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201. Iayrqang.

SanauerW Anzeiger

General-Anzeiger für -ie Kreise Kanan Sla-l und Land.

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Nr. 75 Dienstag den 30. März 1928

ArankveichS MarsWo» mrd GvtrienpolttW.

Die Regierung Briand in die Wiuderhett verletzt, aber ohne Folgen.

Das Budget-Zwölftel bereinigt

Paris, 29. März. Die Kammer hat heute die Diskussion über das zu bewilligende Budget- Mstel begonnen. Ein Abgeordneter der Dp« Dion verlangt vom Kriegsminister Aufklä- mig über die für Marokko und Syrien be­stimmten Kredite. Kriegsminister Painlevè trßärte, daß für Marokko 49 330 270 Fran­ken und für S y r i e n 23 496 000 Franken an- gesordert würden. (Ein kommunistischer Abge- Meter ruft dazwischen: Es lebe Locarno! Es lebe der Friede!) P a i n l e v è erklärte, daß er elfes tun werde, umdenFriedens-

die Frage des gleichen Abge­ordneten, ob sich die Friedensbedingungen etwa seit Juli v. I. geändert hätten, erklärte Bri­and nur insofern, als wir nicht wollen, daß wir nach drei Monaten wieder von Neuem beginnen müssen, worauf der Abg. B a r t h o n erklärte, wenn die Be­dingungen sich geändert haben sollten, müßte

schluß zu beschleunigen.) Aber um einen gerechten und dauerhaften Frieden Herz: Billen, seien zwei Parteien notwendig. 5, W.Desjardins verlangte hierauf vom èmgsminister Aufklärung darüber, wieviel lmppen in Syrien und Marokko stünden. ?ainlevè verweigerte diese Auskunft, mo« rauf Desjardins fortfuhr die Kampagne in Sy- M scharf zu kritisieren, vor allem die Tätigkeit te ehemaligen Oberkommissars General Ser- ml Painlevè weigerte sich, auf diese Angaben «Wgèhen und erklärte, daß die Kredite für Krokko seit Januar Zurückgegangen seien. Im ârigen nahm er den General Serrail in

Der Abg. Desjardins war davon unbe- 'Mdigt und wiederholte,.feine. âNi ' Werstand der Linksparteien aus! , tos wurde die Eeneraldiskussion geschlossen.

Es folgte die Einzelberatung. Der angefor- dttte Kredit für April beläuft sich auf insge- Wt 2 872 447 771 Franken. Der unabhängige Malist Abg. Baron verlangt eine Herab- jWng der für Syrien und Marokko bestimm- W Kredite um 10 Millionen, um gegen den »ildzug in Syrien und Marokko zu protestie- M. Der Kriegsminister wandte sich dagegen.

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>er

er annehmen, daß die von gewissen spanischen Zeitungen gebrachten Nachrichten, nach denen Frankreich nicht mehr freie Hand habe, einen Frieden zu schließen, auf Grund der von Pain- levè formulierten Bedingungen richtig seien.

Zum Schluß feiner Ausführungen apelliei ' der MinistervräsL-.. ... .......

den Antrag Baron zu stimmen. Nach Briands änderte der Abg. Baron seinen Aw

jeiner Ausführungen apellierte >ident an die Kammer, gegen der Rede

trag auf Streichung von 10 Millionen im Ka­pitel für Syrien und Marokko dahin, daß nur eine Million gestrichen werden soll. D e s j a r -

eunde auf, die Kredite zu bewilligen. Trotzdem wurde der Antrag Baron mit 268 gegen 265 Stimmen also mit drei Stimmen Mehrheit angenommen, was jedoch keine Folgen zeitigen wird, da die Regierung die Vertrauensfrage nicht gestellt hatte.

Alsdann wurden in rascher Folge die übri-

bin

rauf, was man im Ausland gegen uns sagt. Es ist ja auch nicht anders möglich, als daß in der ganzen Welt die Schwätzer des Demolibera­lismus, der Freimaurerei und des vaterlandslosen Plutokratismus gegen den Fascismus lärmen. Aber ich rufe allen Verantwortlichen, auch denen des Auslandes, zu: Auch Ihr wer­det unsere Wege gehen müssen. Auch Ihr werdet Euch vom parlamentari­schen Geschwätz freimachen und zu einer festen Exekutivgewalt kommen müssen, die kraftvoll neue grundlegende Probleme einheitlich zu lösen vermag, wie es Italien tut. Ich habe die Italiener von einigen ihrer Grundfehler geheilt: von grundlosem Optimismus und ihrer ver­hängnisvollen Neigung zum Schlendrian. Ich habe ihnen Disziplin gelehrt. Wir haben schon viel ge­leistet, aber vieles stehtunsnochbevor. Wir müssen wachsam bleiben, eingedenk, daß leben kämpfen heißt. Schön ist dieses Leben, aber schöner ist es, wenn es gilt, für dieses unser Ideal zu sterben!

Amerika und Italien.

London, 30. März. Blâttermeldungen aus Washington zufolge brachte Senator Reed im Se­dat eine Entschließung ein, die den Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten ermächtigt, eine neue Untersuchung der Regelung aller auswärtiger Schul­den zu veranstalten. Senator Smuts erhob Einwände gegen diese Entschließung. Senator Reed erklärte, der Friede Europas sei bedroht durch Mussolini. Senator Ro­binson trat für eine Vertagung der endgültigen Ent­scheidung über diese Frage bis nach der Zusammen­kunft der geplanten Abrüstungskonferenz ein, um Italiens tatsächliche Haltung gegenüber der Frage

des Weltfriedens festguftellen.

mann, Staatssekretär von Schubert und Frau, Staatssekretär Meißner, Gesandter Köster, Vertreter der preußischen Regierung usw. nahmen an dem Ausfluge teil. In Sanssouci wurde den Gästen ein Imbiß in der historischen Mühle geboten. Ein besonderer Empfang durch die Stadt Potsdam fand nicht statt.

Landesparleilag der Grotzdeutschsn Voiksparlei,

Innsbruck, 29. März. Auf dem Lanüsspartsrtag der Großdeutschen Volkspartei wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die besagt, daß bi» Großdeutsche Partei einem Desinteressement an Südtirol niemals zustimmen könnte und auch nie­mals darauf verzichten werde, daß die AngelegenhsK der deutschen Südtiroler als ein Minderheitsproblem vor den Völkerbund gebracht werde.

Die Jusammenstötze zwischenNakional-« fozialiften und KsmmuuMsn.

Leipzig, 29. März. Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 29. März fand im Zoologischen Garten eine von 25003000 Personen besuchte öffentliche Versammlung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei statt. Der russische Hochschulprofessor Dr. Gregor wollte über das ThemaDer Blutrausch des Bolschewismus" sprechen. Die Veranstaltung war sehr stark von Anhängern anscheinend kommu­nistischer Organisationen durchsetzt. Bereits zu Be­ginn seiner Ausführungen stieß der Referent a^ starken Widerspruch zahlreicher Bersammlungsbe- sucher. Plötzlich explodierte in der Mitte des Saales! anscheinend ein Feuerwsrkskörper unter lautem Knall. Der Zuhörer bemächtigte sich eine unge­heure Erregung und alles drängte den Ausgängen zu. Außer dem entwickelte sich eine ernsthaft«

tet

gegen timmen angenommen, ie Kammer hält heute abend eine Nacht- Sg ab, um das Wohnungsgesetz zu ver- . , leben.

eti mit'

Set Abg. Baron bedauerte, daß, als er in Sy- gewesen sei, um nach Petroleumquellen zu Wn, er nicht von dem Oberkommissariat Aierstutzt wurde. Er forderte, daß alle kolo- Mèn Expeditionen eingestellt werden, insbe- Mere aber die in Syrien. Man möge Syrien 2'oltni schenken. Kriegsminister Painlevè Widerte, weil man so bald wie möglich in Syrien den Frieden Herstellen wolle, könne darauf eingehen, daß die Kredite, die mLx Ation notwendig seien, vermindert ?r ^ne deshalb das Amendement ab.

WNkrnch habe gerechte Vorschläge in Ma- J? und Syrien gemacht, sie seien aber abge- TÄe.n; Der Waffenstillstand sei morgen W.^ uneben in einigen Tagen möglich, man dürfe Nichts gegen diese Möglichkei- m unternehmen. Man werde den Widerstand u wenn man den Eindruck erwecke, 8 Frankreich entmutigt sei.

Ministerpräsident Briand

^u^^e die Ausführungen des Kriegsmini- führte aus:

«fftn q:U-n£ Frankreich feien zu loyalen und Srinh- rMedensverhandlungen bereit. Der °>eil die mm06* be5^aIb leicht zu erzielen fein, genau wüßten, daß einmar keine Eroberungsabsichten, ja nicht die Rillig Autonomie antasten wolle. Wenn feien n s . wsher darauf nicht eingegangen lrüaer seb^^<? weil sie sich immer noch mit Weu ° ^e^uungen nähren. Wenn die ^nt^^Waffenstillstand auf der ganzen ten, aus-;^chl'nne sie es bisher versucht hät- ben, mLp »en schmalen Teil vorschlagen wür- ebenfo W^w^^ch bereit, sie anzuhören, Friede ""Zungen für einen dauerhaften übe tzrn^ g.^sfnen. Was Syrien betreffe, so »on vier $ ein Mandat aus. Drei Stämme »Mfinrc n bereits die Vorschläge des Ober- ?iebe[ ^rran,9enommen. Nur der Stamm der Qiie übrfaJ^ bisher geweigert. Man Ä b'e Drusen wissen lassen, daß an S iron^usl bcm sie darauf verzichten wür- ^ch bereit Lve ^"ldaten zu ermorden, Frank­er Q)ei Jh1' .mit ihnen auf der Grundlage eiu-nn m Autonomie zu verhandeln, "üegen köv^â^n Marokkos und Syriens > Der kowi^ "^ die Rede sein.

^'and, o^unistische Abg. Berthon fragte ^Urch tz ^»b"eit sei, dem Parlament und ^bediy^.^^lt und Abd el Krim die Frie- ^8eht r?en mitzuteilen, Briand

9efct)i<ft diese Frage und auf

Der Finanzausschuß billigle Pèrels Finanzprogramm.

Havas berichtet über den Verlauf der Mon­tagssitzung des Finanzausschusses, daß dieser von einem Briefe des Finanzministers Kennt­nis genommen habe, in dem Finanzminister Pèret eine Anzahl neuer indirekter Steuern, u. a. eine Stempelsteuer auf geschäftliche Trans­aktionen, eine erhöhte Steuer beim Verkauf

uc-Klub einen Feldzug zur Verhinderung der Ratifizierung der italienischen Schuldenregelung und versucht eine Beeinflussung der 67 Senatoren, die Freimaurer sind.

RücklrM des italienischen Kammer­präsidenten ?

Rom, 30. März. Eine Agentur meldet, aller­dings unter Vorbehalt, daß Kammerpräsident Easertano von diesem Posten zurücktreren werde, um das Präsidium des Staatsrates zu über­nehmen. Als Kammerpräsident fei ausersehen der jetzige Kolonialkommissar di Scalea.

von Immobilien und von

:rmen

sowie von Warenlagern, ferner eine Transport­steuer für Wein unb Mineralwasser vorschlägt. Diese indirekten Steuern sollen in den restlichen neun Monaten des Jahres einen Ertrag von

Die Kalifatbewegung, bund des I:

- Ein Völker- slam?

660 klärt

sanken bringen. Außerdem er- nanzminister bereit, eine Er-

höhung der Umsatzsteuer aus Grossisten und Halbgrossisten zu beschränken, wodurch in den restlichen neun Monaten des Jahres eine Ein­nahme von 1275 Millionen Franken erzielt werden soll. Der Finanzausschuß hat sich grundsätzlich mit dem Plane der neuen Stem­pelsteuer einverstanden erklärt und darauf Mi­nisterpräsident Briand und Finanzminister Pèret über die allgemeine Finanzlage und die Wirkungen der einzelnen vorgeschlagenen in­direkten Steuern angehört. Darauf nahm er mit 15 gegen 10 Stimmen bei drei Enthaltun­gen den Vorschlag des Finanzministers auf Erhöhung her Umsatzsteuer auf 2 Prozent für Grossisten und Halbgrossisten unter Schonung des Einzelhandels an, erklärte sich auch mit den vorgeschlagenen indirekten Steuern einver­standen.

Faseislische Keerschau in Rom.

Mvffollnlpfeift auf das Ausland.

Rom, 29. März. Am Sonntag fand im Stadion die große Heerschau zur Erinnerung an die Gründung der ersten fascisti - schen Kampfverbände vor sieben Jahren statt. An der Feier nahmen ungefähr 15 000 Mit­glieder der Miliz und der fascistische Verband Roms und der Provinz Latium teil. Die Regierung war vollzählig erschienen, außerdem die Spitzen aller Militär- und Zivilbehörden. Eine nach Tausenden zählende Zuschauennenge begrüßte Mussolini mit stürmischen Beifallskundgebungen.

Mussolini gab in seiner angekündigten Rede einen Ueberblick über die Gründung' und einzelnen Phasen der Partei. Er wies darauf hin, das histo­rische Verdienst der Revolution sei und bleibe es, Italien vor der Degeneration bewahrt und die Macht einer Klasse endgültig entrissen zu haben, die zu re­gieren unfähig geworden sei. Und die Gegner im Innern, so fuhr Mussolini fort, hat meinHalt" im Jahre 1924 zum Schweigen gebracht und ich be­sonders und wir Fascisten überhaupt pfeifen da-'

Loudon, 29. März.Daily News" berichtet aus Kairo ein stetes Anwachsen der Bewegung, wieder ein Kalifat repräsentativen Charakters zu schaffen. Es sei zu erwarten, M) der Kongreß, der auf Mai vom Al Azhar-Komikee einberufen worden ist, der Bewegung einen mächtigen Antrieb geben werde. Hinter diesem Komitee stehe König Fuad, der selber auf das Kalifat reflektiere. Aber vielleicht noch wichtiger sei das Komitee des Scheichs Mo­hammed Mahgi Abul, da es Verbindungen mit der gesamten islamitischen Welt habe und ein Kalifat in Mekka befürworte. Die Schaffung eines solchen würde der Gründung einer Art Völkerbund des Islam gleichkommen, sodaß dadurch ein neuer Faktor im internationalen Leben geschaffen wäre, mit dem gerechnet werden müsse.

Die Seulsch-öslerreich. Besprechungen.

Der Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Ramek in Berlin hat Gelege nlM zu wieder­holten Besprechungen im Auswärtigen Amt gegeben. Zunächst handelte es sich naturgemäß um die per­sönliche Fühlung der leitenden Staatsmänner und um eine gegenseitige Erörterung über die Beziehun­gen Deutschlands und Oesterreichs zu den verschie­denen Staaten. Dann wurden sowohl die allge­meine politische und wirtschaftliche Lage, wie auch insbesondere diejenigen Fragen behandelt, an denen beide Staaten ein besonderes Interesse haben. Die Besprechungen ergaben einè völlige Uebereinstim­mung in der Auffassung der Verhältnisse, wie sie durch ßocarno und Genf geschaffen wurden. Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahmen die wirtschaftlichen Fragen in Anspruch, wobei auf bei­den Seiten der Wille zum Ausdruck kam, den wirt­schaftlichen Interessen beider Länder in besonderer Berücksichtigung der augenblicklichen Methoden soweit wie möglich Rechnung zu tragen. Insbesondere wurde vereinbart einen Zusatzvertrag zum Handels­vertrag auszunehmen. Bei dem Charakter der Be­sprechungen tanum sonstige Entschließungen und Be­schlüsse irgendwelcher Art nicht in Frage.

Bundeskanzler Dr. Ramek stattete Potsdam Md' dem Schloß Sanssouci am Montagvormittag in Begleitung mehrerer Herren der Reichsregierung einen Besuch ab. Reichsaußenminffter Dr. Strese-

raumem ^ ebenfalls zu Schlägereien. Herbeigezsg Verstärkungen machten auch diesen Schlägereien ein Ende. Eine Anzahl der an der Schlägerei Beteilig­ten wurde dem Poüzeipräsidium zugeführt. zwei der Festgerwmmenen, die der Nationalsoziakn stischen Arbeiterpartei angehören, wurde eine Pistob und zwei Totschläger vorgefunden und beschlag nahmt. Nach den bis 11% Uhr vorliegenden Metz düngen wurden drei Poüzeibeamte und eine Ar» zahl Versammlungsteilnehmer verletzt.

Meine ©amen !

DieDeutsche Friedensliga" ist bekanntlich auf die echtdeutsche" Idee gekommen, für die Auf­stellung vonFriedensbäumen" im französischen Wiederaufbaugebiet in--Deutschland zu sam­meln. Eine herzerfrischende Abfuhr erfährt diese Idee nun vom FrauenbundDeutsche Not", der sich mit folgendem Offenen Brief an die Liga wendet:

Meine Damen! Sie fließen über von Mit­gefühl für Nordfrankreichs baumlose Ebenen und wenden sich an die deutsche Rührseligkeit, daß diese Bäume spende, 20 Mark pro Stück. Sind unsere Enffchkidigungskosten nicht hoch genug? Und welche Kluft gähnt zwischen deutscher und ftanzösischer Verrechnung der Sachlieferungen? Längst wären diese Landstriche bebaut und bepflanzt, wenn nicht der französische Wirffchaftsegoismu- dies verhin­dern würde. Weder deutsche Arbeiter noch deuffche Erzeugnisse sollen zugelassen werden. Die Kriegs­gebiete und besonders die französische Wirtschaft sind durch die ungeheuren Lasten, welche wir tragen,aufwärts geschädigt". Warum wettern Sie nicht gegen ftanzöstschen Chauvinismus und Geiz, welche uns zugrunde richten? Soll Deutfd)- land durch einseitige Brandmarkung nicht nur Mlitärisch, sondern auch psychisch wehrlos gemacht werden? Die Geschichte zeigt, daß die seelische Entmannung immer den Untergang eines Volkes bedeutet. Ist das Ihr Ziel, meine Damen?

Wenn nicht, so findet Ihreüberquellende Liebe" daheim ein reiches Feld zur Betätigung zwei Millionen Erwerbsloser eine durch feind­liche Gier, Finanzpiratentum und Wucher zu­sammengebrochene Wirtschaft Millionen alter hungernder Sparer. Setzen Sie aber Ihre bis­herige Tätigteit fort, so verbitten wir uns, daß Sie im Steinen der deutschen Frauen sprechen! Nennen Sie sich mit öftrer wahren, internationalen Nationalität oder Pazifistinnen niemals aber deutsche Frauen! Wir verwahren uns vor deckt Urteil der Welt und vor den Schatten unserer teuren Gefallenen, mit Jbnen etwas gemeinsam zu haben, und weisen die Zumutung zurück, als deutsche Frauen Ihr Treiben zu decken.

Englisches Lob über die Ruhr­bergwerke.

London, 29. März. DieDaily Mail" »er* öffentlicht den ersten ausführlichen Bericht der Delegation von Grubenarbeitern, die auf Kosten des Blattes zum Smdium der Verhältnisse ins