Einzelbild herunterladen
 

Sehe 4__________________________ wesens verlangt der Entwurf Ausbau der Berufsschule, Errichtung von Turnhallen für jede Gemeindeschule und Errichtung einer Mittelschule. Bezüglich der Beamten, Lehrer, Angestellten und Gemeindearbeiter wird die Uebernahme derselben und Einreihung in die­selbe Gehaltsgruppe nach der Ortsklasse A gefordert. Hinsichtlich der Verwaltung ist die Errichtung einer Bezirksstelle unb eines Be­zirksrats vorgesehen und Erledigung aller Berwaltungsgeschäfte im hiesigen Stadtbezirk. Endlich sei noch erwähnt, daß die Station M a i n k u r mit der Eingemeindung ge­nannt werden soll Frankfurt-Fechen­heim. Betreffs all dieser Forderungen, Vor­behalte und Neubestimmungen ist ja größten­teils wenigstens prinzipielle Einigung zwischen den beiden Gemeinden erreicht, aber in gar wichtigen Fällen bestehen noch Gegensätze, die noch zu überwinden sind, denen gegenüber aber die Eingemeindungskommission auf Er­füllung ihrer Forderungen bestehen wird, da­mit nicht auch Fechenheim nach seiner Einge­meindung in einen Dornröschenschlaf verfalle. Die Aussprache über den Entwurf beendete der Vorsitzende mit dem Wunsche, daß das Jn- teresie der Öffentlichkeit im weitesten Maße für eine so wichtige Angelegenheit wach werde, um die Willensmeinung der Ein­wohnerschaft zu erfahren und dankenswerte Anregungen und Wünsche entgegenzunehmen. Eine demnächst stattfindende öffentliche Ver­sammlung der Einwohnerschaft wird zu einer sachlichen und Klarheit schaffenden Aussprache Gelegenheit geben.

Bergen, 8. Sept. An der hiesigen Volksschule ist die Stelle einer evangelischen Lehrerin zu besetzen.

Rotzdorf, 8. Sept. Gefallenendenk­mal-Enthüllung. Um das Andenken der im Weltkriege gefallenen 20 Roßdorfer Brüder zu ehren, wird am nächsten Sonntag ein für sie errichtetes Ehrendenkmal enthüllt. Es ist an­zunehmen, daß dieses Denkmal eines der schön­sten in der näheren Umgebung ist. Die Pläne hierzu sind von Herrn Professor Barth, Direk­tor der Kunstgewerbeschule in Cassel, zugleich Dezernent für Denkmals-Anlage, entworfen. Die Enthüllungsfeierlichkeiten beginnen um 2X Uhr mit gemeinsamem Marsch in würdiger Weise zum Denkmalsplatz (Friedhof). Unter­wegs wird die Hanauer städt. Orchesterkapelle ernste Weisen erklingen lassen. Die Feier vor dem Denkmal ist reichhaltig und ernst gestaltet und wird gewiß eine nachhaltige Wirkung auf die Teilnehmer ausüben.

hâttengesäß, 9. Sept. Einbruch Gestern mittag gegen 1 Uhr ist in der hiesigen Gast­wirtschaft zur Krone von zwei jungen Leuten die Büfettkasse geplündert worden. Die Diebe waren in der Gastwirtschaft eingetehrt und hatten die Abwesenheit des Wirtes bemcht, die Kasse zu erbrechen und mit ihrem Inhalt das Wette zu suchen. Bis jetzt ist es nicht gelungen die Diebe zu stellen.

Wetterbericht.

Fran klart a. SL 8. Sept. Die ostwärts abziehen- den Tiefdruckstörungen haben in unserem Gebiete noch «mzeMe Regenfäll« gebracht. Der von Besten her «»dringende höhere Luftdruck bringt zwar zu- vâchst Dewolkungsabnahm«. Es ist jedoch onzuneh- m«, daß d»se Besserung nur vorübergehend bleibt.

Dochersage bis Donnerstag aberD: Wolkig, zeit­weise auch ausheiternd, in der HwupHoche trocken, Temperaturen wenig ansteigend später nach Süd­west« drehende Winde.

ibrsfi^en für Freitag: Neuerdings Bervötdrngs- Mnohrne Wd Steigung zu RegenfAlen.

Feuilleton auf eine kurze Abhandlung stieß, die mit T. Hg gezeichnet war. Kluge, geist­volle, tiefschürfende Glossierungen einer Zeit- ra^e, eines Ereignisses. Humor, Verstandes- charf«, Herzensgute wurden ans den kurzen, rrägnanten Sätzen laut. Krause zog die Augenbraunen hoch. Da stand ja ein Satz, der nach persönlicher Empfindung und Beleuch­tung des eigenen Inneren schmeckte.

Ost mag es ein spielerischer, scherzhafter, angeflogener Gedanke sein, der bestimmend für das Leben ist, zum Apostel, Mörder, Mär­tyrer oder Räuber macht. Ein unermeßbares und unwägbares Samenkorn fliegt ins Hirn und geht zu mächtiger, fruchtbringender oder oerderbenerregender Saat auf

3a, mein Junge, sprach Krause in sich hinein, du gehst zu rasch, gestikulierst, schlenkerst mit den Beinen, bist ein Unwirk- lichkettsmensch und Phantast. Wehe, wenn die die solide Landstraße verlassen.

(Forts, folgt.)

Witz als Retter.

Geschichtliche Anekdoten.

Wer die große Kunst besitzt zu lachen, ist ein oiel- bekiebter, mächtiger Mamr. Oft spricht man von einem befreienden Lachen, und tatsächlich gibt es Situationen im Leben, über deren Sc^visrigkeit mchts besser hinweghilft, als ein gutes, schlagendes das ine Spannung löst, indem es Heiterkeit erregt Noch mehr: die Beschicht« weiß von Leuten M erzählen, die chr« Rettung aus peinlicher, ja ge­fährlicher Lage der Geistesgegenwart verdankten, die sie zur rechten Zeit einen Witz finden ließ. Einige solcher Fälle, einer neuen Sammlung geschichtlicher Anekdoten entnommen, seien in folgendem wieder - gegeben.

Während der französischen Revolution lebte in Paris der Abb« Maury, der wegen seiner politi­sch« Ansicht« übel beleumundet war. Eines Tages umgab ihn eine heulende DÄksmeng«, die ihn durch­aus an der nächsten Laterne attftnüuien sollte.

Donnerstag den 9. September

Aris KaS «Nd See«.

51. Deutscher Gastwirletag in Cassel.

Den Höhepunkt des 51. deutschen Gast­wirtetages erreichte die heutige Festsitzung, die in der festlich geschmückten großen Stadthalle in Gegenwart von über 5000 Gastwirten aus allen Teilen Deutschlands und aus Oesterreich vor sich ging. Die Emporen des großen Stadt­hallensaales waren von Damen in festlichen Gewändern besetzt. Mit feierlichem Orgelvor­spiel wurde die Festsitzung eröffnet, dann be­grüßte Alfred Hartleb namens des Wirte­vereins von Cassel und des Provinzialgast­wirtsverbandes für Hessen-Nassau und Wal­deck die Versammlung, die eine gewaltige Kundgebung für das organisierte Gastwirts­gewerbe geworden sei. Präsident Emil Köster- Berlin eröffnete den 51. Verbandstag deutscher Gastwirte und begrüßte die Reichs- und Staatsbehörden, die Reichs- und Landtagsab­geordneten, besonders herzlich die deutschen Gastwirtsfrauen als treue Helferinnen und gedachte der verstorbenen Mitkämpfer. Er er­innerte an das Wort des Reichskanzlers Dr. Marx in Breslau, daß im deutschen Volke so wenig von Staats- und Gemeinsinn zu ver­spüren sei; doch scheine es ihm so, als ob Ge­setzgebung und Verordnungen doch allzusehr die Rechte des freien Staatsbürgers beschränk­ten und der gewaltig aufgeblähte Verwal­tungskörper in Reich, Staas und Gemeinden von ihm übergroße Opfer forderten, ohne die Arbeit des gewerblichen Mittelstandes genü­gend zu beachten. So fei es tief bedauerlich, daß zu einer so großen Kundgebung wie der Heuttgen kein Reichs- oder Staatsminister er­schienen sei, um persönlich die Nöte des Gast­wirtsstandes kennen zu lernen. Oberpräsident Dr. Schwander entbot den Gruß der Staats­regierung und betonte, daß man hier ganz genau wisse, daß die Arbeit des Gastwirtsge­werbes unentbehrlich sei; die Behörden regle- mentierten durchaus nicht gern, aber die Wünsche der Bevölkerung seien ohne Verord­nungen gar nicht zu befriedigen, ohne daß die Gesamtheit Schaden nähme. In diesem Sinne seien auch die Worte des Reichskanzlers Dr. Marx zu verstehen, er wünschte, daß jeder seine Arbeit so einrichte, als ob von ihm das Blühen und Gedeihen des ganzen Volkes ab­hänge; geschähe dies, so würden die noch vor­handenen Gegensätze ganz von selbst verschwin­den. Oberbürgermeister Stadler entbot den Willkommensgruß der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft und rühmt die Arbeit der Gastwirte in Krieg und Frieden; die gedeihliche Zusammenarbeit der Stadtverwaltungen mit den Gastwirten sei eine wirtschaftliche Not­wendigkeit. Reichsrat Reichstagabg. Schnab- rich-Hersfeld überbrachte Grüße der Reichs- tagsfrattion der SPD. und er hoffte, daß der Ruf Dr. Silverbergs von den Massen ausge­nommen würde. Die Landtagsabgg. Bercke- meyer-Dortmund, Knieft-Cassel, ferner Jordan von der Wirtschaftspartei und Troßmann von der Bayerischen Volkspartei versprachen dem Gastwirtsverbande Förderung; Berckemeyer- Dortmund, der die Grüße der Reichs- und Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei überbrachte, wies auf die wichtigen Gesetzes­vorlagen hin, die im Interesse des Gastwirts­gewerbes in Vorbereitung feien. Unter großem Beifall sprach der Vertreter der österreichischen Gastwirtsverbände, Kommerzienrat Mieth- Halm-Graz, er schilderte die gewerblichen Ver­hältnisse in Oesterreich und schloß unter stür­mischem Beifall mit der Hoffnung, daß ganz Deutschland doch noch zu gemeinsamer Arbeit

ss

Werdet ihr besser sehen, wenn ihr mich gehängt habt?" rief der Abbe spöttisch den aufgeregten Leuten zu und chr Lachen über diesen Witz rettete ihm das Leben.

Der Kutscher Friedrichs des Großen warf auf einer Fahrt den Wagen des Königs um, so daß der hohe Insasse in den Graben fiel. Friedrich erhob sich wütend und ging mit erhobenem Stock auf den Ungeschickten zu.Warum zürnen Eure Majestät?" fragte der Kutscher.Es ist wahr, ich habe den Wagen schlecht geführt und wir sind in einen Gra­ben gestürzt; hab« aber Majestät nie eine Schlacht verloren?" Der König lachet herzlich und verzieh.

Heinrich IV. von Frankreich besah ein Pferd, das er so sehr liebte, daß er demjenigen den Strick androhte, der ihm den Tod des Tieres melden würde. Als der Tod nun doch eintrat, mußte einer der Diener des Königs, ein Gascogner, der Aufgabe sich unterziehen, die Nachricht dem König zu überbringen. Eurer Majestät Pferd," begann er,oh, Majestät, Euer Pferd".Wie?" fuhr der König erregt auf, ist es vielleicht gestorben?"Eure Majestät sagen es selbst", bemerkt« der kluge Gascogner und der Tyrann mußte es bestätigen.

Am Anfang seiner Laufbahn passierte dem Tra° gäben Ermet« Noyelli ein Malheur. Er hatte einen in bitterste Not geratenen Menschen darzustellen und vergaß, als er Bühnentoilett« machte, die goldene Uhrkette abzunehmen, die er trug. Seine Rolle schrieb ihm die Worte vor:O mein Gott, ich sterbe vor Hunger!"Versetzen Sie doch Ihre goldene Kettel" rief eine Stimme aus dem Publikum. Novelli, der das Versehen bemerkte, antwortete schlagfertig: Aber sie ist ja falsch."

Kaiser Josef reifte einmal inkognito. In dem Gasthof eines kleinen Städtchens nahm er Aufent­halt und beehrte zwei Eier. Ein Bediensteter er­kannte ihn und verriet der Wirtin, welch hohen Gast sie hatte. Die Wirtin setzte die Ehre des Kaiser­besuches mit auf die Rechnung und verlangte zwei Dukaten für die Eier. Der Kaiser, über den Preis erstaunt, fragte:Sind denn die Eier bei Euch gar so selten?"Das. nicht, Eure Majestät", war die

für den Aufbau Europas zusammengeschlossen würde. Es sprachen sodann noch zahlreiche Vertreter berufsgenossenschaftlicher Organisa­tionen, worauf die gestern zu Ehrenmitgliedern gewühlten verdienten Vorsitzenden der Landes­und Provinzialverbände durch die Versamm­lung in herzlicher Weise geehrt wurden; für diese Ehrungen dankte der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Lober-München, in

gliedern

Landes-

tiefempfundenen Worten.

Das Familiendrama in Franksuri.

Frankfurt a. TIL, 8. Sept. Der Regierungs­präsident von Wiesbaden hat für die Ergrei­fung des als Mörder seiner 18jährigen Stief­tochter verdächtigen Heizers und ehemaligen Friseurs Otto Pötzsch, gebürtig' aus Haardorf bei Weißenfels, 500 Mark Belohnung aus­gesetzt. Pötzsch ist seit der Ermordung seiner Stieftochter flüchtig und hat seine Arbeitsstelle in den Höchster Farbwerken seit dieser Zeit nicht mehr ausgesucht. Er ist 1,72 Meter groß und hat Ansatz von Bauch, rötlich-blondes zu­rückgekämmtes Haar, rötlich-blonden gestutzten Schnurrbart, länglich-blasses Gesicht und gute Zähne. Gang und Haltung sind etwas nach vorn gebeugt. Pötzsch spricht thüringer Dialekt und war bekleidet mit dunkeltzrünëm Sport­anzug, dunklen gestrickten Sportstutzen, schwar­zen Schnürschuhen und breitem grauen Hut. Wenn er kein Geld und keinen Alkohol hatte, war er ein fleißiger Arbeiter, wenn er aber betrunken war, was sehr häufig zutraf, war er ein rasendes Tier, wobei er feine Familie manchmal in fürchterlicher Weise mißhandelte. Sein früher gutgehendes Friseurgeschäft hat er auf den Hund gebracht und mußte deshalb auf den Höchster Farbwerken eine Stellung als Heizer annehmen. Auf seine Stieftochter soll er eifersüchtig gewesen sein und ihr auch den Verkehr mit einem anständigen jungen Mann verboten haben. Schon am Samstag abend hat Pötzsch, nachdem er spät abends schwer be­trunken heimkehrte, das Mädchen schwer miß­handelt, sodaß es überall Wunden und Beulen am Körper hatte. Am Dienstag vormittag 7 Uhr war das Mädchen bereits angezogen, als sich die Mutter zu Einkäufen nach der Stadt begab, während der Stiefvater noch im Bette lag. Als die Frau zurückkehrte, fand sie ihre Tochter ermordet vor, während der Täter flüch­tig gegangen war.

Frankfurt a. M., 8. Sept. Der Chauffeur Nitsche sollte einen Wagen in Reparatur von Köln nach Frankfurt fahren. Auf der Land­straße, die von der Saalburg nach Homburg führt, fuhr er mit einem übermäßigen Tempo. Er verlor die Herrschaft über den Wagen und fand sich schließlich im Straßengraben wieder. Sein Beifahrer wurde erheblich verletzt. We­gen fahrlässiger Körperverletzung verurteilte ihn nun das Schöffengericht zu 120 Mark Geldstrafe, hilfsweise 30 Tagen Gefängnis. Segenmärtig weilt der amerikanische Filmkönig Carl Lümmle mit feiner Familie in Frankfurt. Er ist Präsident der American Universal Film Corporation und ist Besitzer der Universal City. Herr Lämmle beschäftigt ein Personal von 10 000 Köpfen und besitzt rund 1400 Kinos. Der amerikanische Filmkönig hat vor mehreren Jahren in tatkräftiger Weise die Kinderhilse in Frankfurt unterstützt und dem Magistrat eine namhafte Spende für soziale Zwecke ge­macht. An der Weseler Werft ist gestern die Leiche eines Mannes im Alter von 25 bis 30 Jahren gelandet worden. In seinem Besitz fand man noch sämtliche Wertsachen, Uhr mit Kette usw. In den Taschen hatte er Steine, so daß man annehmen kann, daß es sich um einen Selbstmord handelt. Das Zentralinstitut für

Antwort,aber die Kaiser sind es, die hierher kom­men, sie zu essen." Josef bezahlte.

Daß freilich ein Witz auch töten kann, beweist die folgende Geschichte. Zu Beginn der Regierung Nikolaus I. von Rußland wurden mehrere Ver­schwörer, unter ihnen auch der Dichter Reliew, zum Tode des Hängens verurteilt. Reliew war der erste, an dem das Urteil vollstreckt werden sollte. Doch im Augenblick, da der Henker ihm den Strick um den Hals legte, riß das Seil und der bereits an ihm baumelnde arme Sünder fiel zu Boden.Nichts taugt in Rußland, nicht einmal die Stricke!" rief der Verurteilte. Da ein Zwischenfall solcher Art die kaiserliche Begnadigung nach sich ziehen pflegte, sandte man einen Boten in den Winterpalast, um die Entscheidung des Zaren einzuholen.Was sagte Reliew?" fragte der Zar.Daß in Rußland nicht einmal die Stricke etwas taugen."Gut, so möge man ihm das Gegenteil beweisen!" antwortete Nikolaus und Reliew ward ohne weiteren Zwischen­fall gehenkt.

o Scharfe Worte Karl Augusts über Goethe. Fritz Hartung teilt im neuen Jahrbuch der Goethe- Gesellschaft einen Brief Karl Augusts an den Minister Voigt mit. Der Herzog äußert sich hier sehr ungehalten über Goethes Stellungnahme zu der bekannten Beschwerde über Fichtes angeblichen Atheismus, die den großen Philosophen schließlich seinen Lehrstuhl in Jena kostet« (1798). Er schreibt: Ueber Goethen habe ich wohl zehn mal mich halb zu schänden geärgert, der ordentlich kindisch über das albern critisch Wesen ist und einen solchen Geschmack daran findet, daß er den (einigen sehr darüber ver­dorben hat... Er findet die Sudeligen charmant, und das Volk glaubt, man approbire sie, wenn sie alles sogenannte Positive, es mag nun wahr oder falsch sein, das ist hierbei einerlei, zum Fenster hin­auswerfen und es den jungen Leuten durch lang­weilige Demonstrationen aus dem Leib spinnen, während sie etwas anderes für positiv geben, welches ebenso albern wie das Verworfen« ist... Mit Göthen kann ich gar nicht mehr über die Sache reden.

Nr. 211

Erziehung und Unterricht (Berlin W. 35, Pots- damerstr. 120) veranstaltet von 4.-7. Oktober in Frankfurt a. M. eine TagungDie Reform- anstalten und Oberrealschulen", die dazu dienen sollen, die Grundgedanken dieser Schulformen und deren Bildungsziele klar herauszuarbeltcn. Außer Prof. Spranger-Berlin, der den ein- j leitenden Vortrag hält, werden 16 führende ; Pädagogen zu den Aufgaben und Leistungen ; der 'Reformanstalten und Oberrealschulen i Stellung nehmen. Ein Empfang im Kaisersaal des Römers eröffnet die Tagung. Darbietungen der städt. Bühnen, ein Ausflug und Besichti­gungen werden die Nachmittage und Abende füllen. Anmeldungen zur Teilnahme werden an Studiendirektor Dr. Majer-Leonhard, Frankfurt, Hansaallee 27, möglichst bis zum 20. September erbeten. Ein unfreiwilliges Bad nahm am Sonntag abend 11 Uhr in Unterliederbach bei Höchst ein Frankfurter Ehepaar, das, von Kelkheim kommend, in an­geheitertem Zustand mit dem Motorrad nebst Beiwagen an der Kneisel'schen Mühle in den Liederbach gondelte. Der Unfall ging insofern gyt ab, als das Ehepaar ohne besondere Ver­letzungen den Heimweg antreten konnte allerdings zu Fuß, denn das total ver- dümmste Rad verweigerte hartnäckig den Dienst. Das hiesige Amtsgericht hat neuer­dings einen jungen Handwerker, der böswilli­gerweise einen öffentlichen Feuermelder in Tätigkeit gesetzt hatte, wkgen Sachbeschädigung und groben Unfugs zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat und zu den Kosten des Ver­fahrens verurteilt.

Frankfurt a. 21L, 8. Sept. Als vor Jahres« frist Hans Stosch-Sarrasani, Europas volks- kümlichster und erfolgreichster Zirkusmann, von der amerikanischen Fahrt heimkehrte, hatte er im Sinne, Frankfurt als erster Stadt seiner deutschen Heimat seinen Besuch abzu­statten. Aber seine Pläne scheiterten an leidi­gen Konzessionsschwierigkeiten. Die Monate vergingen in scharfen Auseinandersetzungen, Hans Stosch-Sarrasani zog sich im Winter nach seinem Dresdener Stammhause zurück, dann trat er seine Jubiläumsfahrt durch Mit­teldeutschland an, die 25. Tournee seit Grün­dung des Unternehmens, und diese Fahrt wurde zu einem Triumpfzuge, wie sie bis deutsche Zirkusgeschichte noch nicht erlebt hat Erfüllt von den frischen Ideen, die in der wei­ten Welt jenseits der Ozeane gesammell waren, hat er eine neuartige und großartig« Riesenschau geschaffen, die in ganz Europa unvergleichlich ist. Im kommenden Winter wird Sarrasani denZirkus der 15 000* neuschaffen, nur mit dem Unterschiede, daß der Sarrasani-Betrieb sich in der Zeit des Fernseins auf das Doppelte und Dreifache entfaltet hat.

Offenbach, 8. Sept. Der 58 Jahre alte Justiz- sekretär Jean Winter in Offenbach, der beim hiesigen Amtsgericht angestellt war, wurde,aus Veranlassung des Amtsgerichts »Oqen^lmter- schlagung amtlicher Gelder vergastes

Calbach, 8 Sept. Am Sonntag hält der Ge­sangvereinConcordia" einen Liedertag ab. Beginn des Singens 2 Uhr.

Langenbergheim, 8. Sept. Die Erlaubnis shr Errichtung eines Schlachthauses auf feinem Grundstück in der Gemarkung Langenbergheim wurde Herrn Iakob Kalkhoff erteilt.

Kondensierte oder frische Milch?

Nem, - frische Milch!

DazuKufeke", das ist die Nahrung für Dein Kind, wenn Du nicht selbst stillen kannst. Die PortionKufeke" für ein Kind ^,,« *> C SIS« bis zum 6. Monat kostet »MT ö

es

denn er verliert sich gleich dabei in eine so wort- und sophismenreichs Discussion, daß mir alle S-Mt aus geht, und ihm zuweilen die Klarheit und Ein­fachheit des Gedankens ... Und das alles eines Mannes wegen, der bald kein gelehrtes Feld mehr finden wird, das er durch seine unverständliche Sprache unbrauch!bar machen kann, und der uns da bei die Universität ruinirt, ohne auch nur den min­desten Nutzen zu stiften."

190. Geburtstag des ältesten englischen Generals. Don Zeit zu Zeit wird in den Zeitungen von alten Herren berichtet, die Shaws ParoleZurück zu Methusalem" wahrmachen. Meistens haben sie am Krimkriege teilgenommen und genießen als Vete­ranen eines den Heutigen fast sagenhaft gewordenen Feldzuges mit vollen Zügen die Bewunderung ihre: Zeitgenossen. Zu dieser alten Garde gehört dei älteste englische General, Sir George Wentworth Higginson, der soeben feinen hundertsten Geburtstag gefeiert hat. Auch er hat auf der Krim mitgekämpf und nicht weniger als fünf englische Herrscher mii eigenen Augen gesehen. Eine feiner ältesten Er­innerungen ist eine Begegnung mit König Georg IV. der ihm in Windsor auf die Schulter klopfte; mi> Wilhelm IV. hat er oft in den Gärten von Kensing­ton gesprochen, und, als er noch Schüler im Eton- College war es ist selbstverständlich der Doy«u der ehemaligen Schüler dieser Anstalt hat er tet Königin Victoria an ihrem Hochzeitstag« begeistert zugejubelt. General Higginson war auch der mil® rische Erzieher Eduards VII. und einer der Ver­trauten der Königin Alexandra. Der derzeitig König ist oft bei Higginson auf dessen Gut zu bernscorft zu Gast. Neulich nahm der alte Sold« an einem Festessen der Garde-Offizier« teil, und als man ihn zum Auszug geleiten wollte, lehnte er bi«3 ab und erklärte, daß er sich rüstig genug fühle, u® zu Fuß die Treppe hinaufzugehen. Higginson er­freut sich außerordentlicher Rüstigkeit und nimmt a» den öffentlichen Angelegenheiten durch zahlreiche sprachen tätigen Anteil.