201. Zayrgung.
SanauerB Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.
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Nr. 202
Montag Sen 30. August
1926
Das Steteste.
-. Außer dem Botschafter v. Hoesch ist noch Ministerialdirektor Gautz nach Genf gesandt worden. Die Delegation ist gestern nachmittag in Genf eingetroffen.
— Die in Genf eingetroffenen Experten der einzelnen Delegationen haben gestern interne Vorbesprechungen abgehalten.
— Im Reichsverkehrsministerium fand eine Aussprache über die Sicherung des Eisenbahnverkehrs statt.
— Die beiden Verkehrsflugzeuge der Deutschen Lufthansa sind gestern auf ihrem Ostastenflug in Mulden angekommen.
— Der gestürzte griechische Diktator Pangelos wurde nach Kreta gebracht und dort gefangen gesetzt.
Onteene V-vbeßpvechunsen ist GM.
Nationale Umlaute in Güdtivo».
Soweit die Politik Mussolinis koloniale Ziele erstrebt, kann man sie durchaus verstehen. Es ist den Italienern von den Franzosen in kolonialen Fragen übel mitgespielt worden. So hatte sich in Tunis bereits eine starke italienische Kolonie gebildet, als plötzlich die Franzosen ihre Ansprüche auf dieses Gebiet geltend machten. Die Italiener wurden damals im
wesentlichen auf das Gebiet von Abessinien beschränkt, und dort blühte ihnen kein Glück. Die Niederlagen auf abessinischem Boden riefen in Italien eine wirtschaftliche Not hervor, die bereits damals zu einer Inflation in Verbindung mit einem Sturz des Lire führte. Daher hatten die Italiener lange Zeit für die Beschäftigung mit kolonialen Problemen nichts übrig und erst Mussolini konnte wieder hierfür Begeisterung Mâen. - -'-^
Niederlagen auf abessinisch Italien eine wirtschaftliche
Die Bestrebungen der Italiener, ihr Gebiet in der Zwischen-
zu erweitern, beschränkten sich zeit auf das Land am Adriati^
eschen Meere. Die Herrschaft über die Adria war lange Zeit das geflügelte Wort im Munde der italienischen Politiker. So forderte auch Mussolini in erster Linie Stücke Jugoslawiens für Italien. Er sieht Dalmatien als ein Italien gehöriges Stück an, das er bei guter Gelegenheit nehmen möchte. Das ist einer der Hauptgesichtspunkte, wenn Italien Verträge mit der Kleinen Entente eingeht und die Rolle eines Beschützers dieser Staaten gegenüber Sowjet-Rußland zu gewinnen sucht. Aber das Vertrauen zu der politischen Weisheit Mussolinis erleidet eine Erschütterung, sobald er die naheliegenden Ziele italienischer Politik im Osten aufgibt und plötzlich Drohungen an die Adresse Deutschlands richtet. Die Vorgänge in Südtirol sind zu bekannt, als daß man noch ein Wort über die 'wlienischen Ueberariffe hier verlieren möchte. Aber wenn jetzt Mussolini die dort ansässigen Deutschen mit Gewalt zu Italienern zu machen lucht, so treibt er doch sein Spiel noch ärger, als man sich je hätte ausmalen können. Er will mit Gewalt die historischen Traditionen, die er R zurechtgemacht hat, formen. Er gibt vor, daß die heutigen Italiener unmittelbare Abkömmlinge der Römer sind und, da Tirol von den Römern beherrscht wurde, so unterstellt er, auch dort eine rein römische Bevölkerung lebte. Er vergißt, daß deutsche Stämme in Aorditalien eindrangen und die römischen Ein- wohner zurückdrängten. Die große Figur und
bekannt, als daß italienischen Ueb< Aber wenn j
wvyner zuruckdrangten. Sie große Figur und blonde Haar des Norditalieners verrät noch heute die deutsche Abstammung. Eine ita- "enlsche Stammbevölkerung besteht eher im «uden, wo sich allerdings Römer und Sara- afn gemischt haben. Aber derartige geschichtliche Tatsachen stören einen Mussolini nicht. Nach Mner Auffassung sind die Tiroler Römer, und der deutsche Name eine andere Abstammung müssen sie umgetauft werden. So muß "er Adel Südtirols jetzt seinen Namen ablegen, cn er urkundlich seit Hunderten von Jahren "esitz. Die Tiroler Adligen müssen es sich ge- !°Uen lassen, daß ihnen italienische Namen bei» Wegs werden. Hätte Mussolini ein Jahrh "ert früher den Versuch gemacht, die italienii
it. Nach
mn-
ß - '-uyci uen loequiy geuiuuyi, uie uuuculfâe ^?"ung „int" an einen deutschen Namen zu ^"Ngen, so würde man ihn noch verstanden i"ben, denn es gehörte zur Mode jener Zeit. Damals legte sich mancher Künstler eine ita- "Mche Endung zu. Mussolini könnte, wenn " wirklich die Jaliener am Namen erkennen höchstens manchen italienischen Namen in '""" deutschen umwandeln.
K ®o wirkt diese neueste italienisch, Mg geradezu grotesk. Wollte & ^ai auf Grund der Tatsach nung der Bevölkerung sich Gebiete von Italien l.fdern, so müße es Ansprüche auf Norditalien "«eben; denn der Po ist die wahre Grenze
ie Berord-
Deutschland io der Abstam-
Gens, 29. August. Lord Robert Cecil, der Samstag von Pans nach Genf reifte, gewährte einem Berichterstatter vor der Abfahrt am Londoner Bahnhof eine Unterredung. Er erklärte folgendes: Von einer Krise im Völkerbund kann, soweit mir bekannt ist, nicht gesprochen werden. Sicherlich sind eine Reihe Heikler Fragen zu erledigen, aber die Richtlinien, die zur Klärung der Probleme führen, liegen bereits vor. Die von mir mehrfach vorgeschlagene Formel, die Reorgani- sierung des Rates betreffend, wird in ihren groben Umrissen zur Annahme gelangen. Zur Regelung der Meinungsverschiedenheiten trug die Berliner Juristen-Aussprache entschieden bei. Ueber Spaniens Ansprüche auf Tanger zu sprechen holte ich als Vertreter Englands im Völkerbund für unzulässig. Der Völkerbund hat mit Tanger nichts zu tun, doch es ist nicht aus- geschlosten, daß die in Genf anwesenden Minister der beteiligten Staaten über Spaniens Wünsche sprechen werden. Alles ist möglich, bloß auf die Form kommt «s an, deren man sich bedient. Lord Robert Cecil erklärte mit Bestimmtheit, daß er den Eintritt Deutschlands in Bund und Rat für gesichert halte. Aus den Worten des englischen Staatsmannes klang ein frischer, kräftiger Optimismus, der mit den in London und Paris veröffentlichten skeptischen Betrachtungen über die Lage des Völkerbundes scharf kontrastierte.
Einige Mitglieder der Studienkommission für die «anijaiion des Vvtreroundsrars
des Tages angekommen. Botschafter v. Hösch und Ministerialdirektor Gaus kamen nach 5 Uhr in Genf an und erhielten kurz danach den Besuch von Cecil Hurst, mit dem sie dann ins Hotel der britischen Delegation fuhren, wo sie mit Lord Robert Cecil, Hurst und dem französischen Vertreter Fromogeot eine zweistündige Besprechung hatten. Ueber das Ergebnis der Aussprache vernimmt man, daß volles Einverständnis darüber bestehen soll. an den Vorschlägen der Studienkommission vom Frühling festzuhalten und nur die Bestimmung über die eventuelle Wegwahl von Ratsmitgliedern fallen zu lassen, die nach dem Inkrafttreten des Zusatzes zu Artikel 4 des Völkerbundspakts nicht mehr als nötig erachtet wird. Allgemein scheint eine recht optimistisch« Stimmung obzuwalten, und man rechnet damit, daß die Kommiffion schon am Mittwoch ihre Arbeit mit einem Bericht an den Völkerbundsrat beendigen wird, den dieser voraussichtlich an die Völkerbundsoersammlung leiten dürfte, ohne dazu Stellung zu nehmen, weil das Initiativrecht zur Schaffung von neuen nichtständigen Ratssitzen bei der Volkerbundsoersammlung liegt.
Ueber die Vorbereitungen der Völkerbundsversammlung erfahren wir, daß die d e u t s ch e Del e g a ti o n wieder im Hotel Metropole logieren mirb und ihre Zimmer bereits von dem ersten Tage ""ch Versammlungsbeginn an bestellt sind.
Polens SlanSpunkk.
29' ^M' Vst einem Empfang der pol- nischen Botschaft erklärte Außenminister Zalew- ski wie der „Malin" meldet, gestern nachmittag vor französischen Pressevertretern, er habe eine vollständige Uebereinstimmung zwischen der sranzö- fischen und der polnischen Politik feststellen können und er glaube, daß man zu einer allgemeinen Verständigung in der Frage der Ratssitz« kommen werde, wenn man sich an den Vorschlag Lord Robert Cecils halte. Allerdings werde man dafür sorgen müssen, daß das Recht der Wiederwahl der halbständigen Mitglieder schon jetzt festgelegt und nicht auf nächstes Jahr, wie es der ursprüngliche Plan vorsehe, verschoben werde. Außerdem ermächtige Artikel 3 des Entwurfs die Versammlung,
jederzeit einem Mitgled des Rates fein Mandat zu entziehen. Dieser Artikel laufe Gefahr, eine ernste Gegnerschaft hervorzurufen. Es wäre deshalb angebracht, wenn man ihn ergänzen würde. Ueber die Beziehungen zwischen Rußland und Polen befragt, erklärte Zalewski, Polen sei bereit, mit Rußland auf der Grundlage eines allgemeinen, alle Oststaaten umfassenden Systems zu verhandeln. Polen wolle ein Locarno, aber auf russischer Seie schlage man eine Art Rapollo vor, nämlich eine Entente zu zweien mit Neutralitätsklauseln, durch die die Anwendung der Artikel des Dölker- bundsstatuts ausgeschlossen werden solle. Einen derartigen Vertrag könne aber Polen nicht abschließen.
Italiens und Spaniens Austritt in Aussicht gestellt?
Paris, 29. Aug. Der „Paris Soir" glaubt, daß die Völkerbundssession den gemeinsamen Austritt Spaniens und Italiens aus dem Völkerbund bringen werde. Im übrigen erkennt die Zeitung an, daß von allen beteiligten Mächten Deutschland bis jetzt die konsequenteste Politik mit Bezug auf seinen Eintritt in den Völkerbund befolgt habe und daß dieser Umstand ihm mit großer Wahrscheinlichkeit ein Ansehen verleihen werde, das den übrigen Mächten abgehe, die zumeist heute noch nicht klar wüßten, was sie wollten.
Der „Tempo" überprüft in seinem Leitartikel die
nehmbare Rolle gespielt. Es hat vielfach die französischen Maßnahmen kritisiert.
Aber sobald eigene Interessen Italiens und Mussolinis es als praktisch erscheinen ließen, daß Italien über das von allen Seiten in die Enge getriebene Deutschland herfiel, zögerte Mussolini nicht einen Augenblick. Als er im Begriff war, sich in England günstige Bedingungen für ein Ablösen der Kriegsschulden zu sichern, schrie er sofort laut über den offensiven Geist Deutschland, der ihm in Tirol zu schaffen
mache. Er wußte, daß seine Drohungen mit Invasion über den Brennerpaß in Eng- und Frankreich guten Eindruck machen würden. Es war kein sehr schöner Zug im
einer
land und
Wesen des Diktators, daß er für eigene Dor-
teile auf den Schwachen einhieb. Kriegsfanfaren waren freilich nur er wollte lediglich im Zeitpunkt der
Seine eater; xhuld-
verhandlungen als ein Deutschenfeind gelten. So ist es in Wahrheit die Abhängigkeit von England, das ihm erst kürzlich einen günstigen Kolonialvertrag in Abessinien gewährte, wenn Mussolini weiter seine Feindschaft gegen alles Deutsche zum Ausdruck bringt. Man kann nicht annehmen, daß es in der Tat der Wille des italienischen Volkes ist, die Gegensätze zwischen Deutschland und Italien zu verstärken. Es bestehen heute weit schärfere Gegensätze zwischen Frankreich und Italien. Sollten diese Gegensätze einmal zu kriegerischen Verwickelungen führen, so könnte Italien auf eine Unterstützung Deutschlands angewiefen sein. Freilich kann Deutschland nur dann eine Rolle im Konzert der Mächte spielen, wenn es wieder Macht besitzt. Das aber wollen die Ententemächte durch ihre immer wieder vorgebrachten Abrüstungsforderungen verhindern. Würde Italien in einer Zeit der Not auch
lands in den Völkerbund und Schluß, daß die größten Hemmnisse von feiten Spaniens zu erwarten seien, das in ganz ungerechtfertigter und ungeschickter Weise die Frage mit dem Tanger-Problem verknüpft habe. Eine solche Verknüpfung sei nach Ansicht der französischen Regierung durchaus unzulässig. Die Forderung Spaniens berühre sonderbar. Spanien habe bisher einen ständigen Ratssitz aus Gründen nationaler Würde gefordert. Es fei nicht einzusehen, wie das nationale Ansehen nach Gewährung einer Kompensation plötzlich befriedigt sein könne. Eine Kompensation irgendwelcher Art könne übrigens vom Völkerbünde nicht gewährt werden. Man würde es dagegen verstehen und würdigen, wenn Spanien feine nationalen Beweggründe den europäischen Interessen untenordnen würde.
Um Deutschlands Eintritt in den Bund.
Paris, 30. August. Der Generalvertreter der Havasagentur glaubt zu wissen, daß im Laufe der letzten Woche zwischen dem Sekretariat des Völkerbundes einerseits und den Mitgliedern des Völkerbundes und Deutschland andererseits Verhandlungen stattgefunden hätten, um das Vorgehen bei der Aufnahme Deutschlands in den Bund in allen Einzelheiten zu regeln. Vor allem sei ohne weiteres anerkannt worden, daß Deutschland nicht noch einmal dem im März angewandten Aufnahmeverfahren unterworfen werden dürfe. Don Deutschland sei keinen Augenblick dar Aufnahmegesuch zurückgezogen, darum brauche es auch nicht neu gestellt zu werden und ebensowenig brauche. der Völkerbundsrat damit befaßt zu werden. Das üblich« Verfahren vor der Versammlung habe im Laufe der außerordentlichen Märztagung stattgefunden. Es wird darauf hingewiesen, daß die Abstimmung der Versammlung zu Gunsten der Aufnahme Deutschlands gleich zu Beginn der Tagung erfolgen müsse. Da die Session am 6. September ansangen werde, werde die deutsche Delegation wahrscheinlich ausgefordert, zwischen dem 5. und 6. September ihre Plätze unter den übrigen Delegierten einzunehmen.
uchen, so wurde das Gebot der Klugheit es gebieten, die Empfindungen der deutschen Volksteile jetzt nicht zu verletzen.
Frankreich und Ser spanische Vorschlag einer Tanfler-Ksnseren^.
Paris, 29. August. Die Morgenpress« beschäftigt sich mit dem spanischen Vorschlag, die Tangerfrage auf der am 1. September zusammentretenden Konferenz zu behandeln. Der „Petit Parisien" teilt mit, am Quai d'Orsay habe man erklärt, daß die französische Antwort auf di« spanisch« Note über di« Tangerfrage noch nicht abgegangen sei, daß ober der spanische Botschafter in Paris schon jetzt seiner Regierung den wesentlichsten Inhalt dieser Antwort habe übermitteln können. Die französische Antwort werde ebenso wie die der englischen Regierung formell ablehnend sein. Das „Oeuvre" schreibt, Br-and habe gestern Gelegenheit gehabt, sich mit dem französischen Botschafter in London de Fleuriau über die Ansichten der englischen Regierung und imi dem französischen Botschafter in Rom Desnard über die Haltung der italienischen Regierung in der Tangersrage auszusprechen. Die französische Antwort an Spanien werde die Mitteilung enthalten, daß die französische Regierung zur Einleitung von Berhandlungen über gewisse Abänderungen des Tangerstatuts bereit sei, daß man aber keinesfalls die langerfrage oder irgendeine andere Marokkofrage vor den Völkerbund bringen dürfe. Die nach französischer Absicht allein mögliche Lösung trage
einen rein verwaltungstechnischen Charakter, französische Antwort werbe Madrid zugestellt den, sobald die zwischen Paris und London pflogenen Besprechungen abgeschlossen seien.
Die wer- ge-
zwischen Deuschland und Italienern. Mussolini hat sich für seine „Taufe" geradezu den Zeit- )untt ausgesucht, wo in Genf über Sprachenrogen verhandelt wird. Man könnte die Aufastung hegen, daß er mit dieser Maßnahme wieder einmal seine Macht fühlen lassen will, mit der er sich schon so häufig gebrüstet hat.
Betrachtet man die Motive für das Handeln Mussolinis genauer, so bemerkt man allerdings, daß in Wahrheit das übertriebene Auftrumpfen des Diktators seine Schwäche verbergen soll. — Italien hat sich seit dem Kriege im allgemeinen von den Ententebestrebungen ferngehalten, die auf ein Zerstückeln Deutschlands hinausliefen. Der französische Einfall ins
Ruhrgebiet verfolgte ja nicht lediglich wirtschaftliche Zwecke. Man wollte hiermit nicht allein die Einnahmen aus den Kohlenbergwerken in französische Taschen fließen lassen. Die Expedition war vielmehr auf einen ganz bestimmten politischen Zweck gerichtet. Es sollte ein Keil zwischen Nord und Süd nach Deutschland hmeingetrieben werden, und man hoffte, daß der französische Einfall das Signal für ein Absprengen Süddeutschlands sein werde. Aber es gelang schließlich doch nicht, Deutschland zu überrennen. Der übertriebene Druck von außen führte nur zu einem um so engeren Zusammenschluß des deutschen Volkes. In dieser ganzen Zeit hat Italien eins an-
London, 30. Aug. In einem von der „Daily News" veröffentlichten, vom gestrigen Sonntag datierten Telegramm des spanischen Außenministers Jangua heißt es: Die spanische öffentliche Meinung drängt die Regierung ihre Forderung bezüglich des Einschlusses von Tanger in die spanische Zone des Marokko-Protektorats vor den Mächten aufrecht zu erhalten, indem sie eine Garantie dafür geben, daß Tanger niemals eine Festung oder Kriegshafen werden kann. Würde man dieses Ersuchen nicht berücksichtigen, würde Spanien aus dem Völkerbund austreten.
Londoner Stimmen zur Dötker- bun-slagung.
London, 29. Aug. Die heutigen Blätter erörtern eingehend die bevorstehende Völkerbundstagung und die allgemein erwartete Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund.
Wickham Steed schreibt in der S u n d a y T i. m e s: Chamberlain kann unbeschwert nach Genf gehen, um an der Hauptaufgabe der bevorstehenden Völkerbundsversammlung mitzuhelfen, nämlich die Aufnahme Deutschlands und damit die Gültigkeit her Locarnoregelung herbeizuführen. Brasilien wird