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Aus aller Welt

gar Kyrill hal befohlen.

Liu Regierungsprogramm des russischen Thronprâtendlmten.

Während in Paris der russische Mouarchisten- ^mgreß tagt, hat derZar" Kyrill, der eine der beiden feindlichen KronprStendanten, der in Koburg residiert, den, Vertreter desNew Port Herold" ein Regierungsprogramm" entwickelt, das einiges Auf­sehen eregen dürfte.Der Zar und Me Sowjets", so bemerkte Kyrill,sind Ideen, die meinen An­schauungen vollständig entsprechen. Ich sehe darin gar keinen Widerspruch. Sobald Gottes Will« und der Lauf der Geschichte mich aus den Thron führen werden, gedenk« ich dem Volk uneingeschränkte Be­teiligung an der Regierung einzuräumen. Ich kann die Bürokrasie nicht lewen. Das größte Uebel der Sowjets, die man übrigens mit dem Kommunismus nicht verwechsln darf, besteht darin, daß eigentlich gar keine Wahlen zu den Sowjets stattfinden. Ich mA alle Rechte und Privilegien, wie sie früher mit dem Adel verbunden waren, abschassen. Was das Land betrifft, so werde ich den erblichen Besitz des Smwes, das sich die Bauern angeeignet haben, legi­timieren. Der Staat muß alles tun. um eine natio­nale Landwirtschaft wiedsrherzustellen. Die wirt­schaftliche Wiedergeburt Rußlands wird der Aner­kennung des Rechts auf Eigentum, sowie einer natio­nalisierten Kreditgewährung, einer gerechten Ver- teSung der Steuern und einer Kapitalvestition zur Ausnutzung der Naturschätze folgen. Als Grund der Ration wird die Familie, die die Bolschewisten mit allen Mitteln zu zerstören suchen, zu gelten haben. Sie Heiligkeit der EH« und die Autorität der Eltern müssen wiebechergestelli »erben. Ich habe befohlen, die (Befefcgefnmg der europäischen Länder über die Ehe genau zu studieren. Die Bolschewisten haben die Schulen zerstört, während die Elmentarbildung für alle zugänglich sein muß. (Die Sowjetregierung, hat im Gegentest den obsigatorischen (Elementar» «sterrichi eingeführt.) Die mittlere Schulbildung soll den Kindern den christlichen Glauben, die bürgersiche Pfllchk und die Vaterlandsliebe nahebringen. Die Kirche muß in ihrer Strktur der apostolischen Ueber­lieferung angepasst werden. Ich werde übrigens völlige Glaubensfreiheit proklamieren. Ich will alle Schulden der legitimen russischen Regierung aner­kennen, die Heeresstärke auf ein Minimum herab. fetzen und die Unabhöngigkett der Staaten Finnland, Litauen, Lettland, Esttmw und Polen anerkennen."

Drahtlose Remverffändignng im Tierreich.

3n der Bibel findet sich der Spruch:Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler." (Ge­meint sind die Aasgeier.) Dieser Vers beruht auf ausgezeichneter Beobachtung. In den Lan­den!, in denen der Aasgeier vorkommt, sam­meln sich diese Vögel in der Tat in Scharen,

Mo

eien leichte '-Beule verheißt.

Wie finden sich diese Sögel zusammen? Wenn ein Geier bas tote Pferd tief unten liegen fleht, so läßt er sich aus seiner stolzen Höhe hernieder. 5;efen Vorgang bemerkt ein anderer Geier, der vielleicht meilenweit ent­fernt ist, mit scharfem Blick. Er fliegt sofort nach der Stelle, wo der erste Geier sich zur Erde hinabgelassen hat. Ein dritter Geier wird durch das Beispiel des zweiten angezogsn und so geht es weiter, bis in kurzer Zeit die Ent- berfung des toten Pferdes die Runde durch die ganze Schor der lauernden Beutevögel ge­macht hat Unb wo ursprünglich der eine Geier war, zanken sich zwanzig und mehr um ein Stückchen Beute.

Diese Berständigung erklärt sich auf ganz Natürliche Weise Aber es g bt im Tierreich Borgänge, die sich weniger leicht erklären lassen und die jenem Weisen und seinem Spruch recht zu geben scheinen, daß es unter der Sonne nichts Neues gibt- Denn während wir die drahtlose Fernverständigung als eins genz moderns Errungenschaft betrachten, ist sie im Tierreich sicher schon seit hunderten, ja tausenden von Jahren üblich und im Gebrauch. Denn auf andere Weise läßt es sich garnicht erklären, daß im freien Feld Säugetiere, Vöael und Insekten imstande sind, sich auf weite Entfernungen hin zu verständigen.

Es ist bekannt, daß manche Scbmetterlings- fänger ^gonz unvermutete Eroberungen machen. Sie fangen irgendwo das Eremvlar einer Seltenen Scbmetterlingsart, das sonst in der Gegend garnicht vorkommt und bringen es behutsam nach Dause. Sie stellen es wohlver­wahrt in das offene Fenster und machen nach einigen Stunden die Beobachtung, daß sich in der Nähe des gefangenen Schmetterlings eine ganze Anzahl von derselben Art tummeln. Das Wewchen, das in der Gefangenschaft sitzt, hat auf meilenmeite Entfernung wer weiß wie weit seine Anwesenheit verraten und Männ­chen angezogen.

Dieselben Erfahrungen machen Naturforscher häufig bei dem Fang von seltenen Motten. Die Motte ist ein Weibchen und wird in einer kleinen Schachtel aufbewahrt. Das Kästchen ^teht des Nachts bei offenem Fenster in einem

Mittwoch Den 14 April

Zimmer oder auch im Garten. Es dauert feine Stunde, so kommen aus allen Windrichtungen männliche Moiren derselben Art geflogen. Man kann diesen Versuch so oft machen, wie man will und wird sich fast nie enttäuscht sehen. Am bemerkenswertesten ist der Vorgang, wenn es sich um eine Mottenart handelt, die in der be­treffenden Gegend sonst nicht vorkommt. Auch dann wird der Cpfolg n cht ausbleiben, ein Be­weis, daß auch die Motte die Fähigkeit besitzt, sich auf weite Entfernungen hin ohne irgend­

Die Folgen des französischen Raubb aues im Bergbau des Saargebietes.

Als die Franzosen 1618 von den deutschen Saar landen Besitz nahmen und unter der Obhut des Völkerbundes ein nicht lebens fähiges Stoatengebilde errichteten, war man sich von vornherein klar da­rüber, daß es der französischen Herrschaft auf nicht s anderes ankommen würde, als das reiche Saar- gebiet zu einer ausbsutungsfähigen französischen Ko lonie zu machen. Man braucht tatsächlich nicht lange zu »arten, bis man den Anfang derartiger Bestrebu ngen feststellen konnte.

Ohne irgendwie Rücksicht auf die geologisch« Be schafsenhest des Bodens und der damit verbundenen Schaffung von Gefahren für die Bewohner der über fläche derartiger Grubengebiete, betrieb man in vielen Fällen einen geradezu skandalösen Raubbau, dem sogar blühende Dörfer zum Opfer fallen mußten.. Es kam eben der ausbeutsnden Verwaltung nicht darauf an, neue Grubenfelder zu erschließen, sondern nur mögsichst große Mengen Kohlen zu fördern. Diese Rücksichtslosigkeiten der französischen Verwaltung waren schon Gegenstand mehrerer Proteste des Land esrats wie auch der Bevölkerung, ohne daß aller­dings eine Abhilfe erfolgte. Daß man selbst vor K stchen nicht Hall machte, bewies vor einigen Monaten

Ben unter abzubauen.

mbèn Kahlenpfe?l«r, der von der deutschen Bsrwallung stehen gelassen war, anfing

Unsere heutigen Austiahmen zeigen mehrere Trümmerstätten aus dem Gebiete des Ortes Schnav- pach, der ganz von der Bevölkerung verlass«, werden mußte, da die Einsturzgefahr zu groß war.

Die Aufnahmen sind unter großen Schwierig testen gemacht, da die französische Grubenverwaltung das Photographieren in diesen Gebieten auf das strengste verboten hat.

Oberes Bild: Die Trümmer eines eingestürzten Wohnhaches in Schnappach. ^

Unteres Bild: Ein versunkenes Haus in Schnappach.^,»^.-

welche äußere Derbindungsmöglichkeit mit Motten der gleichen Art zu verständigem

Zahlreiche Beobachtungen aus dem Tier­reich bestätigen, daß es sich hier nicht um eine Ausnahme handelt. Als weiteres Beispiel diene ein Rabenpaar, das ganz einsam für sich hauste. Die Rabenmutter war damit beschäftigt, Eier auszubrüten und war deshalb an das Nest ge­fesselt. Währenddessen wurde ihr Gefährte ab» eoffen. Die Rabenwitwe war völlig verein-

, denn im Umkreis von 50 Meilen war kein Rabe M sehen noch zu hören. Und doch tauchte 24 Stunden nach dem Tode des ersten ein neuer Rabe auf, der sich zu der Raben­mutter gesellte. Die Verden wurden ein Paar und der neue Gast benahm sich keineswegs als Rabenvater, sondern half die Jungen aufziehen und ernähren, als sie ausgebrütet waren. Wie hatte sich die Nachricht verbreitet, daß in dem Nest eine einsame Rabenwitwe saß, die einen neuen Gefährten brauchte? Kann es auf einem anderen Wege, als dem der drahtlosen Fern- oerftanbigung gewesen sein?

Ein ähnlicher Fall wird von einem Adler erzählt. Er ist noch viel merkwürdiger, weil es sich hier um ganz andere Entfernungen han­delt Dor einigen Jahren nistete in Schottland bas letzte Paar weißschwänziger Adler, das es in dem Lande gab. In ganz Schottland war nicht ein einziger Adler derselben Art vorhan­den. Da starb bas Männchen- Und wenige Tage später kam von irgendwoher, jedenfalls aus »eiter Ferne ein neues Männchen dieser Adler­art angeflogen, um mit der vereinsamten Wftwe einen Lebensbund U schließen. Wie mögen sich diese beiden Vögel verständigt haben?

Es wird jedem Beobachter bald auffallen, daß die Laute, die einige Vögel von sich geben,

auf ganz weite Entfernungen hin verständlich sind. Gewisse Marschoögel geben einen selt­samen, wie Pfeifen klingenden Ton von sich. Man hört den Ton und glaubt, die Bögel seien ganz in der Nähe. Geht man aber dem Pfeifen nach, so kann man es meilenweit hören, ohne die Vögel zu Gesicht zu bekommen und man hört während der ganzen Zeit den Ton in der­selben Stärke. Wenn man Gelegenheit hat, eine Schnepfe auf größere Entfernungen in ihrem Fluge zu verfolgen, so wird man hören, daß die Töne, die sie von sich gibt, auf meilenweite Ent­fernungen genau so nahe klingen wie in dem Augenblick, in dem der Vogel über den Beob­achter hinwegsliegt. Ob solche Töne bei der Verständigung auf ganz weite Entfernungen

hin eine Rolle spielen, ist-natürlich sehr zwei­felhaft, aber man sieht doch auch hier, daß man im Tierreich über angeborene technische Mittel verfügt, die sich der Mensch erst mühsam schaffen muß.

Liebeslragödie.

Berlin, 13. April. Heute abend erschoß der 50 Jahre alte Monteur Wartenberg in einem Grünkramladen in Neukölln sein Mündel, eine 19 Jahre alte Verkäuferin. Wartenberg, der sich seit längerer Zeit mit dem Plan trug, fein Mündel zu heiraten, soll die Tat aus Eifersucht begangen haben.

Drama eines 12jährigen.

In dem nordböhmischen Kurorte Slösterle hat sich ein 12 Jahre alter Volksschüler aus Verzweiflung über die schlechte Behandlung, die ein Vater seiner Mutter, ihm und seinen Ge- chwistern angedeihen ließ, neben der Wohnung einer Eltern erhängt.

Der fünffache Raubmörder von Rockendorf verhaftet.

Unter dem Verdacht, den fünffachen Raub­mord in Rockendorf bei Eger verübt zu haben, wurde der 40 Jahre alte Lansky aus Rocken­dorf verhaftet. Auch fein Schwager Moisl ist festgenommen worden.

Zum Witwenproblem in Indien.

Die letzte Volkszählung in Idien ergab bei einer Gesamtbevölkerung von etwa. 300 Millionen 28 420 000 Witwen. Darunter befanden sich 335 000 Kinder unter fünfzehn Jahren, 112000 unter zehn Jahren, 17 000 unter 5 Jahren und 1000 Kinder, die noch keine zwölf Monate alt waren. Aus religiösen' Gründen darf keine von all diesen Frauen und Kindern sich wieder verheiraten. Auf einer Versamm-

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ung, die die Frauen von Bombay «1777^ Protest gegen das selbst für tropsiche * außerordentlich ausgedehnte Vordellmeie» Stadt abhielten, wurde denn auch aus die digkeit einer Reform der indische» Sitte» wiesen. Das Witwenprobleni bedarf drino,^ Lösung, wenn man zu gesunden $ erbäten langen will. Viel mehr als die Verbind», ^ früher üblichen Verbrennung der Witwen mit den gestorbenen Gatten haben M bisher nicht erreicht.

to »« ä»SÄg^j städtischen Orchesters zu Freiburgsi B U Freiburger Stadtrat nahm Anstoß an den richten des H. und traf am 5. Mai 192? v Anordnung, wonach er dem H. bas des Stadttheaters verbot. Wegen dieser «? fügung hat der Student H. Klage qeqen L Stadtgemeinde Freiburg erhoben. Er verlos daß die Beklagte verurteilt werde, S Betreten des Theaters gegen Lösuiw Eintrittskarte zu gestatten. Die beklagte Sw? gemeinde erhob die Einrede der UnzuMM des Retchswegs mit der Begründung, bK Stadttheater zu Freiburg eine öffentlich- richtung der Stadtgemeinde sei, für bie k^ der Bejahung somit die Verwaltungsbehörde zuständig seien. Landgericht Freiburg M Oberlandesgericht Karlsruhe haben die Ei^. rede der Unzulässigkeit des Rechtsweges ner. worfen. Die nunmehr von der Stadtaemeigd, Freiburg beim Reichsgericht eingelegte W fton ist ohne Erfolg geblieben und zurücke wiesen worden. Damit gilt der Rechtsweg den Anspruch des Klägers für zulässig. Reichsgericht steht mit dem OberlandesaM auf dem Standpunkt, daß der vieldeutige W griff deröffentlichen Anstalt" für sich allein keine genügende Handhabe für die Entschei­dung der streitigen Frage biete. Vielmehr komme in Betracht, daß der Kläger sich nichtig ein öffentlich-rechtliches MhängigkeitsverW nis bègebe, sondern durch Lösen der Theater, kârte einen privatrechtlichen Werkvc- -ag mit dem Theater abschließe. Dieser bürgerliches liche Werkvertrag untersteht aber den MO lichen Gerichten.

Rundfunk-Programme.

Frankfurt (470 Meter) und Cassel (275 Meter)

Mktwoch, 14. April: 3.304: Die Stunde d» Jugend- Aus dem Buch der Sage und GMich!, norgetragen von Rektor Wehrhan; 4.305.45: S® zert des Hausorchssters: ®. F Händel (gest 14 April 1759); 5.456.10 Geschichte, Theorie M Herstellung der Kirchenglocken", Vortrag »61 Glockengießer Albert Junker, Brilon i. WqWÄ 6.156.45:Albert Schweitzer", Vortrag von te Hermann v. Müller, München; 7: Uebertragung M dem Frankfurter Opernhaus:Don Juan", Oper» Zwei Akten von W. A. Mozart. ; Donnerstag, 15. «pr«: 4305!$: HM7F Hausorchesters: Humoristische Potpourris; 5.45 bis 6.10: Die Lesestunde: Aus denBriesen aus der französischen Revolution" von Retif de la Breton« Sprecher: O. W. Studtmann; 6.156.45: llebeb tragung von Cassel:Die Caffeler Presse im Duld' funk", Lesestunde der CasselerNeueste Nachrichten" Annemarie Messing liest aus dein Feuilleton; 6.6 bis 7.15:Die Polizei in Deutsch-Ostafrika im Fri* den und im Kriege", Dortrag von' Oberstleutnant Götzinger-Darmstadt vom Verein für Kolonial- u* Auslandsdeutschtum E. V.; 7.157.45: Italienisch« Sprachunterri äst; 7.488.15: Stunde der Frans furter Zeitung; 8.1510.15:Val de Soirèe Ninon de Lènclos": Anschließend bis 12 ll^ Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berlin« Funkkapelle. * Freilag, 16. April: 3.304: Die Stunde d« Lugend:Erzählungen unserer deutschen MeffM vorgetragen von Lehrer Otto Metzker; 4.3054$ Hausfrauennachmittag; 5.456.10: Die liefest«® (Briefliteratur): Aus'den Briefen der Gimderode -» Sprecher- O W. Studtmann; 6.15-6.45: und Kunst in Siam und Hinterindien", Vortrag M Paul Freye; 6.457.15:BerbrechensvorbeugE Dortrag von Landrichter Dr. Graf LanckoroM 7.157.45: Stunde des Südwestdeutschen W® clubs: Dr. P. Lertes überMikrophon II"; 7.45

8.05. Zwanzig Minuten Umschau über die M schritte in Wissenschaft und Technik-Die Blausai» Bekämpfung der Schädlinge der ApfelsinenbaM Die Wirkung der ultravioletten Strahlen Nahrungsmittel"Staub u. Staubbekânipsung' 8.058.15: Film-Wochenschau; 8.159.15: Fock dem Dichter Hamburgs und der Nordsee z Gedächtnis; 9.1510.15: Konzert des Housorches^

«runiaiocUiai rlut etil«« uno L-rulillt.. *»11 BaA rebettteneOen iStfamttnbalt : Richard Bull'® â Râm«i: A»a uft «tobt; alle in Han«- jw WUd Mr Wat' -nhaurdu ch»ru-l«re> 8"$*, ? ft: omchrnschvck Nr. 3956, 3957, 3958. P°ft!»e«

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