201. Jahrgang.
Hanauer «Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.
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Ar. 200
Freilag den 27. August
1926
Das Steteste.
— Der Auswärtige Ausschuß hat in seiner gestri- -in Sitzung die Dölkerbundspolitik der Regierung gebilligt.
— Briand verhandelte gestern mit dem polnischen Außenminister und dem spanischen Botschafter über die Ratsresorm.
— Die Untersuchung der Eisenbahnunglücks bei Leiferde hat auch gestern keine Ergebnisse gezeitigt.
Äuswäriiger Ausschuß und Gens.
Der Auswärtige Ausschutz hinter der Politik -er Regierung.
— Die gestrigen Verhandlungen zwischen Vertretern der englischen Bergarbeiter und der Gerung sind gescheitert.
— Der griechische General Kondylis hat Kabinett gebildet, in welchem er das Kriegs- Marineministerium übernimmt.
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Könnte man den Nachrichten von chinesischen „Kriegsschauplätzen" aufs Wort glauben, so hätte sich in den letzten Wochen in der gesamten politischen Lage im Fernen Osten eine neue überraschende Wendung vollzogen. Die „Alliierten", d. h. die Heere der Marschälle Tschang. Tso lin und Wu Pei fu hätten die vom .christlichen General" Fang Pu siang organisierte „nationale Armee" aus ihren von vielen
für uneinnehmbar gehaltenen Stellungen am Nonckaupaß geworfen, entscheidend geschlagen, über Kalgon hinaus verfolgt, ziemlich aufge- rieben und ihre Reste gezwungen sich in den trostlosen Steppen und Wüsten des äußersten Nordwestens des Riesiènreiches zu verlieren. Das wäre der Anfang vom Ende des sowjetrussischen Einflusses in China gewesen, da dann auch bald die Stunde der sowjetfreundlichen KttüMingtanherrschaft in Kanton aeschlaaen haben E-^" M W
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Berlin, 26. Aug. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat heute unter dem Vorsitz des Abg. Hergt (Dn.) zusammen, um Erklärungen der Reichsregierung über die gegenwärtige politische Situation entgegenzunehmen. Zunächst behandelte Reichsaußenminisker Dr. Stresemann in einer über eine Stunde währenden Rede die außenpolitische Lage. Alsdann sprachen die Abgg. Kaas (Ikr.) und Graf Westarp (Du.). Die Aussprache war vertraulich. Reben den im Mittelpunkt stehenden Völkerbundsproblemen wurden auch die Desahungs- und Entwassnungsfrage, sowie überhaupt die Verhältnisse im besetzten Gebiet erörtert.
3m weiteren Verlaufe der Sitzung nahmen noch die Abgg. Dernburg (Dem.), Stöcker (Komm.), Dr. Bredt (Wirtsch. Vgg.), Wallrach (Dn.), Dr. Hilferding (Soz.), Gras Revenklow (Völk.), Dr. Scholz (D. Vpk.), Dr. Onaatz (Dn.) und Dr. Rosenberg (Komm.) das Wort.
Reichsaußenminister Dr. Stresemann beantwortete verschiedene Fragen, die sich aus der Diskussion ergeben hatten. Zwei kommunistische Anträge, die den Richteintritt Deutschlands in den Völkerbund wünschten und die Einberufung des Reichstages vor der Völkerbundsratstagung forderten, wurden ab- gelehnt.
hierauf vertagte sich der Ausschuß. Die Einberufung der nächsten Sitzung wurde dem Ermessen
men torische Seite in Betracht kommt, heut« bei
der
Au frang von kur, aus , gekehrt sei und nun die Trümmer "seiner gefürchteten Armee der „Eisenfresser" sammele und durch seinen suggestiven Einfluß zu verzweifelten letzten Kraftanstrengungen auf- veitschte, schien eine solche Auffassung zu be- ’räffigen. Diese Meldung war aber erfunden. Fang Pu siang sitzt immer noch seelenruhig in der Nähe von Mosau und studiert eifrig die Einrichtungen der Roten Armee. Er soll, wie die Londoner Times aus russischen Quellen ermittelt haben wollen, um die Zukunft der Kuomintschün" gar nicht besorgt sein und den Gerüchten über Verhandlungen zwischen deren gegenwärtigen Führern und Tschang Tso lin keine Bedeutung beimessen.
Von solchen Verhandlungen ist auch in Meldungen aus dem Fernen Osten neuerdings viel ^ie Rede, und es kommt dadurch allmählich nniges Licht in die dunklen Hintergründe der neuesten Phase des chinesischen Bürgerkrieges. Man muß sich erinnern, daß sich Feng Yu siang und seine Parteigänger schon einmal auf Kosten Wu Pei fus über die Herrschaft in Nordchina zu verständigen und darein zu teilen wußten. Damals ließ Feng Pu siang Wu Pei iu im gemeinsamen Kampfe ge, lin im Stich. Auch diesmal schei wieder als Opfer einer i' , gung erkoren worden zu sein. Nur daß dieses Mal nicht Feng Pu siang oder dessen Stellvertreter, sondern Tschl râter" spielt. Wu Pei fi
. .. MN Tschang so
11 scheint Wu Pei fu ähnlichen Verständi-
, fang Tso lin den „Ver-
- ,r.....— Pei fu war kürzlich nach Peking geeilt, um Intriguen zu durchkreuzen, die vort gegen seine Vertrauensmänner in der gegenwärtigen „Regierung" gesponnen wurden. Bevor er damit irgendwelche Erfolge er- sielen konnte, sah er sich gezwungen, Hals über itopf wieder abzureisen, um die für ihn ver- Meifelt aussehende Lage an der Südfront wie- ber herzustellen, wo der siegreich vordringenden Armee der Kantoner Regierung ein Durchbruch geglückt ist, sodaß ihre Vereinigung mit
„ersten nationalen Armee" (Kuomintschün) "sehr und mehr in den Bereich der Möglicheit tem. Der Erfolg der Kantoner Kuomingtang- ,buppen ist umso bemerkenswerter, als sie gleichzeitig in Kiangsi gegen Sun Tschuong fang vorzurücken scheinen, der bekanntlich seit kurzem, offenbar von England begünstigt, den Versuch macht, fünf der reichsten, das untere Mngteetal ein- und umschließenden Provinzen W einem Pufferstaat zwischen Nord- und Süd- ^'na zusammenzuschweißen. Im ganzen lassen
letzten Nachrichten bei dem Kenner fernost- l'cher Verhältnisse den Eindruck zurück, daß die ^uomingtschün auf Grund eines vorläufig noch Wenn gehaltenen Einvernehms mit Tschang
lin gegen Zusicherung einer Beteiligung an künftigen Regierung im Norden ihre l?°"ptstadt Peking beherrschenden Macht- uellungen freiwillig geräumt haben, um nach vwßen Scheinkämpfen ihre ungeschwächten
über die Abstimmung, daß für den kommunistischen Antrag, das Reichskagsplenum einzüberufen, um einen Beschluß auf Zurücknahme des deutschen Antrages auf Aufnahme in den Völkerbund zu fassen, außer den kommunistischen Abgeordneten die beiden Völkischen und die deutschnationalen Mitglieder des Ausschusses stimmten.
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wie wir hören, hat Reichsminister des Aeußeren Dr. Stresemann keinen Zweifel darüber gelassen, daß eine Abreise der deutschen Delegation nach Genf erst dann in Frage kommen könne, wenn die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund gesichert und die Frage des ständigen Ratssihes für Deutschland völlig g e k lä r t ist. 3n der Aussprache sei zum Ausdruck gekommen, daß der Auswärtige Ausschuß diese Haltung der Reichsregierung billige. Der Ueberblick, den Dr. Stresemann über die letzten diplomatischen Verhandlungen in der Völkerbundssrage gegeben hat, soll, wie nach dem „Lokalanzeiger" aus dem Reichstag verlautet, im großen und ganzen einen zuversichtlichen Eindruck hinterlassen haben. Die Aussichten auf eine glatte Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund hätten sich v e r st S r k l. Es bleibe allerdings dann die Frage, was nach der Aufnahme Deuffchlands in den Völkerbund und nach feiner Zuwahl als ständiges Mitglied im Völkerbundsral geschehen werde, wie das „Berliner Tageblatt" schließlich noch bemerkt, ist eine besondere Beschlußfassung des auswärtigen Ausschusses nicht vorgesehen, es sei jedoch festzuslellen, daß die Haltung der Reichsregierung in der Völkerbundssrage die Billigung der Mehrheit des Ausschusses gefunden habe.
Eine offiziöse Information über die Lage.
Berlin, 26. Aug. Auf Grund der im Laufe des heutigen Tages der Presse zugegangenen politischen Informationen läßt sich folgendes fcststellen:
Sie Dorfrogen für die Behandlung des deutschen Eintritts in den Völkerbund sind, soweit bie parla»
Sitzung des Auswärtigen Ausschusses abgeschlossen worden. Der Besuch des Rechtssachverständigen im französischen Außenministerium, Fromageot, bei dem Leiter der Rechtsabteilung, Ministerialdirektor Gauß, hat lebhaftes Interesse erweckt. Es handelte sich bei dieser Besprechung um einen Ueberblick über die voraussichtliche Rechtslage, die sich aus der Verwirklichung des Cecilschen Vorschlages über die Ratsreform ergeben würde und über die technischen Möglichkeiten einer Rücksichtnahme aus gewisse spanische Wünsche. Diese Wünsche sind durch die Behandlung der Tangevfrag« in den letzten Wochen zweifellos etwas abgefchwâcht worden. Die Möglichkeiten, eine Kompensation für eine Milderung der bisherigen spanischen Ansprüche in der Form eines Mandats über Tanger zu erhalten, gestattet der spanischen Regierung offenbar, bis zu einem gewissen Grade auf den Boden der vorgeschlagenen Reform zu treten. In diesem Falle würde auch der polnische Anspruch aus einen ständigen Ratssitz nicht mehr die gleiche Bedeutung haben, wie vordem, weil Polen schwerlich das Odium aus sich nehmen wird, als einzige Macht die Ueberein tunst innerhalb des Bundes zu vereiteln. Es besteht also zurzeit in Berlin der Eindruck, daß die Gewährung des einzigen ständigen Ratssitzes für Deutschland diesmal geregelt sei. Ueber den Weg dahin geben die Aeußerungen, die der belgische Außenminister Bandervelde kürzlich kundgetan hat, einen gewissen Anhalt. Er hat dabei mit einer Rt-usch-erung an öen der Studienkommifsio« erklärt. Dabei bürste es sich nicht darum handeln, die Dauer des Mandats und die Wiederwählbarkeit abzuändern, ebensowenig darum, die qualifizierte Mehrheit zur Bedingung für die Wiederwahl zu madjen, son- dèm es handelt sich vielleicht um bie Wünsche einzelner Mächte, diesmal im Voraus eine Zusage inbezug auf die Prolongierbarkeit ihres Mandats zu erhalten, ferner um das eventuelle Fallenlossen der Kassationsklausel. In diesem Zusammenhang muß unterstrichen werden, daß die Wiederwahlbarkeit nicht etwa die Wiederwahl bedinge. Sie Entschlie- bung der Bundesversammlung, die mit Zweidrittel. Mehrheit erfolgen muß und innerhalb der die Zweidrittelmehrheit erlangenden Rationen wiederum die höchste Stimmenzahl für die drei im Maximum zur Wiederwahl Zugelassenen entscheiden läßt, bleibt in jedem Falle souverän. Es ist anzunchmen, daß wohl alle mit nichtständigen Sitzen ausgestatteten Staaten sollte wieder beantragen. Wie das Ergebnis sein wird, läßt sich dabei in ferner Weise Voraussagen. Ueber die voraussichtlichen Modalitäten bei einem glatten Verlauf der Arbeit der Studienkommission ist man hier der Ansicht, daß am ersten und zweiten Tage die Bundesversammlung die Wahl des Präsidiums und zu den übrigen Aemtern erfolgt und am zweiten Tage voraussichtlich noch in die Forma- litäten für die Aufnahme Deutschlands ein- getreten wird. Dabei ist zu bemerken, daß durch die Tagung der Aufnahmekommiffion hn Mörz diese Voraussetzung bereits erledigt ist, daß aber noch drei Vorgänge für bie Wahl in Betracht kommen: 1. der Beschluß der Bundesversammlung über die Aufnahme Deutschlands, 2. der Beschluß des Rates über die Gewährung des ständigen Sitzes und 3. bie Genehmigung der Bundesversammlung hierzu. Man nimmt an, daß diese Maßnahmen dicht zusammengelegt werden und daß die deutsche Delegation bann innerhalb 24 Stunden zum Eintritt in den Bund, der mit gewissen Feierlichkeiten verknüpft sein wird, und zum Beginn sachlicher Arbeit in Genf eintrifft.
Begehren nach einer unabhängigen Entwicklung des Landes als modernes Staatswesen. Auch diejenigen militärischen Machthaber in China, die ihr Emporkommen hauptsächlich der Unterstützung von Trägern fremder Macht- und Wirtschaftsinteressen verdanken, sehen sich zu immer größeren Zugeständnissen an die Forderungen radikaler Nationalrevolutionäre gezwungen. In dieser Hinsicht ist es ebenso bezeichnend, daß die augenblickliche „Regierung" in Peking, die die Fiktion einer Harmonie zwi- Tschang Tso lin und Wu Pei fu krampfhaft aufrecht zu erhalten sucht, mit der Ausschließung Belgiens aus der Nutznießung der „ungleichen Verträge" den ersten Schritt zur Herstellung chinesischer Zollautonomie zu unter-
nehmen wagte, wie das Tschang Tso lin den Demos durch Hinrichtung eines Dutzend schwerreicher Bankiers, die die Kriegsnöte der breiten Massen der Bevölkerung mit wucherischer Raffgier ausgebeutet haben sollen, sich günstig zu
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stimmen sucht. Die nationale Bewegung in China marschiert unaufhaltsam vorwärts, ganz gleich woher die „Generäle", die jeweils bet den inneren Wirren „siegen", ihre Waffen bezogen haben. Ein gewißes Nachlassen der Unterstützung, die Sowjetrußland bisher unzweifA- haft den Rüstungen der Kuomintschün und Kuomingtang zuteil werden ließ, hängt damit zusammen, daß in den Augen chinesischer
Zurückhaltung gegenüber den inneren Wirren in China dem wachsenden Mißtrauen der chinesischen öffentlichen Meinung entgegenzuwirken und hofft offenbar seinen Vorteil eher dabei zu finden, indem es Oel auf die Wogen statt ins Feuer des Parteihaders gießt. Aus den chinesischen Kriegsspielen droht von dem Augenblicke an blutigster Ernst zu werden, wo
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fremden Mächte von jeglich« Mitbestimmung auszuschalten drohen. Der Ausbruch erne- neuen Weltkrieges wäre dann kaum vermeidlich. Ostasiatische Zeitungsstimmen wetteifer» bereits, ihn vorauszusagen: sie streiten nur ba* rum, ob dabei der angelsächsische oder der fon>* jetrussische Imperialismus die japanisch« Maschinerie für sich „arbeiten" lassen kann.
Wassenhinrichtuugerr in Shimu
London, 26. Aug. »Daily Mast" berichtet aus Tokio, die Hinrichtung von 14 chi-S
nesischen Bankiers in Mukden auf Befehl Tschang Tso Lins wegen angeblicher Wäh* rungsspekulation habe in allen $et»3ernngs* klassen Schrecken erregt und zur fast voll-« ständigen Einstellung des Ge« schâftslebensimder Mandschurei geführt, Ein Korrespondent berichtet, daß fünf Bankiers am Donnerstag morgen durch Schüße int den Hinterkopf getötet worden feien, um die Gesichter für die nachfolgende Schaustellung der Leichen kenntlich zu erhalten. Am Nachmittag seien nun weitere Bankiers an den ausgestellten Leichen vorbei zu ihrer eigenen Hinrichtung
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Kräste zugunsten der Ausbreitung der Herrschaft der Kantoner Regierung auf Kosten Wu Pei fus und seines ehemaligen Vasallen Sun Tschuan fangs einsetzen zu "sönnen. Der Pekinger Berichterstatter der Londoner Times, dessen Wünschen im Sinne des britischen Imperialismus eine völlige Vernichtung aller „nationalen" Armeen in China entsprechen würde, kann doch in seinen Meldungen nicht verschweigen, daß die Kuomintschün sich mit „intakt gebliebenen Kräften" aus Saigon zurückgezogen, wo tagelange Plünderung ihrem Abzüge folgte, um dann fortzufahren: „Es scheint nicht die Absicht der Fengtien-Truppen (d. h. der Streitkräfte Tschang Tso lins) zu sein, die der Kuomintschün zu verfolgen, obgleich
General Tschi Schi Puom, der Wu Pei Fu im Kommando über die sogenannten Tschili- Truppen ablöste, behauptet, dazu entschlossen zu sein. Diese bisher unwirksamen Truppen haben sich am meisten durch Plündern ausgezeichnet".
Die chinesischen Bürgerkriege sind weniger wirkliche Kriege als Kriegsspiele. Man marschiert gegeneinander auf, man beginnt sogar, aufeinander zu schießen, sich eine Schlacht zu liefern, aber sobald die Ueberlegenheit der stärkeren Partei zutage tritt, läßt man alle Minen diplomatischer Vermittlung springen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Im Hintergründe aller Kämpfe'der chinesischen Parteien um die Alleinherrschaft wächst das allgemeine
geführt worden.
Briand verhandelt mit Polen und Spanien.
Paris, 27. Aug. Außenminister Briarid hat gestern lange Zeit mit dem polnischen Außenminister und dem polnischen Gesandten über die Frage der Umbildung des Völkerbundsrats verhandelt. Sie Verhandlungen werden heute fortgesetzt. Außerdem empfing Briand gestern den englischen Geschäfts- träger und den fpanffchen Botschafter, mit denen er über die Tanger-Frage und über die Bedingungen, unter denen Spanien einen Sitz im Völkerbundsrat erhalten könne, verhandelte.
Der spanische Standpunkt in der Tangersrage.
Paris, 26. August. Havas berichtet aus Madrid, bezüglich der Tangerfrage habe Außenminister y a n g u a s folgende Erklärung abgegeben: Der spanffche Standpunkt üefe drei Seiten, nämlich eine lokale Seite in- ofern, weil die Erfahrungen vollkommen die Unmöglichkeit der Lebensfähigkeit des internationalen Regimes erwiesen hätten, eine territoriale Seite insofern, als Spanien niemals die zivilisatorische Ausgabe internationalen Charakters bis zum Ende werde durchführen können, die sie in Nordafrrka unternehme, wenn Tanger der Zufluchtsort der Aufstün- ftfchen und" eine offene Tür für den Waffen» chmuggel bleiben würde, endlich eine mari- 1me Seite, denn das gemeinsame Interesse aller Mächte sei, die Neutralität der Meerena-»