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201. Jahrgang.

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladl und Land.

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Nr. 140

Freitag den 18. Juni

1926

Das Neueste.

Der Reichskanzler hat sich gestern zu einem Vertreter des W. T. B. über den Volksentscheid ausgesprochen.

Der Reichspräsident empfing im Beisein des Reichskanzlers den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft zwecks Entgegennahme eines Vortrages über die Lage der Landwirtschaft.

Bei den deutsch-polnischen Handelsvertrags­verhandlungen werden zur Zeit Zolltariffragen in erster Linie behandelt. Die Verhandlungen schreiten gut vorwärts.

Briand ist mit der Kabinettsbildung noch nicht vorwärts gekommen.

Dem polnischen Parlament ist eine Regie­rungsvorlage zugegangen, die eine Erweiterung der Rechte des Staatspräsidenten gegenüber dem Sejm vorsteht.

Nie S«che «ach dem Ketsev.

Herr Briand hat einige Mühe, sein neues Kabinett zusammenzustellen. Bisher konnte bei der Auswahl der Männer, denen das Schicksal der Kammer deckte. Man hat. sich aber in den soll, immer noch eine bestimmte Linie einge­halten werden, die sich mit der Linksmehrheit der Kammerdeckte. Man hat sich aber in den letzten Wochen und Monaten allmählich so weit von der parlamentarischen Grundlage des Ka­binetts Herriot entfernt, daß man nur noch die Wahl hat, entweder die feindlichen Brüder, d. h. das Linkskartell und den bloc national zu einem sogenannten Einheitskabinett zusammen­zufassen, oder aber eine Schwenkung nach rechts vorzunehmen und das Kabinett auch, mit Ver­tretern des bloc national zu besetzen. Die Wahl- rstdsAaae im Mai.des Labres 1924 kostete dem

bisherige parlamentarische Machtstellung. Das Kartell der Linken übernahm die Verantwor- tung und sein Führer Herriot liquidierte die Außenpolitik Poincarès. Die französische Regierung vollzog die Wendung der Ruhr- politik zur Locarnopolitik. Aber während das Linkskartell mit der Außenpolitik Poincarès reinen Tisch machte, konnte es das Problein der Frankenentwertung, das ebenfalls gut Liquidationsmasst Poincarès gehörte, nicht meistern und nicht lösen. Die französische Währung ging immer weiter zurück und wenn man in Frankreich neuerdings die Kammer wegen ihrer Untätigkeit und ihrer schlechten Finanzpolitik so stark verwünscht, so richten sich diese Vorwürfe in erster Linie gegen das Links­kartell und feine Kabinette, die der Hauptauf- C! der französischen Innenpolitik mit voller

- und Tatlosigkeit gegenübergestanden haben.

Unter Briand ist die Abkehr vom Links­kartell parlamentarisch schon deutlich sichtbar geworden. In der Kammer ist das Schwerge­wicht nach rechts gerückt und Briand hatte auch schon längst die Absicht nach dieser Verände­rung der Konstellation zu richten. Die Führer der republikanischen Union, der Kerntruppe des bloc national, die Poincarè und Millerand waren zwar seine scharfen Gegner auf außen­politischem Gebiete, aber sie sind die Vertreter der Wirtschaftskreise, die gegenwärtig in Frank­reich wirtschaftlich das Heft in der Hand haben, von deren Verhalten das Schicksal der Wäh- fbug in hohem Maße abhängt, und die des­halb bei einer durchgreifenden Finanzreform unentbehrlich sind. Es war keine Geste der ^^politischen Versöhnung, sondern es war Wer das Ergebnis einer ganz realen Er- ®agung, daß Briand auf den Gedanken kam, Mbarè als Finanzminister in sein neues MsUètt zu berufen. Briands Finanzpolitik putzte sich schon in den letzten Wochen mit

Bewußtsein auf die wirtschaftlichen . oeije, die auf der rechten Seite der Kammer Me politische Vertretung finden. Von den Sozialisten erwartet man kein Heil, sondern "ur neues Unheil. Und deshalb ist an der Ver- ruaung des politischen Schwergewichtes nach I Ms in der französischen Kammer nichts mehr andern.

m.^ie sich die Verhandlungen Briands mit leihTm® Mr leicht erklären, so haben auch o Versuche, wenigstens einen Teil des Martells mit dem bloc national zusammen- einen guten und leichtverstand- dan? ^rund. Briand hat ursprünglich den Ge- S emer nationalen Einheitsregierung ab- Gedanke ließe sich auch gar nicht Mächen, da die Sozialisten bei einer F>- airt^o niemals an demselben Strange w"den, wie die Rechte der französischen amwer. Aber. Briand ist doch den Verband-

Dev ReichsKanzlev übev die

Lage dev Landwirtschaft.

Berlin, 17. Juni. Der Reichskanzler ge­währte dem Vertreter des W.T.B. eine Unter­redung, in der er über dieLagederLand- wirtschaft folgendes ausführte: Die Un­gunst der wirtschaftlichen Verhältnisse, die in den letzten Jahren nahezu alle Wirtschafts­gruppen erfaßte, lastet auf unserer deutschen Landwirtschaft besonders schwer. Trotz ihres lebhaften Willens, durch Intensivierung zu einer Erstarkung ihrer Betriebe und damit zu dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft beizutragen, und trotzdem das letzte Jahr eine gute Ernte gebracht hat, ist es mit ihr in den letzten Jahren nicht vorwärts, son­dern in beklagenswertem Umfange zurückgegangen und voll ernster Sorge sieht der Landwirt jetzt eine Ernte kommen, die in weiten Gebieten und in wich­tigen Feldfrüchten hinter der vorjährigen Ernte wohl zurückbleiben wird, während die Schuldenverbindlichkeiten des Landwirts gegenüber dem Vorjahre nicht geringer gewor­den sind. Die Ueberführung der schwebenden Schulden in einen länger befristeten Real­kredit hat seit der letzten Ernte zunehmende Fortschritte gemacht. Sie wurde eingeleitet im Herbst 1925 durch die Amerika-Anleihe der Rentenbank-Kreditanstalt. Sie hat im Frühjahr durch den von der Golddiskontbank bereitge­stellten Kredit von 250 Millionen Mark eine wesentliche Ausdehnung erfahren. Ich kann versichern, daß den Landwirten auf dem Wege

von

Schuld zufließen werden. Parallel damit ist eine Erleichterung in der Erlangung Pfandbriefhypotheken eingetreten, die in dem erleichterten Absatz der Pfandbriefe und in der fühlbaren Verbilligung des effektiven Zins­satzes für Pfandbriefdarlehen ihren Ausdruck gefunden hat. Wenn hiernach auch die zu­nehmende Ueberführung der schwebenden Schulden in einen real fundierten Kredit fest- zustellen ist, so bleibt doch noch die schwebende in den Monaten nach der Ernte fällige Schuld der deutschen Landwirtschaft eine außerordent­lich große. Es darf nicht dahin kommen, daß unter dem Druck dieser schwebenden Schuld der Landwirt, wie es im Vorjahre leider häufig

lungen über eine Kombination HerriotPoin- caré nicht aus dem Wege gegangen, weil das­jenige französische Kabinett, das wirklich mit der 'Finanzreform ernst machen will, eine sehr starke und breite parlamentarische Basis notig hat. Der französische Staatshaushalt belauft sich auf 36 bis 37 Milliarden Franc. Davon werden 5^ Milliarden für das Heer aufgewen- det, 10 Milliarden für die allgemeine Verwal­tung und 20 Milliarden für die Verzinsung der inneren Schuld (300 Milliarden Franken). Diese Verzinsung hat dem französischen Finanz­minister immer die meisten Kopfschmerzen be­reitet, weil sie unweigerlich immer wieder An- forderungen an die Notendruckpresse stellt. Will man also der Inflation Einhalt gebieten, und die Druckpresse stillegen, so muß man in erster Linie die gesamte innere schwebende Schuld auf die Basis einer etwa 4 bis 4^prozenttgen Goldanleihe bringen. Damit wäre den kurz­fristigen Anleihen ein Ende gemacht. Das ist das Ei des Kolumbus, aber ine Losung ist trotzdem furchtbar schwer, weil sie gleich­bedeutend wäre mit einer Stabilisierung des Franken auf der Grundlage seines gegen tä­tigen Goldwertes. Der franz. Durchschi burger jammert über die hohen Preist. Er ist sich aber nicht bewußt, daß sechs Siebentel seines Vermögens durch die Entwertung des Franken verloren sind und daß diese Entwer­tung in dem Symptom der hohen Preist ihren Ausdruck findet. Der französische Finanz- minister, der wirklich in den Finanzen Ord­nung schaffen will, muß den Mut haben, dem französischen Staatsbürger diese furchtbare Wahrheit klar zu machen und er muß eine sichere parlamentarische Basis haben, um diese einscheidende Reform durchzufuhren.

Man ist in Frankreich auf der Suche nach dem Retter. Poincarè scheint es nach den Lor­beeren dieses Amtes nicht zu gelüsten und die Radikalen und Radikalsozialisten haben es ab- gelehnt, mit dem bloc national gemeinsame Sache zu machen. Auf welcher Grundlage

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der Fall war, zu einem vorzeitigen auf den Markt werfen seiner Ernteerzeugnisse zu Schleuderpreisen gebracht wird. Die neu errich­tete, mit beträchtlichen Geldmitteln ausgestattete Getreide-Handelsgesellschaft wird durch ihre Getreideankäufe hier regulierend eingreifen. Ferner ist durch Verhandlungen mit der Reichsbank und der Preußischen Zentral­genossenschaftskasse Vorkehrung getroffen, daß der Landwirt auf Grund seines in siche­rem Gewahrsam eingelagerten Getreides Kre­dit erhält, ohne daß zunächst ein vorzeitiges auf den Mark bringen dieser Getreidemengen erforderlich ist. Gleichzeitig wird die erleichterte Lage des Geldmarktes auf eine elastischere Ge­staltung der Fälligkeitstermine der schwebenden Schulden hinwirken. Die Aufbringung der im Oktober und November fälligen Raten der Rentenmarkabwicklungskredite ist von der Ren­tenbank-Kreditanstalt im Benehmen mit der Reichsregirung durch namhafte Rückstellungen für diesen Zweck erleichtert worden. Ein Ver­gleich des gegenwärtigen Zinsfußes gegenüber des noch im Vorjahr bezahlten kann nur zu dem Ergebnis führen, daß hier wesentliche Er­leichterungen sowohl im langfristigen Real­kredit, wie in dem schwebenden Personalkredit herbeigeführt sind. Die Reichsregierung wird zusammen mit der Reichsbank bemüht sein, die von den Zentralkreditinstituten durchgeführte Herabsetzung des Zinssatzes in immer zunehmendem Umfange auch bei den

schaffen, daß er die Früchte seiner Arbeit zu Preisen absetzen kann, die seine Unkosten decken und seine Mühe und Arbeit lohnen. Es muß wieder dazu kommen, daß zwischen den Kosten der Bedarfsgüter der Landwirtschaft und den Preisen ihrer Erzeugnisse ein angemessenes Verhältnis besteht. Dafür muß vor allem eine Vorausstzung geschaffen werden und das ist die Stärkung des inn'eren Marktes. Diese herbeizuführen ist neben der Notwendig­keit, den deutschen Export nach allen Kräften zu fördern, eine der wichtigsten Aufgaben der Reichsregierung. Unter diesen Gesichtspunkten muß und wird dis Zoll- und Handelspolitik zu führen sein.

Briand sein neues Kabinett bilden wird, läßt sich noch nicht mit voller Bestimmtheit erkennen. Aber sicher scheint zu sein, daß die Suche nach dem Retter vorläufig noch vergebens ist. Man hat noch nicht den Mut, der vollen Wirklichkeit und ihren Notwendigkeiten ins Auge zu blicken. Man wird sich weiter mit Behelfs­mitteln begnügen und die Erfahrung machen, daß diese Kur dem Franken nur zu weiterem Abstieg verhilft.

Briands Schwierigkeiten.

Paris, 18. Juni. Die Lage, wie sie sich nach dem jetzigen Stand der Verhandlungen Vriands ergibt, kennzeichnet die Havas-Agentur wie folgt: .

Da die Sozialisten es für möglich gehalten hätten, sich den Ansichten Briands anzuschlie­ßen, haben sich diese einer etwas anderen Lö­sung als der anfänglich geplanten zugewandt Der Erfolg dieser neuen Kombination bleibe jedoch davon abhängig, daß Herriot und Poin- caré beitreten, da Briand deren Mitarbeit für so unerläßlich halte, daß er, wenn sie ihm nicht gewährt werden sollte, wahrscheinlich auf wei­tere Bemühungen zur Kabinettsbildung ver­zichten. würde. Gestern abend habe es den An­schein gehabt, daß man zwar den Beistand

der Minister fort, unterscheidet die Regierung zwischen den Geldbeträgen, die zur Unter- 'tützung der ungesetzlichen Bewegung, wie es der Generalstreik war, und einer solchen bei Lohnkämpfen. Die Regierung hat die Lage nochmals nach allen Richtungen hin geprüft und erkennt klar die Motive, die zu den Geld­überweisungen geführt haben, und die man auch in den zahllosen Erklärungen sowohl derSowjek- führer als auch in der Sowjetpresse erkennen kann. Der Generalstreik war glücklicherweise nur von kurzer Dauer. Die englische Regierung hat nicht die Absicht, im gegenwärtigen Augen- blick Schritte zu unternehmen, wie sie Locker Lampson vorgeschlagen habe, nachdem sie in ______________ ... . ganz förmlicher Weise bei der Sowjetregierung gleiche Kabinett zu bringen, er sich ins Elysee Protest erhoben hat. Die Regierung ist aber begeben werde, um dem Präsidenten der Repu-1 nicht gewillt, Geldsendungen, die für Lohn-:

Poincares als wahrscheinlich betrachten könne, daß jedoch die Dinge, was Herriot betrifft, nicht so weit gediehen seien. Verschiedene wesentliche Punkte blieben noch unentschieden. Zu ihrer Klärung würde heute vormittag eine neue Besprechung zwischen Briand und Herriot stattfinden. Diese Besprechung werde entschei­dend sein und Briand die Antwort eingeben, die er dem Präsidenten der Republik heute mittag zu überbringen haben wird.

Unter diesen Umständen hat dieEre No­velle" den Eindruck, daß, wenn es Briand nicht gelingen sollte, Herriot und Poincarè in das

blik den Rat zu erteilen, Herriot selbst mit der Kabinettsbildung zu betrauen. DieEre No­velle" ist der Ansicht, daß eine andere Lösung nicht möglich sei. Da die Radikalen jedes Kabi­nett, das nicht unter ihrer direkten Inspiration stehe, von sich wiesen, müsse der Chef dieser Partei die Regierung übernehmen. Wenn ein radikales Ministerium möglich sei, müßten alle Radikalen sich loyal hinter Herriot stellen, der durch die Logik der Ereignisse Ministerpräsi- dent werden müsse.

Wenn ein radikales Ministerium nicht mög­lich sei, werde man sich fragen dürfen, mit wel­chem Rechte man den Führern der Radikalen die Hand geboten habe und weshalb man ihre Freiheit in der Stunde der höchsten Verant­wortung und der nicht wieder rückgängig zu machenden Entscheidungen veräußert habe. Von anderer Seite wird auch in letzterem Falle von der Möglichkeit eines Kabinetts mit Sena­tor Maurice Sarraut oder Senator Rens Re­nault an der Spitze gesprochen, in dem evtl. Caillaux Platz finden könnte.

DasOeuvre" erklärt, man könne sicher sein, daß Herriot sich heute vormittag weigern werde, an der Seite Poincarès in das Kabinett einzutreten. Daraus dürfe man jedoch noch nicht schließen, daß Briand auf die Unterstütz­ung Herriots verzichten werde. Poincarè selbst habe sich gestern entgegenkommend gezeigt. Er habe Briand erklärt, er wolle nicht Finanz­minister werden und sich damit begnügen, daß Portefeuille der Justiz oder das der öffentlichen Arbeiten zu verwalten. Allerdings habe er seine endgültige Zustimmung von dem Finanz­programm abhängig gemacht. Er sei aber weder ein Gegner der Konvertterung noch ein Gegner der Konsolidierung.

London, 18. Juni. Den Blättern zufolge sind gestern Mitteilungen über eine weitere Verminderung der Belieferung mit Kohlen und über eine Rationierung der Gasbelieferung für den Hausgebrauch bekanntge­geben worden.

Die Gesamtbestellungen der schwedischen Staats- eisenbahn inHöhe von 250 000 To. fâr Juli bis Oktober sollen nach Blättermeldungen an die westfälischen und schlesischen Grubm gegangen sein, anstatt wie früher nach Nord-Cumberland und Schottland. Der »Daily Mail' zufolge, haben die Bergleute bisher an Lohn­ausfall eine Einbuße von 24 Millionen Pfund Ster­ling erlitten, während der Ausfall in der Kohlen­förderung 37k Millionen beträgt. Der indirekte Verlust durch den Bergarbeiterstreik wird auf 250 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Bisher seien vom Ausland etwa 350 000 Tonnen Kohlen nach England cingeführt worden.

Die russischen Kilfsgelder im Unler- und Oberhaus.

London, 17. Juni. In der heutigen Sitzung des Unterhauses richtete Locker Lampson an Joynson Hicks die Frage, welche Schritte er zu unternehmen gedenke hinsichtlich des Geldanerbietens des russischen Finanzkommis- sariates zur Unterstützung des Generalstreiks, und ob er in Erwägung gezogen habe, die An­erkennung Sowjet-Rußlands durch England wieder rückgängig zu machen. Ferner fragte Gretton, was die Regierung gegen eine Wiederholung der Ueberweisung von russischen Streikgeldern zu tun gedächte. Auf beide Fragen antwortete Joynson Hicks, die Regie­rung begnügte sich damit, wie Chamberlain in der letzten Montagssitzung festgestellt habe, daß die Sowjetregierung auf eine besondere Er­laubnis, die Unterstützungsgelder für den Ge­neralstreik und für den Streik der Bergarbei­ter durch den allrussischen Zentralrat dèr Ge­werkschaften zu überweisen, verzichtet habe. Der Innenminister teilte mit, daß insgesamt 380 100 Pfund überwiesen waren. Wie ich in meiner Rede vom 20. Mai erklärte, so fuhr