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ßanauerW Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kana« Stadt und Land.
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Nr. 208
Moniag den 6. September
1926
— Der Völkerbunds rat hat einstimmig beschlossen, Deutschland als ständiges Mitglied des Rates aufzunehmen.
— Das Reichskabinett wird am Donnerstag nochmals zu den Genfer Fragen Stellung nehmen.
— Auf der Tagung des Gewerkschaftsbundes der Angestellten hielt Reichsfinanzminister Dr. Reinbold eine Rede über die weltwirtschaftliche Lage Deutschlands und die Beziehungen zur Wirtschaft anderer Staaten.
— Aus Spanien liegen ernste Nachrichten über die wachsende Opposition des Militärs vor. Der König hat den Belagerungszustand über das ganze Land verhängt.
GenndkatzSiO autsenoMmen!
Die Ernennung Deukschlan-s zum ständigen Ratsmitglied.
Genf, 4. Sept. Der Völkerbundsrat hat heule mittag 1 Uhr einstimmig den Bericht und die Vorschläge des Prüfungsausschusses zur Zusammensetzung des Völkerbundsrates genehmigt und auf Grund seiner Vollmachten aus Artikel 4 des Völker- bundpakles die Bezeichnung Deutschlands als ständiges Ratsmitglied sofort bei seinem Eintritt in den Völkerbund beschlossen. Mit der gleichen Entschließung wurde die Zahl der nichtständigen Ratsmitglieder von 6 auf 9 erhöht.
faltig abgewogenes Programm und ein Bekenntnis seien. Das Neue sei nti' die Notwendigkeit der Gemeinschl
erkenne, sondern daß man
daß man arbeit an-
ächlich dem Ar-
BundssLasrms dev ÄstSLfieSSiett.
Eine Ansprache des Reichsfinanzministers.
Hamburg, 5. Sept. Zwei der größten Säle Hamburgs konnten die vielen Tausende der Angestellten kaum fassen, die dem eigentlichen Festakt des 3. deutschen Angestellten- tages, veranstaltet vom Gewerkschaftsbund der Angestellten, beiwohnen wollten. Bundesvorstand Gustav Schneider beschwor in seinen einleitenden Begrüßuingsworten den Geist der Verständigung. Als dann der Hauptredner des Tages, Reichsfinanzminister Dr. Reinhold ans Pult trat, wurde er mit lebhaften Sympathiekundgebungen empfangen. Die folgenden Ausführungen Reinholds lösten besondere Zustimmung aus:
Der Gei st sozialen Verständnis- s e s der hier im Saale wehe, könne unser Volk
Genf, 4. Sept. Die von Ishii-Japan vorgelegte und vom Völkerbundsrat einstimmig genehmigte Entschließung über die Umbildung des Völkerbundsrates bezieht sich auf die auf Antrag Frankreichs in der Schlußsitzung der außerordentlichen Völkerbundsoersammlung vom März 1926 gefaßte Entschließung, in der die Völkerbundsversammlung ihr Bedauern über das Scheitern der Märztagung und den Wunsch aussprach, daß die Schwierigkeiten bis September beseitigt und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bis zu diesem Zeitpunkt ermöglicht wird. Die Entschließung lautet in Uebersetzung:
1. Der Rat genehmigt den Bericht des Prüfungsausschusses für die Zusammensetzung des Rates.
bert Eecil vom Prüfungsausschuß genehmigten Entschließung an die Adresse Spaniens zuzustimmen, und der Generalsekretär beauftragt, diese Entschließung dem spanischen Ratsmitglied zu übermitteln.
In einem von Lord Robert Cecil erstatteten und vom Rat genehmigten Bericht wird dem Prüfungsausschuß und insbesondere seinem Präsidenen Motta für ihre Arbeiten der besondere Dank ausgesprochen.
Eintritt am 10. September?
London, 4. Sept. Wie Reuter in gut unterrichteten Londoner Kreisen erfährt, erwartet man, daß Deutschland, fallsnich irgendein unvorgesehenes Ereignis eintritt, seinen Platz in der Völkerbundsversammlung am nächsten Freitag einehmen wird. Die Dölkerbundsversammlung hält am 6. September ihre erste Sitzung ab, jedoch wird die Frage der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund vor Mittwoch nicht zur Beratung kommen.
beitnehmer zum erstenmal vertrauensvoll die Hand entgegengestreckt zu dieser Gemeinschaftsarbeit. Seine Fraktion werde mit allen Kräften dafür eintreten, daß diese Vertrauenarbeit ge« fördert wird.
Auf dem Bundestag wurden die Anträge auf E i n fü h r u n g einer * “ * ^ ; “ ; ! C ' “ Altershilfe für die Angestellten und auf Erhöhung des Hinterbllebenengeldes unter großem Beifall angenommen.
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Der Rat beschließt deshalb auf Grund der ihm durch Arikel 4 des Völkerbundspaktes zuskehen- den Vollmachten: a) die Bezeichnung Deutschlands als ständiges Mitglied des Rates sofort bei seinem Eintritt in den Völkerbund, b) die Vermehrung der nichfländigen Ratssitze, die aus 9
Briands Steg.
Paris, 5. Sept. Gleichzeitig mit dem 12. Jahrestag der Marneschlacht ist heute in Paris Briands gestriger Sieg im Völkerbundsrat über den schwedischen Delegierten Unbén und den belgischen Delegierten Vandervelde gefeiert worden. Die Blätter aller Parteien geben ihrer Freude über den neuen Erfolg des alten Praktikers Briands unverhohlen Ausdruck. Ueber den weiteren Verlauf der Verhandlungen herrscht jetzt in Paris große Zuversicht. Mit
Don der Deutsche« Dolksparlei.
Sigmaringen, 6. Sept. Die preußische Landtags» frottiern der Deutschen Volkspartei hielt gestern eine Sitzung ab, in der der Vorsitzende, Abgeordneter v. Campe, und Dr. Leidig den politischen Bericht er« statteten. Eine rege Aussprache ergab die vollständige Zustimmung der Fraktion zu den politischen Beschlüssen des Partei Vorstandes und des Reichs- ausschusses. Insbesondere wurde betont, daß die Landtagsfraktion geschloßen zu der Außenpolitik ihres Parteiführers Dr. Stresemann stehe. Begrüßt wurde die Einberufung einer Konferenz aller Land- tagsftaktionen des Reiches, die am 30. September in Köln stattfinden wird. Dabei sollen Fragen der Staatsverwaltung und des Finanzausgleiches behandelt werden.
Aktives Eingreifen Japans in China.
Aus Tokio wird gemeldet: Der Generalgouverneur von Korea, General Kodoma, bringt feiner Regierung gegenüber in Vorschlag, in den Kampf gegen Kanton aktiv zugreifen. Hierzu sei die Eisenbahnlinie Mukden bis Tjantzin durch japanische Truppen eiti 'eien ’ nische Schiffe
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nünftigeHandelsverträge in Ver- bindung mit einer gesunden Finanzpolitik. Wir müssen zunächst dafür sorgen, daß wir im eigenen Lande leben und arbeiten
können. Alles müsse getan werden zur Festigung unserer Währung im Ansehen der zen Welt. Das allzulange Festhalten an einer Ueberbesteuerung hat sich schon gerächt. Die Wirtschaftskrise des letzten Winters war die Folge. Jetzt heißt es n i ch t f i s k a l i s ch, fände r n wirtschaftlich denken. Das
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Steuersystem muß wirtschaftlich begründet und sozial gestaffelt werden. Die Umsatzsteuer ist auch heute noch zu hoch für ein an die Weltwirtschaft angeschlosssnes Volk. Das Steuer-
chterungsprogramm hat sich h r t, ohne einen Minderertrag für die Reichskasse zu ergeben. Das Primäre sei jetzt, den Umsatz des deutschen Handels zu vergrößern. Das alles geht nicht ohne Verwaltungsreform, die schon im Finanzministerium begonnen werde.
erlei bewä
die Anwendung dieser Beschlüsse.
4. Der Rat empfiehlt der Versammlung, die vom Prüfungsausschuß in bezug aus das Wahlverfahren für die nichtständigen Ratsmitglieder und für das Regime ihres Mandats gemachten Vorschläge einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen.
Genf, 4. Sept. Der schwedische Vertreter U n« dën gab eine Erklärung zu Protokoll des Inhaltes, daß nach der Auffassung der schwedischen Regierung die Vermehrung der Zahl der Ratsmitglieder mit Unzuträglichkeiten verbunden sei. Die schwedische Regierung sei aber bereit, ihre Haltung aufzugeben. Sie erinnere immerhin an die im Prüfungsausschuß von ihrem Vertreter geltend gemachten Vorbehalte und hoffe, daß mit dem jetzigen Ratsbeschluß eine Lösung der Krise erfolgen werde.
Außerdem wurde auf Vorschlag des Präsidenen Benesch beschlossen, der auf Antrag von Lord Ro-
drei halbstündige Rats ege den, deren praktische Bedeutung kaum hinter der der ständigen Sitz «zurück steht und daß Polen für mindestens sechsJahre gleich berechtigt an der Seite Deuschlandsim Rate sitzen wird.
Die Strömung, die sich im Schoße der Versammlung gegen die Schaffung halbstündiger Sitze geltend machte, hält man in Paris für viel zu schwach, um gegen die vom Rat beschlossene Regelung wirksam ankämpfen zu können. Zudem glaubt man nicht, daß jemand die Verantwortung für die Heraufbeschwörung einer neuen Krise auf sich nehmen wird.
Deutschland wollte in den Völkerbund eintreten, bevor die Zusammensetzung des Rates durch einen Beschluß der Versammlung verändert worden ist. Dieser Anspruch wurde ihm jetzt auf das Betreiben Briands verweigett. Es handelt sich also um einen Sieg der französischen Auffassung.
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men. Das aktive Eingreifen Japans fei not« wendig geworden. Die japanischen Kaufleute und Industriellen in China sehen sich hart bedroht.
Die „DAZ" meldet aus Schanghai: Me ja«
panischen Kanonenboote haben 250 Seesoldaten gelandet. Morgen werden umfangreiche Verstärkungen nach Hankau in Marsch gesetzt. Es sind Bemühungen im Gange, den General- gouverneur der Nangtse-Provinz, Sun Shuan- fang zum aktiven Eingreifen zu veranlassen.
Unter den Nachrichten aus Hongkong ner«
g zum aktiven Eing Unter den Nachricht
Es werden nicht Personen, sondern Auf. gaben und Aemter abgebaut. Der Finanzausgleich hat seinen Zweck in der Geschichte des deutschen Wiederaufbaus verfehlt, wenn die Finanzdecke von den Ländern nur hin- un- hergezerrt wird.
Genske Lage in Spanien
Wachsende Opposition des Militärs. — Verhäng- ung des Delagerungs Zustandes über ganz Spanien.
Die Einkommensteuer muß nachgeprüft werden, namerftlich in den niedrigeren Stufen. Das bisherige Ergebnis der Steuer erlaubt, an eine Ermäßigung der Kredite zu denken. Die individuelle Besteuerung ist eine besonders schwere Last auf unserer Wirtschaft, da sie die Kaufkraft schwächt. Bei den Konsumsteuern nruß die Volksgesundheit in den Vordergrund gestellt werden. Bei der jetzigen Desorganisation müßten wir noch lange mit einer großen Arbeitslosigkeit rechnen, wenn sich auch die Zahl der Arbeitslosen in den letzten Monaten um rund eine halbe Million gesenkt hat.
Nach der Rede Reinholds entboten noch verschiedene Delegierte der Versammlung ihren Gruß. Prof. Dr. Heyde vom Verein für Sozialreform wies auch auf die Rede Silverbergs hin, der den Arbeitnehmer als gleichberechtigten Faktor anerkennt. Er schloß, daß man im Gegenlager eingesehen habe, daß man allein nicht weiter könne. Aehnlicher Meinung waren die offiziellen Vertreter der politischen Parteien, unter denen Fischer von der deutsch- oemokratischen Reichstagsfraktion besonders be- tonte, daß die deutschen Unternehmer sich in hrer Tagung dazu bekannt hätten, sich auf die Grundlage des repuplikanischen Staates zu stellen. Das sei besonders wichtig, daß jetzt end- llch Staat und Wirtschaft, dic doch ßusamm engehören, auch zusam - menttehen. Jetzt könne man auch mit arö-1
Madrid. 5. Sept. In einer offiziösen Kundgebung wird auf die sehr ernste Lage hingewiesen, in der sich das Land durch die sich häufenden Fälle von Insubordination in der Armee als Folge der Abänderung des königlichen Erlaßes vom 6. Jun! dieses Jahres über die militärischen Auszeichnungen befindet. So gab heute der Chef der Artillerie- sektion ohne Ermächtigung des Kriegsministers den beurlaubten höheren Artillerieoffizieren den Befehl, sich wieder auf ihren posten einzusinden. Der Chef des Artillerieregiments in Segovia ordnete ebenfalls ohne Ermächtigung die Bereitschaft der Truppen der Garnison Segovia an und zwar angeblich als Vor- sichtsmahncchme für etwaige Angriffe durch Madrider Truppen. Auch in der Militärakademie in Valadolid sind Fälle von Indisziplin vorgekommen. Infolge dieser Ereignisse hat die Regierung dem König geraten, nach Madrid zurückzukehren und ihn um die Ermächkgung gebeten, für ganz Spanien den Belagerungszustand zu er- klären und andere Maßnahmen zu veranlassen, so besonders die Enthebung aller höheren Artillerieoffiziere von ihren Posten und das Verbot des Tragens der Uniformen unter Androhung schwerer Strafen für den Weigerungsfall.
Paris, 6. Sept. Wie Havas aus Madrid meldet, ist der König gestern morgen dort eingetroffen. General Primo de Rivera hat sich ins Schloß be-
geben, um dem König Bericht über die Lage zu erstatten.
Wie Havas weiter meldet, veröffentlicht der Staatsanzeiger zwei Verordnungen:
1. Die Verhängung des Belagerungs- zustandes über ganz Spanien, die Balearen und die Kanarischen Inseln;
2. Enthebung aller Artillerieoffiziere von ihrem Dienst, mit Ausnahme der in Marokko, unter Verlust der Pension und Verbot des Uniformtragens.
Paris, 6. Sept. Wie Havas aus Madrid meldet, wird erklärt, daß derKönigGeneralPrimo de Rivera das Vertrauen erneut geschenkt habe und ihn mit der Unterdrückung der Unbotmäßigkeit unter den Artillerieoffizieren beauftragt hab«. Bei den übrigen Militär- und besonders bei den Reserveformationen herrscht vollkommene Ruhe und Disziplin.
L o n d o n, 6. Sept. Nach einer Reutermeldung aus Gibraltar besagt ein Bericht aus Cadiz. daß die dort liegenden Kriegsschiffe gemeinsame Sache mit den Artilleristen machen, die in ihren Kasernen konzentriert sind. Es heißt, daß in Barcelona die Lage ähnlich sei.
ßerer Hoffnung die Arbeitsgemeinschaft er-1 warten. Dr. Pfeiffer von der Deutschen Volks- partei. erklärte. daß er. weil er die Materie!
martert.
arö-1 vartei.
von beiden Seiten kenne, gut orientiert sei. Er betonte, daß die Ausführungen Silverbergs keine zufällige Kuudaebuna. sondern ein iors-
zeichnet die „Times" neben den sensationellen nicht bestätigten Gerüchten die Meldung, daß ein britisches Kanonenboot auf dem Nangtse- Fluß von den Chinesen erbeutet worden sei. Die Fukien-Truppen, die Anhänger Marschalls San-Tschuan-Feng, näherten sich Swatau. aus dem die Behörden flüchteten. Den letzten Meldungen zufolge wird Hankau, das von den Kanton-Truppen angegriffen wurde, von den Streitkräften des Marschalls Wupeifu gehalten. Täglich treffen Verstärkungen bei Wupeifu ein.
Neue Zusammenstöße in Kalkutta.
Kalkutta, 5. Scptbr. In einem Vorori non Kalkutta ist es zu einem Zusammenstoß trotzen Mohammedanern und Hindus gekommen. Dabei sind mehrere Personen, darunter ein Europäer und ein indischer Poözeioffizier, verwundn worden.
Schweres EisenbahnungMck in den Vereinigten Staalen.
Denver (Colorado), 6. Sept Ein Pasiagierzug der von der Stadt Salt Lake nach Denver unter« wegs war, ist 45 Meilen östlich von Salida entgleist 15 Personen wurden getötet 50 verwundet, davon 25 schwer. Die Lokomotive, ein Betriebsttxi gen, zwei Personenwagen und ein Schlafwagen stürzten in den Arkansassluß.
Der Speisekarlen-Abbau in Frankreich
Paris, 5. Sept. Der PÄizeipräjekt non Paris hat eine Verordnun erlassen, die den Gastwirtschaften und Restaurants untersagt, ihren Gästen mehr als zwei Gänge zu verabreichen. Gleichzeitig find Vorschriften getroffe» worden, um der Reichhaltigkeit der Speisekarten zu steuern. Die Restaurants fwb z. Ä gehalten, auf ihrer Speisekarte höchstens vier Fleisch- und drei Gemüsegänge erscheinen z« lassen. Gleichlautende Verordnungen sollen auq von den Präsekten der Departements erlassen werden. Die Regierung, die diese Maßnahme» nach zahlreichen Besprechungen mit den Vertretern der Restaurateure getroffen hat, ver. spricht sich davon eine Einschränkung dv LebâswittLl Verbrauchs.