201. Jahrgang
Mauer «Anzeiger
General-Anzeiger für die Streife Kanarr Stadt und Land.
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Nr. 184
Monlag den S. August
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- Die Mehrzahl der englischen Bergarbeiter hat ^ch bei der Abstimmung für die Annahme der Ber- Mlungsvorschläge der Bischöfe ausgesprochen.
- 5m Mordprozeß Flessa wurde die Angeklagte wegen versuchienTotschlages und fahrlässiger Tötung au 7 Jahren Zuchthaus verurteilt.
- Zwei amerikanische Missionare haben in der WS von Alerandria bei dem Versuch, mehrere Kinder vor dem Ertrinken in stürmischer See zu retten, dm Tod gesunden, während die Kinder gerettet werden konnten.
- Im Hafen von Marseille ist eine Schaluppe der Kreuzers „Mühlhausen" gesunken, wobei 3 Matrosen ertrunken sind.
- Der „Daily News" zufolge, hat eine Mehrheit der Bergarbeiter die Friedensvorschläge der Kirche, die der Vollzugsausschuß des Bergarbeiteroerbandes angenommen halte gulgeheißen.
Die Vorbeveitrmsen Wv Genf.
Mit der kommenden Woche werden die politischen Ferien des Reichskabinettes ihr Ende nehmen. Sie werden zwar an sich nur unterbrochen. Das Reichskabinett wird am Verfassungstage fast vollzählig in Berlin sein. Eine Reihe von Ministern wird aber nachher den Urlaub fortsetzen. Dagegen wird die Vorbereitung der Genfer Tagung alle Kräfte in Anspruch nehmen, so daß wir wieder von selbst in
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Rückkehr des Reichsauhenministers. — Schnelleres Tempo in den diplomatischen Verhandlungen. — Vorbereitungen für Genf. — Die srankenstabilifierung. — Die Vorgänge in
Magdeburg.
Wenn zu Beginn der neuen Woche unser Reichsaußenminister Dr. Stresemann nach Beendigung seiner Urlaubsreise die Amtsgeschäfte wieder übernimmt, werden auch die politischen und diplomatischen Verhandlungen in schnelleren Fluß geraten. Das ist auch notwendig, da uns nur noch wenige Wochen von der Genfer Tagung des Völkerbundes mit der Aufnahme Deutschlands trennen und bis dahin doch Noch l«ÄH& erntn uniVt^A«,™ ccrr.»«.. ™w^4
den politischen Hochbetrieb hineingeleitet werden. Was das Reichskabinett sonst noch zu erledigen hat, ist nicht allzuviel. Die Lage des Arbeitsmarktes und die Ausgestaltung der Notstandsarbeiten werden einige Beschlüsse erfordern. Dagegen bleibt die endgültige Bestätigung des Präsidenten der Reichsbahn immer noch in der Schwebe. Das Kabinett ist zwar mit Herrn von Siemens einig. Die Zuziehung des Reichsverkehrsministers bedarf aber der Zustim-' mung des Treuhänders, wozu wieder diplomatische Verhandlungen erforderlich sind, die vermutlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Es ist also anzunehmen, daß dieses unerfreuliche Kapitel innerer Politik jetzt schon zum Abschluß gebracht wird.
Bleibt die Vorbereitung für Genf mit allem, was in diesen Rahmen hineingehört. Der Außenminister hat seine Offensive bereits eröffnet, er wird dem Kabinett darüber Bericht erstatten können. Dabei wird er darauf Hinweisen, daß die Antwort Briands auf unsere neuvorgetragenen Forderungen nicht ablehnend ausgefallen ist. Frankreich scheint bereit zu feig, einige Regimenter zurückzuziehen. Es wird auch berichtet, daß ein großer Teil der Verheirateten der Besatzungstruppen und Angestellten durch Unverheiratete ersetzt werden sollen, was is Wobnun ot im besetzten Gebiet erleichtern
Teil des Deutschen Reiches anerkannt und behandell wird.
Schacht bei Stresemann.
Berlin, 7. August. Reichsbankpräsident Dr. Schacht weilte auf der Reise nach Scheveningen, wo er mit dem amerikanischen Bankpräsidenten Strong kusammentraf, einige Zeit in Bad Wildungen bei Dr. Stresemann zu Besuch und hatte mit dem Reichsaußenminister längere Aussprachen. Durch das Bekanntwerden dieser Begegnung sind im Auslande die Gerüchte von einer deutschen Beteiligung an der Frankenstützung aufs neue belebt worden. Auch die Gerüchte von einer großen Morgan-Anleihe (unter Beteiligung englischer und deutscher
Banken treten neuerdings wieder mit großer Ve-
^stimmtheit auf. Von dieser Zusammenkunft ist im
Auswärtigen Amt selbst noch nichts bekannt. Aller- dings ist es im Augenblick auch nicht möglich, den Reichsaußenminister zu erreichen, da er sich nicht mehr in Wildungen befindet.
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gewisse aktuelle
Die in der vorstehenden Nachricht angedeuteten Gerüchte waren, vor allem durch die eingehenden Darlegungen Pertinax im „Echo de Paris" in Umlauf gekommen. Pertinax will bekanntlich wissen, daß die deutsche Reichsregierung gegen Zusicherung gewisser territorialer Kompensationen — genannt wurden in diesem Sinne Rückerwerbung Kameruns von Frankreich, Konzessionen im Danziger Korridor von Polen, Freikauf Eupen-Malmedys von Belgien — bereit sei, sich mit Reichsmark-Anleihen an der Finanzsanierung der betreffenden Nachbar- länder zu beteiligen. Die Zusammenkunft Schachts
Die Lastbeschmerde von Kölling abgelehnt.
Berlin, 7. Aug. Wie die Blätter aus Magdeburg melden, bat der Untersuchungsrichter Landge. richtsrat Kölling den Antrag des OberstaatSwaltè auf Aufhebung der Haftbefehle gegen Haas, Reuter und Fischer abgelehnt. Die Untersuchungsaklen in in Mordsache Schröder sind nunmehr an den Vorsitzenden der Beschwerdekammer, Landgerichtsdirektor Dr. Löwen- tadl, gegangen. Die Beschlußfassung der Kammer über den Antrag ist frühestens für Montag zu erwarten. Landgerichtsrat Kölling wird nunmehr seinen Urlaub antreten.
Magdeburg, 7. Aug. Die »Magdeburger Tages- zeitung" teilt mit, Schröder habe seinem Verteidiger erklärt, daß er sein Geständnis nur zum Schein abgelegt habe. Er sei nicht der Mörder Hellings, son- dern an der Tat nur insofern beteiligt, als er an bet Autofahrt, bei der die Leiche in seine Wohnung geschafft worden sei, teilgenommen und die Leich« dann bei sich vergraben habe. Die Ermordung habe er jedoch nicht ausgeführt. Schröder bleibt im übrigen bei seiner Behauptung, daß die Ermordung Hellings auf Anstiften Rudolf Haas' erfolgt sei. Er habe nur deshalb alle Schuld auf sich genommen, damit feine Braut nicht als Mittäterin in Frage komme.
Vaterländische Verbände und Dotkspartei.
Berlin, 7. Aug. Die „Nationalliberale Korespondenz" schreibt im Zusammenhang mit den für Oktober und November bevorstehenden Wahlen im Freistaat Sachsen u. a.t Die Großballei Sachsen des Jungdeutschen Ordens, Verband Sachsen, Stahlhelm, Wehrwolf, Wiking und Reichsflagge verlangen von den nationalen Parteien Sachsens, daß sie sich für die Gegenwart und Zukunst zu einer festen
und für keinen Sonderfull lösbaren schwarz- weiß-roten Einheitsfront zusammenschließen und ein Zusummengehen mit der Sozialdemo- Fall zu Fall grundsätzlich ab-
kaum annehmen kann, daß
Leutjchlonds in den Völkerbund und der u- sammeisetzung des Rates unserer Auffassung entsprechend noch nennenswerte Schwierigkeiten in den Weg stellen werden, so ist es doch immerhin gut, stets auf Ueberraschungen gefaßt zu sein. So wird man zunächst abzuwar- fen haben, was die Anregung Spaniens zu bedeuten hat, die Studienkommission, der Deutschland angehört, auf den 28. August zu- stmmenzuberufen. Wenn die Tagung des Völkerbundes etwa um den 7.—10. Septem- ber beginnt, wie man setzt annimmt, dann hatte die Studienkommission für die zweite Mng ihres ersten Vorschlags und für eventl. Abänderungsanträge rund l^ bis 2 Wochen oeit. Da kann sich noch manches ereignen, an man heute nicht denkt. Nebenher müssen gud) in Paris die weiteren Verhandlungen über die deutschen Wünsche und Beschwerden mbczug auf die Verringerung der Truppen- W uv besetzten Gebiet und, besonders im Wiicf auf Germersheim, auf das Verhalten ; französischen Offiziere und Mannschaften m besetzten Gebiet fortgeführt werden. Bot- Mfter von Hoesch hat diese Dinge abermals
Zurückschroubung der Truppen auf die Friedens- stärke prinzipiell anerkannt und durchgeführt wird und zwar, bevor wir in den Völkerbund eintreten. Die Reichsregierung wird auch vermutlich für Kompromisse nicht zu haben sein. Es kann nichts schaden, wenn das noch einmal in Paris mit aller Deutlichkeit notifiziert wird. Unsere Stellung gerade hierin ist sehr stark, so daß wir keinen Grund zur Nachgiebigkeit haben.
Ein Jahr lang haben die Siegerstaaten Zeit gehabt, die Versprechungen von Locarno zu erfüllen. Tun sie das nicht, bevor wir in den Völkerbund eintreten, dann steht zu befürchten, daß sie in absehbarer Zeit überhaupt nicht daran denken. Gehen wir aber nicht in den Völkerbund hinein, falls sie ihr Versprechen nicht halten, dann wird alle Welt volles Verständnis dafür haben, daß wir an den Geist von Locarno nicht mehr glauben können, der sich nicht einmal sichtbar in der Herabsetzung übersteigerter Besatzungsfristen ausdrückt. Der Zweck des Locarnovertrages ist doch der, daß anstelle der Gewalt und Macht die Verständigung treten soll. Eine solche Verständigung verlangt aber, daß das besetzte Gebiet nicht mehr als Kriegsgebiet, sondern als
enanmen Verbände verlangen
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Hunger Abstecher des Reichsbankpräsidenten feine dortige Unterhaltung mit Stresemann greiflicherweise weitere Kreise ziehen werden.
Sitzung des Reichskabinetts am 12. August.
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Berlin, 8. August. Der „Vorwärts" meldet: Reichskanzler Dr. Marx und mit ihm die meisten Reichsminister werden spätestens bis zum Verfassungstage wieder in Berlin eingetroffen sein. Am 12. August tritt das Reichskabinett zu einer Sitzung zusammen. Dr. Stresemann wird voraus- sichtlich Bericht über die außenpolitische Gesamtlage erstatten, bei dem die Völkerbundfragen den größten Raum einnehmen werden. Die weiteren Bera- tungen des Kabinetts werden das Arbeitsbe- schaffungsprogramm der Reichsregierung zum Ge- genstaild haben. Schließlich werden auch die mit dem Treuhänder der Eisenbahnobligationen gepflogenen Verhandlungen, die im Hinblick auf die noch ausstehende Bestätigung des Generaldirektors Dorpmüller von Bedeutung sind, erörtert.
erfolgter Wahl wirklich bestehen bleibt und im Sinne der Verbände arbeitet. Gleichzeitig kündigen sie den Parteien Fehde an, die nicht auf diese Forderungen eingehen. Die sächsischen Wehrverbände werfen sich zu einer den Parteien übergeordneten Instanz aus und nehmen gleichzeitig in einseitiger Weise Partei. Sie werden sich also wundern dürfen, wenn ihre Forderungen abschlägig beschieden werden. Die Deutsche Bois spartet wird sich niemals dazu bewegen lassen, eine große Partei wie die
Sozialdemo
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von der praktischen ausschließen.
grundsätzlich
Politik aus»
De Monzie über das öeulsch--sranzöj Zusammenarbeiten.
mit Briand eingehend besprochen und gleich- Ä ^a ^" Neichskommissar bei der Jnter- E-erten Rheinlandkommission, Frhr. Gang» von Simmern, bei dieser Behörde Vor- "Hoben. Hoffentlich geht es auch in »« v â^ehung nun bald schneller vorwärts bisher.
wâ^dem Frankreichs Retter aus der Not, toprt« Poincarè, mit anerkennens-
nS- Schnelligkeit und Tatkraft feine Fi- !n Kammer und Senat durch- Win» r bat/ bleibt noch die Einberufung der übrig, um die Vor- yngsanterung vorzunehmen, die erforder- bX nS ble Bank von Frankreich zur Aus- S ST Noten für den Ankauf von Gold Besteht01!61! ö" ermächtigen. Man muß zu- “aré es außerdem auch Herrn Poin- über Souren ist, den Kurs des Franken von (iX â auf rund 160 für das Pfund Ster- ^ bte sfn^ " d^r Höhe zu halten. 'iEnL xhf,erinsl des Franken in der bet nunm^ Form gelingen dürfte, fin-
fönbiae^^^ dem Urteil von Sachver-
lmb ^n. die soeben aus Paris zurückaekebrt
ig des Franken in der en Form gelingen dürfte, fin« lch dem Urteil von Sachver- l'hb71Hfm„TeAeben ?us Paris zurückgekehrt ^rden ^ ?? ernste Zweifel. Allerdings tonfteh»»01 ^^ bisherigen Erfahrungen ent- ,1Q*ton nn* b?nn danach müßte die neue In- sieben. Ä n-u-n Kurssturz nach sich
bereits h,7r ^"auf wird erwidert, daß sich durch da?«» französische Geschäftswelt ieuger bi- von Waren vom Er-
Xion ?^?,??en Verkäufer auf die De- Anschluß l.f?"et, und wenn ein Volk mit einmal sa?? »^samten Geschäftswelt erst 1 soweit ist bann bars man das als
ein Zeichen für die bevorstehende Aenderung auffassen. Jedenfalls läge eine baldige Stabilisierung des Franken und die damit verbundene Deflation nicht nur im Interesse Frankreichs, sondern auch in dem Deutschlands und der gesamten Weltwirtjchaft. Dann könnten auch die allgemeinen Handelsvertragsverhandlungen mit größerer Ruhe und besserer Aussicht auf Erfolg wieder ausgenommen und zum guten Ende geführt werden, nachdem soeben ein auf 6 Monate berechneter Teilvertrag zwischen Frankreich und Deutschland vereinbart worden ist
Die Vorgänge in Magdeburg sind noch immer nicht völlig durchsichtig. Wenn wir zunächst von der heißen Pressefehde abfetjen, 'Die darüber noch immer ausgefochten wird, dann steht die Sache jetzt so, daß unabhängig vom Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Kölling auf Veranlassung des Staatsanwalts Berliner Kriminalkommissar Schröder unter Benutzung seiner Geliebten namens Götze zu einem vollständigen Geständnis des an Helling begangenen Raubmords veranlaßt haben und daß am nächsten Tage Schröder in einem Verhör beim Untersuchungsrichter fein Geständnis widerrufen hat, worauf der Untersuchungsrichter die Götze, die sonst als mitverdächtig zu gelten hätte, wieder in Freiheit gesetzt hat. Nun hat der Staatsanwalt bei der Strafkammer die Freilassung des seit 6 Wochen oder länger in Untersuchungshaft sitzenden Fabrikanten Haas beantragt, und darüber wird noch gestritten. Wenn man also mit feinem Urteil hierüber noch rurückbalte» muß. so
kann man wohl sagen, daß sich hier auf allen Seiten eine Summe von Mißgeschick und Ungeschick aufgehäuft hat, wie man sie selten erlebt hat.
Don der Magdeburger Mordaffüre.
Magdeburg, 8. August. Die Beweiskette dafür, daß der Mord an Helling einen reinen Raubmord, ausgeführt von Schröder, darstellt, ist geschlossen. Die letzten Ermittelungen haben ergeben, daß Schröder am 10. Juni 1925 nicht nur bei Helling war, um ihn nach Rottmersleben hinauszulocken, sondern zuvor schon bei verschiedenen anderen Leuten, mit denen er Verbindungen angeknüpft hatte. In allen Fällen handelt es sich um Stellungsuchende, die Kaution angeboten hatten. Offenbar ist es ein reiner Zufall, daß Helling der Verlockung zum Opfer gefallen ist und andere dem Mörder entgangen sind. Festgestellt ist ferner: Schröder hat diese Besuche in Begleitung seines Neffen gemacht. Beide fuhren auf Fahrrädern und der Neffe blieb unten auf der Straße stehen, um die Fahrräder zu halten, während Schröder seine Besuche machte. Der Neffe ist festgenommen worden und hat diese Angaben selbst gemacht. Dieses neue Belastungsmaterial ist der Beschwerdekammer zugeleitet worden.
Frankfurt a. 7. Aug. Der frühere französische Minffter de Monzie sagt in einer Zuschrift an die „Frankfurter Ztg." es sei keine Rede davon, auch nur eines der Worte oder einen der Beschlüsse, die im Sinne bet europäischen Befriedung geschehen seien, zurück zu nehmen. Unser Parlament, erklärte der Minister weiter, hat die Richtung von Lo>
Magdeburg. 8. August. Die Beschwerdekammer, die über den Haftentlasfungsantrag des Oberstaatsanwalts für Haas, Reuter und Fischer zu entscheiden hat, wird am Montag vormittaa um acht Uhr zusammentreten.
carno gutgeheißen und diese Bereitschaft des Willens ist durch die Schwankungen der inneren Politik nicht im geringsten bedroht. Die Sachlieferungen sollen nicht nur der deutschen Industrie nutzbar gemacht werden und dem Aufbau Frankreichs dienen, sondern auch die Gelegenheit für eine deutsch-franzäsische Annäherung schaffen.
Offener Brief Clemenceans an Coolidge.
p a r i s, 8. Aug. Clemenceau läßt durch die Agentur Havas einen offenen Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Coo- lidge, verbreiten, indem es u. a~ heißt: Zwischen den beiden großen Ländern, die während des Krieges mit Frankreich verbündet waren, sind wegen der Abrechnung Mißverständnisse entstanden, die die Zukunft der zivilisierten Welt ernstlich bedrohen. England hat bisher immer die Tendenz verfolgt, die Völker des Kontinents gegeneinander aurzustsielen unt heute ist es Amerika, von dem aus Frankreich hauptsächlich beunruhigt wird. Wenn die Nationen nur Geschäftshäuser wären, so würden die Banknoten bas Schicksal dec Welt regeln. Sie wissen, daß unsere Kassen leer sind. In solchen Fällen unterzeichnet der Schuldner wechsel. Das verlangen Sie auch von uns. Aber es ist auch notwendig, daß wir hüben und drüben an eine Barregelung zu bestimmtem Zeitpunkt glauben können. Aber es ist offenes Geheimnis, daß er sich hier um fiktive Fälligkeiten handelt, die den Zweck haben, eine Anleihe mit guten Hypotheken auf Grund und Boten wie in der Türkei berbefzuführeu. Das