201. Jahrgang.
Mauer «Anzeiger
General-Anzeiger für Oie Kreise Kanan SlaSt und Land.
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Das neueste.
_ Das von Amundsen für seinen Nord- volslug gekaufte italienische Luftschiff „Norge" « gestern abend in London eingetroffen und M heute seine Reise nach Oslo fortsetzen.
— Mussolini ist gestern in Tripolis einge- froffen und von den Arabern stürmisch be- grüßt worden.
— Die Kämpfe um Peking nehmen an
Schärfe ^u. bedingungen bekannt.
spanisch-französischen Friedens- für Abd-el-Krim werden heute
Sie MeEorLMedÄEssSM des Dawes -Planes.
In den letzten Tagen sind wiederholt amerikanische Stimmen laut geworden, die auf die Notwendigkeit Hinweisen, den Dawesplan einer Revision zu unterziehen. Diese Kundgebungen sind vom deutschen Standpunkte nur willkommen zu heißen. Sie sind wert
aus
wertvolle
Waffen in dem Kampfe, der zweifellos um den sogenannten Dawesplan entbrennen wird und hoffen Ziel die Abänderung undurchführbarer Bestimmungen sein muß. Es ist von vornherein klar, daß Deutschland diesen Kampf nicht allein oon sich aus führen kann. Alle überhaupt vorhandenen Kräfte des Widerstandes würden sich regen, wenn Deutschland etwa eines Tages das Londoner Protokoll ohne Weiteres widerrufen sollte. Es ist eine viel richtigere, weil die allein erfolgreiche Taktik, wenn wir nach besten Kräften tun, was wir in London zu tun übernommen haben, und wenn sich dann im Laufe der praktischen Durchführung herausstellt, daß das sogenannte Dawesgutachten in wesentlichen Punkten von falschen Voraussetzungen ’........en
Schlüssen geführt hat. Schon heute zweifeln wirklich unparteiische Sachverständige nicht mehr daran, daß das Londoner Abkommen in wichtigen Punkten revidiert werden muß. Je mehr Urteile dieser Art sich im Auslande hören lassen, desto besser wird der Boden vorbereitet, auf dem einmal über diese Frage praktisch verhandelt und entschieden werden muß. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen verdienen die amerikanischen Kundgebungen der letzten Tage in Deutschland die denkbar größte Beachtung.
Die amerikanische Abteilung der internationalen Handelskammer und das Schatzamt in Washington haben sich ungefähr in demselben Sinne ausgesprochen. Es könnte eigentümlich »scheinen, daß der Dawesplan von Amerika ausging und seinen Ruhm auf das Urheberland zurückstrahlte und daß jetzt auch der Anstoß zu einer Revision dieses Planes von amerikanischer Seite kommt. Die amerikanischen Kundgebungen haben aber eine ganz natürliche Erklärung. Bei der Durchführung des Dawesplanes handelt es sich um zwei ent- Widende Dinge, einmal um die innerdeutsche Aufbringung der geforderten Entschädigungs- Zahlungen und zum andern um die Transferierung dieser Summen an unsere Gläubiger. 2er erste Punkt mag den Amerikanern nicht "HZUgroße Sorge bereiten, nachdem der Generalagent Parker Gilbert bei seinem kürzlichen Aufenthalt in Amerika erklärte, daß der Da- ^splan noch dieser Richtung arbeite. Wohl aber haben die Amerikaner an der Frage des Transfers ein recht lebhaftes Interesse gewonnen. Der amerikanische Kapitalmark ist durch deutsche Anleihen sehr stark in Anspruch Mammen worden, von der privaten Wirt- fhast sowohl wie von Kommunen und öffent-
(Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. — Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung der Bezugspreises. — Für Platzvorschris« und Er schein ungrtage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet-
Montag den 1/ April
1926
Die Feiedensvevhan-lunsen
in MaesWo
Paris, 11. Aprii. Der französische KUrgo- minister Painlevè hat heute den Führer der spanischen Deiegativn für die Friedensverhandlungen mit dem Rif, Lopez Oliva n, empfangen und mit ihm eine längere Unterredung gehabt, der auch der französische Hauptbevollmächtigte für diese Verhandlungen, General Simon, beiwohnte. Bei dieser Gelegenheit ist beschlossen worden, daß ein Teil der französischen Delegation sich am Dienstag in Begleitung von Herrn Lopez Olivan nach Madrid begeben werde, um von dort aus U d s ch a zu erreichen, wo am 16. April die Verhandlungen mit den Vertretern der Rifkabylen beginnen sollen.
London, 12. April. Der Berichterstatter der »Daily Rews" will erfahren haben, wie die französisch-span,scheu Friedensbedingungen für Abd-el-Krim find:
1. Anerkennung der weltlichen und geistigen Souveränität des Sultans in Marokko durch Abd-el-Krim.
2. Vollständige Abröstung aller Rifstämme.
3. Militärische Beaufsichtigung des Rifgebietes durch französische und spanische Streitkräfte.
4. Besetzung einer Anzahl strategischer Punkte durch Spanier und sofortige Aufnahme wirtschaftlicher Beziehungen mit dem fruchtbaren Teil nördlich des Berga-Flusses.
veröffentlichte Meldung aus Fez besagt, erfährt man aus eingeweihter Quelle, daß Abd-el-Krim seinen Truppen strengste Weisung erteilt hat, sich auf defensive Haltung sowohl gegenüber den französischen Posten wie franzosentreuen Stämmen zu beschränken. Eine weitere Meldung besagt, daß auf der ganzen Front absolute Ruhe herrscht, lediglich ein spanisches Flugzeug soll in der Gegend von Targeste in den feindlichen Linien gelandet sein.
Abd el Krim in Fliegergefahr.
Paris, 11. April. Nach einer Havasmeldung aus Madrid soll während eines Aufenthaltes Abd-el-Krims in Ainaischabungar die Ort-
3«
I erklärten, dal n werde.
12. April. Wie eine im Journal
Abd-el
unter der Erde gelegenen Zufluchtsort habe aufsuchen müssen. Er habe seine Begleitmannschaften beschuldigt, seine Anwesenheit den Spaniern gemeldet zu haben und sei voll Zorn abgereist.
Die Kömpse um Damaskus.
Paris, 11. April. Die Pariser Ausgabe der „Daily Mail" veröffentlicht eine Meldung aus Jerusalem, nach der die Aufständischen die Eisenbahnstrecke zwischen Damaskus und Deraa an vier verschiedenen Stellen aufgerissen und den Eisenbahnverkehr vollkommen unterbunden haben sollen. Eine Abteilung Aufständischer sei in Damaskus eingedrungen, habe dort fünf Gendarmen gefangen genom
die übereinstimmende Ansicht aller Sachver- ständischen, daß man sich im wesentlichen auf diesen Weg wird beschränken müssen, wenn nicht ganz andere finanzielle Lösungen gefunden werden. Beschränkt man sich aber im großen und ganzen auf die Sachleistungen, so läßt sich nach amerikanischer Ansicht nicht gut eine Steigerung über das Maß Hinaus erzielen, das gegenwärtig im zweiten Jahre des Dawesplanes erreicht ist. Auch damit mirb man wohl ziemlich das Richtige treffen. Deutschland muß ja bei dem Abschluß von Handelsverträgen immer wieder die Erfahrung machen, daß das Ausland außerordentlich schwer zu bewegen ist, die deutsche Warenausfuhr aufzunehmen, daß es vielfach anstell« der früheren Zollfreiheit Schranken errichte« hat, in die nur schwer eine Bresche zu legen ist. So entsteht in der Tat die Kardinalfrage: Wie kann Deutschland Entschädigungs- lcistungen in Milliardenhöhe jährlich zahlen wenn das Ausland nicht durch Aufnahme der deutschen Ausfuhr unserer Volkswirtschaft denjenigen Ueberschuß ermöglicht, aus dem allein Zahlungen geleistet werden können? Die Amerikaner sehen also das Problem durchaus richtig. Wir werden mit dem Dawesplan eines Tages an dem Punkte angelangt sein, an dem er praktisch nicht mehr durchführbar ist. Bis dahin bleibt uns gar- nichts übrig, als unser Bestes zu tun. Wir werden dann am besten imstande fein, bei den unvermeidlichen Revisionsverhandlungen di« deutschen Interessen zu wahren, viel besser jedenfalls, als wenn wir das Londoner Protokoll kündigen und dadurch der unaufhalb' fernen Revisionsbewegung nur unnötige Schwierigkeiten bereiten.
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ersiärkung arlgekommen.
Revision aller Jürgensprozesse ?
Nach Bkkanntwcrden der Anschuldiaungcn aegev LandgerichtSbirektor Jürgens hatte die Kommunistisch« ndt einen Au»
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Die Stümpfe um Herma
Das Kriegsrecht über Peking verhängt.
uchen Körperschaften. Die Verzinsung und Amortisierung dieser amerikanischen An- dchen erfordern alljährlich einen recht erheb- nchen Betrag, der aus der deutschen in die Wcitanifdje Währung übertragen, d. h. ^"dferiert werden muß. Es versteht sich von Mst, daß den Amerikanern sehr viel Mehr " 0» Transferierung dieser Zahlungen gele- M ht, als an den Zahlungen zugunsten unse- -st.uteparationsgläubiger. Sie haben hier ein wlimes Interesse wie wir es vom deutschen viondpunkte auch vertreten. Wir verlangen, das deutsche Volk unbedingt ein Recht hat, . ^".notwendigen Lebensbedarf im Auslande »Än' «he die Entschädigungszahlungen in Fracht kommen. Hier treffen wir uns mit ™ Amerikanern in dem Bestreben, der ^ransferierung der Entschädigungszahlung unö > '??"ten Vorrang streitig zu machen.
wird hier wohl auch der wichtigste KamÄ^punEt liegen, an dem man bei dem «St Um ^ Revision des Dawesplanes
Peking, 11. April. Die in Peking befind- lichen Kuominkschün-Truppen haben in der vergangenen Rächt die Tore der Stadt geschlossen, den Telephonverkehr abgesperrt und die Residenz des Präsidenten Tuau Tschijui umzingelt. Diesem gelang es jedoch, sich in dem Gesandtschaftsviertel in Sicherheit zu bringen. Der gefangen gehaltene ehemalige Präsident Tsao Kun wurde in Freiheit gesetzt und Wu Pei fu aufgefordert, den Oberbefehl in Peking zu übernehmen. Präsident Tuan Ehi yul ist zurückge- kreten. Rach einer weiteren Meldung ist Präsident Tuan um ein Uhr morgens, d. h. vor dem Staatsstreich und vor ber Umzingelung seines Hauptquartiers durch die Suomintschün- in die französische Konzession geflüchtet. Der Staatsstreich wurde unter größter Heimlichkeit durch- geführt. Die Stadttore wurden in der Rächt besetzt und die Telephonverbindungen mehrere Stunden lang unterbrochen.
Die Wirkung dieses Staatsstreichs ist noch nicht zu erkennen. Inzwischen setzten die schwer- sten Kämpfe um Fengkai und Tungschau ein. Man vernimmt ununterbrochen Kanonendonner, der während der Rächt zeitweise bedenklich nahe und Tags wieder entfernter schien. Die Verluste sind beträchtlich, besonders auf Seiten der Angreifer. Das Luftborbardement auf die friedliche Bevölkerung Pekings wurde am Sonntag morgen trotz des Versprechens, hiervon abzulassen, wiederholt. Es wurden neun Bomben geworfen, die nur geringen Sachschaden anrichteken; Tote sind nicht
t Sein schlimmstes Vergehen ist die Unterzeichnung des Zollschrankenabkommens, die ohne Zustimmung des Volkes
Dienste geleistet ist die Unterzei
zu beklagen.
London, 10. April- Reuter berichtet aus Peking über den Staatsstreich der Kuomint- schu-Partei weiter, daß eine Kuomintschu- Proklamation angeschlagen worden ist, in der cs heißt: Tuantschiyui habe seit seiner Amtsübernahme dem chinesischen Volke schlechte
Peking über den
Die Amerikaner sind also der Ansicht, daß
der Dawesplan der Z . _
Deutschlands an das Ausland zu vnvatwirk schaftlichen Zwecken noch genügend Spielraum
erfolgte, und die Niedermetzelung der demonstrierenden Studenten. Er sei von Mitgliedern der Anfupartei umgeben, die ihm bei der Verletzung der Gesetze, bei der Förderung seiner Privatinteressen unterstützt haben.
London, 12. April. »Daily Mail" berichtet aus Tokio, das japanische auswärtige Amt habe erfahren, daß alle Verbindungen mit Peking abgeschnitten sind und daß das Kriegsrecht in Peking verhängt worden ist. Tschangsolins Heer nähere sich Peking. Line Meldung aus Dairen in der Mandschurei besagt, daß ein Komplott zur Ermordung Tschangsolins aufgedeckt worden sei, in das die Sowjetregierung verwickelt sei. Die Verschwörer hätten in Uhren versteckte Bomben aus Wladiwostok nach Mukden eingeführt. Tschangjolin habe die Ausweisung des russischen Dizekonsuls in Mukden sowie verschiedener Sowjet-Agenten an der chinesischen Ostbahn besohlen. Er habe auch dem russischen Botschafter in Peking Karachan telegraphisch angeraten, die Haupt stadt zu verlassen, da nach Pekings Einnahme seine sofortige Verhaftung erfolgen würde. Die chinefisch-russischen Reibungen in der Mandschurei sollen zunehmen.
London, 12. 21p ril. „Daily Telegraph" berichtet aus Peking, die Gesandschaften stellten in Wrede, daß Präsident Tuau Tschijm sich im GesaMchasts- viertel rmshalt«.
Paris, 11. April. Nach einer Meldung der Agentur Jndo Pacific aus Peking hat das diplomatische Korps gegen das Fliegerbombardement der Stadt Peking und gegen die Unterbrechung des Verkehrs Einspruch erhoben. Die Noten der ausländischen Mächte würden jedoch von der chinesischen öffentlichen Meinung, die sich von ihrer Wirkungslosigkeit Rechenschaft ablege, ironisch ausgenommen.
der Ansicht, daß deutschen Sachleistungen gewählt werden Zahlungsfähigkeit muß. Bei den Sachleistungen gehen die dcut- ib zu privatwirt- schen Waren in das Ausland und ihr Gegen
wert wird von der deutschen Regierung den
lassen muß und sie gehen deshalb davon aus, Erzeugern in deutscher Währung gezahlt, daß für die Transferierung der Entschädi- Dies ist in der Tat der einfachste Weg der
gunaszahlungen im wesentlichen der Weg der
Entschädigungsleistung und es ist wohl auch
Mlân ozefseik MrgenB
Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtages hat nunmehr, wie der „Montag Morgen" erfährt folgende» Beschluß gefaßt:
Der Landtag wolle beschließen, das StaatSminist^- rinnt zu ersuchen, 1) bei der Reichsregierung darauf hinzuwirken, daß sämtliche Verfahren des StaatsgerichtS« bofeS, in denen Landgerichtsdirektor Jürgens amtlich tätig gewesen oder als Zeuge bezw. Sachverständiger vernommen worden ist, daraufhin nachgeprüst werden, ob den Angeklagten durch die Mitwirkung des Land- nerichtsdirektors Jürgens ein Nachteil irgendwelcher Art entstanden ist, und daß, wo dies der Fall ist, das Wicherausnabmeverfadren eingeleitet oder aber bei t chtlicher Unzulässigkeit des WieoerausnahmeverfabrenS, weitestgehende Begnadigung gewährt wird; 2) in eine oenaue Prüfung darüber einzutreten, wie weit die dienstlichen Handlungen des LandgerichtsdirektorS Jürgens während des Krieges und nach dem Krieg« Anlaß zu strafrechtlichem oder disziplinarrechtlichem Einschreiten geben.
DerhaudlungsunfShigkett Kuliskers.
Iwan KutlSler, der Hauptangeklagte in dem am heutigen Montag vor dem Schöffenqricht Berlin-Mitte begmnendenProzeß „Kutlsker und Genossen" wurde am SamStag auf Anordnung des Amtsgerichts in seiner Wohnung auf seine VerliandlungSfähigkeit untersucht. Die beiden Aerzte kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, daß KutiSkcr nicht verhandlungSiähig sei,
Russischer Emigranienkongretz.
Paris, 11. April. Der russische Emigranten» ongreß hat heute seine Arbeiten mit einer eindrucksvollen Erklärung an die russische Nation beendet, in cer er auf die neun Jahre lange Unterdrückung der russischen Volkes durch die blutigen Diener der Kom- munistischen Internationale hinweist, btt nachdem sie Rußland zerstört hätten, nun das ruistsche Volk vernichteten. Die in Rußland und außerhalb Rußlands lebenden Russen könnten das nicht weiterhin dulden. Gemeinsam muffe man erbarmungslos den Kampf egen die Unterdrücker führen. Die Stunde werd« kommen wo unter der Führung des von all n all nationaler Führer anerkannten Großfürsten Nikolaus man in gemeinsamem Ansturm die Macht der kommunistischen Henker brechen werde. Die Gegner suchte» dem russischen Volke dadurch Angst zu machen, wen« ivre Herrschaft zu Ende sei, werde ein überlebte« Regime wieder zur Herrschaft gelangen. DaS fei nicht der Fall. Wir wollen, so heißt eS in der Erklärn», weiter, daß ein jeder anständig lebt und frei seiner ReligionSübungen nachkommen kann. Wir wollen eit gründe« Familienleben und wir wünschen, daß da Boden Eigentum desjenigen ist, der ihn bearbeitet E:st nach Liqnidieriing des fommuniftifdjen Jochet wird er in Rußland selbst möglich fein, die Org» nifation und die Regierung des regenerierten Natw r-alen Rußlands aufzurichtcu.