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Dienstag den 27. 3nU
Nr. in
Iswolski und Poincarè hätten von da ab Hand in Hand auf die Entfesselung des europäischen Krieges hingearbeitei. Die Mitschuld des serbischen Generalstabes bei dem Morde in Sarajewo sei einwandfrei festgestellt. Rußland habe ganz Europa voreilig in den Krieg gestürzt. Politisch und diplomatisch sei kein Grund für Re Entfesselung des Weltbrandes vorhanden gewesen. In der Nacht des 31. Juli habe sich auch Frankreich bereits für den Krieg entschiedn. Die Pläne von Frankreich und Rußland feien einmütig auf einen europäischen Krieg hinausgegangen. Belgien habe mit den englischen Kriegsheschlüssen nichts zu tun gehabt. Es sei lediglich ein Vorwand für die englische Diplomatie gewesen. Amerika habe nie die europäische Lage klar übersetzen können. Wolle man eine Skala der Kriegsschuld aufftellen, so falle die einzige und direkte Verantwortung für den Weltkrieg Frankreich und Rußland zu. In weitem Abstande käme Oesterreich, das nur einen lokalen, keinen Weltkrieg wollte. An letzterer Stelle stände Deutschland. Der deutsche Kaiser habe sich bis zuletzt bemüht, den Krieg zu vermeiden.
Zum Schluß erklärte Prof. Barnes, daß der berüchtigte Schuldparagraph im Versailler Vertrag ohne jede Grundlage wäre. Die klare wissenschaftliche Erkenntnis der Kriegsschuldfrage verlangt eine Zurückweisung aller Maßnahmen des Versailler Vertrages, die auf jenem Schuldparagraphen basieren.
Amerika gegen die Pariser Ketzer.
Rewyork, 26. Juli. Wenn die antiamerikanische Agitation in Form von amerikafeindlichen Demonstrationen in Frankreich das offizielle Amerika einstweilen auch scheinbar kalt läßt, so ist doch nicht zu verkennen, daß die öffentliche Meinung diesseits des Atlantischen Ozeans anfängt, auf die andauernden Beschimpfungen gebührend zu erwidern. Senator Reed-Pennsylvanien hat an die amerikanischen Reisenden soeben die Aufforderung gerichtet, Frankreich auf 6 Monate fernzubleiben. Reed- Pennfylvanien — nicht zu verwechseln mit dem einflußreichen Reed aus Missouri — ist zwar keine sehr bekannte Persönlichkeit, immerhin deckt sich seine Stimme aber mit der Meinung weiter Kreise.
Die Einstellung gegen Europa, die immer schon vorbereitet war, nimmt mit jeder Meldung über antiamerikanische Ausschreitungen zu, und die Kreise, die die Teilnahme Amerikas an europäischen Dingen befürworten, sind bei ihrem Bestreben, Frankreich zu entschuldigen, schon sogar jetzt soweit gegangen, die P a r i fer Unruhen auf Anstiftung deutscher Propagandisten und Provokateure zurückzuführen (!), die in der Trübung der amerikanisch-französischen Beziehungen und an der Umleitung des amerikanischen Reiseverkehrs nach Deutschland Interesse hätten.
,Dke „World" stellt für alle nach Paris reisenden Amerikaner zehn Gebote zusammen und richtet an alle Amerikaner die Bitte, sich diese Gebote zu Herzen zu nehmen. Das erste lautet: „Brüste dich nicht in den Cafès damit, daß die Vereinigten Staaten die einzige ehrliche Goldwährung haben, denn erstens ist das nichl wahr, und zweitens ist es nur natürlich, daß solche Ausbrüche finanziellen Patriotismus' allen auf die Nerven gehen, die nicht in den Jahren 1914/16 den größten Goldschatz der Welt in den Tresoren konzentriert haben, indem sie anderen Nationen, die Krieg führten, Munition, Baumwolle und Weizen verkauften." Ein weiteres Gebot lautet: „Rege dick) nicht übermäßig auf, wenn das Diner, das gestern noch 70 Francs kostete, heute mit 120 berechnet wird, denn es geht nicht gut an, Amerikas Anerkennung des Haager Schiedsgerichts davon abhängig zu macken, daß die Franzosen Sie Preise auf der gleichen Höhe halten, während der Wert ihrer Währung ständig fällt." In dem letzten Gebot werden die omerika- ai'chen Touristen davor gewarnt, „Amerika als den großzügigsten Gläubiger in den Himmel zu heben, weil es den Teil der Schulden, der ohnehin beim besten Willen nicht einzutreiben ist, nachgelassen hat."
Senator Johnson über die amerikanisch- europäischen Beziehungen.
Washington, 26. Juli. Senator Johnson erklärte hier über das Verhältnis Amerikas zu Europa: Europa ist sich nur in einem Punkte einig, nämlich in dem Haß gegen Amerika, das es als den Parias unter den Völkern und als „Shylock" bezeichnet, der von allen beachtet werde. Der einzige Grund hierfür ist offenbar der, daß Amerika den Versuch macht, einen Teil, und zwar nur einen kleinen Teil der Schuldverschreibungen einzulösen, welche von den europäischen Staaten Amerika gegeben worden sind. Senator Johnson wies auf düe Angriffe der englischen, französischen und italienischen Presse gegen Amerika und darauf yin, daß gut gekleidete Franzosen in den €tra= Ben von Paris die Amerikaner auszischen, be- mstigen und verprügeln und führte weiter aus: ^ro^„ gegen Amerika ist ein Teil
)er Bürgerschaft in den Vereinigten Staaten 10 blind, schwach und matt, daß man die Auf- rahme des gehaßten Gläubigers in dem Welt- zerichtshof, der von den hassenden Schuldner- staaten geleitet wird, befürwortet. Aus verschiedenen Quellen meldet man uns dabei, daß keine große Nation Europas unsere Vorbehalte zum Beitritt zum Weltgerichtshof annehmen wird. Johnson fordert schließlich, Amerika möge das Aufnahmegesuch zum Weltgerichtshos unverzüglich zurückziehen.
Entgegen anderslautenden Meldungen wird KeichsprösidentvonHinbenburq seinen Urlaub erst Mitte August antreten und am 11. August an der Perfassungsseier teilnehmen.
Die Toiettinfei im deutschen Rhein.
Die Frontkämpfer für Lorch.
Di« Rhrinprovinz und die Provinz Hessen-Nassau haben durch ihre Oberpräsidentsn und Landeshauptmänner die Frontkämpfern erbärrde auf die Lorcher Rheininseln geladen. Zwar haben sich die Verbände und mit ihnen der Reichsratsausschuß für den Ehrenhain bei Berta ausgesprochen, aber die Rheinlande meinte, die maßgebende Oeffentlichkeit vor der endgültigen Entscheidung über das Reichsehrenmal noch einmal nachdrücklich auf das Lorcher Projekt aufmerksam machen zu müssen.
Man ließ — geschickter Weise — die Natur zunächst reden. Stieg hinter der ernsten Lorcher Kirche die Weinberge hinauf und ging in halber Höhe de- Hangs rheinauftvärts. Dos Rheintal ist hier nicht allzu steil, seine Wände schließen sich in ruhigem, dunkelgrünem Bogen. Die Inseln, durch einen schmalen Damm verbunden, find langgestreckte, weiden, umsäumte Wiesen. Sie liegen auf dem Fluß wie Boote vor Anker.
Von Lorch aus fuhr man dann mit kleinen Motorschiffen zur vorderen Insel, wo Prof. Wach mit wenigen Worten sein Projekt (Sarkophag mit Stahlhelm an der Spitze, Ehrenhof aus Säulen und verbindendem Architrav) klarmochte. Auf der größeren Insel war für die Beratung ein Zelt abgeschlagen.
Landeshauptmann Dr. Horion wies zunächst auf die bisherigen Vorverhandlungen hin, die insofern eine Klärung gebracht hätten, als die Frage, ob überhaupt ein Reichsehrenmal errichtet werden soll oder nicht, in bejahendem Sinne entschieden sei, so daß es sich jetzt nur noch um den geeigneten Platz handele und auch dabei ständen
nur noch zwei Projekte
ernstlich zur Debatte, der Ehrenhain bei Bad Berka und die Toteninsel im Rhein. Auch durch die Be- schlußfasiung de- Reichsratsausschusses sei die letztere keineswegs ausgeschlossen, denn in der amtlichen Aeußerung heiße es, daß gewichtige Stimmen im Reichsrat sich für das Projekt der Toteninsel ausgesprochen haben. Inzwischen sei durch die Mitteilung der preußischen Regierung festgestellt, daß eine dieser Stimmen die Stimm« Preußens gewesen sei, außerdem sei noch Bayern, Sachsen, Thüringen, Hessen und Hamburg in dem Ausschuß vertreten gewesen, mindestens eine dieser Stimmen hätte sich auch noch für den Rhein ausgesprochen. Wenn man also überhaupt in diesem Reichsratausschuß die Vertretung des deutschen Volkes sehen wollte, so sei das eine sicher, daß sich
die Vertreter von mindestens zwei Drittel des deutschen Volkes für den Rhein ausgesprochen' hakten. Daß erledigt sei, gehe ja auch aus dem Beschluß des Reichskabinetts hervor. Bei der Erörterung der Srünbe „für" und „wider" müßten zwei Arten von Gründen, die auf beiden Seiten vorkämen, mit Verachtung abgetan werden, erstens die unlauteren Gründe, kurz gesagt G^chästsinteressen, und zweitens parteipolitische Gesichtspunkte. Aber auch der Grund dürfe für Berka nicht angeführt werden, daß man nun einmal gesprochen habe und von dieser Stellungnahme nicht mehr abgehen könne. Jeder könne sich eines Besseren belehren lassen umsomehr, wenn er bei der ersten Stellungnahme nicht vollkommen unterrichtet gewesen wäre. Es käme hinzu, daß in den Frontkämpfer-Organisationen, die gesprochen hätten, die Rheinländer, die am besten in der Lage gewesen wären, die Gründe für den Rhein darzulegen, nicht ausreichend vertreten gewesen seien.
Aus den bisherigen Diskussionen ergebe sich folgender Gegensatz: Die einen wollen ein Ehrenmal möglichst verborgen, weitab von allem Verkehr der Menschen, nur zu erreichen mit besonderer Reise für diejenigen, die ausdrücklich den Zweck im Auge haben, eine Tagesreise zu machen, um eine Ehren- und Dankesbezeugung unsern Toten abzustatten. Sie sind für Berka. Die anderen wollen das Denkmal in die Nähe der Mmschen, in die Nähe des flutenden Verkehrs, um das Andenken an unsere Toten mögliW vielen Deutschen ständig durch den Anblick des Ehrenmals ins Herz zu hämnèrn und nid# zu gestatten, daß die Toten vergessen werden und man sich in bequemer Weise des Gedenkens an sie entziehen kann. Sie sind für den Rhein. Nach Feststellung der Eisenbahndirektion fahren heute im Durchschnitt täglich an den Lorcher Inseln vorbei: linksrheinisch 11000 Personen, rechtsrheinisch 12 100 und an Sonntagen linksrheinisch 13 000, rechtsrheinisch 20 800. Dazu kommen noch die Schiffe mit Zehntausenden Vorbeifahrenden an fchönen Tagen. Aehnlich liegen die Zahlen bei anderen Rheininseln. Alle diese Tausende, sie mögen wollen oder nicht, werden hier am Eisenbahnsenster oder am Schiffs- rand hinaussehen und werden einen Augenblick denken müssen: Zwei Millionen Volks^nossen haben für Deutschland, auch für dich, das Höchste, das Leben gelassen und du bist in der Lage, hier behag-- lich herumzufahren. Was schuldest du ihnen? Und mit diesem Gedanken wird sich eine äußere Ehr- furchtsbezengung von selbst verbinden.
Das Denkmal In Berka wird in einem ganzen Jahre, wenigstens wenn mal zwei bis drei Jahre vorüber sind, nickst von soviel Personen gesehen werden und nicht Gelegenheit geben, so vielen Personen das Gedächtnis unserer Toten zurückzurufen, als unsere Toteninsel im Rhein an einem einzigen Tage.
Und kann es eine zu Herzen gehende« Ehrung geben, als wenn die großen Rhemdampser hier vorbeifahren und bis kurz vor der Insel Musik und Gesang ertönt, und dann in den zwei bis drei Minuten des Vorbeifahrens alles ehrfurchtsvoll schweigt und einen Blick hinüberwirft zu der Insel der Toten? Einem jeden wird ein Augenblick das Herz
stillstehen und es ist mehr erreicht für das Gedächtnis unserer Toten, als durch eine große, mit vielen Vorbereitungen inszenierte und durch eine lange Reise erkaufte Kundgebung, veranstaltet im Walde von Berka, von solchen, die schon ohnehin ein warmes Herz für unsere Toten haben. Auch die Bereitwilligkeit des deutschen Volkes zu materiellen Zuwendungen an die Opfer des Krieges kann nur gesteigert und gefördert werden, wenn auf diese Weise in möglichst vielen Herzen das Andenken an die Toten gewissermaßen gewaltsam wachgehalten wird. Demgegenüber sagt man, Berka liegt im Mittelpunkte Deutschlands und der Rhein liegt weit mehr an der Grenze. Also nach Berka sönnen die Deutschen leichter kommen, um die Toten zu ehren, als an den Rhein? Glaubt man wirklich im Ernste, es würden im Jahre mehr Besucher zum Haine nach Berka kommen, als zu einer Toteninsel im Rhein? Es ist auch durchaus nicht richtig, daß für dis Ent- fernungen der Bewohner — und darauf kommt es an, nicht auf die Entfernung des Grund und Bodens — Berka günstiger liege. Wenn man einen Kreis mit einem Radius von 200 Km. um Berka und um Lorch schlägt, so wohnen in diesem Radius bei Berka 16 Millionen, bei Lorch 20 Millionen.
Mele Tausende Deutsche, die niemals im Leben Thüringen oder Berka sehen, kommen an den Rhein und werden hier die Gelegenheit zu einer Ehrung der Toten in einem stillen Gedenken durch einen Besuch der Toteninsel benutzen.
Dagegen wird eingewendeft daß eine Toteninsel wie ein Friedhof fernab vom Gewiihle des Lebens und vor allem von Aeußerungen der Freude und des Vergnügens in heiliger Ruhe liegen muß.
Sicherlich ist dieser Gedanke beachtlich, obwohl bekanntlich unsere Gegner, denen doch, wie sie im Kriege und in der Vorkriegszeit gezeigt haben, ein wirksames psychologisches Gefühl nicht abzusprechen ist, bei ihrer Totenehrung in Form des Denkmals für den unbekannten Soldaten anders nor gegangen sind. Sie haben es mitten in das größte Leben der Hauptstadt hineingesetzt und lassen Tausende Menschen täglich daran vorbeifluten. Aber das ist gerade der unerreichbare Vorzug der Toteninsel im Rhein, daß auch dieser Gedanke der Ehrfurcht und der Ruhe zu seinem Rechte kommt. Man hat dann gesagt, Berka sei der geeignete Ort, weil es
das Herz Deutschlands
darstellt. Das Herz des Menschen ist aber nicht der arithmetische Mittelpunk, sondern die Stelle, die Leben empfängt und Leben gibt. Der Rhein stellt aber zweifellos viel «Herbas Herz Deutschlands, den Schwerpunkt des nationalen, den Schwerpunkt des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens dar. In einem der Schreiben, durch das die Einladung zu heute abgesagt wird, findet sich der entsetzliche Satz: „Der Rhein ist heute kein deutscher Strom mehr." Ich glaube, daß der Unterzeichner dieses Schreibens nicht gewußt hat, was er gesagt hat. Wenn das wirklich die Ansicht von Deutschen sein soll, dann wird es die höchste Zeit, auch aus diesem Grunde dieses deutsche nationale Denkmal an den Rhein zu setzen, um dem Inland« und dem Auslands zu zeigen, daß
der Rhein der deutscheste Strom
ist und bleibt, und daß, wenn wir eine Stelle zur Ehrung von ganz Deutschland suchen, für diese Stelle gerade der Rhein, unser feierliches und heiliges Eigentum, der richtige Platz ist.
Das Denkmal muß aber auch durch seinen Standort mit dem großen Krieg auf das engste verbunden sein. Es muß durch feinen Namen zum deutschen Volke sprechen und das tut nicht das Reichsehrenmal in Berka, sondern da zündet nur dos Wort
„Das Reichsehrenmal im deutschen Rhein", für den die Gefallenen gekämpft haben, der der Mittelpunkt tausendjähriger deutscher Geschichte ist urD den wir als deutschestes Erbe festhalten wollen. Auch das wird bekundet dadurch, daß wir die Ehrung unserer Toten in den Rhein verlegen.
Das Denkmal soll sprechen von unserem Fühlen und Denken, aber auch von unserem nationalen Sehnen und Hoffen. Das wird es weit deutlicher als in dem Rauschen eines einsamen Waldhain«s in dem Rauschen der Wellen unseres deutschesten Stro- mes. Dies« Wellen fingen dauernd den Gesang deutscher Treue zu dm Helden, die für Deutsch- erhaltung dieses Stromes gekämpft haben, aber auch das Lied von der Wacht am Rhein, die wir Lebende mit derselben Treue halten sollen, wie die Toten, die dafür gestorben sind.
Die Aussprache
ergab Einmütigkeit darüber, daß das Reichsehr«n- mal an den Rhein und nicht in irgendeinen WoD- winkel Deutschlands gehört. Di« nachstehende
Entschließung
fand einmütige Zustimmung:
„Die zur Besprechung der Plahfrage des Reichsehrenmals für unsere Gefallenen in Lorch versammelten Vertreter der Fronttämpserorgani- fationen, Kriegsbeschädigten und Sriegshinterblie- denen, geben nach Besichtigung der Oerkllchkeil und Erörterung der Gründe ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß das Reichskabinett vor einer endgültigen Entscheidung über die Wahl de, Platzes, die Frage eines Jnseldenkmals Im Rhein unbedingt einer eingehenden sachlichen Prüfung unter- ziehen muß und daß das Ergebnis einer solchen Prüfung nur sein kann, daß ein Reichsehrenmal für unsere Gefallenen auf einer Insel im Rhein in der besten Weise dem Zweck einer Ehrung der Toten und eines deutschen Rationaldenkmals entspricht, und insbesondere den Vorzug vor dem Lbr-aLalo in Mitteldeutschland verdient."
Eoolidge und -ie Frage 6er Kriegsschulden.
Newyork. 26. Juli. „Associated Preß" det aus Paul Smith, das Büro des Präsidenten habe eine Erklärung veröffentlicht, in der w Abrede gestellt wird, daß Präsident Coolidae irgend eine Aeußerung über die Schulden des Auslandes getan habe oder Handelsabkommen im Zusammenhang mit diesen Schulden er. wähnt habe, wie im „Syrakuse Herald" gestern berichtet wurde. Die Erklärung besagt, Coolidae habe lediglich zu einem privaten Besucher die Bemerkung gemacht, daß die ausländische Schuldner ihre Schulden teilweise aus ihrem Außenhandel bezahlen könnten.
Neue Kämpfe in Syrien.
Paris, 26. Juli. Wie Havas aus Beirut meldet, besagen Meldungen aus Damaskus, französische Truppen an verschiedenen Stellen mit kleineren Drusenabteilungen zu kämpfen hatten. Es wird ferner gemeldet, daß die Ein- geborenen biete Toten zu beklagen hatten. der Meldung wird schließlich angegeben, daß bei der Operation nach der Einnahme von 6u= eida durch die Franzosen die Eingeborenen bis zum 25. Juli 1207 Gewehre und 61000 Patronen ausgeliefert und 1300 Pfund bezahlt hätten.
Der Kulturkampf in Mexiko.
Rewyork, 26. Juli. „Associated Preß" meldet aus der Stadt Mexiko: Das Innen- Ministerium hat eine Untersuchung über den gestern versandten Hirtenbrief angeordnet. In dem Brief hieß es, es würden Anstrengungen unternommen werden, eine Abänderung der religionsfeindlichen Bestimmungen der Verfassung herbeizuführen. Es ist die Absicht des Ministeriums des Innern, festzustellen, ob der Hirtenbrief eine Verletzung der Verfassung dar- stellt. Präsident Calles sagt den Mißerfolg des vom Nationalverband zum Schutze der religiösen Freiheit geplanten wirtschaftlichen Boykotts gegen Mexiko voraus und erklärt, die Regierung werde darüber entscheiden, ob eine derartige Propaganda aufrührerischen Charakter trage.
âttvzs MeDèLrrKmr.
Landrat Schaible aus Karlsruhe, bet während seines Ferienaufenthaltes in Paris wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die öffentlich« Ordnung an,geklagt worden war, ist vom Pariser Gericht, nachdem der Staatsanwalt die Anklaze fallen gelassen hatte, freigesprochen worden
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Nach einer Meldung des „Matin" aus S chleti- stadt im Elsaß werden auf Beschluß des dortigen Stadtrates die nach dem Wasfenstillstand mit französischen Nam«n benannten Straßen wieder bis früheren deutschen Nam«p, erhalt em .
Das „B. T." berichtet aus Luck in Polen, daß dort ungefähr 120 Soldaten an Fleischver- gistungen erkrankt sind. Auch zahlreiche Zivilpersonen erkrankten unter den gleichen Der- gistungserscheinungen. Die Unt«vsuchung ergab, daß das städtische Schlachtamt an Militär- und Zivilbevölkerung Schlachtfleisch geliefert hatte, das die Ursache der ^Vergiftungen mar.
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Gestern abend sanden an verschiedenen Plätzer Berlins Protestkundgebungen der Kowmi- nisten gegen das Verbotder „RotenFahn e' statt. Auf dem Krippenplatz kam es zu Zusammen- flößen mit Polizeibeamten. Die Polizei nahm gwei Personen fest. Eine größere Menge Demonstranten sammelte sich vor dem Polizeirevier, sodaß die Beamten schließlich Verstärkung herbeirusen mußte«- um die umliegenden Straßen zu räumen.
Skt» Mr« MM.
Zur MagSeburger Mvrdssche.
Magdeburg, 25. Juli. Bei der refftigen Gegen' Überstellung des Fabrikoirektors HaaS und seines angeblichen Doppelgängers, BezirksdirektorS Thieß, wurde festgestellt, daß keine Aehnlichkeit zwischen beiden besteht. Die Zeugen erkannten wohl Haas als die Person wieder, die nach ihrer Ansicht in Groß-Rottmersleben bei Schröder gewesen sei, nicht aber Thieß- — Wie die Blätter melden, erhebt der Verteidiger des noch immer in Haft befindlichen Rudolf Haas schwere Beschuldigungen gegen den Magdebnrgcr Kriminalkommissar Tenholt. Der Verteidiger will nâmüâ folgendes festgestellt haben,: Vor einigen Tagen Halt- Schröder bei einer Vernehmung erklärt, an den Mordplänen gegen Helling, seien auch in Magdeburg wob« nende Tschechen beteiligt gewesen. Der Untersuchung!' richter Kölling setzte daraufhin die protokollarische F-»' lequng dieser Aussage auf den 17. Juli an. ® 16. Juli abends rief der Kriminalkonussar Tenholt den Magdeburger tschechischen Honorarkonsul Adam an und bat ihn, ihm, Tenholt, und einem anderen Herr« die Konsulatsräume zu zeigen. Nachdem der Honorar' konsul der Bitte stattgegeben hatte, erschienen Tenb«« und Schröder und besichtigen eingehend die Räume- Am Schluß der Besuche» soll Tenholt dem Honorarkonsul Adam das Ehrenwort abgenommen haben, de« Vizekonsul Janda von dem Besuche nicht» zu sag-«- Am Vormittag des 17 Juli gab Schröder vor de« Untersuchungsrichter eine genaue Beschreibung der Konsulatsräume und auf Grund dieser genauen schreibung ordnete Untersuchungsrichter Kölling Vernehmung de» tschechischm Vizekonsul- Janda an. Erst bei dieser Vernehmung erfuhr Janda, daß Schröder sich in den Konsulat-räumen aufgehalten hatte. .
Die Blätter geben der Befürchtung Ausdruck, da8 diese Angelegenheit noch diplomatische Schwierigreiten zur Folge haben werde, da der Vizekonsul einen gehenden Bericht nach Prag geschickt habe.
Fünf Todesopfer von Juist.
Wie die „Voss Ztg." meldet, ist der bei dem FW zcugunglück auf Juist schwer verunglückte Stow au» Bentheim seinen Verletzungen erlegen. Das Ung hat also fünf Tode»opser gefordert. Die Leichen M von der Staatsanwaltschaft zur Bestattung uutmt worden.