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Montag den 6. September

ALM

Sine Kommunal-SaMmel-Ablösungs- anleihe.

Augsburg, 5. Sept. Der bayrische Sparlassen- und Grroverband hatte im Rahmen des deutschen SparkaffentaacS auf heute vormittag eine außerordent­liche Verbandsversammlung einberufen. Es wurde einstimmig ein Antrag angenommen, in dem die Ver­bandsversammlung des bayrischen Sparkassen- und WiroberSanbeS di« bayrische Gemeindebank zur AuS- m5« einer Sammcl-AblSsungSanleihe durch die «»«gab« von Jnbaberschuldverschreibnngen er­mächtigt. Die Anleihe wird voraussichtlich nicht unter 10 Millionen Reichsmark und nicht über 25 Millionen Reichsmark betragen. Es wurde ferner ohne Debatte beschlossen, auch 1927 eine bayrische Inlands­anleihe bis zum HSchtzbetrage von 40 Millionen Reichs­mark anfzunthmen, die dazu dienen soll, den gemeind- kachen Anleibebedarf durch Hingabe langfristiger Dar­lehen zu befriedigen. Zum Schluß wurde die An­gelegenheit derSoburger Sparkasse be­handelt. OberregierungSrat Engelhard wandte sich in Harfen Worten gegen das Gebar« der Koburger Sparkasse und stellte tat Antrag, jede geschäftliche Beziehung zu dieser Kasse abzubrechen. Dem Antrag

Abschluß der Leipziger Kerbslmeffe

Die Zahl der Arwstâr belief sich auf über 8200, darunter über 500 Auslandsfirmen aus 17 verschied men Länder«. Die Gesarntzahl der Geschäf^messe-Befucher betrug annähernd 100 000. Die endgültige Feststellung auf Grund einer genauen Abrechnung ist erst einige Zeit

gestbäfttich am meisten befriedigt. Die Messe stand offensichtlich unter dem Nndruck des Ke­

emer flotten Frühjahrsmesse war.

Auffassung

sich darin, [messe sehr

lehre Herbstmesse überraschend lebhaft. Interesse bestand hauptsächlich für solche Waren, bei denen die Qualität wichtiger ist als der Preis mb worin die deutsche Produktion einen tra­ditionellen Vorzug besitzt, so in Maschinen aller Art, in Photo- und Lhrtikerzeugnissen, Prä­zisions-Instrumenten, feinen Textilwaren, hoch­wertigem Porzellan, Gummi-, Leder- und

Nnem Bericht der ttaöeb Preß aus Mos

tim Hin?

n Gesandten

har Tschitscherin

. - . , . ----- .rt Moskau er ne Protestnote überreicht, in der gegen die Be­sitzergreifung der russischen Handelsflotte und der chinesischen Osteisenbahn durch Ttschangt- foGn protestiert worden.

Laut Reichsanzeiger wurde SretchsmimKer a. D. » Schlieben mtt Wirkung ad L Oktober anstelle des infolge Erreichung der Altersgrenze in dauern­den Rsheftarw tretenden wirklichen Geheimen Ober-

Dal AevtrakkomiK« der kommunistischen Partei Kußkmbs hat den Antrag der Opposition auf Ab- rüstung Skußlaud» abgelehnt, vielmehr beschlossen, die oftfisth« Kriegsflotte weiter auHzubanen. Die Re- l^mng ist beauftragt worden, im Ausland 200 neue

Der Zrntrairat der Sowjetgewerkschaft« hat be- Moss«, die bisher in bar eiugegangenen Beträge für «e Unterstützung bet englisch« Bergarbeiterstreiks und

DK der ^Ktvyork ^ertfb* cm» Paul Smith aeldet, ließ Präsident Coolidge gestern erklären, die Vereinigten Staat« würd« ihre Luftflotte in einem Maße anSbasrn. daß fk auf diesem Gebiet die Füh- mag unter den Weltmächten erhrrlten, wenn nicht in Kürze das Werk der Washingtoner Konferenz fortge- st-rt würd«. Wie berichtet wird, hat diese Verlaut- F?8 w der Presse und in diplomatisch« Kreißn «rSchSiche» Anssehen erregt.

Das ^stho de Paris^ will erfahren haben,

Baldwin fete «foegeben hat.

Die belgische

räsident nach Genf

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r A»t«ihe aufzMneh

Din mm*

®Mbab<tt, 4. September. Zu einer Kurve toemigt Krlâetrr bot Wiesbaden ereignete sich zwischen Panrod bei bet LnugenheUtzLtt« bei der Reichrfahrt del L. A. C. ein schwerer UxglüctSfalL Der Fahrer Gottlieb kopp-kobnrg, Herbert Körner-Naumburg und dermann Ldelmann-Königshofen mürben mit ihrem R. S. lll-Wage» aut ber Fahrbahn geschleudert und lchwa verletzt. Durch »achfolgenden Wagen erfolgte rie lltbirfühnmg der Verletzten in das Wiesbadener rrankenhaus. Hier ist der Fahrer SSrner-Naumbnrg einen Verletzungen erlegen, während Kopp-Koburg n*4 in Lebentgefahr schwebt. Das Befinden des Kitten Verletzten hat sich bagtgeu gebessert.

wirken deS Berliner Saufmannt Willy Krotoschiner, eines Rumänen namens Ernest Edelstein und der litauischen GütervorsteherS in Memel, Rudas, um nicht weniger als 400 000 Mark betrogen worden. Krotoschiner und Edelstein stellten abwechselnd in

Bkklm an fingierte Empfänger eine Warensendung zusammen, übernahmen den Versand bis Tilsit als Rteeliit, 5. Sept. Die Reichsbahnverwaltung ist gewöhnliches Frachtgut und veranlaßten dort Die .«m« biefiaett Korrejpondmz zufolge dnrch Zusammen-1 Weiterbeiörderuua ua-b W««A als Nachnahme. Nun

Betrugsaifäre.

trat Rudas in Tätigkeit. Er telegraphierte dienstlich nach Tilsit, daß der Empfänger Geld hinterlegt habe und daß der Auszahlung an den Absender nicht» mehr im Wege stehe. Durch Fälschungen in Abrechnungen verstand er es, die Entdeckung der Betruges hinauèzuschieben. Die geschädigte Reichrbahnver- waltung kann sich nicht einmal an den Waren schadlos halten, da RudaS sie für eigene Rechnung über Reval .teilt nach Polen und teils nach Rußland verschoben

Mniermehmertum nnd ÄEvâLVschè

Die Stellung der Dresdener Induslrietagung.

Dresden, 5. Sept. Auf der Dresdener Ta­gung des Reichsverbandes der deutschen In­dustrie sprach am Samstag der rheinische Großindustrielle und engste Mitarbeiter des verstorbenen Hugo Stinnes, Dr. Silver­berg überDeutsches Unterneh­mertum in der Nachkriegszeit". Dr. Silverberg teilte sein Referat nach den bei­den Hauptgesichtspunkten: Die Unternehmer­schaft und der Staat die Unternehmerschaft und bie Arbeiter. Seine Ausführungen lassen sich etwa in folgenden Leitsätzen zusammen­fasse«: Die politische Revolution der Nach­kriegszeit wurde sehr bald zu einer wirtschaft­liche« und sozialen Revolution- Das deutsche Unternehmertum hatte einen Kampf um feine Existenz zu führen. Trotz des schweren Wider­spruches, der sich in den ersten Anfängen des neuen Staates zwischen den Grmck>sätzen der S^gierungsarbeit und den Existenzforderungen der Industrie ergab, haben beide Teile den richtigen Weg gefunden.

Das deutsche Unternehmertum steht restlos auf skacktsbejaheade«, Standpunkt.

Das Unternehmertum hat in einem allgemei­nen Gesundungsprozeß die Folgeerscheinungen dieser Krise und vielen Mißstände, die außer­halb dieser Krise schon vorher vorhanden wa­ren, bereinigt.

Als bedauerlich stellte er den immer mehr fortschreitenden llebergana selbständiger in- dustrieller (Eigenunternehmungen in die

Form der juristischen Person fest.

Der Redner ging sodann näher auf das Problem der geroaUfamen oder organischen Bereinigung des industriellen Unternehmer­tums ein und bemerkte, daß sich

Luthers Aktion gegen Syndikate und Kartelle zum Glück als ein Schlag ins Wasser erwiesen habe, wie seine Finanzpolitik und die noch lange nachwirkende Zerstörung der Konsum­kraft des deutschen DoSes. Silverberg glaubt nicht, daß das individualiMche Streben, dem der Aufbau der deutschen Industrie zu danken sei, erledigt ist. Ein unliebsames Kapital in der NachLrivgsgeschichte des deutschen Unterneh­mertums ist

das Eindringen des Staates in die Privat­wirtschaft.

die

Die Schuld trifft hier in vielen Fällen auch Unternehmerschaft selbst Präsident und Vorstand des Reichsverbandes haben be- schlossen, sich mit dieser Entwicklung, wenn man sie so nennen darf, in der nächsten Zeit in Zusammenarbeit mit den anderen Spitzen- nertiärtben besonders kritisch zu befassen. Auf ©eiten des Staates ist nicht irgendein gesun­des, wirtschaftlich zu rechtsertigembes Prinzip erkennbar. Das einzig maßgebende wirtschaft­liche Prinzip fei trießeicht die Anlage zu viel erhobener Steuern. Er kam in diesem Zu- fammenbang auf die Reichs-Kredit-Gesellschaft zu sprechen, die mit den Guthaben des Reiches unabhängig und neben der Reichsbank das deutsche Geld- und Bankwesenregelte".

Sara sprach Dr. Silverberg über das

Verhältnis zwischen Unternehmertum und Arbeiterschaft

und führte tt a< aus:

Ich möchte glauben, daß manch einer seither der Stimmung gefolgt ist, die nun einmal bei uns als Süistoirtung der Revolution geherrscht hat Es muß rückhaltlos und dankbar an­erkannt werben, daß die alten Gewerk­schaften, soweit sie über einen alten Stamm gewerkschaftlich geschulter und disziplinierter Mttglieder und charakterfester Führer verfüg­ten ich nenne hier ihm und uns zu Ehren den Namen Legien sich große Verdienste dadurch erworben haben, daß sie ernstlich mit- roirften, die revolutionäre Bewegung von den Arbeiter- und SoldatMräten wieder zu einer geordneten Staatsverwaltung zu führen, und dankbar sei an dieser Stelle und in diesem Zu-

der Trchut, den die Arbeiterschaft zahlt, und was bei dem sogenanntenBesitz", bei dem Unternehmertum, sich als Verlust an Ver- mögen und an mobilem Kapital darstE, das ist für die Arbeiterschaft das Verschwinden nutzbarer Arbeitsgelegenheit. Die Einstellung des Unternehmertums zur Arbeiterschaft und ihren Organisationen ist nicht immer eine glück­liche gewesen. Es ist nicht zu verkennen, daß

auch in dem deutschen Unternehmertum

eine Wandlung der Geister sich vollzogen

man ver-

hat. Diese zu umschreiben, ist nicht möglich, ohne das politische Gebiet zu streifen. Es hieße sich selbst etwas vormachen, wollte kennen, daß die überwiegende Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft in der Sozialdemo­kratie ihre politische Vertretung findet. Es ist eine auf die Dauer in höchstem Maße all­gemeinpolitisch und wirtschaftspolitisch uner­trägliche und schädigende Lage, wenn eine

große Partei wie die Sozialdemokratie in einer im deutschen Parlamentarismus mehr oder weniger verantwortungsfreien Oppo­sition steht. Man sagte einmal: Es kann nicht gegen die Arbeiterschaft regiert werden. Das ist nicht richtig. Es muß vielmehr heißen: Es kann nicht ohne die Arbeiterschaft regiert wer­den. Und wenn das richtig ist, muß man den Mut zur Konsequenz haben. Es soll nicht ohne die Sozialdemokratie und deren überwiegende Mehrheit, die deutsche Arbeiterschaft, deren po­litische Vertretung sie ist, regiert werden.

Die deutsche Sozialdemokratie muß zur verantwortlichen Mitarbeit heran, und sie wird auch als Partei zugrunde gehen, wenn sie sich nicht hierzu entschließt. Dazu ist von unserem Standpunkt

Voraussetzung.

daß die soziale Demokratie auch den Mut hat, die Folgerungen aus den Lehren zu ziehen, die sie in und feit der Revolution erhalten hat. Sie hat nicht Die Macht und die Kraft und die Fähigkeit, den Staat zu beherrschen und zu führen. Ich glaube feststellen zu dürfen, daß das industrielle Unternehmertum sich zu der Erkenntnis durchgerungen hat, daß

das Heil für Deutschland und Deutschlands Wirtschaft nur in der vertrauensvollen Kooperation mit der deutschen Arbeiterschaft liegt.

Nach einer ausgedehnten Aussprache hob Dr. Silverberg in seinem Schlußwort dann her­vor, daß alle große Parteien zahlreiche Ar­beiter unter ihren Anhängern haben. Es sei aber eine Berkennnung der Wirklichkeit, wenn man sich der Tatsache verschließen wolle, daß bei weitem die überwiegende Mehrheit der Ar­beiterschaft gewerkschaftlich organisiert sei, und daß die überwiegende Mehrheit linksstehenden Parteien angehöre. In diesem Streit um die Werbung der Stimmen laufe das Unternehmer­tum Gefahr, unter die Räder zu kommen. Alle Oppositionsparteien sowohl links wie rechts machten in Deutschland den Fehler, daß sie ihre parteitaktische Opposition treiben, ohne die Absicht zu haben, das, was sie agitatorisch aus­werteten, einmal verantwortlich als Re­gierungsmitglieder vertreten zu müssen. Wir könnten den Reichtstag nur reparieren, wenn wir dafür sorgten, daß das,

was parteipolitisch verlangt wird, auch als

Regierung verantwortet werden muß.

Ich bin der Auffassung, daß eine große Partei wie die Sozialdemokratie nicht verantwortungs­los neben der Regierung hermarschieren darf, sondern daß gerade diese Herren unbedingt zur verantwortlichen Mitarbeit herangezogen wer­den, und daß sie den Mut haben, für sich, für Deutschland und die deutsche Wirtschaft die Konfequenzen aus dem zu ziehen, was sich seit Jahren unter ihrer Führung abgespielt hat.

Einstimmig wurde beschlossen, die nächst­jährige Tagung in Frankfurt a. M. abzuhalten.

Das Echo der Siloerbergrebe»

Berlin, S. Sept. DieDeutsche All­gemeine Zeitung" nennt Silverbergs Rede ein Ereignis, bezweifelt aber, daß die Arbeiterschaft sich unter die Führung des Unter­nehmertums begeben werde, und verweist auf die sozialpolitischen Forderungen als Hinder­nis eines engeren Zusammengehens. Die Deutsche Tageszeitung" ist über­zeugt, daß Herr Silverberg nur für feine Per­son gesprochen habe, und sie vertraut im übri­gen darauf, daß das Wirtschaftsprogramm des Reichsverbandes, namentlich die Forderungen auf sozial- und steuerpolitischem Gebiete die Unmögllchkeit erweisen wird, es unter Mit­wirkung der Sozialdemokratie durchzusetzen. Das ist auch die Meinung derTäglichen R u n d s ch a u", die meint, daß die immer radi­kaler gewordene Sozialdemokratie in ihrer Zer­rissenheit und in ihrer Furcht vor dem Kom­munismus die politische Verantwortung, die Silverberg ihr zuweise, nicht tragen könne. Aber vielleicht werde diese Rede die Sozial­demokratie nötigen, ihre bisherige Politik nach­zuprüfen und in Verhandlungen einzutreten. DerVorwärts" schreibt von einem Ver­zicht auf den Klassenkampf, das heißt den Kampf um das soziale Recht, könne keine Rede sein. Wenn die Industriellen das Zusammen­wirken mit der Arbeiterschaft suchten, so wür­den sie durch Taten ihrer politischen Interes­senvertretung und durch Achtug der Ansprüche der Arbeiterschaft beweisen müssen, daß in einer derartigen Zusammenarbeit die Rechte der Arbeiterschaft ihren Raum behalten. Nach den bisherigen Reden der Industriellen sehe man wohl ein Stück guten Willens, nicht aber jene Kenntnis der vielleicht dem Unternehmer­tum hart erscheinenden Erforderifle, deren Er­füllung die Voraussetzung für ein Zusammen­wirken sei.

hat. Rada» würd« am SaoUttag in Zürich verhaft, -lach den beiden anderen wird noch gefahndet.

Echt»«»«» Unfall auf einem Kohlenw*»k.

ane dem Siiqengebtrge- aus Hoyerswero« gewei­det wird, ereignete sich auf dem Anhaltischen Koh­lenwerke im Betrieb« der Grube »Maria der M" ein schwerer Unfall. Die Lokomotive eines Abraum- zuges fuhr gegen bie 75 Tonnen schwere Balast- trommel eine« Krupp-Baggers. Bei dem Zusam- menstoß wurde der Führechand d« Lokamotive ab. gehoben und auf den Kessel gedrückt. Beide Loko­motivführer waren sofort tot Der Heiz«, der vor dem Zusammenstoß abzuspringen versucht«, erlitt schwere Beinverletzunge» sowie Verlegungen durch ausströmende Dämpfe be« geborstenen Kessel».

Zwei Kinder durch SlarWrom getötet

Berlin, 4. Sept. Einer Magdeburger Mel- dung zufolge bestiege» im Gommern 6- Magde­burg zwei Knaben einen an der Straße stehen­den Mast der Hochspannungsleitung. Sie kamen der Leitung zu nahe und Weben an ih>- hängen. Beide Kinder fanden den Tod.

«in Opfer des R«nbm»-d«k» Böttcher.

Die angebliche Krankenschwester Dörlitz, auf di» der Mörder der Gräfin Lambsdorff kurz vor seiner Verhaftung bei Hoppegarten einen Raubüberfall ver­sucht hatte, war, wie bereits am Samstag gemeldet, als die Polizei sie vernehmen wollte, plötzlich ver­schwunden. Er stellte sich heraus, daß es sich um eine steckbrieflich verfolgte Gaunerin handelt, die sich durch Schwindeleien Geld ,« Verschaffe» suchte. Als sie am Sonntag in Gcnthi« neue Hochstapeleien versuchte, wurde sie nach einer Meldung derBerliner Montagspost" entlarvt und von der Genthiner Kriminalpolizei verhaftet. Sie wird wahrscheinlich am Montag nach Berlin verbracht werden. Das Raubdezernat der Berliner Kriminal Polizei ist von der Festnahme der angeblichen Kranken- schwester verständigt worden.

Hindenburg, Dir gehört mein Herz".

Prag, 4. Sept. Wie die Blätter berichten, kam in ein Gasthaus in Oberplan im Böhmerwald ein gewisser Ambros Wenisch, und trank etwas, fiel aber durch sein verstörtes Wesen auf. Plötzlich stand er auf, begann eine Rede zu halten und stieß sich mit den Worten:Hindenburg, dir gehört mein Her,!' ein Messer in die Brust und sank tot zu Boden. Es dürfte sich um einen geistig Gestörten handeln.

Neue Dorsbrände in Tirol.

Na, ler

München, 3. Sept. DieMünchener Neuest, ichrichtm" melden aus Innsbruck: Der Wei-

Egq im Pitztal wurde ein Raub der Stam­men. Ferner finb bei Sterzing neun Häuser des Ortes Flaus abgebrannt. Aus den bren­nenden Häusern konnte fast nichts gerettet

werden.

Schwerer Anfall eines Postautos.

Leipzig, 6. Sept. Ein schweres Autobusunglüä ereignete sich in der Nacht vom Samstag zum Sonn­tag auf der Wurzener Landstraße unweit des Bahn­hofs Eilenburg-Ost. Zwei Autobusse des Postauto- uerkehrs Wurzen-Eilenburg hatten ein^ÈMerfaibrt gemacht, um die Teilnehmer eines Ausfluges rrdzu- holen. Infolge dichten Nebels stürmte ein Autobus eine anderthalb Meter tiefe Böschung hinunter und verbrannte. Es gelang, sämtliche 36 Insassen zv retten bevor die Flammen stärker um sich griffen 21 Personen waren indessen mehr oder wenige: schwer verletzt worden. Die meisten hatten Schnitt­wunden erlitten, doch sind auch einige Knochenbrüche zu verzeichnen.

Sumpffieber und Typhus.

Breslau, 5. Sept. DieBreslauer Neuesten Nachrichten" melden: In der Umgebung von Cöben treten vereinzelt Fälle von Sumpf­fieberkrankheit auf. In besonders großem Um­fange herrscht die Krankheit in Deichslau, wo 30 Personen an ihr darniederliegen. In Hoch­bauschwitz ist ein Typhusfall zu verzeichnen.

Taifnnkatastrophe.

Loki», 5. Sept. Ueber Mitteljapan ist heute früh ein gewaltiger Taifun »iedergegangen, der eine groß: Zahl von Menschenopfern und beträchtlichen Sach­schaden im Gefolge hatte. In Tojohaschi wurden 12 Kinder getötet und 90 verletzt, in Hamatu durch Ein­sturz einer Fabrik 8 Arbeiter getötet und 25 verletzt. Auch in Nobschida ist die Zahl der Verletzten gross. Auf dem Militärflugplatz in «kcnogahara bei Nagoj- wurden einige Flugzeuge zertrümmert und etwa 40 beschädigt. Zu Yokohama kenterten zwei Leichter, wöbe: 15 Matrosen ums Leben kamen.

Wenn man der Braut ein Los schenkt.

Der Hauptgewinn der Kampsspiellotteris in Höhe von 120 000 Mark fiel auf ein Los, das ein in Köln-Delbrück wohnender Polizei­wachtmeister feiner Braut geschenkt hatte. Kür­nach der Zichung entzweite sich jedoch das Brautpaar. Der Polizeiwachtmetster Bedangt jetzt von seiner Verflossenen den Haupttreffer zurück, da nach bürgerlichem Recht ©eschen« unter Verlobten, falls die Verlobung aufge­hoben wird, gegenseitig zurückerstattet werd« müssen. Es droht ein komplizierter Prozetz wenn sich die Gewinner nicht doch noch ew' schließen, sich wieder zu versöhnen und bie Ehe zu schließen, die Fortuna so sichtbar gesegnet

Humoristisches.

Abwechslung. Setter besucht alle Abeabt die Witwe Reidrot und trinkt dort feinen T« Warum heiratest du sie denn nichts fragte ein Freund. ,/Daran habe ich auq schon gedacht", erwidert Setter.Aber, wo so» ich denn dann meine Abende verbringen?"

Der llaglückslag.Ist es wahr, Papa, bot es Unglück bringt, sich am Freitag zu oerh« raten?"Dummer Junge, warum sollt« ausgerechnet der Freitag eine AusnablNt machen?