Einzelbild herunterladen
 

201. Jahrgang.

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kana« Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. / gernfpre' Sammelnummer 3956.

g,j)ig«pr«U Für bett halben Monat 1. Reichsmark, für den ganzen Monat LReichsmart ohne rxâgnloh«. Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 Reichspfennig. - Anzeigenpreise: Für j onl Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite H Rtichspfennig. Offertengebühr: 80 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstratze 8.

Nr. 72

Das neueste.

Zwischen bett Regierungsparteien, der Sozial- Motratt« und her Wtrschastlichen Vereinigung ist ^eßern abend eine Verständigung über das neue Strerrkompromitz erzielt worden.

- Der Reichstag hat gestern den Etat des Reichs- MmIntstertums erledigt.

- Da« Befinden des früheren Reichskanzlers -sthrenbach hat stch im Laufe der Nacht derart ver- Mchtert, daß mit seinem, Ableben gerechnet werben muß.

- I« der gestrigen Ministerratssttzuug hat der Kißniminister erklärt, die Handelsvertragsverhand- taigen mit Deutschland hätten eine günstige Wendung gfflommett. Er bezeichnete die Erklärungen Strese- ggntts im Reichstage als für Spanten sehr befrie- tigead, da sie ein Beweis für die in Deutschland zu tasten Spaniens eingetretene Reaktion seien.

- Die französische Kammer hat bas Budget für 1926 mit 415 gegen 128 Stimmen angenommen.

- Nach einer Meldung aus Peking soll dortselbst it« Entscheidungsschlacht bevorstehen.

Die LMrwen in EHMa»

Nach den letzten Meldungen aus China befinden $ Tientsin und Peking in der Gefahr, der Schau­platz schwerer Unruhen zu werden. Diese drohende Wertung lenkt die Aufmerksamkeit wieder ein- «il auf'bas Reich des fernen Ostens, das seit vier Wen heftigen inneren Erschütterungen ausgesetzt ß. Die Geschichte des chinesischen Bürgerkrieges hat i$s Erhebendes an sich. Es handelt sich im tobe genommen um nichts weiter als um die lafuche verschiedener militärischer Diktatoren, die ; fale verbündet sind und morgen gegeneinander ff Mn, die außerordentlich geschwächte Zentral- I Mt in Peking mitsamt ihrem Steuererhebungs- 1 Mrat in du Hand, z

»Mr nicht nur Macht ...... .........

I materielle Vorteile zu gewinnen. Dieses Hin und I her ist so verwickelter Natur, daß der fernstehende I Beobachter dem Zusammenhang der Ereignisse nicht 1 p folgen vermag. Wie soll man es sich erklären, I Mf der christliche General Feng im Jahre 1922 mit I Tu-Pei-Fu gegen Tschagtsolin kämpfte dagegen I ® Jahre 1924 mit Tfchangtsolin gegen Wu-Pei-Fu I Md gegenwärtig gegen beide? Es fehlt uns das I Verständnis für eine derartig wechselvolle Krieg- | Ehrung und deshalb bringen auch die wenigsten das 1 steteste auf, die Ereignisse auf dem chinesischen I Hriegstfjeater im einzelnen zu verfolgen.

I Der politische Hintergrund der chinesischen Er- I M'sfe ist und bleibt aber von großem Interesse. I M der Bühne agieren die chinesischen Generale, I Net den Kulissen aber haben große Auslands- I Achte die Fäden in der Hand. Am offensichtlichsten I der Einfluß, den die russische Sowjetregierung I Ach die Verbreitung des Bolschewismus sich in Wna gesichert hat. Sie ist zweifellos die Haupt- I Oberin bei der englandfeindlichen Propaganda, die I 81 China immer mehr an Boden gewinnt. Sie I A^ ihren Einfluß auch auf das junge China geb I N m dem das Nationalbewußtsein erwacht ist I "" sich mächtig gegen die ausländischen Bedrücker I M. So drückt mehr und mehr der Kampf zwischen I ^Mt-Rußland und England den kriegerischen Er- I "Affen in China seinen Stempel auf. Die Ent- I"Na, die diese Ereignisse in den letzten Tagen I ^"Annen haben, stehen ganz offensichtlich in die- I ^Zeichen. England hat den Boykott englischer I in Hongkong bereits als einen schweren I empfunden. Die Lage wurde aber noch I ^ahrdrohender, als die kämpfenden chinesischen I ^"ele den Peih-Fluß, an dem Tientsin liegt und I 5 auch eine Verbindungslinie mit Peking bildet, I ausländischen Handel sperrten. Sie ver- I een damit gegen das Protokoll vom Jahre 1901 I die Großmächte stellten denn auch sofort das I , "matum, die Sperre wieder aufzuheben. Dor I » a °cht lagen wurde das Ultimatum von den I z, ""^°n und von dem chinesischen Auswärtigen I . Angenommen. Aber es zeigte sich sofort, daß I kN die Schwierigkeiten nicht beseitigt waren. I 8 wurde dieser Vorgang zum Ausgangs-

, , der Unruhen, die gegenwärtig Zentralchina ' »schüttern drohen.

Peking antworteten die Studenten auf das ber roatUm der Großmächte und die Nack)giebigkeii ^".^Sierung mit Demonstrationen, die zu blutigen ^/ichenföllen führten. Viele Studenten büßten ihr « , »»- Der christliche General Feng machte "^trolregierung für die blutigen Zwischenfälle » ?^lich. Es gewann den Anschein, als soll« Kabinett gestürzt und durch ein Ministerium er» »erben, das der nationalen Bewegung geneh- öew ^"zwischen aber hatten die verbündeten i  ®u'?«i'Rus und Tschcmgffolins ihren Dor- ? *n der Zentralprovinz Tschili fortgesetzt. Die '^^sn des Generals Rena hatten Man«! an |

C " 1

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldet«« Ausfall der Lieferung infolge höherer Gemalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Für Platzvorschrift und Er sch ein « ng»tage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet-

Freitag den 26. März

DeMZZMsmW Wes das Mettevkampramrs.

0)75 Prozent Umsatzsteuer. Keine Ueberichreilung der Friedensmiete vor

1. April 1927. Aushebung der Luxus- und Weinsteuer. Biersteuer­erhöhung erst am 1. Januar 1927. Verlängerung Ser Erwerbslosen» unlerstützungssauer.

Berlin, 25. März. Rach langwierigen Verhandlungen, die von den Regierungspar­teien mit den Deutschnationalen und den So­zialdemokraten sowie der Wirtschaftlichen Ver­einigung geführt wurden, und den auch der Reichsfinanzminister und zeiknreise auch der Reichskanzler beiwohnte, ist es heule abend zu einer vorläufigen Verständigung über die Aenderung der Steuermilderungsvor­lage gekommen. Reben den Regierungs­parteien haben sich, wie das Rachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger er­fährt, bereits die Sozialdemokraten und die Wirtschaftliche Vereinigung mit diesem neuen Kompromiß einverstanden erklärt. Die Dentschnalioaalen haben eine offizielle Zu­stimmung noch nicht ausgesprochen. Man hofft aber, daß sie sich der Vereinbarung anschließen werden. Das neue Kompromiß wird noch heute abend dem Steuerausschuß vorgelegt werden, sodaß die abgeänderte Vorlage am Samstag an den Reichstag gelangen könnte. Die zweite und dritte Lesung soll dann am Montag und Dienstag erfolgen.

Das neue Kompromiß hält, wie das Rach­richtenbüro erfährt, an der Umsatzsteuer n der Höhe pon 0.75 Prozent fest.

Staatssekretär Popitz erklärte, die Re­gierung halte nach wie vor ihren Gesetzentwurf mit den von den Regierungsparteien vorge­schlagenen Abänderungen aufrecht. Soeben werde aber ein Antrag Dr. Hertz (Soz) über­reicht zur Abänderrmg des Finanzausgleiches in der Richtung, daß die Miete bis zum 1. April 1927 nicht über 100 Projent der Frie­densmiete erhöht werden dürfe. Dieser Antrag biete die Möglichkeit, daß die Regierung ihm zustimme.

Abg. Dr. V n i n g (Ztr.) erklärte, daß die Regierungsparteien an dem Kompromiß festhielten. Sie würden jede anderweitige Ver­wendung der versprochenen Steuersenkung von 500 Millionen ablehnen und müßten deshalb den deutschnationalen Antrag mißbilligen, stimmten aber dem Antrag der Sozialdemo­kraten zu.

Abg. Dr Becker-Hessen (Dopt.) betonte, daß der Antrag Hergt schon deshalb bedenk­lich sei, weil die Verhältnisse in den einzelnen Ländern bezüglich des Hausbesitzes ganz ver­schieden lägen.

In der Absttmrnung wurden die kommu­nistischen Anträge a b g e l e h n t, desgleichen die deutschnationalen Anträge. Angenommen won

1926

wachenden, nationalen Chinas, das zweifellos unter dem Einfluß der Sowjetregierung steht. So mag sich wohl auch der Rückzug bes Generals Feng aus dem Wunsche erklären, in nähere Berührung mit den Russen zu kommen und auf diese Weise wieder mit genügend Waffen und Munition versehen zu werden. Ob in der Zwischenzell Wu-Pei-Fu und Tschangtsolin verbündet bleiben, ober ob sie sich wieder gegenseitig in die Haare geraten, ist ungewiß. An derartig« unvorhergesehen« Avischenfälle ist man auf dem chinesischen Kriegsschauplatz jedenfalls ge­wöhnt.

Sicher aber ist, daß General Feng und seine Verbündeten kein« entscheidende Niederlage erlitten haben. In Kanton, d. h. im Süden von China, ist der bolschervistrsche Einfluß noch sehr stark. Und während in den gebildeten Kreisen Chinas die nationale Bewegung sich durchsetzt, gärt es in den Mafien aus Gründen tiefer wirtschaftlicher Not. Unter diesen Umständen behalten die kriegerischen Vorgänge in China ihre große internationale Be­deutung, denn man weiß nicht, welches Feuer sich an diesem Punkte noch einmal entzünden tarnt

Vor der Enttcheidungsschlachl bei Peking?

Paris, 25. März. Rach einer Meldung bet Agentur Indo-Pacific aus Peking hält General Li- Tsching-ling die Ordnung in Tientsin aufrecht. Eine Division der Schaog-fung-Trappen fei vor der Stadt angekommen. Die Mukden-Truppen hätten Tong­schon beseht und die Truppen kuo-min-ffching« setzten den Rückzug weiter fort

Peking, 25. März. Reuter. Die Generale Ln-Tsching-ling und Min-Tsching befehligen jetzt ge­meinsam die geschlagene Sno-Min-isching-Armee, di« Lin-Tsching-ling aus Tientsin vertrieben hat. Liu- Tsching-ling scheint zu beabsichtigen, die starken rück­wärtigen Stellungen der Suo-Mia-Tsching-Truppeu um Peking herum zum Schauplatz bet" Enffchei-

SeiitL Unterführer mibe»

druck kommen, daß durch eine Art Sperrgeseh im allgemeinen die Erhöhung der Mieten über den Friedenssatz erst vom 1. April 1927 ab erfolgen kaum

Die Luxussteuer wird aufge- hobeu. Die Fusionssteuer wird im wesent­lichen nach den letzten Anträgen der Regie­rungsparteien festg^etzt. Ebenso die Regression der Vermögenssteuer für die kleineren Ver­mögen. Wester wird festgesetzt der Fortfall

an

der Betaust Dezember 1

der

31.

Die Wein st euer wird aufgehoben. Bezüglich der Sektsteuer wird vom 1. Juli die­ses Jahres ab eine Danderolensteuer einge- führk, die eine Mark pro Flasche betrügt. Für Fruchlschanmwein soll die Landerolensteuer 2 Pfg. pro Flasche betragen.

Die Biersleuererhöhung tritt erst am 1. Januar 1927 in Kraft. weiter soll eine

Resolution angenommen werden, wonach in Zukunft die Zuckersteuer ermäßigt werden soll, . " - -trag durch eine bessere Gestaltung des Branntweinmonopols

wenn man den ausfallenden Bel

ersehen kann.

Bezüglich der Erwerbslosen soll die Berechtigung zum Bezug der Unterstützung auf 39 Wochen verlängert werden. Außerdem sollen Bestimmungen getroffen werden, nwnach die ausgesteuerten wieder in die Unterstützungsbe.

Ferner soll beschlossen werden, daß der Eigenverbrauch der in der Landwirtschaft mit­arbeitenden Familienangehörigen nicht der Umsatzsteuer unterliegen soll.

Die Verhandlungen tmSteuerausschuh des Beichskages.

Berlin. 25. März. In der heutigen Abend­sitzung des Steusrausschusies legte Abgeord­neter Hergt (Dntl.) einen neuen Eventual­antrag zu dem Kompromiß vor, der darauf hinausläuft, die Umsatzsteuer mit 1 Prozent aufrecht zu erhalten, dafür aber die Haus­zinssteuer mit 6 Prozent der Friedensmiete zu senken (3 Prozent zu Gunsten des Mieters und 3 Prozent zu Gunsten des Vermieters) und die Länder aus der Umsatzsteuer und Etatsmitteln zu entschädigen.

Munition. Ein großer Munitionstransport, der ihnen von Wladiwostok aus durch die Russen zu- geführt werden sollte, war in die Hände eines dem General Tsck)ongtsolin ergebenen Admirals gefallen. Anfangs dieser Woche mußte Tientsin geräumt wer­den und seitdem ist der Rückzug der nationalen Truppen durch Peking nordwärts fortgesetzt worden. Um das Gesicht zu wahren wie es in China immer üblich «wss« ist. bat General Rena

der Friedensmreke darf bis zum 31 nicht überschritten werden. Ausnahmen find nur zulässig, soweit die Festsetzung einer höhe­ren Blicke erforderlich ist, um die in dem § 26 Abs. 3 und 4 vorgesehenen Zuweisungsbekräge sicherzustellen. Soweit die Miete für die Zeit nach dem 1. April 1926 bereits höher festgesetzt ist, oder die im § 26,3 und 4 vorgesehenen Zu­weisungsbeträge bereits überschritten sind, blei­ben die getroffenen Bestimmungen unberührt."

Unter Ablehnung aller anderen Anträge wurde der Satz der Umsatzsteuer auf 0.75 Prozent festgesetzt. Angenommen wurde dagegen ein Antrag Dr. P r e y e r (Dntl.), der das Umsatzsteuergesetz wie folgt ändert:Don der Umsatzsteuer befreit werden ärztliche und ähnliche Hilfeleistungen, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel soweit Entgeld dafür von den reichsgesetzlichen Versicherungsträgern den Krankenkassen der felbftänbigen Handwerker und Gewerbetreibenden sowie den Ersatzkassen zu zahlen sind. Dasselbe gilt auch für Heilanstal­ten und Krankenhäuser, soweit sie das Heil­verfahren im Auftrage von reichsgesetzlichen Versicherungsträgern durchführen. Dasselbe gilt auch für Umsätze solcher landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die landwirtschaftlichen Arbeitern und Angestellten als Vergütung für die ge­leisteten Dienste vom Arbeitgeber gewährt wurden (Deputate) und für die Umsätze der da­durch für die Wirtschaft der Arbeiter und An- gestellten-Erzeugnisss."

Angenommen wurde ferner folgende Ent­schließung der Regierungspar­teien:

Die Reichsregierung wird ersucht, eine teilweise Befreiung des Eigenverbrauches ron der Umsatzsteuer bei selbstwirtschaftenden Land­wirten bezüglich ihrer mitarbeitenden Fami- lienan^chärigen ab 1. April 1926 eintreten zu

Gegen die Aufhebung der Luxus- st e u e r wurde kein Einspruch erhoben. Es folgt die Beratung der Fusionssteuer. Nach eingehender Beratung wurde die Fusions­steuer in der Fassung des ersten Steuerkom- promisies angenommen. Hierauf wurde die Weiterberatung auf Freitag vertagt.

erklären lasten, daß er mit feinen Truppen die mongolischen Steppen zu kultivieren gedenke und von der Politik nichts mehr wissen wolle.

Selbstverständlich wird der Bürgerkrieg in China weitergehen. Die es scheint, spitzt er sich mehr und mehr zu auf einen Kamps zwischen Wu-Pei-Fu und Tfchangtsolin. die das konservative Element ver­treten und für den Bolschewismus nichts übrig haben, und den militärii-den Streitkrâi»« bes er-

danach, Geld für die Bezahlung der großen, in der Nähe der Hauptstadt zusammengezogenen Truppen- körper zu finden.

Eine Debatte über Genf im Oberhaus»

London, 24. März. Lord Oxford and As« q u i t h, der die Debatte über Genf einleitete, er» Härte, er verfolge den Zweck, heute durch feine Rede wesentliche und wirksame Versicherungen bezüglich der Zukunft zu erhalten. Es sei eine bedauerliche Tatsache, daß der Locarnopakt im gegenwärtigen Augenblick, vom juristischen Standpunkt aus gesehen, überhaupt keine Wirksamkeit habe, trotz der sehr zweideutigen und rhetorischen Erklärungen, die zum Schluß der Genfer Verhandlungen von Seiten der Vertreter der Locornomächte abgegeben wurden. Die deutsche Regierung habe nach Locarno in einem Zirkular die Mitglieder des Völkerbundsrates ge­fragt, ob Deutschland, wenn es als Mitglied des Völkerbundes ausgenommen werde, darauf rechnen könne, auch zum ständigen Mitglied des Rates ge­macht zu werden. Nicht ein einziges der 10 Mit­glieder des Rates, mit Ausnahme von Brasilien, das eine Art von zweideutigem Vorbehalt machte, hätte in seiner Antwort angedeutet, daß eine weitere Vermehrung des Rates von ihm in Aussicht genom­men würde. Deutschland sei daher vollkommen be­rechtigt gewesen, anzunehmen, daß sein Eintritt ohne weitere Meinungsverschiedenheiten erfolgen werde. Auch sei von niemand in Locarno ange­deutet worden, daß irgend eine andere Umbildung des Rates, außer der, die notwendigerweise auf Deutschlands Eintritt in den Völkerbund erfolgen würde, beabsichtigt sei. Das englische Volk sei all, gemein dieser Ansicht gewesen, und er habe nie eine größere Einstimmigkeit in irgend einer Frage der Außenpcfiitik erlebt, als die Dölkerbundsver- sammlung zusammentrat und die Vertreter von 40 bis 50 Staaten anwesend waren, mußten sie zehn oder viorzehn Tage in den Korridoren und Vorzim­mern herumstehen, während hinter oerfditoffenen. Türen eine auserwählte Gruppe von Mächte«, einige davon Großmächte und einige sehr kleine Mächte, sich mit Tauschhandelsgeschästen befaßten, um zu einer Vereinbarung uniéreinanber zu ge­langen.

Lord Oxford fuhr fort, nachdem er den Wiener Kongreß als Vergleich für die Geheimniskrämerei auf der Genfer Konferenz herangezogen hatte, es habe auf der Genfer Konferenz keine öffentliche Ev> Körung gegeben, außer dem Klatsch der Zeitungs­berichterstatter über die Borgänge und Intrigen bst» ter den verschlossenen Türen. Lord Oxford sagte, er habe die gestern von Chamberlain abgegebenen Erklärungen gelesen und schließe sich kein« Beschuldigung oder Jnfinuierung an. di« gegen bN Ehre Chamberlains oder seinen Wunsch, die Wirb samkeit des Völkerbundes selbst zu fördern, geridy M sei. Lord Oxford fragte im «eiteren Verlauf