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201. Jahrgang.

Sanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger sür -ie Streife Kanan Stadt und Land.

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Mittwoch -en 1K. Juni

1926

Das Neueste.

_ Das Reichskabinett befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Wahl des Generaldirektors Jet Reichsbahn. Es wurde beschlossen, vor endgül­tiger Stellungnahme zu der Angelegenheit zwecks Klärung gewisser sachlicher Fragen mit dem Bor­kenden des Verwaltungsrates, der Reichsbahn in Verhandlung zu treten.

Dem Reichstag ist eine Verordnung über den allgemeinen Verkehr auf öffentlichen Wegen (Stra- ßenverkèhrsverordnung) zugegangen. Dadurch wird tine einheitliche Verkehrsregelung im ganzen Reiche erstrebt.

Das Gesamtkabinett Briand ist gestern zu- tiktgetreten. Vorher hatte der Finanzminister Pèret um seine Demission gebeten.

Im englischen Unterhaus sprach Baldwin über den Bergbaukonslikt und machte einen Kompromiß- «orschlag.

In Prag kam es erneut zu Unruhen. Benesch wurde zum Rücktritt aufgefordert.

svatäsirh und das Elsatz.

(oben kürzlich ein Manifest veröffentlicht, das non demHeimatbund" ausging. DerHeimat­hund" tritt für die Autonomie Elsaß- Lothringens ein und erhob in dem Manifest eine Reihe von Forderungen, die dies deutlich E Ausdruck brachten. So verlangt er z. B.

die Landwirtschaft, die Industrie und der Handel Elsaß-Lothringens gegen den französi­schen Wettbewrb geschützt werden sollten. Dies bedeutet natürlich die Errichtung einer Zoll-

MIWen ElsäK-Lothrinsen und Frank- reich. Ja-»«-->-«»»---- ^---

n die Be-

fest Notiz nahm, beweist allein beutung, die man ihm beimaß. Die Namen, die unter dem Manifest standen, redeten noch eine deutlichere Sprache. Unterzeichnet hatten viel­leicht 60 bekannte Persönlichkeiten. Darunter Wei Generalräte, eine erhebliche Anzahl von Regierungsbeamten und 20 bis 30 Geistliche protestantischer und katholischer Konfession.

Die,pariser Presse hat anfangs versucht, das Manisest totzuschweigen. Damit ist-es aber not* bst, seitdem der französische Iustizminister Pierre Lavall, dem die Angelegenheiten Elsaß- Lochringens anvertraut sind, gegen die Unter­zeichner des Manifestes Maßnahmen angeord- uet hat. Nach seiner Behauptung gefährde das Manifest die nationale Einheit. Die Beamten, ^ unterzeichnet haben, sind ihres Amtes ent­hoben worden und soweit es sich um Staatsan- gestèlltè handelt, so werden sie sich vor dem Dis- zipunargericht für Beamte zu verantworten Mm Auch die Geistlichen wird man, soweit es moghtf) ist, disziplinarisch zur Verantwortung Mm. Dieses Vorgehen des Ministers hat das ^^Elgen der Pariser Presse gebrochen. Die Usttstm Blätter stellen sich auf die Seite der Re- gterung und verlangen, daß man die Auto- nomtebemegung in Elsaß-Lothringen rasch und rastig unterdrücken soll. Andere Blätter aller« ^ngs äußern auch Bedenken und meinen, man sorgfältig vorgehen, wenn die Bewegung einer Gefahr werden solle.

».c^uch die Pariser Presse verhehlt sich nicht, ^o^.er »Heimatbund" einen sehr starken An- M m der Bevölkerung besitzt. Er hat nament- dem städtischen Mittelstand und in der i-in^uschaft einen starten Anhang. Durch LJ? Forderungen macht er sich zweifellos auch rw^^âchrohr für die Wünsche der Bevölke- französische Regierung gibt sich alle 12 rasch wie möglich überall die fran- Ln»^ Verwaltung einzuführen. Die Elsaß- , ,yrmger aber, die die deutsche Verwaltung fvhi«JUs eigener Erfahrung kennen, wissen und s/^eo ausnahmslos, wie sehr sie der französi- ^rwaltungspraxis überlegen war. Des- filditn tain. man das Vorgehen der franzö- Zwan» Legierung als einen unangenehmen dip Ji,9 schweren Druck. Dazu kommt dann s-b-n ^-^eschwerde: die Behandlung der beut« Cc-hrin^01^- Este Volkssprache ist in Elsaß- cn >?J?n »mmer deutsch gewesen und wird aierHrJ" onders werden. Die französische Re- bränaln Ä". mia die deutsche Sprache ver- Unierr^^-^dat deshalb überall die französische Nur .eingeführt und deutsch wird gegen "^"Miches Lehrfach behandelt. Da- ,ar Elsaß-Lothringer auf. So- ^utfrhf-i^A0 de Paris", ein anerkanntes

Hetzblatt, hat Zuschriften aus Wurde hnf?< "eeöffentlicht, in denen betont und C $ der Elsäßer die deutsche Snrn*» fiA holten ^" Kindern für alle Zukunft zu er« wünsche. Da Frankreich fick über diese

Stimmung der Bevölkerung einfach hinwegsetzt, so ist die imHeimatbund" organisierte Bewe­gung im fortgesetzten Wachsen begriffen. Zwei Zeitschriften,Die Zukunft" undDie Brücke", widmen sich der Autonomiebewegung. Auch sie gewinnen immer größeren Anhang und das Einschreiten des französischen Justizministers wird sicher nun dazu dienen, der ganzen Be­wegung einen neuen Aufschwung zu geben.

Ein neuer Aufruf des elfatz-lolhr Keimatbun-es.

Paris, 15. Juni. Wie derTemps" aus Straßburg meldet, veröffentlicht das Komitee

Rücktrist des tScsomckabiiictts Vriand.

Paris, 15. Juni. Finanzminisler Perel hat in dem heule oormiftag unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Briand abgehaltenen Kabinettsrat seine Demission gegebl teilte mit, daß angesichts der haussk ausländischen Devisen und

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des

AusbleibensderwefentlichenINit- Hilfe, auf die die Regierung habe rechnen müssen, es ihm nicht mehr möglich fei, seinen Posten wirksam auszusüllen. Andererseits hatte er es für notwendig, eine parlamentarische und politische Umbildung der Regierung entspre­chend den Wünschen der öffentlichen Meinung möglich zu machen, die eine gemeinsame Anstrengun angesichts der e-

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Mnisterpräsidenken und des Miniskerraks, die Pèret zu bestimmen suchten, seinen Entschluß zurückzunehmen, blieb dieser fest mit der Er- klärung, sein Entschluß sei unwiderruflich.

Parts, 15. 3 uni. Der um 6 Uhr abends zu- jammengelrekene Kabinelisrak dauerte nahezu eine Stunde. Rach Schluß der Sitzung teilte der Unter- staatssekretär im Ministerpräsidium, Danièlou, in einem Kommunique mit, die Minister seien nach Prüfung der Lage zu der Ueberzeugung gelangt, daß der einfache Austausch des Finanzmillisters unmöglich sei und unter den gegebenen Umständen das gesamte Kabinett demissionieren müsse. Aus diese Art bleibe es dem Präsident der Republik überlasten, die Ereignisse des Tages und die Lage in geeigneter Weise zu interpretieren. Sämtliche Minister haben sich ins Elysse begeben, um dem Präsidenten der Republik ihren Rücktritt zu überbringen. Präsident Doumergue hat die De­mission des Kabinetts angenommen und die Mini­ster gebeten, einstweilen die Geschäfte weiterzu­führen.

Es kam nicht überraschend, daß der Rücktritt des Finanzministers Peret angesichts der augenblicklich äußerst gefährlichen Finanzlage die Gesamtdemission des Kabinetts Briand, das eine Lebensdauer von 98 Tagen erreichte, nach sich gezogen hat. Ueber die weitere Entwicklung der französischen Regie­rungskrise etwas vorauszusagen, ist unmöglich, weil die Lage außerordentlich kompliziert erscheint. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Briand erneut ein Kabinett bilden wird, ebenso viel Aussicht hat aber auch ein Kabinett Herriot, von dem man in den Wandelgängen der Kammer heute nachmittag sprach. Die von den mittleren und Rechtsparteien angestrebte große nationale Einheit von Herriot bis Poincarè hat zur Stunde wenig Aussicht, und zwar mit Rücksicht auf die augenblickliche Zusam­mensetzung der Kammer. Es fehlt allerdings auch nicht an Stimmen, die eine Neuwahl wünschen, um so Klarheit zu schaffen.

Es ist noch nachzutragen, daß die Kammer heute nachmittag versuchte, eine sofortige Besprechung von eingebrachten Anfragen über die finanzielle und politische Sage des Landes herbeizu führen. Diesen Wünschen widersetzte sich Briand. Er verlangte wenigstens eine 48ftünbige Frist, damit die Re­gierung Zeit gewänne, zu beratschlagen. ~ Die Kam­mer willigt« schließlich mit 309 gegen 195 Stimmen ein. Aber diese Abstimmung hatte schon keinerlei praktischen Wert mehr, denn jedermann rechnete mit der Demission Briands. Die Abendpresse ist über die Wendung der Dinge nidjt sonderlich über­rascht. Die Rechtspresse stellt Peret das Zeugnis aus, daß er den allerbesten Willen gezeigt habe. Die Lintsblätter erheben Vorwürfe gegen die Re­gierung. Das ganze Land habe unter dem Ein­druck gestanden, daß es schlecht regiert sei.

des Elsaß-Lokhringischen Heimalbundes heute früh in der katholischen Presse des Oberelsah einen neuen Aufruf, in dem der Heimatbund erklärt, daß er von seiner Kundgebung nichts zurückzunehmen habe, und daß er alle diejeni­gen in Schutz nehme, die von der Regierung ge- maßregelt worden seien- Der Aufruf schließt mit den Worten:Elsässer und Lothringer» Jeder neue Gewaltakt der Regierung beweist mehr denn je, von welchen Gefahren die elementar­sten R^ste in Elsaß-Lothringen bedroht sind. Schließt Euch also mehr als bisher zusammen zum Kampfe für die natürlichen Rechte des Londes»"

Der Sturz -es französischen Franken.

Der starke Sturz des französischen Franken hat in ganz Frankreich zu neuer Beunruhigung und starken Besorgnissen geführt. In den Wandel­gängen der Kammer gab Briand eine Erklärung ab, in der er u. a. ausführte: Die Lage ist schwierig. Wir können keine Wunder wirken. Die einen ver­langen ein nationales Ministerium, die anderen rufen nach einem entschlossenen Mann. Was ein nationales Ministerium anbetrifft, so ist es sehr zu wünschen, doch ist das Beispiel Belgiens nicht gerade" ermutigend. Man hat dort ein Kabinett gebildet, in dem sämtliche Parteien vertreten sind. Obwohl der Finanzminister ein hervorragender Sachverständiger ist, ist die Stützungsaktion zugun-

den Franc. Die gegenwärtige Situation wird durch vielfache Gründe bestimmt. In England werden Francs verkauft, ohne daß man es auf die Herbei­führung einer Francbaisse absieht. Man macht das nur zur Stützung des Sterlingkurfes gegenüber dem Dollar. Auch in Belgien und Italien werden französische Francs abgestoßen, doch nur in der Absicht, die nationale Währung zu stützen. Schließ­lich verkaufen auch in Frankreich zahlreiche Fran­zosen aus Mangel an Vertrauen. Wir sind vom Sturm gepeitscht und müssen bis zum Ende aus­halten und dem Sieg entgegengehen.

Ein Kabinett Brian- o-er Kerriol.

Paris, 16. Juni. Der Präsident der Republik wird heute vormittag 9.30 Uhr seine Bemühungen zur Lösung der Kabinettskrise beginnen und ge­wohnheitsgemäß zuerst mit dem Präsidenten des Senats und dem der Kammer verhandeln. In politischen Kreisen, so verlautet offiziell, habe man es gestern abend als wahrscheinlich betrachtet, daß Briand als Chef der neuen Regierung berufen werde. Er würde es wahrscheinlich nicht ablehnen, Bemühungen zu versuchen, um festzustellen, in welchem Maße es möglich wäre, ein Kabinett auf breiterer Grundlage zu bilden als das vorher­gehende: Jedenfalls würde er die Präsidentschaft und das Außenministerium behalten, was die große Mehrheit der Parlamentarier wünsche. Diese An­sicht zeige sich sogar bei den Radikalen, die für Herriot als künftigen Ministerpräsidenten Vorliebe hätten. Unter allem Vorbehalt, was Usberraschun- gen, die sich aus der Lage ergäben, betreffen, schreibt man Briand die Absicht zu, sich zuerst an Herriot zu wenden, dessen Mitarbeit geeignet wäre, die Besorgnisse gewisser Elemente der Radi­kalen zu zerstreuen. Für das Finanzministerium nenne man Caillaux, der jedoch nur unter gewissen Bedingungen, d. h. unter Zusicherung weitgehen­der Vollmachten annehmen würde. Gestern abend habe bereits Iustizminister Laval im Senat eine Unterredung mit Caillaux gehabt. Sollte Caillaux ablehnen, so denke man an die MögliOeit, das Finanzministerium wieder in ein Budgetministerium und in ein Schatzministerium zu teilen und das erstere dem Abgeordneten Tardieu und das zweite dem Abgeordneten Bokonowski anzubieten. Als Innenminister komme de Monzie in Frage.

DasOeuvre" gibt die Ansicht der Gegner eines sogen. Ministerium- der nationalen Einheit wieder, wenn es schreibt, für diese Kreise wäre Herriot als Ministerpräsident ohne Portefeuille mit Briand als Außenminister der geeignete Mann, der die auch von diesen Kreisen für notwendig erachtete Ver­breiterung der politischen Basis bei den Links­parteien durchsetzen könne. Aber gestern abend glaubte man in parlamentarischen Kreisen noch vornehmlich an ein Kabinett Briands.

DieL i b e r t é" schreibt, man brauche eine neue Regierung, die gegenüber dem Klage-

geschrer ebenso wie gegenüber den Drohungen leichgültig bleiben müsse. Man brauche eine Regierung von Männern, entschlossen allem, elbst dem Revolver des Mörders Trotz zu bie« :en, um das Land vor dem Bankerott, dem Elend und der Anarchie zu retten. Wird diese neue Regierung, die ganz Frankreich unter dem Druck der Ereignisse herbeiwünscht, erstehen?, Ist der Rücktritt Perets das Vorspiel dazu?

Der radikaleParis S o i r" stellt biei Frage: Wird der Rücktritt des Finanzminister? die Folge haben, daß ein einfacher Minister- wechsel stattfindet? Wird Bokanowski oder Moncie den Posten Perets übernehmen? Man werde darüber erst nach dem heute abend statt­findenden Kabinettsrat Bescheid wissen und bie: Entscheidung Briands werde vor allem von der Ausnahme abhängen, die die Demission Perets in der Kammer finden wird.

Die Krise un- -as franzSfisch-amerik. Schul-enabkommeu.

Paris, 15. Juni. Nach einer imMatin" gestern veröffentlichten Agentur-Meldung aus Washington erklärte Senator Smoot, daß der amerikanische Senat Frankreich wegen der emgetretenen Finanz­krise eine Frist für die Ratifizierung des französisch- amerikanischen Schuldenrsgângs-Abkommehs ge­währen wird. Um Frankreich die nötige Zeit zu geben, diese Ratifizierung vorzunchmen, wird der amerikanische Senat meitertagen, was, nach dem Newyork Herald" Senator Smoot allerdings nicht für wahrscheinlich hält.

«in neuer Betriebsstoff für die Sttftschiff- motoren.

Ueber die nächste« Pläne der Zeppelinwerst «ach

Neubaues zu geben, der alle bisherigen Zeppelilltyperr an Größe übertreffen Wird. Das neue Zeppelin- luftschiff, das die Werftnummer ,L. Z. 127* tragen wird, soll einen Rauminhalt von 105000 cbm er­halten und damit um die Hälfte größer sein, al» der an Amerika gelieferte ,Z. R. in*, der 70000 cbm faßte. In seiner äußeren Form wird das neue Schiff ungefähr dem2. Z. 126* ähneln, dürfte allerdings etwa» schlanker gebaut werden. Voraussichtlich wird es ebenfalls fünf Motore zu je 420 PS. erhalten. Die Mafchinenanlage wird wie in allen bisherige« Zeppelinschiffen wieder von der Maybach-Motoren» fabrik gestellt werden, bringt aber hinsichtlich der zu verwendenden Brennstoffes eine bahnbrechende Neuerung.

Dem Chemiker Dr. Lempertz vom Luftschiffbau Zeppelin ist eS Anfang d. Z. gelungen, bei feinen Laboratoriumsuntersuchungen ein Gas zu finden, dar als Brennstoff das Senkin nicht nur völlig ersetzt, sondern sogar noch übertrifft und dabei daS spezifisch- Gewicht der Luft aufweist, infolgedessen keine Ge« Wichtsveränderungen im Luftschiff hervorruft. Die Prattische Erprobung dieser Gase» in den Maye bachmotoren, in denen zu diesem Zweck lediglich der Vergaser geändert werden muß, führte zu sehr zufriedenstellenden Resultaten. Seine Vor­teile sind: Erhöhte Betriebssicherheit. Erhaltung der dauernden statischen Gleichgewichtszustandes und damit erhöhte Geschwindigkeit des Luftschiffe« sowie schließlich ein erhöhter Aktionsradius des Schiffe», das unter Fort­fall der schweren Benzintanks viel größere Mengen dieses Betriebsstoffe» in besonderen Gaszellen mit­führen kann. Dabei wird dieses Gas keinerfallr teurer sein als Benzin, vielmehr wird feine Verwen­dung viel wirtschaftlicher sein, weil nunmehr der Ver­lust größerer Wasserstoffmengen, die zum Ausgleich der im Verlauf der Fahrten geringer werdenden Benzin- vorräte abgeblasen werden mußten, in Fortfall kommt.

Erst nach endgültigem Abschluß der noch an­dauernden Versuche mit dem neuen Brennstoff kann an die Konstruktion del eigentlichen Luftkörpers für den .L. Z. 127* gegangen werden, da diese Veränderung der Anlage für die Mitführung bei Brennstoffes und der Fortfall der Anbringung von Benzintanks natur­gemäß gewisse Konstruttionsabweichungen gegenüber den bisherigen Luftschiffen bringen wird. Immerhin kann damit gerechnet werden, daß ,L Z. 127* bi» zum Herbst 1927 fertig fein wird. DaS neue Zeppelin- luftsch ff wird in erster Linie Lcr'uchszwecken im Hin­blick auf die Pläne bei Luftschiffbaus Zeppelm zur Einrichtung transatlantischer Lustschifflinie« bienen.*

Lloyd George über -ea Dölkerbuu-.

London, 16. Juni. Lloyd George sagte in einer Rede in Oxford, er bedauere, daß der Völkerbund durchs die aus Locarno folgende Aktion ernstlich gefährdet worden sei. Alle Völ­ker müßten dem Völkerbund angehören, wenn der Friede sichergestellt werden solle. Gleichheit unter den Nationen sei die Quintessenz der Er­folge des Völkerbundes. Es würde niemals Frieden in Europa oder in der Welt geben, be­vor nicht Rußland in der Bruderschaft der Nationen ausgenommen sei.