Mittwoch Öen r. Mprü
Nr. 8a
Über die Schuldenfrage zu verhandeln. Pörel Deis jedoch noch nicht, wann er nach London reifen ann, doch m rd der Minister die Verhandlungen acht vor den letzten Taaen des April aufnehmen önncn. Die „Volonis" will wissen, daß der kinanzminister vielleicht schon heute nach London elfen weide.
Für Revision des Versailler Vertrages.
Ceobon, 6. April. Auf der heutigen Schluß» f^ung der Konferenz der Unabhängigen Ar- »iterpartei wurde vom Nationalrat eine Ent- chüeßung eingebracht, die für vollständige R e» ns ton des Versailler Vertrags, ^rrückziehung der Reparationsforderungen an Deutschland, gegenseitige Streichung der Kriegsschulden unb volle Handels- und poli» tische BeziehuWen mit Rußland eintritt. Sie verlangt eine Weltkonserenz der sozialistischen Arbeller zur Verhinderung des Krieges und fordert die Arbeiter auf, ihren Willen klar zum Ausdruck zu bringen, daß sie jede Kriegsdrohung durch Organisation eines allgemeinen Widerstandes einschließlich der Weigerung des Waffsntragens und der Waffenherstellung begegnen wurden. Außerdem verlangt die Ent» Wteßung Zurückziehung der britischen Trup. gen aus AeglMten, ferner Beendigung der Irak- befetiunm.
Bei Einbringung der Entschließung erklärte Denner Brockway u. a.: Der DöSerbund besitze Sicht den Schein internationaler Autorität. In ganz Europa würden neue Gruppen gebildet, Me unvermeidlich zum Krieg für das kommende Geschlecht führen würden. Die Unabhängige Arbellerpartei habe die Gefahr des Locarnovertrags erkannt.
Marokko-
Paris, 6. April. Havas meldet aus Tanger, mb die Rifleute im Frontabschnitt von Tanger einen Dorswß unternommen hätten, der durch einen Gegenangriff der auf französischer Seite rümpfenden Eingeborenen zum Stehen gebracht worden sei- Es sei diesen gelungen, die von den Dissidenten besetzten Ortschaften wieder einzunehmen sowie die südlichen Ausläufer des Dfchedel bu Siama zu besetzen. Stellenweise hätten sie die ftanzösisch-spanischen Linien erreicht. Die Verluste auf französischer Seite betragen fünf Tote und drei Verwundete, die des Gegners fünf Tote.
Madrid, 7. April. Die Zeitung Nacione be- Käftigt sich mit der Frage eines eventuellen Nedensjchlusies in Marokko und schreibt: Man werde sicher mit Befriedigung einen Friedensvorschlag annehmen, aber da es sich um Marokko handelt, rechtferttgt die Lergangen» Heu alles Mißtrauen. Spanien muß eine Unterwerfung der Aufständischen finden, die eine Garantie gegen jeden ähnlichen Versuch bietet. Die Bedingungen Spaniens haben nichts Erniedrigendes für die Rifleute. Es sei möglich.
nzelheiten von einander abweiche, aber über die Ziele seien sich beide Länder einig. Es fei also Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß die französische Regierung die Lage der Spanier in Marokko vollkommen verstehe und die Zusammenarbeit aufrecht erhalte.
Aufruf Abd el Krims.
Die von bet französischen Presse seit Tagen ver- *eiteten Gerüchte über die bevorstchende Eröffnung von Friedensverhaudluugen in Marokko erfahren eine schlagende Widerlegung durch ein Telegramm aus Tanger, wonach Abd el Krim in einem flammenden Aufruf zum heiligen Krieg gegen die chrlfi- lichen Eroberer auffordert. 3u einem an die HSupt- liuge der Marokkostämme gerichteten Aufruf heißt es: „Vereinigt Euch und bildet einen Wall gegen die Ehristent Metzelt sie nieder, wo Ihr ans sie floht! Setzt dem Feinde überall zu! Schneidet ihm die Verbindungswege ab! Tretet in den heiligen Krieg ein, um unsere Nation zu verteidigen und Vaterland zu retten! Trotzt dem Tode aus ja Sott!*
unser Liebe
Damaskus abermals unser schwerem Feuer.
Loudon, 6. April. Die „Morning Post* meldet «ms Jerusalem: Die vierte Beschießung von Damaskus hat fast 200 Häuser in Trümmer gelegt In Jerusalem sind 1200 Flüchtlinge aus Damaskus ein- getroffen. In Beirut ist ein Araberaufstand gegen bie Franzosen ausgebrochen, wobei der Bahnhof in Rammen auf ging.
Die Unruhen in Kalkutta.
Kalkutta,«. April. Seit dem Vegmu der Unruhen wurden 36 Personen getötet und 400 verwundet. Heute herrschte bis 4 Uhr nachmik- tags Ruhe, da brachen im Norden der Stadt aeue Unruhen aus. Eine Moschee wurde von Hindus stark angegriffen. Truppen unb Polizei räumten sofort das Stadtviertel. Zurzeit finden »och Kämpfe zwischen einzelnen Hindus und Mohammedanern statt
Etue neue Stole an China.
Conbon, 6. April. Einer Reukermelduug ckvs Peking zufolge faudken bie dortigen aus wârtlgen Gesandten eine Note an bas ch'ne- Rfée Auswärtige Amt, in der sie dessen Aufmerksamkeit auf ben Bürgerkrieg unb insbesondere auf die Luftangriffe richten, die das Leben unb Eigentum der Fremden tu Peking gefährden, unb in der sie bie Hoff- nutig ausdrücken, daß die chinesische Regierung sofortige Schritte unternehmen wird, um den streitenden Parteien die Notwendigkeit vorzu- halien, die Gefahr abzuwenden, damit weitere avterbrechungeu für die Abhaltung der internationalen Konferenz in Peking, an der Dele- iationen von zwölf freundschaftlichen Mächten «tinetnnen «erben, vermieden werden. Die
AuSiands auswärtige Politik
TfchUschert« über Europas gegenwärtige Lage. — Das Genfer Fiasko.
Moskau. 6. April. (Meldung der Agentur des Rätebundes.) In einer Unterredung mit Moskauer Journalisten drückte Tschitscherin seine Verwunderung über die Pressemeldungen aus, nach welchen einige Regierungen die Antwort der Räte» regierung auf die Einladung zur Ab- rüstungrvorkonferenz in Senf erwarten.
Die Räteregierung, sagte Tschitscherin, hab« wie. derholt unzweideutig erklärt, sie könne keinesfalls an auf schweizerischem Boden stattfindenden Bè- ratungen teilnehmen. Die Räteregierung sei als erste bereits in Geniw als Verfechter in der allgemeinen Abrüstung aufgetreten und habe sich wiederholt bereit erklärt, an jeber Beratung zur Einschränkung der Rüstungen, von wem sie auch einberufen sein möge, teilzunehmen. Jedoch angesichts der hartnäckigen Weigerung der schweizerischen Regierung, den minimalen rechtmäßigen Forderungen der Räteregierung im Zusammenhang mit der Ermordung Wo- rowski» entgegenzukommen, sei es
Rußland unmöglich, Vertreter nach der Schweiz zu entsenden.
Der Beschluß des Völkerbundsrats, den Ausschuß muh Genf ehyiAerufen, beweise, daß die führenden Dölkerbundmâchte, denen der Standpunkt der Räte- regicrung wohlbekannt sei, eine Teilnahme Rußlands weder am Dorbereitungsausschuß noch an der nachfolgenden Abrüstungskonferenz wünschten. Schon diese Tatsache allein zeig«, daß diese Mächte nicht di« geringste Absicht hegten, an eine wirklich« Abrüstung heranzu» treten. Die Tagung des Genfer Ausschusses merbe' eine leere Komödie sein und einen
neuen Beweis der Machtlosigkeit des Völkerbundes, irgendwie zur Festigung des Friedens beizutragen, darstellen. Im vorigen Jahr habe England versucht, den Völkerbund als ein Element in seinem komplizierten Spiel der Vereinzelung Rußlands durch Zu- sammenfasiung aller führenden Regierungen gegen die Räterepubliken auszunutzen. In einer Reihe halbamtlicher Erklärungen feien diese Absichten offenherzig bestätigt worden. Di« Locarno-Kombination Hecke zur Vereinzelung Rußlands und zum gemeinsamen Kampf nicht nur gegen das Rätereich, sondern auch gegen die um ihre Befreiung kämpfenden Kolonialvökter führen fol- len. Der Völkerbund habe die Rolle einer Hilfs- orgamfation zur Durchführung der Locarnokombination erhalten, der dieselbe Rolle zukommen solle wie vor einem Jahrhundert der heiligen Allianz. In seiner llnterhausred« vor Genf habe Chamberlain d« Politik der englischen Regierung mit derjenigen Englands zur Zeit Lord Castlereaghs und dadurch eigentlich mit der Politik der heiligen Manz ver. glichen. Während bie Volksküchen unter der wirt»
fâtzen schwer litten und vom Völkerbund und von Locarno die Erleichterung ihrer Notlag« erhofft hätten, habe Locarno für die englische Regierung eit» neue heilige Allianz bedeutet. Die Diskreditierung des Völkerbundes in Genf habe bewiesen, daß die Gegnerschaft zwischen den Mächten stärker fei als ihre diplomatifchen Versuche eines Zusammenschlusses in einer einheitlichen Organisation oder in der Bildung einer Ein- Hestsfront.
Das Genfer Fiasko fei eine bedeutungsvolle Meder- läge der Chamberlainschen Sontinenkalpolltlk, welche auf die Verwandlung Englands in einen „Superarbiter* Gesamteuropas Hinziel«.
Tschitfchenn sprach weiter die Vermutung aus, daß Englands Absichten zugunsten der Annäherung an die Dominien unter Abschwächung der Teilnahme an den Angelegenheiten des Ko-§ lents erstarken würden, und führte ein Gespräch mit Lloyd George nach dem Scheitern der Konferenz von Genua an. Dort habe Lloyd Georg« erklärt, wenn die Versuche, den Kontinent aus dem Chaos herauszuführen, miß. lingen sollten. so werde England auf die Teilnahme an den Angelegenheiten des Kontinents verzichten und die Annäherung an die Dominien suchen müssen. „Die unmittelbar« Ursache des Genfer Zusammenbruchs*, fuhr Tschitscherin fort, „üegt in den inneren Widersprüchen der Politik
Aoke macht die chinesische Regierung für allen Schaden verantwortlich, der dem Leben oder Eigentum der Fremden zugefü^l wird.
Peking, 6. April. (Reuter.) Man erwartet für morgen eine Offensive der verbündeten chinesischen Truppen gegen die Kuo-min-tchün-Armee bei Du. angrsun. Ein Vertreter Wupeifus hatte gestern abend eine Besprechung mit dem Führer der Kuo- min-tchün-Arme«, Li-tsching-Iing, und erstattete dann Wupeifu Bericht über die Unterredung.
Japan und die Abrüstungskonferenz.
Paris, 6. April. Wie die Agentur Indo- Pacific aus Tokio berichtet, sehen die den japanischen Delegierten für die vorbereitende Abrüstungskonferenz gegebenen Instruktionen die Beschränkung der Streitkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft bis zur vollständigen Abrüstung vor. Nichtsdestoweniger ist Japan der Ansicht, daß es nicht angebracht sei, einen Plan bezüglich der Luftschiffahrt aufzustellen und zwar wegen der Schwierigkeiten, eine kategorische Unterscheidung zwischen der militärischen und der Handelsluftschiffführt zu machen. Japan wünsche nicht, die Frage Unterseeboote zu diskutieren, ist aber für Verbot der Giftgase.
der
ein
Abänderung der griechischen Verfassung.
Athen, 6. April. Das Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, nach dem einige Bestimmun»
Chamberlains, der alle Staaten gegen bas Rätereich zusammenzufassen sucht, ohne den zwischen ihnen bestehenden Gegensätzen Rechnung zu tragen Durch die Unterstützung der polnischen Ansprüche au einen Sitz im Völkerbundsrat als Entschädigung für die Benachteiligung Polens in Locarno versuchte Chamberlain, die beginnende ruffisch-pol- nisch« Annäherung zu durchkreuzen. In seinen Bestrebungen, Polen zu einer Westorientierung zu veranlassen und an der Einheitsfront gegen Rußland teilnehmen zu lassen, hat Chamberlain die deutsch-polnischen Interessengegensätze nicht in Betracht gezogen. Er verwickelte sich in Widersprüche in seiner eigenen Politik, indem er einerseits Deutschland Frankreich entgegenzustellen suchte, andererseits aber Polen für die Niederlage in Locarno entschädigen und es als Gegengewicht gegen Deutschland aufstellen wollte. Das Endziel der Politik Chamberlains, die Bildung einer
Einheitsfront gegen Ruhland, beruhte auf unüberwindlichen inneren Widersprüchen, deren Nichtbeachtung durch Chamberlain selbst zum Zusammenbruch der Einheitsfront in Genf führte.*
Der Untergang des Systems von ßgcarno habe den W«g zu einer unmittelbaren deutschfranzösischen Annäherung freigemacht, zu welcher sich Briand vor Gens geneigt gezeigt habe. Briand habe vor der Kammer am 28. Februar bte Bedeutung Locarnos für bk Sicherheit Frankreich- betont und darauf hingewiesen, daß sich „in Berlin hervorragende politische Persönlichkeiten aufhielten, die versuchten, bie deutsche Regierung zu einer Weigerung zu veran» lasten, mit Frankreich einen Sicherh«ttspakt zu besprechen.* Dazu sagte Tschitscherin: „Um Briand zu beruhigen, muß ich meine wiederholten Erklärungen in Erinnerung rufen, daß die Räte- regierung mit allergrößter Sympathie einer unmittelbaren deutschfranzösischen Annäherung entgegen» sieht; denn sie erblickt darin den Weg zur Befriedung des Kontinents auf den Grundlagen, die nicht zur Herrschaft außenstehender Mächte führen.*
Ueber die Vorschläge, bie nach der Genfer Völker, bundsversammlung gemacht worden seien, um die obligatorische Einstimmigkeit der Be» schlösse d«s Dölkerbundsrates abzuschaffen, erklärte Tschitscherin, wenn hn Dölkerbundsrat bie Stimmenmehrheit eingeführt würde, so würde der Einfluß Deutschlands im Völkerbund-rat ganz illusorisch werden, und Deutschland wäre jeder Garantie dagegen beraubt, daß ihm unannehmbare Beschlüsse aufgezwungen mürben. Für Deutschland veranschauliche der Genfer Zusammenbruch, wohin es sichre, wenn — wie er das
Westorieutierung vorherrsch, statt daß Deutschland die freundschaflNchen ve- ziehungeu zu Rußland weiter entwickle.
Tschitscherin fragte: »Wenn die Regierungen, von denen Deutschland die Ausnahme in den Völkerbund erhoffte, machtlos waren, diese Formalität zu er- füllen, was kann dann Deutschland erwarten, wenn es einmal auf ernstere Angelegenheiten ankommen wird?* Die internationale Politik der Vereinigten Staaten berührend, wies Tschitscherin auf die Meinungsverschiedenheiten in der Stellungnahme amerikanischer Kreise zu Locarno und zu Genf hin und sagte: „Einerseits wünscht Amerika die Befriedung Europas, weil das die Voraussetzung der europäischen Kreditfähigkeit ist. Andererseits aber fürchten die Vereinigten Staaten, daß, wenn die europäischen Staaten sich enger zusammenschliehen, Amerika seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluß in Europa nicht mehr werde verstärken können. Letzteres spielt für die tonftige Politik eine größere Rolle, denn je weniger die europäischen Länder zusammenhalten, um so leichter kann Amerika in Europa durchdringen. Welche Formel die ameri- konischen Staatsmänner für ihre europäisch« Politik auch aufstellen mögen, ihr Endergebnis bleibt immer die weitere Unterordnung Europas unter die Herrschaft des amerikanischen Kapitals.*
gen der Verfassung abgeändert werden. Danach kann der Präswent der Republik die Kammer jederzeit vor Ablauf ihrer Wahlperiode auflösen. Es ist nicht zulässig, während ein und derselben Session einen Mißtrauensantrag gegen eine Regierung e nzubringen, die bereits ein Vertrauensvotum erhallen hat. Diese Einschränkung findet keine Anwendung auf einen Mißtrauensantrag gegen einen einzelnen Minister, es sei denn, daß die Regierung sich mit diesem Minister solidarisch erklärt. Der Präsident der Republik hat einmal in jeder Session das Recht, eine Entscheidung der Kammer darüber zu verlangen, ob die Regierung ihr Vertrauen besitzt oder nicht. Das Dekrek führt zur Begründung an, daß es bei der gegen- wärtigen Form des Parlamentarismus in Griechenland Schwierigkeiten bereite, feste und dauernde Regierungen zu bilden. -
Der Kampf um -te ProhibUto«.
New Kork, 6. April. Nach emer breifiünbigen Rkdk'chlach: winde vor einem füuffäpfigen Unter» fomitee des Neckt ausichussts unter Vorütz des Sena- tor? Landwbiie Me Beweisaufnahme für und gegen 'te Ratlamkeit des Prohibitionra«ietzeS cröffn-t mit dem Ziele, entweder bie Bundcèveroidnunp jit nnoer» rufen ober Lad Durch'ührungSacsctz zu misoern. Ver. abrevungSs.eniäß kommen tie Gegner i er Gesetzes in oer ersten Woche, die Befürworter in bet »weiten Woche zum Wort. Am ersten Frontangriff mar Senator Bruce beteiligt, welcher bte Proinbifion einen nationalen Skandal nannte. Er Beria« «in#
©tunte lang eine Statistik, du ne — in ber Zunal,me her Trunksucht, Sorruht... ^ ®eiebloiig£eit jtuien sollte. Senator Esa
»er „Rassen*, befürwortete eine nationaleÄbE^' über die Erlaubnis zum Verkauf leichter Bier. Der einzige Zeuge war £ * DilfSfetrfiär Andrews, der als @tneraÄ™6‘ ProhibltionSbeamtenbeereS die jetzige DurcksNkn,?? method« erläuterte uns dabei die Unmöglichkeit,^?' den Schlcichdandel mit Spirituosen mn dem JT ' denen Beamtenstab ausrotten zu können.
Kommunistischer Ueberfall
Halle, 6. April. Hallenser Wehrwolfleut, die zu einer viertägigen Wanderfahrt Hinsdorf in Anhalt sich zusammengefund^ hatten, wurden in der Nacht zum zweiten Ost» tage von etwa 100 Kommunisten überfalle» Nach einer schweren Schlägerei konnten Haupträdelsführer der Kommunisten estae- nommen werden- Von den Wehrwolfleuü» wurden acht verwundet, darunter einer so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweiselt wird. Die Kommunisten hatten mein: als U Verletzte.
Lublin, 6. April. Heute rotteten sich w dem Rathause Erwerbslose zusammen, die, non kommunistischen Agitatoren aufgebetzt, Fenster, scheiben einschlugen und auch in das Rathaus einbringen wollten. Berittene Schutzmannschaf. ten säuberten den Platz. Hierbei wurden sechs Polizisten und vier Zivilpersonen verletzt. 35 Kommunisten wurden verhaftet.
âuvrs Moen.
Laut „Jmpero* werden für die nächsten italienisch«, Hnbstmanover mehrere Reservejahrgänge einbems« werden, um die Truppeneinheiten auf volle Kriu» stärke zu bringen.
Die italienischen Blätter melden, daß morgen « der Stunde, in der Mussolmi nach Tripolis abreffen wird, sämtliche Dampfpieifcn der italienischen Schiff, in allen Häfin und auf allen Meeren das EmzM der bedcuisamen Reise begrüßen werden, dar jetzt schm die Aufmerksamkeit der auèländischen Regierungen errege. Alle italienischen Ratdäuser der Seestädte Mrta den ganzen Tag über flaggen und am Abend 6t. leuchtet sein, um den Beginn einer neuen See- und Kolonialpolitik zum Ausdruck zu bringen.
Die Schweizer Unterbändler sind gestern abend z« Wiederausnahme der HandelSvertragSverhandlung« nach Berlin abgercist.
Die ZeityngSmeldungen vom Rücktritt bei Mb dischen Landwirtschaftsministers Linders sind bMij aus der Lust gegriffen.
Nach Blättermeldungen wurden auf Slnorbnuiij Mussolinis die Elienbahnfahrpre se nach Südtirol fm die bevorstehende Sommerzeit Herabgesext-
Zu einer geilern verbreiteten Meldung, Latz del Reparafionsagent gegen die Hinausschiebung der Ster» steuererhöhung Einspruch erhoben habe, erfadrm wir, daß ein solcher Einspruch nicht erfolgt sei. Für bie Frage sei überhaupt nicht der Reparativ iisagent, sondern der Kommissar für bie verpfändeten Einnahmen zuständig. Dieser ist mit einer Verschiebung der Steuer- erhöhung vorläufig bis -um 30. Juni einverstanden
DaS „Berliner Tageblatt* meldet aus Schwerin daß ein gewisser Oskar Thomsen aus Faulich, da der vom Berliner PolizeipiSsidium wegen Teilnrbm an einem Fememord steckbrieflich verfolgt wird, t» Mecklenburg auf dem Gute Börtzow ftstgenomnini worden ist.
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Die „Vostische Zeitung* weiß von einem geplant» Zusammenschluß der großen Eisenbahnerorganiiatlon« zu einer gemeinsamen Kampffront gegen die babngeiellichast zu melden. Ein Vertragsentwurf W Die Schaffung eines KartcllveihältnisscS vor. Dum Annahme dieses Vertrages würden sich die Organ» fationen bei voller Aufrechterhaltung ihrer Selbständigkeit dazu vervflichten, daß alle Handlungen, die w Interesse der Ei enba'iner notwen ig sind, von all» Organisationen gemeinschaftlich durchgeführt werden.
Die deutsch-tschechischen HandelsvertragSverbrnd lungen werden am 10. Mai mit dem Austausch °» legenfe't gen Wunschlisten eingeleitet werden.
Beginn der mündlrchen Verhandlungen steht em Ternun noch nicht fest.
Aus aNs« Wett.
Die Vestechungsaffäre bei der Reichsbaha in Frankfort a. 0.
Berlin, 6. April. Nach einer Meldung der He gen Abendausgabe des „Vorwärts* sollen bei Bestechungsaffäre in Frankfurt a. 0. 60 mittlere höhere Beamte der Reichsbahn, die in den 1923 unb 1924 bei der Direktion „Osten* in furt a. O. tätig waren unb auch heute noch 3“m dort tätig sind, im Verdacht der passiven Destech durch eine Anzahl größerer Baufirmen stehen, P der Untreue gegenüber dem Reichs- und fiskus und der Beihilfe zum Betrug unb Unterschlagungen, durch die Reich und Stam Millionenbeträge gefdjäbigt worden sind, M sein. Die Baufirmen, vor allem der Bauunterney Schmidt.Rosengarten bei Frankfurt , und bte im Gebiet der Reichsbahn „Osten “ Filialen von zwei der größten deutschen hoch' Tiefbau-Aktiengesellschaften, sollen der aktiven - techung, bes Betrugs und der Unterschlagung )ig sein, verübt bei dem Aufbau des ^renz der anschließenden Siedlungsstadt Beu-Benifch« dem Jahre 1923, bei dem Bau der Siedlung^ Paulinenhof bei Frankfurt a. O. und bei dem « bau des Bahnhofs Frankfurt a. O. in dem 8 J Jahr«. — Wir geben diese Meldung «usdrua^ unter Quellenangabe wieder. Es erscheint notwendig, daß die Reichsbahngesellschaft m^» ', bald aufklärende Mitteilungen über die Dor. Nisse in Frankfurt a. O. in bie Öffentlichkeit