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201. Jahrgang.

Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stabt und Land.

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Ar. 190

MoMag den 18. August

1926

Das Neueste.

- Die Kölner Tagung der Saarvereine war eine machtvolle Kundgebung für das Deutschtum.

- Der handelspolitische Ausschuß des Reichstags stimmte dem Handelsprovisorium mit Frankreich einmütig zu. ,

- In einer amtlichen Erklärung wird gegenüber Riders lautenden Meldungen ausdrücklich eine Besserung des Arbeitsmarktes festgestellt.

- Reichspräsident von Hindenburg ist gestern vor- rotfiag von Berlin ab gereist und in Stolp in Pom­mern begeistert begrüßt worden.

Der Brüsseler Korrespondent desParts Sotr" schreibt, daß die Stimmung tn Belgien für die Rück- eriiauung Eupens und Malmedy an Deutichland günstig sei.

In Frankreich hat ein furchtbarer Waldbrand holzbestande im Werle von vielen Millionen Fran- len vernichtet.

LVothettvovMau.

Die lange Kabinettssitzung Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Vorbereitungen für Genf Stimmungen und Spannungen Das

Handelsabkommen mit Frankreich.

An positiven Ergebnissen scheint die erste Kabinettssitzung nach den Ferien, die gleich zwei Tage in Anspruch genommen hat, nicht allzu viel aufzuweisen. Es brauchen aber auch nicht jedesmal wichtige Beschlüsse gefaßt zu werden, sondern der Meiungsaustausch unter den Ministern und ein allgemeiner. Uèberblick über die gesamte politische Lage nach innen und außen ist mindestens ebenso notwendig. . Immerhin sind auch mindestens zwei sehr

Machtvolle ârndgevnns des

Saavgebietes für das Deutschtum.

Köln, 14. August. Heute wurde die sechste Tagung des Bundes der Saarvereine mit einer geschlossenen Mitglieder- und Vertreterversammlung eröffnet. Der Geschäftsführer des Bundes, Verwaltungsdirektor Vogel, Berlin, erstattete den Tätigkeitsbericht, in der er u. a. auf die weltpolitischen Gefahren der Saarfrage hinwies. Er ging darauf ein, welch außer­ordentliche Bedeutung die ©aarfrage für die deutsch- französischen Beziehungen und damit für den Welt­frieden habe. Frankreich habe eine Saarfrage ge­schaffen, die es für Deutschland und insesondere für das Saargebiet nie gegeben habe und nie geben werde. Solange das jetzige Saarrsgime an der Saar bestehe, müsse das gesamte deutsche Volk der Saar- bevölkerung in ihrem harten Abwehrkampf zur Seite stehen.

Locarno habe sich auf das Saargebiek noch nicht ausgewirkt, trotz der Forderung des Völkerbundes. Nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker gebe es für die Saarbevölkerung nicht einmal ein Mit­bestimmungsrecht. Man müsse sich die französische Besatzung gefallen lassen, obwohl sie einen Bruch des Versailler Verlags darstelle, müsse ausländische Be­amte über sich regieren lassen und jetzt infolge der vertragswidrigen Einführung der französischen Wäh­rung eine zweite Jnflationskatastrophe durchmachen. Die Losreißung von der deutschen Sozialversiche­rung habe auf allen Gebieten der sozialen Fürsorge einen Notstand geschaffen, wie er sich schlimmer über­haupt nicht denken lasse. Dabei handle es sich bei allen diesen von der Saärregierung getroffenen MâlâLW um verkragswidrige systematische Ab-

Die Saarfrage," so führte er u. a. aus,ist für uns Saarländer entschieden. Ob allerdings Frank­reich seine Ansprüche und Hoffnungen aus das Saargebiet bereits ganz aufgegeben hat, ist eine andere Frage, und deshalb bleibt der deutschen Be­völkerung noch manches zu tun übrig. Auf wirt­schaftlichem Gebiet sucht Frankreich alles aus dem Säargebiet herauszuziehen und zu gewinnen, was es kann.

Das Saargebiet ist gewissermaßen die neueste Reparationsprovinz Frankreichs.

Politisch wünschen und erstreben die Franzosen, weil sie auf eine Einverleibung nicht mehr rechnen kön­nen, aus dem Saargebiet so eine Art Luxemburg, ein eigenes selbständiges, d. h. unter französischem Einfluß stehendes Staatsgebilde zu machen. Beides lehnen wir Saardeutschen entschieden ab. Auf wirt­schaftlichem Gebiet gestehen wir Frankreich nur die Rechte zu, die ihm der Versailler Vertrag zuer­kannt hat. Auf politischem Gebiet gibt es für uns keine halbe Lösung, keine Teillösung.

Die Saars rage kann und darf nur die eine Lösung kennen: Restlos baldigste Wiederver­einigung mit dem deutschen Mutterlande, das ist Ziel und Aufgabe, Kern und Stern unserer Politik.

Wirtschaftlich hat das Saarunternehmen Fiasko er­litten. Es ist reif zum Abbau. Je eher dieser kommt, desto besser. Es wäre zweifellos für alle Beteiligten das Beste, wenn besonnene Politiker sich zur Lösung der Saarfrage alsbald an einen Tisch setzen würden. s1bn->. eine aere-Lie Lösuna dieser Frage bleibt Lo-

Nachdem der Reichsrat in den letzten Tagen dem vorläufigen Handelsabkommen mit Frank­reich feine Zustimmung erteilt hat, ist unmehr der Handelspolitische Ausschuß des Reichstages zu demselben Zweck zusammengetreten. Man darf wohl annehmen, daß auch er seine Zu­stimmung nicht versagen wird und dann würde es sich ermöglichen lassen, das Abkommen un­gefähr zum 21. ds. Mts. in Kraft treten zu lassen, wie von Anfang an in Aussicht genom­men worden ist. Auch das dürfte zusammen mit dem Abkommen der beteiligten Industriever­bände über die Eisen- und Stahlproduktion von Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg zu einer nicht unbeträchtlichen Der- besserung der Beziehungen zwischen den beiden erstgenannten Ländern beitragen. Politik und Wirtschaft stehen heute so eng miteinander in Verbindung, daß Fortschritte auf dem einer Gebiet auch solche auf dem andern nach sick ziehen müssen.

Reich sprösident v. Kin denburg in Siolp

hiesigen Reichs-

Adjutanten, die

Stolp (Pommern), 15. August. Reichsprä­sident von Hindenburg traf heute nachmittag hier ein und wurde auf dem Bahnhof von den Vertretern der staatlichen und städtischen Be­hörden empfangen. Nachdem er im Warte­saal den Kommandeur des hiesigen Reichs­wehrregiments mit seinem Adjutanten, die Generale des alten Heeres aus _Stabt und Landkreis, sowie die aus dem Stadt- und Landkreis erschienen Veteranen der Kriege von 1864, 1866, 1870/71 begrüßt hatte, fuhr er unter jubelnden Zurufen der Menge zum Rathaus, wo ihm auf der Freitreppe durch den Bürgermeister Karsten ein Pokal der Stolper Handwerkerschaft überreicht wurde. Im Stadt­verordnetensaal wurde dann der Reichspräsi-

gefangen sitzMoen TO zum Tode verurteilten deutschen Studenten die Freiheit bringt. Un­gleich wichtiger ist der andere Beschluß des Reichskabinetts, wonach mit der Ausführung des Arbeitsprogramms zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit alsbald begonnen werden kann, da die Finanzlage des Reiches sich ent­gegen manchen pessimistischen Aeußerungen als günstig erwiesen hat. In den nächsten Tagen schon wird es Sache des Reichsfinanz- ministeriums sein, mit den Finanzministern der Länder über die Finanzierung der viel- sachen in Aussicht genommenen Arbeiten in Verbindung zu treten. Wenn man hierbei einem Wunsch Ausdruck geben darf, so ist es der, daß wenigstens in diesem Fall jegliche Nei­gung zum Bürokratismus in den Hintergrund gedrängt wird und daß die vorbereitenden Arbeiten so schleunig wie irgend möglich er­ledigt werden. Die verhältnismäßig kurze Zeit günstiger Witterung, die noch vorhanden ist, drängt gebieterisch, um nicht mit dem Häupt­el. bis zum nächsten Frühjahr warten zu müssen. Das gilt vor allen Dingen für die Be- ebung des Baumarktes, der eigentlich für un= lere gesamte Industrie den Schlüssel bildet.

Den breitesten Raum haben in den Ver­handlungen des Kabinetts selbstverständlich die Vorbereitungen für Genf und die Besatzungs­hagen eingenommen. Wenn jetzt als etwas ganz Neues mit erheblichem Aufwand von Ueberschriften die Nachricht in die Welt gesetzt daß Deutschland fein Aufnahmegesuch für en Völkerbund aufrecht erhalte, so stößt man camlt offene Türen ein. Zweifellos hat sich seit "icht alles so abgewickelt, wie mir es Wünscht hätten im Gegenteil, es bleibt noch B nie! übrig, was getan werden muß, bis lr zu befriedigenden Verhältnissen gelangen. ? ®« müssen uns auch darüber klar sein, °? wir. auf Enttäuschungen und Rückschläge funk. Wn mußten, wie solche auch in der Zu- is nicht ausbleiben werden. Ein Land, das fnJiner 1° schwierigen Lage ist wie Deutsch- damit begnügen, sein Ziel, zu- S ,? Befreiung des Rheinlandes und des ...Gebietes zu erreichen und auch das kann i-ho geschehen, daß man von Fall zu Fall irhrJ bietende Gelegenheit benutzt, um ütweise vorwärts zu kommen.

fieSr . die letzten Wochen haben wiederum fön» "ie durch unvorhergesehene Zwifchen- ir kk- Innungen entstehen können, die sich als mJx5 chmdernis auf dem Wege zu einer ooll- lötgen Verständigung erweisen. Daß die der rheinischen Bevölkerung dem i8». solcher Spannungen und Zwischen- ersiik nar den vielen Enttäuschungen, die sie inan^ ^l empfänglich ist, braucht nie- Ü Wunder zu nehmen. Das ändert aber daran, daß das Rheinland seinem eige­

zösischen Sinn zu beeinflussen. Auch nach Locarno müsse seskgeskellt werden, daß die Regierungskom­mission des Saargebieks nichts anderes sei als ein Organ der französischen Annexionspolitik. Der fran­zösische Einfluß in der Regierung sei trotz Ersetzung des Präsidenten Rault durch den Kanadier Stephens vorherrschend geblieben.

Beim Vorstand des Bundes der Saarvereine sind zu der hiesigen Tagung u. a. auch Begrüßungs­telegramme des Reichsaußenministers Dr. Strese­mann, des Reichsjustizministers Dr. Bell und des Reichswehrministers Dr. Geßler eingegangen.

Bei der öffentlichen Vortragsfolg«, die der Bund der Saarvereine im Rahmen feiner diesjährigen Tagung heute nachmittag veranstaltete, begrüßte zu­nächst der Vorsitzende des Bundes, Oberlandes- gericht^rat Andres, die zahlreich Erschienenen. Er gab sodann einen Bericht über die politische Lage im Sacrgebiet. Es sei falsch, jede politische Betä­tigung auf dem Boden des Versailler Vertrags ab- zulehnen, ebenso falsch sei aber auch die Politik einer widerspruchslosen Unterordnung unter die von der Gewalt eingesetzten fremden Regierung, verbunden mit der tatenlosen Hoffnung, daß einmal die Stunde der Befreiung kommen werde. Der Versailler Ver­trag biete die Möglichkeit, aktiven Einfluß auf die Gewalt zu erlangen. Diesen Weg habe die Bevöl­kerung des Saargebiets mit seltener Einigkeit und seltenem Bèkennermut eingeschlagen und schon heute könne man sagen, daß dieser Weg zu einer merkba­ren Besserung der politischen Zustände geführt habe und Di r allem dazu, daß heute die Befugnis eines jeden Saârbewohners, sich zur deutschen Zukunft des Landes offen zu bekennen, von niemand mehr in Zweifel gezogen wird. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einer Mahnung zur Einigkeit und zum Zusammenhalten.

Kundgebung für Rhein, Pfalz und Saar.

Köln, 15. August. Die Westausschußverbände ver­anstalteten schon nachmittag in der großen Messe­halle eine große deutsche Kundgebung für Rhein, Pfalz und Saar. Pfarrer Dr. Schlich, Saarbrücken, sprach über den heutigen Stand der Saarfrage.

nen Interesse am besten dient, wenn es sich nicht von an sich begreiflicher Erbitterung sort- reißen läßt.

Auch in Bezug auf Genf ist noch manches im Unklaren. Vielleicht werden die nächsten Tage Aufschlüsse darüber bringen, was eigent­lich hinter dem spanischen Schritt steht, die Einberufung der Studienkommission für die Umgestaltung ds Völkerbundsrates zu beantra­gen. Vielleicht läßt das darauf schließen, daß sich Spanien mit verschiedenen andern Mäch­ten, vornehmlich mit England verständigt hat und daß Anträge in dieser Richtung zu er­warten sind. Wenn die Studienkommission noch einmal zusammentritt, so wird selbstverständlich

schweigen, wenn es gilt, das eine arössè Ziel der deutschen Freiheit und des gemeinsamen deutschen Wiederaufbaus und wirtschaftlichen Aufstieges zu erreichen.

In verkehrspolidischer Beziehung werde das ©aargebiet trotz gewisser Erleichterungen als Aus­land behalt delt. In steuerlicher Hinsicht sei die Saar- bevAkerung bei Berücksichtigung ihrer steuerlichen Kraft wie kaum in einem anderen Lande belastet. Zudem stehe der Währungsverfall wie eine unsicht­bare Mauer zwischen dem Saargebiet und dem Reich. Neben der kulturellen Not gebe es aber auch eine tiefe seelische Not im Saargebiet. Der deutsche Volksteil lebe in einer Art Verbannung, einer Vormundschaft. Der Redner schloß:ès wird eines der traurigsten Kapitel in der sicher nicht immer sauberen Weltgeschichte sein, daß ein national in sich geschlossener Volksteil vom Mutterland ge­trennt, politisch entrechtet und sozial herabgedrückt werden soll, weil die Schöpfer des Versailler Ver­trages einem ganz erbärmlichen Betrug zum Opfer gefallen sind."

Kommerzienrat Röchling, Mitglied des Landes­rates, sprach sodann über die Bemühungen der Wirtschaftsvertreter des Saargebiets beim Völker­bund und bei führenden englischen Parlamentariern. Heute seien die Voraussetzungen für eine Rückkehr der Saarbevölkerung zum Deutschen Reich in der Hauptsache geschaffen. Hinzukommen müsse die not­wendige Energie und der nötige Mut, dann sei der Wiederanschluß der Saar-bevölkerung an das Mutterland in absehbarer Zeit zu erwarten. Landes­ratsabgeordneter Kratz sprach über dir wirftchaft- liche und soziale Lage der Arbeitnehmerschaft im Saargebiet. Während die Teuerung seit der Ein­führung des französischen Franken um 109 Prozent gestiegen fei, betrage die durchschnittliche Erhöhung der Löhne nur 54 Prozent. Man habe den Ar­beitern Versprechungen über Versprechungen ge­macht, aber auf die Einlösung warte man heute noch. Ministerialrat Elause forderte zur Bildung einer großen Einheitsfront aus, um der Saarbe­völkerung für ihre Kämpfe und Forderungen den nötigen Rückhalt zu geben.

Deutschland sich an den Beratungen beteiligen. Denn es ist Mitglied der Kommission und hat an deren Arbeiten von Anbeginn an teilgenom­men. Ziel unserer Politik muß es sein, darauf zu beharren, daß der Völkerbundsrat nicht in einer unseren Interessen abträglichen Weise ab- geändert wird. Wenn es sich nur darum han­delte, Spanien allein einen ständigen Sitz zu gewähren, so würde von uns sicherlich dagegen nichts einzuwenden sein. Denn eine deutsch­feindliche Haltung wäre von Spanien nicht zu erwarten. Die einzige Gefahr liegt darin, daß dann sofort die Begehrlichkeit Polens von neuem gestärkt würde und hier müssen wir auf unserer Hut sein.

Ehrenbürgerrecht der Stadt Stolp anzuneh­men und sich in das Goldene Buch einzutragen. Hierauf begab sich der Reichspräsident zur Hindenburg-Kampfbahn, wo er von Studien­rat Dr. Morner begrüßt wurde. In seiner Er­widerung auf die Ansprache, erklärte der Reichspräsident, er sei ganz damit einverstan­den, daß dem neuen Kampfplatz fern Name gegeben werde. Nach der Einweihung führten Schüler sämtlicher Schulen Reigen auf, wo­rauf die Hindenburg-Kampffpiele folgten. Nach einem Essen im Kasino des Reichswehr­regiments Nr- 5 setzte der Reichspräsident seine Fahrt nach Weitenhagen fort, wo er der Hochzeit seines Enkels beiwohnt.

Freilassung Deutscher in Belgien und Rußland.

Heimkehr der unschuldig Verurteilten. Der Fall Grass.

Berlin, 14. Aug. Unter der Anschuldigung, in der Nacht vom 22. zum 23. März 1922 in Ham­born den belgischen Leutnant Graff ermordet zu haben, sind, wie erinnerlich, am 27. Januar 1923 . durch das Kriegsgericht der Besatzungsarmee vier Angeklagte, nämlich Reinhardt, Klein, Gradert und Stiebte zum Tode, der Angeklagte Termählen zu 20 Jahren Zwangsarbeit, der Angeklagte Döhm- land zu 15 Jahren Zwangsarbeit, die Angeklagte Frau Elisabeth Döhmland zu fünf Jahren Zuchthaus und die Angeklagten Nowak und Klauß zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wie ferner erinnerlich, hat das Schwurgericht in Stettin die deutschen Polizeibeamten Engeler und Kaws, die sich des Mordes an Leutnant Graff bezichtigt hatten, zum Tode verurteilt und den gleichfalls angeklagten Polizeibeamten Schirrat freigesprochen. Angesichts des Umstandes, daß zwei von Gerichten der bethen Staaten erlassene Urteile für ein und dasselbe Ver­brechen verschiedene Personen verurteilt hatten, ist aufgrund eines im November 1925 zwischen den beiden Regierungen geschloffenes Abkommen die Nachprüfung dieser Angelegenheit einer aus den Mitgliedern des deutsch-belgischen gemischten Schieds­gerichts zusammengesetzten Kommission übertragen worden, aus deren Gutachten vereinbarungsgemäß die beiden Staaten die sich ergebenden Schlußfolge­rungen ziehen sollten. Das Guthaben ist der Re­gierung soeben zugegangen. Es führt u. a. aus, daß zwar die belgische Militärjustiz, die alle gewichtigsten Gründe gehabt habe, an die Schuld von Reinhardt und Genossen. von denen sogar Geständnisse vor- lagm, zu glauben, daß aber, nachdem die verurteilten Polizeibeamten auch nach ihrer Verurteilung in Stettin ihre Geständnisse ausrechterhalten haben, die Sachlage nicht mehr dieselbe fei. Nach eingehender Untersuchung und nach Einvernahme teilweise noch nicht vernommener Zeugen fei die Kommission zu der Gewißheit gekommen, daß im Gegensatz zu der von den belgischen Militärgerichten aeirnftenen Enchh«.