von Stabile und Pensacola auf. Die Ortschaften