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201. Jahrgang.

SanauerW Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprecher Nr. 3956, 3957, 3958.

Lezugrprets: Für den halben Monat 1. Reichsmark, für den ganzen Monat L Reichsmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Brette 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite H Retchspfennig. Offerten gebühr: 80 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstrabe S.

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Nr. 119 Dienstag den 25. Mai 1926

Das netteste.

Jm Münchener Ostbahnhof ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Bis jetzt werden 24 Tote gemeldet.

Die Pfingsttagungen in Düsseldorf, Ber­lin, Konstanz und Dortmund haben einen ruhigen Verlauf genommen.

Aus Tokio wird der Ausbruch des Vul­kans Tokachi gemeldet. 200 Personen sollen in den Springfluten ertrunken sein. 2000 Per­sonen werden als vermißt gemeldet.

^- Abd el Krims Hauptquartier wurde von den Franzosen genommen. Rach einer Mel­dung aus Fez soll Abd el Krim seine Unter­werfung angeboten haben.

Der englische Bergarbeiterstreik ist auf dem toten Punkt angelangt.

MHZSKVOsVSasrf des SMsA

Rsichsfroutsoldateulag.

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Düsseldorf, 23. Mai. Die Veranstaltungen des Stahlhelmbundes am 7. Reich, frontsoldatentag nahmen am Samstag mittag 4 Ut)r mit dem Aufmarsch der Ehrenkompag- nien vor dem Parkhotel, dem Standquartier der Bundesleitung, und der Frontabfchreitung durch den Bundesführer ihren Anfang. Im Anschluß daran wurden an verschiedenen Plätzen der inneren Stadt Konzerte der Stahl­helmkapellen Braunschweig, Halle und Magde­burg abgehalten. Rach dem großen Zapfen­streich, der vor dem Schlosse Jägerhof statt- mnd und der trotz des gegen Abend einsetzen-

Schweres Sifenvabn

Lt«g«M hi Münch««

24 Tote, zableerOe Verlebte.

München, 24. Mai. Keule abend ereignete sich im Ostbahnhof München ein schwerer Zugzusammenflvtz. Der Personenzug 814 (Salz»^, » - München) fuhr anscheinend durch Aeberfahren des Signals auf den dort flehenden Personenzug 820 (Berchlesgadeu-Wünchen) von Hinken auf, fvdatz mehrere Wagen des stehenden Zuges stark beschädigt wurden.

Ueber die genaue Zahl der Verletzten konnte bisher noch nichts ge­naues ermittelt werden. SanUätsmannfchasLen und Eisenbahner sind an der Uusallstelle, die ein großes Feld der Verwüstung bietet, mit den Auf- räumungsarbeilen beschäftigt. Unter den Verletzten befinden sich auch, wie verlautet, mehrere Lote.

Eine zweite Meldung lautet: Bei dem Eisenbahnunglück wurden bisher 24 Tote und viele schwer und leicht Verletzte geborgen. Die Gesamtzahl und die Namen der Toten lassen sich erst nach Beendigung -er Ausräumungs-

arbeiten feftstelle«.

heim aufgefahren ist, find an den zwei letzten Wagen nur noch unscheinbare Truümmer vor-

An der Unglücksstelle. Wagen nur noch unscheinbare Truümmer vor- Wüuchen. 25. Wai Die Münchner Neuesten Handen. Die Verletzten und Toten mußten zum Nachrichten bringen noch folgende Einzelheiten: Teil aus den Wagen herausgehauen werden, Die Unglücksstelle bietet einen entsetzlichen An- teilweise sind sie auch durch Schweißapparake blick. Von dem beschädigten Personeuzug aus aus ihrer Lage befreit. 6070 Schwerver-

Teil aus den Wagen herausgehauen werden,

ermtesgci

Ehrung für die Gefallenen des Weltkrieges fand die Veranstaltung ihr Ende.

Die Berliner KvmMUNistenschau.

Berlin, 24. Mai- Die Kundgebung, die der Rote Frontkämpferbund âm ersten Pfingstfeiertag bei seinem zweiten Reichstreffen im Volkspark Tempelhof veranstaltete, ist ruhig verlaufen. Die Polizei hatte Kommandos zu Fuß und Lastkraftwagen aufgeboten. Sie brauchte jedoch an keiner Stelle in Aktion zu treten. Die Kundgebung selbst wurde durch einen großen Aufmarsch eingeleitet.

Der große Festplatz war mit roten Front­kämpfern angefüllt. Dabei gab es musikalische Darbietungen. Auch ein Flieger umkreiste län­gere Zeit in waghalsigen Kunstflügen den Platz. Ein Vertreter des Zentralkommitees und der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg der Kom­munistischen Partei begrüßte den Roten Front­kämpfertag in der Reichshauptstadt, der Zeug­nis ablegte von der wachsenden revolutionären Macht des Proletariats. Der Redner rief dabei zur proletarischen Einheitsfront auf. Sodann ließ sich der erste Vorsitzende des Roten Front­

nur

kämpferbundes, der Reichstagsabgeordnete Thälmann, vernehmen, der heroorhob, daß 100 000 deutsche Arbeiter in der roten Front organisiert seien. Es gelte jetzt, meinte der ehe­malige Reichpräsidentschaftskandidat, nicht die rote Front fester im Innern auszubauen, sondern die revolutionäre Theorie in die revo­lutionäre Praxis umzusetzen. Wenn die roten Frontkämpfer, so fuhr er ermunfernb fort, wie­der in die Heimatgaue zurückkehrten, so hieße es nicht Gewehr bei Fuß, sondern Gewehr über,

denn sie seien die Salbölen und Pioniere der roten Front, die nicht vor Taten zurück- ichrecklen.

lerfai

, Je alten Frontsoldaten zu letner, Begrüßungsfeier in den Sälen der

städtischen Tonhalle und des Zoologischen Gar­tens, wo der Bundesführer Anfvrachen hielt.

Der Sonntag brachte noch eine große An­zahl von Teilnehmern zu dem Reichsfront- Watentag nach Düsseldorf. Die Gesamtzahl der Teilnehmer wird auf rund 70 000 geschätzt, welche teils in Sonderzügen, teils in Kraft­wagen, zu Pferde, auf Krafträdern und zu puß ankamen. Der Tag wurde eingeleitet durch ein großes Wecken. Dann erfolgten Kranznie­derlegungen am Schlageterkreuz, am bergi- Ichen Löwen, am Kriegerdenkmal und auf dem Ehrenfriedhof. Die Hauptveranstaltung bildtete °ie F a h n e n w e i h e von etwa 65 Orts- grüppen Zu diesem Zweck versammelten sich die Stahlhelmleute in den Mittagsstunden auf den Rheinwiesen. Bundesführer Seldte- Magdeburg wies bei der Weihe darauf hin, der Stahlhelm die vaterländische Bewe- gung zusammenfassen und einen wolle. Nach «r Fahnenweihe rückten die Teilnehmer in unabsehbarem Zuge in das rechtsrheinische âsseldorf. In der Tonhalle führte der Bundes- Wrer aus, wenn der Frontsoldatentag dies- wai an den Rhein verlegt worden sei, so gelte

damit der deutschen rheinischen Bevölkerung ?âvk des Stahlhelms dafür darzubringen, M das Rheinland trotz des Druckes der Be- so treu und unerschütterlich die Wacht

^ein Sitten habe. Am Jägerhof erfolgte aann Der Vorbeimarsch vor der Bundesleitunq, er nahezu drei Stunden in Anspruch nahm.

âg führte zur großen Ausstellung, wo Ä - r? Planetarium der Tag mit einer Ge- Amtie für die Gefallenen abgeschlossen 21111 zweiten Feiertag fuhren die Teil-

??A Köln. Die Veranstaltung in lieißorf ist ohne nennenswerte Zwischenfälle

' ?w von den Kommunisten ange- itrnf^ Kundgebungen fanden infolge der Polizeimaßnahmen nicht statt.

bnrr^ m2.4; ^i. Jin Anschluß an den Düssel- Kd.?^ch^bntsoldatentag fand heute eine iolhni iUn9 der Teilnehmer des Reichsfront- B^.0?25 in Köln statt, die ohne Zwischen-

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200 Ossßsue« etstetntitett, 2SLS0 OSLfSUe« VSLMttzt

Loudon, 25. Mai. Aus Tokio wird gemeldet, daß Ser Vulkan Tokachi in der Nähe von Kokkaido ausgebrochen ist. Zahlreiche Menschen find durch Lava verschütte! und viele Käufer zerstört. (Kokkaiöo ist die nördlichste Kalbinfel Japans.)

Tokio, 25. Mai. Zufolge des Ausbruchs des Tokachi find 200 Per­sonen ertrunken. 2000 Personen werden vermißt.

Tokio, 25. Mai. Der Ausbruch des bisher als erloschen betrachteten Vulkans Tokachi auf der Insel Kokkaido verursachte ein Getöse, das noch in einer Entfernung von 32 Kilometern hörbar war. 2000 Personen werSen vermißt, 200 find in den Springfluten, die durch den Ausbruch entstanden, ertrunken. Zn einer Schwefelgrube wurden zahlreiche Bergleute ver­schüttet.

Kundgebungen des Reichsbanners.

kao 24. Mai. Zu dem Republikaner-

to x.i ?iQn3 waren aus allen Gauen Süd-

Sanki nc5 Abordnungen erschienen. Am

6ömX r Abordnungen erschienen. Am tai Begrüßungsabend statt, wo-

unh "udespräsident Hörsing über Ziele Ern^e5 Reichsbanners sprach. ®erhn>> r daß das Reichsbanner gegründet ernb«? AuHA um Deutschland durch die dau- Mord» Ä und die Aera des politischen i sei icknn"'^ .gänzlich zerstören zu lassen. Viel werd»:? ^6-1^^' âl aber müsse nod) erkämpft Q e i ^ 1 r f ü I) r e n den Kampf mit

l,aen Wasken. werden aber

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werden

ober

auch dieOffensive ergreifen, wenn man uns dazu zwingt.

Im Mittelpunkt des Sonntags stand der F e st z u g, an dem das Reichsbanner und etwa 100 Mann aus Vorarlberg und aus Wien vom Republikanischen Frontkämpferbund teilnah- men. Aus dem Festplatze weihte Bundespräsi­dent Hörslng das neue Banner der Ortsgruppe Konstanz. Reichstagsabgeordneter Dietz sprach vom deutschen Standpunkt aus überWie mir gewillt sind", D. Heuß (Dem.) sprach über den großdeutschen Gedanken und führte u. a. aus: Das kleindeutsche Reich ist Episode geworden. Das deutsche Volk war bisher immer der Leid­tragende seiner Geschichte, jetzt, nach dem Zu­sammenbruch der alten Staatlichkeit hat es de­ren Gestaltung selbst in die Hand genommen. Ich nehme die Freiheit der offenen Stimme für mich in Anspruch und erkläre hier in aller Oef- fentlichkeit, daß wir uns das Selbstbestim­mungsrecht erkämpfen müssen. Wir sind am Anfang der Geschichte, die das Volksbürgertum heranwachsen läßt unter allen, die deutscher Sprache sind. Und wenn dann die Liebe des Bruders zum Bruder in unserem Volke ein­zieht, wird die Republik auch nicht mehr Form­sache, sondern Sache der Seele sein. Stürmi­scher Beifall folgte den zündenden Ausführun­gen des Redners.

Was er als Reichsdeutscher erklärte, wieder­holte als Oesterreicher der mit langanhaltenden Rufen empfangene Staatskanzler a. D. R e n= ner - Wien, der noch hinzufugte: Und wenn alle Welt daaeaen wäre. niemand bat die

Macht, das Naturrecht der deutschen Nation zu unterdrücken. Wir werden sie schaffen: die eine deutsche, demokratische und soziale Republik vom Rhein bis zur Donau.

Dortmund, 24. Mai. An dem Reichsbanner-

Gautag westlicher Westfalen nahmen am Hauptfestakt der preußische Finanzministsr Dr. Höpker-Aschoff, Oberpräsident Granowski, Re­gierungspräsident König und mehrere Reichs­tags- und Landtagsabgeordnete teil. Minister Dr. Höpker-Aschoff wandte sich &egen die von der Reichsregierung erlassene Flag­ge n v e r o r d n u n g, die er als vollkommen verfehlt bezeichnete. Die Flaggenfrage könnte nicht mit einem schwachen Kompromiß gelöst werden. Aufgabe des Reichsbanners werde es fein, einen Entscheid herbeizuführen, der mit überwältigender Mehrheit den Farben Schwarz-Rot-Eold überall Anerkennung und Geltung bringen werde. In der Frage der Fürstenabfindung könne das Reichsbanner eine bestimmte Parole nicht ausgeben, da die drei unter ihm vereinten Parteien 'geteilter Mei­nung feien. Alle Republikaner feien sich darüber einig, daß eine gerechte Lösung gefunden wer­den müsse. Weiter ging der Redner auf die Haussuchungen bei den Mitgliedern der Rechts­parteien ein und erklärte, die jüngsten Ereig­nisse hätten gezeigt, daß die preußische Regie­rung auf dem Posten sei und auch in Zukunft alles tun werde, um Putschgelüste, von welcher Seite sie auch kommen mögen, im Keime zu er­sticken. Deutschland könne nur im Zeichen der Republik groß und stark werden. Mit einer

Parteien ein

werkschasten gestiftete Fahne mit der russischen Inschrift »Den Pionieren des Freiheitskampfes Allzeit bereit!" übergeben und Thälmann ver­sicherte, daß sie in bevorstehenden Kämpfen zum Siege des Proletariats getragen werden solle. Nach dem Gesang der Internationale ver­zogen sich die roten Frontkämpfer. Am Pfingst­montag veranstalteten die Bezirke Platzkon­zerte, Ausflüge und Volksfeste, sowie Besich­tigungsfahrten durch die Stadt.

Der kriegerische Mussolini.

Genua, 23. Mai. (Agenzia Stefani.) Bei sei­nem Besuch in Genua erklärte Mussolini am Sonntag auf dem Deferrari-Platz vor etwa 100 000 Zuhörern:Das Datum, das ich zu dem Besuch wählen mußte, war der Jahrestag der Kriegserklärung, weil Genua mit Rom und Mailand den Ruhm hat, der Wage den Aus­schlag gegeben zu haben und mit Ueberwin­dung der Feigheit unfähiger Regierungen das Volk zum Letzten und Größten angespornt zu haben. Aus den ruhmreichen Maitagen sind die italienischen Kampffasci entstanden. So be­steht eine Verbundenheit zwischen dem Volk, das den Marsch auf Rom ausgeführt hat. Wir regieren das italienische Volk mit reinen Ab­sichten. Wir betrachten uns nicht als Herren, sondern als Erzieher des Volkes, das immer ein besseres Geschick verdient hat und auch finden wird. Ich sehe, daß das Volk arbei­tet und daß die Zusammenarbeit der Klassen zur Tat wird und daß der korporative fas- cistische Staat geboren und leben wird. Er hat den liberalen demokratischen Staat zu Grab« getragen, einen Staat der gemeinsamen Per- antwortungslosigkeit, bei dem sich niemals ein Verantwortlicher nach Namen, Vorname und Wohnung feststellen läßt und einen Staat des Parlamentarismus, in dem bis zum Ueber' druß geredet wird. Im korporativen Staat fin­den alle Klaffen Anerkennung und Schutz. In diesen vier Jahren haben wir der Nation Waffen gegeben. Wir haben der Nation vor allem einen militärischen und kriegerischen Geist gegeben, weil die Waffen allein ohne Geist nicht genügen. Der Kampf unter den Na­tionen wird immer schwerer trotz eines ge­wissen heuchlerischen und feigen Pazifismus. (Beifall.) Jedes Volk richtet die Schranken feines Egoismus auf und ver­schließt sich der falschen internationalen Ver­brüderung. (Beifall.) Wir müssen also die Zähne zusammenbeißen in diesem Kampf, der heute nur wirtschaftlich und moralisch ist.

Zahreskonserenz der ehemal. Kriegs­teilnehmer in England.

London, 24. Mai. Auf der Jahreskonferenz der Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer wurde eine Entschließung angenommen, in de? erklärt wird, daß in Anbetracht des Stirn»