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201. Jahrgang.

ßanauerW Anzeiger

Geueral-ArsZeiger für Die Kreise Panait Sia-i und Land.

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Sir. 80

Mittwoch den 7. April

1926

D«S KerreKe.

Der Exekutivausschuß der englischen Union of Democratic Control verurteilte in einer Resolution aufs schärfste Chamberlains Jalung bei der Märztagung des Völkerbunds-

- Der französische Finanzminister Psret Md wahrscheinlich heute zur Besprechung des ßchuldenproblems nach London fahren.

Die Truppen Abd el Krims haben ân bei Tazo einen unerwarteten Vorstoß gegen die französischen Vorposten unternom-

ENSßMSds âWU an GhamverSain.

London. 6. April. Affairs" berichten, faßte der Union of Democratic solution:

. Wie dieForeign . . Je der Exekutivausschuß mocrâtic Control folgende Re-

»Das Exekutivkomitee der Union of Dsmo- cratic Control bedauert die Zurschaustellung der unseligen Intrigen vor und während der

Stubienfommiffion des Völkerbundes hatte, mißt derExelsior" besondere Bedeutung bei, weil von ihnen die weitere Entwicklung der Locarno-Politik abhänge. Bei dieser Gelegen­heit verweist das Blatt auf dis Propaganda, die gegenwärtig in der ganzen Welt gegen den Völkerbund unternommen werde. Die amen«

Mische Justizminister Dr. Franz Klein ist in Mn gestorben.

- Tschitscherin äußerte sich Moskauer Presseveltretern gegenüber über Europas gegenwärtige Lage.

Bratianu, der Schöpfer des neuen Ruinä- S hat einer neuen Regierung Platz machen m, an deren Spitze der General Avaresm ^t. Damit ist der Kampf zwischen Konser- Miismus und den Reformbestrebungen der

erbuusskaguna in Genf. Dadurch hat die stärkstem Nationalismus beseelte Geheim­diplomatie das legitime Funktionieren des Völkerbundes und damit die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund verhindert. Der Exekutivausschuß verurteilt auf das schärfste die Politik des englischen Außenmini­sters. die im Gegensatz zu dem klar ausge­sprochenen Willen der englische« Öffentlichkeit gestanden hat und schreibt seinem zweifelhaften Verhalten ein großes Waß der Verantwortung für den unglücklichen Ausgang der Tagung

von

konische Opposition werde immer stärker und diese findet ihren Widerhallindensüd- amerikanischen Republiken, in ge­wissen skandinavischen und baltischen Staaten, in Italien und sogar in Spanien. Die Locarno­politik sei auf der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und einem Völkerbund begründet gesen, der unbestrittene Autorität befeff

e. Wenn infolgedessen die Locarnopolitik wirken solle, müssen die Meinungsver- denheiten bezüglich des Völkerbundes so rasch wie möglich aus der Welt geschafft wer-

en

eigentlichen Oppositionsparteien für viele Biber Erwarten und zur größten Enttäuschung der breiten Masten zugunsten jener Kräfte ent­schieden worden, welche eine W e i t e r f ü h - rung des bisher ausgefprochen »achrechtsgerichtetenKurfesver- bürgen. Die Aussichten der vereinigten Op­position waren von Anfang an nicht dis besten, wenn auch ihre fresse überaus hoffnungsvoll W. Bon bestimmendem Ef M

Mf dèr Krise war aber der Einigung zwischen der Nationalpartei und den Kleinbauern bis zur letzten Stunde nicht ge-

ofeffor Iorga die schwer ins

ZU."

Im zweiten Teil der Resolution gratuliert der Exekutivausschuß der schwedischen Regie­rung aus Anlaß der festen Haltung ihres Ver­treters auf der Genfer Tagung. Diese Reso­lution ist bisher in der englischen Prefle tot­geschwiegen worden.

Deutschlands Teilnahme an der Der- fassungskommission des Völkerbundes Hak in politischen Kreisen Londons Ueberraschung hervorâerufen, die in einem Leitartikel des Manchester Guardian" rückhaltlos zum Aus­druck kommt. Das Blatt schreibt, die deutsche

den.

Auffallen muß, daß die beiden radikal­sozialistischen Blätter,Dolontè" undH Libre", heute dafür eintreten, daß die Sti Kommission des Völkerbundes sich nich mit der Frage der Gewährung der Sitz Rate beschäftigen soll, sondern mit der

)omme tubien* lt nur tze im

vollkommenen Umorganisierung des Bundes selbst. Der Völkerbundsrat soll zwar weiterhin seine bisherige Rolle inne haben, aber ihm sollten kontinentale Völkerbundräte zugezogen werden und zwar für die fünf Erdteile, und außerdem

Sollten f

besitzungen zu verteidigen; 3. aus disponiblen Streitkräften, die aus Franzosen und Einge­borenen bestehen werden und die in Frank­reich und Nordafrika Garnison halten. Die Dienstzeit wird auf 16 Monate herabgesetzt werden. Das französische Gebiet wird in 20 Regionen eingeteilt. Gegenwärtig besteht ein Jahrgang der Rekruten aus 240 000 Mann. Wegen Herabsetzung der Dienstzeit um zwei Monate muß jeder Jahrgang aus 300 000 Re­kruten bestehen. Diese werden in 20 Kriegs­divisionen eingeteilt werden. Dazu kommen die Truppen, die nicht in Divisionen eingeteilt sind und die allgemeine Reserve. Aus diesen drei Formationen werden eigene Deckungs­divisionen, die an der Grenze stehen werden, gebildet werden. Die Einberufung der Rekruten wird am 1. April, 1. August und 1. November jeden Jahres stattfinden.

Die Armee im Mutterlande wir!» jederzeit aus 220 000 ausgebildeten Soldaten bestehen, von denen 110 000 4 bis 10 Monate Dienst gemacht haben werden, und 110 000 10 bis 15 Monate. Sobald die Dienstzeit cnff ein Jahr herabgesetzt sein wird, wird Frank» reich noch immer 160 000 Soldaten haben, die 5 bis 11 Monate unter den Fahnen waren.

Was die Kolonial- und nordafri» konischen Truppen anbelangt, so solle» diese die ausländischen Besitzungen beschütze».

Es werden gemischte Formationen gebildet, die Mi Teil aus Eingeborenen bestehen solle». Die Kadres werden nicht von Frankreich ge­stellt werden, sondern es werden eine weihe

und drei gemb Diese vier Div

werden.

. . Frankreich

garnisonieren und werden zur Verstärkung der Grenztruppen dienen. Ferner können sie auch

dingen war und __,_,,.. . - , , ______

Vewicht fallende taktische Ungeschicklichkeit be- e, dem König zu erklären, daß er auf beffen

sich eine gemeinsame Regierungsliste, ge­bildet aus Mannern der Nationalpartei und den Kleinbauern, vorlegen könne. Auf diese Weise hätte die Krone die Verantwortung für die Verständigung der Oppositionsparteien übernehmen sollen, was aber von vornherein nicht zu erwarten war. Somit war eine Regie- Rin der neben den Avarescuanern auch iden andern Parteien vertreten gewesen mären, erledigt, und Avarescu wurde am nächsten Vormittag mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut.

Die neue Regierung besteht zum über­wiegenden Teil aus Mitgliedern der Volks- partei, die sich im vergangenen Sommer durch die Fusion mit den Resten der konser- »anv-progressistischen Partei Marghilomans »weiterte; von der Nationalpartei sind zwei ünmister zu Avarescu adgeschwenkt, Loldisch N Lupasch, die die Schuld an ihrem Ueber- Mt Maniu in die Schuhe schieben. Die neue dieglerung deswegen als eine Art Konzentra- uonskabinett bezeichnen zu wollen, wäre jedoch durchaus verfehlt.

k Heute kann schon mit aller Bestimmtheit ge= W "erden, daß die bisherige Entwicklung der usuge in Rumänien durch die neue Regierung grundlegende Aenderung erfahren wird, wird vielmehr hübsch allesbeimalten Adwen. Avarescu, der sich auf den Boden der ^rwfung stellt, wird gewiß der liberalen Ver- ^"ssugsreform kein Härchen krümmen und /".âsichaftsgesetzen, aus deren Weiterbe- i die Liberalen aus schon geschilderten n das allermeiste Gewicht legen, all die . Wng entgegenbringen, die von ihm gefor- wurde.

Änderung dürfte aber die W i rt= toirwl otitif erfahren. Der neue Land- ^yWsminifter Garoflid, einer der Wirtschaftsmänner des Landes, ist ein f beugter Anhänger der freien Wirtschafts- «nb der Hebung der Ausfuhr durch Äb- tum^vfL âr Hemmungen, die bisher den sehrAußenhandel so verhängnisvoll Ä hatten. In wirtschaftlicher Hinsicht ^igitens wird Garoflid die tragende des neuen Ministeriums sein, lnno- ders dank seinem Einfluß die Be- Nrl. der Landwirtschaft in viel höherem ileaiL Q^rett wird als die frühere liberale deren Schoßkind die aufstrebende a[5 a  des Landes war. Sowohl Garoflid Ist Äer neue Finanzminister Lapedatu tooW *t0cr einer Deflationspolitik; beide willen nan einer Aufwertung nicht viel am und werden krob fein, wenn ihnen dre

zu beteiligen, eine schicksalsschwere Entscheidung getroffen.Die deutsche

warum die deutsche Regierung die Beteiligung daran gewünscht habe. Dec Völkerbundsans- fchuß stehe vor der gleichen Aufgabe, wie der Rat in Genf, der so kläglich versagt habe. Deutschland sei nicht Mitglied des Völker­bundes. Solange es nicht MikgNed des Völker­bundes sei, dürfe es sich nicht über Ver-

Ziehern im Völkerbund auslii allen Gefahren der i

und des Drucks auss

iiehr den Draht, iefetn und sich Erpressung

setzen, die es bis- rmieben hätte.

her erfolgreich vermie--- ----

Es erhebe sich die weitere Frage, ob Deutsch- land nun seinerseits intrigieren und sich durch Kompromiße kompromittiere» wolle.

Locarnopolttik u. Völkerbuu-sreform

Paris, 6. April. Den Besprechungen, die der deutsche Botschafter in Paris mit dem

franzöfisl

wegen der

Festigung des Lei gelingt. Besonders Garoflid ist ein scharfer Gegner des Leiaufwertungs- gesetzes Vintila Bratianus.

Die auswärtige Politik der neuen Regierung wird von der bisherigen Linie ebenfalls nicht viel abweichen. Allerdings muß in diesem Zusammenhang hervorgehoben wer­den, daß Avarescusehrgutepersön- liche Verbindungen zu Mussolini unterhält und, als er vor zwei Jahren in Rom weilte, von Italien für den Fall einer Regie­rungsübernahme gewisse Zusicherungen bezüg­lich einer Ratifizierung des bessarabischen Pro­tokolls erhalten haben soll. Die neue Regierung wird daher dem Mussolinischen Italien gegen­über eine durchaus freundschaftliche Haltung bekunden und bestrebt sein, die Annähe­rung zwischenRumänien und Ita­lien, von der gerade jetzt so viel die Rede ist, tatsächlich zustande zu bringen. Ob Avarescu dafür die Anerkennung der Dnjestrgrenze durch Italien w.irklich durchsetzen wird, ist allerdings eine andere Frage.

Die nächstliegende Aufgabe der Regierung wird die Durchführung der Parla- mentswahlen fein, die in der zweiten Maihälfte stattfinden werden. Da die Regie­rung auf die Unterstützung der Liberalen rech­nen kann» ist bestimmt anzunehmen, daß Ava­rescu bei den Wahlen günstig abschneiden und die nötigen Stimmen erhalten wird, die zur Erreichung der 70 v. H. aller Mandate not­wendig sind. Die neue Reaieruna trifft jetzt

einzige Lösung sei, die könnte, weil sonst der Völker d auf seiner nächsten Tagung einen tödlichen Schlag er­leiden könne.

Scharfe litauische Note an Den Dölkerbundsrat.

London, 6. April. Der .Lally Telegraph" erfährt, daß Litauen eine Note an den Völker­bundsrat geschickt hat, die in ganz unge­wöhnlich scharfen Worten abgefaßt ist. Litauen hatte sich früher darüber beschwert, daß polnische Truppen ein Stück litauisches Ge­biet besetzt hatten, und erwartet, daß man chm Gelegenheit geben würde, Beweise für das pol­nische Vorgehen vorlegen zu können. Aber der Völkerbundsrat kümmerte sich nicht um die An­gelegenheit, sondern der Vorsitzende tat sie da­mit ab,daß er sagte, diebeidenStaaten würden wohl die Angelegenheit unter s i ch r e g e l n n n en. In der neuesten Note erklärt die litauische Regierung, man habe so gehandelt, weil die Freunde Polens im Völkerbundsrat nicht wollten, daß die Handlungsweise eines Landes gerade in dem Augenblick bloßgestellt mürbe, wo man ihm einen Sitz im Rate sichern wollte.

werden.

en

ehen, die in Frankreich garnisonieren wer» . Dazu kommen sechs Formationen für die auswärtigen Kriegsschauplätze. Algier urch Tunis werden vier Divisionen haben, die aus den dort geborenen Leuten bestehen werden.

Diese Armee wäre nicht vollkommen schlag­fertig, wenn nicht eine große Berufsarmee hiw- zukäme. "* j' 7

75 000 freiwillig weiterdienende Leute. Nach der Armeereform wird es 105 000 Mann Bs­

nur

schon allerlei Vorbereitungen, die darauf hin­deuten, daß man es mit keiner Uebergangs- erscheinung, sondern wahrscheinlich mit einem Dauerkabinett zu tun hat.

Die Haltung der vereinigten Oppo­sition ist nach den Ereignisten der letzten Tage klar: sie wird die neue Regierung mit noch größerer Feindseligkeit verfolgen und in den entscheidenden Wahl­kampf mit dem Mut des Verzweifelnden ein­treten, dem jedes Mittel gut genug ist, um fein Ziel zu erreichen.

Die Liberalen, deren Presse die neue Regie­rung mit Vorbehalt aufnahm, werden den Standpunkt einer wohlwollenden Op­position einnehmen. B r a t i a n u wird Avarescu genau so lange leben lassen, wie er es für notwendig erachtet, um im gegebenen Zeitpunkt wieder auf den Plan zu treten.

PaluIevSs Plan SerKesresumbildung

Paris, 6. April. Der französische General Thel»enet veröffentlicht imPetit Parisien" Mitteilungen über die neue französische Armee- organisation nach dem Projekt Painlevès. Die Armee wird bestehen 1. aus den S t r e i t - kräftendesMutterlandes, die grunb= Mich aus Franzosen zusammengesetzt sein sollen, und die ständig in Frankreich selbst Gar­nison halten werden; 2. aus den Uebersee- st r e i t k r ä f t e n, die aus Franzosen, Einqe- borenen und Ausländern bestehen sollen. Sie sind dazu bestimmt, die iranzösischen Ueberiee-'

rufsmilitâr brauchen. General Thevenet fügt nicht hinzu, welche Kosten diese Steigerung der Berufsarmee nach sich ziehen wird.

Eine FriedeosreSe Kerrivts.

Paris, 6. April. In Chatelleraut (Departe­ment Vienne) fand heute zu Ehren des Kam­merpräsidenten Herriot eine von den Radikale» veranstaltete Kundgebung statt, in deren Ver­lauf Herriot eine Rede hielt und sich gegen die Vorwürfe wandte, die gestern in Nancy gegen feine Laienpolifik erhoben wurden. Er sprach alsdann von seiner Friedenspolifik. Man habe, so führte er aus, den Frontkämpfern erklärt, dieser Krieg werde der letzte sein; es sei der Krieg des Rechts. Er habe geglaubt, dies dahin deuten zu sollen, daß, wenn Frankreich sieg­reich wäre seine Aufgabe darin bestehen würde, eine neue Weltorganisation zu suchen, um sie an die Stelle des früheren Allianzen- systems, des Erzeugers von Kriegen, zu feiern Er, Herriot, habe aber feine Regelung oorge» sehen, die bereits jetzt Frankreich mehr Garan­tien biete als das frühere System. Er l>ab« im Namen Frankreichs den endgültigen Frie­den nach Genf getragen. Das Werk sei nicht beendet. Er verkenne nicht die Tätigkeit der­jenigen, die es fortgesetzt hätten, und besonders nicht die Tättgkeit deren, die die Abkommen von Locarno unterzeichnet haben. Im weiteren Vers lauf feiner Rede kam Herriot auf die Sozia­listen zu sprechen. Er erklärte, man fordere von ihm seine sozialistischen Freunde zu verleugnen. Er lehne das aber ab; die Sozialisten hätten ihn immer mutig unterstützt und das werde er nicht vergessen. Heute gebe es in Frankreich eigentlich nur zwei Parteien und diese würden auch morgen bestehen: diejenigen, die offen und ehrlich von ihrer Arbeit lebten, und b« anderen, die von der Arbeit der anderen leben wollten. Man werde ihnen die Ausübung ihrer politischen Rechte nicht verweigern, aber ihren Einschüchterungen und Drohungen nicht nach- geben. Man habe erklärt, daß die Politik des Kartells verloren sei. Nein! so schloß Herriot, sie ist ebenso dauerhaft wie die Republik selbst!

Pèret geht nach London.

Paris, 7. April. Wie dasEcho de Paris» erfahren haben will, hat Staatssekretär Churchill dem Finantmimsier Pöret mitteilen lassen, daß er ibn lebt .ern in London leben werde, um mit ihm