Einzelbild herunterladen
 

Mittwoch den 21. Sufi

Nr. 168

Der Man«, der «ach Caillaux' Sturz de« grat« retten soll.

De Monzt«, der neu« französische Finanz minister.

Iberprüfident Herriot aoch mit einigen seiner Mitarbeiter, besonders mit Innenminister khaokemps, der nach Mitternacht gleichfalls >ie nachmittags im Umlauf gewesenen Gerüchte wn einer bevorstehenden Demission de Monzies und auch des Solonialministers Dariac, sowie einem angeblich geplanten Alten- «t auf Ministerpräsident Herriot demea- fierte. Innenminister abautemps erklärte, nach zwei aufeinander folgenden Minister­krisen sei es notwendig, daß das Parlament sich mit den Finauzplänen befasse. Ministerpräsi- deal Herriot wird heute vormittag mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich eine rlnlerreduag haben. de Moazie arbeite die ganz Rächt an der Fertigstellung der Finanz- plâne, die in dem heute nachmittag vor Som­mer beginn abzuhaltende« Kabinetts- und Minifterrat endgüllig beraten werden sollen. Die Finanzpläne würden sofort nach Verlefung der Regierungserklärung in der Kammer ein- gebracht. Es fei nunmehr jedermann verpflich­tet, in dieser heiklen Situation die Ruhe zu be­wahre«. Die Lage erfordere energische Maß. nahmen, die die Regierung entschlossen sei, ja ergreifen.

Rach demEcho de paris" wird, wenn bas Kabinett Herriot gestürzt wird, ein großes Ministerium der nationalen Eivheil unter dem Vorsitz von poincaré gebildet werden. Der *2Ratm* glaubt, berichten M können, daß in der gestrigen Fraklwasfitzusg der sozialen

Sammt

:aktion erklärt worden fei, Leon in seinem Briefe an Herriot, in dem

versprochen habe, zu weit gegangen. Es sei deshalb za einer lebhaften Auseinandersetzung gekommen, die man habe unterbrechen müssen, beschwichtigen, nach dem

m» die Geister zu

tt habe, man solle eine Levnknisnahme der Re-

Starke Gereiztheit -er Franzose« gegenüber Nkem-en.

Paffs. 20. Suk. Der Franc ist heute nachmüttog toeiSer gefallen mch nofierte bereits 242,50 flir das fWob. Sütf der Börse kam es zu aufgeregten Sze- aen. Das PutErm hat m der Hauptsache fvcmzö- fffche Wtrenwerte angekauft. Der Andrang zur Löffe war so groß, daß die PlLzSi coiederhott ein- AxP^si rmchjL. AÄch die Menge, die an den Aus- HSng«, die Börsenkurse veffotzte, wurde von der Po^er zum Weitergehen gezwungen. Ae Regie- amg beabsichtigt daher, den öffenürchen Anschlag der Devisenkurse zu verbieten, was die Stadtbehör- d« in Marseille bereits getan haben. Die Pariser WaveNböffe hat beschichten, wegen der Lage des De- o^enmarktes vorerst keine Warennotierungen mehr bekannt zu geben. Der Derbst der Seidenfcchri- kantss von Lyon hat ein Telegramm an ine bethen Partomonte gesandt, in dem der Befürchtung Aus- dank verliehen wird, daß zahlreiche große Seiden» sahnten durch die Frcmcbaiffe den Betrieb einstellen mühten. Die mit dem Francsturz zufammenhân-

$rreguag hervor. BssthiedeniLch ist es bereits zu rdtsfchreidmgen gegen Ausländer gekommen. An Fremde wird in verschiedenen Geschäften nichts mehr verkauft. Vor den DergmiMmgAstätten des Mont Mart«, die von zahlreichem Engländern und ldnerttcmern ständig besucht roerben, tarn es zu Üner Volkskmidgeburig. Einige Amerikaner machten, rbiätttge Bemerkungen über den Francsturz. Sie' «laben von einigen Franzosen zur Rede gestellt, und es entspann sich eine hesSge Schlägerei. Die Po- si^si muffte entschreiten und nahm zahlreiche Derhaf- llmgen vor. In einem Stadtviertel hcchen die Kaffee- Hausbesitz«: BszaPrmg in frcmzöftschan Geld« ver­weigert ihre Landsleute enffach aus dem Lokal Mriefsn. Sie sollen jetzt der Lolkssustiz ausgeliefett werden. Auch in der Straßenbahn und in den kMâfstmnacht sich eine starte Gereizchsit der Franzosen und eine verschärfte Unffeundlichkeit ge- M>^« nicht französisch sprechenden Personen be- aerkbor.

Louyflo« als K ammerprSsidenl vorgeschlagen.

Paris# 20. Juli. Die radikale Kamwerftak- tion hat in ihrer heutigen Sitzung beschiessen, als Kandidaten für die Kammerpräsidentschaft anstelle Herriots <en Vizepräsidenten der Kam­mer Bouyffcn vorzulchlagrr».

Alm das AeZKssAeenmal

Koblenz, 20. Juli. Der Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Dr. Russel, hatte gestern die führenden Persönlichkeiten des Rhein- landes zu einer Besprechung und Kundgebung in die Koblenzer Festhalle gebeten,

Oberbürgermeister Dr. Russel

leitete und eröffnete die aus allen Teilen des Rheinlandes überaus stark beschickte Versamm- lung mit der Fesfftellung, daß die außerordent­liche Mißstimmung im Rheinlande durch die Art und Weise hervorgerufen worden fei, in der man die Angelegenheit behandelt habe. Be­sonders die Besichtigungsreife des Reichsrats- ausschusies habe die Gemüter erregt, weil sie anscheinend nur zur Wahrung des Scheines unternommen worden fei und weil anderer­seits die Bewohner der Rheinlands, um die der Kampf nicht 1918, sondern 1923 beendet wor­den sei, ein Recht hätten, daß ihr Vorschlag zum mindesten ernste Beachtung fände.

Man habe das Empfinden, daß man in Berlin über diese Selbstverfiâudigkeit zu leicht hinweggehe.

Redner, der nicht in flammenden Pro­testen, sondern im Zusammenschluß die Aufgabe der Gegenwart sieht, wies energisch den Vorwurf zurück, daß das Rheinland die Reichsehrenmalfrage zu einer Streitfrage ge­macht habe. Der rheinische Plan stelle keinen unlauteren Wettbewerb dar, er sei nicht ge­macht, um Geschäfte von Interessenten zu be­treiben, sondern um dem Gefühl eines schwer bedrängten Volkes die gebührende Achtung zu verschaffen.

Darum seien die Versuche auf das schärfste zurückzuweisen, die das reine und lautere vaterländische Empfinden der Rheinländer dis- kreditieren wollen.

Geheimrat Dr. Schultz

der greife rheinische Historiker der Bonner Universität, zeichnete dann ein überaus ein­drucksvolles Bild der geschichtlichen Bedeutung der Rheinlands. Darüber Hindus betonte er: Bei den Alliierten habe es sich von selbst er­geben, daß die Hauptstädte Träger des Ehren­mals des unbekannten Soldaten geworden seien. Deutschland habe keinen zentralen Mit- telpunkt. Darum der Plan, das Reichsehrenmal unter dem Sternenzelt in der freien Natur zu errichten. Der Rhein sei die gegebene Stätte, denn nur dieser heilige Strom verbinde alles. Mit dem Liede von derWacht am Rhein" feien deshalb auch die Soldaten im Osten wis in Palästina in den Kampf gezogen, weil alle Deutsch«» empfunden hätten, daß der Rhein

Reichstagsabgeordneter Dr. Wirth, der sich bekarmttich längere Zett von der Polittk zurück­gezogen hatte, vor kurzem aber sich mit der Zentrumsfraktton wieder ausgesöhnt hat und in diese zurückkehrte, beginnt wiederum von sich reden zu machen. In der Dietistagmorgen- Ausgabe desB. T." oereffentliesst er einen dreispaltigenAufruf an alle entschiedenen deuffchen Republikaner", worin er die Forde­rung erhebt, daß einefeste rupublikanische Union" geschaffen werden müsse.

Dr. Wirth kommt in dem Artikel zu dem Ergebnis, die Enffcheidung darüber, ob das neue Deuffchland reaktionär oder republikanisch und sozial-forffchrittlich sei, falle erst in den kommenden Tagen. So möge man es wohl ver­stehen und bedenken, wenn er im kommenden Spätjahre mit einigen Freunden versuchen werde, eine gemeinsame Basis für die Republi­kaner zur Vertiefung der Probleme der deut­schen Republik und für die politische Auswir­kung der republikanischen Bewegung in Deittschland zu schaffen. Die Freunde, von denen er spricht, sind Paul Löbe, der jetzige Reichstagspräsident, und Ludwig Haas, der demokratische Abgeordnete, die mit ihm den Be­schluß gefaßt hätten, besonders aktiv werden zu müssen.

Rein äußerlich ist der Aufruf

eine Gegenaktion gegen den Aufruf Iarres- v. Gayl.

Dr. Wirch kommt dann auf die Haltung der Sozialdemokratie zu sprechen und sagt, daß sich die Sozialdemokratte jetzt wohl der Ver­antwortung bewußt geworden sei, die auf ihr bei der politischen Orientierung Deutschlands im Spätjahr ruhe. Wenn die Sozialdemokratie Neigung verspüre, die kommende Entwicklung etwas leicht zu nehmen, was kaum anzuneh­men fei, so werde die politische Lage der ent­schiedenen Republikaner in Deutschland unge­mein kompliziert. Der frühere Reichskanzler kommt zu dem Schluß, daß die Schlachtlinie der entschlossenen Reaktion deutlich zu sehen sei, während die politische Linke und damit auch die Schlachtlinie der deutschen demokratischen Republikaner fehle. Die republikanische Be­völkerung Deutschlands verlange deshalb, daß die Schranken niedergeriffen werden, die bis jetzt ein gemeinsames Handeln verhinderten. Die Reichsbannerleute und alle entschiedenen Republikaner von Konstanz bis Königsberg werden uns hören und ihre Scharen bereit­willig erneut dem Dienste in der Deutschen Republik zuführen.

Die presse zum Vorstoß Wirths.

Mtt dem Artikel Dr. Wirths imBerliner Tageblatt" beschäftigt sich erst ein Teil der Ber­liner DreLe. während dieGermania" ledig-

die letzte Ursache des Krieges und seinen Kampfpreis darstellte.

Sie Ausführungen des Bonner Historikers, die in einer Würdigung der ethischen Werte eines Dank- und Ehrenmals am Rhein gipfel­ten, ergänzte

Landeshauptmann Dr. Horion durch eine Darstellung der Lage, wie sie ist. Auch er stellte das allgemeine Bedauern über den Verlauf der Angelegenheit an die Spitze seiner interessanten Ausführungen. An dem häßlichen Streit, der zwischen Landschaften und Parteien entbrannt ist, sei das Rheinland unschuldig. Seine Ursache sei darin zu suchen, daß man in Berlin geglaubt habe, die Auf­gabe, ein Ehrenmal durch das deutsche Volk zu fetzen, lösen zu können, indem man sie der öffentlichen Erörterung entzog und nicht durch die Vertreter des Volkes, sondern im Wege des Klüngels erledigte.

Die Schlußworte Dr. Russels gipfelten in der Verlesung der nachstehenden einstimmig angenommenen

Entschließung:

Das rheinische Land gibt seiner bitteren Enttäuschung über die Behandlung der Ange­legenheit des Reichsehrenmals Ausdruck. Ein­mütig und nachdrücklich verlangt es das : ieubsebrenmal an den Rhein, da der Westen sich allein von der Ueberzeugung und der ge­schichtlichen Taffache leiten läßt, daß der Rhein einer der bedeutendsten kulturellen und poli­tischen Brennpunkte und das wahre Herz Deutschlands ist. Um den Rhein haben die Besten der Nation den Heldentod erlitten. Die Errichtung des Reichsehrenmals an einem im wesentlichen nur geographisch ermittelten Platze würde eine Verkennung der national-symbo­lischen Rolle des Rheinstroms bedeuten. Da­gegen wird ein Denkmal an der größten Ver­kehrsstraße Deutschlands am besten das An­denken an unsere Toten im ganzen Volk leben­dig erhalten. Wir sind überzeugt, daß eine ruhige und vorurteilsfreie Prüfung durch das deutsche Volk nur zu dem Ergebnis führen kann: Das Reichsehrenmal gehört an den Rhein."

Berlin, 20. Juli. Angesichts des Streites um die Stadt für das Reichsehrenmal erinnert dieVoss. Ztg." an den ursprünglichen Vor­schlag des Reichspräsidenten v. Hindenburg, um das Reichsehrenmal in Berlin zu errichten. Es sei das Beste, in der Hauptstadt des Landes das Erinerungszeichen an die Gefallenen des Weltkrieges zu errichten, wo es allen Volks­genossen leicht zugänglich sei.

^ eti^ â« sestgele« werden.

abdruckt und sich Vorbehalt, je nach dem Ver-

lauf der Debatte in der Oeffentlichkeit auch ihrerseits zu den aufgeworfenen Fragen Stel­lung zu nehmen, heißt es in einem längeren Artikel in derTägl. Rundschau" unter an­derem: z

Es ist durchaus verständlich, daß Dr. Wirth bei seiner Bundesgenossenschaft mit Herrn Loebe und Dr. Haas darauf verzichtet, neben dem republikanischen und sozialen Ge­danken, für den sich einzusetzen er mit aller Schärfe gewillt ist, auch der christlichen und nationalen Gedanken Erwähnung zu tun, die doch sonst immer zu dem eisernen Bestand der Zentrumspartei gehören.

Man werde sich fragen müssen, ob das Zentrum, nachdem es Dr. Wirth schon einmal ausgeschifft hat, gewillt ist, diesen selben Dr. Wirth gleich nunmehr wieder als Steuermann an Bord zu nehmen, ob das Zentrum in seiner Gesamtheit gewillt ist, gleich Dr. Wirth zugun­sten der Bundesgenossenschaft Haas-Loebe dar­auf zu verzichten, den christlichen und natio­nalen Gedanken in gleicher Weise maßgebend für seine eigene politische Entwicklung sein zu lassen, wie den republikanischen und sozialen.

Vor allem aber dürfte das Zentrum nicht gerade erbaut darüber sein, daß die Hilfs­truppen Dr. Wirths für feine kommende Offen­sive just aus den Mannen des Reichsbanners bestehen sollen, die in den letzten Monaten mehr und mehr zu einer Truppe unter der Roten Fahne geworden ist, in der die schwarz- rot-goldene Gösch so winzig wurde, daß sie kaum mehr wahrzunehmen ist. Sollte Dr. Wirth mit seiner im Herbst beabsichtigten Offen­sive nicht etwa das wieder heraufbeschwören, was er jetzt als überwunden hinstellt: den Riß, der eine Zeitlang mitten durch das Zentrum hindurchging? Jedenfalls scheint uns dieRe­publikanische Union" Dr. Wirths schon jetzt ein Problem zu sein, mit dessen Lösung sich das seinem Programm nach christlich-nationale Zentrum sehr ernst wird beschäftigen müssen."

Aehnlich äußern sich die übrigen Rechts- blStter. In derDeutschen Tageszeitung" wird Vorsicht gegenüber Wirt und seinen Plänen gefordert und verlangt, daß angesichts der sich regenden Kräfte auf der Linken das Staats­bürgertum doppell auf der Hut fein muffe und alle Möglichkeiten zur Verwirklichung des Jarres-Gailschen Sammlungsprogramms aus­zuschöpfen seien. Der republikanischen Klassen­kampfaktion im weitesten Sinne der Wirthschen Idee müsse der Kampf aller staatserhaltenden Kräfte in Volk und Natiop entgegengesetzt werden.

Havas berichtet aus Madrid: Wie Blätter melden, hat Ministerpräsident vf de Rivera in dem heutigen Ministerrat u die Ergebnisse seines Pariser Aufenthalts , richt erstattet. Es wurde festgestellt, daß französisch-spanische Rifabkommen den .

Spanischen Regierung volltonU ..... __________ Die Generale Saiyurgo und

politischen Kreise und schreibt: Cs wird über- sollen demnächst zusammenkommen., um ' Haupt Schwierigkeiten haben, das Zentrum I über ihr künftiges Vorgehen zu verständWev«

DieKreuzzeitung" plädiert ebenfalls für die Zusammenfassung aller rechtsgerichteten

nur für den Versuch einer Unionspolittk in d» Art, wie sie sich Herr Wirth denkt, zu ge­winnen-, denn es hat sich im Reichsbanner i° sehr die Finger verbrannt, daß sich die Stim­men in Zentrumskreisen ständig mehren, dh den Austritt des Zentrums aus dem Reichs­banner in Erwägung ziehen.

ImLokalanzeiger" wird gesagt, bo5 wesentlich Interessante sei die Mitteilung, bai Herr Loebe, Herr Ludwig Haas von den De­mokraten und Herr Wirth selbstden Ent­schluß gefaßt haben, im Spätherbst besonder- aktiv werden zu müssen", wobei insbesondere natürlich an das Aktiv-werden im Reichs­banner gedacht ist.

Sowohl dieGermania" wie der »BorwLrtè' weichen der Erörterung über das von Dr. Wirth mu geschlagene Thema aus. Sie begnügen sich damit noch dazu in der denkbar knappsten Form, z^ seine Anregungen zu berichten. Während dieGermania' wenigstens noch die Möglichkeit essen läßt, daß fit ^ Verlauf einer sich etwa entwickelnden Debatte zu ^ aufgeworfenen Fragen Stellung nehmen werde, ich mit das sozialdemokratische Zentralorgan die ganzeAngklegm, hect mit einer kurzen und, man muß schon sag«, lieblosen Notiz als abgetan ansehen zu wollen. Das ist nicht gerade ermutigend für Dr. Wuth, zumal rach die .Vossische Zeitung" sich in frostiges Schweiz hüllt.

WohNM»gszShl«ng im Frühjahr 1823,

Berlin, 19. Juli. Die Reichsregierung beab­sichtigt eine Wânmgszählung im Frichjch 1927 in ganz Deutschland durchzuführe«, um beut Umfang des Bedarfs an Wohnungen ein­wandfrei festzustellen. Nach den bisherigen Schätzungen, die von amtlichen und pricate» Stellen vorgenommen wurden, kann man sch ein klares Bild über das Wohnungsbedüffnis nicht machen. Das ist darin begründet, dch zahlreiche Personen, die bei den Wohnungs­ämtern als wohnungsbedürftig angemelk! waren, später auf eine andere Weise Wohnmg bekamen, sich jedoch nicht wieder abmeldeteii. Das hat zur Folge, daß die Schätzung über dir Zahl der notwendigen Wohnungen zwifchai 600 000 und 2 Millionen schwankt. Daneben spielt die Auslegung des Begriffes der Woh- nungsbedürftigkeit eine große Rolle. In vei-

schiederisn Gegenden wird dieser Begriff m- schiedenfach ausgelegt. Man beabsichtigt Mi Durchführung dieser Wohnungszählung, durch die Hauswirte den Mietern Fragebogen p zustellen, auf denen auch Fragen bezüglich der Umfanges der Familie und der Größe bei Wohnung verzeichnet find.

Wenn eine solche Wohnungszählung in bw fern Jahre noch nicht stattfinden kann, so hängt das mit her Kostenfrage zusammen. Sei Reichstag wird nach seinem Wiederzusammw tritt einen Gesetzentwurf vorgelegt bekomme» der sich mit der Angelegenheit beschäftigt. I» Anschluß daran dürfte dann auch ein neue- endgültiges Bauprogramm durch die Sieg» runa fefrgelew werden. a£'

Lloyd Gsorge über Frieden Uno, Verjöhniichkerr.

London, 20. Juli. Auf der Weltkonvention de Bewegung christlichen Bestrebens, an der Delegiert von mehr als 30 Nationen teilnahmen, hielt Lloy! George eine Rede über das ThemaDie Jugend bei Welt für Frieden unb Versöhnlichkeit", worin er u a. ausführte: Der schrecklichste Krieg aller Zeiv steht noch bevor, wenn nicht die Jugend die Irrlch« von der Notwendigkeit der Kriege aus dem Herza reißt. Der Friede hat zwei Voraussetzungen. R erste ist die schiedsrichterliche Entscheidung« Streitfragen. Wenn man beginnt Ausnahmen M machen und zu sagen, in gewissen Fragen tönn« man keinen Schiedsspruch zulassen, weil es sich Fragen der Ehre oder um Fragen des vitalen ®' teresses handelt, dann haben schiedsrichterliche ©it scheidungen überhaupt keinen Zweck. Die zwÄ Vorbedingung ist die Mrüstung. Rüstungen fi eine Versuchung. Der Krieg von 1870 ist in er^ lichem Maße aus die Tatsache zurückzuführen, daß $ Franzosen ein neues Gewehr hatten und wünsM es zu erproben. Die Franzosen begeben sich W mit ihren Rüstungen in dieselbe Veffuchung. Alle ® deren Länder tun dasselbe. Europa besitzt heute ^ Here Heere als je zuvor. Die Jugend muß bat)® so schloß Lloyd George seine Rede, die Sache W Friedens in die Hand nehmen, denn sie ist nicht durch schlechte Erfahrungen und EnttäuschE^ entmutigt.

Zwischen der Großchnfftaticm Mo de Janâ^ die vor kurzem fertig gestellt wurde, und No^ findet ein Probeverkehr statt, der so günstige EE Nisse gsgÄtigt hat, daß die Transradio A. © drahtlosen Ueberseeverkehr die unmittelbar« F^ Verbindung DeuschÄand-Brasilien voraussichtlich S® des Monats für den allgemeinen öffentlichen kehr in Betrieb nehmen wird.

Die foziâsmotrMf che Rei ch stagsfrattion h^ eine Anfrd «ngebmcht, in der sie sich mit Verbot desPot«nkin">Films befaßt und Reichsregi^erung auffordert, bei der Auswahl der B der Filnrprüfung Beauftragten darauf zu achter, nur Personen betraut werden, die die Gewähr^ eine unparteiische dem Geist der demokratischen publik entsprechende Tätigkeit böten.

enti