Einzelbild herunterladen
 

201. Jahrgang.

SanauerN Anzeiger

General-Anzeiger sür Sie Greise LZanau Stadt und Land.

Ericheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprecher Nr. 3966, 3957, 3958.

BeeeaePt»1»: ^ den halben Monat L Reichsmark, für den ganzen Monat 2. Reichsmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 Reichrpfennig. - Anzeigenpreise: Für 1 mm Höh« im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reich-Pfennig, im Reklameietl von 68 mm Breite W RetchapfMMtg. Offertengebühr: 50 Reich-Pfennig. - Geschäftsstelle: Hammerstrabe S.

Erfüilnngrort und Gerichts stand für beide Teile ist Hanau. Beinnverschnldeiem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher leinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. - Für Platzvorschrift und Er s ch ein ungrtage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet-

I......... ......I »UM

Nr. 217

Donnerslag den 16. September

Ito«

Das Ks«Me.

Die Vollversammlung des Völkerbundes hat gestern nachmittag die Ratsform einstim-

mig angenommen.

Bei der Einweihung der von Deutschland gestifteten Fenster im Genfer Arbeitsamt hielt Dr. Stresemann eine Anspruch,

Auf der Tagung des fr ____ Handels sprach Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius über die Grundlage der zukünftigen Wirtschaftspolitik.

GinftimmisSett kür die AKisßEW.

ie.

teutschen Groß

Im preußischen Landtag haben die Deutschnationalen eine Anfrage wegen der Locarno-Rückwirkungen eingebracht.

Die Typhuserkrankungen in Hannover haben weiter zugenommen.

Der Philosoph Rudolf Eucken ist gestern gestorben.

VsvMSvfnng des ttalienNch feanrSMchen Gesensatzes.

Ein Schrei der Entrüstung löst sich in der französischen Presse über die neueste Rede Mussolinis aus.Die Franzosen sind schuld an dem Attentat gegen mich", so ruft ihnen der italienische Diktator zu. Er ist der Auffassung, daß Italien viel zu viel Entgegenkommen gegenüber den Franzosen gezeigt hat. Man sei in Frankreich der Auffassung, daß man nichts gegen die Antifaschisten unternehmen dürfe und :r bezeichnet diese Duldsamkeit als strafbar und anerhört. Mussolini will also Gegenmaß: ergreifen. Seine Zuhörer riefen ihm fofe daß er ben Galgen für die Urheber derartiger Mnaje verwenden müsse. Der Diktator ver­sprach, daß'er mit aller Zähigkeit Anordnun­gen treffen werde, die sich auf dem Boden des neuen faschistischen Italiens gründen sollten.

Für seine Ausführungen kann er sich auf bestimmte Tatsachen stützen. Es ist soeben in Frankreich ein antifaschistischer Bund geschaffen worden. Ihm sind die drei französischen Groß­logen und die Liga für Menschenreche beige­treten. Der italienische Diktator ist der Auffas­sung, daß der Gedanke eines gewaltsamen Vorgehens gegen die Hauptvertreter des Fa­schismus aus jenen Kreisen stammen. In Ita­lien glaubt man, daß der in letzter Zeit schärfer hervortretende politische Gegensatz Italiens zu Frankreich der Grund für eine Politik sei, die sich mit allen Mitteln gegen eine etwaige Kon­tinentalhegemonie Mussolinis wenden wolle. 8mTeuere", der jedesmal die Auffassung der maßgebenden faschistischen Kreise Italiens wie- bergibt, spricht man offen von der Möglichkeit nnes politischen Meuchelmords. Man weist darauf hin, daß es streng genommen das ein­fachste Mittel wäre, wenn ein Preis auf den Kopf Mussolinis gesetzt würde. Man taxiert die

regeln

ort zu,

Gens, 15. Sept. 3n der heutigen Nachmittags­sitzung wurde nach kurzen Erklärungen des dänischen Delegierten Graf Moltke und des chinesischen Dele­gierten Chao Hsin Ehu die Abstimmung über das Wahlreglement, das die erste Kommission vorgelegk hakte und dessen Wortlaut wir gestern wiedergegeben haben, vorgenommen. Da niemand namentliche Abstimmung beantragte, wurde das Reglement in cher Abstimmung ohne Widerspruch angenom- Damik sind die mitgefeilten Bestimmungen für die Wahl der nichtständigen Mitglieder, für die Er­klärung der Wiederwählbarkeik und des Turnus­systems nunmehr in Kraft getreten. Die Wahlen zum Rai werden in der morgigen Vormittagssitzung der Versammlung vorgenommen werden.

Die Dormittagssitzung der BölKerbundsversammlung.

Genf, 15. Sept. Die heutige Vormittagssitzung ber Völkerbundsversammlung, die im Grunde eine große Sitzung" fein sollte, findet bei gut gefülltem Saal, aber doch nur mäßig besetzten Tribünen statt.

Zu Beginn der Sitzung ergriff sofort der Präsi­dent der ersten Kommission,

Bundesrat Mokka, das Wort zur gründlichen Berichterstattung über das gestern mitgeteilte Wahlreglement der ersten Kommission. Motta setzte die Begründung für die getroffenen Bestimmungen eingehend auseinander

die Anrechnung der

Wiederaufnahme der Kassationsklausel, auch den Gründen der in der Minderheit gebliebenen Geg­nern Gerechtigkeit widerfahren. Er gab der Befrie­digung Ausdruck, daß nunmehr die den Völkerbund seit langer Zeit störende Krise des Rats auf dem Wege zur endgültigen Lösung sei und man auch nach den Reden Stresemanns und Briands hoffen dürfe, daß die großen politischen Fragen, die dem Frieden der Welt gefährlich zu werden drohten, auf dem Wege zur Regelung seien. Motta trat auch

Kopf Mussolinis gesetzt summe auf 10 000 Fi

summe auf 10 000 Franken, die einem Ita- versprochen sein könne, wenn er den §!»âtor beseitigen sollte. In den politischen Flüchtlingen Italiens erblickt man die Elemente einer derartigen gewaltsamen Aktion. Da in Frankreich ein antifaschistischer Bund besteht, £onne die Idee einer von ihm vorbereiteten Gewalttat nicht in Abrede gestellt werden.

Trotzdem nun bestimmte Beziehungen zwi­lchen den französischen Antifaschisten und ita- nenljchen Republikanern keineswegs festgestellt Md, werden doch derartige Vorwürfe in der talienlschen Presse ungeniert erhoben. Hier- U?erlaßt die italienische Presse den tatsäch- >chen Boden und erhebt Vorwürse, für die kein hmerer Beweis besteht. Es wird fr ' ' ' ©wer sein, diese Kam ' '

weshalb für sie IS.®" ^T'?^ Kampagne durchzuhalten. In beschwert man sich schon heute über aro»» ^gewöhnliche Verhalten und wendet sich aoo°» f0^ Diktatur-Diplomatie. Man ist solche Uebergriffe eines Diktators so Äh. geworden, daß man jetzt selbst die fonniM Tangerkonferenz seitens des

Vel-i^" Diktators Primo de Rivera als eine finbe^ auffassen will. Man

en hnr ^ 'N dem Verhal-

Dfte^r^ die im Süden und

Jn l o [^5' unmittelbar an den Gren­blasen 8ünbes flehen und Kriegsfanfaren

folini^mit^9161^ Kreits das Verhalten Muf- MeaipnmA den Maßnahmen der österreichischen erfi X des Weltkrieges. Man

lini ein ^ des Attentats auf Musso- von Q-U ähnliches Vorkommnis wie den Mord mit dem l Attenloh ^'^ i,m Zusammenhangs h- .'N Attentat von einer politischen Frage Weltkrieooa serbischen Frage vor Beginn des ^velkkrieaes verglichen werden müßte.

bund als Einzelpersönlichkeiten austreten können, ohne Gruppenansprüche geltend zu machen. Nie­mals habe einer der britischen Staaten wie er im Gegensatz zu den kürzlich umlaufenden Gerüchten von Ansprüchen Kanadas aus einen Ratssitz mit besonderer Betonung feststellte besondere An­sprüche erhoben. Während der französischen Ueber- setzung seiner Rede erhob sich Foster an dieser Stelle und schaltete noch ein, daß dies Geltung habe mit der einzigen Ausnahme von Irland, das heute morgen feine Kandidatur für einen nichtständigen Ratssitz angemeldet habe.

Nach dem Kanadier ergriff sofort

der irische Außenminister Fitzgerald

das Wort. Er sprach aber kein Wort von der iri­schen Kandidatur, sondern wandte sich ebenfalls gegen die geographischen Gruppenbildungen des Völkerbundes. Im übrigen kritisierte er den ganzen Reformplan und besonders die Vermehrung der Zahl der Ratsmitglieder.

Den Schluß machte der belgische Delegierte de Brouchère,

der sich ironisch dagegen wandte, daß man immer von dem Standpunkt auszugehen scheine, als ob der Völkerbund eine ideale Konstruktion wäre, die in der Luft stände und nicht ein Verband von Regie­rungen, die ihrerseits aus Menschen bestehen und ihre Interessen verfolgen. So findet sich der bel­gische Delegierte mit dem Reformplan nicht nur

land aussehnen will, würde man in London Wert darauf legen, wenn die Einigkeit inner­halb der Ententemächte festgeftellt werden könnte. Alle Paragraphen des Versailler Ver­trags beruhen doch auf dem Gedanken, daß sämtliche Ententemächte stets äußerste Frie­densliebe gehegt haben. Mit einem Male tritt wieder Mussolini auf, hält Kriegsreden und droht mit Repressalien. Wo bleibt da die mit großer Kunst in Genf geschaffene Atmosphäre des Friedens? Es ist ohnehin schon eigentüm­lich, daß man mit einem Völkerbundsgenossen noch auf so gespanntem Fuße steht, daß man einen Teil seines Landes besetzen will. Aber wenn sich nun überdies herausstellt, daß von dort gar keine Gefahr droht, sondern andere das Schwert erheben und die Trommel rühren, so sinken alle Voraussetzungen in sich zusam­men, die für Deutschland einen Ausnahmezu­stand geschaffen haben. Nur von einem Lande kann man annehmen, daß es den von Musso­lini gehegten Streit nicht ungern sieht. Das ist Sowjetrußland, dem die Uneinigkeit unter den Westmächten nur Vorteile verschaffen kann. Wenn bisher im Rahmen der Entente von Krieg gesprochen wurde, so galt dieses Thema dem Problem der großen Offensive ge­gen den Osten. Mit einem Mal treten seit dem Anschneiden der Tangerfrage, mit dem Nichtverwirklichen der spanischen Wünsche hinsichtlich eines ständigen Ratssitzes und mit dem Attentat auf Mussolini äußerst scharfe Gegensätze zwischen Italien und Spa­nien auf der einen und Frankreich auf der anderen Seite hervor. Man sagt sich unwill­kürlich, daß bei der ausgesprochenen Zentra­lisierung aller politischen Macht im Rahmen der Diktatur persönliche Kränkungen wie zur abinettsvolitik neue

Schwierigkeiten hinousführe.

warm für die Berücksichtigung der Wünsche asiatischen Staaten entsprechend dem persischen chinesischen Antrag ein und sein Bericht fand starken Beifall der Bersammlung.

Als erster Diskussionsredner sprach

der schwedische Außenminister Lösgren, der das Wahlregl-ement für keine ideale Lösung

der und den

er-

klärte, im Gegenteil für eine Lösung, die nach seiner und seiner Regierung Ansicht voller Gefahren sei, aber doch wahrscheinlich die .einzige Lösung, die hier gefunden werden könne.

Der kanadische Delegierte

George Foster

hielt dann eine große Rede, in der er die Prin­zipien des Wahlreglements darlegte und die Krise als etwas durchaus Normales hinstellte, weil der Völkerbund ja nicht als eine fertige Organisation vom Himmel gefallen sei, sondern ein Experiment darstelle, das entwickelt und ausgebaut werden müsse. Der kanadische Delegierte erklärte sich sehr energisch gegen die Gruppenbildung im Völkerbund. Der Bund sei eine Weltorganisation von Staaten, aber kein Verband von politischen und geographi­schen Gruppen. Er betonte dann weiter den Wert der Persönlichkeit im Völkerbund, welcher Rasse oder welchem Kulturkreis sie auch angehören möge. Er zitierte die britischen Dominions als Beweis da­für, daß große Gruppen trotz ihrer politischen, geo­graphischen und kulturellen Bedeutung und trotz ihrer engen Zusammengehörigkeit doch im Völker-

Die bevorstehenden Verhandlungen zwischen Stresemann und Briand.

Paris, 15. Sept. DerTemps" beschäftigt sich heute mit den bevorstehenden Verhandlungen des Reichsaußenministers Dr. Stresemann mit Brianh. Das Blatt hält sich nicht an die Ermahnungen Bri­ands, der der Presse Zurückhaltung anempfohlen hatte, es sucht vielmehr seit Monaten die logischen Konsequenzen der Abkommen von Locarno, wenn nicht zu verhindern, so doch hinauszuzögern. Es sei nötig, so schreibt es, daran zu erinnern, daß die Besetzung des linken Rheinufers besonders eine Garantie für die Erfüllung des Friedensvertrages und insbesondere für die Reparationszahlungen dar­stelle. So stehe das Problem in Wirklichkeit. Die Deutschen würden nicht verfehlen, zu erklären, daß sie ihre Verpflichtungen hinsichtlich der Entwaffnung erfüllt hätten, daß die Alliierten bereits darauf verzichtet hätten, eine Bestrafung der Kriegs­schuldigen zu fordern und daß die Reparationen durch den Dawesplan geregelt seien, sodaß die Besetzung des linken Rheinufers sich nicht mehr rechtfertigen lasse. Das' sei eine absolut falsche Auffassung. Die Garantie sür die Reparationszahlungen, also nur die Rheinland- besetzung könne nicht vor dem vorgesehenen Zeitpunkt verschwinden, also erst dann, wenn Deutschland erfüllt habe. Der Dawesplan werde erst seit zwei Jahren durchgeführt, und man müsse sich fragen, was Deutsch­land tun werde, wenn es die im Dawesplan vorge­sehenen Höchstleistungen zu erfüllen habe, deren Revision man jenseit» des Rheins beretts in ziemlich beunruhigender Weise verlange. Die Alliierten müßten alle die Garantien, die ihnen der Vertrag von Versailles für die Erfüllung aller Verpflichtungen gebe, restlos auf­rechterhalten. Wenn Deutschland mit den Mitteln, über die es verchge, die nötigen Anstrengungen zur Erfüllung machen wolle, hänge es viel­leicht von ihm ab, den Gang der Ereignisse zu be­schleunigen. Aber bis dahin könne nicht davon die Rede sein, die Rheinlandbefctzung vor dem vertraglich festgelegten Zeitpunkt aufzugeben.

vorläufig Spannungen nicht zu Explosionen führen, die im Zeitpunkt eines innerpolitischen Ringens dem heute in Europa führenden Lande keineswegs passen würden.

Im Zeichen der Abrüstung.

London, 15. Sept. Die Admiralität hat bei Vickers ein großes U-Bootmutterschiff in Auf­trag gegeben. Das Schiff, das mit Zwillings­schrauben ausgerüsttet wird, erhält doppelt wirkende Verbrennungskraftmaschinen, die auf Grund von Lizenzen der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg in England gebaut werden.

Feierliche Hebergabe der deutschen Stiftung.

Eine Rede Dr. Stresemanns.

Gens, 15. Sept. Im Sitzungssaal des Ver­waltungsgebäudes des Internationalen Arbeitsamtes fand heute nachmittag in Gegen­wart der meisten Mitglieder der deutschen Delegation mit Außenminister Dr. Stresemann an der Spitze und des hiesigen Generalkonsuls Dr. Aschmann die feierliche Uebergabe der von der deutschen Regierung gestifteten Pechstein­glasfenster statt, die im Treppenhaus des neuen Gebäudes des Arbeitsamtes angebracht sind.

Die politische Offensive Mussolinis richtet ich zunächst gegen die sozialistische und radikal- ozialistische Presse. Die Zeitungen der Rechten uchen sich vermittelnd an die Faschisten Ita­liens zu wenden. Sie weisen darauf hin, daß es doch unmöglich sei, die französischen Gren­zen für jeden Italiener zu sperren; es sei doch Pflicht der italienischen Behörden, über Fa­schistenfeinde zu wachen, die das Mittel des Attentats im politischen Kampfe verwenden wollten. Aufgabe der italienischen Grenzkon­trolle sei es, derartige Persönlichkeiten bereits an der Grenze auszuschließen.

Da Frankreich gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt immer noch gezwungen "ist, Deutsch­land als den Störenfried Europas hinzustellen, um die Besetzung des Rheinlands und des Saargebiets aufrecht zu erhalten und Kontroll- maknabmen in der SIMftunaefraae au fordern

so ist die Rede Mussolinis für sie äußerst unbe­quem. Wenn von Krieg in Europa gesprochen und von einer Befreiung des besetzten Gebietes geredet wird, so ist es stets Mussolini, der mit seinen Drohungen Europa in Unruhe bringt. Schon wiederholt hat er den Nachbarländern eine Wirtschaftskrise erzeugt.

Auch unter diesem Gesichtswinkel muß es Frankreich äußerst unangenehm sein, wenn jetzt plötzlich Kriegswolken am politischen Hori­zont auftauchen. Die Inflation ist noch keines­wegs vorüber, man kennt noch nicht das Resul­tat aller neuen Reformen, die den Franken stü­tzen sollen. Frankreich gebraucht dringend den Frieden für die nächste Zukunft.

Auch in England ist die neue Rede Musso­linis unangenehm ausgefallen. Gerade im jetzi­gen Zeitpunkt, wo biet Entente sich mit dem füh­renden Lande der Mittelmäckte. mit Deutsch­

Direktor Albert Thomas begrüßte die deutsche Delegation und erinnerte an die Mitarbeit Deutschlands in der Arbeits­organisation, die schon seit sieben Jahren an­dauere, weil in dieser Organisation die Hilfe Deutschlands mit seiner glänzenden sozialpoli­tischen Entwicklung gar nicht entbehrt werden könnte.

Außenminister Dr. Stresemann erwiderte mit dem herzlichen Dank für die fremldliche Begrüßung, wobei er bedauerte, ) nicht an seiner Stelle der deutsche Arbeits­minister Brauns habe hierher kommen können, der schon mehrmals an den Arbeiten der Arbeitsorganisation unmittelbaren Anteil ge­nommen hat. An die Worte Thomas anknüp- end, sagte Stresemann, daß sicherlich in fet­tem anderen Land die Entwicklung vom sich elbst genügenden Agrarstaat bis zum Staat )er Riesenlndustrien und der Riesenstädte so chnell gegangen sei, wie in Deutschland. Man jönne gewiß verschiedener Meinung sein über Jen Nutzen dieser Entwicklung, die eine Ein- chränkung des individuellen Geistes mit sich ) ringen mußte, ebenso wie diese Einschränkung auch eine Folge der Entwickelung vom Klein­betriebe zu den Milliardenkonzernen war. In­mitten dieser Tendenzen ist es eine Ehre dec Deutschen Reiches gewesen, fuhr Dr. ©trefe- mann fort, daß es schon im Anfang dieser Ent­wicklung den Gedanken der sozialen Fürsorge des Staates für diejenigen Schichten ausge