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Mittwoch den 21. April
Nr. 92
Der Parteiausschuß erwartet, daß der Partei- vorstand allen Versuchen, die organisatorische Einheit der sozialdemokratischen Partei zu zerstören, sofort energisch begegnet.
Dresden, 20. April. Zu Beginn der heutigen Landtagssitzung verlas vor Eintritt in die Tagesordnung de? Abg. Liebmann eine Erklärung, in der es heißt: In der letzten Sitzung hat der Abg. Wirth eine Erklärung im Namen der alten sozialdemokratischen Fraktion abgegeben. Da Wirth und seine Freunde an jenem Tage bereits aus der S. P. D. aus- geschloffen waren, ist ihre Erklärung sehr richtig als Erklärung der „Fraktion der Aus- geschlosienen" bezeichnet worden. Eine Spaltung der sächsischen Sozialdemokratie liegt nicht vor. Diese denkt nicht daran, sich wegen 23 Leuten zu spalten. Die sächsische Sozialdemokratie wird die Spekulation der 23 auf eine Spaltung zunichte machen und über ihre Machenschaften zur Tagesordnung übergehen. Fememvroausschutz des Reichstages.
Berlin, 20. April. Der Fememordausschutz des Reichstags trat nach längerer Pause heute wieder zu einer Sitzung zusammen. Vorsitzender Abg. Dr. Schetter (Ztr.) erklärte. bas Reichswehrministe- rtum habe mitgetellt, daß Akten über die einschlägigen Vorgänge weder beim Reichswehrtruppenkom- manbo noch beim Reichswehrministerium vorhanden sind. Dom badischen und bayerischen Staatsministe- rium sind Akten ringegangen. Dom Justizministerium sind Akten wegen des Attentats gegen Scheide- mann eingegangen.
Ferner ist eine Denkschrift des Ministers des Innern aus Karlsruhe eingegangen, der vom badischen Standpunkt zu den Dingen Stellung nimmt. Der badische Innenminister schreibt darin, daß Femeorganisationen in Baden nicht bekannt seien, indeßen feien auch in Baden gewiße Organisationen militärischen Charakters vorhanden, die politisch rechts eingestellt seien. Sie besäßen eine eigene Msziplin und stellten diese auch gegen Mitglieder durch Strafen sicher. Der Frieden sei besonders gefährdet worden vom Hauptmann Erich Damm, der schon in der Organisation »Escherichs tätig gewesen sei.
Dann erstattete Abg. Dr. Levi (Soz.) den Bericht über das Arbeitsgebiet des Ausschußes. Er führte aus, daß er mit Bestimmtheit annehme, daß Buchrucker, Schulz usw. dem Ausschuß ihr Zeugnis verweigern würden, da sie im Gefängnis bezw. in Untersuchungshaft säßen und man keine Zwangs- mittel gegen sie anwenden könne. Cs bleibe daher mir übrig, daß man die Herren vom Reichswehr- 1 Ministerium und vom Reichswehrtruppenkommando 1 vernehme. Zur Dorlage von Akten könne ! man sie allerdings nicht zwingen. Als Zeuge täme u. a. Reichswehrminister Dr. Geßler in Frage, während man von Politikern den früheren Reichskanzler Cuno und den früheren Dor» steher der Reichskanzlei Dr. Hamm vernehmen müße. Der Berichterstatter gab dann eine Dar- stellung der Ermordung des Kellners Hartung aus wS||ßn «wëtn^ë tXYtx 4* «Slq r^ i92«i ttt ßtn^m ~ beschwert, von elf Schüßen durchbohrt, gefunden wurde. Er mehrte, daß diese süddeutschen Fälle zum ganzen Fragenkomplex gehörten. In diesem Zusammen- hang wurde die Wirtschaft-abteilung der Münchener Einwohnerwehr genannt. Im Juli 1924 wurde diese Lache durch die Staatsanwaltschaft München auf. gegriffen. Das Verlohren schwebt noch.
Berichterstatter Schäffer (Dnatl.) verlangt, daß von den politischen Gewalttaten diejenigen an Erzberger, Rathenau und Scheidemann ausscheiden sollten. Die Untersuchung habe sich auf Mord« im eigentlichen Sinne zu erstrecken, außerdem auch auf Totschlag und schwere Körperverletzungen, die an Personen der eigenen Richtung verübt wurden. Weiter solle gegen die der Geheimbündelei Beschul- digten, bei denen der Verdacht der Femehandlungen beste#, Untersuchung geführt werden.
Der Ausschuß vertagte sich dann auf Mittwoch.
Preußischer Laudlag.
Bertin, 2a April. Der Preußische Landtag über« äs in seiner ersten Sitzung nach den Osterferien zunächst den Gesetzentwurf über die Einbringung staatlichen Bergwerkbesitzes in die Preußische Berg, werts. und Hütten ^lktiengesellschaft der Ausschuß- beratung und ging dann zur zweiten Beratung des Entwurfs über eine preußische Derwaltungsrechts anwaltsordnung über
Berichterstatter Abg. Oppenhoff (Ztr.) emp. fiehll di- Vorlage nach den Ausschußbeschlüßen zur Annahme.
Abg. Kries (Dntl.) erinnert an die Bedenken der Rechtsanwaltschaft, die in der Vorlage die Schaffung eines neuen Spezialistentums sähe. Der Redner beantragte die ®ieberf)erste Hung des Titels »Verwaltungsanwalt".
Abg. Grzimek (Dem.) beantragt, den zur Derwaltungsrechtsanwaltfchaft übergehenden Höhe- ren Verwaltungsbeamten den Titel Sachverwalter zu geben.
Abg. Dr Leidig (D. Dpt.) betont, es handle barum, ein altes Unrecht wieder gutzumachen. Es sei zwar bedenklich, einen zweiten Rechtsanwaltsstand zu schaffen, doch müsse man bei der Schaffung des Gesetzes den Mehrheitsverhâllnißen Rechnung tragen.
Der deutschnationale Antrag, der die Zulassung auch versagen will, wenn der Antragsteller durch ehrengerichtlicher Urteil von der Verwa'tungsrechts- anwaltschoft ausgeschlossen ist, wird im Hammel- sprung mit 146 gegen 118 Stimmen angenommen.
3m übrigen findet die Bortage in der En bloc- Abstinnnung nach den Ausschußbes-tlüßen bie Zu- ftimmung des Hauses in zweiter Lesung.
Cs folgt bie Fortsetzung der zweiten Beratung der Haushaltes des Ministeriums für Volkswohl- fahrt beim Kapitel
allgemeine Volks«ohlfahrl.
Abg. Frau Heßberger (Ztr.) fordert Maß. Nahmen zum Schutze der Jugendlichen. Besondere Aufmerksamkeit erfordere das Vroltitution^vesen.
Paris, 20. April. Die Havasagentur veröffentlichte heute abend 8 Uhr eine in der Uebermittlung verzögerte Nachricht aus Udjda, wonach die Rifdelegation heute vormittag ben Pressevertretern eine neue Erklärung abgegeben hat. Daraus ergibt sich, daß die Rifdelegierten die Absicht haben, in voller Oefsent- lichkeit zu verhandeln. Sie scheinen nach dieser Richtung den Sowjets folgen zu wollen. Das neue Dokument der Rifleute lautet wie folgt:
Die Rifdelegalion hat den Wunsch, die öffentliche Meinung der Nationen zum Zeugen für ihre wirklich ehrlichen und friedlichen Gefühlen anzurufen. Zu diesem Zwecke legl sie entsprechend den Machtbefugnissen und den Absichten des Emirs Werl darauf, die Ab- änderungen zu präzisieren, die man angemessener Maßen an den vier Grund- bed'naungea vornehmen mußte, wenn die Regierungen ebenso lief friedlich gesinnt find und' sich anschicken, über einen Frieden zu diskutieren, der mit der Wahruna der Interessen unserer Stämme, mit der Ehre und mit der Ehre des Emirs vereinbar ist. Was den ersten Punkt anbelriffl. so wäre es nötig, anstelle Unterwerfung unter den Sultan zu fetzen „Anerkennung der weltlichen und geistigen Aulorikäl des Sultans." Was den zweiten Punkt anbetrifft, nämlich die Entfernung Abd el Stims aus dem Rifgebiet, so mühten sich die Regierungen die Fragen vorlegen, ob im Inkereffe des Rif- geb'etes und in ihrem eignen Inkereffe eine sofortige Entfernung wünschenswert oder möglich wäre. vielleicht könnte eine Verständigung darüber gefunden werden, wenn man über eine spätere Entfernung diskutieren würde. Zweifelsohne würde es der Emir für nötig halten, daß ihm die Sorge überlasten bleibe, spontan abzudanken. Ls könnte oon einet Lntfernungauher- halb des mohammedanischen Ge- biekeskeineRedesein. was den dritten Punkt anlange, nämlich die Lntwaffnung, so könnte eine solche ins Ange gefaßt werden, aber als Kompensation müßte eine wirkliche administrative Miliz der Stämme geschaffen werden. Was die Auslieferung
Abg. Frau Christmann (603.) wandte sich gegen die Prügelstrafe in den Fkwsorgeanstolten. Mt Dunkelarrest müsse endlich Schluß gemacht werden. Die Verteilung der staatlich zur Verfügung gestellten Mittel benachteilige die Arbeiterorgani-
fotionen.
au Dr. Sauer (Ztr.) tritt für ben Schutz eines gesunden Nachwuchses ein. Die Für-' sorgeanstallen müßten zu Erziehungsanstollen um-
gewandelt werden.
Abg. Haese (Soz.) fordert bie Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Die Mittel für die produktive Erwerbslosenfürsorge seien längst aufgebraucht. Es müßten wettere Mittel bereitgestellt merben.
Abg. Frau Kirschmann (Soz.) fordert, daß bie auszubauende vorbeugende Jugendpflege ein Gebiet des Wohlfahrtsministeriums bleibt, und nicht etwa der Polizei übertragen werde. Zum Schlüße wandte sie sich gegen eine amtliche Aeußerung in der Rheinprovinz über die Zuständigkeft der karitativen Verbände. Darin werde erklärt, der Taufschein sei für die Zuständigkeit das Entscheidende. Das Ministerium dürfe eine so einseitige Haltung nicht billigen.
Abg. Frau Dönhoff (Dem.) tritt für das Bestehenbleiben des Wohlfahrtsministerimns ein. Rednerin verlangt besonders die Berücksichtigung weiblicher Jugend für die Jugendfchutzmaßnahmen.
Sliniffet hlrtsiefer:
Dar Bestreben meines Ministeriums war und wird immer fein, berechtigte Beschwerden über die Behandlung der Fürsorgezöglinge zu untersuchen und ihnen abzuhelfen. Unerträglich und der Fürsorgetätigkeit nur abträglich sind unberechtigte Beschwerden. Was die Erwerbslosensürsorge anbelangt, so ist in der Zahl der Unterstützungsempsänger eine Abnahme zu verzeichnen. Dies stellt ein wirklicher Zeichen der Besserung dar, noch dazu, wenn man bedenkt, daß auch die Zahl der Wechselproteste zurückgegangen ist.
Die Abschassung der Bedürftigkeitrprüsung bei den Erwerbslosen kann bei den ungeheuren Forde, rungen an Staat und Reich zurzeit leider nicht er. folgen. Es werden aber auch höchstens 5 Prozent der Erwerbslosen von der Bedürftigkeitsprüfung betroffen.
Der Minister dankte dann für die vielfachen An- regimgen, bie seinem Ministerium in der Debatte gegeben wurden, und betonte, vor allem werde bas Ministerium für die Zukunft bestrebt fein, mit der privaten Wohlfahrtspflege so eng und innig wie möglich zusammenzuarbeiten.
Damit schloß die Besprechung des Etats. Um 6 Uhr vertagte das Haus die Weiterberatung auf Mittwoch 12 Uhr.
Preußischer Richlerverein und Republkkanischer Richterbuud.
Der Gesamtvorstand des Preußischen Richtervereins hat den Beschluß gefaßt, daß die Mitgliedschaft im Preußi- schen Richterverein unvereinbar sei mit der Mitgliedschaft im Re. publikanischen Richterbunde. In Verfolg dieses Beschlusses sind an die Mitglieder des Preußischen Richtervereins, die gleichzeitig Mitglieder des Repüblikanifchen Richter- bundes sind, Anfragen gerichtet worden, ob sie nur Aufrechterhaltung ihrer Mitgliedschaft im
Die âd-«sveevand,uttge«
der Gefangenen anbelriffl, so könnten sie vorgenommen werden unter den Erleichterungen, die nach Abschluß des Friedens für den Verkehr eintreten würden. Wir sind der Ansicht, daß, um einen ehrlichen und dauerhaften Frieden zu erreichen, die Vorschläge sich von diesen Erwägungen nicht entfernen könnten.
Paris, 20. April. Wie der Havasvertreter in Udjda meldet, habe die französische und spanische Delegation von dem Kommunique der Rifvertreter, über das heute früh berichtet wurde, durch den Havasvertreter Kenntnis er- halten. Beide Delegationen haben darüber verbandelt und alsdann habe General Simon im Namen der französischen und spanischen Vertreter eine Erklärung abgegeben, in der es heißt, man sei von dieser Mitteilung der Rifleute nicht überrascht gewesen. Was den Inhalt des Kommuniques der Rifleute betreffe, so nähere es sich der Wahrheit, das Kommunique wolle den Anschein geben, als habe man den Rifleuten eine Art Ultimatum gestellt. Das entspreche nicht der Wahrheit. Es sei davon nicht die Rede gewesen. Andernfalls würde man nicht über andere Punkte verhandeln, noch den Zeitvunkt für eine neue Zusammenkunft festgesetzt haben. Ich bedauere, so erklärt General Simon zum Schluß, daß die Rifleute ihre These in dieser Form geben. Aber trotz dieser kleinen Störung werden wir alle Anstrengungen unternehmen, um die Verhandlungen fortzu- setzen, denn es ist unsere Absicht, den Krieg nur dann wiederaufeunehmen, wenn wir absolut dazu gezwungen werden.
Paris, 21. April. Havas berichtet aus Udjda, die marokkanischen Unterhändler hätten nach dem unangenehmen Eindruck, den ihre Mitteilungen in den Kreisen der Konferenz hervorgerufen haben, zu dem Kommunique erklärt, es habe nicht veröffentlicht werden sollen, obzwar es mit einem Aufruf an die öffentliche Meinung der Welt beginnt. Der Charakter des R-fmanövers tritt klar zu Taae. Im übrigen wird m'^eteist, daß die Rifdelegierten hinsichtlich de weiteren Fortganges der Verhandlungen optimistisch gestimmt seien.
Nischen Richterbunde ausscheiden wollen. Eine solche Anfrage ist auch dem Senatspräsidenten beim Kommergericht, Dr. Großmann, zugegangen, der daraufhin einen offenen Brief an den Vorstand des Preußischen darin \ ~ W tf^non^unsjoc^^ ten Doppelmitgliedern den Austritt aus dem Republikanischen Richterbunde verlangen, so bedeutet das den Sieg jener Richtung im Richterverein, die jede Betätigung republikanischer Gesinnung verwirft und verfolgt. Der Aufforderung, Lie Mitgliedschaft in einem der beiden Vereine niederzulegen, werde ich nicht folgen. Ich warte ab, ob Sie den Mut aufbringen, ein langjähriges Mitglied Ihres Vereins wegen feiner Betätigung im Sinne der Weimarer Verfassung auszuschließen.
Die Besatzung in Königstein.
London, 20. April. Im Unterhause teilte der Kriegsminister Worthington Evans auf eine Anfrage Ponsonby mit, 27 Offiziere und 72 Unteroffizier« und Mannschaften seien in Königstein untergebracht. 8 Privathäuser und 8 Etagenwohnungen seien requiriert worden und die Familien von 4 Offizieren und 37 Unteroffizieren und Mannschaften seien in Quartieren untergebracht. Besondere Beschwerden über die Vermehrung der Garnison in Königstein seien nicht eingegangen, aber allgemeine Vorstellungen seien erfolgt hinsichtlich der erhöhten Forderung nach Räumlichkeiten. Alle Anstrengungen werden unternommen, um solche Forderungen auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Er könne den Grundsatz nicht annehmen, daß das britische Heer nicht mehr Räumlichkeiten beanspruchen solle. Ein Arbeiterpertreter fragte, ob es nicht möglich sein mürbe, bie Zahl der britischen Truppen in diesem Gebiete angesichts der Schwierigkeiten ihrer Unterbringung zu vermindern. Evans er« widerte, sie feien gerade aus diesem Grunde beträchtlich vermiirdert worden. Auf die Frage, ob er eventuell Informationen darüber besitze, daß Familien aus Häusern herausgesetzt wurden, um britische Truppen unterzubringen, erklärte der Kriegsmini, ster, er besitze keine besondere Information hierüber.
Generaloberst Kans von SeeM.
Zu seinem 60. Geburtslage am 22. April 1926.
Generaloberst v. Seeckt, der Chef der Heeresleitung, Lessen Verdienste um den Aufbau unserer Reichswehr ungewöhnliche sind, feiert morgen seinen 60. Geburtstag. Er ist am 22. April 1866 zu Schleswig geboren und stammt aus einer alten Soldatenfamilis, denn sein Vater war der General der Infanterie z. D. Richard v. Seeckt, der von 1890 bis 1897 als General der Infanterie das 5. Armeekorps führte und Chef Les Infanterieregiments 16 war. Die Familie v. Seeckt ist alten fchwe- disch-pommerfchen Ursprungs.
Generaloberast Hans v. Seeckt ist am 4. August 1885 in das deutsche Heer eingetreten und zwar in das Garde-Grenadier- Regiment Nr. 1 (Alexander). Am 5. Januar 1887 wurde er zum Leutnant befördert und behielt diese Charge 7 Jahre. Am Kaisers Ee- 0 urtstag im Jahre 1894 wurde er Oberleut-
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Generaloberst Hans von Seeckt.
nant. Drei Jahre später im Jahre 1897 erhieff er ein Kommando zum großen ©eneraiftab und wurde am 3. September 1899 zum mann im großen Eensralstab befördert. dieser Stellung blieb er drei Jahre. Im M. 1902 wurde er zur Truppe versetzt und M Kompagnie-Chef im Füsilier-Regiment Nr. 38 Düsseldorf ernannt. Zwei Jahre später erhielt er wiederum ein Kommando zum großen Generalstab, wo er am 17. November 1908 Major befördert wurde. Drei Jahre war et dem großen Generalstab beigegeben. Im Jah» 1909 wurde er zum Generalstab des 2. Armee- korps versetzt. Nachdem er drei Jahre in dieser wichtigen Stellung gedient hatte, wurde er im Jahre 1912 zum Bataillonskommandeur Karlsruhe ernannt. Am 4. April 1913 erhielt er feine Beförderung zum Oberstleutnant und im selben Jahre wurde er der Chef des @e< neralstabss des 3 Armeekorps. Im Jahre 1915 und zwar an Kaisers Geburtstag erhielt er den Rang eines Obersten und wurde kurze Zeit später und zwar noch im selben Jahre zuerst Chef des Generalstabes des Armee- Oberkommando 11 und etwas später Ches bei Generalstabes der Heeresgruppe Mackensen, mit der er alle Kämpfe dieses Jahres mit« machte. Gleichfalls 1915, und zwar am 26. Juni 1915, erhielt er bereits 6 Mannie nach feiner Ernennung zum Obersten feine Beförderung zum Generalmajor. Eine bedeutsame Stellung war ihm im Jahre 1916 Vorbehalten, um er als Generalstabsches M 7. k. und k. Armee kommandiert wurde. Diese» Kommando bedeutete den Uebergeng zu eine! noch bedeutsameren Stellung, die er im Jahre 1917 erhielt, wo er als Chef des mit uns „verbündeten türkischen Feldheeres nach der Türke! kommandiert wurde. Er hatte bereits -am
UH yeiuc tuen 4jivm ^uu^ — _____ und bekam am 27- November desselben Jahres das Eichenlaub zum Pour le merife. 1918 endlich wurde er zum Chef des türkischen großen HauptquartierSS ernannt, sodaß er die letzten drei Kriegsjahre seine hervorragenden Eabei hauptsächlich unseren Verbündeten widmete, wo er an leitender Stelle dazu beitrug, die günstige Kriegslage auf diesem KriegsW' platz zu schaffen, die bis zum Schluß de» Krieges nicht erschüttert werden konnte.
Nach dem Kriege stellte er sich mit gewohnter Pflichterfüllung seinem Lande zur Verfügung und wurde im Jahre 1919 im Armee- Ober-Kommando Grenzschutz Nord zum W des Generalkommandos ernannt. Kurze Zeit später bekam er die Ernennung zum Chef des Allgemeinen Truppenamtes. Nachdem er W 16. Juni 1920 zum Generalleutnant befördert war, wurde er im selben Jahre Eber der Heeresleitung, eine Stellung, in der er sich W größten Verdienste um Deutschland und
Reichswehr erwarb. .
Es ist noch in aller Erinnerung, in rom unruhigen, von Aufftänden aller Art 3er' riffenen Verhältnissen er das schwere » übernahm, die auf ganz neue Grundlagen E zubauende Reichswehr zu einer tüchtigen disziplinierten Truppe zu machen und in den Geist des alten Heeres aufs neue zu 6*’ wecken. Im Krieg und im Frieden war » selbst einer der hervorragendsten Vertreter« alten Militärgeistes und wie selten einer W berufen, die verantwortungsreiche SteUM« auszufüllen, die ihm durch die Verhältmlle boten worden war. Er wurde bereits ° 1. Oktober 1920, also kurze Zeit nach M Ernennung zum Generalleutnant, üuP neraf der Infanterie befördert und wir» seinem 'hervorragenden Amte ssill, energi^ und klug. ...
In Anerkennung seiner hervorragen Verdienste, die er sich um die deutsche W wehr erworben hatte, wurde er am NeuM tage des Jahres 1926 vom Reichspräsident
Generalfeldmarschall v. Hindenburg
I neralobersten ernannt. ^
Mrs M Ws».
Neun Wohnhäuser eingeäscherl.
3 u l d a, 21. April. Am Dienstag vor»»' lag gegen 10 Ahr brach im Dorfe (Rhön) in einem Hause der Bahnhofs Feuer aus, das sich mit rasender (Be^win»’ feit verbreitete. Nicht weniger als 9 W Häuser wurden vollständig eingeäschert- Lnlstehungsursache ist noch unbekannt. W Ostung ist nicht ausgeschlossen.