201. Jahrgang
anauerN Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.
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Nr. 215
Dienstag Sen 14. September
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Die Genfer Ve-prechnnsen
Genfer Sorgen.
Delgisch-Nalienisch-englische Vermittlungsversuche. Briands Taktik. — Deutschlands Haltung.
Der Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. Pünder hat am Montag abend Berlin verlassen und ist nach Zens gefahren. Er war von vornherein der deutschen Delegation be-gegeben, reist aber jetzt erst ab, oermuilid) weil man in Berlin erst die Entwicklung der Dinge abwarten wollte und ihn jetzt mit neuen Instruktionen abjcnden frm.
Die Meldungen, die aus Genf in Seri n einlaufen, klingen n t d. t allzu zuversichtlich. Es 'st begrciüich, daß die amtlichen Stellen sich offiziell über die vertraulichen Be- sprechuugen ausschwcigen. Jedes offene Wort darüber kann ja auch nur schaden, zumal da Herr Pomcarè aus Paris letzt stark dazwischen funkt und fjcrrn Briand fest an der Strippe hält. Aber die ganze Konstruktion der deuijch-sranzösischen Verhandlungen einschließlich der B e r m i t t - lungSversuche über Belgien, Italien und England ist so weitsichtig aufgezogen, daß Deutschland gut daran tut, seine Hoffnungen auf irgendwelche praktischen Auswirkungen möglichst niedrig einzn- setzen. Was auf unserem W u n s ch z e tt e l steht, ist ja hinlänglich bekannt. Herr Briand dagegen verfolgt offenbar die Taktik, den Kreis der Diskussionsgegenstände möglichst noch weiter auszu- Hhnen, um dadurch Zeit zu gewinnen und jede Ent- jchkidung hinauszuschieben. Er versteift sich auch daraus, daß er ja schließlich nicht die maßgebende Instanz ist, daß vielmehr Beschlüsse nur in Paris von
den französischen Persönlichkeiten wissen sehr wohl, daß auch Deutschland in der Lage sein kann, ihnen auf wirtschaftlichen und industriellem Gebiet erhebliche Zugeständnisse zu machen, die für Frankreich nicht wertlos sind. Zu den Besprechungen über die Besatzungsfrage teilt der Korrespondent mit, daß von Berthelot, dem Staatssekretär im Quai d'Orsay im Namen Poincarès am Samstag bei Briand ein Telegramm eingelaufen fei, das in Genf keine reine Freude erweckte. Es sei aber nicht unwahrscheinlich, daß man in der Besatzungsfrage wie auch in anderen Fragen in Genf über Pour-Parlers hinauskomme. Was den schließlichen Ausgang der Besprechungen anbetreffe, so sei für Deutschland nur eine Lösung akzeptabel: baldigste endgültige Abschaffung dieser Kriegsreliquien, die in der Zeit unserer Zugehörigkeit zum Völker-
bund und Ra- uuu Uta <auju;iui|c:> uca vujüii- und Stahltrustes nach einem Wort Chamberlains eine Anormalität darstellen.
at und des Abschlusses des Eisen
Erklärungen Briands.
Der französische Minister des Aeußern Briand gab dem Berichterstatter einer Ber-
her Mchafterlonjerenz gefaßt we wie es damit steht, das wissen wir Immerhin legt sich auch die „Tägliche Rundschau" in einem Telegramm aus Genf daraus fest, daß eine Nuswirkung der neuen Lage kommen müsse, allerdings mit der Einschränkung, daß man sie nicht jetzt schon terminmäßig auf Tag und Stunde bestimmen kann. Das ist möglicherweise Taktik. Aber zweifellos ist es klüger, die Hoffnungen nicht zu hoch zu schrauben und sich durch die Ergebnisse angenehm .überraschen zu lassen, als daß wir alle zunächst den Himmel voller Gei-gèn sehen und nachher mij einer schönen Briandrede ab gespeist werden.
Die nächsten Tage in Genf werden zudem durch die Neuwahlen des Rates fo stark belastet, daß viel Zeit für die Nebenbefprechungen kaum bleibt, denn man muß sich auf einen vierfachen Wahlgang vor- bereiten. Es sind die Ratsmitglieder für ein Jahr, für zwei Jahre und für drei Jahre zu wählen und außerdem ist noch ein vierter Wahlgang notwendig, um drei von diesen Staaten den Anspruch auf Wiederwählbarkeit anzu-erkennen. Die Kandidaturen schwanken noch. Welche Kombination sich schließlich durchsetzen wird, ist im Augenblick noch nicht sicher. Einspruch erhoben werden muß nur gegen eine -Kelbung aus Warschau, daß eine Art gentleman- agreemept vorliege, wodurch den Polen die Wieder- wahlbarkeit garantiert sei. Das mag für Frankreich unb England stimmen, wir wissen dagegen bestimmt ~ utia cs ist notwendig, dies einmal offen auszu- sprechsn —, daß von deutscher Seite irgendwelche -Verpflichtungen Polen gegenüber nicht eingegangen worden sind. Wir haben vollkommen freie Hand, von unserem Wahlrecht gegen Polen Gebrauch zu machen, und Deutschland wird es auch sicherlich tun, Ms nutzt Polen feine ganze Haltung uns gegenüber grundregend ändert, wozu allerdings vorläufig noch -einerlei Anzeichen vorhanden sind.
Die Besprechungen zwischen Stresemann und Briand.
,Ht®e^*n’ 13 Sept. Der im allgemeinen gut unterrichtete Genfer Korrespondent der „Ger-
*eilt ©injelheiten der zwischen Strese- - ann und Briand zur Verhandlung stehenden Tagesordnung mit. Er schreibt: Gegenstand der -Verhandlungen ist zuerst die Frage der M i - ick. m ? " ^ ° H L Deutschland ' hat sämt- 2 , ^°^n der Botschafterkonferenz beant- Ä und erwartet mit Recht, daß jetzt die â itarkontrollkommission binnen kurzem ihr Ende findet. Auch Besprechungen über die l'.ud nicht unwahrscheinlich. Wünschenswert wäre natürlich eine großzügiqe ,^guna des ganzen Problems, da die Fran- & wüst" müssen, daß sie bei der Volksab-
^ng lm Saargebiet auch nicht die gering- llen Chancen haben. Gegenetnebaldtge eine U " 9 ^"mn sie jetzt von Deutschland aeo.„ Egenleistung erwarten, nicht da- k,^°u, wenn man den Vertrag von Versailles 015 zum letzten Tag laufen läßt. Die maßgeben-
Imer sozialdemokratischen Korrespondenz eine schriftliche Erklärung, in der es u. a. heißt:
„Ich mache keinen Hehl daraus, daß im Laufe der Besprechungen, die ich mit Herrn Stresemann hier zu haben gedenke, wir Mittel und Wege prüfen werden, die am geeignetsten inb, um ein fruchtbare Zusammenarbeit zwi- chen Frankreich und Deutschland im Geiste der
de am geeignetsten
emgetrvffen. Aus den Erklärungen, die er unmittelbar nach seiner Ankunst politischen Freunden gegenüber machte, kann geschlossen werden, daß Vander- velde über den bisherigen Verlauf der Völkerbunds- iagung und seine Besprechungen mit den in Genf versammelten Staatsmännern höchst befriedigt ist. Ueber den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bemerkte Vandervelde: „Der Beifall, mit dem das Reich ausgenommen wurde, darf nicht als sme Art moralische Rechtfertigung für Deutschland aufgefaßt werden. Wir haben Deutschland freundlich begrüßt, weil es sich dem Völkerbundspakt unterwerfen will und den Platz in der Gemeinschaft der Nationen einnehmen wird, der ihm gebührt. Trotz dem Protest der Nationalisten aller Länder, hat die Idee des Friedens, der Wiederaussöhnung der Völker und der freundschaftlichen Lösung internationaler Konflikte in Genf gesiegt."
Auf die Frage, ob es richtig sei. daß in letzter Stunde Schwierigkeiten wegen dec polnischn Kandidatur für einen halbstündigen Ratssitz aufgetaucht seien, gab Vandervelde zur Antwort: „Es handelt sich hier um Hintertreppenintrigen. Wie überall wird auch in Genf zur Zeit der Wahl viel geredet. Aber die Gerüchte, die in den Wandelgängen des Völkerbundes zirkulieren, haben für die Kandidatur Polens absolut ferne Bedeutung.
Im weiteren Verlauf der Unterredung kam Vandervelde auch auf Mandatsfragen zu sprechen. Er gab sich als entschiedener Gegner der mündlichen Petitionen zu erkennen. „Die Opposition der Engländer, Franzosen und Belgier gegen die Zulassung der mündlichen Beschwerde war sehr bestimmt. Ich selbst wies darauf hin, daß in Belgien, den: demokratischsten aller Länder, das Recht, mündliche Bstchiver- den vorzubringen, nicht existiert. Ich sehe nicht ein, warum den unter Mandat stehenden Ländern mehr Rechte zugebilligt werden sollen als den Bürgern
len, das in Genf einen halbstündigen Ratssitz fordert, um gemeinsam mit Deutschland im Völkerbundsrat „friedlich sich über alle Streitfragen verständigen" zu können, bringt es fertig, die Entscheidung des Hager Schiedsgerichtglattweg zu ignorieren und die deutschen Ent schädigungsansprüche abzulehnen. Nur für bü deutschen Patente, nach denen man in Chorzon arbeitet, will man etwas zahlen. Ein feinet Vorspiel für die Wahl des neuen Ratsmitckie des in Genf. Aus Berlin wird uns zu diese Angelegenheit folgendes gemeldet:
Die polnische Regierung hat dem deutschen Gesandten in Warschau eine Note übergeben, die sich mit der Frage der von Deutschland ge-
forderten Entschädigung für die Chorzo»
—*- n-r-- -^^ Die polnische
wer Stickstoffwerke beschäftig: Regierung erklärt, daß sie bi Chorzower Stickstoffwerke ermächtigt habe, mit den Bayerischen Stick stosfwerken
ie Direktion der
wegen der Entschädigung in direkte Verhandlungen zu treten. Polen wolle nur eine Ent- s ch ä d i g u n g für die Benutzung der deutschen Patente zahlen, lehnt also die von den Deutschen geforderte Entschädigung für das ganze Werk ab. Sollten die privaten Verhandlungen zwischen den Direktionen der beiden Werke zu keinem Ergebnis führen, so schlägt die Note vor, daß dann die Warschauer und die Berliner Regierung die Angelegenheit selbst in die Hände nehmen. Es war vorauszusehen, daß Polen die Entschädigung für das ganze Werk nicht leisten will. Die Note ist bisher in Berlin noch nick einae- troffen. Aus den bisher übermittelten Inhaltsangaben aus Warschau geht jedoch klar her-
vor, daß die polnische Regierung gen über den Gegenstand des $>
Erörterun« esitzes von
rzow ausicklieüt. Man nimmt in
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nachgerade.
behandeln werden, die die Rheinlandbefetzung und die noch nicht beendete Durchführung der Emwaffnungsklausel des Friedensvertraoes betreffen. Wir haben sicherlich alle den Wunsch, der Tätigkeit der Kontrollkom- m j j i I c n mit Deutschland so rasch rote möglich ein Ende zu bereiten. Aber das Datum ihrer Abberufung hängt von dem Augenblick ab, in dem die verschiedenen Punkte, die den Gegenstand der Abmachungen vom 16. November 1925 bilden, durchgeführt sein werden. Ich zweifle nicht daran, daß, wenn man auf beiden Seiten in loyaler Weise guten Willen zeigt, das erwünsckte Ergebnis nicht auf sich warten lassen roirb/
Zum Schluß erklärte Briand: „Die deutsch- französische Annäherung ist die unerläßliche Vorbedingung für Frieden in Europa und in der ganzen Welt."
Keule Vollversammlung in Gens.
Untersuchungen die kontradiktorische Methode an wendet. Aber die ganze Frage ist äußerst heikel und muß mit aller Vorsicht geprüft werden."
Vandervelde gab auch seinem Bedauern über den Rücktritt Spaniens Ausdruck zugleich aber auch der Hoffnung, daß die spanische Regierung von ihrem Beschluß zurückkommen merbe och bevor die zweijährige Frist, nach deren Ablauf der Rücktritt endgültig wird, verstrichen ist. Ueber seine Unterhaltung mit dem englischen Außenminister Chaniberlain bemerkt« Vandervelde, feine Besprechung hätte sich au finanzielle Fragen bezogen. Chamberlain habe diesen Angelegenheiten großes Interesse entgegengebracht, und es fei wünschenswert, daß sich der belgische Finanzminister nach London begebe, um dort mit englischen Finanzkreisen von neuem Fühlung zu nehmen. Schließlich kam Vandervelde auch auf die belgisch-deutschen Beziehungen zu sprechen, wobei er versicherte, er habe mit dem Rerchsauhenminister über einige aktuelle Fragen gesprochen.
szwüngen sein wird, fdjäbigungsfrage erneut vor das internationale Schiedsgericht zu bringen
®rnf, 13. Sept Die nächste Sitzung der Vollversammlung ist in Abänderung des heute mittag vom Büro der Versammlung gefaßten Beschlusses bereits ft • morgen Dienstag nachmittag 3% Uhr anbernumt werden. Man nimmt als sicher an, daß die erste Kommisst für juristische Fragen in ihrer morgigen Vc Mittagssitzung das Wahlver d i e n i ch t st "
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der V e r- e n wird, so Mittag bereits
sammlung zugehen lass daß die Versammlung am Nach darüber Beschluß fassen kann. Die Unterkommission der ersten Kommission hat heute abend den Plan angenommen und er wird morgen vormittag in öffentlicher Sitzung in der Vollkommission beraten werden. Wahrscheinlich
werden bereits in der Kommission und nicht erst in der Vollversammlung Kandidaten für die wiederwählbaren Sitze, vor allem Polen, ihre Bedenken gegen einzelne Bestimmungen des technischen Wahlverfahrens geltend machen.
lyre Bedenken gegen emz des technischen Wahlverfahi
Die Delegationen verhandeln heute abend bereits eifrig über die Kandidaten, die für die am Mittwoch in Aussicht stehenden Wahlen nominiert werden sollen; besonders die Lateinamerikaner haben heute abend in einer längeren Sitzung sich über die drei Kandidaten zu einigen versucht, die ihnen theoretisch zugesagt worden sind. Trotzdem besteht zur Stunde noch keine volle Klarheit über die künftige Zusammensetzung des Rats, da nach dem Ausscheiden Brasiliens und Spaniens die Besetzung der nichtständigen Sitze besondere Schwierigkeiten macht.
Befriedigung Vanderveldes über Genf.
Paris, 13. September. Aus Brüssel wird gemeldet: Der belgische Außenminister Vandervelde ist gestern abend von Genf kommend wieder in »rüffel
Deuischlanö im Abrüstungsausschuß des Völkerbundes.
Genf, 13. Sept. Im Ausschuß, der die Ab- rustungsfragen behandelt, vertraten heute vormittag die Delegierten Deutschlands, Frankreichs, Englands, Belgiens und Japans im Gegensatz zu den Vertretern Jugoslawiens und einiger aderer Länder bei der Erörterung der Kontrolle der privaten Waffen- H^erstellung den Standpunkt, daß diese Prägen in den Rahmen der Arbeiten des Abrüstungsausschusses einbezogen werden sollen. Graf Bernstorff erklärte, es sei nicht zweckmäßig, jetzt noch eine besondere Konferenz für die Kontrolle der privaten Waffenherstellung einzuberufen. Es sei vorzuziehen, alle diese Fragen dem Abrüstungsausschuß zu überweisen und in einer allgemeinen internationalen Konferenz gemeinsam zum Abschluß zu bringen. Boncour-Frankreich, Onslow-England, Jshii-Japan, Le Brouckere-Bel- gien schlossen sich dieser Auffassung an. Jou- Haux-Frankreich brachte schließlich einen Kompromißantrag ein, in dem vorgesehen ist, daß, falls die internationale Abrüstungskonferenz nicht im nächsten Jahre zusammentreten sollte, die Konferenz zur Kontrolle der privaten Waffenherstellung getrennt stattfinden solle.
Polen mißachtet das Internationale Schiedsgericht.
Der Internationale Gerichtshof im Haag hatte seinerzeit in dem deutsch-polnischen Streit um das Stickstoffwerk Chorzow dahin entschieden, daß die Enteignung des Werkes durch Polen unrechtmäßig sei. Polen ist daher Deutschland entschädigungspflichtig, und zwar ür den Wert des ganzen Werkes, das find etwa 1QC HUittümo» moa^p SHüw kaak-Uka 91»-
Mussolinis Vorstoß gegen Frankreich
Genf, 13. Sept. Heute vormittag machte ein der italienischen Delegation angehöriges Mitglied, das soeben aus Rom zurückgekehrt ist, die Mitteilung, daß Mussolini Scialoja beauftragt habe, mit Biand über ein Untersuchungsverfahren auf französi< fischem Boden zu sprechen und wenr möglich durchzusetzen, daß sich Briand mit bei Durchführung einer Enquete unter der Aegidi des Völkerbundes einverstanden erkläret würde. Die italienische Regierung ließ Aktenmaterial nach Genf schicken, das, wie der Delegierte erklärte, niederschmetternde Wirkung er* zielen wird, wenn es nur teilweise bekannt würde. Aus diesem Material soll hervorgehen, daß auf französischem Boden italienisch-französische Geheimverbände existieren, die ihre Mordpläne gegen Mussolini entworfen haben und eine Reihe von Attentaten- gegen den Duce vorbereiten. Die französische Staatspolizei behandle diese Vereinigungen mit auffallender Toleranz. Sie gestatte ihnen, in den Kreisen der italienischen Arbeiter Propaganda zu machen, Gelder zu sammeln und Waffen anzukaufen. Obwohl die iralle- nische Polizei oft genaue Mitteilungen an die französische gelangen ließ, geschähe nichts, im Gegenteil, es fei von Paris nach Rom mitgeteilt worden, daß eine Einmengung der italienischen „Spionage" in französische Angelegenheiten unzulässig wäre. Die italienische Polizei werde nachweisen können, daß sie den letzten Anschlag bereits vor 14 Tagen kannte und hierüber Informationen nach Frankreich gehen
ließ. Der italienische Delegierte erklärte ferner, Mussolini sei weit davon entfernt, irgend welche Schwierigkeiten mit Frankreich hervorzurufen, glaube aber, daß eine gründliche Unersuchung auf französischem Boden notwendig ei, um das Uebel an der Wurzel anzupacken. Ein solches Verfahren könnte durch bas Völkerbundssekretariat im Einverständnis mit den interessierten Mächten eingeleitet werden. Gegen die Veröffentlichung der Untersuchungs- ergebnisse hätte Mussolini grundsätzlich nicht? einzuwenden.
Auf Grund einer Nachfrage in Völkerbundskreisen erfahren wir, daß die Durchführung einer Bölkerbundsaktion in einem italienisch* ranzösischen Untersuchungsverfabren möglich väre, wenn der Völkerbund ein solches Verfahren anempfiehlt, um anarchistischen Ver- chwörungen, die sich gegen das Leben von Staatsoberhäuptern richten, wirksam entgegen- rutrLter>-