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Mittwoch den 15. September
S«eS
Tagung der Kommunalbeamten.
Die Reichsgewerkschast Deutscher Kommunal- oeamten teilt mit: Vom 3. bis 5. September 1926 fanb in Nürnberg der 3. Derbandstag der Reichs- gemerkschoft Deutscher Kommunalbeamten (Sitz Perlin, Georgenstr. 46a) statt, an dem neben den ysrbnndstagsabgeordneten zahlreiche Gäste von Behörden und befreundeten Organisationen teilnahmen. Neben den üblichen geschäftlichen Dingen wurde zu- nächst ein Referat über „Besoldungsrscht — Besol- vungsunrecht" von Dr. Dölter (geschäftsführendes Sorstand-miiglied des A. D. B.) entgegengenom- nen. In der Aussprache traten die Redner den Aus- tührungen des Referenten bei und unterstützten die Forderung des ADV. in der Herabminderung der Besoldungsgruppen. Es wurde eine ^Verringerung der Abstände zwischen den einzelnen Besoldungsgruppen und Abbau der sozialen Zuschläge gefordert, an deren Stelle ein auskömmliches Gehalt zu setzen ist. Herr Oberbürgermeister Dr. Luppe-Nürnberg, non der Tagung stürmisch begrüßt, sprach über „Demokratie und Beamtenschaft". Einleitend führte Redner die geschichtliche Entwicklung des Dswmten- osrhältniffes vor Augen. Der Beamte des neuen Staates ist ein wesentlich anderer Faktor geworden, als im alten Obrigkeitsstaat. Vertrauen zum Staate und umgekehrt ist im Interest« des Staatswesens ein unbedingtes Erfordernis. Den Ruf nach Demokratisierung der Verwaltung begründet und unterstützt der Redner. Die Durchdringung der Verwaltung mit demokratischem Geist ist Aufgabe der Beamten- organifationen. Die Ausführungen des Referenten in der Frage des Beamtenstreikrechtes förderten in der Diskussion ander« Ansichten. Die Diskussionsredner waren der Meinung, daß es gerade im Interesse des Staates notwendig sei, der Beamtenschaft äußersten Falles die Streikmöglichkeit nicht abzusprechen. Ein« im Sinne der Diskussionsredner gehaltene Entschließung fand einstimmige Annahme.
Der Geschäftsbericht, den der Vorsitzende Theek erstattete, gab Aufschluß über die mannigfachen Tätigkeitsgebiete der Organisation. Er stellte fest, daß das Verhältnis zu den befreundeten Arbeiterund An gest« llten-Organisationen ein gutes ist. Der Zuwachs von Mitgliedern, den die Organisation in den letzten zwei Jahren buchen kann, zeigt deutlich das Vorwärtsschreiten der allgemeinen Deutschen Beamienbundsbewegung. Der Kassenbericht, den der Verbandskassierer Gillmeister erstattete, zeigt das zahlenmäßige Wachsen und Erstarken der Organisation. Der Pressebericht wird von dem Verbands- schriftleiter Soldes gegeben. Redner weist auf die Bedeutung der Gewerkschastspresse hin.
Namens des Besoldungsausschusses gibt der Ber- dandsvorfitzende Theek die Forderungen der Organisation bekannt und zeigt an Hand von Beispielen die falsche unterschiedliche Behandlung einzelner Beamtengruppen Für den Bildungsausschuß berichtet Gillmeister-Berlin zunächst über die gewerkschaftliche Bildung und legt für die berufliche Kommunalbeamtenbildung besondere Grundsätze vor. Jedem Befähigten muß ohne Rücksicht auf das Geschlecht die. Koinmunalbeamtenlaufbahn offen stehen. Der heute noch bestehenden Prüfungskrämerei muß ein Ende bereitet werden. Ueber „Beamtenwirtschaftspolitik" re,«rierte der Vorsitzende des ADV. Falkenberg. Die zu diesem Tagesordnungspunkt vorgelegten Entschließungen landen ohne Debatte einstimmige Annahme.
In den Vorstand wurden in der Hauptsache die bisherigen Personen wiedergewählt.
Wiev el w rd m Deutschland verdient?
Das deutsche Volkseinkommen.
.....Wohlstand und wirtschaftliche Leistungsfähig keii eines Volkes hängen hauptsächlich von seiner Arbeitsfähigkeit ab. Darum wird das fleißigere Volk auch leichter wirtschaftliche Lasten tragen und die Folgen anhaltender Wirtschaftskrisen besser überwinden können als dasjenigè Volk, dem es am Streben nach werteschaffender Arbeit mangelt. Dazu kommt, daß in den Ländern, in denen die Grundlagen des wirtschaftlichen Wohlstandes durch den Jn- siatwnsfturm erschüttert oder ■ gar beseitigt ®oroen sind, die Arbeit die einzige Quelle wirt- Ichaftlicher Leistungsfähigkeit bildet, aus der ein Volk noch zu schöpfen vermag, um die ihm cuierlegten Verpflichtungen an Steuern und anderen Angaben zu tragen. Die Arbeitsfähig- KagwrCT- ,
seit bildet somit auch für Deutschland den Maßstab dafür, in welchem Umfang es wirtschaftliche Lasten übernehmen kann, die ihm außer den vielfachen Kriegsopfern, insbesondere durch den Dawes-Plan, auferlegt worden sind.
Was verdient nun das deutsche Volk durch seine Arbeitsleistungen? Diese Frage wäre einfach zu beantworten, wenn man sich hierbei lediglich an die Zahlenergebnisse der Gesamt- eittkünste halten könnte; denn es ist ja bereits vor dem Kriege statistisch fsstgestellt worden, wie hoch diejährlichen Einkommen der 'hauptsächlichsten Wirtschaftsnationen waren. Nach zuverlässigen Berechnungen betrug das Volkseinkommen der Vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahre 1913 150 Milliarden Mark oder per Kopf der Bevölkerung 1600 Mark, dasjenige Großbritanniens (nach dem „Board of Trade Journal") 48 Milliarden Mark oder rund 1000 Mark per Kopf, dasjenige Frankreichs (nach Puvin) 30 Milliarden Mark oder 750 Mark pro Kopf und dasjenige Deutschlands (nach Helfferich) 42 Milliarden Mark oder 630 Mark pro Kopf der GesamtbevAkerung. Während diese Berechnungen vor dem Kriege wirt- schastsstatistischen Zwecken dienten, sind sie in der Nachkriegszeit wiederholt notwendig geworden, um festzustellen, welche wirtschaftlichen Lasten durch Steuern und andere laufende Abgaben der Volksgesamtheit auferlegt werden können.
Bezeichnend für die Schätzungen dieser Art ist zunächst, daß ihre Ergebnisse nicht unerheblich voneinander abweichen. Während der deutsche Reichsfinanzminister Anfang 1924 für die Aufstellung des Dawes-Planes das deutsche Volkseinkommen mit 25 Milliarden Mark angab, schätzte es der Reichsverband der deutschen Industrie Ende 1925 auf 43 bis 48 Milliarden Mark, während der Allgemeine deutsche Gewerkschaftsbund Anfang ' 1926 eine Schätzung aus 52 bis 60 Milliarden vornahm. Nach der Kopfzahl der Bevölkerung berechnet, würden die Schätzungsergebnisse des deutschen Volkseinkommens in der Zeit von 1924 bis 1925 zwischen 400 und 900 Mark per Kopf schwanken. Diese mehr privaten Feststellungen werden nun durch eine erstmalige amtliche Schätzung des deutschen Volkseinkommens ergänzt, die das statistische Amt an der Hand der verschiedenen Steuerzahlungen und an den zuverlässigen Unterlagen vorgenommen hat. Hierbei ergibt sich ein Volkseinkommen von 50 bis 55 Milliarden Mark oder ein solches von 800 bis 900 Mark auf den Kopf der Bevölkerung.
Zweifellos werden die Zahlenangaben hier wie dort der Wirklichkeit entsprechen und doch fragt es sich, ob diese statistischen Feststellungen richtig sind und die Arbeitsergebnisse als die Quelle wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit genau und zahlenmäßig wiedergeben. Denn letzten Endes kommt es weniger auf die Frage, was ein Volk verdient, als vielmehr darauf an, welche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sich aus diesem Verdienste ergibt. Um dies festzustellen, sind namentlich in letzter Zeit wichtige Faktoren zu beachten: nämlich die Verschiebungen in den Erwerbsverhältnissen einerseits und die Veränderungen im wirtschaftlichen Werte der Arbeitsergebnisse oder des Volkseinkommens anderseits.
Vor dem Kriege waren rund 50 Prozent der Gesamtbevölkerung erwerbstätig. Dadurch, daß der größte Teil der Bevölkerung nach der Inflationszeit keinerlei andere Einnahmequelle als diejenige der Arbeit besitzt, ist er zur Erwerbstätigkeit gezwungen. Die Gesamtanzahl der Erwerbstätigen kann demnach heute mit mindestens 70 Prozent der Gesamtbevölkerung angenommen werden, sodaß infolgedessen auch das tatsächliche Einkommen entsprechend gestiegen ist. Oder es würde umgekehrt das Gesamteinkommen ein entsprechend geringeres sein, wenn jetzt noch die gleiche Anzahl Erwerbstätiger vorhanden wäre wie vor dem Kriege. Das amtliche Ergebnis würde bei einer gleichen Anzahl Erwerbstätiger wie in der Vorkriegszeit nicht ein Volkseinkommen von 50 bis 55 Milliarden Mark, sondern ein solches von 35 bis 40 Milliarden Mark gezeitigt haben. Dazu kommt aber, daß das Volkseinkommen vor dem Kriege einen weit höheren wirtschaftlichen Wert besaß als jetzt; denn die Lebenskosten sind von 100 Prozent im Juli
1914 auf 143 Prozent im Juli 1926 gestiegen. Das Volkseinkommen von 50 bis 55 Milliarden Mark entspricht demnach einem friedens- mäßigen, vorkriegszeitlichen Einkommen von 35 bis 38 Milliarden Mark. Die Kaufkraft der Arbeitsergebnisse, welche das Volkseinkommen bilden, ist also um nahezu die Hälfte gesunken, so daß sich gegenüber der Vorkriegszeit wohl zahlenmäßig ein höheres Einkommen feststellen läßt, während tatsächlich der wirtschaftliche Wert, der in der Kaufkraft des gesamten Arbeitsverdienstes sich äußert, sich gegen früher sehr erheblich vermindert hat, sodaß das deutsche Volk im Vergleich zur tatsächlichen Kaufkraft seines Einkommens zehn bis fünfzehn Milliarden weniger verdient als in der Vorkriegszeit.
Nach alledem ist das deutsche Volk wirt- schaftllch nicht mehr so leistungsfähig wie vor dem Kriege, um die gleichen wirtschaftlichen und finanziellen Lasten wie damals tragen zu Kinnen. Eine ander» Schlußfolgerung aus den statistischen Ergebnissen würde leicht zu einer Ueberschätzung der wirtschaftlichen Kräfte führen können, die das VoKsernkommen birgt.
Rundfunk-Programme.
Frankfurt (470 Meter) und Gefiel (275 Meter)
Mittwoch. 15. September 12—1 Uhr: Ueber- tragmrg des Pronren^entonzertes am Lachhannes; 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Sagetto: „Tassilo, der Bayernherzog, oder wie Karl der GrcHe Auflehnung bestrafte"; 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue Operretten; 6.30—7 Uhr: „Indianer- sprachen und ihre Literaturen", Vortrag von Dr. Ludwig Harold Schütz; 7—7.30 Uhr: Übertragung vom Mannheimer Besprechungsraum: „Mannheims Museen", Vortrag von Museumsdirektor Professor Dr. Fr. Walter; 7.30 Uhr: Uebertragrmg aus dem Frankfurter Opernhaus: „Boccaccio", Operette in drei Akten von Zell und Genè, Musik von Franz von Suppë.
Donnerstag, 16. September: 4.30—5^8 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Anton Rubinstem; 5.45—6.05 Uhr: Die Lesestunde: „Cola di Rienzo" von Ferdinand Gregorovius; 6.15—6.45 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioctubs: U. Löffler: „Die Maßeinheiten der Physik EL Teil; 6.45 bis 7.15 Uhr: Uebertragung von Castel: Vortrag von Waldemar Kleinschmidt über „Papin, der Erfinder der Dampfmaschine"; 7.15—7.45 Uhr: Stunde der Frankfurter Zeitung; 7.45 Uhr: Uebertragrmg von Leipzig: Szenen aus Goethes Faust für Solostimmen, Chor und Orchester von Robert Schumann.
Freilag, 17. September: 3.30—4 Uhr: Die Stunde .der Jugend: „Was die Großmutter von Anno 1806 und 1813 erzählt"; 4.30—5.45 Uhr: Hausfrauen- Nachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Haus- frauen-Derein E. V., Frankfurt a. M. — Programm u. a.: „Von der Kindesseele, 3. Teil: Wie das Kind schreibt und zeichnet", Vortrag von Lehrer Karl Stricker — Hierauf: Wochenschau des Frankfurter Hausfrauenvereins; 5.45—6.05 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur): „Aus den Briefen der Liselotte von der Pfalz" — Sprecher: Margarethe Wolf; 6.15 bis 6.45 Uhr: „Achtzig Jahre Mam-Neckarbahn", Vor- trag von Betriebsingenieur^ Waldemar , Scheyrer- Biebrich am Rhein; 6.45—7.15 Uhr: „Johann Gottlieb Fichte", 3.: Fichtes Schriften „Ueber die Bestimmung des Gelehrten" und „Ueber das Wesen des Gelehrten", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler; 7.15—7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht; 7.45 bis 8.05 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik: Ein Sternsystem, in 100 000 Lichtjahren Entfernung — Patente und wertvolle Patente — Sterbende Bronzen, vorgetragen von Ing. Randewig; 8.06—8.15 Uhr: Film-Wochenschau; 8.15—9.15 Uhr: Cello-Konzert; 9.15—10.15 Uhr: Heiterer Abend.
Samstag, 18. September: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend: Liedervorträge Frankfurter Schulen; 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Haus Orchesters: Wunschnachmittag; 5.45—6,05 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus den „Lederstrumpf- erzählungen" von James Fennimore Cooper; 6.45 bis 7.15 Uhr: Der Briefkasten; 7.15—7.45 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: ..Herbstlieder aus dem Palmengarten", Bortrag von Palmengartendirektor G. Kraus; 7.45—9.15 Uhr: Wilhelm Raabe-Abend; 9.15—10.15 Uhr: Neue Kammermusik; 'Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.
Ssveisre. Sevsammttmge«.
* Jungsturm. Donnerstag abend 8^, Uhr Vollversammlung im Restaur. Mohr. Erscheinen eines jeden unbedingt erforderlich. (Ehrenpflicht.) 1300
• Turngemeinde (Gesangrabteilung). Heute abend h,9 Uhr Singstunde; vollzähliges Erscheinen wird wegen des bevorstehenden Gausängertages bestimmt erwartet. 1298
* Vereinigung ehemaliger 81er. Donnerstag den 16. September, abends 8 Uhr Zusammenkunft bet Kamerad Habermann, Restaurant „zur Karthaune". Zusammenkunft zur Festlegung der Teilnahme an der Jubiläumsfeier des Frankfurter Vereins am 2. und 3. Oktober 1926. Vollzähliges Erscheinen erbeten.
♦ Turn- u. Fecht-Elub 1869 e. V. (Spielabtlg.) Morgen Donnerstag 8 Uhr Spielausschutzsitzung; *1,9 Uhr Spielersitzung. Ab nächsten Mittwoch beginnt unter der Leitung von Orth das Hallentraining. 1297
* Marian. Jüngl.-Eongregation. Heute abend ‘/^ Uhr Versammlung, danach Neuaufnahme. Zahlreiches Erscheinen sehr erwünscht. 1296
• D. H. B. Morgen abend >hg Uhr Vortrag des Gaujugendführers tz. Kubanke über „Der Kaufmannslehrling und sein Beruf".
* Evang. Kasino. Morgen Donnerstag abend !/s9 Uhr außerordentliche Singstunde. Daran anschließend Ständchen. 1301
* Frauengruppe der Deutsche« Volkspartei. Heute (Mittwoch nachm.) 4 Uhr im Schwanengärtchen in Kesselstadt allmorratliche Bttfantnten tauft. 1302
SIMM VekamwAsM.
über die Erhebung von VerufssihnkbettrSgen in der Stabt Haoan.
Aufgrund des Paragraphen 16 des Gewerbe- und HandelslehCer-DieMemkonrmensgefetzos vom 17. Ok- toter 1922 in der Fassung des Gesetzes vom 12. April 1926 wird gemäß den Beschlüssen des Magistrats vom 24. Ium und 19. Juki 1926 und der Stcchtverordnetenverfanmttung vom K Juki 1926 folgende Ortssatzung ersassen:
§ 1. Zur Deckung der UuterhalOMgÄojten der Gewerblichen und Kaufmännischen Berufsschule in Hanau werden Schulbeiträge erhaben.
Beitragspflichtig sind
1. sämtliche (Semertetrotoenben im Stadtbezirk Hanau,
2. sämtliche nichtgewerbetrerbenden Arbeitgeber im Stadtbezirk Hanau, soweit Jugendliche der einzelnen bei ihnen beschäftigten Arbeiter- und Angestelltengruppen berufsschulpflichtig sind.
§ 2. Für das Rechnungsjahr 1926 werden die Beiträge auf 10 Prozent der nach der Verordnung über die vorläufige Neuregelung der Gewerbesteuer vom 23. November 1923 in der Fassung vom 6. Mai 1926 auf Grund der Beschlüsse der städtischen Körperschaften für das Rechnungsjahr 1926 zu zahlenden Gewerbesteuer vom Gewerbeertrag'und vom Gewerbskapital, mindestens aber auf ö R.-Mk. festgesetzt. Beitragspflichtige Personen, die keine Gewerbesteuer zahlen, haben für das Rechnungsjahr 1926 einen Beitrag von 5 R.-Mk. zu, entrichten. Beitragspflichtige Personen werden bet nachweisbarer wirtschaftlicher Notlage oder Bedürftigkeit von der Zahlung der Derufsschutbeiträge befreit.
Aus die Beitragsschuld sind Wh zur Veranlagung bet Gewerhchreuer
1. für die zu Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer verpflichteten Sewerb etreibenben auf 10 Prozent der geleisteten Gewerbesteuer-Vorauszahlungen.
2. für die nicht zu Vorauszahlungen auf di« Gewerbesteuer verpflichteten Gewerbetreibenden und für die nach Paragraph 1 Abs. 2 Ziffer 2 beitragspflichtigen Arbeitgeber auf 5 R.-Mk.
§ 3. Die Beiträge werden zugleich mit der Gewerbesteuer fällig. Die Vorauszahlungen auf die Beiträge werden fällig:
1 . zu Paragraph 1 Abs. 2 Ziffer 1 gleichzeitig mit den Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer; die bei der Veröffentlichung dieser Ortssatzung für die Zeit seit dem 1. April 1926 bereits fällig gewesenen Beiträge sind innerhalb eines Monats nach Der- öffentlichung der Ortssatzung zu entrichten;
2 . Zu Paragraph 1 Abs. 2 Ziffer 2 innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung der Ortssatzung.
§ 4. Di« Beiträge unterliegen der Beitreibung im Berwaltungszwangsoersahren.
§ 5. Diese Ordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1926 anstelle der Ortssatzung vom 22. Ok- tober 1925. 154
Hanau, den 2. JuL 1926.
Der Magistrat, gez.: Ehrich.
Genehmigung des Bezirksausschusses zu Cassel vom 4. September 1926. B. A. Nr. 2176/26
Wird veröffentlicht.
Hanarc, den 14. «September 1926.
Der Magistrat. gez.: Dr. Müller.
Schützt Euch vor Typhus!
Als bestes Schutzmittel gegen Typhus und Paratyphus hat sich
Bsdk.teriojph.ag ooi n Ty»
erwiesen. Dieses sind Tabletten, die reine Bakteriophagen in konserviertem Zustande enthalten. Die Bakteriophagen sind Stoffe, welche im Darm des Menschen oder im Flusswasser vorkommen und bei deren Vorhandensein kein Typhus ausbricht. Sie vernichten alle Typhus- Bakterien und stellen den ursächlichen Naturschutz gegen Typhus-Seuchen dar. Sie wurden entdeckt von dem kanadischen Forscher dTlérelle, dessen Original-Phagen zur Herstellung der Bakteriophagenin-Präparate verwendet werden.
Anwendung. Jeder Packung liegt eine genaue Gebrauchsanweisung und Beschreibung der Wirksamkeit-bei. Man löst 2—3 Tabletten in einem Glas Wasser auf und trinkt das Wasser auf einmal aus. Der Schutz tritt nach etwa 24 Stunden ein. Es empfiehlt sich mehrere Tage hintereinander in gleicher Weise ein Glas Wasser mit aufgelösten Tabletten zu trinken. Mit dem Inhalt einer Packung können mehrere Familienmitglieder sich schützen.
Um zu verhindern dass in der Milch der Säuglinge und Kinder sich Typhus-Keime halten, empfiehlt es sich in der Milch eine Tablette aufzulösen.
Falls sonstige Unklarheiten über die Schutzwirkung der Bakteriophagenin bestehen, so frage man den Hausarzt.
Bakteriophagenin ist völlig unschädlich, kein Gift, kein Serum, sondern ein Natur-Präparat. Erhältlich in allen Apotheken.
Deutsche Bakteriophagenin Ges. m. b. H„ Berlin C. 2.
7532t