^oV^ayrgang.
Hanauer 8 Anzeiger
General-Anzeiger für die Streife Kanan Stadl und rrand.
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Nr. 122 Freitag
28. Mai 1926
S
Das netteste.
— Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist gestern in London eingetroffen. Bald nach seiner Ankunft hatte « eine Unterredung mit dem Gouverneur der Bank von England Montagu Norman. Sein Besuch wird yoei oder drei Tage dauern.
— Die Reichseinnahmen für 1925 ergaben ein
Mehr gegenüber dem Voranschlag von rund 86 Millionen Mark.
— In Königsberg wurde gestern die Tagung des
Deutschen Ostbundes eröffnet.
— In der französischen Kammer setzte Briand unter Stellung der Vertrauensfrage die Vertagung
-er sozialistischen Finanzinterpellationen durch.
— Der Sekretär für den englischen Bergbau hat neue Einschränkungen betreffend die Lieferung von Kohle an Fabriken und Privatpersonen im Zusam- menhang mit dem Kohlenstreik erlassen. In einem tos ruf ermahnt er das Publikum zu strenger Sparsamkeit bei dem Verbrauch von Kohle, Gas und Elektrizität. Gestern nachmittag hatte Baldwin eine Sitzung'mit den Mitgliedern des Kohlenkomitees der Regierung ,
Sov her WMMEOakès- Wahl ist Oârr.
Man gibt sich in Warschau alle Mühe, die schien Spuren der Kämpfe in dem äußeren Stadtbild zu verwischen. Unterdeß treffen die Parteien ihre Vorbereitungen für das Zusammentreten der Nationalversammlung, die nunmehr endgültig auf den 31. Mai nach Warschau einberufen worden ist. Die polnische Nationalversammlung besteht aus einer gemeinsamen Tagung des Sejms und des Senats. Auf der Tagesordnung der anberaumten Mtzuna steht die Neuwahl eines, Präsidenten AWoent infolge des Gewaltstreiches von Pilfudski zurückgetreten ist. Zum Zustandekommen der Wohl ist erforderlich, daß zwei Drittel aller Mitglieder des Sejms und des Senats anwesend sind und daß dann eine absolute Mehrheit sich für einen der vorhandenen Kandidaten entscheidet. Nach erfolgter Neuwahl des Präsidenten soll das provisorische Kabinett Bartel, das nach dem Staatsstreich gebildet wurde, zurücktreten und einem neuen Kabinett Platz machen.
Dies klingt alles so einfach und doch steckt das Programm so voll innerer Schwierigkeiten daß seine ungestörte Abwicklung keineswegs als sicher angesehen werden kann. Fast jeder Schritt, der unternommen werden muß, voll- ^eht sich auf unsicherem und gefährlichem Boden. Die letzten Ereignisse haben die Spaltung, die durch das polnische Parteileben geht, mich bedeutend vertieft. Die Parteiverwirrung ist in Polen an sich schon groß genug. Man zahlt in der Nationalversammlung nicht weniger als 31 verschiedene Parteien. Dazu wmmt, daß der Staatsstreich Pilsudskis die Klassengegensätze erheblich verschärft und einen Mnflikt zwischen Stadt und Land heraufbeschworen hat. Daß auch persönliche Gegensätze bei den polnischen Unruhen eine große Rolle spielten, macht die Lage nicht gerade leichter.
Die, Schwierigkeiten, die sich einer politischen Bereinigung des polnischen Trümmerfeldes m den Weg stellen, liegen zu einem großen ^eil in der Person des Marschalls Pilfudski. Der Marschall ist in dem größten Teil des pol- uischen Heeres außerordentlich beliebt. Er übt M seine Anhänger eine außerordentlich große Anziehungskraft aus und er vermag eine Begeisterung zu entfesseln, die keine Grenzen
Auch das Volk hängt ihm an. Er ist Persönlichkeit genug, um seinen Eindruck auf oje Massen nicht zu verfehlen. Aber diese Stimmung für Marschall Pilfudski findet in ver Nationalversammlung kein Echo. Es ist vorläufig noch nicht vollkommen sicher, ob bilsudski für die Prasidentenschaft kandidieren wird. Es wird behauptet, daß er die Absicht Mbe, sich die Entwicklung der Dinge erst noch einmal mit anzusehen. Kandidiert er aber, so m " er auf sichere Unterstützung nur bei den Parteien der Linken rechnen, wobei die Kom- ^Men ausscheiden. Mit dieser parlamen- "wlchen Unterstützung aber wird es sehr schwer eine Mehrheit für Pilfudski in der Na- wnalversammlung auf die Beine zu bringen. ^,,?^'eherweise findet seine Kandidatur auch er rechten Seite einige Unterstützung. Aber ^Wllchkèit ist vorläufig noch recht pro- uMtisch, zumal niemand weiß, welches vo- steogramm Pilfudski eigentlich befol- will. Sein Gewaltstreich scheint mehr ^v ‘'ttifler ein Kampf um seinen militärifdKn
BviandsStes in der^ammev
Paris, 27. Mai. Die Kammer trat heute nachmittag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Haus und Tribünen sind überfüllt. Auf der Ministerbank sind Briand, Laval und Painlevè.
Nach Annahme eines Glückwunsches an die Ëanzösischen Truppen in Marokko, verlangt riand Vertagung sämtlicher Finanzinterpel- lationen, da eine Debatte über diese Materie schweren Schaden bringen könnte. Der Sozialist Auriol spricht dagegen, weil die Kammer 'Aufklärung über die Lage und die Maßnahmen der Regierung verlangen müsse. Namentlich die Schaffung eines Sachverständigenrates beim Finanzminlster habe in seiner Partei Beunruhigung hervorgerufen. Auch die Kommunisten verlangen Klarheit über die schadhaften Machenschaften der Großkapitalisten gegen den Franc.
Briand besteht auf seiner Vertagungsforderung. Wenn man der Regierung Vorwürfe zu machen habe, könne man sie bei der Beratung der neuen finanztechnischen Gesetze anbringen. Da ihn der Lärm vollständig unterbricht, erklärt Briand:
„Aber meine Herren, wenn Sie nicht die Geduld haben, der Regierung einige Au- genblicke Zeit zu gewähren, dann brauchen
Sie ja nur gegen sie zu stimmen."
Auriol spricht abermals gegen die Regierung. Dann erhebt sich der Abgeordnete Hulin und gibt im Namen der radikalen Partei Herriots folgenden Vermittelungsvorschlag bekannt:
Die Regierung möchte erst nach der Finanzdebatte die Wahlreform anbringen. Die Finanz- debatte soll aber nicht durch die Jnterpellatio- sondern durch die Diskussionen der neuen
brrrtgung der Finanzgesetze soll man der Regie- Ring bis nächsten Dienstag Frist geben.
Briand erklärte sofort, daß er sich trotz aller Gefährdung seines Kabinetts auf einen derartigen Handel nicht einlassen könne, und will trotz Zureden Blums und Cazals auf seinem Stand- punst beharren: Die Regierung habe sich verpflichtet, sofort die Wahlreform einzubringen und sie tue es. Die Finanzgesetze würden sofort eingebracht werden, aber er könne nicht zu-
Rang in der polnischen Armee gewesen zu sein. Deshalb hat weder er noch seine nähere Umgebung sich bei der Besetzung Warschaus besondere Gedanken über die politische Tragweite dieses militärischen Unternehmens gemacht. Die Kandidatur Pilsudskis steht deshalb auf einer höchst unsicheren politischen Grundlage und es ist schwer vorauszusehen, welchen Verlauf die Tagung der Nationalversammlung nehmen wird, wenn diese parlamentarischen Körperschaft überhaupt in beschlußfähigem Zustande zusammentritt.
Hinter dem Versuch einer friedlichen Lösung des Konflikts lauert aber immer noch die Gefahr neuer schwerer Verwicklungen. Pil- sudski hat trotz seiner Beliebtheit bei dem polnischen Heere starke militärische Kräfte gegen sich. Als er sich in Warschau festsetzte, standen starke militärische Gegenkräfte, Kavallerie und Infanterie mit Tanks, Geschützen und Maschinengewehren nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt und ein Gegenvorstoß dieser Regimenter wurde nur dadurch verhütet, daß Pilfudski eine provisorische Regierung einsetzte. Stößt eine politische Lösung auf Schwierigkeiten, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die militärischen Gegner Pilsudskis wieder freie Hand erhalten. In diesem Gegeneinander der Kräfte spielt vor allen Dingen Posen eine Rolle, das noch das unverkennbare Gepräge seiner deutschen Vergangenheit trägt und mit all seinen Errungenschaften deutscher Herkunft in einem starken inneren Gegensatz zu Kongrgßpolen steht.
Zu allen Schwierigkeiten kommt hinzu, daß Polen sich parlamentarisch in einer Sackgasse befindet. Der Sejm ist für sieben Jahre gewählt und kann nur dann aufgelöst werden, wenn er es selbst mit Zweidrittelmehrheit beschließt. Das bedeutet, daß eine Neuwahl vor dem Ablauf der Wahlperiode tatsächlich so gut wie ausgeschlossen ist. Die Linksparteien wollen aber vor allen Dingen eine Neuwahl, um sich eine parlamentarische Mehrheit zu verschaffen. Sie verlangen deshalb, daß der Präsident die Möglichkeit haben soll, daß Parlament aufzulösen. Vorläufig aber geht das nicht anders als auf dem Wege diktatorischer Gewalt. Man fragt sich angesichts dieser Lage
land für immer anerkannt werde, habe dazu geführt, daß die ganze Welt davon Kenntnis genommen habe, daß die deutsche Grenze im Osten niemals als dauernd zu Recht bestehend anerkannt werden könne und daß auf eine Abänderung hingearbeitet werden müsse. Bundesdirektor G i n s ch e l verlas darauf ein Telegramm des Reichspräsidenten. Die Versammelten erhoben sich dann zu einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf den Reichspräsidenten.
Im weiteren Verlaufe der Sitzung überbrachte Vizepräsident Dr. H e r b st die Grüße und Wünsche aller Reichs- und Staatsbehörden der Provinz Ostpreußen. Er hieß die Tagung namens des Oberpräsidenten und aller Bewohner Ostpreußens herzlichst willkommen. Einstimmig angenommen wurde der Beschluß, durch den das Bundespräsidium angehalten wird, mit tunlichster Beschleunigung auf Ankauf oder Bau eines eigenen Bundeshauses in Berlin bedacht zu sein, das den Namen Hin- denburghaus führen solle. Der Reichspräsident hat die Zustimmung zu der Benennung des Hauses bereits gegeben. Sodann wurde in die eigentliche Tagesordnung eingetreten. Frh. v. Gayk sprach über die vaterländische Bedeutung der Siedlungsbewegung. Der stellvertretende Präsident der Landwirtschaftskammer für die Provinz Ostpreußen v. Siegfried sprach über Landwirtschaft und Ostpreußen.
Die 'Reparationslieferungen im April.
Berlin, 27. Mai. Die Anzahl der im Monat April genehmigten französischen Verträge beläuft sich auf 127 im Werte von 4,3 Millionen Reichsmark gegenüber 179 im Wert von 26,9 Millionen im März. Damit erhöht sich der Wert der insgesamt seit dem Inkrafttreten des Sachverständigenberichts bis Ende April 1926 genehmigten Verträge auf 251,3 Millionen Reichsmark. Die im April mit
1-59 im Werte von 8.2 Millionen
Werte von 10,2 Millionen Reichsmark im März. Die Wertdifferenz gegenüber dem Vormonat ist bei Belgien erheblicher geringer als bei Frankreich. Betrachtet man den Monat Mürz als Ausnahme und zieht zum Vergleich die Wertzahlen aus den Monaten Januar und Februar mit 6,7 und 6,4 Millionen heran, so zeigt sich sogar, daß die belgischen Bestellungen im April über die Bestellungen dieser Monate erheblich hinausgingen. Insgesamt betragen somit die belgischen Bestellungen vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des Sachverständigenberichts bis 30. April 1926 59,6 Millionen Reichsmark. Für beide Länder sind, wie sich aus obigen Zahlen ergibt, die Verträge über Reparationslieferungen (ohne Kohle und Farbstoffe) sowohl der Zahl wie dem Werte nach gegenüber dem Vormonat zurückgegan- gen. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, daß beide Länder ihre Kredite beim Generalagenten erschöpft hatten.
Um das deutsche Eigentum in Amerika
Rewyork, 27. Mai. Nach einer Meldung des „Journal of Commerce" aus Washington beschäftigie sich der Vorsitzende des Haushaltungsausschusses im Repräsentantenhause, Green, mit einem neuen Plan zur teilweisen Erledigung der Ersatzansprüche amerikanischer Bürger und gleichzeitiger Rückgabe des beschlagnahmten Eigentums. Die zur Verteilung kommende Summ« soll nach diesem Entwurf auf die 34 Millionen Dollar beschränkt werden, die sich im Besitz des Schatzamtes oder des amerikanischen Transferagenten befinden. Der Betrag in gleicher Höhe, der sich in den Händen des Treuhänders für das fremde Eigentum befindet, würde dagegen zur Verteilung an die deutschen Ersatz- berechtigten benützt werden. Wie verlautet, sollen Ersatzansprüche aufgrund von Todesfällen und Verwundungen sowie Ersatzansprüche physischer Per- fönen zuerst ab gegolten werden. Dagegen wird der neue Entwurf noch keine Regelung der Ansprüche aus Versicherungen und Verschüttungen bringen.
Die Reichseinnahmen im Jahre 1925»
Berlin, 27. Mai. Das Reichsfinanzministerium veröffentlicht jetzt eine abschließende Uebersicht über die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben im Rechnungsjahr 1925, verglichen mit den Ansätzen des Haushaltsplanes. Es ergibt sich daraus, daß die fortdauernden Besitz- und Verkehrssteuern mit 4833 Millionen gegenüber dem Voranschlag um 18 Millionen zurückgeblieben sind. An einmaligen Steuern waren 60 Millionen Mark veranschlagt; eingegangen sind 51.7 Mill. Die verpfändeten Zölle und Verbrauchsak» gaben waren mit 1735 Miillonen veranschlagt, aufgekommen sind 1851 Millionen, also 116 Millionen mehr. Bei den übrigen Verbrauchssteuern steht dem Voranschlag von 124.5 Mill
lassen, daß die Finanzfrage bei einer Jnter- pellationsdebatte geregelt werde. Er wolle wissen, ob er und sein Kabinett noch das Vertrauen der Kammer haben. Daher stelle er die Vertrauensfrage. Unter großer Erregung geht die Abstimmung vor sich. Mit 320 gegen 209 Stimmen wurde beschlossen, die Interpellationen zu vertagen. Die Vertrauensfrage wurde also bejaht.
Nach Bekanntgabe der Abstimmung über die Zurückstellung der Interpellation betreffend die Finanzlage, beantragte der Innenminister, die Kammer möge die Diskussion über die Wahlieform aus Dienstag, 2. Juni, festsetzen. Die Mehrheit der Generalräte habe sich für die Rückkehr zur Arrondissementwahl ausgesprochen, sodaß eine Entscheidung über diese Frage erforderlich sei. Der radik. Abgeordnete Achimbaud untestützte nochmals namens der Gruppe für die Arrondlsfementswahl diesen Antrag, wühend der Abg. Bonnefou von der Ref.-dem. Vereinigung die Zurückstellung dieser Frage bis nach Bekanntgabe der Ergebnisse der letzten Volkszählung verlangte. Die Sozialisten Presseman und Renaudel und später auch Blum sprachen sich im Laufe der Aussprache gegen die Diskussion im Plenum und für die Zurückverweisung der vorliegenden Anträge aus. Der Qnnennvnifter trat darauf nochmals für den Regierungsantrag ein. Hierauf wurde die Abstimmung vorgenommen. Die Kammer lehnte mit 283 gegen 163 Stimmen den Antrag des Ministers des Innern, die Wahlreform am nächsten Dienstag zu diskutieren, ab. Die Regierung hatte nicht die Vertrauensfrage gestellt. Die Kammer hat alsdann den Wunsch des Innenministers, vor der Wahlrechtskommijsivn
Püns, 27. Met. Die 209 Abgeordnetem, die aeftem g e g e n ben von der Regierung unterstützten Antrag auf Vertagung der Diskussion über die Finanzlage gestimmt haben, verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: 28 Kommunisten, 97 Sozialisten, 67 Radikale, 14 Sozial-Republikaner, 1 Mitglied der radikalen Linke, 2 Unabhängige. — 31 Abgeordnete haben sich der Stimme enthasten. 11 waren beurlaubt.
vergebens, wie die Nationalversammlung es fertig bringen soll, der gehäuften Schwierigkeiten Herr zu werden.
Wttos-Generale Kommen vvrs Kriegsgericht.
Warschau, 27. Mai. Die Generäle Rozwadowski, Aagorski und 3 n- zwinski, die auf der Seite der Regierung Witos gekämpft haben, wurden nach Wilna ins Gefängnis gebracht, wo sie wegen verfchie- dener strafbarer Verfehlungen, die sie sich früher angeblich zu Schulden kommen ließen, vor ein Kriegsgericht gestellt werden.
»»Deutschland war das Opfer einer riesigen Verschwörung".
Ein amerikanischer Forscher zur Kriegsschuld.
Atlantic City, 27. Mai. Der Professor für historische Soziologie am Smith College, B arnes, erklärte in einer Ansprache: Der Weltkrieg war von Frankreich und Rußland geplant und herbeigesührt, wie sich durch Ur- runden beweisen laßt. Deutschland war das Opfer einer riesigen Verschwörung.
Tagung des Ostdundes in Königsberg
Königsberg, 27. Mai. Heute nachmittag wurde hier die diesjährige Tagung des Deutschen Ostbundes eröffnet. Bundespräsident Geheimer Oberregierungsrat Tilly- Berlin wies in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß der polnische Korridor eine staats- unb volkspolitische Unmöglichkeit sei. Der Deutsche Ostbund sei auf friedliche Arbeit eingestellt. Se ne Arbeit wolle dafür sorgen, daß ganz Deutschland zu dem Bewußtsein komme, daß das Schicksal Deutschlands sich im Osten entscheide, daß der Osten aufs äußerste gefährdet sei und daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau sich zur Hilfeleistung bereit erklären und verpflichten müsse. Der Deutsche Ostbund sei einmütig zu der Ansicht gekommen, daß der in Locarno abgeschlossene Vertrag für den Osten vorteilhaft sei. Die Ablehnung der von Frankreich und Polen erhobenen Forderung, daß die Grenze im Osten für Deutsch