201. Jahrgang.
Hanauer W Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadl und «and.
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U. 100
Freilag den ZG. April
1926
DAS MUKWK^ I _
deutsch-französischen 9 LuftfahrtverhandlunLtGine âise in den MarEa Mittelbar vor dem Abschluß.
- In der Frage der Fürstenabfindung Igelns ein Eingreifen des Reichskanzlers be- mzustehen.
- Nach dem vorliegenden Ergebnis sind sowohl die 6^ prozentigen Schatzanweisungen der Deutschen Reichspost wie auch die des Frei- paates Preußen erheblich überzeichnet worden. Sei der ganz überwiegenden Mehrzahl der Zeichnungen haben die Zeichner sich einer Sperre von sechs Monaten unterworfen. Die Zuteilung wird in den nächsten Tagen er-
Verhandlungen.
- In den Verhandlungen über die Fundierung der 4377 Millionen Dollar betragenden französischen Kriegsschuld an Amerika ist zestern zwischen beiden Verhandlungsteilen ein üebercinkommen erzielt worden.
- Die Friedensverhandlungen in Marokko sind auf einem toten Punkt angelangt.
MM fite die deutsche Luftschiff«»-«.
Derlin, 29. April. Wie von zuständiger reite mitgeteilt wird, stehen die in Paris ge- uljtten deutsch-französischen Lufkfahrtverhand- ungen unmittelbar vor dem Abschluß. Man W sogar damit gerechnet, daß schon in diesen lagen die Paraphierung der Abmachungen er- olgen würde. 3m letzten Augenblick ist dieser jormelle Abschluß noch eine kurze Zeit hinaus- Moben worden, da in der Formulierung der «Dtnatnungen noch redaktionelle Aenderungen X^” irLen, die aber den Juhqlt des Ergeb- X5 der Besprechungen nicht berühren. Die be-eutung des Abkommens für Deutschland liegt in derAufhebungder Kontrolle deutsche Lufkschiffwesen ei ens der Entente. Es ist der deutschen Dele-
Ölungen, die hemmenden Begriffsbe- iMmungen aus dem Londoner Ultimatum, » S ber deutschen Luftfahrt noch auf- zu beseitigen. Die Gegenseite hat 4 ledigleich aus die Wiederholung von bereits sruhecen Abmachungen enthaltenen Bestim- .beschränkt, darnach übernimmt w ""d di? Verpflichtung, keine Flugzeuge IJSWs iedIlich zu Kriegszwecken Ver- fmbcn konnten. Weiterhin hatte die v ^regieruna erneut zugesichert, daß die BÄ '^ständig keine Flieger ausbilde, n^ der Stärke der Maschinen werden [»; “nb "?A dem Abschluß des Abkommens e Beschränkungen mehr bestehen.
Paris, 29. April. Der Sonderberichterstatter der Havasagentur meldet aus Udjda, daß in der heute vormittag zwischen den drei Delegationen abgehaltenen Konferenz, die mehrmals unterbrochen worden fei, die Refdelegier- ten ihre Antwort auf die französisch-spanische Note erteilt hätten, die ihnen gestern in Bezug auf die Autonomie des Rifgebietes überreicht worden sei. Ihre Antwort scheine jedoch nicht befriedigend gewesen zu sein. Die Sitzung sei schließlich um 12.30 Uhr aufgehoben worden und soll heute nachmittag 6.30 Uhr fortgesetzt werden. Die französische und spanische Delegation würden sich inzwischen über den Vorschlag der Rifdelegierten betreffend die Autonomie des Rifgebietes verständigen.
nomie des Rifgebietes verständigen.
Der Berichterstatter einer Nachrichtenagentur will übrigens eine Krise feststellen können. Die französischen und spanischen Delegierten hätten beschlossen, die Rifdelegierten aufzufordern, im Verlaufe von 48 Stunden mit „Ja" oder- „Nein" auf die ihnen diktierten Be
dingungen zu antworten. Die Rifdelegierten seien jedoch nicht geneigt, die Bedingungen anzunehmen. Der Berichterstatter glaubt, daß das Mißverständnis daher rühre, daß Frankreich und Spanien die Rifvertreter als Besiegte hätten behandeln wollen, während diese auf gleichem Fuße diskutieren wollten.
Nach dem „Temps" würde man sich französischer- und spanifcherseits eventuell zu einer Weiteren Frist von einigen Tagen verstehen, wenn die RifdelegierteN hinsichtlich der Hauptpunkte eine günstige Antwort erteilen würden.
Paris, 29. April. Eine heule abend in Rabat eingelroffene Havasmeldung bestätigt, daß die Verhandlungen mit den Rifdelegierlen in Udjda keine Fortschritte machten. Die Rif. delegierten verhielten sich weiter sehr reserviert und nähmen keine der ihnen vorgelegten Friedensbedingungen an. Was die Entfernung Abd el Krims anbetreffe, so erklärten sie, daß man ihn für den Augenblick nicht würde entfernen können, und daß er überhaupt nicht etwa, wenn
er Marokko verlasse, wünsche, daß es aussehe, als weiche er einem ausdrücklichen Befehl. Für die Entwaffnung würden sie zwei Kommissionen gestatten, sich in das Rifgebiet zu begeben, aber die Begleitung durch eine Eskorte ab- lehnen. 3n allen anderen Punkten verhielten sie sich ablehnend und forderten insgesamt, daß man ihnen Vertrauen schenke, um später im Maße des Möglichen ein Programm durchzu- führen, über das ein provisorisches Abkommen abgeschlossen werden solle.
Paris, 30. April. Ueber die Verhandlungen der französischen und spanischen Delegation mit der Delegation der Rifleute berichtet Havas: Man habe aufs neue die Friedensbedingungen erörtert- 1. Entfernung Abd el Krims, 2. Anerkennung des Sultans, 3. Austausch der Gefangenen und 4. Entwaffnung der Stämme- Es wurde festgestellt, daß weitere Meinungsverschiedenheiten zwischen der Ausfassung der Parteien vorhanden seien. Heute vormittag wird im Laufe der neuen Sitzung ein letzter Versuch zur Verständigung gemacht werden, denn der Waffenstillstand werde, wenn die Verhandlungen nicht zum Ziele führten, am 1. Mai aufgehoben werden.
Vormarsch der spanischen Truppen.
Paris, 29. April. Nach Blättermeldungen aus Madrid hat das Ministerpräsidium der Presse eine Note übermittelt, in der erklärt wird, die griff, auf der ganzen Marokkofront eine große Truppenbewegung zu ihrem künftigen Operationsbasendienst durchzuführen. In Verbindung mit diesem Manöver und zu dem gleichen Zwecke hätten die spanischen Truppen gestern auf der Ostfront eine Vormarschbewegung durchgeführt und die Stellungen am Schem- mar, einem Nebenflüsse des Kert, besetzt, sodaß jetzt das spanische Feldlager Asid de Midar mit dem jüngst auf dem Gebiete des Teilstammes der Metalsa Serakan aufgestellten französischen Posten in Verbindung steht.
geführt und zur Verfügung des Garantiekomitees gehalten werden usw. Diese Bestimmungen sind im Juni 1925 durch eine Botschafternote noch verschärft worden.
Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß diese Beschränkung der deutschen Luftschiffahrt die Entwicklung unserer Technik schwer ge-
Reibung stehen die monate- die in Paris über die deutschen Luftschiffahrt geführt !WbriL r“0? dem Abschluß. Ihr Häupten m ^ darin, daß die Begriffsbestim- »oÄ'Äe Gusher den Bau und den Betrieb seit nn„p ^zeugen in Deutschland einschränkend Wommen aufgehoben werden. Der Ver- °>°s M-m°Z?Ftimmt lediglich, daß die be- ^°rin !uM^ Deutschlands keine Land- ober umfassen darf. Die zivile tot ist also durch das Friedensdiktat ?°rden. Trotzdem wurden in ^i iqÄ^E.dem Londoner Ultimatum (5. die dem g^sÄestimmungen angekündigt, in Dx„,â?u und Betrieb von Luftfahrzeugen Sept der Schranken zogen. Der
ein sink, rr'V5beftlmmun^ wurde etwa !?uter durch eine Botschafternote »°Ü â Fr ist dann auf Grund der An- to über »^rrr Ultimatums in das Ge- Schränkungen des deutschen übergegangen. Danach sind ^rMförr^^^ ruit mehr als 60
Ae Führ " Motorleistung, Flugzeuge, die Pan^„ "legen können und Flugzeuge über sonstigen militärischen ^^christen^-V^ber schlimmer als das find die die Höchstgrenze, die der £ ^gfahS der Geschwindigkeit und barto • der Flugzeuge gezogen sind.
Her als 4 "âeladenes Flugzeug nicht steigen fähig jein.
^er darf in 2 Kilo-
^en Ln^ als 170 Kilometer Ai-raum "^chstse dürfen in Bezug auf ihren ^stchreitrn' bestimmten Umfang nicht N Wo VS Äeppclin-Luftschiffen ist er
-'en r. ^Metern bccircnsf, bei un-________, per Riffen mit 20 000 Kubikmetern. militärischer Sicherheit. Es hat monatelnnger
âi>rer un» Furhandsnen Flugzeuge, deren j Verhandlungen bebuift, um die deutsche For-
Flugschüler müssen genaue Listen | derung burebaufehen. Das Abkommen ist auck
hemmt hat. Man braucht nur daran zu erinnern, daß der Luftschiffbau Zeppelin, nachdem er das nach Amerika überführte Wunderwerk geschaffen hatte, vollkommen stillgelegt werden mußte, denn Zeppeline mit 30 000 Kubikmeter Gasgehalt müssen betriebstechnisch so rückständig sein, daß man ihren BaU-gar- nicht erst in Angriff nim ‘ ", 2"
zeugindüstrie hat sich Zwar weiter entwickel können, aber sie ist notgedrungen hinter der des Auslandes zurückgeblieben, da auch hier der Leistungsfähigkeit der Maschinen von vornherein ganz enge Grenzen gezogen waren. Die Botschafterkonferenz hat diese vertragswidrige Einschnürung der deutschen Luftschiffahrt mit militärischen Erwägungen begründet. Das ist aber nm ein dürftiger Vorwand. Der Krieg hat zur Evidenz erwiesen, daß starre Luftschiffe wegen ihrer leichten Verwundbarkeit kein militärisch brauchbares Instrument sind. . Die Verkehrsflugzeuge aber sind von vornherein so konstruiert, daß ihre Umwandlung in eine Kriegswaffe garnicht in Frage kommt. Es bleibt "deshalb nur eine Erklärung übrig: Man kannte im Ausland die Höhe der deut- schen Luftfahrttechnik und man fürchtete sie aus Gründen der Konkurrenz. Deshalb legt i man ihrer Betätigung und ihrer Entwicklung
fein, daß man ihren Bau gar- -sejagung an L ngriff nimmt. Die deutsche Flug- richtungenbesitz, hat sich Zwar weiter entwickeln ''^ ^tzèr die Ai
jebt noch nicht paraphiert. Aber es steht doch fest, daß die Fesseln fallen werden. In Bezug auf die Ausbildung von Reichswehroffizieren zuin Flugdienst werden Beschränkungen be- stehen bleiben. Im übigen aber wird der Bau und der Betrieb von Luftfahrzeugen jetzt auch in Deutschland Höchstleistungen anstreben können, ohne irgend welchen „Begriffsbestimmungen" unterworfen zu sein. Ausgeschlossen bleibt in Zukunft nur der Bau von Militärflugzeugen, d. h. von solchen Flugzeugen, die nach der Definition der Genfer Waffenhandelskonferenz vom Februar 1925 eine militärische Besatzung an Bord nehmen können und Vor- "'M, die den Abwurf von Bom-
Anbringung von Waffen ge
statten.
^ie Befreiung der deutschen Luftschiffahrt wird eine unmittelbare Folge haben. Bisher war nicht nur der Bau deutscher Luftfahrzeuge beschränkt, sondern auch ihr Wirkungskreis. Die besetzte Zone durfte nicht überflogen wer-
zum Reichskanzler begeben, um diesen um ein aktives Eingreifen der Reichsregierung in die Fürstenabfindungsfrage zu ersuchen. Dem Lokalanzeiger zufolge wird sich das Reichskabinett heute mit dieser Frage befassen. Während das Berl. Tageblatt meldet, daß Reichskanzler Dr. Luther sich dem Vorschläge der Deutschen Volksparkei gegenüber ablehnend verhallen hat, glauben „Lokalanzeiger" und „Voss. Zkg." an die Bereitschaft des Reichskanzlers, sobald als möglich einen Gesetzentwurf über die Fürstenabfindung dem Reichstage vorzulegen und zwar soll der Entwurf so gehalten fein, daß er im Gegensatz zu dem Kompromißentwurf der Regierungsparteien mit einfacher Mehrheit angenommen werden kann.
Marx FraKtionsvorsitzender — Dell Reichsjußizminisler ?
Berlin, 29. April. Die Zentrumsfraktion des Reichstages wählte heute in ihrer Sitzung einstimmig den Reichsjustizminister Dr. Marx zum Fraktionsvorsitzenden an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Fehrenbach. Als stellvertretende Vorsitzende mit gleichen Rechten wurden mit großer Mehrheit die Abgeordneten von G u é r â r b und Dr. Stegerwald gewählt. Die Annahme der Wahl durch Marx ist sicher. Der Zeitpunkt, wann er seinen Ministerposten zur Verfügung stellen wird, steht jedoch noch nicht fest. Als Nachfolger im Amt des Reichsjustizministers wird von der Zentrums« fraktion der Vizepräsident des Reichstages Dr. Bell präsentiert werden.
Graf Bernstorff deutscher Delegierler bei der Abrüstungskonferenz.
Wie das „Berliner Tageblatt" meldet, ist der ehemalige deutsche Botschafter in Washington, Graf Bernstorf,, zum i^chchenâesGr««». bei der vorbereitenden Abrüstungskonferenz bestimmt worden. Graf Bernstorff wird voraussichtlich am 16. Mai nach Genf gehen.
Auflösung des mecklenburgischen Landtages.
Schwerin, 29. April. 3n der heutiges Landtagssitzung ergaben die Verhandlungen! Mr Regierungserklärung gegen die von den Völkischen unterstützten Forderungen der Güstrower Landwirteversammlung, daß die übrigen Rechtsparteien und die Regierung auf voller Anerkennung der Regierungserklärung bestanden. Eine nur bedingte Bereitschaft der Völkischen zur Wiederwahl der zurückgetrekenen Regierung genügte weder den Deutschnatio- nalen noch der Regierung selbst. Rach längerer Debatte wurde auf Antrag der Deukschaakio- nnalen einstimmig auch von den Völkischen be- schlossen, den Sanotag zum 20. Juni aufzulösen.
Schaumburg-Lippe und Preußen.
Bückeburg, 29. April. Der Schaumburg« Lippesche Landtag nahm heute in erster Lesung einen Gesetzentwurf einstimmig an, durch den die Volksabstimmung zur Frage der Aufgabe der staatlichen Selbständigkeit des Staates Schaumburg-Lippe beschlossen wurde. Außerdem wurde beschlossen, die Abstimmung am 6. Juni vorzunehmen und bei Mehrheitsbeschluß der Bevölkerung für den Anschluß an Preußen einen S-taatsvertrag mit Preußen über die Eingliederung des Schaumburg-Lippe- fchen Landes in das preußische Staatsgebiet abzuschließen.
einen Hemmschuh an.
Davon soll die deutsche Luftschiffahrt letzt befreit werden. Eine der ersten Konseguenzen, die aus der Konferenz von Locarno von un- erer Seite gezogen wurden, bestand m dieser Forderung. Die argwöhnische und mißgünstige Knebelung der deutschen Berkehrsluftfahrt konnte unmöglich aufrecht erhalten werden, wenn man den Geist gegenseitiger Berstandi- aung walten lassen wollte. Zudem gab der
die Ueberfliegung französischen Bodens war uns versperrt. Sobald die Verhandlungen in der Botschafterkonferenz zum Abschluß" gekommen sind, werden mit der französischen Regierung die Verhandlungen beginnen, um auch diese Einschränkung zu beseitigen. Die deutsche Luftschiffahrt muß nicht nur frei sein, sondern sie muß auch im internationalen Verkehr ihre Schwingen frei bewegen können. Das Ziel der neuen Verhandlungen wird dementspreckend sein, daß Deutschland und Frankreich sich gegenseitig die Ueberfliegung ihres Bodens freigeben. Es ist nicht daran au zweifeln, daß auch dieses Ziel erreicht wird. Die deutsche Lufthansa hat bereits eine Reihe von internationalen Verkehrslinien ins Auge gefaßt, die sofort in Betrieb genommen werden können, wenn Deutschland und Frankreich die gegenseitige Sperre aufgehoben haben. Der deutschen Luftschiffahrt eröffnet sich eine neue Zukunft.
ben und au,
Der Kampf um Sie Fürstenabfindung.
Eingreifen des Reichskanzlers?
Wie die Blätter melden, hat sich gestern der Vorsitzende der volksparteilichen Reichstags- fraktion Sckol» im Auftrage seiner Franklioni
Zum deurfch-rufsischen Vertrag.
London. 29. April. Der „Manchester Guardian" sagt in einem Leitartikel: Angesichts der Tatsache, daß einige französische Blätter von einer neuen Lage und von neuen Bedingungen für Deutschlands Zulassung zum Völkerbund sprechen, ist die gestrige Erklärung Chamberlains besonders zu begrüben. Er hat zum Ausdruck gebracht, daß das Hauptziel des britishen Vertreters fein werde, Deutschlands Zulassung zum Völkerbund zu sichern und daß die Regierung frei von allen Verpflichtungen sein werde, in der Frage der ständigen Ratssitze irgend einen bestimmten Staat zu unterstützen. Dies bedeutet, daß die Spanien gegebene Zusage nicht länger in Kraft bleibt. Diese beiden Erklärungen Chamberlains werden allgemeine Befriedigung erregen, da sie der öffentlichen Meinung des Landes entsprechen.
Das französ. - amerikan. Schuldenabkommen.
Paris, 30. April. Das franzäsisch-amerikani- che Schuldenabkommen wurde von Senator Smoot, Mitglied der Schuldenfundierungs- kommission, nach der 35 Minuten währenden