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201. Jahrgang.

SanauerS Anzeiger

Gsueral-Anzeiger für die Streife Kanau Stadl und Land.

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Nr. 210

MMwom Den 8. September

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Das Büro der Völkerbundsversammlung hat beschlossen, daß heute vormittag 10 Uhr die Völkerbundsversammluna über die Aufnahme Deutschlands und die Vermehrung der stän­digen und nichtständigen Ratssitze abstimmen soll. Damit soll Polen gleichzeitig mit Deutsch­land in den Rat gelangen.

Die Eisenbahnattentäter von Leiferde haben ein umfassendes Geständnis abgelegt.

In Spanien herrscht vollkommen Ruhe. Primo de Rivera ist Herr der Lage.

In China kam es zu einem Zusammen­stoß zwischen britischen und chinesischen Streit­kräften.

Heute enSfOeèdendee Las.

Moralische Vergewaltigung Deutschlands, mit Deutschland

GleitWellung Polens

Nes neue âBZegsfrhmWSa^ m Ghèna.

In China pflegt der Machtkampf der Ge­neräle so häufig die Front zu wechseln, daß es sich nicht lohnt, die Vorgänge stets genau zu verfolgen. Neuerdings hat aber das Hin und Her des chinessischen Bürgerkrieges doch wieder eine etwas festere Gestalt angenommen, die man vielleicht als eine neue Etappe auf dem Wege Chinas zur allmählichen inneren Auflösung betrachten kann.

Bisher beherrschten die drei Generale Wu­peifu, Tschangtsolin und der christliche Ge­neral Feng die Lage. Wupeifu und Tschangt­solin haben in gegenseitiger Bekämpfung und Verbrüderung Erstaunliches geleistet. Es stan­den meist zwei gegen einen Dritten. In der letzten Zeit hat sich das Bild durch das Auf­treten von zwei neuen militärischen Führern verschoben^ Der General Tschangkaischek, die " rsimlichkeit der rovi Kanton

Genf, 7. Sept. Das Büro der Völkerbunds­versammlung, bestehend aus den Vizepräsidenten der Versammlung: Chamberlain, Briand, Ishii, Scialoja und Figueroa-Guatemala sowie Baron Lehmann-Liberia und den sechs Präsidenten der Kommissionen, nämlich: Bundesrat Motta, 1. Kom­mission, juristische Fragen; Fitzgerald-Irland, 2. Komission, technische Organisation des Völkerbun­des; Villegas-Chile, 3. Kommission, Abrüstungs­fragen; Titulesco-Rumänien, 4. Kommission, Fi­nanz- und Budget-Angelegenheiten; Mensdorff- Oesterreich, 5. Kommission, soziale und humanitäre Fragen; de Brouckere-Belgien, 6. Kommission, politische Fragen, mit dem Präsidenten und dem Generalsekreär des Völkerbundes als Sekretär hat in seiner heutigen Nachmittagssitzung beschlos­sen, daß morgen vormittag 10 Uhr der Völkerbunds Versammlung folgende Anträge über die Aufnahme Deutsch­lands und die Vermehrung der ft ö n = digen und nicht ständigen Ratssitze (Punkt 11 und 12 der Tagesordnung) vorgelegt werden sollen:

Die Versammlung soll zunächst über die Auf­nahme Deutschlands abstipunen und dann in einem einzigen Wahlgange ihre Genehmigung mit ein­facher Mehrheit zur Schaffung eines ständigen Sitzes für Deutschland und zu der Schaffung von drei nichtständigen Sitzen gemäß der Entschlie­ßung des Völkerbundsrates geben. Der Präsident der Studienkommission Motta soll dann über das

rovi

Vorsitzende des Ausschusses M o t ta über den Sinn der Vorschläge des Vorstandsbüros eine längere Erklärung ab. In bezug auf das Abfnahmegesuch Deutschlands und das Scheitern der Märztagung führte er dabei aus, daß damals Chamberlain einen Bericht ausgearbeitet hatte, der sich für bie' Aufnahme Deutschlands aussprach. Ein neues Wiederaufnahmeverfahren im Schoße des Auf­nahmeausschusses würde nach der Auffassung des Vorstandsbüros einen erheblichen Zeitverlust be­deuten. Es müsse allerdings hinzugefügt werden, daß Deutschland für sich ein Aufnahmeverfahren verlange, das nicht vollkommen normal sei, indem es erkläre, daß es sein Aufnahmegesuch von der Zuteilung eines ständigen Ratssitzes abhängig mache. Damit würde also mit dem Beschluß über die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund ein zweiter Beschluß über die Zuteiung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland erforderlich. Unter Bezugnahme auf die Schwierigkeiten, die durch diese zwei Fragen entstanden seien, gab Motta bekannt daß der frühere Ratspräsident Benesch dem Vorstandsbllro die Mitteilung machte, daß die Einstimmigkeit für die Entschließungen des Völkerbundsrates am letzten Samstag nur unter der Voraussetzung verwirklicht werden könnte, daß die drei Fragen: Aufnahme Deutschlands, Zuerkennung eines ständigen Rats­sitzes und Vermehrung der nichtständigen Rats- sitze von 6 auf 9 als ein untrennbares Ganzes betrachtet werden.

Der spanische Diktator wie-er Kerr -er Lage.

Berlin, 7. Sept. Nach einem Telegramm aus Madrid an die spanische Botschaft in Ber­lin haben sich die Professoren der Artillerie­akademie von Segovia der Regierung unter­worfen. Damit könne der Widerstand der Kommandeure und der Offiziere der Artillerie gegen die Staatsgewalt als beendet betrachtet werden. Die Offiziere werden nunmehr durch Militärgerichte abgeurteilt werden.

Madrid, 7. Sept. Der heute morgen unter dem Vorsitz des Königs ab gehaltene Minister­rat dauerte zwei Stunden. General Primo er­klärte Journalisten, daß er dem König über den Stand der militärischen Fragen Bericht erstattet habe. Die Gerichte hätten bereits mit der Untersuchung begonnen, um die Schuldigen festzustellen. Der Finanzminister habe über die Lage des Schatzamtes berichtet, die sehr gün­stig sei und das Steigen der spanischen Wert­papiere hervorgerufen habe. Der König habe ein Dekret unterzeichnet, welches den Kriegs­minister zur Anwendung, Auflegung und Er­gänzung des Erlasses betrefend die Artillerie­offiziere ermächtigt.

London, 7. Sept. Primo de Rivera hat an dieEvening News" ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt, das Verhalten der Artillerie-

offiziere habe die bekannten drakonischen Straf- maßnahmeN- erforderlich gemacht. Die An- von einem

ter der 61 anderen 9

ilitärgericht abgeurteilt werden. Zu einer Revolution fei es überhaupt nicht ge­kommen. Die Angelegheit fei vollkommen ohne Störung der öffentlichen Ordnung geregelt

und den Truppen peifüs eine empfindliche Niederlage beigebracht. Auf der Seite Wupei­fus steht als neuer Heerfüheer General Sun- Ehuan-Fa'na, der über Shanghai und die um­gehenden Provinzen eine Art von Herrschaft ausübt. Soweit sich Ziel und Sinn der chine­sischen Parteikämpfe überhaupt erkennen läßt, ringen auf diesem neuen chinesischen Kriegs­schauplatz bolschewistische und antibolschewi­stische Kräfte- miteinander. Die Provinz Kan­ton gilt als ausgesprochen bolschewistisch. Die Sowjetregierung unterhält dort zahlreiche Agenten und hat mit der chinesischen Bewe­gung enge Fühlung. Der General, der seine Kräfte von dort aus gegen Wupeifu erfolgreich vorgeworfen hat, führt also gewissermaßen eine rote Armee. Die Generale Sun, Wupeifu und Tschangtsolin stehen auf der Gegenseite. Sie sind der Zahl nach überlegen, aber ihre Truppen sind sehr unzuverlässig und Tschangt- solin ist außerordentlich abgeneigt, seine Kräfte an ein Abenteuer zu wagen, das ihn von sei­ner Basis, der Mandschurei, räumlich weit trennen würde.

Es ist aber noch ein weiterer Kriegsfaktor in die Rechnung zu stellen. Der christliche Ge­neral Feng war bekanntlich der Führer der Kuomintschun, d. h. nationaler Streitkräfte, die nationale chinesische Bewegung unterstütz­ten und ebenfalls mit der Sowjetregierung in enger Fühlung standen. Diese Truppen wurden von Tschangtsolin mattgesetzt und mußten Peking räumen. Der General Feng floh nach Moskau. Die Kuomintschun stehen aber noch ungebrochen an der Grenze der Mongolei und werden von Rußland aus zwei­fellos mit Waffen, Munition und Nahrungs­mitteln versorgt- Sie bilden auch in ihrer jetzi- 8en Reservestellung eine wertvolle Unter­stützung der Truppen, die von Kanton aus vormarschieren. So hat sich in China auf dem Kriegsschauplatz wieder eine scharfe politische Frontstellmig herausgebildet und man darf ge= spannt sein, wie die Dinge sich weiter ent­wickeln werden.

Kamps zwischen Engländern un- Chinesen.

, Peking, 7. Sept. (Keuter.) In Verlauf eines Kampfes bei Wanhsien auf dem Jangtse Kurden drei Offiziere und vier Matrosen des britischen DampfersSaiwo", dessen Besatzung aus einem Marinedepartement bestand, ge- totet. Die Zahl der Verletzten soll groß sein. Die Kapitäne und Besatzungen des Kanonen­bootesWidgeon" und des DampfersKaiwo" waren entschlossen, ihre Landsleute, die von ben Chinesen schlecht behandelt wurden, zu retten. Es gelang ihnen, fünf von ihnen zu retten, während ein Sechster von den Chinesen getötet worden sein soll, als er versuchte, zu einem französischen Kanonenboot tu iclnvim-

der Versammlung angenommen werden soll.

Ob diese Beschlüsse in dieser Form zustande kommen werden, ist im Augenblick noch zweifel­haft, da von holländischer und skandinavischer Seite Anträge in Vorbereitung sind, die auf eine ge­trennte Behandlung der Frage des deutschen Rats­sitzes, in der kein Widerspruch herrscht, und der Frage der Vermehrung der nichtständigen Sitze Hinzielen, für die Kommissionsberatung ge­wünscht wird.

In der Völkerbundsversammlung herrscht, und zwar in immer weiteren Kreisen, eine ziem­lich heftige Gegnerschaft gegen die gleich­zeitige Entscheidung der beiden verschmolze­nen Anträge des Rates. Sollte das Büro der Versammlung, was wahrscheinlich ist, mehr­heitlich im Sinne der Ratsanträge entscheiden, so ist mit starken Gegenkundgebungen im Schoße der Versammlung zu rechnen, wenn man auch nicht glaubt, daß die Opposition stark genug sein wird, um die Anträge des Rates zu Fall zu bringen. Die Gegnerschaft richtet sich natürlich nicht gegen den ständigen Ratssitz Deutschlands, über den alle Welt einig ist, sondern nur gegen die voreilige Schaffung von drei nichtständigen Sitzen, deren Notwendigkeit heute bestritten wird, besonders, solange man sich nicht über die Verteilung der neuen Sitze einigermaßen klar ist. Man schreibt dem norwegischen Delegierten Nan­sen die Absicht zu, einen Gegenantrag gegen die Vorschläge des Rates einbringen zu wollen, für den sich indessen mindestens ein Drittel der Ver­sammlung aussprechen müßte, um die Anträge des Rates abzulehnen.

Aufsehen erregende Mitteilungen Mottas.

Genf, 7. Sept. Im ersten Versammlungsaus­schuh (Rechts- und Verfassungsfragen) gab der.

und eines nützlichen politischen Kompromisses. Aus dem Umstände, daß der Völkerbundsrat die drei Fragen als ein Ganzes ansehe, ergab sich, daß zur gleichen Zeit, in der die Völkerbmidsversammlung die Frage der Aufnahme Deutschlands und die Zuteilung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland behandele, sie auch die Frage der nichtständigen Ratssitze behandeln müsse. Unter diesen Umständen habe das Büro es für seine Pflicht ge­halten, im Interesse des Dölkerbunsdrates und zur Vermeidung einer nèien Schwierigkeit wie auch zur Verwirklichung des Friedens, den alle im Auge hät­ten, morgen von der Völkerbundsversammlung zu verlangen, daß sie die drei Punkte ohne Verweisung an irgendeinen Ver - sammlungsausschußineinem einzigen summarischen Verfahren behandele. Motta fügte hinzu, sollte wider Erwarten die Ver­sammlung morgen vormittag beschließen, daß das ordentliche Verfahren eingeschlagen werden soll, d. h., daß die Versammlung mit Zweidrittelmehrheit den Vorschlag des Büros ablehnt, so würde daraus fol­gen, daß die drei Punke an einen Versammlungs­ausschuß überwiesen werden müßten. In diesem wenig wahrscheinlichen Fall behielt sich das Büro das Recht vor, der Versammlung neue Vorschläge zu unterbreiten. Motta betonte, er habe die Lage mit allem Freimut dargelegt und hoffe, daß der Aus­schuß mit ihm der Meinung sei, daß der vorgeschla­gene Weg der richtige sei.

Vertagung der Saarfrage.

Genf, 7. Sept. Der Völkerbundsrat hat debatkclos beschlossen, die Frage der Zurück­ziehung der französisch!

Saargebiet bis zur Wir

en Truppen aus dem

intertagung zu vertagen.

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Schiffe mit chinesi . _

Händen des Generals Iangsen.

London, 7. Sept. Das Foreign Office ver­öffentlicht heute abend eine eingehende Dar­stellung des Zwischenfalls in Wanhsien am aberen Vangtse, bei dem die britischen Marine­streitkräfte Verluste erlitten hatten, als sie ver­geblich versuchten, zwei britische Schiffe zu be­freien, die von General Pangsen, einem An­hänger Wupeifus, beschlagnahmt und zurück­behalten worden waren. Danach beschlagnahmte General Aangsen, nachdem das britische Ka­nonenbootCockchafer" bereits am 29. Au­gust in Wanhsien das britische Handelsschiff ,Wanlin" von chinesischen Soldaten, die es be- etzt hatten, befreit hatte, zwei andere Schiffe derselben britischen Schiffahrtsgesellschaft und besetzte sie mit 300 Soldaten- Die beschlagnahm­ten Schiffe lagen neben dem britischen Ka­nonenboot vor Anker. Die chinesischen Solda­

ten hielten ihre Gewehre auf das Kanonenboot gerichtet, das durch diese Uebermacht zur Un­tätigkeit verurteilt wurde. Nachdem verschie­dentlich versucht worden war, mit General Uangsen zu einer freundschaftlichen Regelung zu gelangen, wurde angesichts der demütigen­den Lage der beiden britischen Schiffe und des Eockschafer" ein britisches Kanonenboot und ein Handelsdampfer mit einer Marineabtei­lung entfapdt, um als letztes Mittel Gewalt anzuwenden. Die Marinestreitkräfte versuchten am 5. September die Befreiung der beiden Dampfer und der sechs britischen Offiziere durchzuführen. Sie wurden von sehr schweren Feldgeschützen, und durch Gewehrfeuer ange­griffen, das sie erwiderten. Sie zogen sich schließlich zurück. Der Kapitän eines der bei­den Handelsschiffe scheint entkommen zu sein. Es liegen jedoch keinerlei Nachrichten über das Schicksal der anderen fünf Handelsschiffs- offiziere vor,

worden.

Paris, 8. Sept. Havas meldet aus Madrid, daß Primo de Rivera nach Schluß des gestri- gen Ministerrats erklärt habender Ministerrat

maßnabmen g'egen die ÄrtillerkeoWziere" sowu über den Völkerbund beraten.

Ein Zwischenfall im Eisah.

Paris, 7. Sept. Wie der Korrespondent des Temps" in Straßburg berichtet, verzeichne dasEcho de l'Est" einen Zwischenfall, der fia; am letzten Sonntag in Neuweiler ereignete. Der Bischof von Straßburg, Ruch, habe einer religiösen Feier am Vormittag in der Kirche beigewohnt und am Nachmittag habe eine halb religiöse und halb politische Feier stattgefunden bei der Kanonikus Didio und der französische Abgeordnete Brogly in flammenden Worten autonomistische Tendenzen zum Ausdruck brachten. Bischoff Ruch habe auch an dieser Feier teilgenommen und, wie dasEcho de l'Est" feststellt, Kanonikus Didio trotz feiner Darlegungen die Hand gedrückt.

Eine Konferenz -er östlichen Ran-ftaaten.

Moskau, 8. Sept. Die Moskauer Presse öffentlicht eine Warschauer Meldung, daß scheu den Regierungen Polens, Finnlands, Est­lands und Lettlands auf Verlangen Polens eine geheime Konferenz in Genf während der Völkerbundstagung vereinbart worden sei. Es sollen die Beziehungen zu Rußland und die Garantieverträge behandelt werden.

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SicherheUsmatznahme« Ser Reichs« bahnoerwaUung.

Berlin, 7. Sept. Die wie eine Epidemie in letzter Zeit auftretenden Unfälle im Bereich der Deutschen Reichsbahn, die an ähnliche Un­fallperioden, z. B. im Jahre 1898 erinnern, haben der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft nach ernsten Beratungen zu außerordentlichen Maßnahmen Veranlassung gegeben Für die Reichsbahn gilt ebenso wie für jede andere Verkehrsver­waltung als Richtschnur, daß die Wahrung der Betriebssicherheit hinter finanziellen Be­denken zurückitchen muß. Die Reichsbahn isi ich ihrer Veron wortung soll bewußt, daß sie 'ein frevelhaftes Spiel mit den Menschenleben treiben darf. Alle menschenmöglichen Mittel müssen für eine sichere Transportführung er chöpft werden. Nun mußte während der ^riegszeit Raubbau an Gleisen, Brücken, Wa­genpark, wie überhaupt an allen Bahnanlagen getrieben werden. Diese Schäden können erst in ernster langwieriger Arbeit ausgemerzt werden, und um trotzdem die Betriebssicher­heit zu wahren, mußte die Geschwindigkeit bet Züge stark verringert werden. Mit dem Um­bau des Oberbaues geht es rüstig voran, sodaß bald wieder der Friedenszuschnd erreicht ist und auch die Geschwindigkeit der Züge aus den Friedensstand gebracht werden kann.