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201. Iahrqang.

SanaueM Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sla-t und Lanü.

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W. 168

Mittwoch den 21. Juli

1926

Das Ksussts.

_ Das Kabinett Herriot hielt gestern nachmittag seine erste Sitzung.

_ Am Donnerstag soll vor der Abgabe der Re- ziemngserklürung Herriots die Wahl des neuen KMmerpräsiüenten erfolgen.

In ganz Frankreich greift wegen des Fran- Knsturzes und der zunehmenden Teuerung eine Me Panikstimmung immer mehr um sich.

Die deutsche Regierung hat auch Notstands­arbeiten für ungelernte Arbeiter vorgesehen.

Eine Anregung Dr. Wirths zur Schaffung einer Republikanischen Union findet in der Berliner Presse einen sehr schwachen Widerhall.

ârwwts.

Auf wie lange?

Der Phyrrhus-Sieg Herriots. Auf der Suche nach einer Mehrheit. Spaltung bei den Radikalen und der Rechksoppoflkion. Die Halkung der Sozialisten. - Ein Kabinett der Linken. Herriot und de Monzie haben noch keinen Sanierungsplan. Also ein weiterer Aufschub der Sanierung.

Aus demRededuell" am 17. d. Mts., wie es der gestürzte Ministerpräsident treffend genannt hat, ist Herriot als Sieger hervorgegangen. Die Republi- hner, oder wie Herriot sich ausdrückte, dassou­veräne Volk" hat triumphiert und sich die Diktatur nicht gefallen lassen, die das Parlament wenigstens auf dem Gebiete der Finanzgesetzgebung bis Ende November dieses Jahres, vielleicht sogar bis in das neue Jahr hinein au »schalten wollte. Aber es war ein Phyrrhus-Sieg im wahren Sinne des Wortes: Schon am folgenden Tage zeigte sich bei der Linken â starker Katzenjammer, der Siegesrausch war

und Caillaux', auf die man nicht nur in ganz Frank­reich, sondern auch im Auslande die größten Hoff­nungen gesetzt hatte, sofort durch einen großen Sturz des Francs fühlbar. Aber was noch viel mehr zu bedeuten hat, die Finanzsanierung, bei der es all- mählich auf joden Tag ankommt, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden; denn einmal brauchte Herriot einige Zeit um sich ein Kabinett zu bilden, für das er eine Mehrheit fand, sodann muß ein neuer Finanzplan ausgearbeitet oder doch einer der bereits vorhandenen entsprechend umgeändert wer- dm. Selbes ist nicht so einfach, vor allem, da die Abgeordneten über die Absichten der einzelnen Par­teien genau unterrichtet sind und sich daher mit ihrem Widerspruch leicht sinrichten können.

Herriot hat es dank seiner Beziehungen fertig gebracht, in verhältnismäßig kurzer Zeit eine Regie­rung zusammenzustellen. Aber die neue Regierung der Linken ist lediglich ein Verlegenheitskabinett. Nachdem es Herriot vor dem letzten Zusammentritt der Regierung Briand nicht möglich gewesen war, kotz eifrigen Suchens ein geeignetes Kabinett zu bis« den, mußte er jetzt, wenn fein Einfluß und sein Ruf m politischen Kreisen nicht leiden sollte, möglichst schnell ein Kabinett zuswmmenb ringen. Für chn gab K nur zwei Wege, entweder bildete er ein Kabinett der nationalen Einheiten oder ein Linkskabinett. «is erstere war bei dem Widerstand der Rechtspar- ^® vollständig ausgeschlossen. So mußte denn Herriot seine Minister von den vereinigten Linken Mimen und wir finden als Finanzminister de Mon- Loucheur als Handels- und Painlev ë als Kriegs- '"unster. Die übrigen Mitglieder des Kabinetts sind ^r alles schon bekannte Ramm, doch ragen sie W Diel über den Durchschnitt hinaus. Auch hier W man, daß das neue Kabinett lediglich eine V«r- ^Mnheitsregierung ist. Naturgemäß ist auch der ne PoincarS wieder genannt worben, und zwar

als Ministerpräsident, sowie als Finanz- Zu letzterem wäre er wohl bei seinen guten Eichungen zur Schwerindustrie der geeignete rw gewesen. Aber es ist ftaglich, ob er mit ^viot als Ministerpräsidenten ohne weiteres ge» hätte. Immerhin hat zwischen beiben eine Sprache stattgesunden, die aber nicht zu dem von ^Rechten erwarteten Erfolg geführt hat.

Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, die dauernde Krisis in Frankreich ihren Grund d^ unglücklichen Zusammensetzung der Kammer bei der kein« Partei selbst unter Zuhilfenahme nächsten Nachbarn die Mehrheit hat. Ein- Politiker haben daher schon mehrfach darauf ^wiesen, daß es das Zweckmäßigste wäre, die Geordneten nach Hause zu senden und Neuwahlen i^Weiben. Aber weder. Briand noch Herriot sich hierzu in der jetzigen Zeit entschließen, Man nie wissen kann, wie der Ausgang der Wah- L, Nimnals alber ist die Zerrissenheit der Par- selbst und ihrer einzelnen Teile so in die Er- ^munK «treten, wie aerobe jetzt. Es war natür­

lich, daß am Sonntag die einzelnen Parteien zu Be­ratungen zusammentraten, was nach dem Sturze -des Ministeriums Briand geschehen müsse. Hierbei kam es bei der Gruppe der Gemäßigten unter ihrem Führer Louis Marin zu einer Spaltung, denn ein Teil der Partei trat der Ansicht des ^ .sitzenden, eine Regierung, deren Präsident Herriot sei, nicht unterstützen zu können, nicht bei, und bildete daher, etwa 30 Köpfe stark, eine neue Gruppe, die sich die fortgeschrittenen Republikaner nennen. Ebenso trat aber auch bei den Sozial-Radikalen eine Spaltung ein. Auch hier war der Vorschlag gemacht worden, Herriot das Vertrauen nur bedingt zu geben, meh­rere Abgeordnete aber hielten sein Eingreifen am 17. Juli für schädlich und gefährlich, sodaß auch hier eine Spaltung eingetreten ist.

Von einer für heutige französische DerhÄtinisse erfreulichen Einigkeit war nur die kleine, etwa 35 Mitglieder starke Partei der sozialistischen Republi­kaner unter Painlevö. Diese Partei nahm eine Ta­gesordnung an, die Herriot zwar das Vertrauen ausspricht, ihm aber für die Folge nur dann helfen will, wenn er sich in der Wahl der neuen Kabinetts­mitglieder und in seinem Sanierungsprogramm ausschließlich auf die Linke stützt.

Das hat Herriot denn auch getan, und er hofft wenigstens für seine Finanzpolitik eine Mehrheit zu erlangen. Er l-at seine schwere Ausgabe mit der ihm eigenen Tatkraft und Festigkeit übernommen und hat sein Programm in kurzen Strichen dahin skizziert, daß Frankreich jetzt zwischen zwei Lösungen wählen müsse, nämlich der Hilfe durch das Ausland und der Hilfe durch seine eigene Kraft. Herriot ist, wie er schon immer hervorgehoben hat, der Ansicht, daß Frankreich sich selbst helfen könne und helfen müsse. Für diese Idee will er sich ferner auch ganz

abineiis K

Die Aufnahme der neuen Regierung in Kammerkreisen ist sehr ungünstig. Man erklär! dort, daß Herriot dieses Ministerium zusam­mengestellt habe, um nicht noch einmal als er. folgloser Kandidat auftreten zu müssen. Von einem Programm der neuen Regierung kann keine Rede sein, da sich die Kartellparteien, die als Regierungsmehrheit in Frage kommen» nicht einmal über die Grundzüge der Finanz­reform einig sind. Auch in Finanzkreisen wird das neue Kabinett sehr kritisch beurteilt. Man fragt sich dort, wie es de Monzie anftellcn will, das Land von dem immer schwerer lastenden Albdruck des Frankensturzes zu befreien. Man hegt für den Franken die schwersten Pesürch- tungen, und zweifelt nicht daran, daß sich die Abwärtsbewegung auch nach der Reubildung des Kabinetts forksetzsn wird. Die Verlsgen- Heitslösung Herriots muß zweifellos schlimme Folgen haben.

Französische Parlamentarier rechnen mit dem Rücktritt oder dem Sturz Herriols.

Das Kabinett ist am Dienstag um 3^ Uhr zur Vorbereitung der Regierungserklärung und Erörterung der Pläne de Monzies zusammen­getreten, Um 6^ Uhr vertagte er sich bis 8 Uhr abends­

Etwa 10 'nichtparlamentarische Mitglieder des Vollzugsausschusses der Radikalen P

;artei

haben an den Vorsitzenden Herriot ein Schrei­ben gerichtet, in dem sie die Einberufung des Vollzugsausschusses fordern, vor dem Herriot Rechenschaft über die Kabinettsbildung ablegen und Aufklärungen über die Entschlüsse geben soll, die er im höheren Interesse der Partei zu fassen gedenke. Dieser Schritt brachte, wie be­reits gemeldet, die Meinungsverschiedenheiten unter den Radikalen, von denen etwa die Hälfte dem neuen Kabinett feindlich gesinnt ist und weiterhin für Caillaux eintritt, zum Aus­bruch. Man glaubt in parlamentarischen Krei­sen so fest an bei bevorstehenden Sturz des Kabinetts, daß bereits gerüchtweise in den Wandelgängen der Kammer verlautet, Herriot werde heute oder morgen freiwillig zurück­treten.

De Monzie will zurüeklreten?

Im Monster rat, der um 8 Uhr zusammen­getreten ist, hat de Monzie, wie durchgesickert ist Herriot seine Demission angeboten, weil er dessen Bestreben, sich auf die Unterstützung der Sozialisten einzustellen, nicht billig« und weil sich bei den heutigen zahlreichen Unterredun­gen mit prominenten Bankiers davon überzeu-

er

gen mußte, daß die 4 einem Kabinett Herriot

von

Her­

einsetzen, und um Erfolg zu haben, alles fernhalten, was zu politischen Schwierigkeiten führen kann. Er glaubt auf diese Weise auch Erfolg zu haben, be­sonders wenn es ihm gelingt, jeden französischen Bürger ebenso wie in dem grossen Kriege im In­teresse des Staates arbeiten zu lassen. Sein Pro­gramm hat er noch nicht festgefügt, denn er sagte wörtlich:Ich suche eifrigst und aufrichtigst nach der Formel, die der neuen Regierung als Programm dienen soll, und ich bin fest davon überzeugt, daß ich das Programm bald finben werde." Wenn man auch in weiten Kreisen Frankreichs die Fähigkeiten und die Tatkraft Herriots kennt, so ist man doch ge- rads darüber sehr erstaunt, daß er noch keinen festen Plan für die von ihm bezw. von seinem Finanz- minister sobald als möglich vorzunshmende Finanz- sanierung hat. Man wirft ihm, und zwar mit Recht vor, daß er dm gefährlichen Weg am 17. Juli d. Is. nicht hätte beschreiten dürfen, ohne bereits einen festen Plan zu haben, denn jeder Mann weiß ganz genau, daß das Finanzeleud Frankreichs und vor allem der damit verbundene Fvankenftu-rz einen der­artigen Umfang angenommen hat, daß ine Sanie­rung einen weiteren Aufschub nicht verträgt. Aus diefm Grunde sieht man auch dem neuen Ministe­rium Herriot nicht mit allzu großem Vertrauen ent­gegen. Ja, viele Zsitungsn beschäftigen sich schon mit der Frage, was nach dem bald zu erwartenden Sturze Herriots geschehen wird, ohne aber auch nur zu einer halbwegs annehmbaren Lösung zu kom­men. Die Entwickelung der VerhMnifse wird nicht lange auf sich warten lassen. Wir gruben kaum, daß Herriot und vor allem sein Finanzminister de Monzie die geeigneten Leute sind, um das zu er­reichen, was vor ihnen schon weit bessere Köpfe ver­geblich versucht haben.

not hat sich um 7 Uhr nach dem Elyjee bege­ben, wahrscheinlich, um Doumergue von dem Rücktritt de Monzies in Kenntnis zu setzen. Dieser stellte allewings vor Beginn des Mini­sterrates auf Befragen der Journalisten seine Demission in Abrede, doch ist bekannt geworden daß der Zweck des Minifierrates gerade darin bestehen wird, de Monzie von seinem Vor­haben abzubringen. Ob das gelingen wird, ist allerdings fraglich. Wenn nicht, so muß mit der Diöglichkeit gerechnet werder, daß das Gefanft- kabinett bemiffioniert.

Der Frank finkt weiter. . .

1 papierftank 8,6 Pfennig.

ünanz-

Das rasche Zustandekommen des neuen Ka­binetts Herriot mit de Monzie als Finanz- minister der bereits einmal an dem Versuch der Frankenstabilisierung gescheitert ist konnte das weitere Abgleiten der Währung

nicht aufhalten. Das Tempo der Entwertung war am Dienstag nicht so stürmisch wie am Vortage, aber das Pfund Sterling ging in den Vormittagsstunden bereits über den Kurs von 230 hinaus; der vorbörsliche Kurs stellte sich auf 231 gegen 224,50 Franken am Vortage. An der Berliner Börse kostete am Dienstag ein Franken 8,6 Pfennig gegen 9 Pfennig am Montag. Bemerkenswert ist, daß der belgische

Franken nicht in dem Maße die Bewegung der Pariser Währung mitmacH, wenn er auch wer­terem Drucke unterliegt. Jedenfalls sind die Zweifel der internationalen Finanzkrise durch die letzten Vorgänge verstärkt worden, daß die lolitischen Verhältnisse einer Währungs­anierung in Frankreich noch sehr im 2Bege tehen. Caillaux, der erste Minister, der mit

Energie am die Stabilisierungsaktion heran­ging und dem deswegen trotz mancher Beden­ken gegen seine Reformpläne leidliches Ver­trauen im Auslande entgegen gebracht wurde, ist vom Parlament gestürzt ivorden. Solange der neue Finanzminister nicht mit einem neuen klaren Programm hervortritt, dos Wahrschein­lichkeit besitzt, auch von der französischen Kam­mer angenommen zu werden, solange werben vorerst noch für den Franken die Baiffetenden- zen überwiegen.

Der sravzöstfche Kabinellsral.

Paris. 20. Juli. Der Kabinettsrat ist, wie angekündigt, um 8 Uhr zu einer neuen Sitzung zusammengetreten. Nach Schluß der Sitzung wurde folgendes Kommuniques ausgegeben: Der Kabinettsrat hat die Llusarbeikung der '', die morgen

Regierungserklärung fortgesetzt,

Mittwoch nachmittag 6 Uhr de

ihr dem Parlament

verlesen werden wird und hat sich mit dem so­fort einzubringenden Gesetzentwürfen beschaff tigt. Ein neuer Kabinettsrat wird morgen nachmittag 2 Uhr und ein Ministerrat morgen nachmittag 4 Uhr 30 im Elysee stattfinden.

Bisher vier Jnierpellalionen in der französischen Kammer angemeldet.

Paris, 20. Juli. In der Kammer sind bis« her vier Interpellationen über die Politik des neuen Kabinetts eingebracht worden und zwar eine des kommunistischen Abgeordneten Cochin und Genossen, eine des radikalen Abgeordeterr Borel und eine des sozial-republikanischen Ab­geordneten Aubriot. Alle diese Jnterpellatione« beziehen sich auf die allgemeine Polittk, wäh­rend eine weitere im Namen der Sozialisten vom Abgeordneten Compère Morel einge­brachte Tagesordnung sich mit der fortgesetzten Steigerung des Brotpreises und den dagegen zu treffenden Maßnahmen beschäftigt.

Die innerpsittische Lage in Frankreich- außerordentlich gespannl.

Paris, 21. Juki. Gestern haben im Parla­ment fast alle Fraktionen getagt. In der Kam« mer ist der Versuch gemacht worden, eine inter* fraktionelle Vereinigung zu schaffen, die sich für die Berufung eines Burgfriedenskabmetts einsetzen soll. Im Senat ist eine Vereinigung der Fraktionsvorstände durch den ehemaliges Handelsminister Gerinnet angeregt und von einzelnen Gruppen angenommen worden. Am Nachmittag wurden fortgesetzt Gerüchte über, die Demission des Finanzmtaisters, sowie wei­terer Mitglieder des Kabinetts Herriot ver­breitet. '

DasOuevre" ist es, das ganz besonders die ernste Sage hinweist. Es schreibt: Es ist meuhia Sofort für oränfe Finanzvläne

hierfür eine Mehrheit findet? Dieses Sitten« teuer, das zum wenigsten kühn und heute un­erhört zu sein scheint, kann nur mit besonderer; Klugheit die nationalen Folgen verhindern die noch ei«treten können. Was die politischen Folgen betrifft, so ist das eine anbere Frage« Wir, die mir Herriot kennen, haben die Pflicht zu fragen: Welches ist die Kamerilla, die Miß­brauch mit feinem republikanischen Idealismus treibt und es schließlich dahin bringt, auf dieses Jedalismus die gefährlichste Waffe gegen MW Republik zu schmieden?

DerQuoiidient'" fragt: Wird Herrivi fSenil Land heute ein Programm kühner unb wrv' kungsvoller Entscheidungen unterbreiten, baS Frankreich erwartet? Wird er über den KamxH der Parlamente Neues in feinen ministeriellen Erklärungen sagen, sei es in einem Manifest in dem er ferne Gedanken entwickeln kann, daß der Kampf, den er führt, der Kampf der Repu­blik ist, dem Niemand fern bleiben kann? Wirst er erklären, daß die Männer, mit denen er sich umgeben hat, welchesauch ihre Gedanken feten,i in der gleichen Weise entschloßen sind, eine

umgeben hat, n in der gleichen ______ , , .....

Politik zu betreiben, die nickst schwach sein stütz daß sie vor keiner Maßnahme zurückschrecke«, die das öffentliche Wohl bedeutet? Die Antwort auf diese Fragen wird über Bin» Schicksal des Kabinetts entschließen.

Das Kabine» Kerrrol.

Paris, 21. ZuN. Die Tatsache, daß das Ministerium Herriots bereits heute nachmittag vor die Kammer tritt, ist, wie Havas mitteiLj in politischen Kreisen viel erörtert worden Mao sehe darin den Vuafch der Regierung,

zu begegnen. Die Regierungserklärung werde sich in der Hauptsache mit der Finanzlage be­sassen. Finanzminister de Monzie wird ei» vollkommenes Expose über die Finanzlage! geben und die Kammer wird alsdann über dies verschiedensten, zur Beseitigung der Wäh­rungskrise in Frage kommenden Mittel sich zu äußern haben, nämlich Zuflucht ju aufwer- tigen Krediten, Einsetzung des Goldbestandes der Bank von Frankreich, Koafostdierung und Moratorium. Rach Aehenmgen aus der Um­gebung Herriots tritt die Regierung für die koufoudierung und für das Moratorium ei«, Herriot würde unter Stellung der Vertrauens­frage die Entscheidung der Kammer noch für heute abend fordern. Die Debatte verspreche leideuschafkttch zu werden, doch könne irgend eine Voraussage für den Ausgang nicht ge­macht werden, da die Regierung erst nachmit­tags die endgültige Fassung der Regierung«' erflärung formulieren werde. (

Ra chdem Schluß des gestern abend abgs» batteneu fiabineftsrats verhandelte Mufft