Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Sehe 4

Irettog Sen 12. März

Nr. 50

âleimgkstten aus dem Gemchtsjaal,

Milchpankjcher.

Jm Kriege hat man das Fälschen gelernt, es gab ja fast keine Ware mehr, die nicht als Ersatz" zu haben war. Wenn man aber keinen Ersatz hatte, sostreifte" man das vorhandene Produkt. So geschah es mit der Milch. Was man in Zeiten her Not gelernt, vergißt man nicht so leicht, und so kommt es, daß auch heute noch gestrecki wird. Besonders in Mittelbuchen scheint man den Dreh zu kennen, denn im Ok­tober v. Js. fiel es auf, daß die Milch, die von

dort stammte, verwässert war. Es wurden des­halb vom Oberlandjäger Milchproben entnom­men und die Milch in Hanau geprüft Bei drei Landwirten zeigte die Milch Wasserzusatz und die drei hatten sich deshalb wegen Nahrungs- mittelfälschuna vor dem Einzelrichter zu ver­antworten. Alle drei gebrauchten die gleiche Ausrede: Das Wasser kann nur dadurch in die Milch gekommen sein, daß in den Gefäßen noch Waffer vom Spülen her gewesen sei. Das Ge­richt setzte aber voraus, daß man dieses Waffer hätte bemerken müssen und verurteilte den ersten Angeklagten, bei dem 14 Prozent Waffer gefunden war, zu 50 RM. und den zweiten Angeklagten, bei dem sogar 22 Prozent Wasser­zusatz festgestellt wurden, zu 150 RM. Strafe. Das Gericht betonte die Verwerflichkeit des Fälschers unb drückte aus, daß die Strafe nur aus dem Grund so niedrig gehalten worden fei, da die Lankm-irlschaft z. Zt. schwer zu kämpfen hat. Die Verhandlung gegen den dritten Ange­klagten wurde vertagt, da noch Unklarheiten bestanden, bei wem die Fälschung vorgenom­men wurde. x

brannte das Protokoll und bedrohte den Be­amten mit einem Schlagring und beschimpfte ihn in gröbster Weise. Erst durch das Da- zwischemretsn einer Kontoristin wurde er an weiteren Ausschreitungen gehindert. Wegen dieser Straftaten hatte er sich gestern vor dem Enzelrichter zu verantworten. Der Rechtsan­walt des Angeklagten stellte im Laufe dar Ver­handlung Strafantrag gegen den Pfändungs- beamten wegen Körperverletzung. Dos Urteil lautete wegen Nötigung auf 100 RM-, wegen Beleidigung auf 50 RM- und wegen Vernich- tuna eines amtlichen Schriftstückes auf 20 RM. Geldstrafe.

bem Standpunkt, daß alles versucht werben muß, auch in diesem Jahr wieder gum Bauen zu tonuuen, und zwar wird beabsichtigt, ein Mehrfamilienhaus dergestalt zu bauen, daß in demselben vier Einzimmerwohnungen und vier Znieizimmerwohnungen vorhanden sind. Die Wohnungen sollen dergestalt gebaut werden, daß die Ein- und Zweizimmerwohnungen evtl, zu Vierzimmerwohnungen zusammengelegt werden können. Der Gemeindevorstand wird beauftragt, die nötigen Vorarbeiten zu er­ledigen, um zu erreichen, daß in diesem Jahre mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses be­gonnen werden samt. In dem Mehrfamilien-

schlosfenen Sitzung wurde von bem Gemeu Vorstand eine anderweitige Regelung ?>Lachtwache und der Geschäfte des Avl Hungsbeamten vorgeschlagen.

LaMèBS ^uum.

Langendiebach, 11. März. (Frühjahrs­konzert.) Am 14 März veranstaltet der Musikverein Langendiebach im Saale des Gast­hausesSur Krone" sein diesjähriges Früh­jahrskonzert. Der Verein hat, wie immer, ein sehr reichhalliges abwechslungsreiches Pro­gramm zusammengestellt. Neben bekannten Märschen ist aus dem Programm besonders die Ouvertüre zur komischen OperetteKönig Mydas" von (*n< * ^»i riH^

haus sollen Ein- und Zweizimmerwohnungen untergebracht werden. Herr Zimmermeiper Peter Heck 3. ist bereit, von seiner Baurechnung für die Zimmerarbeiten einen Betrag von 1000 Reichsmark der Gemeinde als Darlehen gegen jährlich 12 Prozent Zinsen und einem jähr­lichen Abtrag von 2 Prozent zuzüglich der er­sparten Zinsen der Schuldsumme zu belasten. Einstimmig wurde der Aufnahme zugestimmt. Die Bedingungen, gegen welche das Darlehen geasben wird, sind folgende: Zinsen 12. v. H. und einen jährlichen Abtrag von 2 n. ^. zu-

Steinheimer Nachrichter,

AmMche Bolmnntmachullge«.

Bekannulmachung»

Setr.: Sons rolle von Ouittungstarten.

In nächster Zeit findet in hiesiger Semei wiederum eine Kontrolle der Qnualibentai durch einen Kontrolleur der Landesversi rungsanstalt Darmstadt statt.

Wir empfehl 'den Arbeitgebern, die $ ten für die bei ihnen beschäftigten Arb« oder Arbeiterinnen bereit zu halten.

Den Selbstversicherten empfehlen wir ihrem eigensten Interesse , ihre Karten bei Kontrolle vorzulegen, um späteren Unannei lichkeiten vorzubeugen.

Klein-Steinheim den 10. März 1926.

Hessische Bürgermeisterei-

1Konlg züglich der ersparten Zinsen der Schuldsumme, j 6fi*i^tt««m^9nA^ Die Zinszahlung und die Kündigung ist eine

A^D halbjährliche. Durch eine öffentliche Bekannt-

manae, von ^ und dasZi^ machung stll die Bevölkerung auf die Wichtig-

Boldi hervorzuheben. Auf allgemeinen Wunsch ist auch dieses Mal wieder das PotpourriIm Krug zum grünen Kranze" von Rhode in die Vortragsfolge ausgenommen worden. Der Be-

ginn des Konzertes ist auf 7 Uhr festgesetzt ftebi worden. 9m Anschluß an das Konzert wird das ^ert Orchester noch zum Tanz auf spielen. ^^

Die man zu Geld kommt'

Ein Vertreter kam eines Tages zu einem Hanauer Spenglermeister und machte ihm Offerte in Glühbirnen. Er gab sich als Mit­inhaber einer Wiesbadener Firma aus und trat sehr großzügig auf, er srhiell auch einen Auftrag und pumpte den Besteller gleich darauf um 10 Mk. an. Einige Tage später borgte er nochmal 10 Mk. und verschwand dann auf Nimmerwiedersehen. Es stellte sich dann auch noch heraus, daß er weder Vertreter noch Mit­inhaber der Firma war, für die er Aufträge annahm. Wegen Betrugs wurde er zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Der sich» aagemeldete Radioapparat.

Wie vorsichtig man mit dem Anlegen von Radioappararen sein muß, zeigte eine Ver­handlung gegen einen Silbsrschmied von hier. Er Haire den Apparat, den er anlegen wollte, bei der Post angemeldet, aber noch keine Ge­nehmigung zum Hören erhalten, trotzdem be­gann er ihn zu bauen, denn er wollte seiner kranken Mutrer eine Freude machen. Er war auch in dem Glauben, die Anmelduna öenüae. Das Gericht bestrafte ihn wegen Verstoßes gegen die Funkverordnung mit 15 RM- und erkannte auf Einziehung des Funkapparates. Jm Strafbefehl mar eine Geldstrafe von -3öRM- ausgesprochen worden.

Sin unbeliebter Alaun ist der Pfändungsbeamte, besonders wenn man mit 31Ö6 RM. Steuern im Rückstand ist und mit Pfändung gedroht wird. Einem Handler von hier kam der Beamte eines Samstags deshalb auch nicht recht, denn er hatte da einen besonders lebhaften Gefchäftsbetrieb. Er wurde deshalb gleich sehr aufgeregt und riß das Protokoll, das aufgeschlagen auf dem Tisch lag, an sich und wollte es verbrennen. Um die Ver­nichtung des Protokolls zu verhindern packte der Dollzehungsbeamte den Händler an der Brust, dieser ließ sich aber nicht abhalten, ver-

seit der Schnakenbekämpfung"hingewiesen wer­den. Die Bekämpfung soll durch Abflammen bezw. Ausräuchern vorgenommen werden. Von der Vernichtung der Brut durch Begießen der stehenden Wässer soll Abstand genommen wer­den, wett nach einstimmiger Meinung der Ge- meinbepertretung eine derartige Bekämpfung unmöglich sei, da eine zu große Fläche in der Gemarkung Bischofsheim in Frage kommt. Der voroeleate Entwurf über die Steuer für

Ostheim, 12. März. (Evangelischer Bund.) Der Generalsekretär des Evangel. ?^d-^,Marrsr Haupt aus Gießen, sprach am ....... U1, uu uie öieucr fur

Li ^' J .^er Öligen Kirche über bte das Hatten der Ziegen wurde mit 7 Stimmen Wacht am Rhein und an der Drau. Pfarrer

Haupt mußte wegen feiner Stellungnahme gegen die Separatisten von feiner Amtsstelle in Mainz flüchten und wurde von den Fran­zosen zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er erzählte auch von der protestantischen Seme* Sin Deutsch-Oesterreich, insbesondere des tnerlandes. Fortgesetzt wurde der Vortrag dann durch Obsrsekretär Voshagen aus Hoch­stadt, welcher über die Aufgaben des Evangel. Bundes und von feiner Aufgabe als Wächter vor inneren unb äußeren Gefahren, welche den Protestantismus bedrohen, sprach. Es wurden dann noch Lichtbilder aus dem lieb­lichen Kärntnerlande mit seinen herrlichen Seen und seinen echt deutschen Liedern gezeigt- Die zahlreich versammelte Semeinbe folgte den Ausführungen mit vollem Interesse und wird der schöne Wend sicher dazu beitragen, die evangelische Bundessache weiter zu fördern.

Bischofsheim, 10. März. (Gemeinbe* oertre terf tbung.) In bet Gememdever-

bet b Stimmenthaltungen mit der Abänderung angenommen, daß anstatt der Steuer von 2 RM- eine solche von 1.50 RM. zur Erhebung kommt. Die Ordnung betr. der Steuer auf das Rindvieh wurde angenommen mit 7 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen mit der Abänderung, daß im § 2 Abs. 2 die 18 in 20 geändert wird und daß als Jahressteusr statt 5 nur 4.50 Mk. zur Erhebung gelangt Einstimmig wurde beschlossen, von der im Rèichsscyuldbuch einge­tragenen Forderung des Schulverbandes

EK

trekersitzung wurde zunächst der Beitritt zu dem Oefterreichisch-Deutschen Volksbund einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 15 Mk. beschlossen. Weiter wurde einstimmig der Vor­schlag des Eemeindevorstandes, die Masten der elektrischen Leitung in der Breulgaffe zu ent­fernen und durch Dachständer zu ersetzen, ange­nommen. Es soll jedoch hierbei vorher noch eine Rücksprache mit dem Kreis-Elektrizitätsamt er- folgen, ob es eventl. bei den alten Häusern zweckmäßiger sei, Arme an den Giebelwändsn anzubringen. Bis zum L März ds. 3s. müssen, um Hauszinssteuer-Hypotheken zu er- halten, entsprechende Anträge bei dem Vor­sitzenden des Kreisausschuffes eingereicht wer­den. Die bewilligten Hypotheken betragen für die hissiege Gemeinde 4000 RM. Da die Woh- nungsnot hier noch immer ziemlich stark vor­herrscht, so steht der Gemeindevorstand auf

Bifchofsheim (Kr. Hanau) im Betrage von 112.50 RM. wird als Eigentümer je zur Hälfte eingetragen: Der Schulverband und die Kir­chengemeinde Bischofsheim. Auf die den Auf­wertungsbetrag libersteigende 50 Papiermark wird verzichtet. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß die Zugverbindungen mit Frankfurt, vor allem an den Sonntagen in den Abend­stunden, sehr zu wünschen übrig lassen. In der Aussprache hierüber wurde von allen Seiten den AuârunM bèigepflWet und de? Vor­schlag des Vorsitzenden, daß der Esmeindevor- stand bestimmte Vorschläge betr. der Abände­rung des Fahrplanes macht und diese weiter­leitet, angenommen. Des wetteren wurde von dem Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß für das Volksbegehren von feiten des Ge- meinbeporftanbes fünf Einzeichnungslokale für die zwei in die Abstimmungszeit fallende Sonn- ' tage eingerichtet werden. An den Wochentagen 1

Tages auf demÄäthaue eine Einzeichnung vorzunehmen. Der Vorsitzende wies des wei­teren noch darauf hin, daß für die Besetzung der einzelnen Büros der Gemeindevorstand und die Vertretung mit herangezogen werden. Don der Bewilligung eines außerordentlichen einmaligen Ergänzungszuschusses zu den Schul- lasten in Höhe von 1600 RM. wurde Kenntnis genommen. In der hierauf folgenden ge-

Alein-Sieinheim, 12. März. Wie sch darauf hingewiesen, findet am Sonnii 14. März, in dem Saale von Herty ein St zert der Gesangvereine Üiederkranz Kl« Steinheim, Germania Obertshausen und wärts Rumpenheim statt. Näheres siehe h« tiges Inserat.

Groß-Skeillheim, 11. März. (Erwerbslos Die Zahl der Erwerbslosen betrug in der h ten Woche 360.

Groß-Sleinheim, 12. MSm. B's heute ft sind in Groß-Steinhsim 460 in Klein-Stei Heim 800 Einzeichnungen in die Liste Volksbegehren vorgenommen worden.

Ans M «ttd Sem.

Gelnhausen, 12. März. Lichtbilder-Vortch über den Protestantismus in Oesterreich in bi Vergangenheit und Gegenwart wurden in b Zeit vom 14 bis 17. Februar von dem Ob« Sekretär Voshagen aus Hochstadt in Spielbe: Wittgenborn und Leisenwald unter zahlreich Beteiligung der Gemeinden abgehalten. ( wurden dabei die Gefahren, die dem Protest« tismus von innen und außen drohen, o Augen geführt. Die herrlichen Landschaften bi Salzburger Landes, Steiermark, Körnten ui Niederösterreich fanden großen Beifall. Au Bilder aus der grausamen Verfolgung der Pr testanten durch die nach Oesterreich berufen' Jesuiten, so z. B des furchtbaren Blurgericht auf dem Altmarkt in Prag, des Würfelspic auf dem Haushamerfelde ui ä. wurden geje« Ein neuer Zweigverein entstand in Willis born. Da die Dorkräge leider m^K^s^ schlechten Wetters abgebrochen, werden müjH sollen solche im Herbst fortgesetzt werden. i

Frankfurt a. M., 11. März. Zwischen b Mitgliedern eines Rödelheimer und ein Eckenheimer Fußballclubs kam es in der der Affenheimerstraße in Wdelheim zu eint schweren Schlägerei, bei der auch das MH eine Rolle spielte. Es gab blutige Köpfe uit Stichverletzungen. Der Haupttäter wurde w der Rödelheimer Polizeiwache in Haft gerne men.

Wiesbaden, 11. März. Im Schnellzug Wis baden Paris wurden zwei Großschieber wt ' ' der Hauptsache Wein und Lili

schoben, welche sie in den Aborten verstauten! und so über Lie Grenze brachten.

Oberhausen, 11. März. Ast der Umgehung bahn nach Oberhausen ist eine große Herde eines Oberhausener Besitzers auf »

haftet, die in schoben, meli'

gewöhnte sich an seine neue Wirtschaft. Jetzt erst sah er, daß Hedwig ihm wirklich gleich­gültig war, daß er das Alleinsein in den wohn­lichen Räumen als Annehmlichkeit empfand. Nur die Freude an der Arbeit kehrte nicht mehr in vollem Umfang zurück. Manches kam ihm jetzt zweck- und sinnlos vor. Er verstand nicht, warum er Kleinigkeiten, die andere, min­dere Beamten ebensogut besorgen konnten wie er selbst, erledigte. Er machte es sich bequemer, ging später ins Bureau und kam früher nach Haufe. Die Verlagsgeschäfte wurden dabei ge­nau so exakt erledigt wie früher. Es kam jetzt vor, daß er sich langweilte. Er schlug Bro­schüren und Manuskripte auf und las nicht darin. Dann ging er spazieren, schlenkerte durch die Straßen, kaufte sogar Kleinigkeiten für die Wohnung und beobachtete, wie Bumm­ler in den Hauptstraßen unaufhörlich auf und ab gingen.

Verhältnismäßig am meisten Freude wachte ihm seine Geschichte des Ärmenwesens. Ohne daß er sich besonders angestrengt hätte, schritt sie jetzt rüstig vorwärts. Der" vierte Band, an dessen erster Hälfte er fast zwei Jahre lang gearbeitet hatte, ging seiner Vol­lendung entgegen. Liebevoll sah Wolfgang die sauberen weißen Blätter des Manuskriptes durch.

>en Blätter des Manuskriptes

Er lud jetzt öfters Herren des Verlags und befreundete Dozenten zu sich ein und zeigte ihnen seine Bücher und Manuskripte. Auch er wurde öfters emgeladen und er verhielt sich dann niemals spröde. Er achtete sogar auf den leichten Ton, mit dem andere Konversation führten und fremde Damen unterhielten.

(Fortietzung folgt.»

âmK »md MeniM SlaSklhsater Kanarr.

Marion Matthäus-Gastspiel als Lärmen.

Das zweite ©astfrei der Hanauer Künst­lerin gestaltete sich wiederum zu einem vollen Erfolg. Erstaunlich, welche Vielfältigkeit sie zu entfalten vermag. Daß sie gesanglich die Rolle bewältigen würde, war zu erwarten, denn ihr dunkel gefärbtes Organ prädestiniert sie ja geradezu zu dieser Partie Gespannt war man jedoch auf die geistige Durchführung der Rolle, die bei der Carmen ja ausschlaggebend ins Gewicht fällt. Da zeigte sich nun die hohe Künstlerschaft von Marion Matthäus. Als Triebweib gab sie ihre Carmen, deren Schicksal der Mann wird. Sie lieh der Carmen ihre starke Persönlichkeit und gab sie mit starker eigener Note. Nicht kokett, nicht überlegen, sondern ganz von ihren reißenden Impulsen beherrsch!. Sie spielt nicht mit den Männern, sondern ihr Blut, ihre Leidenschaft spiest mit ihr und an dem Drang nach Erleben geht sie zu Grundc. So gibt die Künstlerin eine seine psychologische Studie. Das fast ausverkaufte Hous klatschte viel und herzlichen Beifall, auch gab es wieder Blumen für die gefeierte Künst­lerin. Die übrige Aufführung stand auf ge­wohnter Höhe..

3ntereffanfes aus aller Dell.

Vor 2002 Jahren wurde 'n Griechenland eine Schonheitsfalbe aus Schafwolle ge­wonnen-, das Geheimnis der Herstellung ist «rit vor etwa fünfzig Jahren wieder entdeckt worden.

o SladUheaker. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Als 25. Vorstellung im Frei- tag-Abonnement gelangt heute abend 7^ Uhr Gesellschaft", Schauspiel in 3 Akten (7 Bist bern) von John Galsworty, zur Aufführung. Was des Theaters ist, das gibt Galsworty dem Theater: starkes Geschehen, festes Szenen- g-füge, dramatische Zuspitzungen. Nach den vielen dramatischen Schemen, die über die mo­derne Bühne geistern, hat Galswortys szenische Schwergewichtsdramatik etwas Erfrischendes. Nicht zu viel seelische Aufenthalle nur Hand­lung, Handlung. Also das, was die anderen

meist nicht können: Muskulöse und doch auch feinnervige dramatische Ueberlegenheit. Am Senntap, nachmittags 3 Uhr, geht Otto Ernsts erfolgreiche KomödieFlachsmann als Er- zieher" in Szene. Abends 7% Uhr wird, neu einstudiert, zum 1. MaleDer Obersteiger", Opereüte in 3 Akten von Karl Zeller über die Bühne gehen.

o Frankfurter Uraufführungen. Für das Frankfurter Schausvielhaus erwarb rw^^nf Weichert folgende Werke zur alleinigen Urauf­führung: Klabunds neues ScbauipMgrü­nende Erde" (Premiere Avril, Regie Weichert); Kornfelds KomödieKillian" (Uraufführung Ende MärH, Paul Edmund Hahns Komödie Kadebrechts Meineid" (Uraufführung April) und das LustspielDie zwei Abenteurer" von George Farquhar (Uebersetzunq Zoff).

o Der umstritteneSreidekreis". Klabund, der Neubearbeiter des uralten chinesischen DramasDer Kreidekreis", hatte die Phönix- Film-A.-G. verklagt, weil sie beabsichtigte, einen Film unter dem gleichen Titel heraus­zubringen. Die Verhandlung fand gestern vor dem Landgericht 1 statt. Als Vertreter der Be­klagten gab Justizrat Dr. Werthauer an, daß die PHSnir-Film-A.-G. nicht das Klabundsche Werk, sondern die altchinesische Quelle zu fu- men beabsichtige und daß der Bearbeiter des Films jede Anlehnung an die Klabundsche Üebersetzung vermeiden werde. Das Werk ge­hört der Weltliteratur an und sei nicht erst durch Klabund allgemein bekannt geworden. RechtsanwaU Dr. Simon, als Vertreter des Klägers, wendet sich vor allem gegen die Be- Nutzung des TitelsKreidekreès", die er als un- lautern Wettbewerb darstellt, die Beklagte da- gegen wies nach, daß auch der Titel Kreide- kreis" seit 60 Jahren in französischen, englischen und deutschen Uebersetzungen üblich sei und nicht als das geistige Eigentum Klabunds an- gesehen werden könne. Nach längerer Beratung wurde Klabunds Klage abgewiesen.

o Reichslagsllbg. Dr. Rießsr Ehrendoktor der Frankfurter Uniperfifäf. Die mirtschafts-

und sozialwiffönschaftliche Fakultät hat aus & laß der 23jähriaeü Wiederkehr dss Jahrestags der Gründung des Zentralverbandes des Du­schen Bank- und Bankiersgewerbes dem Ä«« fitzenden und Gründer dieses Verbandes Ek Heimen Justizrat Prof. Dr. jur. Jacob Rieß«« in Berlin in Anerkennung seiner bero orraget den Verdienste um die deutsche Wissenschaft unl die deutsche Wirtschaft» sowie als Zeichen bei Dankes für feine besonderen Verdienste um di« Universität seiner Vaterstadt Frankfurt a. $ ehrenhalber Titel und Würde eines Doktors df Staatswiffenschaftsn (doctor rerum poliü carum honoris causa) verliehen.

humoristisches.

vor

Artur Bartuschsit lag nun schon eine ^ schlagens Stunde schlaflos in seinem Hotelbâ unfähig, ein Auge zuzutun weil aus de» Nebenzimmer ein ebenso anhaltendes wie pa» fenlofes Lisbesgeflüster zu ihm herübergirr^ Es war eine Unterhaltung in der sächsische Weltsprache, was den Fall nicht eben mildes Ununterbrochen schwärmt leise eine Männer stimme:Du bist eefach goldi, mei Buddche« Nee, bloß das hübsche Näschen das miß» mer vergolden. Und das kleene goldje Kinn " das mißte mer ooch vergolden. Und die sieße« Aermchen? Dia, bja, die mißte mer ooch golden. Ach Goddchen, und iwer deine GW chen, Buddchen! Weeßterhole iwerall, !ws» all, mißte mer dich, weil du gar so goldi w resnewech vergolden--" Da reißt Herr« Bartuschsit der mit Recht so beliebte, abN längst über Gebühr gestreckte Geduldfaden. einem Satz ist er aus dem Bett und klopft wütendem Nachdruck an die Verbindungstio Drüben gellt ein leiser Frauenschrei auf. holde Geflüster ist wie abgeschnitten. Männerstimme fragt endlich nach ärgerlich^ Räuspern:Wer is denn da? He... wer t denn da?"Der Vergolder!" schreit Barde scheit. Von dem Augenkckick an war w Nachtruhe gerettet

ärgerlich^ . wer ti