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201. Jahrgang.

Hanauer S Anzeiger

General-Anzeiger für Lie Kreise Kana« Stadt und Land.

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Nr. 175 Dounerslag

den 29. Juli 1926

Matt wese in dee âiegs fchttSdkvase.

Sie Kriegsschuldfrage, die bisher nur in ein­seitiger Weise behandelt worden ist, ist nach der ersten Entscheidung des Versailler Friedensvertrages von deutschen amtlichen Stellen länger ruhen gelassen worden, als manchem richtig erschienen sein mag. Noch immer tragen wir mit uns die Erklärung der alleinigen Schuld, die von uns erzwungen wor­den ist, wenn auch schon in weiten Kreisen der ganzen Welt kein Mensch mehr hieran glaubt. Diese Erklärung hat nicht nur eine ethische Be­deutung. Auf ihr beruhen im großen und gan­zen auch Deutschlands Verpflichtungen für Re- xarationsleistungen. Es ist also nicht nur für uns eine Angelegenheit der Ehre, dafür zu sor­gen, daß die Kriegsschuldlüge wieder aus der Welt geschafft wird, sondern wir bedürfen dessen auch, um von den unerträglichen Lasten des Friedensvertrages und des Dawesplanes befreit zu werden. Wenn bisher von amtlichen Stell endie Kriegsschuldfrage nicht erneut auf­gerollt worden ist, so haben hierzu fast aus­schließlich außenpolitische Motive beigetragen. Es schien bisher noch nicht der Zeitpunkt ge­kommen zu sein, eine objektive Lösung dieser wichtigen Frage herbeizuführen. So zog man es vor, die Zeit für uns arbeiten zu lassen, und es ist erfreulich, festzustellen, daß sich in allen Ländern der Welt immer mehr Stimmen fin= )en, die jenes Votum des Versailler . Friedens­vertrages ablehnen und die tatsächlichen Ur­sachen des Weltkrieges aus dem Komplex ver­

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solidarisch erklärt hatte, so versprach den ein> Aigen Erfolg auf eine gütliche Einigung eine direkte Verhandlung Wien-Petersburg. Dies wurde durch die Mobilmachung Rußlands, die schon 24 Sunden vor der serbischen Antwort angeordnet wurde, unmöglich gemacht. Leider gelang es wegen des Eingreifens Frankreichs nicht mehr, den Konflikt zu lokalisieren, und

'ftßte der Dreibund Deutschland-Oester­reich in volle Wirksamkeit treten, wenn auch Italien sich noch zurückhielt. Auf der anderen Seite wurde England in den Konflikt mit hineingezogen und damit kam der europäische Krieg zum Ausbruch.

Auch über Amerikas Beteiligung fand Prof. Barnes erklärende Worte, die ganz anders klingen als das, was man bisher gehört hat, die vor allem zeigten, daß die Vereinigten Staaten deswegen auf die Seite der Alliierten getreten sind, weil sie einmal pekuniär an einem Erfolg der Entente interessiert waren; denn während des Krieges sind in Amerika große Anleihen ausgenommen worden, dann aber wurde auch die amerikanische Oeffentlichkeit von den Situierten so bearbeitet, daß allmäh­lich die deutschlandfeindliche Stimmung ge­schaffen wurde, die den Eintritt Amerikas schließlich erzwang. Nicht der U-Bootkrieg sei ausschlaggebend gewesen, noch viel weniger die Verletzung der belgischen Neutralität. Der Beweis hierfür sei, daß schon ein Jahr vor Be­ginn des U-Bootkriges Oberst House von Wil-

Jedenfalls ist die wissenschaftliche Er­forschung der Kriegsschuldfrage, die an sich mit dem deutschen Kampf gegen das Stigma des Versailler Vertrages und den auf ihm aufge­bauten materiellen Folgen nichts zu tun hat, seit einiger Zeit in ein aussichtsreicheres Sta­dium getreten. Nach den Vorschlägen des ame­rikanischen Gelehrten sollen die Forscher der verschiedensten Länder, die sich vom historischen und juristischen Standpunkte mit der Schuld­ftage befassen, zunächst in neutralen Städten zu regelmäßigen Kongressen zusammentreten, um durch Austausch und Ergänzung ihrer For­schungsergebnisse in absehbarer Zeit zu einem objektiven Resultat zu gelangen.

Professor Barnes in München.

München, 28. Juli. Jn einer vom akade­mischen Arbeitsausschuß für den deutschen Auf­bau und vom Arbeitsausschuß deutscher Ver­bände veranstalteten Kundgebung hielt Pro­fessor Barnes heute abend im Auditorium Ma­ximum der Münchener Universität einen Dor­trag über die Kriegsschuldftage. Er wies darauf hin, daß die moralische Reinigung Deutschlands die Skrafparagraphen des Versailler Vertrages beseitigen und die Revarationsfrage in völlig neues Licht stellen würde. Barnes betonte noch, male wie vor einigen Tagen bei einer Berliner Kundgebung, daß die

unmittelbare Verantwortung für den Welt­krieg auf Frankreich und Ruhland falle und daß der berüchtigte Schuldparagraph im Versailler Vertrag ohne jede Grundlage sei. Der Dawesplan sei nur ein kleines Bemühen, die Strafe eines Mannes zu vermindern, den alle als unschuldig erkennen. Barnes trat weiter für die

Rückgabe der deutschen Kolonien unttt. einem MaudaissMem ein. Notwendig

zu einem Totenhain gestaltet wirb, in dem ein Denkmal Aufstellung finden soll. Um Preußens Wünschen hinsichtlich der Schinckelschen Reuen Wache näher 3u kommen, soll vorgeschlagen werden, dieses Bauwerk in eine Erinnerungs­halle für die verlorenen deutschen Gebiete um- zuwandeln. Auch damit werde sich in den Tagen um den 11. August das Reichskabiaelk beschäftigen.

Der abgeänöerte Pvlemkm-Film freigegebsn.

Berlin, 28. IM. Der russische MknPanzer­kreuzer PoterrLdr", der vor einiger Seit von der FikmoberprüfungÄstelle verboten wurde, hat heute derFllmprüfstelle in abgeärtberter Form erneut Vor­gelegen. Alle Becmsimibmrgsn waren hercrusgelassen. Die Prufttelle hat entschisben, daß der Film frei- gegeben wird und auch von Jugendlichen besucht werden dar f.

Die Erwerbslofigksll in der ersten Iulihälfle.

Berlin, 28. Juli. In der ersten Julrhälfts ist die Zahl der männlichen Hauptunterstutzungs- empfä-nger weiter von 1408 527 am 1. Juli auf 1383 596 am 15. Juli zurückgegangen, die der weiblichen Houptunterstützungsempfänger von 332 645 auf 335 265 gestiegen. Die Gesamt­zahl der Hauptunterstützungsempfäinger ist so­mit von 1 741172 auf 1 718 861, also um 1,3 Prozent, gesunken, die Zahl der Familien- angehörigen und Zuschlagsempfänger vor 1 728 153 auf 1708 299.

Die deuischen Kolonialen Bestrebungen in englischem Arteil.

Der Berliner Vertreter derTimes" gibt feinem Blatte einen langen Bericht über deutsche Kolonial- beftrebungen, der sehr energisch zurückgewiesen wer-

t Zu denen, die es sich angelegenfeinließen, die Kriegsschuldfrage gründlich zu prüfen, hört der bekannte amerikanische Histo

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irof. Barnes, Newyork, ein Schüler der Ge-

chichtsabteilung der Columbia-Universität, der n Fachkreisen sich eines großen Ansehens er-

reut. Er weilte vor kurzem in Berlin und hielt n der Aula der Berliner Universität einen Vortrag über die Ursachen des Weltkrieges, in dem er sowohl den Belangen Europas gerecht zu werden versuchte, wie auch die Schatten zu beseitigen sich bemühte, die von interessierter Seite über Deutschlands gutes Gewissen ge­breitet worden sind und es in den Ruf des alleinigen Kriegshetzers gebracht haben.

In feinen Ausführungen wies er darauf hm, daß zu Ende des 19. und zu Beginn des

Jahrhunderts von sämtlichen europäischen ktaaten ein ganz falsches System ihrer poli- kischen Beziehungen zueinander eingeschlagen wurde, dem sich Deutschland nicht entzog, wo- km sein Hauptteil an der Mitschuld am Aus­btuch des Weltkrieges zu ersehen ist. Aber die Existenz dieses fehlerhaften Systems allein hatte noch nicht zum Ausbruch des Krieges ge= jährt, wenn nicht feit dem Jahre 1912 sich die Wolken am politischen Himmel rasch zusammen- slezogen hätten. In Frankreich war Poincarë

Macht gelangt. Sofort streckte er seine pähler nach Rußland aus, um mit ihm zu­sammen die Grundlagen für ein europäisches Bündnis gegen die Mittelmächte zu schaffen, ömmer nervöfer wurde die Stimmung der ein­zelnen Staaten, und es bedurfte nur eines ge- gfügigen Anstoßes, um das Gewitter zur witlabung zu bringen. Diese Gelegenheit sollte Meller kommen, als die am Ausbruch des Krieges interessierten Kreise erhofften. Der âord von Serajewo ist die Ursache des Aus- vrucheg des Weltkrieges geworden. Daß es sich merbei nicht allein um die Tat eines Fanatikers Maalte, sondern daß der serbische General- llab beteiligt war, ist heute schon längst er= Men. Mit der Ermordung des österreichischen Mufolgerpaares wurde die Frage der Er- Mug der Donaumonarchie akut. Wenn eperreich sich Serbien gegenüber schlapp Mte, so wäre damit das Signal zum Zu- M^^ubruch Oestereich-Ungarns gegeben ge-

Man glaubte durch besonders forsches jI, .ten nach außen über die innere Halt- des österreichischen Staates hinweg- " mujch^n und kam zu jenem Ultimatum an .MM das nach Ansicht Barnes unan- Mbar gewesen sei.

^ Nicht richtig gewesen, daß Deutsch- ird? m dieser schon stark auf die Spitze ge= n. °Mn Situation noch weiter gehetzt hätte, - Gegenteil bemühte man sich von Berlin ^dampfend einzugreifen und im Verhand- , ngowege den Konflikt Serbien-Oesterreich liegen. Da sich Rußland bald mit Serbien

Als logische Folge seiner Aeußerungen üéer Die Skala der Schuld der einzelnen Länder am Weltkrieg lehnte Prof. Barnes sowohl den Ver­sailler Friedensvertrag wie den auf seinen Voraussetzungen fußenden Dawesplan ab und damit vor allem die Verpflichtung zur weiteren Reparationsleistung. Wenn die'Kriegsschäden wieder gut gemacht werden sollten, so könne dies allem auf dem Weg geschehen, daß jedes Land im Verhältnis zu seiner Schuld am Aus- bruch des Krieges hierzu herangezogen würde. Am glücklichsten und wahrscheinlichsten hielt er eine Lösung in dem Sinne, daß Amerika dank seiner Vorherrschaft auf dem Gebiete der Fi- nanzmocht seine europäischen Forderungen ® England und Frankreich zum Teile

, unter der Voraussetzung, daß diese beiden Länder auf ihre Forderungen gegen Deutschland verzichteten. Nur so sei ein Wieder- aufbau der zerrütteten europäischen Verhält- möglich und damit die Wiederanbahnung des Weltfrieden.

. Berlin, 28. Juli. Die durch die Aktenver- offentlichung des Auswärtigen Amtes und durch das allmähliche Zutagetreten ergänzender Schriftstücke in anderen Ländern genährte und geforderte Untersuchung der Kriegsschuldlüge hat in der deutschen Oeffentlichkeit durch die Bortrage eine besondere Aktualität erhalten, die der amerikanische Universitätsprofessor Harry Elmer Barnes, der Verfasser des Wer­kesThe Genesis of the World War" in den beiden letzten Tagen in Berlin hielt. Das Werk dieses. Gelehrten, der die Kriegsschuldfrage ohne jede politische Stellungnahme zum Gegen­stand wissenschaftlicher Forschung gemacht hat, wird demnächst in deutscher Sprache erscheinen. Seine Schlußfolgerungen, wonach Deutschland nur im geringsten Maße für den Ausbruch des Weltkrieges verantwortlich ist, während sich die Hauptschuld Rußland und Frankreich, an zwei­ter Stelle Oesterreich-Ungarn, teilen, erheben Anspruch auf vollkommenste Objektivität. Im engeren Kreise gab Professor Barnes dann einen Ueberblick über die Entwicklung des Problems unter dem Gesichtswinkel der histo- rischen Forschungsarbeit, an der übrigens Frankreichs Gelehrte hervorragend beteiligt seien. Dabei wird auf die auffällige Abstufung hingewiesen, mit der die einzelnen am Kriege beteiligten Mächte der moralischen Forderung nach einer Oeffnung dieser Archive entsprechen. Es sei mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten, daß eine Vervollständigung der russischen Ak­tenstücke und ihre Zusammenstellung mit den bisher amtlich nicht herausgegebenen serbischen Dokumenten die Barnessche These als richtig erweisen würde, wonach zaristische Behörden im voraus von dem Attentat von Sarajewo gewußt hätten, also die bewußte Entfessung der Katastrophe Rußland vollständig zur Last fiele.

l a n d s mit Oesterreich zu gestalten, wenn diese beiden Länder die Vereinigung wünschten. Die Gerechtigkeit fordere es weiter, daß den deutschen Bewohnern Südtirols ihre kulturelle persönliche Freiheit gesichert werde. Zur Aufklärung der Kriegsschuldfrage müßte die Oeffnung der Geheimarchive aller Länder erfolgen und eine internationale Konferenz Sachverständiger aller Länder in einem neutra­len Lande zusammeukreken. Der Kundgebung folgte der Empfang beim bayerischen Minister­präsidenten, der auch dem Vorträge beigewohnt hatte, zu dem hervorragende Vertreter des po­litischen und kulturellen Lebens Bayerns ge­laden waren.

München, 28. Juli. Bei dem anläßlich der Anwesenheit Professor Barnes vom bayeri­schen Ministerpräsidenten gegebenen Empfang entbot Ministerpräsident Held dem Kriegs­schuldforscher Gruß und Dank namens der bayerischen Staatsregierung, wobei er betonte, daß es um Deutschland immer gut bestellt sein werde, wenn die objektive Wahrheit festgestellt werde. Jede Schönfärberei fei abzulehnen, dann werde es sich von selbst ergeben, daß die Wahr­heit in der Kriegsschuldfrage heute wissenschaft­lich in der Hauptsache bereits festgestellt sei. Diese wissenschaftlich bereits gewonnene Wahr­heit müsse nun unter die Bevölkerung aller Länder gebracht werden, damit die erkannte Wahrheit in der ganzen Welt verbreitet werde. Dabei erwachse der Presse eine ganz besonders bedeutungsvolle Aufgabe. Am Nachmittag hat Barnes dem Deutschen Museum einen Besuch abgestattet, wo Exzellenz Miller die Führung übernahm.

Amerika und Barnes Rede.

Rewyork, 28. Juli. Die Berliner Rede Pro­fessor Barnes über die Kriegsschuldfrage hat in Amerika größte Beachtung gefunden. Die deutschfeindlichen Blätter haben jedoch seine Ausführungen mit keinem Wort erwähnt. Viele amerikanische Blätter weisen darauf hin, daß über die Rede noch eine eingehende Auseinan­dersetzung in der amerikanischen Oeffentlichkeit stattfinden werde.

Der Kampf um das Reichsehrenmal

Berlin, 28. Juli. Wiè dasB. I. hört, will der Reichsinnenminister im August, wenn das Reichskabinett wieder Zusammentritt, ver­suchen. die Entscheidung der Reichsregierung herbeizuführen, um dem unerfreulichen Wett­streit um das Reichsehrenmal ein Ende zu machen. Gegen das Rheinprojekt wird die Höhe der Kosten geltend gemacht, die von den rhei­nischen Behörden selbst auf 5 bis 6 Millionen Mark geschätzt werden, in Wirklichkeit aber 15 bis 18 Millionen erreichen sollen. Es wird ver- muflid) dabei bleiben, daß der Wald bei Berka

fou. Der Berichterstatter schreibt diesen Artikel im Ausblick auf den ab 31. Juli in Hamburg tagenden Kolon iaikongreß. Der Berichterstatter derTimes" kommt zu Ergebnissen, die augenscheinlich nur den Zweck verfolgen, in England über die Ernschaftigkeit unserer kolonialen Bestrebungen ein unzutreffendes Bild zu entwerfen. Wenn der Korrespondent fsst- stellt, es komme Deutschland nur darauf an, den moralischen Vorwurf", Deutschland seikolonial­untüchtig", so vergißt derTrmes"-Verèreter, daß die Entkräftung dieses Vorwurfes für uns deshalb so wichtig ist, weil er den Beutestaaien den Vorwand lieferte, uns unserer Kolonien zu berauben. Es heißt die Sachlage in gefährlicher Weise verkennen, wenn man sich einredet, mit der Entkräftung dieses Vorwurfes seien die kolonialen Bestrebungen Deutschlands befriedigt. Das paßt ja wohl gut in die Politik, die der englische Kolonialminister Amery vertritt, wenn er sich hartnäckig weigert, zwischen Mandatsgebiet und annektiertem Gebiet einen Unter­schied zu machen: aber es entspricht nicht den Tat­sachen. Werm der Berichterstatter im weiteren ver­sichert, der koloniale Gedanke in Deutschland sei lahm, weil man gegenwärtig andere Sorgen habe, so ist das auch dann noch nicht einmal eine halbe Wahrheit, wenn man das Wörtchengegenwärtig" sehr wörtlich nimmt. Die Wahrheit ist: Deutsch­land wird seine kolonialen Ansprüche nie aufgeben, es wird sie mit wachsendem Nachdruck vertreten, in dem Maße, wie dieanderen Sorgen" geringer werden.

ArrkerhausanlrSgeriberdieDesatzuugs- stürke im Rheinland.

London, 28. Juli. Im Unterhaus fragte. Ponsonby, ob von der deutschen Regierung auf die neue an Deutschland ergangene Mit­teilung der Interalliierten Kontrollkommission in Sachen der deutschen Abrüstung eine Ant­wort eingelaufen sei. Chamberlain erwiderte, daß er seiner Antwort vom 21. Juli nichts hin­zuzufügen habe. Ponsonby fragte weiter, ob die englische Regierung in Uebereinstimmung mit der Zusage, die sie in Locarno oder kurz danach gegeben habe und mit der Absicht die noch ausstehenden Differenzpunkte vor dem Zu­sammentritt der Völkerbundsversammlung im September zu regeln, den anderen Besatzungs- Mächten die nötigen Schritte vorzuschlagen be­absichtige und die Anzahl der alliierten Trup­pen im besetzten Gebiet auf die Kopfstärke zu vermindern, die Deutschland vor dem Kriege im Rheinland unterhalten habe. Chamberlain antwortete, man habe der deutschen Regierung keinerlei Zusage gegeben, daß die Besatzungs­truppen im Rheinland auf die Zahl der deut­schen Garnisontruppen vor dem Kriege vermin­dert würden. Die Regierung halte sich selbstver- 'tändlich nach wie vor an die Note der Bot- ckafter-Kcacherenr vom 11 November.